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6.8.1903 Erstes Blatt
 
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drschetrrt täglich Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag S.Anguftisyg

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General-Anzeiger

MM und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WZZ

IUI., . . . - ______________________________________ jktgentetl: Hans Beck.

Zer neue Mpst.

Gießen, 6. Awgust.

Während die Meldungen aus Rom nicht viel neue Ereignisse oder tatsächliche Feststellungen bringen, abge­sehen von einem Telegramm, das die Haltung Oesterreichß gegen die Wahl Rampollas betrifft, ergehen sich die deut­schen und ausländischen Blätter lebhaft über Betrachtungen uni) Vermutungen zur Neubesetzung des heil. Stuhles. DieNord d. Allg. Ztg." schreibt:Der neue Papst wird in der deutschen Presse mit Sympathie begrüßt, auf die er nach seinem durch Frömmigkeit, Reinheit der Sitten, Wohltätigkeit und milde Sinnesart ausgezeichneten Vor­leben Anspruch hat. Line Meinung über die politische Richtung des neugewählten Papstes zu äußern, wäre ver­früht. Der Nachfolger Leo XIII. hegt wohl beim Antritt der Regierung keine Voreingenommenheit für oder gegen einzelne Mächte. Die Wahl ruft, soweit sie sich übersehen läßt, in allen Ländern Befriedigung hervor. Die katho­lische Welt ist mit Genugtuung erfüllt, daß nach dem Heim­gang eines hervorragenden Papstes die Tiara von neuem einen ihrer so würdigen Träger gefunden hat."Gior- n ale d'Jtalia" veröffentlicht eine Unterredung mit einem oenetianischen Prälaten, der Sarto genau kennt. Der Prälut erklärte, Sarro wäre das Muster eines Seelenhirten, aber im Grunde, wenn keine anderen Einflüsse auf ihn einwirk­ten, ein Intransigent. Er sei so gut, daß er sich nur allzu leicht von anderen überreden lasse. Altes hänge nunmehr von der Persönlichkeit des Staatssekretärs ab. In vatikanischen Kreisen heißt es, anläßlich des ütrönungs- festes werde der Papst die Menge wahrscheinlich von der äußeren Loggia der Peterskirche aus segnen. Der neue Papst ist ein leidenschaftlicher Musikfreund, spielt trefflich Orgel und Pianoforte, hat eine prächtige Bariton­stimme und schwärmt für den Gregorianischen Gesang. Die französischen Blätter kommentieren in längeren Ar­tikeln die Papstwahl. DerGaulois" schreibt: Was die Haltung des neuen Papstes wegen der italienischen Regier­ung betrifft, so kann man voraussehen, daß derselbe eine endgiltige Verständigung mit der Regierung nicht herbei- jühren wird.Radien l" sagt: Der neue Papst werde, wie sein Vorgänger, sich der Oberherrschaft der Civllgewnlt in Frankreich beugen müssen. Jede Einmischung des Papstes in französische Angelegenheiten werde scharf bekämpft wer­den.San ter ne" meint, Pius X. werde zwar den enbgütigen Zusammensturz der Kirche verzögern, ihn aber nicht aushatten können. Interessant sind die Aeußeruugen desFi g-ar o", der in dem Wahlausgang vor allem eine Niederlage Deutschlands erkennt. Der eifrige und allzu lärmende Feldzug, schreibt das Blatt, den die An­hänger Vannutellis in Rom geführt haben, ist umsonst ge­wesen. Der Papst ist kein deutscher Papst; er setzt das Werk Leos XIII. fort. Italien gegenüber wird er die Halt­ung Pius IX. beobachten, die ja auch ohne Abschwächung die Leos 'XIII. gewesen ist. Die außergewöhnliche Zuneigung, die ihm sowohl der verstorbene. Papst wie Rampolla ent­gegenbrachten, ist ein Zeichen seiner Gesinnung und seiner voraussichtlichen Zurückhaltung gegenüber den selbstsüch­tigen Liebenswürdigkeiten der deutschen Politik. Indem das Blatt dann noch auf die voraussichtliche Haltung des neuen Papstes zu Frankreich eingeht, meint eD: Wenn er auch gegen gewisse Herausforderungen der französischen Regierung Einspruch erheben werde, so werde er damit doch nur im Grunde Lev XIII. folgen, der ja auch in den letzten Monaten protestiert hat. Eine noch, etwas leb­haftere Untersuchung wird derFigaro" und mit ihm die anderen französischen Blätter an stellen, w enn ihnen erst das heutige Telegramm zugeht, worin dieTribuna" den Zwischenfall über die Einlegung eines öster­reichischen Veto gegen Rampolla bestätigt. Als Montagmorgen die Stimmen Rampollas auf 27 stiegen, meldete Kardinal Grusch,a amtlich das Veto gegen Rampolla an. Blaß vor Erregung erhob sich Rampolla, um im Namen der Freiheit des Konklave gegen diesen Versuch einer Einmischung zu protestieren. Er fügte indessen hinzu, er verzichte freiwillig auf die Tiara. Auch bei den französischen Kardinälen rief das Auftreten Gru- schas eine starke Erregung hervor. Dem Zwiespalt machten die besonneneren Elemente unter Gibbons ein Ende, indem sie als Kandidaten einer rein religiösen Richtung Sarto aufstellten, der weder für noch gegen den Dreibund fei. Auch dieNeue Freie Presse" in Wien erfährt, daß Oesterreich-Ungarn gleich in der ersten Sitzung des Kon­klave durch den Wiener Erzbischof Gruscha vom Vetorecht gegen Rampolla Gebrauch machte. Im Hinblick auf diese Meldungen ist es doch eigentlich spaßhaft, wenn französische Blätter von einer Niederlage Deutschlands sprechen.

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Cs verlautet jetzt nach Meldungen aus Rom, daß die Krönung des Papstes sehr bald stattfinden soll, damit alle Kardinäle an ihr teilnehmen können. Man glaubt, daß sie am nächsten Sonntag in der Peterskirche erfolgen wird. Gestern, Mittwoch vormittags um 10 Uhr, begab sich der Papst in Begleitung der Würdeitträger zu Fuß ron der Wohnung nach der Sixtinischen Kapelle und nahm iort die dritte Adoration des Kardinalkollegiums ent­gegen und erteilte nach dem Tedeum den Segen. De» Feier wohnten nur die Kardinäle, die hier anwesenden Patri­archen, Erzbischöfe und Bischöfe bei. Zahlreiche Glückwunsch- Lepeschen sind von Staatshäuptern, Bischöfen, Vereinen re. »aus der ganzen Welt dem Papste zugegangen. Die Kardi- üiäle räumten die Konklave-Wohnungen. Die bisherige päpstliche Wohnung wird heute in Gegenwart des Grafen ^ecci, des Dekans, der Protonotare und anderer Zeugen entsiegelt werden. Kardinalvikar Respighi ordnete an, daß morgen von 10 bis 11 Uhr die Glocken in allen Kirchen

Roms geläutet werden. DerTribuna" zufolge gingen Dienstagabend die ersten vom Papste unterzeichneten amt­lichen Schriftstücke ab, in denen Pins X. den fremden Höfen und Regierungen seine Wahl mitteüt. Der Papst bestätigte die Mitglieder der Antikamera des verstorbenen Papstes und ernannte einige neue Mitglieder derselben. Der Leib­arzt Lapponi und der Oberstkämmerer Bis leti wurden ebenfalls in ihren Aemtern bestätigt. Ebenso wird der Majordomus Cagiane Azevedo vom Papst bestätigt wer­den. Der Kardinalvikar Respighi gab allen Kirchen Roms die Wahl des neuen Papstes bekannt und ordnete an, daß am 6. ds. ein Dankes-Tedeum gefangen werde. DemPopolo Romano" zusolgv wird der Papst vorläufig die Gemächer einnehmen, die Rampolla inne hatte, und das Schlaf- gemach beibehalten, das er während oesKonklaves ttme hatte. Demselben Blatte zufolge fielen bei der gestrigen end- gilttgen Wahl auf Sarto 50, auf Rampolla 10 und auf Götti 2 Stimmen.Giornale d'Jtalia" verzeichnet fol­gende Resultate über die A b st i m m u n g i m K o n k l a v e: Es erhielten am 1. August morgens: Rampolla 24, &utti 17, Sarto 5, Serafino Vannutelli 4, Oreglia, Capeeelatro und di Pietro je 2, Agliardi, Ferrata, Richelmy, Portanova, Cassetka und Seg.ua se 1 Stimme. Abends: Rampolla 29, Gotti 16, Sarto 10, Richelmh 3, Copeeelatro 2, Serafino Vannutelli und Segna je 1 Stimme. Am 2. August mor­gens: Rampolla 29, Sarto 21, Gotti 9, Oreglia, di Pietro und Capeeelatro je 1 Stimme. Abends: Rampolla 30, Sarto 24, Gotti 3, Oreglia, Capeeelatro, Priseo und di Pietro je 1 Stimme und 1 Stimmenemini" (keinem). Abends: Sarto 35, Rampolla 16, Gotti 7, Oreglia 2, Capeeelatro 1 Stimme und 1 Stimmenemini". Am 4. August morgens: Sarto mit 50 Stimmen gewählt, Ram­polla 10, Gotti 2 Stimmen. In der letzten Abstimmung ]ol£ Sarto für Gotti gestimmt haben. Ter erste Kardinal, der von Rampolla abfiel, war nach derFrkf. Ztg." der spanische Kapuziner Vives y Tuto, früher der größte Werber für Rampolla. Am eifrigsten unterstützten Sartos' Wahl Serafino Vannutelli, Agliardi und Satolli. Ter Papst wird als sehr wohltätig gerühmt; unter anderm soll er einen sehr wertvollen Ring stets im Leihhaus gehabt haben, um.Geld für die Armen zu bekommen. Man erwartet gespannt, ob Pius X. eventuell ein Glückwunsch­telegramm des Königs und dH? Prinzen Italiens beant­worten werde. Der Papst empfing schon zwei klerikale Journalisten und gab beiden Autogramme; eines ist schon veröffentlicht.Giornale d'Jtalia" erzählt, die französische Nativnalnrche habe gestern nicht illuminiert, und laßt durchblicken, es handle sich um Absicht. Zanardelli richtete an den Präfekten ein Telegramm folgenden Wort­lauts:

Der neue Papst teilte uns seine Wahl nicht mit. Ich benachrcchtnge Sie daher, daß die S t a a t s b e a m t e n an den kirchlichen Feiern, die aus diesem Anlaß stattfinden, nicht teim et) m en können. DieTribuna" schreibt hierzu, diese Instruktionen entsprechen der un­parteiischen Haltung, die der Regierung würdig fei. Keine Herausforderung, auch kein übertriebenes Entgegenkommen gegen diejenigen, welche das berechtigte Bestehen Italiens nicht anerkennen zu sollen glauben. Die Regierung könne in ihrem Entgegenkommen nicht soweit gehen, daß sie jemand Ehren erweise, der zeige, daß er vom Bestand des italienischen Staates, seiner gesetzinäßigen Regierung und von dem vom ganzen Volk geachteten, anerkannten Ober­haupt keine Kenntnis nehmen wolle.Jtalie" stimmt der Depesche Zanardellis in warmen Worten zu. Alle Mächte hätten übereinstimmend den Takt Italiens bezüglich der Sicherheit des Konklaves und der Proklamierung des neuen Papstes anerkannt. Der Papst antwortete daraus in einer Meise, die Entgegenkommen und Höflichkeit gegenüber der italienischen Regierung und Nation vermissen lasse. Zanar­delli habe daher, um die Würde des Staates zu wahren, den Beamten anbefehlen müssen, die Wahl zu ignorieren, ebenso wie der Vatikan die Regierung habe ignorieren wollen.

Wie nun die Haltung Pius X. Italien gegenüber fein wird, wenn er erst einmal gekrönt ist, läßt sich indessen nach diesen Vorgängen nicht sagen. DasGiornale d'Jtalia" agt, daß der neue Papst sehr italienisch gesinnt sei. Das Blatt teilt das Rundschreiben mit, welches Sarto anläß­lich der Ermordung des Königs Humbert an den Klerus und die Bevölkerung Venedigs richtete; darin ordnete Sarto fromme Gebete für die erhabene Person des Königs an.

Ausstand in Mazedonien.

Informationen, nach derFrkf. Ztg.", in maeedonischen Kveisen ergeben, daß man es im M o u a st ir g e b i e t e oder, wie die Maeedonier sagen, im zweiten Revolutionsrayon mit der formell erklärten Revolution zu tun hat. Sie wurde am Samstag den 1. August proklamiert. Die Zer­störung der Bahnstation Surowitschowo am Ostrower See war ihre erste sichtbare Tat. Surowitschowo ist ein wich­tiger Truppendislokationspunkt gegen Monastir und grie­chische Grenze zu. Im letzten Kriege wurden gegen Griechen­land bestimmte Truppen hier debarkiert. Nach Angaben der Pforte finb in den Wilajets Monastir und Uesküb 16 neue Banden auf getaucht. In den Kreisen Egripa- lanka und Osmanieh im Wilajet Uesküb, sowie im Kreise Perlepe und an anderen Orten des Wilajets Monastir fan­den neue Kämpfe mit den Banden statt. Heute fand im Dildizpalast in Konstantinopel ein außerordentlicher Ministerrat für militärische Maßregeln statt. Die Pforte beorderte einen Teil der Truppen des Korps von Diner Rusch di Pascha nach den beiden Wilajets. Der bulgarische Exarch wurde während des Ministerrats nach dem Palast berufen, wo ihn der Großwesir aufforderte, auf die von den Komitees irregeleitete Bevölkerung in der Richtung

einzuwirken, daß sie die Waffen niederlegen, da sonst eine energische Niederwerfung erfolgen müßte, unter der auch Unschuldige leiden würden. Ter Exarch antwortete mit einem Hinweis auf die Schwierigkeit feiner Stellung.

Politische Tagesschau.

Mißbrauch der Ruhepausen.

Gegen den Mißbrauch der 24stündigen Ruhepausen durch die in Gast- und Schankwirtschaften Angestellten richtet sich eine gemeinsame Verfügung der Minister des Innern und für Handel und Gewerbe. Es ist derKreuz- zeitung" zufolge zur Kenntnis der Minister gelangt, daß in der Rheinprovinz in fast allen größeren Städten und Orten mir lebhaftem Fremdenverkehr in den Kreisen der Beteiligien die Meinung verbreitet ist, infolge der Vor­schrift über die GewälMng der 24stündigen Ruhezeiten seien die Angestellten während dieser Ruhezeiten auch an Anordnungen nicht mehr gebunden, die der Prinzipal für die in seine Hausgemeinschaft aufgenommenen Gehilfen und Lehrlinge im Interesse der Hausordnung insbesondere über das rechtzeirige Nachhausekomrnen am Abend der freien Tage getroffen hat. Die Folge davon ist, daß die Ange­stellten an diesen Tagen vielfach einen Lebenswandel führen, der sie zur Arbeit am folgenden Tage unfähig macht und schließlich ihre Entlassung nach sich ziehen muß. Ter hierdurch veranlaßte häufige Stellenwechsel hat für beide Teile große Unzuträglichkeiten im Gefolge. Die Mi­nister machen deshalb darauf aufmerksam, daß die Bundes- ratsverordnung nur die gewerbliche Beschäftigung der An­gestellten regelt und demnach auch nur die Verpflichtung besteht, die Angestellten während der 24stündigen Ruhezetten nicht zu gewerblicher Arbeit heranzuziehen; die Befugnis des Prinzipals, für die seiner Hausgenossenschaft ange­hörenden Angestellten die im Interesse der Hausordnung erforderlichen Anordnungen zu treffen, wird daher nicht berührt, nur darf den Angestellten nicht entgegen den Ab­sichten der Verordnung der Genuß der freien Tage dadurch unmöglich gemacht werden. Die Ortsbehörden werden mit entsprechender Anweisung versehen.

Deutsches Keich.

Bergen, 5. August. Der Kaiser ist heule nach, mittag halb 5 Uhr an Bord derHohenzollern" hier ein­getroffen.

Berlin, 5. Aug. DemReichsanz." zufolge nahm der Kaiser heute in Bergen die Vorträge des Chefs b-eg. Marine-Kabinetts sowie der Vertreter des Militärkabinetts und des Auswärtigen Amtes entgegen.

Die Kaiserin wird, wie nunmehr bestimmt ist, am 11. August in Posen eintreffen.

Zu dem BesuchKaiserWilhelms in Oester­reich-Ungarn wird gemeldet, daß der Kaiser am 18. September in Wien eintrifft, wo ein zweitägiger Aufent­halt in Aussicht genommen ist. Von Wien aus begiebt sich der Kaiser zur Jagd auf die Besitzung Bellye des Erzherzogs Friedrich. Der Kaiser wird von Mohaes aus an Bord eines Separatdampfers die Reise in das Jagdrevier zurücklegen. Dem Vernehmen nach beabsichtigt auch Kaiser Franz Josef an den Hochwildjagden teilzunehmen.

DerStaatsanzeiger" meldet: Der König berief aus allerhöchstem Vertrauen den Kammerherrn Major a. D. v. Scheel-Plessen aus Vienhagen im Kreise Olden­burg als Mitglied des Herrenhauses auf Lebenszeit.

DieBerl. Pol. Nachr." weisen darauf hin, daß für 1904 eine Erhöhung der Ausgaben an ver­schiedenen Stellen des Reichshaushalts­etats unvermeidbar sei, namentlich bei der Invaliditäts- Versicherung, der Reichsschuld, dem Reichsinvalidenfonds und dem allgemeinen Pensionsfonds.

Potsdam, 5. Ang. Am heutigen Todestage der Kaiserin Friedrich erschien gegen y410 Uhr im Mausoleum der Kronprinz, der aus diesem Anlasse aus Döberitz herübergekommen ist, um im Aufttage des Kaisers und der Kaiserin einen Kranz am Sarkophage niederzulegen.

Dresden, 4. Aug. Die Aufstellung des Kof. Sohrn im Land ta g s w a h l k r e i s Dresden I von den Nationalliberalem Nationalsozialen und Freisinnigen ist Ziemlich gewiß. Die Antisemiten planen eine Gegenkandi­datur und bilden ein sogenanntes unabhängiges Bürger­komitee.

Ausland.

London, 5. August. Das Oberhaus hat die brittt Lesung des Unterrichts-Gesetzes für London ange­nommen.

In Beantwortung von Anfragen über die Angelegen­heit der chinesischen Journalisten, die in Schanghai in Haft sind, erklärt Premierminister Balfour im Unter­hause, dem diplomatischen Vertreter Englands in Peking sei mitgeteilt worden, die britische Regierung sei der Ansicht, daß die Gefangenen nicht auszuliefern seien.

Bern, 5. August. Wie die Schweizerische Depeschen­agentur vernimmt, werden die vom schweizerischen Bundesrat bezeichneten Bevollmächtigten für die Ha n delsvertrags- v e r Handlungen Ende September in Tätigkeit treten können. Es handelt sich zunächst um Verhandlungen mit Deutschland allein. Der Ort der Verhandlungen ist noch nicht genau bestimmt.

Paris, 5. August. Heute morgen wurden an acht Kapelle n, die aufgelösten M ä n n e r o r d e n der Oratorianer, Marianisten, Ataristen und Dominikaner gehören, die Siegel