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10.3.1903 Erstes Blatt
 
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Crftes Blatt.

153. Jahrgang

Dienstag 10. März 1903

Die heuttge Dummer umfaßt 10 Seiten.

Kbiefle tüi tepeltteni Anzeiger «lehea.

Kernwrechonichluh^r 51.

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eep a<prrt#i monatlich 7d PI., oierteh lührlich Dlk 2.20. durch Vlbboir- u flroeigfleUett monatlich 6o Pl., durch die Poll Tlt. 2. vieriel» |äbd aueldjl vetiellg. .'lnnohme von »njetgei füi Oit lageonunimct biÄ vormittag« 10 Uhr. ättlrnprne. lokal 12*01, auOiDärti Plg.

Nr. 58

rl^elet täglich aubei Sonntagd.

Dem «Lietzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die siebener Kamillen- Hättet viermal «n der Woche beigeiegt.

ßtolalionsdruck u. Der» lag der vrüh l'ichen Üniveri.'Biich- u.Ttem- druckerei iPietich itrdea- Nedaktion. «irptöuiop und Druckerei:

Gießener Anzeiger r<F General-Anzeiger ö **'

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Aas Kode des Iasscs Korum.

Bei der Zurücknahme der Trierer Bekanntmachung des Bischofs Komm ist zu erwägen, daß die Kurie Anlas; zu kluger Nachgiebigkeit dadurch hatte, daß in katholischen Kreisen der stampf gegen die paritätische Schule, die An­drohung der Absolutionsverweigerung sehr unliebsam em- psunden wurden. Immerhin lag die Wahrscheinlichkeit vor, daß die Kurie mit Rücksicht auf den Bischof zögern werde, ihren Einfluß geltend zu machen zu einer sofortigen und vollständigen Aufhebung des Erlasses. ,Maf Bulow", schreibt dieNationalztg.", hat den Trierer Bischof zu einer Unterwerfung uiUer die Staatsgewalt genötigt, wie sie derart in Preußen noch nicht dagewesen." Die konservative Kreuzzig." beglückwünscht den preußischen Ministerpräsi- deuten zu dem Erfolge. Auch den Vermittlern, die am päpltlichen Hose dem Frieden gedient haben, außer dem preußischen Gesandten also namentlich wohl dem Fürst­bischof Kopp, habe man dankbar zu sein. In der Tat ist, wie wir schon in unserer gestrigenPol. Wochenschau" mit- teilen konnten, Fürstbischof Kopp in der eindringlichsten Meise tätig gewesen. Die Verteidigung, welche das Vorgehen des Bischofs Korum seitens des Zentrums im preußischen Abgeoronerenhause eryleit, fall keineswegs den Beifall hoher Kreise gefunden haben.

Im preußischen Abgeordnetenhaus erklärte der Kul­tus minisl er, daß nach einem Bericht des Regierungs­präsidenten in Trier die in den dortigen Kirchen verlesene Kanzelverordnung folgenden Wortlaut habe:

Gemäß der Erklärung des Herrn Ministerpräsidenten und des Herrn Ministers im Abgeordnetenhause und nach weiteren Mitteilungen beabsichtigt die Staatsregierung den berechtigten Wünschen der Katholiken in Bezug au die diesigen Schulfragen gerecht zu werden. Deshalb har der Bischof in Uebereinstimmung mit dem heiligen Vater angeordnet, daß unsere Kan­zel-Verordnung wegen veränderter Um­stände als ungeschehen zu betrachten ist."

Der Minister fügte noch hinzu, daß die bekannten Mitteilungen der Slaatsregierung über Den Rahmen dessen, was voni Grafen Bülow und dem Kultusminister gesagt ivvrdcn ist, majt hinausgehen. Die Staatsregierung gebe sich der Hoffnung hin, da» nun die Erhaltung des Friedens in Trier ermöglicht sei.

DerKöln, £tg." wird gemeldet: Dadurch, daß der Bischof von den veränderten Umständen, sowie der Absicht der "Regierung, die Wünsche der Trierer Katholiken zu erfüllen, spricht, könnte leicht eine Irreführung entstehen, als wenn die Regierung diese unbedingte Zurücknahme des Kanzelerlasses mit irgeiid welchen Gegenleistungen erkauft habe. Eine solche Annahme widerspricht indes der Wahrheit. Der Papst hat sich davon überzeugt, daß der Bischof im Unrecht war, sowie daß die preußische Re­gierung bereit war, den Wünschen der Katholiken bezüglich der Trierer Schule abzuhelfen, die in erster Linie dahin gehen, d-ß für die paritätische Töchterschule, sowie das Lehrerinnenseminar katholische Religionsiehrer ernannt werden, und daß fortan auf die katholischen Lehrerinnen kein Gewissensdruck zur Ablehnung der ihnen angebotenen gesicherten Staatsstellen ausgeübt werde. Die veränderten Umstäiide, auf welche sich Korum bezieht, betreffen ledig­lich seine eigene Person.

Am meisten erfreulich ist dairach, baft entgegen einer gestrigen Drahtmeloung, die Weisungen der Kurie nicht mit Zugeständnissen erkauft worden sind. Was die Absicht der preußischen Regierung betrifft,den Wünschen der Katholiken in der Trierer Schulsrage gerecht zu werden", so dürfte es sich in der Hauptsache darum handeln, die­jenigen Stellen aus dem Äseouch für das paritätische Se­minar auszumerzen, welche, wie z. B. Aussprüche Luthers über die Klöster, die Ernpfindungen von Katholiken $u verletzen geeignet sind. Ueber berechtigte Beschwerden läßt sich reden, so führte Graf Bülow vor acht. Tagen anläßlich der nationalliberalen Interpellation aus. Und darin wird man wohl auch keine Konzession an die Kurie erblicken können.

DieNorbd. Allg. Ztg." bemerkt osftziös: Die von ber preußischen Staatsregierung burch ben königl. Gesandten in 9vom gemachten weiteren Mitteilungen stimmen, wie wir verneymen, lediglich mit ihren im Abgeordnetenhause abgegebenen Erklärungen überein. Wir freuen uns, daß der Angelegenheit durch Zurückziehung des Puölikandurns bes Biici)0is von Trier ihre für ben konfessionellen Frieben be­denkliche Bebenlung genommen wurde.

Auch die übrigen Blätter zeigen ihre Befriedigung über den Erfolg der preußischen Reaierun g. DieGermani a" bemerkt, nun sei es Sache der Regier­ung, dem Versprechen des Grafen Bülow entsprechend die im Trier bestehenden Unzulräglichkeiten, Urwolltornmen- hLiten und Mängel, die dec Kultusminister selbst zum Teil wenigstens anerkannt habe, sobald als möglich zu beseitigen, yim den Wünschen ber Katholiken in Trier in der Schul- fnage gerecht zu werden. DemBerl. Tagebl." zufolge Mas die Anordnung des Papstes wegen ber Zurücknahme bes Publikanbums am SamStagnachmittag unerwartet in Trier 6 eim Bischöfe ein. Die Zurücknahme werbe in bärtigen kaitholischen Kreisen wegen der Aufhebung bes Gewissens- Moanges freubig begrüßt.

Zurückhaltend urteiU dieVoss. Ztg." Anscheinend, so lägt sie, habe Gras Bülow Mil seiner Anrufung des Papstes ebnen diplomatischen Erfolg erzielt. In Rom sei man viel­leicht sckwn deshalb im Augenblick zum Entgegenkommen gi.meigt, weil man die Aufhebung des § 2 des Jesuiten-

gesetzes nicht Hintertreiben wolle. Ein römisches Telegramm derVoss. Ztg." spricht von vatikanischen Persönlichkeiten, die in der Zurücknahme des Kvrum schon Schulerlasfes nur einen äußerlich en und scheinbaren Erfolg der preußischen Regierung sehen wollen. Ein Prälat soll dem Bischof Korum bei der ersten Begegnung gesagt haben:Warum von der Kanzel herab die Gegner allar- mieren, wenn durch den B e i ch t st u h l der g l e i ch e Z w e ck zu erreichen ist?" Wir glauben nicht recht au die Echt­heit dieser Prälatengeschichte. Mehr im Bereich der Wahr­scheinlichkeit liegt allerdings, baß bie Kurie auch vermeiden wollte, bie Schwierigkeiten zu vermehren, benen der preuß. Iesuitengesey-untrag innerhalb der Bundesregierungen be­gegnet. Es wird Leute geben, die in der Zurücknahme des Trierer «Schulerlasses eine empfindliche Nieoerlaae des Zen­trums erblicken, einen mit Glück durchgeführten Beweis, daß die Macht des Zentrums in unserem politischen Leben ihre Grenzen habe. Eine derartige Auffassung rann nur Ent­täuschungen erfahren. Die Situation ist unverändert. Tas Zentrum bleibt die Stütze der Reichsregierung?

Politische Tagesschau.

DaS Zentrum gegen Wahlbündnisse.

Man schreibt uns aus Berlin, 9. März:

Von Wahlbündnissen will das Zentrum nach dem Ausfall der Stichwahl in Münsingen i. W. nichts mehr wissen! Die Hilfe desBundes der Landwirte" hat versagt. Ergrimmt bemerk dieGermania" in einer langen Erorrerung oer Wahl: bie große Mehrheit oer Anhänger des Bundes habe gezeigt, daß ihr über ben Inderessen ber Landwirtschaft das protestantische Bewußtsein" stehe, und sie deshalb dem Katholiken bie Stimme nicht gebe. So habe bie Stichwahl ungemein klärend gewirkt. Tas Zentrum dürfe sich auf niemand verlassen uno keiner Versicherung anderer Parteien Glauben schenken. Es wird wohl noci) manche ähnliche Erfahrung von Wahlvervündeten gemacht werden: daß, wenn es zum Klappen kommt, die zur Hilfe­leistung kommandierten Wähler auf bie Parolepfeifen" und ihren eigenen Weg gehen.

Dom Balkan.

Ein Dynamitsnichlag ist auf ben Expr e ß- zug bei Tfcherkeßkrö (Vilayet Konstantinopel) verübt worben. Das Attentat scheint politischer Matur zu sein. Auf einer Strecke von mehreren Hundert Metern waren au| dem Geleise sechs Pakete zu je vier Dynamitpatronen gelegt unb untereinander burch Pulverschnüre verbunden, uno um eine Explosion noch sicherer herbeizuführen, war noch ein langer Zündfaden, ber abseits im Gestrüpp verlief, an bas letzte Paket befestigt. Jin Zuge vermutete man bie Mit­glieder ber Refornitommissioni aua.) spricht man von ber Anwesenheit Ebhem Paschas unb bes Instrukteurs uno preu­ßischen Obersten o. R ü d g i s ch Pascha, der früher im ersten preuß. Dragoner-Regiment stand unb jetzt als Polizstchcf zur Reformierung bet Gendarmerie nauj riestuv geht. Tas Attentat scheint also von resormfeinolichen Elementen ge­plant zu sein, wenn es nicht gar von hoher Seite befohlen worden ist. Durch ben Regen wurde bie Erd- unb Steinbeckung ber Patronen unb Zündschnüre wegge­spült, und nur so entdeckte ber Bahnwärter zusammen mit einer Militärpatrouille ben Anschlag.

Im übrigen zeigt sich |d)on je^t, daß bie Durchführung ber macebonstchen Reformen viel zu wünschen übrig läßt. Der Belgrader Korrespondent ber ,/Ji. Fr. Pr." melbet, baß aus Salonich und llesküb Beschwerden über unbillige Durch­führung ber Reformen einlaujen. Bei Besetzung ber Richter­stellen in Strummtza, Tikwesh, Jenidje am Barbar jeien Ehristen ganz unverücksichstgt geblieben. Im Vilajet Kvssowo wuroen als Potizoibeamte bestellt Bulgaren, 10 Serben, 3 Griechen und 168 mohamebanische Türken, obwohl bie Mohamedaner im Vilajet in ber Minderheit inb.

Die burch bas österreichisch-ungarisch-russische Memo- ranbum vorgesehene Amnestie mürbe bisher ungefähr 600 wegen politischer Vergehen in ben brei Vilajets ver­urteilten Personen zu teil. Unter benselben befinden sich mehrere bulgarische Priester.

DieN. Fr. Pr." veröffentlicht ferner einen längeren Artikel über Unterredungen mit verschiedenen Diplomaten und österreichischen Staatsmännern über die voraussicht­liche Gestaltung des Balkans. Die Eindrücke sind dahin zusammenzufassen, daß bas Zusammengehen Oefterreicys und Rußlands jedenfalls die Aussicht gezeitigt habe, daß, wie auch die einstige Lösung der Balkanfrage ausfallen möge, bie beteiligten Mächte stch auf frieblichem Wege oerstänbigen werben.

Aus Sofia roirb gemeldet: Aus dem Gebäude bes obersten macedonischen Komitees, bas vor einiger Zeit unter Siegel gelegt wurde, sollte vor zwei Tagen auf Anordnung des Ministers des Innern das ganze Archiv in bie Polizei- Präfektur gebracht werden. Als der Polizeipräfekt die Uebersührung vornehmen wollte, sand er die K a s f e ge­öffnet unb ben Inhalt geraubt. Das ganze Archiv, Bücher, Akten und Dokumente waren gestohlen. Wie es heißt, soll die entwenden Summe 10 000 Francs be­tragen. Man vermutet, daß ber Dieb stahl von feiten bes Komitees verübt würbe.

Ein Stabe des Sultans ordnet bie Unterzeichnung bes türkisch-griechischen Vertrages an, burch ben ber Status quo ante bellum w^.chcrgeftellt wird. Eine Dom Sultan ernannte ^^lurordenrl.che Mission ist nach Athen abgereift, um d.m nonig unb beni Minii^rprä,identen vom Sultan verliehene hohe Auszeichnungen zu überbringen.

Deutsches Deich.

Berlin, 9. März. Ter Kaiser stattete heute dem Grafen Bülow einen Besuch ab, unb hörte später im königlichen Schloß ben Vortrag bes stellvenretenben Chefs des Zivil-Kabinetts. Mittags empfing ber Kaiser den Prä­sidenten des Komitees für die Weltausstellung in St. Louis, Francis. Zum Andenken an die Audienz verehrte der Kaiser Herrn Francis Houston Stewart Ehamberlaiils WerkDie Grundlagen des 19. Jahrhunderts" mit einer eigenhändigen Widmung.

Am heutigen ld. Gedenktage des Sterbe tage» Kaiser Wilhelms I. war das Mausoleum in Charlottenburg stark besucht. Kürz vor 9 Uhr fuhr Prinz Heinrich mit Gemahlin vor unb legte einen Lorbeerkranz an der Gruft nieder. Ihnen folgte bald das Kaiser- paar, welches längere Zeit an ber Gruft verweilt- und ebenfalls Lorbeerkränze niederlegte. Ferner haben der Großherzoa und die Großherzogin von Baden Kränze gesandt. Im Laufe des Tages erzenen noch eine Reihe von Abordnungen mit ihren Gedenkzeichen, gegen 1 Uhr die ehemaligen Generale unb Flügelabjutantcn des der- liorbcnen Kaisers. Heute abenb fanb in der Kaiser Wil- yelm-Gebächtniskirche eine vom Hauptverbande ber Ber­liner Kriegervereine veranstaltete Gebenkfeier für Kaiser Wilhelm I. statt.

Ter MailänberOsservatore cattolico" schreibt in einer seiner letzten Nummern:

Wilhelm II. liebt es, sich als Oberpontifex bes Luthertums aufzuspielen unb keine Gelegenheit läßt er vorübergehen, vyne seinem Grunbsatz Ausdruck zu geben: Gott im Himmel und der Kaiser auf Erden .... Dann kommt das Blatt auf den Brief an Ad­miral Hvilmann zu sprechen unb meint:Die Worte bes Kaisers haben nicht so sehr einen Wert wegen ber Persönlichkeit bes,en, ber sie ausspricht, als wegen bes Publitums, an das sie gerichtet sind. Wilhelm giebt sich gern die Pose eines Oberpriesters und Kaisers. Auf seiner Reise in ben Orient umarmte ber Kaiser ben noch vom Blute ber Armenier triefenden Abdul Hamid, und der lutherische Oderpriester erfüllte damit einen feuchten Glaubensakt."

Danzig, 9. Rcarz. Zum Oberbürgermeister wurde im dritten Wahlgang Stadtrat Ehlers gewählt.

Posen, 9. Biärz. ^n ber am Freitag und Samstag in Berlin ftattgehabten Konferenz betreffenb Teilung ber Ansi eb elun gs - K c> m mis s io n wurde die Absicht einer Teilung der Ansiedelungs-Kommission aufgegeben. Es wurde bestimmt, daß die Kommission eine direkte Abrech­nungsstelle in Posen erhalten soll.

Heer und Flotte.

Die Ord ens a ».s ze i u) n n g e n für d en,LltiS" in Form einer getreuen Nachbildung des Ordens pour le merite mißt nach berNorbb. Allg. Ztg." über bie Spitze bes Kreuzes in Höhe unb Breite anberthalb Meter. Der Abler ist aus Bionze, bas Kreuz aus Holz unb mit Messing beschlagen. In verkleinerter Nachdilbung soll der Orden auch am Fahnenstock und an den Booten deS Iltis" angebracht werden.

Wahldcweguug.

Mainz, 9. Marz. Wie mclautet, besteht seitens >er Zentrumspartei die Absicht, an Stelle des bis­herigen Reichscagsabg. Dr. Sch mitt, der sich ent- chieoen weigert, wieder eine Kandüxckur anzunehmen, Kauf­mann Nicola Racke, der den Wahlkreis Mainz- Oppenheim vor Jahren schon einmal im Reichstag ver­treten hat, als Kandldat auizustellen. Daß Racke, der sich seit Jahren ganz von dem ösienlltchen Leben zurückgezogen hat, die Festrede bei der Papstfeier hier hielt, betrachtet man allgemein als ein Anzeichen dafür.

Frankfurt a. M., 9. lRärz. Im HotelTaunuS' and gestern eine Landeskonferenz ber Freisinnigen Volkspartei für Hessen start. Ten Vorsitz führte Justizrat Metz aus Gießen. Bezüglich der Reichstags- wählen wurde beschlossen, oie Kraft auf einige aussichtsvolle Wahlkreise zu tonzentrieren. Die Kandidatenfrage wurde den einzelnen Kreisen anheimgestellt.

Auslanö.

London, 9. Mär- <,m unterlaufe beantragte Long eine Resolution, welche eine Aenberung des Militar- lildungswesens fordert. KRegSminister Brodrick erläuterte )ie geplante Aenderuna des Ausbildungswesens der Offi­ziere. Der Generaldireuor des Militärbildungswesens solle durch einen beratenden Ausschuß unterstützt werden. Tie Studenten, die Offiziere werden wollen, sollen Erleichterungen erhalten. Damit die Offiziere acht Monate jährlich der praktischen Ausbildung im Felde ge­widmet seien, die Offiziere in zwei Klassen Ausgebildete und Mäßige geteilt werden. Jeder kommandierende Offi­zier könne außerdem einen besonders tüchtigen Offizier zur vorzugsweisen Beförderung Vorschlägen. Tabei wäre Oie Kenntnis fremder Sprachen nicht zu vergessen. Was nach zwei Jahren noch ungenügend ausgebildet sei, müjfi abgeben. Tie Resolution Long wurde abgelehnt.

Der Marine-Voranschlag steht insgesamt 35 836 841 Pfd. Sterl. vor, das ist eine Zunahme von 3 202 000 gegen das Vorjahr.Das hauptsächlich für Neu­bauten ^Ausbesserungen und Unterhalt auf gestellte Pro­gramm schließt den Baubeginn dreier neuer Schlacht- lajijfe, 4 Kreuzer erster Klas.e, 3 geschützte Kreuzer, 4 Aus- klarungsschifse, 15 Torpedovootszerstörer uno 10 Unter­seeboote vor. Tie Zahl der Offiziere und Mann-