t totiben.
chwurgenihi wat* von tyn am 80. Lep- klerikalen Abgeordmt« itanschlags zu zehn n LammaertS, den bezechaet, wird wahr« eröffnet werde».
rem wurden aus dem re 30 ZoHrr alte Fran ;enz übemachiaeu uni )tn. *U W W
'sK»'r heraus Ls °er An von beHn^e6 tet. Qil’SWmt
mmen. te£*£
flwneinm^. TV" Nett te. iS»®* st
Kurzen von Mauer« rf!oliiLi,et9eait “ ro«|en Suppelei unk Wem meinem in jy $töu durch Revolver, c M Weißenfels und Krankenhauses w er, Gütlich.' gePolizeiöericht fit November vorigen Behörden emsig ge- lisail in Steiermark, Wohnhaften Freifrau rsten Freundin rottet LaMsky" raffinierte n Md durch fortwäh- 1 Aufenthaltes bisher nunmehr auf Grund iebeneu Fahndung m hen Schoch, wo er n Namen „Franz K-
? SS Kundgebung
Sagens. D- * urden mchrere « en verwundet und M nbeiter der Städte Mo-
,aJSe$ für notwendig, ^ArbeiÄnstelluug^
BürgerveA^chte! ' bä bta F® ioQu fjten S^Ämhl in dev aii5 bti" ^^ert jungenbie6iaa&
i Clv'^ Lcmdgench
«»Är*’
ihliWN. .ineinve.
«**1
fvwitz^?nlrobkow4
w9 . titfr
- ä «irt* •
■iftial , WSI«»’ Z-rb.- ^«<8 OSll°"k„ sich
; Olig."111
Nr. »1 Erstes Blatt.
153. Jahrgang
Freitag 6. Februar 1903
•rf*<tet täglich außer SonnlagS.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bem Kesstscheo tondwirl bte Äeßener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt.
Eotattonflbrucf u. ver- g der Brühl'fch« itverl.-Buch- u. Stein» bnideret lPietsch Erben) VtedakNon. EroedMo» und Druckerei:
Gchulfiraße 7.
Adresse füt Deoelchen: «uzeiger Gießen.
sternsprrchanlLlußÄtt 6L
Sietzener Anzeiger
** General-Anzeiger v "** Amte- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
veAngSpret», monallich7bPs^ oierteS» jährlich Mk. 120; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pl.; durch die Post Alk. 2.— viertel» jäljrL ausschl Beslellg. Annahme von Anzcigeo tüx bte tageflnummei bi- oorrnttlag- 10 Uhr, ßeilenpret»; lokal ILM, au-wärt- 80 Plg.
Veran» worilich; für den poltt m. allgem. teil; P Witiko: «h .Stadt und Canb* unb JBertd)t6|aaP Lasst Plato, füi den An- teiqenictl: Hon- ®ed
Kckanntmachung.
In dem Gehöft des Philipp Müller V. zu Alten- Buseck ist ein Fall von Milzbrand festgestellt worden.
Gießen, den 2. Februar 1903.
Großherzogliches Krersamt Gießen.
_____________ Dr. Breibert._________________
Kckannlmachung.
Auf Grund deS § 59 der Verordnung, die Anlegung des Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchordnung betr. wird der 2. März 1903 als der Zeitpunkt bestimmt, in welchem daS Grundbuch für die Gemarkung Rödgen in Ansehung der von der Anlegung seither ausgeschlossenen Grundstücke Fl. I Nr. 168»/io, 465'/«», 466y10, 467i/10, 467°/„ als angelegt anzusehen ist.
Von diesem Zeitpunkte sind alle nach dem Ablaufe der Anmeldungsfrist erworbenen Rechte und Einwendungen, die zur Erhaltung der Wirksamkeit gegenüber dem öffentlichen Glauben des Grundbuchs der Eintragung bedürfen, bei dem unterzeichneten Amtsgerichte anzumelden, widrigenfalls ein Vorrang gegenüber den in das Grundbuch einzutragenden Rechten, in Ansehung deren die Anmeldung nicht versäumt worden ist, verloren geht. Der Anmeldung bedarf es nicht, wenn die Rechte in den bisherigen Büchern eingetragen oder von dem Eigentümer angezeigt worden sind, eS sei beim, daß deren Aufnahme in das Grundbuch von einem Anträge des Berechtigten ab hängt.
Gießen, den 3. Februar 1903.
__Großh. Amtsgericht.___________________
Kekanntmachung.
Betr.: Wahlen zur Handwerkskammer im Jahre 1903.
Nach Prüfung der bei uns eingereichten Bestandslisten haben wir folgende Vereinigungen als wahlberechtigt anerkannt:
Ortsgewerbeverein zu Gießen" mit 205 Mitgliedern, .Bäcker-Innung zu Gießen" mit 38 Mitgliedern, ,Fleischer-Innung zu Gießen" mit 28 Mitgliedern, .Barbier-, Friseur- und Perrückenmacher-Innung" mit
14 Mitgliedern,
,Ortsgewerbeverein zu Grünberg" mit 66 Mitgliedern, „Ortsgewerbeoerein zu Lollar" mit 46 Mitgliedern, „Gewerbeverein Rabenau zu Londorf" mit 42 Mitgliedern.
Die festgestellten Bestandslisten liegen in der Zeit von Samstag, den 7. Februar, bis Freitag, den 20. Februar d. Js., einschließlich auf Zimmer Nr. 5 unseres Amtsgebäudes zur Einsichtnahme offen. Beschwerden gegen die Feststellungen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der gleichen Frist bei uns anzubringen.
Gießen, den 5. Februar 1903.
Grohherzogiiches üreisamt Gießen.
I. V.: Dr. Wagner.
Ker Keichskanzler muß warten.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 5. Februar:
Im vorigen Jahre ist der Etat des Reichskanzlers in einer einzigen Sitzung erledigt worden. Diesmal muß Gras Bülow länger auf die Bewilligung seines Gehalts warten. Man erörtert bei dieser ersten ^sition des Etats schon den dritten Tag alle möglichen Dinge, als ob dem Reichstag Zeit in Hülle und Fülle zur Verfügung stünde. Don einer Kritik der Regierungspolitik ist weniger die Rede; die Parteien halten sich gegenseitig das „Sündenregister^ vor, und jede sucht im Hinblick auf die Neuwcchlen nach Kräften für sich Propaganda zu machen. Einige Redner wenden eine bilderreiche Sprache an, so heute Abg. Ledebour (Soz,), der vom sozialdemokratischen „Hektor", vom „grollenden Achill" Frhr. v. Wangenheim, vom „Odysseus" Podbielski, den edlen Dulder, und vom „Agamemnon" Graf Bülow sprach, Vergleiche, über die sich besonders der Reichskanzler sichtlich belustigte. Vielleicht hatte auch auf Herrn Ledebours Phantasie der Umstand anfeuernd gewirkt, daß seine Gattin auf der Tribüne weilte. Interessieren dürfte, daß häufig sozialdemokratische Frauen Zeugen der parlamentarischen Erfolge sind. In der Sache selbst ist erwähnenswert, daß Herr Ledebour Karten auf den Tisch des Hauses niederlegte, auf denen er eine Neu- einteilung der Reichstagswahlkreise Berlin und Hannover, auf Gründ der Volkszählung von 1900, ausgearbeitet hat. Mit der Politik des Reichskanzlers ist die Sozialdemokratie naturgemäß nicht zufrieden. „Draußen" betreibe Deutschland eine auf übertriebene Schneidigkeit gestellte „Renommier-Politik, die Deutschlands Handel und Schiffahrt schädigen müsse. „Drinnen" führe man mit Schroffheit die Entnationalisierung fremdsprachiger Staatsbürger durch, wie aus der Marienburger Rede des Kaisers (Wahrung der nationalen Güter gegen polnischen Uebermut") sich erkennen lasse. All' dies auseinanderzusetzen, brauchte Herr Ledebour mehrere Stunden. Allein diese erste Rede also füllte die Hickste der Sitzung; eine Notwendigkeit war sie nicht; selbst Herrn Ledebours politische Freunde nahmen diese Dauerleistung schweigend aus. Doch Graf Bülow hatte mancherlei aus der Rede herausgehört, was ihn zu sofortiger Entgegnung veranlaßte. Er wies den Borwurf zurück, „draußen" eine abenteuerliche Politik zu treiben. Er sei bestrebt, die Mitte zu hatten zwischen dem „Kirchturmstandpunkt" der Sozialdemokraten und der zu weitgehenden, auf Gefüh.swal.ungen beruhenden Auffassung
der Alldeutschen Deutschland wolle nichts als die Politik ruhiger Besonnenheit, als den ausreichenden Schutz seiner überseeischen realen Interessen. So fei es gewesen auf Samoa, in China, und so sei es gegenwärtig in Venezuela. Den Hans Dampf in allen Gassen spiele Deutschland nirgends in der Welt. Was die Reden des Kaisers betreffe, so gehe er, der Reichskanzler, einer freimütigen Aussprache darüber nicht aus dem Wege. Er habe bei der Generaldebatte zum Etat in dieser Hinsicht kein Blatt vor den Mund genommen, glaube aber doch, daß es dem Wunsche der sehr großen Mehrheit des Hauses entspreche, wenn die Person des Kaisers so selten als möglich in die Debatte gezogen werde. Er lehne es deshalb ab, auf die Marienburger Rede des Kaisers hier einzugehen. Lebhafter Bei- sall rechts. Graf Bülow hatte lauten Tones, stellenweise mit einer gewissen Feierlichkeit gesprochen und zur Bekräftigung seiner Worte die Rechte wiederholt nachdrücklich auf die Tischplatte fallen lassen, während er mit der Linken einen Riesenbleistift fest umschloß. An die Geschichte Münchhausens von eingefrorenem Ton im Horn erinnerte eine Ausein and er s etzun g des reichsparteilichen Abg. Gamp über den Zolltarif und die vorausgegangenen Verhandlungen mit der Regierung. Herr Gamp brachte diese Rede, die er bei der geeigneten Gelegenheit nicht halten konnte, heute an. Selbst bte Herren auf der Rechten schienen die Notwendigkeit der Rekapitulation der Vorgänge nicht einzusehen. Graf Bülow kreuzte bei den Beteuerungen, die Zustimmung zum Zolltarif verpflichte die Vertreter der Landwirtschaft keineswegs zur Annahme der Handelsverträge, gelassen die Arme über der Brust. Das ist eine Sorge der fernen Zukunft. An die Adresse des ,Hundes der Landwirte" waren die wiederholten lebhaften Verwahrungen gerichtet, daß auch nur ein Iota der landwirtschaftlichen Interessen von den Freunden des Antrags Kar- dorff preisgegeben worden fei, und Herr v. Kärborsf vernahm solche Worte mit Genugtuung. Für könig s- treue Arbeiter-Reichstagskandidaten brachte der Redner einen Unterstützungsfonds in Vorschlag, zu bem Graf Bülow den Aufruf erlassen möge. Viel Heiterkeit erregte es, als Herr Gamp, der in der Hitze des Gefechts mehrfach sich etwas verhaspelte, emphatisch erklärte, ein deutsches Wort gelte noch etwirs, auch wenn es vom Reichskanzler komme. Gras Bülow fnmmte yerzlich in das Lachen ein. Abg. Jessen, ein bleicher, hagerer Däne, führte Klagen über Ausweisungen dänisch Sprechender, ohne damit die Abgeordneten ober die Regierung anscheinend sonderlich zu interessieren. Der Abneigung bes größeren Teils ber Konservativen gegen bie Diäten unb das „Kloset-<Gesek" (Wahl-Jsolierraum) gab Abg. Frhr. v. Richthofen, em Vetter des gleichnamigen Staatssekretärs, unb ruhiger Rebner, Ausbruck, was ben Abg. Dasbach, einen ber streitbarsten Zentrumsmänner, zu einer Art Ehrenrettung ber Diäten unb bes Jsolierraums veranlaßte, Es sei eine Pflicht, besonders der süddeutschen Minister, darauf $u bringen, baß Anwesenheitsgelber an die Reichstags- abgeorbneten gezahlt werben. Eine heftige „Kanonade" des heißblütigen Polen G l e b o ck i gegen den Reichskanzler, die Vizepräsident Büsing mit zwei Ordnungsrufen durchkreuzte, und Staatssekretär Graf Posadowsky später zurückwies, und eine „Nachlese" seitens des Abg. Fürsten Bismarck (wild) machten den Beschluß der Sitzung. Das Ergebnis des Tages: Graf Bülow wartet noch immer auf fein Gehalt.
Politische Tagesschau.
Der Anteil der Landwirtschaft an der Wehrhaftigkeit bes Deutschen Reichs ist schon lange ein Gegenstanb lebhaftesten Interesses in Volks- unb insbesonbere in lanb- wirtschaftlichen Kreisen. In bie Zolltarifkämpfe spielte bie wichtige Frage hinein, unb bie Behauptung, die Dienstuntauglichen stammten hauptsächlich aus städtischen und industriellen Kreisen, hat aus diesen Kreisen lauten Widerspruch erfahren. Jetzt hat nach ber „Rhein. Wests. Ztg." der Reichskanzler dem Deutschen Landwirtschaftsrat antworten lassen, daß eine durchaus zureichende Statistik hierüber aus internationalen Gründen nicht angängig sei. Der Reichskanzler erklärt sich zwar zu statistischen Ermittelungen hierübet bereit, aber nur soweit es sich mit den militärischen Interessen vereinigen läßt. Dann heißt es weiter:
„Zn ben in ben Beschlüssen ber Plenarversammlung vom b. Februar b. I. enthaltenen weiteren Anregungen glaube ich schon jetzt bemerken zu sollen, baß ber Veröffentlichung einer Ersatzstatistik in bem gewünschten Umfange militärische Interessen ernster Art entgegen» stehen. Denn eine ausgebehnte Ersatzstatistik ist sehr geeignet, fremben Staaten einen unerwünschten Einblick in die Verhältnisse zu gestatten, auf welche sich bie Wehrkraft gründet. Diese Erwägung dürfte auch die französische unb östreichische Regierung veranlaßt haben, bie Ergebnisse ihres Heeres-Ergänzungsgeschäftes nicht mehr in demselben Umfange zu veröffentlichen, wie es früher geschehen ist. Die Veröffentlichungen anderer Staaten (j. B. Rußland) gewähren ebenfalls keinen weiteren Einblick, als die im „Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich" mitgeteilten Ergebnisse des Heeres- Ergänzungsgeschäftes in Deutschland. Ueberbie» barf auch die Reichhaltigkeit des ben Militärbehörden zur Verfügung stehenden Materials nicht überschätzt werden. Dieses Material, welches durch bie Muster 6, 7 unb 14 zur Wehrordnung, sowie d"rch Muster 2 zur Heerordnung bargesteilt luiro, bietet meines Erachtens noch keine genügenoe Grundlage für die den Wünschen des Landwirtschaftsrates entsvrechenben Feststellungen. Es fehlen beispielsweise Angaben über bie Herkunft ber
Eltern unb über bie beim häufigen Umherziehen bei Bevölkerung wichtigen Veränderungen, welche in Bezug auf Aufenthalt unb Erwerbstätigkeit ber Gestellungspflichtigen seit bem Verlassen ber Schule eingetreten sinb. Lei ber für bas Jahr 1902 angeorbneten Statistik han- belt es sich um einen Versuch. Ich behalte mir vor, bie mit ben vorgeschriebenen Einleitungen versehene „Uebersicht über bie Ergebnisse bes Heeres-Ergänzungs- geschäftes", welche etwa Mitte bes nächsten Jahres erliegen wird, bem Vorstände mitzuteilen, wodurch diesem alsdann Gelegenheit gegeben sein würde, über die Fragt der Fortführung und Ausgestaltung der Statistik sich gutachtlich zu äußern."
Man wird den Ausführungen des Graftn Bülow beipflichten. Nur um zu beweisen, ob Stadt oder Land mehr Mannschaften stellen, darf fremden Mächten nicht Einblick in unser Heeres-Ergänzungsgeschäft gestattet werden.
Znm Gesetzentwurf über Einführung von KausuannSgerichter hat der Verband deutscher Handlungsgehilfen Stellung genommen. Diese Bernfsgenossenschaft hält nach wie vor an den Grundgedanken fest, die die Verbandsleitung unb bie Generalversammlung bei ihrem Vorschlag: „Selbst- ftänbige Schiedsgerichte und, wo das nicht angängig ist, Anschluß an die am meisten verbreiteten Amtsgerichte", geleitet haben: Das Kaufmannsgericht muß allen Handlungsgehilfen zugute kommen. Das Verfahren muß schleunig, wohlfeil fein, unter Zuziehung von Prinzipalen und Handlungsgehilfen stattfinden unb ben besonderen Verhältnissen der Handlungsgehtlfen entsprechen. Der Vorsitzende muß ein Jurist sein. Dementsprechend stellt der Verband gegenüber dem Entwurf folgende Forderungen auf: 1. Orte, an denen kein Kaufmannsgericht besteht, müssen (nicht können, wie der Entwurf will) zu einem gemeinsamen Kaufmanns- gerichtsbezirk zusammengeschlossen werden. Ferner muß das Kaufmannsgericht allen Handlungsgehilfen zugute kommen, nicht bloß (wie ber Entwurf bestimmt) Angestellten mit einem Einkommen bis einschließlich 3000 Mark. 2. Die Berufungssumme muß 300, ober am besten 500 Marl betragen, nicht nur 100 Mark. Auch bie Begründung des Entwurfs erkennt an, daß es sich in Handlungsgehilfen- Ken meist um höhere Werte handelt, als bei Prozessen Werbegehilfen (Arbeitern).
Die Kaufmannsgerichte müssen also in erster und letzter Instanz bis zu einer höheren Wertsumme entscheiden, als bie Gewerbegerichte.
Das Kaufmannsgericht muß sodann — im Unterschied zum Entwurf — auch für den Vertrag mit Konkurrenz klausel zuständig fein, dessen Inhalt für das Fortkommen des Angestellten von höchster Bedeutung ist.
Wählbarkeit und Wahlrecht haben beim Kaufmann schon mit vollendetem 25. bezw. 21. Jahre einzutreten. Das Verflchren nach dem Grundsätze ber Verhältniswahl ist im Gesetz festzulegen. Die Paragraphen des Gewerbe- gerichtsgesetzes, die die Tätigkeit des Gerichts als Einigungsamt betreffen, finden entsprechende Anwendung. Schiedsverträge, durch welche bie Inständigkeit des Kaufmannsgerichts für künftige Streitigkeiten ausgeschlossen wird, ist nicht rechtsverbindlich. Wählerlisten sind von Amtswegen aukufteiten.
Auch das Organ des Verbandes deutscher Gewerbe-^ gerichte „Das Gewerbegericht" erklärt den juristischen Vor- sitzenden für notwendig. In einer wertvollen Verbands- beilage (bearbeitet von ber Archivverwaltung bes Ver- banbes) zur Monatsschrift „Das Gewerbegericht) schreibt der Beigeordnete Emil Wolf (Die Statuten der deutschen Gewerbegerichte, S. 299 unb 300): „Nach meiner Erfahrung tauchen Fragen auf, deren rechtlicher Charakter im Gebiete des positiven Rechts nur bem Juristen erkennbar ist unb zu bereu Lösung nur ber Jurist in ber Sage ist, wenn anbers bas Gewerbegericht auf bie Tauer sein Ansehen als „Gericht"' erhalten will."
Für diese Forderungen wird der Verband eintreten.
Tod der Regentin von China?
Man schreibt uns ferner aus Berlin, 5. Februar: Nach einer Meldung des „Standard" ist die Kaiserin- Mtwe von China gestorben, doch 'werde ihr Tob noch geheim gehalten. Eine Bestätigung bieser 9Lachricht liegt zur Stunde in Berlin nicht vor. Immerhin ist mit einem solchen Ereignis zu rechnen, da bie Regentin feit längerem leidenb sein soll. — Die „Chinesen", bie in letzter Heft stark im Kurse gestiegen waren, erlitten heute einen Rückschlag, ber wohl nicht nur auf bie Anfstanbsbewegung zurückzuführen ist. Thronstreitigkeiten sinb jeb en falls beim Ableben ber Regentin zu erwarten, benn Kwangsü ist nicht kräftig genug, das Herrscheramt auszuüben. Auch die ostasiatische Politik der Rlächte kann von bem Ereignis berührt werben. Tie chinesischen Anleihen jeboch, gut fun= biert, hält man nicht für gefährbet.
31. ILeniNverversumuuung des Keutjchen oland- wlttjchastsrals.
(Ausfuhrckcyer Bericht.)
IL
Berlin, 4. Februar.
Der Landwirifchaftsrat befchäflcgte sich heute mit Vorschlägen zur Abänberung bes S euch enge setz es. Die neue Novelle zum Reichsviehseuchengesetz fand bie Zustimmung ber Versammlung. Gewünscht wird aber u. a., daß bie Entschävigung im Tuberkulosesall auf ben vollen gemeinen Wert statt aus vier Fünftel festgesetzt wird. In einer Resolution ivirö bie allgemeine H.r,^Uuug von Viehablabestellen mit undurchlch,igem Bouen, namentlich auf ben Verlabestellen mit regelmäßigem Markt- unb Handels-


