Ausgabe 
7.8.1903 Zweites Blatt
 
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Vermischtes.

* Essen, 6. Aug. Die Frage der Behandlung und Ent- schädigung wurm kranker Bergleute wird in den Zechenbesitzer-Versammlungen beraten werden.

* Berlin, 6. Aug. Die internationale Kon­ferenz für drahtlose Telegraphie hat be­schlossen, ihre Verhandlungen vorläufig geheim zu halten. Gestern abend folgten die Mitglieder der Konferenz eine® Einladung des Staatssekretärs Krätke zum Diner, an den im ganzen 52 Herren teilnahmen.

* Niebüll, 6. Aug. Vom Badezug Hoyer» schleuse-Hamburg sind heute nachmittag nördlich von Stederand einige Wagen entgleist. Personen sind mcht umgekommen, doch .sollen einige leichte Verletzungen fest- gestellt sein.

* Chemnitz, 6. Aug. Der Mörder Kamprath, der am 11. Juni bei Waldheim den Gutsbesitzer Müller und dessen Wirtschafterin Bertha Langhof ermordet hart, wurde heute morgen hin gerichtet.

* Dünkirchen, 6. Aug. Der Bürgermeister von Rondendail hat für die Zutuns! die alljährlich am 15. Ok­tober stattfindende Prozession verboten.

* London, 6. Aug. Gestern ist hier der größte lebende Humorist Englands, Philipp May, ein Mitarbeiter des Punch, 39 Jahre alt, an Schwindsucht ge­storben.

* Catania, 6. Aug. Heute vormittag wurden aus Zafsarena-Etna, Milo und 'Francavilla zwei. Erdbeben gemeldet.

stellt, gegenüber dem Eingang, begrüßten die Büsten von Karl Fnrdrich und Friedrich- des Reorganisators her Um- versitat, und des jetzigen Großherzogs die ^^sttennchmer. Hier saßen links in roten Talaren die Ordinarien der Herdel- berger juristischen Fakultät und in gelben die Aaturwrssen- schaftler, auf der rechten die Theologen m lrla Talaren und die Philosophen in blauen. Daran reihten fiel) in den Saal hinein in prächtigen Oruraten die Vertreter vieler anderer Universitäten und Hochschulen deutscher Zunge. An den Seitenwänden auf erhöhten ritzen hatten die Vertreter der Studentenschaft, meist in farbenprächtigen Kostümen, Platz genommen. Die anderen Ehrengäste stillten Saal und Galerie. Weihevoll wurde die Feier mit dem ersten Satz der Neunten Sinfonie von Beethoven eingeleitet, die das städtische Orchester unter Wolfrums Leitung vortrug. Daim ergriff der Groß Herzog das Wort. Mit deu^ licher, weithin vernehmbarer Stimme führte er aus, es werde ihm zum zweitenmale der Vorzug zuteil, den df U0 der Rui>erto-Carola in der erbberechtigten hohen -vuroe des ersten Rektors dieser Hochschule zu beginnen und alle zu begrüßen und willkommen zu heißen. Gt warf dann einen Rückblick auf die geschichtlichen Zeitabschnitte. Au^ den Ergebnissen zweier Jahre des Studiums in ^eid^lberg hebe ich heute, fuhr er dann fort, die Erinnerung an zwei Männer hervor, die Historiker Friedrich Schlosser und -ud- wig Häusser. Dann sagte der Großhcrzog in Anspielung auf die Jahre 1848/49: Wenn auch nur vorübergehend, konnten unserer badischen Heimat schwere Erfahrungen nicht erspart bleiben. Auch glaube ich sagen zu Marsen, daß die politische Bewegung dieser Zeit auf so ernster Grundlage beruhte, daß die Verirrungen, zu denen sie ausartete, den guten Keim und die idealen Ziele nicht zu schädigen ver­mochte. Ter jetzige Einfluß der Ruperto-Earola war auch für die Befestigung der treuen Gesinnungen m den Herzen der studierenden Jugend von erfolgreicher Wirkung, .rann gedachte der Großherzog der Zeit, dawir durch schwere Prüfungen hindurch bis zum Bruderkrieg gelangen, um der Ueberzeugung Bahn zu brechen, die nut so gewaltigen opfern 1870/71 zur Verwirklichung gelangte." ^zn dieser ganzen

Qeit hat die Rupcrto-Carola ihren patriotischen Gefühlen' stets den wärinsten Ausdrua verliehen Das Kalserretch wurde geschaffen. Wir nennen ferner Kaiser Wilhelm 1. aucb den Großen, da wir ihm so viel Großes verdanken. Mer wir gedenken auch Kaiser Friedrichs III., des großen und deutschen treuen Patrioten, der 1886 am ^ubilaum einen so wertvollen Anteil nahm. Und wenn wir m die Zukunft schauen, so darf man mit Zuversicht der rastlosen Tätigkeit unserer deutschen wissenschaftlichen Forscher uiid der treuen Arbeit unserer deutschen Gelehrten vertrauen. Ich richte an die akademische Jugend die Mahnung, bei dem Studium für die künftige Tätigkeit in verschiedenen Lebensaufgaben nicht nur mit großer Gewissenhaftigkeit zu arbeiten, sondern auch mit der notwendigen Hingebung an das Vaterland. In den hundert Jahren, auf die wir bei der heutigen Feier zurückblicken, ist das bedeutungs­vollste Ereignis der 18. Januar 1871, möchte dieser Ge­dächtnistag auch künftigen Generationen ein leuchtendes Vorbild inniger und fester nationaler Einigung bleiben.

Prorektor Czerny dankte in, poetisch durchwehter An­sprache für die wohlwollende Fürsorge, die das dem badi­schen Staat neu vermählte Pfälzer Land und die Universität Heidelberg unter dem alten städtegründenden Geschlecht der Zähringer gesunden habe.

Nunmehr begannen die Gratulationen. Kultusminister v. Dusch brachte Glückwünsche der Regierung. Sie werde es immer als ihre Aufgabe betrachten, die Grundsätze des letzten Jahrhunderts auch fernerhin zur Geltung zu bringen und die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung zu sichern. Möge die Universität Heidelberg blühen als Stätte der Wissenschaft und der geistigen Freiheit.

Für die badischen Landstände sprach der Präsident der zweiten Kammer, Oberbürgermeister Gönner aus Baden- Baden. Als Vertreter der deutschen Universitäten sprach Rektor Gierke-Berlin: Die geistige Gemeinschaft der deutschen Universitäten war uni) ist eine Hauptstütze des nationalen Lebens. Wir wünschen der ältesten Schwester eine gesegnete Zukunft. Für die Schwesteruniversität Frei­burg gratulierte Geh. Hofrat Richard Schmidt.

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11 Uhr, im Gemeindehaus dahier öffenllich versteigert werden.

Voranschlag, Pläne und Bedingungen liegen zur Einsicht der Interessenten bei unterzeichneter Stelle offen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Der Bau soll dieses Jahr bis zur Sockelhöhe und nächstes Jahr vollständig fertiggestellt werden.

Wetterseld, den 4. August 1903.

Großh. Bürgermeisterei Wetterfeld.

Bibliothek täglich von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Gießen, den 24. Juli 1903.

Der Großh. Ober-Bibliothekar: Prof. Dr. Haupt.

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Für Anfuhr au das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet.

NB. Sofern das Verbringen der Rote bis zu 6 Zentnern auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall re.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung.

Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der

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Bachcuheimer & Schaumberger, Marburgerstraße 22, Andreas Euler, Steinsiraße 11, Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplay 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5.

Tiefe Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern.

Tie Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb oer Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirückvergütung von 4 Pfg. für den Zentner. 63

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am 11. August 1903 der 5345 *