Aie Keidelbergcr Nniversitätsfeier.
kurzem Aufenthalt begab sich Se. Königl. Hoheit in Begleitung Sr. Exzellenz des Oberstallmeisters Freiherrn von Riedesel zu Eisenbach nach Schloß Eichhof, von wo die Rückkehr kurz vor 1 Uhr erfolgte. Hieraus sand Diner statt, zu dem mehrere Einladungen ergangen waren. Am Nachmittag gedenkt Se. Königl. Hoheit per Wagen sich nach Schloß Eijenbach zu begeben und am Abend wieder nach Schloß Romrod zurückzukehren. (Laut. JBeoti.)
Büdingen, 4. Aug. Wegen des Todes des Besitzers ist der bekannte hiesige Gasthof „Zum Fürstenhof", das
beizuwohnen.
Hochheim, 4. August. Heute nacht wurde auf der hiesigen Station dem Bremser Jakob Hammer aus Ober- lahnstem beim Rangieren eines Güterzuges das rechte Bein abgefahren. Der Verunglückte kam ins hiesige Krankenhaus.
' n. Frankfurt a. Ai., 5. Aug. Wie bereits gemeldet, feiert der Zoologische Garten am 8. August seinen 45 Geburtstag mit einem Abendsest, für das das Programm nun ganz festgestellt ist. Die Musik des 81. Infanterie- Regiments und die Gartenkapelle werden Doppel-Konzert geben, dabei wird die K'alkbrennersche Kapelle im Weihartempel und die Gartenkapelle auf der Terrasse spielen. Für den Tanzboden irrt sogenannten Wäldchen wird eine besondere Kapelle aufspielen, und eine vierte wird am Bärenzwinger musizieren, wo eine fidele Bierfchänke mir Würstelbraterei sich auftun wird. Vom Eingang des Gartens werden durch Lampions beleuchtete Gänge zu den eigentlichen Festplätzen führen un!d( 'diese selbst werden durch Lampionsschmuck und aridere Beleuchtungskörper geziert sein. Zu geeigneter Zeit wird es eine bengalische Beleuchtung der Burg und der Baumgruppen geben, während deren aus dem Weiher aus beleuchteten Nachen ein Bläserchor seine Weisen ertönen lassen wird.
Kleine Mitteilungen aus Hessen u n d den Nachbarstaaten. In der Nähe des Gutleuthofes bei Frankfurt a. M. erschoß sich am Mittwoch früh der 24 Jahre alte Geschäftsreisende Hans Walz aus Schleusingen. _ Der Rangierer Laszig, wohnhaft in Niederrad und am Frankfurter Güterbahnhose beschäftigt, schoß sich in voriger Nacht eine Kugel in die Brust. Er ist gestern vormittag gestorben. — Zwischen Hcttenheim und Oestrich wurde am Montag abend cm lOjähriger Knabe von einem Personenzuge überfahren und getötet.
größte Anwesen in Büdingen, mit seinen ausgedehnten Räumlichkeiten und daran anschließenden Gartenanlagen — die „Rosenhöhe" —, die sich aus den alten Festungswerken hinziehen, verkäuflich geworden.
§ Au s Oberhessen, 5. August. Nachdem vor einiger Zeit das Eisenbahnbau-Komitee Mucke-Ulrichstein hoher Kämmer der II. Stände eine Petition um Erbauung dieser Bahnlinie unterbreitet, ist nun auch eine solche des Eisen- bahnbaickomitees Ehringshauscn-Gro ß-F e l d a-U l r ich - stein gefolgt. Wie wir aus guter Quelle erfahren, werden über den Verkehr auf der Ohnckalstraße nach Ulrichstein statistische Erhebungen angestellt.
X Vom Vogelsberg, 5. August. Unser diesjähriger Sommer zeigt nicht nur extreme Wetteroerhältnisse, sondern zeichnet sich auch durch besondere Vorkommnisse in der Tierwelt aus. Ueber das Zurücktehren auffallend weniger I Schwalben ist schon berichtet worden. Hierzu gesellt sich eine
land nicht verderben. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog. — Während in der Halle die Böttge-Kapelle spielte, bewegte sich ein riesiger Fackelzug der Studentenschaft über die alte Brücke, die Neuenheimer Seite, neue Brücke zur Stadthalle, um dem Großherzog eine Huldigung darzubringen. Der Großherzog empfing die Chargierten, in deren Namen ein Vertreter der Suevia sprach, im Kammermusiksaal und hielt eine Ansprache, in der er betonte, daß er in der gehörten Rede am höchsten den Ausdruck der nationalen Gesinnung schätze, und den Studenten wünschte, daß sie gerne an die Zeit zurückdenken möchten, die sie in Heidelberg gedient haben. „Hoch das Deutsche Reich!" Der Facket- zug bewegte sich dann nach dem ^udwigsplatz, wo nach altem Brauch die Fackeln zusammengeworsen wurden.
bahn st recke von Laubach nach Mücke, die am 1. Anguß stattfinden sollte, ist nun endgiltig auf den 1. Oktober festgesetzt worden. Die Gleise liegen bereits und Materialzüge befahren die Strecke, doch sind die Arbeiten an den Bahnhofsgebäuden noch weit zurück und die Zufuhrstraßen noch nicht hergestellt. Ferner ist der notwendig gewordene Um- und Erweiterungsbau des Stationsgebäudes zu Laubach noch nicht vollendet. Der nun zu Ende gehende Bahn- bau hatte große Geländeschwierigkeiten zu überwinden, namentlich zwischen Laubach und Freienseen. Direkt hinter Laubach führt ein cä. 12 Nieter hoher und 500 Meter langer Damm über die Wetter, deren Bett stellenweise verlegt ivurde. Dann mußte der Höhenzug zwischen Wetter- und Seental — Kaff genannt — durchschnitten werden, hier war die Herstellung emes Tunnels erforderlich. Außer einer Holzverladestelle am Kaff erhält die neue Strecke die Stationen Freienseen, Lardenbach-Weikartsham, Stockhailsen und Mücke.
a. Gedern, 5. August. Die hiesige Einwohnerschaft wurde heute morgen gegen 6 Uhr plötzlich durch Feuerlärm erschreckt. In der Mühlgasse ivar bei dem Nadler Heinrich Menzel Feuer ausgebrochen. Nur dem energischen Eingreifen unserer tüchtigen Feuerwehren ist es zu verdanken, daß das Wohnhaus, welches mit der Scheune zusantmenhing, gerettet wurde, während letztere niederbrannte. Das Vieh und die Schweine konnten gerettet werden; allein sämtliche Hühner und Enten sind in den Flammen umgetomnlen. Da der ganze Heuvorrat verbrannt ist, ist der Schaden beträchtlich. Doch soll er durch Versicherung gedeckt sein. Auf welche Weise das Feuer entstanden ist, konnte bis jetzt
noch nicht aufgeklärt werden.
Lauterbach, 5. Aug. Kurz nach KP/i Uhr erfolgte heute morgen die Ankunft Sr. Königlichen Hoheit des Groß Herzogs mittelst Soiiderzugs auf hiesigem - - - - - ä •- ■ Dr. Wallau und Bürgermeister
Aus Stadt und Kund.
Gießen, den 6. August 1903.
• • Personalien. S. K. H. der Großherzog haben geruht, den berittenen Gendarnien Johann Philipp Göbel aus Treis a. d. Lumda zum Kreisdiener bei dem Kreisamt Bingen zu ernennen. ,
* * Aii unserer Universität ist den schon bestehenden Korporationen eine neue hinzugetreten. Die nicht farbentragende Akademische Turn-Verbindung „Cheruscia". Ihre Hauptgrundsätze sind: 1) Schwarzes Prinzip, 2) Pflege aller Leibesübungen, also Turnen hn Jahn'schen Sinne, 3) Unbedingte Satisfaktion, 4) Maturität als Vorbedingung zur Aufnahme. Es decken sich also diese Prinzipien nut denen des Akademischen Turn-Bundes, der an unserer Universität bisher nicht vertreten ivar.
• * Manöver. Während der Herbstübungen des 18. Armeekorps, die bekanntlich vorlviegend im Kreise Wetzlar und gegen das Ende hin im Westerwald abgehalten werden, wird'das 4. Gr. Hess. Jnf.-Rcgt. Nr. 118 Quartier in den Kasernen zu Gießen beziehen. Die 116er rücken von Griesheim aus über Friedberg, Usingen und Braunfels nach dem Westerwald.
* * An dem schönsten der alten Privatgebäude unserer Stadt, welches bisher die .Hirschapotheke beherbergte, sind durch Herabuahme des großen Firmenschildes zwei interessante H o l z s ch n i tz e r e i e n,eine weibliche und eine mältnliche Maske, freigelegt worden. Hoffentlich bleibt der noch ui seiner ursprünglichen Anlage erhaltene obere Teil des Hauses, eine unersetzliche Zierde unserer Stadt, noch recht lange erhalten, wofür sicherlich auch die Altertums- und ^nkmalspfleger unseres Landes eintrcten werden.
* * Kriegergräberschmückung bei M e tz. Die diesjährige allgemeine Schmückung der Kriegergräber, und Denkmäler bei Metz findet am 9. August aus der Ostseite und am 15. August auf der Westseite statt. Anschließend an die Schmückung wird am 15. August, wie alljährlich, die Gedenkfeier für die Gefallenen i in der Schlucht bei Gravelotte abgehalten werden. Kranzspenden für bestimmte Gräber müssen rechtzeitig an den Vorstand der Vereinigung zur Schmückung der Kriegergräber in Metz gesandt werden. Geldbeiträge, sei es für bestimmte Gräber, sei es für die allgemeine Schmückung, nimmt der Schatzmeister der Vereinigung, Rendant Jonas in Metz, entgegen. Es werden etwa 3U00 Kränze niedergelegt; allen Vaterlandsfreunden bietet sich also Gelegenheit, zu den großen Kosten dieses Unternehmens einen kleinen Beitrag zu stiften.
1. Laubach, 5. August. Die Eröffnung der Eisen-
Heidelberg,5. Aug.
Tie Stadt hat sich zur Zentenarfeier der Universität prächtig geschmückt. Die Hauptfeier beginnt erst morgen, aber schon seit gestern macht sich ein reger Fremdenzujluß bemerkbar. Tas Präludmut bildete heute nachmittag die Eröffnungsfeier der Stadthalle auf dem Jubiläumsplatz am Neckar, auf der Stätte, wo die Festhalle bei der Fünfhundertjahrfeier 1886 gestanden hat. Kurz nach 3 Uhr nachmittags trafen der Großherzog und die Großherzogin, das Erbgroßherzogpaar und Gefolge auf dem Bahnhof ein und begaben sch) zunächst nach dem Palais auf dem Karlsplatz. Tie Feier begann nach halb 5 Uhr. Um diese Zeit betraten, tote wir der „Frkf. Ztg." entnehmen, die großherzoglichen Herrschaften, Don Oberbürgermeister Dr. Wilckens geleitet, die Fürstenloge. Ter Großherzog, der vortrefflich aussah, unterhielt sich vorher einige Zeit mit Kuno Fischer, der rechts neben der Loge seinen Plak innehat. Nach der Beethoven'schen Ouvertüre „Die Weihe des Hauses",, gespielt vom städtischen Orchester unter Leitung des Musikdirektor P. Radig, sprach Fräulein Breisch vom Mannheimer Theater einen von Tr. Karl Berger gedichteten Prolog. Dann sang der Heidelberger Sängeroerband, der von Musikdirektor Weidt dirigiert wurde, „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Tie einzige Ansprache, die etwa s/4 Stunden dauerte, hielt Oberbürgermeister Tr. Wilckens. Er erinnerte daran, daß der 5. August 1903 für die Stadt Heidelberg eine doppelte Bedeutung habe. Von diesem Tage datiert die Erneuerung der Hochschule durch einen der ausgezeichneten Regenten, den damaligen Kurfürsten, späteren Großherzog Karl Friedrich. Tann fei der Tag dadurch von aktueller Wichtigkeit, daß an ihm in der neuen Stadthalle ein großer städtischer Dau in Betrieb genommen wurde. Der Redner warf einen ausführlichen Rückblick auf die Geschichte des B-aus. Tann gedachte der Oberbürgermeister des Reorganisators der Universität und des jetzigen reetor magnifieentisstmus. Er schloß mit einem Hoch aus den Großherzog. Es folgten zwei Chorvorträge, Richard Wagners Huldigungsmarsch beschloß die Feier. — Anläßlich des Universitätsfestes hat der Großherzog folgende Ehrungen verliehen: Zum Orden Berthold I. die Kette zum Großkreuz Kuno Fischer und Julius Arnold, das Ritterkreuz Franz Knaufs und Fritz Schöll. Zum Orden vom Zähringer Löwen das Kommandeurkreuz 1. Kl. Leo Königsberger und Theodor Leber, das Kommandeurkreuz 2. Kl. Richard Schröder und Theodor Curtius. Tas Ritterkreuz 1. Kl. mit I Kreisrat^T
IStöpler "zum Empfang eingefunden hatten. An der an tor Wolsrum. Tas Ritterkreuz 1. Kl. Max Wols Karl(gteuer0e^u$)e errichteten Ehrenpforte wurde Se. Kgl.
Max Weber und Albrecht Kos el. Zu Geheimraten den Vertretern hiesiger Vereine und Schulen
1. Klaste wurden ernannt: Rektor Czerny und ^mannel ’ b Bürgermeister Stövler dankte Sr Könial Vetter, zu Geheimräten 2. Klasse Otto Karlowa und^Hern- Lm'en öTeta”t «au’erfiadj sür die hohe Ehre
rich Rosenbusch. Zu Geheimen mrchenräten Ludwig Lemme tz y , ... -um erstenmal in Lauterbach bearützen und Heinrich Basjermann, zum Geheimen Hojrat Hermmrn g- W ^^solgte sodänn d?e Abfastt durZ) die
rr riiu n g s a o end rn der bildenden Vereine und Schulen unter den Hurrah-
Stadthalle sprach nur Oberburgermerster Dr ber Anwohnerschaft nach dem «urgschlotz Nach
Er erinnerte daran, daß er ichon 1886 als ehemaliger sr.Z
BÄÄ sl-ktung 5r. EMll-..', des Oberstallmeisters Freiherrn,von
von der Stadt erbauten Halle. Damals war es ein Provisorium, jetzt ist es ein Bau für die Dauer bestimmt. Die Halle soll, wie der Redner bemerkte, u. a. auch der Erörterung der Fragen dienen, die heutzutage unser vielgestaltiges politisches und soziales Leben bewegen. Oberbürgermeister Wilckens meinte sodann in einem historischen Rückblick, vor 17 Jahren sei der nationale Gedanke lebendiger gewesen, wie heute, da die Erinnerung an die Wiedergeburt des Reiches frischer war. Wilhelm I. lebte noch, der Kronprinz Friedrich, Bismarck und Moltke. Tie Parteien haben die Höhe des heutigen Tages nicht erreichst, aber trübe Erfahrungen sollen uns die Freude am Vater-
seltene Erscheinung in den, Jnsektenrcich. cs fehlen nämlich di- Schmetterling- fast gänzlich, ebenso die kleinen Heu- schrecken. Auch di- Wespen treten gegenüber den letzten Jahrgängen nur wenig aus. Würde nian diese Erschciuung auf den Rückschlag nach den warmen Frühlingstagen setzen, welche Erklärung sehr nahe liegt, so läßt sich aber anderer» cits das Auftreten der zahllosen Fliegen, Mücken und Bremsen nicht erklären, man müsse dann annehmen, daß dies in der päteren Entwickclungszcii dieser Plagegeister gelegen sein muß.
Aus dem Odenwald, 4. Aug. Ein originelles, auf Wahrheit beruhendes Jägerstück che n wird zurzeit viel belacht. Es betrifft eine allerdings nicht sehr empfehlenswerte Radilalkur gegen das unsaubere ^reiben der Schlingenstellerei. Ein Besenbinder, der, wie die „Darmst. Ztg." berichtet, von der Forstbehörde die schnstltche Erlaubnis hatte, in Schonungen Besenginster zu ichnewen, tand seit langem im Verdachte des Schlingenstellens. Wiederholt wurde er von Jägern in der Mhe von Rehwechseln betroffen, in denen Schlingen standen; der schlaue hatte aber immer, gedeckt durch seinen Reisigschein,~ eine Ausrede. Ta wollte es eines Tages der Zufall, daß der Jagdpächter gerade daznkani, wie der Verdächtige mit Stellen von RehjchUngen beschäftigt war. Dabei wandte er dem vorsichtig anbirschenden Jäger jenen Körperteil zu, der ich am unteren Ende des Rückens befindet. Schnell und uTäuschlos eine Patrone mit „Vogeldunst" in den Lauf und auf etwa 60 Gänge dem Mann eines hintenaufge- brannt — war bei dem Jäger das Werk eines Augenblicks. Der Schütze schlug sich seitwärts in die Büsche. Der Schlingensteller ließ seine Schlinge fallen, lief, die Hände auf dem bleigespickten Körperteile, eiligst davon und man hat bisher von Schlingenstellen im betreffenden Reviere nichts mehr gemerkt. . .
Mainz, 5. Aug. Die Arbeiten an der Eisenbahn d r ü ck e über den Rhein für die Bahn nach Wiesbaden schreiten rüstig vorwärts. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die eisernen Träger für das Schienengeleise zu legen, sodaß voraussichtlich schon in zwei Monaten die Brücke betriebsfähig sein kann. — Entgegen den Blättermeldungen stellt das „M. Tagebl." fest, daß bis jetzt bei den zuständigen Stellen noch nichts von einer Hierherkunft des Kaisers bekannt ist. ,
pa. Ai ainz, 5. Aug. Der 21. Deutsche Weinbau-- kongreß wird in den nächsten Tagen seinen Anfang nehmen. Derselbe verspricht nach den bis jetzt eingetaufenen Anmeldungen sehr zahlreich besucht zu werden; selbst aus Rußland, Frankreich, Oesterreich und Ungarn haben sich Teilnehmer angemeldet. Am Voraoend der Kongreßeröff- nuug (Freitag, den 14. August) findet eine gegenseitige Begrüßung der Kongreßteilnehmer in den Räumen des Kasino Hof zum Gutenberg statt, bei welcher das Festkomitee einen Ehrentrunk anbieten wird. Samstag 11 Uhr ist die Eröffnung des Weinbaukongresses und nachmittags ein großes Festbankett. Montag, den 17. August, findet dw große Kostprobe hessischer Weine in einem hinter der Stadthalle errichteten Zelte, welches ca. 1000 Personen auf- nimmt, statt. Zu dieser Probe sind 170 Nummern auserwählter Weine angemeldet. Am Dienstag, den 18. August, führt ein Sonderzug die Festteilnehmer nach Bodenheim, Nierstein und Oppenheim. In Bodenheim erfolgt die Besichtigung der Eroßh. Domanialweinberge, in Nierstein bewirtet die Gemeinde die Kongreßteilnehmer mit einem Frühstück, worauf die Besichtigung der dortigen hervorragenden Weinbergsanlagen er.olgt. In Oppenheim iutrb abermals eine Besichtigung private^ und domanialer Wem- berge vor genommen, sowie die Großh. Wein- und Obpbau- schule besucht und zum Schlüsse aus der Landskrone das Festmahl eingenommen. Rückkehr nach Mainz.- Vom 14. bis 20. August sindet gleichzeitig in der Stadthalle eine große Ausstellung von Gegenstäuoen, welche dem Weinbau, der Weinbehandlung und dem Weinversandt dienen, statt. Diese Ausstellung ist von Interessenten aus ganz Deutschland, auch aus der Schweiz, Luxemburg und Frankreich beschickt und verspricht großartig zu werden. In dem Ausstellungslokal selbst unt) in dem Stadthallegarten nebenan finden täglich nachmittags und abends Konzerte der städti- >chen Kapelle und Militärkonzerte statt. Wie verlautet, hat Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen zugesagt, der Eröffnung der Ausstellung (Freckag, den 14. August)
Vermischtes.
* Essen, 6. 2lug. In Steppenberg verletzte ein Bergbeamter die Tochter eines Steigers durch Revolver- schüfse schwer und beging dann Selbstmord.
* Kiel, 6. Aug. Das Reichs in ar ineamt stellte Strafantrag gegen die „EssenerVolkszeitung" wegen Beleidigung der Seeoffiziere durch einen Artikel „Besuch bei Hüssener".
* Leipzig, 5. Aug. Im Majestätsbeleidigungs» prozeß gegen Tolstoi ist Termin auf den 12. d. Mts.
angelegt Die Abr-is- ber Angehörigen mehrerer Ordens» niederlasinngen deren Genehmigung am 3k. Juli erlosch, wurde polizeilich festgestellt; sie zerstreuten sich alle, mit Ausnahme derjenigen einer Niederlassung, die die Sakillan- üerung ansochten. . , „ .. _
Lorient, 5. August Gestern kam es neuerdings zu Tumulten. Zwischen Demonstranten und der durch Militär verstärkten Polizei fanden mehrfach a^ge Zusanimenstoße statt bei denen 20 Soldaten und cm ^sstzier durch Stern» würfe verletzt wurden. Drei Demonstranten wurden tätlich verwundet.^i^, & ^g. Ein Gerücht von einem Attentat auf den Köni'g wird von der Regierung sür unbegründet erklätt. Ebenso ist es nicht richtig, daß der König erkranktest^ werden alle Gerüchte über den Abschluß eines Allianzvertrages oder Abkommens betreffs Marokkos mit Frankreich auf das Entschiedenste bCmß^ffabon, 5. Aug. 20 englische Kriegsschiffe sind in Lagos, Provinz Agave angelangt. Insgesamt er- warten jetzt vier englische Geschwader mit zulammen 80 Schiffen den König, dessen Pacht nach Lagos ab- 9690 Sa nana, 5. Aug. Es verlautet, die Ansprüche Deutschlands, Frankreichs und Englands gegen Kuba wegen des Schadens, den kubanische Aufständische an- richteten, belaufe sich auf drei Millionen.
Petersburg, 5. Aug. Bei der heutigen ersten Sitzung der Vorbesprechung für den deutsch-russischen Handelsvertrag waren als deutsche Vertreter anwesend Körner, Wermuth, Lusenski, Ntenschel, Kapp, Söbel und Müller. .
Konstantinopel, 5. Au^ Der französische Botschafter verständigte den Großvezier, daß, falls die Türken die Oase Bilma nicht räumten, sie gewaltsam durch französische Truppen vertrieben werden würden.


