Nr 235
Erschein« «Sgltch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessische« Landwirt die Siebener Kamillen» blätter viermal in der
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A<rnsprechanschtuß Nr. 51.
Erstes Blatt.
Mittwoch 7. Oktober W03
153. Jahrgang
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW
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Are StvrmgtstLerr.
Wohl, dem, der seiner Väter gern gebentt! Mehr als ein halbes Jahrhundert ist dahin gegangen, seit das Sehnen der Vesten Söhne des Vaterlandes nach Einheit und Freiheit der Verwirklichung nahe schien. Sie ruhen nun in kühler Gruft, w-eitauS dre Meisten, die den Völkerfrühling erlebten: vermodert sind die Gebeine der Märzgefallenen; he im gegangen ist einer nach dem andern, die in edler Begeisterung gestritten und gelitten hatten; nur wenige Blutzeugen sind noch, übrig, die ihren Söhnen und Enkeln von dem Ernst und der Reinheit ihrer Absichten erzählen können, von dem Jubel über den Sieg des Volkes, von dem Reif, der auf ihre Hosfnurrgen fiel, von der Verfolgungs- sucht einer rücksichtslosen Reaktion. Jeder Fortschritt, den die deutsche Nation in der Gesetzgebung und Verwaltung gemacht hat, führt auf das Jahr 1848 zurück. Ohne das „tolle Jahr" hätte es kein Sedan gegeben, kein Deutsches Reich, kein Kaisertum. Es ist manches anders geworden, ccks unsere Altvorderen dachten; aber das Neste, was erreich^ ist, haben sie gewollt, erstrebt, zu ihm den Grund- steiu gelegt, den Samen gestreut. Und dessen in Anerkennung, sn Dankbarkeit zu gedenken, ist eines gebildeten und gejilleteu Volkes würdig.
Und was hat Hermann Sudermann, der Sohn des Volkes, der Landsmann des alten 1848ers Wilhelm Jordan, aus den alten Stürmern gemacht, er, der Ostpreuße, aus den Ntänneru seiner Heimat?'In Ostpreußen wurde nach dem Zusammenbruch der Monarchie die befreiende Gesetzgebung geboren; dort walteten ein Ober- präsident von Schön, ein Schulrat Dinter ihres Amtes; dort gab der Huldigungslandtag den Anstoß zu der liberalen Bewegung; dort lebten echte Welleute, die, -ohne nach oben oder nach unten zu blicken, nur ihrem Gewissen folgten und die'Mittel zum Bau der Ostbahn, den oie Provinz .unb sie selbst ersehnten, verweigerten, weil nur eine verfassungsmäßige Volksvertretung sie bewilligen dürfe. Weiß Hermann Sudermann nichts von der Flugschrift „Woher, wohin?", nichts von den „Vier Fragen", nichts von dem brausenden Sturmgedichte „Glocke und Kanons Jordans, nichts von desselben Poeten innigem patriotischem Gedichte Ostdeutschland"? Jacoby,Rupp, Walesrode,Bur- dach, von Saucken, das waren Namen, die in Ost- preußen hellen Klang hatten. Und Sudermann hat chres ihres Geistes keinen Hauch verspürt? Ec kennt nur „Sturmgesellen", die Geheimbündelei treiben, Todesurteile schreiben, bei jeder eingebildeten Gefahr zusammenknicken und schließlich gar mit einem Ordenskreuz liebäugeln. Seine soeben bei Cotta erschienene Komödie ist ein Tendenzstück, und seine Narren sollen die 23ertreter eines Zeitalters sein. Aber jede dieser Gestalten ist ebenso unwahr wie die Schilderung der Zeit und ihres Geistes. Sudermann kennt weder die Männer, wie sie 1848 wirkten, noch wie sie 1877 geworden waren. Die Tilsiter Kellnerin freilich, oie kennt er aus seiner Pennälerzeit, sie hat er verstanden und glaubhaft gezeichnet.
Die Achllurdvierziger, wer sie nicht mit eigenen Augen geschaut hat, sollte aus der Geschichte wissen, was sie gewesen sind; da ist Waldeck, der Schöpfer der preuß. Verfassung, der das Gefängnis mit den Worten verließ: „Mitbürger von Berlin, diese Hände sind rein". Er war jo wenig Geheimbündler, daß er nie auch nur einem Klub angehörte. Da war Franz Ziegler,'der um sein Amt gebracht, in den Kerker geworfen, ins Ausland, ins Elend getrieben wurde. Da waren Rimberte und Tausende, die ihre Siebe zur Freiheit und zum Deutschtum mit schweren Strafen büßen und das Brot der Verbannung essen mußten. Und ein deutscher Schriftsteller, dec auf der Linken zu stehen meint, der gleich Jordan in der Linken seine Sporen -verdient hat, macht die Achtundvierziger zum Kindergespott, zu Trägern ihrer Ideen Idioten, die seit den fünfziger Jahren bis 1877 geheim Revolutionsspielerei treiben und ein Archiv bewahren, worin sich folgendes Dokument findet: „Durch heutigen einstimmigen Beschluß ist der Landrat v. Grabowski wegen gemeiner Spionage, wegen lügenhafter Derruuziation und volksverräterischer Umtriebe zum Tode verurteilt worden. Dieses Todesurteil ist im Falle einer Volkserhebung unverzüglich re." Und daran sollten ein Ober
lehrer, ein zuletzt zwar polternder, aber mäßig verständiger Frecherr, ein im Geheimen Schinken essender Rabbiner mitgewirkt haben? Und diese Sturmgesellen sollen, als sie Entdeckung fürchten, das „Archiv" unter dem Bett einer verbuhlten Kellnerin verstecken, nicht es verbrennen? Und das <llles int Jahre 1877?
Freilich, Sudermann schreibt eine Komödie", darf Karikaturen zeichnen und das Unmögliche möalich machen. Er will aber doch wohl, daß man an die Kinder seiner Phan- taste glaube; er redet durch sie in tönenden Worten zum Volk, er will ein Urteil über die Vergangenheit fällen, will für die Zukunft den Weg weisen, in politischen, nationalen und sozialen Fragen, auch in dem Streit um den Antrsemitismus. Durch den Mund des Rabbi löst er die „Judenfrage"; durch dessen Sohn glaubt er die „Kehrseite der Medaille" zeigen zu müssen. Also, der Studiosus Mar- kuse wurde 1877 in keine Burschenschaft ausgenommen, weil er Marknse hieß, und auch nicht in die Königsberger Arminia, die wirklich just in jenem kritischen Jahre sich in ein Korps verwandelt hat. Mer daß ein vorlauter siecher und feiger Bursche, wie ihn Sudermann schildert, in keine Verbindung aufgenommen zu werden verdiente, ob Burschenschaft, ob Korps, ob er Markuse oder Müller hieß, wird jedermann nur berechtigt finden. Der Antisemitismus spielt dabei keine Rolle, und von der Gesinnung der Studentenschaft von 1877 weiß Sudermann so wenig wie von den Gesinnungen und Taten der Achtundvierziger. Es gab dazumal, wie die „Voss. Ztg." erinnert, recht viele jüdische Mitglieder sowohl in Burschenschaften wie in Korps, und gerade in Königsberg kannte man keine konfessionellen Unterschiede. Allerdings kannte man dort auch nicht mehr jene politischen Gegensätze zwischen Burschenschaften und Korps, in denen der „Sturmgeselle Sokrates" angeblich lebte, ohne Au wissen, daß seine eigene Verbindung, deren schwarz-rot-goldenes Band er getragen hatte, inzwischen Korps geworden war. Wie lächerlich sucht Sudermann die schwarz-rot-goldene Begeisterung zu machen! Unb wie billig ist der Spott über Ideale, die er überwunden hat! Hier ein Kompliment vor den Station al en, dort eins vor der Sozialdemokratie, und dazwischen Hohn für die Achtundvierziger als eine Ebenso alberne wie charakterlose Gesellschaft. ;
Nicht nur unterhaltend soll diese Komödie fein, sondern lehrhaft, an der Verkehrtheit der Menschen die Verkehrtheit einer politischen Richtung bartun. Verkehrt aber erscheint dem Unbefangenen Leser nur Aldermanns Auffassung der Bestrebungen, deren Zerrbild er zeichnet. Er tut, als ob die Achtundvierziger sich über die Sedanfeier entrüsteten. Wo hat er diese Entrüstung beobachtet? In Tilsit? Und 1877? Es hat tausende Achtund vierzig er gegeben, die, ohne ihre alten Gesinnungen zu verleugnen, am Sedantage die Fahne hißten, ob sie fchwarz-rot-gold ober schwarz-weißrot war. Tenn Seban war bie Grsüllung ihrer Jugendträume; wenigstens ein Teil chres Sehnens war Wirklichkeit geworben. Unb sie hofften. 1877 mehr als später, daß unter bem Scheffel auch das Licht der Freiheit nicht bei> borgen bleiben werde. war die Zeit des Kulturkampfes, als Bismarck selbst dem Achtundvierziger Virchow öffentlich Dank für die Unterstützung seiner Politik sagte. Wie die Achtundvierzig er, die Sudermann in den Sturmgesellen dem Gelächter preiszugeben sucht, in Wahrheit dazumal dachten und fühlten, könnte der Dichter, der einst siei- f inniger Zei tuns schreib er war, aus der Rede lernen, die Franz Ziegler an seinem siebzigsten Geburtstage hielt. Das war vier Jahre vor dem Zeitpunkt, wo die Sturmgesellen bie Katastrophe ereilte. Damals, so erinnert heute das genannte Berliner aliliberale Blatt, jagte der Volksmann, der auch ein Dichter war:
„.....Ich lasse gern und dankbar mrseren Fürsten
ihr Verdienst, und vor allen Dingen bin ich gewiß der letzte, der seinem engften Lcmdsmanne, unserem ersten Staatsmanne, dem Fürsten Bismarck, seinen Ruf verkümmern will. Ich kann chm zwar nicht zurufen wie Heinrich dem Percy: „Und alle Ehren, auf dem Helm Dir sprießend. Ich flechte sie zum Kranz für unser Haupt", aber ich kann sagen: Recht viele der Blumen, die auf den Helm Dir sprießen, könnten wir zum Kranze für uns pflücken. Denn sie sind seit beinahe zwei Menschenaltern
durch uns gepflanzt, gepflegt, mit unserem Blute gedüngt, mit unseren Tränen, unserem Schweiße befeuchtet. Ehre dem Manne, der erkannte, es ist an der Zeit, Ehre allen, welche das Volk als die alleinigen Vollbringer seiner eigenen Arbeit hochhält; wir haben eins für uns: unser Bewußtsein und unser Leid. Alles das deckt aber und es entschädigt uns die innige Liebe zu unserem Vaterlande Deutschland, besser: Hoch ich ausbringen will. Ich ergreife das Glas unb sage: Das sei Dein Dank für Sorge, Pflege, Speis' unb Trank, Du liebes Vaterland! Tas deutsche Vaterland hoch!"
Tas ist die wahre Gesinnung, die wahre Geschichte der Achtundvierziger, das war chr Tun und Treiben auch in den siebziger Jahren und ist es heute, soweit chrer bie letzten noch wandeln im rosigen Licht. Und darum, wenn Sudermann den Tank verleugnet, der chnen gebührt, wenn er bie besten Ueberlieferungeit seiner ostpreußischen Heimat verunglimpft und die Gefühle Taufender und Abertausender, auch der Deutschen außerhalb des Reichs, verletzt, muß aus der Mitte des Volkes gegen fein Werk um der Wahrheit willen Einspruch erhoben werben. Das ist ein Dichter es ist Schiller, ber im „Don Carlos" spricht:
i ......Sagen Sie
Ihm, baß er für bie Träume feiner Jugend
Soll Achtung tragen, wem: er Mann fern wird.
Nicht öffnen soll bem tötenden Insekte Gerühmter besserer Vernunft das Herz Der zarten Götterblume — daß er nicht Soll irre werden, wenn des Staubes Weisheit Begeisterung, die Himmelstochter, lästert."
Are Darmstädter Iermähiuugsfeier.
L
R. B. Darmstadt, 6. Okt.
Ob draußen auch der Sturmwind pfeift und düstere Regenwolken am bewegten Himmel die äußere Physiognomie in Darmstadt grau in grau malen — es herrscht doch eitel Freude und Frohsinn in der Stadt. Das zeigt schon das prunkvolle Festklerd, das sie trägt, und das zeigt auch die eminente schaulustige Menschenmenge, die jetzt von früh bis spät durch die Straßen wandert in ber meist reich belohnten Erwartung, die zahlreichen fremden Fürstlichkeiten von Angesicht zu Angesicht zu schauen. Der Glanz ber reichen, golbbestickten Uniformen, die zahlreichen, mit betreßten Dienern besetzten Hofwagen unb Galachaisen, die große Schar der hin unb hereilenden Hoflcckaien, die be- helrnbuschten Posten vor den Schlössern und vieles andere mehr gestalten zurzeit bas allgemeine Straßenbilb zu einem ebenso abwechslungsvollen, wie angenehmen Genuß.
Für den Darmstädter ist ja der Besuch des Zarenpaares kein seltenes Ereignis mehr, aber ein besonders freudiges bleibt es doch schon deshalb, weck es uns immer wieder euren neuen unb schönen Beweis von ber Liebe ber hessischen Fürstentöchter zur angeftammten Heimat erbringt. Uno wenn jetzt "alle vier Geschwister zumeist aus weiter Ferne hier zusammengekommen finb, so geschah das sicherlich weniger in der Erwartung rauschender Hoffeste, die ihnen ja anderwärts vielleicht noch in viel üppigerer Weife zu Gebote steher:, als in der fteudigen Gewißheit auf ein frohes Wiedersehen in ber Heimat, an der trauten, lieben Stätte, da sie ihre ersten glücklichen Jugendträume erlebt. Die junge Braut aber, bie erst vor zwei Lenzen auf Schloß HeiUgenberg ihre Konfirmation erhielt und im Frühjahr gelegentlich eines Besuchs in Lorrdon ihren späteren Bräutigam kennen lernte, hat es sich gewiß sticht träume:: lassen, daß sie schon so halb durch ihre Vermählung mit dem zweitjüngsten Sprossen König Georgs von Griechenland den Anlaß und Mittelpunkt zu bem jetzigen großen Fürstenkongreß in Darmstabt bilden würde.
Die rasch folgenden Festlichkeiten und die vielen auswärtigen Hochzeitsgäste lassen indessen wenig Raum unb Zeit zu reflektiven Betrachtungen. Das junge Paar hat heute mittag im Alten Palais bereits bie ftanbesamt- liche Eheschließung vollzogen und damck den zivilrechtlichen Vorschriften des Deutschen Reiches Genüge getan. Nicht ohne Interesse ist die Tatsache, daß ber Trauakt auf birekten Wunsch bes Großherzogs im Alten Palais vom
Feuilleton.
Die Gemälbesammlung im Saale von Lonys Bier kecker, bie feit einigen Tagen, leider mehr als sie dazu angetan war, im Verborgenen blieb, fyat uns bei unserem Besuche angenehm überrascht. Da ist in der Tat mehr zu sehen, als die spärlichen Mitteilungen, die man darüber bisher in der Oeffentlichkeit vernahm, vermuten ließen. Bor allem ist bie Sammlung sehr reichhaltig, unb nur ganz wenig minderwertige Gemälde sind darunter. Sogleich wein: ersten Durchgänge fallen prächtige Bckder auf. Da ist F. Kosler-Cairo, von dem ein wunderbar sein ausgesühr- tes Bild eines koptischen Mädchens ausgestellt ist. An bieter ägyptischen Schönheit mit den: blauschwarzen Kopftuch, der im wärmsten Brvirzeton schimmernden Haut, den duncken, tiefliegenden Augen, halber Künstler mit seltener Hingebung und peinlichster Sorgfalt gearbeitet Defreggers Front ist nur eine kleine Zeichnung, aber voller Laune, ein reizendes Mäbchenöildnis. Gabriel Max hat in der Sammlung ein Porträt eines jungen 9Mbcl)ens, mit rimben Gesichtsformen, zart, blaß, wie er es liebt, aber von mehr natürlicher Lieblichkeit und Lebensfrische, als wir sie sonst bei ihm finden. Ein sehr anmutiges, flott hingezaubertes Bild ist auch A. Bello ts Pariserin. Auch Landschaften und Genrebilder sind vorzüglich vertreten. A. Kaufmanns Motiv aus dem Bosnawalde ist mit sehr ae-
wandtem Pinsel ausgearbeitet. Sehr stimmungsvoll er- sch-Änt auch seine andere Landschaft: „Bei Bar jur Aube". Ein reizendes Werk von L. M'atifas zeigt eine Herde Schafe im Stall und an der Tränke. Aeußerst lieblich gruppiert und mit völliger Natürlichkeit drängen sich bie runden Tiere um das Wasser; ihr wolliger Pelz fordert geradezu zum Streicheln auf. Das Bild hat denn auch bereits einen Liebhaber und Käufer gefunden; es steht jedoch noch zur Besichtigung in der Sammlung. Ganz besonders bemerkenswert sind auch H Kerns kleine Genrebilder. Die „Piquet- Partie" ist voll lebendiger Beobachtmrg und köstlichen Humors. Die beiden alten, runzligen Spieler da an dem Tisch, in dem Wust von Möbeln und Sächelchen, ahnen nicht, daß sie beobachtet werden Dabei leuchtet die Farbe so frisch und keck, daß nur eine Meisterhand diese kleinen Werke hat hervorbringen körmen. E. Rei cherd, der Tiermaler, yat in kleinem Rahmen da ebenfalls ein Bildchen geschaffen, an dem man nicht vorübergehen tonn. Einen rasseechter: Bernhardiner zeigt das kaum über handgroße Bildchen, einen prächtigen Hundekops mit glühenden Augen und nasser Schnauze. Ein Meisterwerk des Pinsels ist barm: auch das weißhaarige Fell des Tieres, das mit bewundernswerter Beharrlichkeit unb dennoch feinem Empfinden wieder- gegeben ist. Beinahe hätten wir vergessen, Thoma zu nennen, der mit einem „Wasserfall aus Pinzgau" eine Landschaft ausgesucht hat, die wir ihn nicht häufig durchwandern sehe::, die aber doch den Zauber der Sllmmung
atmet, den wir stets in seiner diähe spüren. Lebhafte Darstellungen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen unb künstlerisch hoch stehen, sind Dumonts „Lustige Fahrt" und des Russen Stoiloff Kosakenbild. Siner echten, fröhlichen Künstlerlaune ist ein Werk des Franzosen Vernarb entsprungen. Er ging eine Welle ein, daß er mit einem Farbenrest recht wohl noch ein hübsches Bckd zu stände bringen könne. Da ließ er sich eine große Palette anfertigen, auf die er die augenblicklichen Ein fälle seiner Laune zu einem wohlgelungenen Ganzen entwarf. Das bunteste Zeug hat er da zusammengewürfelt; wir staunen in: höchsten Grade über die täusche:we Nachahmung zweier Photographien, von denen jedermann zunächst glaubt, sie feien in Wirllichieit an die Palette geheftet, und besonders auch über die Wasser tropf en, die wir auf dem Holz £>er Pa^tte trocknen zu müssen glauben, in Wahrheit aber ein Äherz des Künstlers sind. Leons Paulus „Schfchcuch" fordert zu Vergleichen mit den Werken jener Großer: heraus, die dieses Äiollv gleichfalls bearbeitet haben. Es ist wahrlich kein schlechtes Bild. Noch eine große Anzahl wirklich guier Werke zählt die Ausstellung, derer: Schluß leider nun bevorsteht. Ter Kunstfreund, der sich heute oder morgen noch einmal yinbegiebr, um sich die Werke von, Künstler- Hand, bie wieder einmal unter bei: Hammer müssen, anzu- fehen, wirb es nicht bereuen. *&*


