Ausgabe 
8.7.1903 Zweites Blatt
 
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Magdeburg, 7. Juli. Vom hiesigen Fußartillerie

bewacht.

«Budapest, 7. Juli. Der durch das Schaustück Leeping tbe leep bekannte Amerrkaner Brems ver­unglückte im Zirkus Sideli und dürste kaum den

Morgen erleben.

Budapest, 7. Juli. Zwischen den Redakteuren Fenyoe und Dr. Ballayi hat nachmittags ein Säbelduell slattgefunden. Fenyoe wurde schwer verwundet.

* In dem Seebade Heringsdorf ist im dortigen Warmbade Feuer ausgebrochen, das infolge von Kurzschluß entstanden war. Der Dachstuhl stand bald in Hellen Flammen. Im Innern der Badeanstalt explodierte ein Behälter mit Kohlensäure. (58 gelang bald, des Feuers Herr zu werden; der Badebetrieb ist nicht unterbrochen.

fördert und brr Beschluß gefaßt, außer dem Theater- Verein den Saaldau- und den Konzert-Verein zu einer gemeinsamen Mitglieder - General -Ver­sammlung ans einen Tag der nächsten Woche, vielleicht den Donnerstag, einzuladen zur weiteren Besprechung dieser Angelegenheit. Man vertrat, wie vor zwei Jahren, ein­stimmig die Ansicht, daß die Notwendigkeit zur Er­richtung emeS Theater- und Konzerthauses vorliegt, daß jetzt der richttge Zeitpunkt ist zum Beginn der Vor- arteiten, die zunächst in der öffentlichen Ausschreibung eines Wettbewerbes zu bestehen hätten, und daß die genügenden Mittel zur Ausführung dieser Vorarbeiten über­reichlich vorhanden sind. Oberbürgermeister Mecum führte u. a. ouß, daß der Tiefstand der wirtschaft­lichen Depression wohl im großen und ganzen über­wunden sei. Der zu erwartende Aufschwung würde sich freilich mt nächsten städtischen Budget noch nicht bemerkbar machen, aber für 1905 sei er wohl zu er­warten, und angesichts des 1907 zu fciernben UniversitätS- fubiläumS könnte dann vielleicht nach zwei Jahren der Bau in Angriff genommen werden. Man veranschlagt seine Kosten aus etwa 700- bis 800 000 Mt.

Eme interessante Mitteilung machte im Lause der De­batte der Herr Oberbürgermeister. Ihm sind kürzlich von einem hiesigen Herrn 30000 Mk. zur Verfügung gestellt worden zur inneren Ausschmückung deß alten Schlosses, und er erlangte gleichzeitig von diesem Herrn die Zusicherung, daß durch diesen Betrag seine pekuniäre Unter- stützung deS Theaterbaueß keineswegs beeinträchtigt würde.

Aus Einzelheiten kommen wir noch in einem zwecken Artikel zurück.

Aus und Land.

Gießen, 8. Juli 1903.

♦♦ Provinzialausschuß. Wie alljährlich, so be- giniten auch in diesem Jahre die Ferien des Provinhtctt- ausschusses der Provinz Oberhessen am 15. Juli und endigen am L September.

** Omnibusverkehr. Don morgen ab verkehren die Wagen wieder durch Walltorstraße, Bahnhofstraße und

"Wien, 7. Juli. Aus Kroatien werden neue Un­ruhen gemeldet. An der hölzernen Eisenbahnbrücke bei Zlatar-Bistria wurden die Balken durch Bauern durch­gesägt. Telephonstangen wurden umgeworsen. Der Frevel wurde rechtzeitig entdeckt und Militär entsandt. In Zlatar werden die öffentlichen Gebäude tags und nachts militärisch

Es wäre wünschenswert, wenn die Ortsgewerbe- und ähn­liche Vereine sich diesem Verbände anschließen würden. Bei der Wahl des Ortes für die nächstjährige Hauptversammlung wurde Gießen bezw. F r i e d b e r g in Aussicht genommen und der Vertreter ptes Kaufnr. Vereins Gießen, der auch zugleich dem Ausschüsse kooptiert wurde, gebeten, mit den zunächst yt Betracht kommenden Vereinen in Gießen und Umgegend in Unterhandlung zu treten und in einer im Herbst dieses Jahres stattsindenden Ausschußsitzung Berich» zu erstatten. Das durch den Verband an geschaffte Skiopti- ton wurde am Schlüsse der Versammlung durch Llektrotech- niler Fr Koch aus Griesheim vorgeführt. Der Apparat, der leicht zu bedienen ist, wird den Vereinen gratis zur Verfügung gestellt. Gin Festmahl, während dessen manch schöne Rede gehalten wurde, hielt die Iosttellnehmer noch längere Zett zusammen.

Worms, 6. Juli. Der Großherzog hat, einer Einladung des hiesigen Altertumsvereins Folge leistend, seinen Besuch am ersten Tage des AnthroPologen- Kongresses in Aussicht gestellt, um der Eröffnungs­sitzung und den Ausgrabungen römischer und fränkischer Gräber beizuwohnen.

Marburg, 7. Juli. Das Korps Na s so via veran­staltete heute morgen einen komischen Aufzug durch verschiedene Straßen der Stadt. Ein Korpsbruder war zu Karzer verurteilt worden, und so gab ihm das Korps auf jcinem schweren Gangenach Canossa" das Geleite. Aus einem von zweck Kühen bespannten Wägelchen stand ein riesiges mit Eichenlaub bekränztes Jauchefaß, auf dem der Delinquent" thronte. Aus einem Leiterwagen folgten die Korpsmitglieder, die chn barhaupt und weinend die Trep­penstufen des Universitütsgebäudes hinan begleiteten. Der Gedanke an das Beileid der Kommilitonen wird dem Ver-

Gerichlssual.

Gießen, 7. Juli. Strafkammer. Die Frau Sattler- meister K. E. aus Grünberg stand heute vor der Strafkammer weaen Verleitung zum TI eine ib angeklagt. Sie sollte vor dreivlertel Jahren auf öffentlicher Straße in Gegenwart mehrerer Personen den Versuch gemacht haben, einen jungen Mann zu be­stimmen, in einem Alnnentationsprozeß, der im Interesse des Kindes ihrer Stieftochter schwebte, zum Nachteil des Beklagten etwas zu verschweigen. Der Gerichtshof sprach nach Anhörung einer langen Reihe von Zeugen die Angekagte a nt Antrag des Staatsa walts frei und legte selbst die entstandenen Kosten für den Verteidiger der Angeklagten der Staatskasse zur Last. Das Urteil wurde damit begründet, daß nicht nur der Zeuge, mit dem die Anklage stehen oder fallen mußte, einen schlechten Eindruck auf das Gericht machte, sondern weil dieser in zwei Punkten seinerAussage durch das übereinstimmende Zeugnis zweier anderer Zeugen überführt sei, die Unwahrheit _ gesagt zu haben und weil es außerdem nach Ansicht des Gerichts nicht gut denkbar ist, daß Jemand eine Verleitung zum Meineid auf offener Straße in Gegenwart von Personen vorzunehmen wagen wird, da die Zeugen ja jedes Wort, welches zu diesem Zwecke gesprochen wird, hören müffen.

Mainz, 7. Juli. In der B e l e i d i g u n g s k l a g e gegen den Pfarrer S ch ö n h e r r von Sprendlingen ick vor der Straf­kammer das Urteil verkündet worden. Ter Angeklagte wurde chuldia befimdeli der wörtlichen Beleidigung (§ 185), der Be- i leldiaung durch Benutzung der Presse (§ 186), begangen am b. Oktober 1899, 5. Januar 1900, 11. Januar 1902 und 29. Januar 1902. Wegen des letzten Falls wurde auf eine Geldstrafe von 100 Mk., eventuell zu 20 Tagen Gefängnis, wegen der drei anderen Fälle aus drei Geldstrafen oon je 50 Mk. oder je 10 Tagen Ge­fängnis erkannt. Außerdem hat der Verurteilte die Kosten des Verfallens nnb der Urteils Veröffentlichung, sowie die dem Steven- klüger, Bürgermeister Hoffmann in Sprendlingen, erwachsenden Ausgaben zu tragen. r . .. ,. m m .

' Dassel, 7. Juli. (Prozeß Schmidt.) Ber Begmn der heutigen Verhandlung wurden von dem Vorsitzenden die freit Ge- | sthworenen vorliegenden Schuttffragen ausgestellt entsprechend den

dem Brandplatz zurück. Der Schaden ist ganz enorm, doch ist nur einer der Abgebrannten nicht versichert. Auch zahl­reiches Kleinvieh ist mckverbrannt. Die Aufregung im Ort über die Katastrophe ist groß. Befriedigung herrscht nur da­rüber, daß fern Schaden an Leib und Leben der Mitbürger zu beklagen ist. (F. S. A.)

Mainz, 7. Juli. Durch euren unglücklichen Zufall leerte sich gestern auf dem Castelhun'schen Kohlenlager am Zollhafen der Kasten an dem Krahnen, der mehrere Zentner trug, und der ganze Inhalt stürzte auf den unten arbeitenden verheirateten Tatzlöhner Engelbert Stein­häuser von hier, der bewustlos zusammenbrach. Der Verunglückte, der eine gefährliche Verletzung am Kopfe und einen Schenkelbruch erlitt, kam ins Rochushospttal. Gestern abend glitt die 15 Jahre alte Tochter des ^apezrers Jakob Leicht, welche sich in der Begleitung ihrer Mutter befand, aiTf dem Rand des Trottoirs so unglücklich aus, daß sie schwer mtt der Stirn auf der Steinkante aus­schlug und bewußtlos in ein benachbartes Haus getragen werden mußte. Die Aerzte veranlaßten die Ueberführung der Schwerverletzten in das Rochusspital. Die Erregung jocc Mutter war so furchtbar, daß sie einen Schlaganfall erlitt, der den sofortigen Tod herberführte. (M.Tgbl.)

v. Großgerau,6. Julr Gestern fand hier die Haupt­versammlung des Verbandes Mittelrhein. Volks­bildungsvereine auf Einladung des Ortsgewerbe- Vereins Großgerau unter zahlreicher Beteiligung statt. Der Kaufmännische Verein Gießen, als Mttglied des er­wähnten Verbandes, hatte ebenfalls einen Vertreter ent­sandt, was fettens des Verbandsvorsitzenden Dr. Mutter aus Wiesbaden besonders begrüßt wurde, da Oberhessen bis jetzt noch nie einen Delegierten zur Teilnahme an den Verhandlungen entsandt hat. Der Verband besteht znrzett aus 31 Vereinen, die mit wenig Ausnahmen auch ver­treten waren. Um 11 Uhr eröffnete der Vorsitzende dre | .hauptversarnmlung und gab der Freude Ausdruck, daß die! Äersammlung so zahlreich besucht sei nrrd erne besondere Würdigung durch die Anwesenheit des Herrn Taess, Ge­neralsekretär der Gesellschaft zur Verbreitung von Volks­bildung in Berlin, erhalte. Aus den recht rntcressanten Verhandlungen sei hier nur hervorgehoben, daß, dem Aus- schußantrage entsprechend, von der Versammlung beschlossen wurde, derRickert-Stiftung" zur Begründung von Volks- bibliotheken in wenig bemittelten Gemeinden einen Beitrag von ]«<) Mk. zu überweifen. Weiter wurde beschlossen, .üi An sch af jung und möglichste Verbreitung der Mes- V .. UCr Volksbücher AU sorgen und dieselben den Volks- reinen wenig bemittelter Gemeinden durch sog. Wanderbibliotheken zugänglich zu machen. Es ist dies ein Bostrcbcn, das jeder Ge-itdrte mtt Fre-nden begrüben mnh.

s. Leihgestern, 6. Juli. Wie wir schon kurz mit* geteilt haben, sind am 1. Juli 25 Jahre verflossen, seit das Rittergut Neuhof von dem jetzigen Besitzer Karl Müller angekauft und in Selbstbewirrfa-aftung genommen wurde, und der vergangenen Samstag aus diesem Anlaß eine Gedenkfeier veranstattete. Wir erhalten darüber noch folgende Mittettung: Am Samstag, nachdem das von der Gutsherrschaft gespendete Mittagsmahl eingenommen war und die Jestteilnehmer sich in der Festhalle erquickt halten, begaben sie sich in den angrenzenden Eichenwald, wo photo­graphische Aufnahmen gemacht wurden und Jugendspiele stattfanden. Alwnds nach 6 Uhr bewegte sich der aus ca. 80 Personen bestehende Festzug unter Vorantrttt eines Musikkorps, wobei die vier Mttjubilare des Herrn Müller, Verwaller Schuchard, Brennmeister Winter L, Herrschasts- ttrtscher Schneider und Hofmeister Winter und dann das übrige Personal und in dessen Mitte der Jubilar mit Fa» mitte folgten, nach der Festhalle. Hier ergriff Gartner Werner das Wort und in kerniger Ansprache hob er die Verdienste des Jubilars nach verschiedenen Seiten hervor, wobei er u. v. a. erwähnte, wie er durch Erbauen gesunder Wohnungen, alle mit schönen Garten versehen, und durch Gründung einer Arbeiterkolonie sich das Wohl seiner Unter­gebenen angelegen sein läßt. Wett über Hessens Grerize hinaus seien auch die selbstgezüchteten edlen Reitpferde des Jubilars bekannt. Mit einem Hoch auf den Jubilar endete der Redner. Nachdem durch Frl. Ottttie Schuchard eine von dem Personal gestiftete Gedenktafel überreicht worden war, ergriff Verwalter Schuchard das Wort und gedachte in warmen Dorten der Eltern, der Gemahlin und der beiden Töchter des Jubilars. Hieraus dankte Herr Müller hoch­erfreut und hob in launiger Rede die Verdienste der Mit- jubilare und des übrigen Personals hervor. Bald ent­wickelte sich eine fröhliche Stimmung, wo kurz darauf der Tanz folgte. Nach dessen Beendigung überreichte der Jubilar jedem Einzelnen ein Geschenk und knüpfte zugleich daran die Mittettung, daß dieselbe Höhe des erhaltenen Betrags den Mitgliedern auch in die Alterszulagekasse eingelegt werde, bezw. das im Herbst austtetende Personal denselben bar erhalte. Die Gemeinde Leihgestern ehrte den Jubttar ebenfalls. Sonntag aegen halb 4 Uhr begaben sich die Gesangvereine Eintracht und Liederkranz, der Krieger- und Turnverein, Dekan Strack, sowie die Mitglieder des Orts-, Kirchen- und Schulvorstandes und des Gemeinderats vor seine Wohnung. Dekan Strack gedachte hier in warmen Worten der großen Verdienste des Herrn Müller, welche er sich um das Wohl der Gemeinde Leigestern erworben habe. Der Bürgermeister teilte dem Jubilar die Ernennung zum Ehrenbürger der Gemeinde Leihgestern mit Herr Faber überreichte ein vom Gesangverein Eintracht und dem Turn­verein gestiftetes Ehrendiplom, Frll Strack überreichte einen Blumenstrauß. Dann folgten verschiedene Liedervorträge der beiden Gesangvereine. Herr Müller dankte tief gerührt Zum Schluß begaben sich alle Anwesenden nach der Jest- challe, von wo sie nach erfolgter Erquickung in derselben Ordnung wie sie gekommen waren, den Mckweg antraten. Jedem Teilnehmer wird die schön verlaufene Feier lange in Erinnerung bleiben.

^.Bermuthshain, b. Juli. Als am 2. Juli ein Obiger Mann aus Bermutsham Heu einfahren und seinen leeren Wagen besteigen wollte, gingen die Kühe durch, wodurch er im Leitseil hängen blieb und eine Strecke ge­schleift wurde. Er zog sich solche Verletzungen zu, daß der Arzt zugezogen werden mußte.

R B. Darmstadt, 7. Jult Obwohl die Neuwahl für die beiden Darmstädter Landtagssitze noch in ziemlich weiter Ferne liegt die Regierung beabttchtrgt, den Wahltermin wegen der jetzigen ungünstigen Jahreszett erst für den September anzuberaumen beginnen dre So^ialdemokrateu bereits, sich ^wieder kräftig zu rühren Wie in der heutigen Kammer,itzung erzählt und von mehreren Abgeordneten auch bestätigt wurde, hat der sozialdemokratische Parteivor stand ben hie- Lm Freisinnigen ixm Vorschlag z<r «»em Wahl- Lomprorniß gemacht, der auf dem A'MSiP vonMeme Tante, Derne Tante" beruht. Die Sozra.demokratcn »vollen einen der beiden frühereu fr elf innigen Kauoldalen *un ter stütz en, wenn ihnen dafür der z w e r t e n r b t a n e f üb erlassen wird. Und sie wollen )id) auch den Freisinnigen, den sie unterstützen würden, naey ihrem (Geschmack aussuchen, und da Herr ^angen gelegentlich oer Reichstagswahlen einige scharfe Wrwte uver

die Sozialdemokratie gebraucht hat, so erklären fic rund­weg, daß sie diesem nicht ihre Stimme geben würden. Der Vorstand der freisinnigen Partei verspürt aber bisher wenig Lust, auf diese ,Fvmp-romißvorschlliae" der Herren Sozi emzugehen, hat vielmehr eine nähere Berhandlmrg auf dieser Baiis ab gelehnt , r ,

Darmstadt, 7. Full. Das Musizieren bei offenen Fenstern betreffend erläßt das Großh. Poli­zei a m t wiederholt die nachstehende Bekanntmachung: Da sich bei Eintritt der heißen Jahreszett die Klagen über Musizieren, namentlich Klavierspielen bei offenen Fenstern, wieder mehren, sehen wir uns veranlaßt, die hiesigen Eintvohner zu ersuchen, zur Vermeidung polizei­lichen Einschreitens während des Musizierens die Fenster geschlossen zu halten." Dazu schreibt dasD. Tgbl.": So dankbar man dem Polizeiamt für diese Bekanntmach­ung sein muß, so läßt sich doch nicht verhehlen, daß bei der Art und Weise, wie hier die Aufsicht gehandhabt wird, die Maßregel wirkungslos bleiben muß. Statt einfach die Schutzmannschaft anzuweisen, überall da, wo bei offenen Fenstern musiziert wird, sofort einzu- ch reit en bezw. auf das Unzulässige dieses Tuns hin­zuweisen, geschieht dies in der Regel nur da, wo die Nach­barschaft bei der Polizei persönlich Klage führt Es ist aber nicht jedermanns Sache, nach der Polizei zu laufen und um Hilfe zu bitten, manchen hält auch die, hier recht übel angebrachte Rücksicht auf die rücksichtslos musizierende Nachbarschaft von einer solchen Klage ab, und das Ergebnis ist es wird fortmusiziert

Im WahlkreiseOfsenbach- Dieburg haben sich die durch die letztverflossene Reichstagswahl besonders tark erregten Gemüter noch keineswegs beruhigt, vielmehr werden gerade jetzt erst in vielen Orten die letzten Konse- --------

quenzen dieser Wahl für das Gemeinde- und Vereinsleben urteilten wohl über die schwere Zett der Haft hmweghelfen. gezogen. Wie in Offenbach selbst, so boykottiert man (Hess. Ldsztg.)

auch, wie von auswärts gemeldet wird, in den Land- Frankfurt a. W., 7. Juli. Die demokratische gemeinden vielfach die politischen Gegner, sowett diese als Partei hat gestern abend zur Landtagswahl die Wieder- Geschäftsleute bisher nicht schon eine bestimmte Stellung aufstellung der bisherigen Abgg. Oeser und Funk zu der einen older anderen Sette eingenommen hatten, beschlossen.

Sehr stark zeigt sich die große Kluft nun aber hauptsächlich Kleine Mitteilungen aus Hessen und den im Dereinsleben. In den meisten Orten des Rodgaues Nachbarstaaten. In Bin gen wurde die Leiche eines cheiden sich gegenwärtig in den Krieaer-, Gesang- und im Alter von vielleicht zehn Jahren stehenden Knaben im in bereu Vereinen die Mitglieder nach oer politischen Ge- Rhein geländet Die Leiche hatte nur ein rotwollenes, innung. Allgemein hort man, daß namentlich aus den schwarzkarriertes Halstuch mit weißer Schnur um die nriegervereinen die sozialdemokratischen Mitglieder frei- Hüften gebunden. Demnach ist der Junge, dessen Her- wilttg audtreten oder nach den Statuten derHassia" aus- fünft noch nicht festgestellt werden konnte, beim Baden geschlossen werden. Ebenso ergeht es in den Gesangvereinen, ertrunken. Seitens der Provinzialdttektion Rheinhessens Leider geht manchmal diese Sck)eidung, die doch wohl nicht in Mainz wird bezüglich der Erbauung der neuen Rhein- ieidit vermieden werden kann, nicht ohne ernstliche Stör- drücke bekannt gegeben ,daß nunmehr auch mit der Ein­ungen des Friedens ab. rüstung der rechten Seitenöffnung im Kasteler Stromarm

Seligenstadt, 7. Juli. In der letzten Nacht wurde begonnen und hierdurch bis zur endgtttigen Freigabe der Scliaenstadt von einer Feuersbrunst heimgesucht, wie sie linken Seitenöjjnung in diesem Sttomarme, weiche vor- seit svienschengedenken nicht mehr erlebt wurde. Ein unge- aussichMch am 20. 2»li erfolgen durfte, die seither der Urer Brand hat ein ganzes Stadtviertel memember ^N°h^ur V^fugung^ehenoe

ältesten und dicht bewohntesten Quartiere m Asche gelegt. ^em Basteler Stromarm wird daher bis auf

2 6 Familien haben ihr Obdach verloren, 16 HauS- ^eiterck^ für Schleppzüge mit mehr als einem Schisse im und Gebäudeeigentümer stehen an dem Grabe ihrer Anhang und für Fröße die Durchfahrt durch die Brücken- Habe. 13 Scheunen und 9 Wohnhäuser sind ein Raub Baustelle gesperrt.

der Flammen geworden. Es war in der Nacht kurz vor 1 -----

Uhr auf dem Festplatz, wo gerade die Nachfeier zum y Vrini|Ujlto»

Turnfest stattfand, tönte noch ftoher Schall als plötzlich Ingelheim, 7. Juli. In der letzten Nacht ist von der dumpfe Ruf der Feuerglocke in das frohe Treiben hinein- dem hier durchfahrenden D-Z u g e infolge Achsenbruchs schallte. Ein heftiger Südwestwind sachte den Brand zu un- die Maschine entgleist. Der Packwagen suhr m den

3»8LL SteÄf&SÄw ein großes ^euermeer. Die Flammen schlugen hoch zum $ Ieid)te Verletzun gen am Kopfe.

Himmel empor und der Wmd^ tneb cue Feuergarben weck . Magdeburg, 7. Juli. Vom hiesigen Fußartillerie- über den benachbarten Main hinüber. Der Feuerherd erstreckte s^efi,men| NH ein im ersten Jahre dienender Kanonier sich auf das ganze Gebiet zwlfchen der großen^RathauSgaffel » ssen. Ein Gemeiner ist desettiert.

einerseits und der Römergaffe andererseckS. Große Hmder- ll. - - - - * "c -----

niste setzte den Anstrengungen der Feuerwehr der herrschende Wastermangel entgegen, ferner die Enge der Gäßchen und die furchtbare Glut, welche eine Annäherung an den Brand­herd fast unmöglich machte. Um 7 Uhr früh war die Wut des BrandeS gebrochen und die auswärtigen Wehren konnten wieder abrücken. Die Seligenstadter Wehr blieb noch auf