schäften ist auf 127100 festgesetzt, also eine Zunahme von 4600.
Rom, 9. März. Der Papst, der sich bester Gesundheit erfreut, empfing heute vormittag den B schof von Autun, Perraud, den Erzbischof von Neapel, Ptisco, sowie den Bischof von Krakau, Kozietsro-Puzyna, heute nachmittag den Patriarchen von Venedig Sarto und den Erzbischof von Turin, Richelmij. 9Jlorgert wird der Papst die englischen Pilger empfangen.
-r (Kammer.) Socci begründet eine Interpellation, welche Maßnahmen die Minister des Auswärtigen und der Justiz angesichts des Beschlusses der internationalen Konferenz in Paris zur Bekämpfung des Mädchenhandels zu ergreifen geoenken. Unterstaatssetretär Baccelli entgegnet, daß der Bekämpfung des Mädchenhandels in der Praxis Schwierigkeiten entgcgcnstündcn. Man bemühe sich indessen, ihn nach Möglichkeit zu beschränken.
Kairo, 9. März. Der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich besuchten heute früh die Zitadelle und dann die Moschee des Sultans Hassan. Nach dem Frühstück im Savoyhotel statteten die Prinzen in Uniform mit Gefolge dem Khediven einen Besuch ab. Darauf fuhren die Prinzen, welche einen Wagen des Khediven benutzten, nach der deutschen Gesandtschaft und empfingen dort den Gegenbesuch des Khediven. Später besichtigten die Prinzen die Universität El A^ar sowie das Grab Ismails und gingen dann nach der Tatmau Moschee. Auf dem Minaret nahmen sie den Tee ein und betrachteten den Sonnenuntergang. Abends speisten die Prinzen bei dem deutschen Gesandten und empfingen später in der deutschen Gesandtschaft die deutsche Kolonie.
Washington, 9. März. Der Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten sprach sich günstig zur Kanalbill aus. Der Senat begann die Beratung der Bill, Anträge dazu sind nicht gestellt. Tas Acterbauministerium verhängie über den Staat New Hampshire infolge Ausbruches der Maul- und Klauenseuche die Quarantäne.
Newyork, 9. Dcärz. Nachrichten aus San Salvador besagen, die Regierungstruppen von Honduras seien von Anhängern Boniltas bei Talgua geschlagen. General Fer- rera sei getötet, General Lopez mit seinem Stabe gefangen.
— Nach einer Depescl'e aus Caracas veröffentlicht das dortige Amtsblatt den Wortlaut der Protokolle mit Deutschland, England und Italien.
Aus Uludl uni) £11110.
Gießen, 10. März 1903.
** Im Stadttheater wird am Mittwoch zum Benestz für Herrn v. Stahl Hartlebens „Rosenmontag", die bekannte ergreifende Offizierstragödie, die, wie allenthalben, auch bei uns vor zwei Jahren überaus reichen Beifall fand, zur Aufführung gelangen. Herr v. Stahl, besten Talent wir stets anerkannt haben, ohne seine zumeist in seinem spröden heimischen Dialekt liegenden Eigenheiten zu verkennen, hat bereits im Sladttheater zu Elbing die führende Partie des Stückes, den Leutnant Rudorff, dargestellt. Die „Elb. Ztg/', die uns vorliegt, schrieb damals:
Die Hauptrolle des Hans spielte Herr v. Stahl ganz ausgezeichnet, in treifücher äußerer Haltung bei tief innerlichem Ge- filhlsausdruck. Der Künstler empfindet echt und übt daher mit der Unmittelbarkeit seiner Gesühlsausbrüche eine zweifellos starke Wirkung aus das Publikum aus.
Wir glauben, daß viele, die morgen abend das hiesige Theater besuchen werden, die Ansicht des Elbinger Rezensenten teilen werden. Zur Erhöhung der Anziehungskraft hat übrigens Herr v. Stahl einen jungen Frankfurter Opernsänger, Herrn Gentner, für seinen Ehrenabend zu gewinnen gewußt, der den Prolog zu Leoneavallos „Bajazzi" und Partien aus Wagners „Lohengrin" und „Walküre" in den Zwischenakten zum Vortrag bringen wird.
•• Hessisch-Thür. Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse wurden folgende Gewinne gezogen: 30 000 Alk. auf Nr. 44853 (Mainz), 10 000 Mk. auf Nr. 28880 (Offenbach), 76812 (Weimar und Rudolstadt), 72305 (Darmstadt), 5000 Mk. auf Nr. 4497 10494 26086
46321 95127, 3000 Mk. auf Nr. 782 1559 10238 11283
13121 16514 16772 24970 35057 43590 45265 45562
53221 56709 68451 69013 79776 81428 87814 91704,
2000 Mk. auf Nr. 465 5057 8307 10817 11029 11345 13238 17203 19901 20447 23985 27533 29771 31035
47218 49155 80501 51069 56325 66727 67656 69974
74753 75161 76096 77355 78052 80085 83808 85361
85412 85218 85800 88127 89405 93169 93703 95074
99997. Ohne Gewähr.
** Kaufmännischer Verein. Der Vortrag Dr.Heinr. Kraegers über Wilhelm Busch, unseren größten zeichnenden Humoristen, vereinigte gestern wohl sämtliche Angehörige des Kaufmännischen Vereins und viele Gäste in unserem sogenannten Theatersaale. Der Gedanke an die Gasexplosion, die tags vorher so verheerend im Vestibül gewirkt hatte, verhinderte Niemanden an dem Besuch des Vortrages, ein Zeichen, daß es nicht zu viel ängstliche Gemüter in unserer Stadt giebt. So schön dieses Zeichen von Mut aber auch ist, so augenfällig dokumentierte es die Unzulänglichkeit de§ Saales. Nicht nur war alles besetzt, sondern es standen auch auf allen Gängen dichtgedrängt ein sehr großes Publikum. Es erregt doch Bedenken, eine so große Menschenmaste in diesem Saale unterzubringen. Hoffentlich wird dies bald bester werden, zumal wir hören, daß die Polizei auf Abhilfe der Mängel bringen wird. — Der Vortrag Dr. Kraegers, des bekannten Buschinterpreten, brachte unS eine eingehende Würdigung des Poeten sowohl, wie des Zeichners Busch. Wir haben im „Gieß. Anz." schon mehrfach Gelegenheit genommen, Busch's Lebensgang und sein Schaffen zu besprechen; so würdigte der „Gieß. Änz." den Künstler in einem eingehenden Artikel an dessen 70. Geburtstag, am 15. April v. Is. Es erübrigt sich deshalb wohl ein Eingehen auf die Einzelheiten des Vortrags. Dr. Kraeger versteht es prächtig, seinen Vortrag schon durch die Rede selbst in hervorragendem Maße zu illustrieren, sodaß e5 der Lichtbilder kaum bedurfte, um unS den großen Meister des HumorS in plastischer Schärfe vor Augen zu führen. Der Vortragende verstand eS, unS den Künstler noch näher als vorher zu führen. Daß der Redner lebhaften Beifall erntete, versteht sich von selbst. — lieber den Nachmittagsvortrag, den Dr. Kraeger für die jüngeren Angehörigen des Kaufmännischen Vereins über Wilhelm Busch hielt, geht uns folgender Bericht zu: Tie Nachmittags-Veranstaltung brachte Wilhelm Busch für die Kinder und war auch gut besucht. Dicht geschaart saßen die Reben Kleinen und folgten nut großer Spannung deu Er
zählungen des Vortragenden. Max und Moritz, ihre bösen Heldentaten, Meister Meck usw., das waren einem großen Teil der Kinder bekannte Bilder und Reime, und bei dem Vortrage zu den schönen großen Lichtbildern bildete sich gewöhnlich ein Dialog, indem der Redner den Anfang machte und die frohe Kmderschaar den Reim lustig vollendete. Nur allzufrüh für die Jugend nahm die Veranllaltung ihr Ende, die kleine Gesellschaft hätte gern noch eine Stunde und länger solche schöne Bilder gesehen und sich dabei vergnügt. Der Redner versprach denn auch, recht bald wieder zu kommen, wenn sie schön artig sein und fleißig in der Schule lernen wollten.
•• Schießübungen mit scharfer Munition hält unser Infanterie-Regiment und das 1. Bataillon der 168er Butzbach gegenwärtig in der Umgegend von Groß-Rechtenbach, Weidenhausen, Volpertshausen, Reiskirchen, Nauborn und dem Sioppelberg ab. Das Gefechtsschießen dauert vom 4. bis 10. d. Mts.
** Drillinge. Die glückliche Geburt von drei jungen Dächsen zeigt der Vorstand des Hundesports seinen Mft- glieöern hocherfreut an. Im Zwinger des Vereins, auf Bich- lers Hardt, erblickten die Tierchen gestern das Licht der Welt, und man hofft, sie auch groß zu ziehen.
M. ®rüningen, 6. März. Em Männergesang- verein hat sich m den letzten Tagen hier gebildet, dem eine reiche Zukunft verheißen iverden kann, da seine Gründung cm längst gehegter Wunsch gewesen ist.
§ Butzbach, 9. März. Tie vom hiesigen ev. Arbeiterverein gestern abend im Hessischen Los veranstaltete Familienfeier war zahlreich, besucht, und nahm einen schönen Verlauf.
§ Münzenberg, 10. März. Unser landwirtschaftlicher Kreditverein, E. G. m. u. H., welcher jetzt 65 Mitglieder zählt, hat auch für das letzte Jahr em gutes Geschäslsergebnis zu verzeichnen. Die Aktiva und Passiva sind auf 58 056.19 Mk. angewachsen, die Geschäftsguthaben der Genossen auf 4818 Mark und die Gesamtsumme der gewährten Darlehen aus 31498 Mark gestiegen, während die Betriebsrücklage in 1902 sich auf 2275 Mark erhöhte. Das segensreich hier wirtende Kasseninstitut gehört dem Verbände hessischer landwirtsch. Kreditgenossenschaften an.
(!) Friedberg, 9. Viärz. Nachdem am Freitag von der Gießener Strafkammer Gewerbeakademiker wegen Zweikampfs zu Festungshaft verurteilt worden waren, verhaftete am Samstag die Polizei einen der zu fünf Monaten Verurteilten wegen Fluchtverdachts. Abends um 12 Uhr erschienen ca. 100 Schüler der Gewerbeakademie vor der Gefängniszelle und brachten ihrem Freunde ein Ständchen dar, indem sie das Lied „Gaudeamus igitur" fangen. — Diese Vorgänge werken ein eigentümliches Licht aus die Zustande an der Friedberger Gewerbeakademie; und das Vorgehen des Direktoriums gegen das Nachäfsen studentischer Gewohnheiten seitens der Schüler der Gewerbeakademie, das schon vom Vorsitzenden der hiesigen Strafkammer getilgt wurde, scheint sehr berechtigt gewesen zu sein.
() M ü d e, 8. Mrz. Unser Mücke ist fein Dorf, sondern nur ein Wohnplatz Es will aber gerne ein Dorf werden, was indessen wohl mit Schwierigteiten verknüpft sein dürfte, da Mücke in den Gemarkungen Merlau und Flensungen liegt. Mücke besteht aus dem Bahnhofs- und Postgebäude, der Oberhesftschen Holzindustrie, einer Unterförstereiwohnung, einer Bäckerei, drei Privathäusern und fünfWirtschaften. Nun soll noch eine s e ch st e Wirt- ichast errichtet werden und zwar, wie es heißt, ein §otel Zu diesem Zwecke wurde das Röhrig sche Wohnhaus für die Summe von 14 000 Mark von dem Restaurateur Herrn Peppler in Grünberg unter der Bedingung gekauft, daß die Genehmigung zum Hotelbetriebe seitens der Behörde erfolgt. Mucke hat elektrisches Licht, das die „Oberhessische Holzindustrie" liefert, und ist somit viel anderen Plätzen hierin voraus.
() Gedern, 8. März. Mit dem Bau der schon fett mehreren Jahren geplanten Eisenbahnstrecke Gebe r n-Greb en ha in wird nun ernst gemacht; gegenwärtig werden die Lieferungen von Bahndurchlassen, Röhren usw. ausgeschrieben. Bei dem gelinden Wetter sollen auch die Erdarbeiten in Angriff genommen werden. Schon am 1. Dezember sollte damit angefangen werden, doch mußte man den Beginn bis anfangs März hinausschieben. Am Ausgang der Oberwaldstraße und bet Ober- Seemen sind schon feit Dezember für die Arbeiter mehrere Kantinen errichtet. Die Strecke mißt 24 Kilometer und ist in zwei Losen vergeben; das erste Los umfaßt die Gemarkungen Crainfeld, Bermutshain und Hartmannshain, das 2. Gedern und Ober-Seemen. Die größten Geländeschwierigkeiten liegen bei Gedern und am Rande des OberwaldeS bei Hartmannshain. Bei letzterem Orte befindet sich die Strecke, die etwa 780 Meter über dem Meere liegt. Als Bauzeit sind ca. 2«/4 Jahre vorgesehen, sodaß die Bahn nicht vor Ende 1905 dem Betrieb übergeben werden dürfte.
)( Bermutshain, 9. März. Der hiesige Schweine- Händler Heinrich Rausch wollte abends nach dem nahen Crainfeld gehen, um seine Frau abzuholen. Als er aus unserem Ort herauskam, standen zwei fremde Personen auf dem Wege, von denen der eine ohne erkennbare Ursache auf Rausch mit einem Stock derart losschlug, daß er erheblich am Kopfe verletzt wurde. Untersuchung ist bereits eingeleitet.
—t— Darmstadt, 9. Riärz. Der Bauverein für Arbeiter Wohnungen ist nicht nur der älteste gemeinnützige Bauverein im Großherzogtum, sondern er gehört ;u den ältesten deutschen Bauvereinen überhaupt. Er besitzt letzt 112 Wohnungen im G^samtherskllungswerte (einschließlich Grund und Boden) von 338 138 Mk. Die Wohnungen sind nur vermietet, sie bestehen je aus Stube, Kammer und Küche, jede Wohnung ist nach dem Treppenhause zu ab- geschloßen und hat einen kleinen Vorplatz. Es gehört $u icber Wohnung ein Abort, Kellerraum, sowie ein Stück Gartenland. Die einzelnen Wahnräume sind ausreichend groß und bieten genügend Luft und Licht. Daß die Mteter die Wohnungen zu schätzen wissen, geht daraus hervor, daß eine nicht unerhebliche Anzahl biejelbe Wohnung schon lange Jahre innehat, sich einzelne Wohnungen sogar vom Vater auf den Sohn vererbten. Die überwiegende Zahl der Mieter gehört dem eigentlichen Arbeiterstande an, eine Anzahl sind Eisenbahn und Postunterbeamte, ferner wohnen in den Häusern 18 Witwen. Der Mietpreis stellt sich im Durchschnitt pro Raum und Jahr auf 64 Mk. Der Verein wirkt nicht nur durch die Bereitstellung guter kleiner Wohnungen zu mäßigen Preisen, sowie dadurch, daß für das eigene Geschäftskapital nur eine beschrankte Verzinsung vorgesehen ist und die Vereinsverwallung un- entgeltlicf) besorgt wird, in gemeinnützigem Sinne, sondern auch insofern, ais er namentlich auch für Aufrechterhaltung
von Ordnung und Sauberkeit in seinen Hausern sorgt- Besichtigung der Wohnungen fällt auch sofort die große Sauberkeit der Treppen, Flure und der Wohnungen selbst wohltuend ins Auge. Derartige gemeinnützige Unternehmungen sind deshalb in ganz besonderem Matze geeignet, die Wohnungsverhältnisse der minderbemittelten Klassen dauernd zu heben.
Frankfurt, 10. März. Anläßlich des Kongreffes zue Bekämpfung der Geschlechts-Krankheiten fand gestern abend im Pcüasthotcl Fürslenhof ein Festmahl statt, an dem die Spitzen der städtischen Behörden teilnahmen. Geh.^Rat Prof. Tr. Reißer-Breslau brachte das Kaiserhoch aus. Prof. Dr. Lesser-Berlin sprach auf Oberdgin. Dr. Adickes. Dieser toastete auf die deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheften. Prof. Fränkel-Halle dankte namens der Gesellschaft. Er trank auf baS Organisations- Komitee. Ferner sprachen Prof. Dr. Flesch-Frankfurt, Ga u ch e r - Pans und D u b o i t - Havenith-Brüffel._________
yrnnifdjtes.
* Pri nzes sin Luise. Die „Dr. N. N." melden aus Lindau: Der Advokat La che n al weilte gestern hier und hatte eine Besprechung in der Villa Toskana. Wie sicher verlautet, ersocgt die A b r e i s e der Ptinzcstm L u i s e n a ch England biejer Sage, da durch die engilschen Gesetze die Wegnahme des Kindes verhindert werden soll. — Eine Blättermeldung, daß der Kammerdiener der Kronprinzessin seit Freitag abend spurlos verschwunden sei, beruht auf einer Personenverwechslung. Der Verschwundene ist der Hausdiener des Kronprinzen, der feit mehreren Wochen vermißt wird. Derselbe ist nunmehr in 'Mügeln bei Pirna erschossen aufgefunden worden. — Die Meldung, daß die sächsischen Potizeibehörden an der Grenze Anweisungen erhalten haben, Giron an einer etwaigen Rückkehr nach Sachsen zu verhindern, und daß ihnen zu diesem Zwecke Girons Photographie zugestellp ivorden sei, sind, wie die „Leipz. Reuest. Nachr." erfahren, unrickftig, — Dem „Chemn. Tagebl." wird bestätigt, daß der sächsische Gesandte in München, v. Friesen, die vormalige Kronprinzessin in Lindau weder gesehen, noch gesprochen, sondern nur bei der Großherzogin von Toskana Erkundigungen über die weiteren Dispositionen einaezogen hat. Sächsischerseits wurde kein Versuch gemacht. Die Prinzessin zum Verlassen Lindaus zu bewegen, wohl aber scheint die derweil hervorgetretene Stimmung der Lindauer Bevölkerung ihre Entschließung zu beeinflussen. Sie beabsichtigt, gutem Vernehmen nach, Die Insel Wight zu längerem Aufenthalte aufzusuchen.
* In Lieben st ein, dem bekannten thüringischen Stahlbad, wurde bei über 30 Meter Tiefe ein neuer mä^ tiger Stadl-Sprudel mit über 5 Meter Strahlhöhe über der Erdoberfläche erbost
* Paris, 9. März. Ein sensationelles Mat ch zwischen Degenfechtern soll am nächsten Samstag stattfinden, wozu sich, wie es heißt, 20 Teilnehmer gemeldet haben. Die Kämpfer werden mit nacktem Oberkörper und ohne Gesichtsmaske erscheinen. Der rOt deS Kampfes ist noch nicht befannt gegeben, um ein Eingreifen der Polizei zu verhindern.
* Pa r i s, 9. März. Der Untersuchungsrichter hat gegen hen früheren San fier Thorin einen Haftbefehl erlassen. Thor in, welcher zahlreicher Schwindeleien beschuldigt wird, wohnte unter falschem Namen seit längerer Zeit in Paris.
♦ Klagenfurt, 9. März. Seit SamStag herrscht ununterbrochen Schnee sturm.
* Newyork, 9. März. In einem Hotel in Leiter (Westvirginia) brachs gestern Feuer aus. Sechs Personen sind umgekommen, mehrere ttnbere beim Herausspringen aus den Fenstern verletzt.
Kunst und Wissenschaft.
Auf dem Balueotogeukougreß, sprach Dr. Pariser (Homburg) über die Diagnose des chronischen Da rm^ katarrhs. Unbedingt erforderlich ist die chemische Untersuchung der Kotmassen. Die Therapie soll tm wesentlichen eine diätetische sein. Der Vortragende erörtert diese Diatsonn sehr umständlich. Er unterscheidet eine Probediat als Vorbedingung für die Untersuchung der Kotmassen und eine darauffolgende Heilungsdiät. Bei der Probediät sind Gemüse unbebingt zu vermeiden. Eine derartig abgestuste Probediät ist als die Einleitung für die Heftdiät aufjii- sassen. Dr. Pariser schildert die durch ihn verbesserten Kotunter- suchungSmethoden ausführlich und resümiert sich dann dahin, daß sie für die Feststellung der Diagnose mehr leisten als die bisher gebräuchllchen. Der Vortragende ist der Ansicht, daß Mucin ein Bestandteil des normalen Kotes ist; diese Mucine-lSchleim-) Anwesenheit kann also nicht an sich als ein Sympton für Darmkatarrh angesehen werde,r. Dagegen gehören große glasige Massen dresr^ Schleimes als Beweis für einen vorhandenen Dickdarmkatarrh. Fn Rücksicht aus die vorgeschrrttene Zett und aus die Reichhaltigkeit der noch zu erledigenden Tagesordnung brach der Vortragende seine vielfach interessierende Rede über da§ praktisch so wichtige Thema ab.
Kandmirlschafl.
Professor Ruhtaud hat, wie dem „B. 2." mügeteilt mtrb, für sein neues statistisches Bureau das Interesse von Tutghebern des Handelstages, der Berlmer Handelskammer und des Verein. Berliner Getreidehändler zu gewinnen gesucht, ohne damit Er'olg zu haben. Die Idee Ruhlands, auf Grund der Statistck Prag» nosen zu stellen, ob Getreide besser zu kaufen oder zu verkaufen rft, begegnet in den Kreisen deS Handels Bedenken, bte auch Ruhland gegenüber in diesen Besprechungen zum Ausdruck gebracht wurden. ________________________________
Gerichlssaal.
Wilhelmshaven, 9. Marz. Das OberkrieaSgenchr beschloß t>en vom Kriegsgericht wegen Mordes zumT o de verurteilten Matrosen Kohler von der ,llo r e l e p* zur Beobachtung seines GeftteSzustandeS an eine Irrenanstalt zu überweisen. __________ ~ _
Kandel und Verkehr, yjlksiuirtrdjnft.
Vorschuß- utü> Kredit-Verein zu Friedberg, E. G. m. u. H. In 1902 stieg der Reingewnm von 64 271 Mk. aus 60 060 Mark, woraus wieder 7 pEt. Dividende troic tm V.» verteilt werden. Die Zahl der Mitglieder betrug bei Jahre-schluß 1166 (t. B. 1156) mit einem Guthaben von 614 819 Mk. (611535 *011.); bie Verbindltchkeften betrugen bet Jahresschluß rund 2 Mtll. Mk. (1,83 Mtll. Mk.), denen gegenüber an Baar und Bankmithaben 125000 Mk. 149 332,, an Esseklen 388119 Mk. (884 663 Mk.). an Lombard 101 266 Alk. (180 276 Mk.), an Wechseln 429 966 Mk. 289 448 Mk.) gegenüber,landen; die DebUoren betrugen W 1,71 Millionen ,Mk. 1,61 Mill.), roonmter sich auch bte Vorschüsse befinden. Die Reserven enthalten 208 000 Mk.
Faber und Schleicher, A. G. offenbach. Wte der „Frksr. Ztq." mitgeieilf wird, hat bie GcseUschait beschlossen, für 1902 von dem nach den Abschreibu.igen (44 669 -DIL auf bie Anlagen u.w 4250 Alt. auf die Dubiose) sich ergebenden Reingewinn von 12o6o^ ÜHf. (u D. 161 964 ML.) dem DelLriderssond ID 000 ML. w. u D,


