Ausgabe 
9.7.1903 Zweites Blatt
 
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zur

auch aus diesem (Gebiete der Kunst immer nur das Beste Lu bieten, abgegangen ist. In Fräulein Tilly Hinken

aus Dortmund lernten wir eine Sängerin kennen, die mit ihrem herrlichen glockenreinen Sopran, dessen Wohllaut sie durch verständnisvollen Vortrag und deutliche Aus­sprache des Textes wirksam unterstützte, einen großen Er­folg erzielte. Namentlich waren bie Arie:Welche Ladung für 5ic Sinne" und die Cavatine ,^Licht und Leben sind geschwächet", mit deren Vortrag sie das Publikum besonders entzückte und reichlichen herzlichen Beifall

Hilfe nötig zu haben".

" Wahlhumor. In Lich wurde gelegentlich bet Hauptwahl ein Stimmmzetiel mit folgendem Reim abgegeben: Wer mahlt Köhler, der macht en Fehler, wer wählt Krunim, erscheint mir sehr dumm; wer wählt Heyligen- st ä dt, der kriecht sein Fett.

§ Vom Oberwalde, 8. Juli. Erne Erinnerung an die jüngste Reichstagswahl enthält der Oberwald. . Dort steht auf kahler, einsamer Hochebene, hart am Wege, ein verlassener Motor, der jedenfalls der dort vor Jahren ln Angriff genommenen Torfausstecherei gedient. Aus dem geschwärzten Motor steht mit kräftiger Kreideschrift bie Mahnung: wählt Binbewald.

a. Friedberg, 9. Juli. Mit dieser Woche begannen am hiesigen Großh. Lehrerseminar die vierwöchentlichen S o mm er f er ien und zugleich hat bie erste Seminarklasse eine größere Ferienreise angetreten. An derselben be­teiligen sich nahezu alle Zöglinge in Begleitung dreier Seminar­lehrer. Sie fuhren am Montag morgen nach Eisenach, von wo der Wartburg ein Besuch abgestattet wurde, sodann ging durch das Marien- unb Annatal über bie hohe Sonne imch Ruhla, wo das erste Nachtlager genommen wurde. Der nächste SHorgen führte sie nach Halle, wo nach Berichtigung der Jranckeschen Stiftungen die Weiterreise nach Berlin an- getreten wurde. Der dritte Reisetag war für die wichtigsten I Sehenswürdigkeiten in Berlin bestimmt. Am heutigen Donnerstag geht die Reise weiter nach Stettin, von wo sie die größte und schönste deutsche Insel mit Stubbenkammer und Seebad Lohnen besuchen werden. Von Saßnitz wird bie Rückreise angetreten, wo abermals ein Tag (13. Juli) ver­weilt wird. Am 13. Juli fahren sie über Magdeburg nach Xl)ale, von wo es per Fuß über den Hexentanzplatz und Treseburg nach Alten-Brak geht. Der nächste Morgen führt sie nach Rübeland, Baumann- oder Hermann-Höhle, drei Annen über den Brocken. Nachdem sie in Wernigerode das letzte Nachtquarttcr genommen, führt sie der letzte Reise- tag über Heudeber, Gofflar, Seesen, Kassel, Elchen nach

Zeitlina" *

Blinder Hab und der Fanatismus des Klassenkampses haben dafür gesorgt, daß die. in Wort und Schritt an die Anhänger der Sozialdemotratie ergangene Mahnung, das hiesige jdleuiburgertuin d,e Rache der Parte, für den Wahlausgang ,uhlen zu lassen, nicht ohne Wirkung geblieben ist. Durch offene und flille B o n k o t ts hat man, zuni Teil leider mit Erfolg, versucht, be- ,anders die kteinen Geschäftsleute zu f ch adig e n, mdemman nut Drohungen und Versprechungen bie Arbinterkundschaft von allen Verdächtigen fernzuhalten sucht, Wir können allen bemcmgeii, die nun dasür gezüchtigt und geschädigt werben sollen, weil sie nach ihrer ehrlichen Meinung von ihrem gesetzlich verbürgten Stnnni- recht zu Gunsten unseres jetzigen Abgeordneten Gebrauch machten, bie beruhigende Versicherung geben, baß sich unverzüglich aus an­gesehenen hiesigen Rntbürgem ein Komitee bilden wird, bas es lich zur Aufgabe macht, benGeschabigten ober -Bebra l)t en chiii Rat unb Tat an die H an d z u g eh c 11, vor allem ba- Sa«. Fa > nvn 'Anil iiniaror i'H Al 1CV-

erntete.. ,,, , , I

ferner war in Gießen noch nicht bekannt der Tenorist I

Herr Wolf von ber Oper in Darmstadt. Auch dieser be­gabte Künstler verstand es, sein schönes Organ in vorteil-1 o----.--------------» ~ . r Ä-, - , haftefter Weise zur Geltung zu bringen. Er brachte gestern

sorge zu teU werben ließen. Sem Hoch galt ber Regierung ben ^wcis, baß er nicht nur ein guter Operntenor ist, k ^ rmif r>rfinfi firfi I br auch auf bem Gebiete bes Oratoriums sich mit

großem Geschick zu bewegen weiß. Als seine beste Leistung, die ihm ben größten Applaus einbrachte, möchten wir die Arie:Hier steht der Wandrer nun", bezeichnen. Eine an musikalischen Schönheiten reiche Etisemblenummer war bas Duett bes Lukas unb der Hanne:Ihr Schönen aus ber Stabt", bas gleichfalls lebhafte Anerkennung sand. Der britte Solist, bet seinen Partnern in keiner Weise nachstand unb gestern gleichfalls große Beifallsstürme zu entfesseln verstaub, war ber in Gießen längst vorteilhaft bekannte Herr Adolph Müller, der mit seiner herrlichen Baß- timme in seinen verschiedenen Solopartien, in «einem Duett | mit Herrn Wolf, unb in ben verschiedenen Terzetten mit Herrn Wolf unb Fräulein Hinken, seine große Sangeskunst wieber im vorteilhaftesten Lichte erscheinen ließ. Daß Chor unb Orchester Vorzügliches geleistet haben, ist bereits erwähnt. Einzelheiten anzuführen halten wir bei ber tadel­losen Wiedergabe aller Chöre und der Orchesterpartie nid)t für nötig. Die Zeit für bas Konzert war jedenfalls nicht günstig gewählt; sowett wir uns erinnern, finb diese Kon­zerte des akademischen Gesangvereins früher im ALai ab­gehalten worben. Jebensalls haben ddie Flucher be^

gestrigen Konzerts einen genußreichen Abend gehabt unb sicherlich hat jeder Freund guter Musik die T-unv^attebe* friedigt verlassen.r*

* Besitzwechsel. Dachbeckermeister Carlo kaufte das neben dem .Löwen' gelegene, Herrn Christian Schul- mcijcr gehörige HauS Neuenweg 30 zum Preise von 12 500 Mk.

** DieKracheburg" wirb, wie wir erfahren, nun­mehr enblich von der Bilbfläche verschwinden. Die Eigen- türiier, Gebe. Weber-Offenbach, haben bei der Bürgermeisterei einen Plan zu einem Neubau an ber Stelle des alten nieberzulegenben Hauses an ben Neuen Bäuen eingereicht, nach welchem in bem Stock zu ebener Erbe Läden geplant finb. Mit dem greulichen alten Kasten verschwindet wieber ein Stück Alt-Gießen, bem freilich niemanb eine Träne nach­weinen wirb. Das alte Haus bot besonbers in hygienischer Beziehung sowohl ivie auch beim Ausbruch eines Feuers eine eminente Gefahr.

* Deutsche Stuben ten auf bem Montblanc. Gin civis acadeiaicus Ludovicianae bat bie Güte, aus einem Briefe seines Freundes stub. jur. E. v. d. Leyen, einer ber sieben deutschen Studenten in Genf, die den bekannten Auf­stieg auf die höchste Bergspitze Europas unternahmen, uns einiges mitzuteilen. Danach ist jene Hochgebirgstour lange nicht so schlimm verlaufen, wie man es in alle Welt hmanstele- graphierte.Mitten in unserer sonst so schönen Tour", heißt es in dem Berichte,sahen wir uns plötzlich gezwungen, für einige Zeit Schutz gegen ein herannahendes Gewitter in einer Hätte zu suchen, wo allerdings fünf von uns durch einen Blitzschlag leicht verlegt wurden; es geht uns aber allen wie'der ausgezeichnet. Natürlich traten wir darauf hin bald unseren Rückmarsch an, jedoch ohne eine fremde

Friedberg. . t , , . ,

Büdingen, 8. Juli. Der Gememderat hat fast ein* stimmig dir Errichtung eines Elektrizitätswerkes beschlossen. Für den Schul hausneu bau sind 5303 Cuaöratnieter Fläche nötig. Die bett. Grundstücke enthalten 7398 Quadratmeter. Die 48 Besitzer sollen ersucht werden, ihre Anteile der Stadt zu verkaufen. Wird mit den Grund­besitzern ein Uebcreinfonunen nicht erzielt, soll alSbalb Lnt- eignungsverfahren folgen. Der Vorschlag des Bürgermeisters, bie Kanalisierung stückweise auszuführen unb mit Schloß­gasse, Neustadt unb Küchenbach zu beginnen, resp. 100150 I Tausenb Mark im nächsten Voranschlag dafür vorzusehen, findet in ber Stabt wenig Anklang. So ift beim bie Kanali­sationsfrage wieber vertagt worden.

Offenbach, 8. Juli. Der neugewählte Reichstagsabg. Dr. Becker hat erklärt, keinerPartel beitreten zu wollen, sondern sich alswild" einzutragen. Ferner erklärt er für langfristige Handelsverträge und Ausbau der Sozialpolitik einzutreten. Eine Folge ber jüngsten Wahlbewegung ist bie Gründung von Vereinen ber bürger­lichen Parteien, Neu-Isenburg ist bereits mit einem berartigen Beispiel vorausgegangen, inbem eine Versammlung einen dahinzielenden Beschluß faßte und eine Kommission nieder- fetde, die sich mit den nötigen einleitenden Schritten befaßte. In Sachen der elektrischen Bahnen im Kreise erklärte sich der Finanzminister Dr.Gnaut h einer Deputation der Stadt­verwaltung gegenüber bereit, die Konzession der Stadt zu erteilen. Die Stadt hat sich dagegen längstens bis zum 1. April 1904 zu erklären, ob sie bis zum 1. April 1906 die Strecke Langen-Sprendlingen-Jsenburg-Offenbach im Bau ausführen und in Betrieb setzen will.

Offenbach, 8. Juli. Wir lesen in berOffenbacher

denkbar beste Aufnahme. ES gab ein vorzügliches Abend­essen. Darnach mürbe eS bis in die 'Nacht hinein unter ben Abgeordneten sehr gemütlich. Daß die Politik nicht g a n z schweigen konnte, kann man sich leicht denken. Aber Worte von weittragender Bedeutung würben nicht gesprochen. Abg. Pennrich wurde einmal humoristisch als ,Tll)tteriedirek- tor" gefeiert. Ganz besondere Ehrungen erfuhr der greise Senior der Abgeordneten, M ö l l i n g e r, ber es sich nicht hatte nehmen lassen, auch mit auf den Hoherodslöpf sich zu begeben. Bezirkskassier Haas von Grebenhain hob hervor, wie gern und freudig bie Vogelsberger die Abgeord­neten willkonimen hießen. Er bedauere nur, daß sie nicht vollzählig hier geblieben seien. Mehr und mehr trat dann Fidclitas in ihr Reck)!. Morgen um halb 9 Uhr scheiden mir von bem gastlichen Ort. Weiter gehts dann nitt Wagen zunächst nach Crattiseld uiid Harttnannshain. Die Abgeord­neten, die in den beiden anderen Orten nächtigen, merbem sich morgen früh dazu hier mieber versammeln. Möchte bann bas Wetter etwas günstiger fein.

und der zweiten Kammer. Darauf erhob sich Geh. Re-1 gierungsrat Haas, um ber Stabt Schotten freundliche Worte zu widmen. Während alsdann der 2lbg. Weidner sich anschickte, des Landesfürsten zu gedenken, wurde ein amüsantes Getuschel ber sozialdemokratischen Ab­geordneten laut, bie sich um eine Einigung über ihr Ver­halten in dieser Sache bemühten. Schließlich blieben sie, als bie Tischgesellschaft begeistert in das Hoch aus den Großherzog einstimmte, allein sihen. Der Abg. Ulrich äußerte sich sehr unwillig unb gereizt über biesen Vorgang zu seiner 9cachbarsck)aft, bie sich ein Vergnügen daraus machte, chm ihre patriotische Gesinnung recht ein-

Ucber ben Aufenthalt in Salzhausen wirb uns von anberer Seite noch geschrieben:

Zunächst würbe ber ausgedehnte Park in Augenschein genommen, über ben nur eine Stimme ber Anerkennung unb Bewunderung laut wurde. Insbesondere sanden auch die von Geh. Obersorstrat Walther ins Werk gesetzten Reu^ schöpsungen und (Srmeiterungeii der Parkanlagen auf dem Rabenstein u. xl O. vielen Beifall. Zwar fmü die Neuanlagen noch im Werden, aber der Kundige ahnt bereits,was aus dem Kindlein werden wird". Die eingehende Besichtigung der verschiedenen Quellen, die sich hieraii anschloß, bringt uns hofsenttich die Ersüllung langsam gehegter Wünsche: die zeitgemäße Fassung und Ucberdachung der Trinkquellen. Bei dem Frühstück wirkten erheiternd die Aeußerungen einiger Abgeorditeten, die uns zeigten, mic unbekannt unser Bad nebst allen seinen Vorzügen selbst in ben maßgebenden Kreisen unseres Landes ist, und wie sehr es an ocr Zett ift, daß hierin Wandel geschaffen werde.Hier ist's aber ganz schön, jo der erste, ,chas hätte ich metn Lebtag nicht acqliiubt; ich dachte, Salzhausen das sei jo ein Winkel".

dringlich auseinanberzusetzen.

Es war 31/2 Uhr, als sämtliche Teilnehmer (außer Fi- uanzminister Dr. Gnauth und Ministerialrat Wilbrandt, die von Bad Salzhausen ans zurückgereist waren und einem Abgeordneten, bem in Schotten das Wetter zu schlecht wurde) zu Wagen sich aus ben Weg nach bem Hoherods- kops machten. 12 Wagen bewegten sich in ber Richtung nach Ulrichstein aus die Höhe, von ber man allerdings keine hübsche Fernsicht genoß. Ein kleiner Imbiß wurde auf bem Hoherodskops genommen, wobei Geh. Regierungsrat Haas bedauerte, batz die Witterung so schlecht sei und die 5-ofs- nuna aussprach, baß es morgen besser werben möchte. Be­sondere Worte des Dankes richtete der Geh. Regierungsrat Haas an Geh. Regierungsrat Schönfeld, ber die Reisegesell­schaft trotz der Ungunst der Wttterung au; die Höhe begleitet

img i einen ««dar! Ul Dffenbad) decke.-«. Es wird auch ein Land» ' aebilbel werden, um zu verhüten, datz durch blmb mutende Rach

sucht eine Anzahl schwächerer Existenzen vernichtet oder dauenn

aus MüM uni» Kanö.

Gießen, Juli 1903.

** Die Gemälde-Ausstellung, welche bekanntlich gegenwärtig mit einer kunstgewerblichen Ausstellung verbunden ist, ist nur noch bis zum 19. ds. Mts. geöffnet Ferner können wir noch mitteUcn, daß der Vorstand des Äunstverems beschlossen hat, den Besuch der gegenmarUgeu mt1 ^rad« der Ät Letinnfmi-«»öircv

Ausstelliing auch einmal ohne Erhebung von Eintrittsgcld - ic.^ ......x n.» ctnnb«

gestatten, unb ift dieselbe tommenben Sonntag, den 12. d. zum allgemeinen Besuch unentgeldlich geöffnet.

^a£e'_jUj bem Wege nach Erebenh-rin konnte natürlich wegen des Ziegenwetters von Bejichrigungen nicht,die Rede sein. Abends gegen 8 Uhrttas die ganze Gesell, chchtrn vir eben- harn ein, von wo ein Teil nach Lia n t e r b ach, ern anderer ch-ch Lrain,eld abzweiare, um dort. zu udernachten da in der jLiorte" in Grcbenyarn nicht alle lluterkunsl finden tonnren" Ticagrarischen Äbgcordncten" blieben, wie spater jiM. Löhler-^ngsvorf sich -uSdruckte, w ber ftrone, b« den Boaelsbergcr dauern. Ber it a r l s t r au ch, dem rrcssllchen Lrrt der Leone, fanden dieGrebenhainer" dre

z. Grebenhain, 8. Juli.

Trotz deS schlechttn Wetters, diuö unglücklicherweise gerade heute hereingebrock)en war, herrscht heute abend im Kreise der Zlbgeorbneten, die bie Reise in das entlegene! Gebttge gemadg haben, eine Munterkeit und Frische, die davon Zeugnis ablegte, daß das Ergebnis des 'Tag^s allen

Zufriedenheit gereicht.

Als heute morgen um 7.55 Uhr von Darmstadt der Extrazug mtt den Teilnehinem des Ausflugs abfuhr, war der Hunmel zwar bewölkt, ließ aber Schlimmes nichts er­warten. Man fuhr programmgemäß zunächst bis Bad-Salz- baufen, wo der Zug um 10.16 Uhr einlicf.

Bon der Großh. Regierung hatten sich angeschlofsen: Mnanyninifter Exz. Dr. Gn auty, dte Mimsterralräte Braun unb Wilbrandt, Geh. Obersorstrat Walter und Baurctt Schm ick. Folgende Ätttglieder der zweiten Kammer waren beteiligt: Ter 1. Präsident Geh. Regierungs- cat Haas, der 2. Präsident Dr. Schmitt, Schill, Diehl, Joutz, Euler, Ulrich, Cramer, Bert­hold, Orb, Sensfelder, Lang, Br ei m er, Häusel, Seelinger, Brauer, Erck, Braun, Pennrich, Möllinger, Rüppe r, Schönberaer, v_.r

Leun,Hauck, Bähr, Hirschel, Köhler, Molth an,l"^^efällt mir hier alles "jo gut, daß ich daran deute,! Dr. Frenay, Schlenger, Horn, Schmalbach, ^stes Jahr selbst zur Kur herzugehen" der zweite. Weidner, Korell, Roack; mitgefahren waren ferner Uni) j0 |ü.ßtc ein dritter der Herren hinzu,werde zwei Vertreter des Bureaus des Landtages. hweh dieses Jahr mit meiner Frau zum Kurgebrauch hierher

Der Ausenthatt in Bad Salzhausen war zwar ^mmen." Wir geben uns der zuversichtlichen Hoffnung hm, ^f)r kurz, aber er genügte, um die Herren mit ben Schön- cicu ^ie Zusicherung eines ber Laudtagsabgeordneteu hetten unb Sehenswürdigketten des idyllisck-en von allem erfüllen werde:Glauben Sie nur, unser Hiersein wird nicht Geräusch verschonten Badeortes bekannt zu mad)en. Unter | üeracb(id) sein, es wird für Salzhausen Früchte tragen." Führung von Geh. Oberforstrat Walter und Oberförster . ------- L ----

unb Badedttettor Cellarius wurde das Bad mit allen seinen Akademischer Hejangverem

Einrichtungen, das Kurhaus, die Cuellen, das neue Bohr- Gießen, 9. Juli.

h)d) u. a. genau besichtigt. Darauf wurde in der Halle im ou bebemenbftcn Tondichtungen Haydns werden

turgarten, die aus diesem Anlaß festlich geschmückt mar, erster Linie seine beiden großen Chor- und Orchester-

:in von der Großh. Regierung gespendetes üppiges Früh- werke, dieSck)öpsuug" und dieJahreszeiten" ge- stück eingenommen. Finanzminister Gnauth toajtete dabei ^ie Schöpfung hat vor einigen Jaheen in Steins aus Bad Salzhausen, das ,Lieblings-, mitunter auch ^^n eine musterhafte Ausführung erlebt, unb gestern, Schmerzeuskinb ber Regierung". Geh. Regierungsrat g gu(iz erfreute Herr Musikdirektor £$ aut mann Haas erwiderte mit einem Hoch auf die Regierung unb alle, un|cr [ c^cr allzu zal)lreich erschienenes musi- bie für bas herrliche Bad etwas übrig haben. Um Publikum durch eine Anfiührung der Jahreszeiten,

erfolgte die Abfahrt nack) Schotten, wo der Ertrazug umL^1 ber ec ^ufs neue ben Beweis erbrackste, daß er nicht 12.23 ankam unb unterwegs bie Verwunderung ber biederen ben akademischen Gesangverein vortrefflich geschult Vogelsberger erregte. Am Bahnhof Schotten hatten fühl hat, jonbern auch mit bem durch auswärtige Künstler ver- zum Empfang eingefunben Kreisrat Geh. Regierungsrat Märkten Orchester unseres Regiments vorzügliche Lestlungen Schoenfeld, Bürgermeister Kromm von Schotten unb anbere h^ten weiß. Haydns Jahreszeiten jmd ein "Werk, das Vertreter ber Behörden. Da heute gerade auch Ausmuster- |einein gI0^cll Reichtum ber versehiebenartigsten Entp- ung in Schotten stattfand, jo waren auch viele bünberge-Minbun.cn nlit überall sich zeigenben Älang- schnrückte Burschen am Bahnhof und das Auge des L'dwnliciten in ber Zusammenwirkung von Solisten, Ehor setzes, nämlich zwei Gendarmen, was von einem sozial-Orchester jeden begabten Dirigenten, wenn auch nicht demokrattjchen Abgeordneten beinahe falsch gebeutet_roor- öor einc ^hx schwierige, aber äußerst bankbare Aufgabe ben wäre. Nach ber An tuns t besichtigte man zunächst das Was Herr Musikdirektor Trautmann in bem ßeftrigen sehr sehenswerte alte Rathaus. Tann begaben sich bie ert geleistet hat, ist höchsten Lobes wert. Nicht nur Herren vor die Kirche, wo, mtt dem Hintergrund des alter- .-^uden Chor unb Orchester unter seiner bewährten Leit- tümlichen Rathauses, eine photographische Aufnahme ge- u,m aus ber Höhe künstlerischer Vollendung, auch in ber macht wurde, die sicher lebensvoll und stimmungskräftig der Solisten hat es sich aufs neue gezeigt, baß

ausgefallen ist unb ben Teilnehmern, wenn sie im Besitze unrer Dirigent bis heute noch nicht von seinem Grunbsatze, des Bildes sind, sicherlich ein nettes Andenken jein toirb. - - - - - ' - ------ --

Nach der Besichttgung ber Kirche ging man in das altrenom­mierte Gasthaus zur Post, wo in ben RÄtmen bes oberen Stockwerkes der Wirt Cellarius bas vorzügliche Fest-! mahl hergerichtet hatte. Tie Tafel war sehr geschmackvoll geschmückt, unb bas Menü äußerst reichhallig und gut: Französische Suppe, Forellen mit Butter, Tampfkraut unb Solberfleisch, Bohnen unb Zunge, Cervelatwurst, Gans­braten, Salat, Kompot unb Obst. Der Wein fanb auch all­gemeine Anerkennung. Bürgermeister Kromm erhob sich zuerst zu herzlichen Begrüßungsworten, mit benen er der Freude darüber Ausdruck gab, daß die Abgeordneten sämt­licher Provinzen nach Ober Hessen gekommen feien unb damit bekundet hätten, daß die Regierung und die Kammer gemeinsam bem entlegenen Vogelsberg warmherzige Für-

Ui MTni. Der Ministerpräsident Thoot-okiS erklärte dem datz er nur unter nnmenbung em ft er Maßregeln die Ruhe miede rh erstell en kimnte. In der Depittiertenkammelr teilte Thevtokis mit daß das Kab i n e t t die Demis­sion eingereid)t habe und diese vom )bi>nig angenommen {er Theowkis greift heftig die Opposition an, die er be­schuldigt. den gegenwärtigen Aufruhr veranlaßt zu Hoden. Der Präsident der Kammer hebt alsbald die Sitzung auf, worauf ein heftigeren m ult sich erhebt. Die ganze Opposttion protefriert, schreit und schlägt aus die Pillt- deckel. Einige Depiitterte werden handgemein. Ans den Tribünen nnrb geschrieen und gepfiffen. Rolles wurde mit der neuen Kabinettsbildung betraut

Ausflug der 2. SläudeUummer in deu Wogelsverg.

(priginalattilel desGieß. Anz.")

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