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Erstes Blatt.
Donnerstag 5. Marz 1903
153. Jahrgang
Nr. 54
• rfftetat täglich außer Bonnlag*.
fcem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kefflsche» Landwirt bie Siebener Lamilien- blätter viermal in der Woche beigelegl.
älotalionSdruck u. Ver> lag der Brühl 'ichen Ünwerl.-Vuch- u.etem» drucke re I (Pietsch Erben) lUMftton, Exoedttw« und Druckerei r
Echnlstraße 7.
tldrelle für Depeschent Anzeiger Gießen.
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W General-Anzeiger " SS
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW
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Gießen, ben 4. März 1903.
SBeit: Die Verlegung der Termine für die Erhebung der Staats- und Gemeinbesteuern.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
a» die Grohh. Bürgermeistereteu deS Kreises.
Die sofortige Erlebigung unserer Verfügung vom
16. v. Mts, Kreisblatt Nr. 16, bringen wir in Erinnerung.
Dr. Freiheit
Politische Tagesschau.
Der Kaiser an die Wilhelmshavener Rekruten.
In ber Ansprache an bie Rekruten der zweiten Marine- Inspektion in Wilhelmshaven wies bet Kaiser, wie bic „Post" meldet, bie neu Vereibigten zunächst auf bie von ihnen nunmehr Übernommenen Verpflichtungen hin. Er erwarte von ihnen, baß sie mit Leib unb Leben für bie Flagge unb wenn sie auch nur noch aus einem Fetzen bestehen sollte, eintreten, damit sie bereinst, wenn bei ber Außerdienst- stellung Flagge unb Wimpel niebergeholt würben, sich vor ihrem Gewissen sagen könnten: „Du bist Deinem Eibe treu geblieben unb hast bie Flagge rein, makellos unb in Ehren gehalten bis zum letzten Augenblick." Der Kaiser verwies dabei auf manches nachahmenswerte Beispiel in ber Geschichte ber Marine unb ber alten Hanseaten unb beten Wahlsvruch beim Hissen ber Flagge, auf ben alten „Iltis" unb den „Panther". Er erwarte, baß sie, bie soeben Bereibeten, es jenen nachtun werben an Entschlossenheit unb Tapferkeit.
Der Papst unb Bischof Komm.
Von angeblich hervorragender vatikanischer Seite wirb aus Rom telegraphiert, baß bas eigenmächtige Vorgehen des Bischofs Komm beim heilia en Stuhl umso unangenehmer empfunben werbe, als eine päpstliche Verordnung den Bischöfen ausdrücklich auferlegt, in allen Fragen, welche keine besonderen Angelegenheiten einer einzelnen Diözese bilden, nach gemeinsamer Vorberat- uny und gemeinsam vorzugehen. Der Bischof hätte daher die Trierer Schulangelegenheit bei der letzt.cn Zusammenkunft der preußischen Bischöfe in Fulda zur Sprache bringen müssen. Fürstbischof Kopp hatte in einer Unterredung mit Komm auch den Versuch gemacht, denselben von ber absoluten 9iotwenbigkett, seinen Erlaß auf die eine oder bie andere Art zu revozieren, zu überzeugen. Auch bei allen ande ren deutschen Bischöfen soll die M i ß - billigung über das Verhalten Ko rums allgemein sein. Der heilige Stuhl stehe vollauf auf Seiten detpreußi sch en Regierung. Der Bericht des Fürstbischofs Kopp über die Angelegenheit habe auf das Verhütten der Kurie beftimmenb eingewirkt.
Zn Sachen der Freizügigkeit der Lotterielofe betont ber Lotteriekollekteur Karl Heintze in einem offenen Schreiben an den preuß. Finanzminister, baß gegenwärtig bie Lose ber preußischen Klassenlotterie nur sehr schwer abzusetzen sind trotz ber in letzter Zeit den Einnehmern gewährten Ge- schästserleichterungen. Heintze führt auS:
Diese Erscheinung berühr in ber mangelnden Freizügigkeit der Lose in Deutschland und in der Konkurrenz der ungarischen Lose in früheren ausländischen Absatzgebieten deutscher Lose. Die ungarische Konkurrenz sei dadurch gestärkt, daß viele deutsche Kollekteure, veranlaßt durch die über sie verhängten Geld- und Freihcitsstralen, die ihnen der Verkauf deutscher Lose in ber Heimat einbrachte, dem Vaterlande den Rücken führten, in Ungarn und von Ungarn aus ungehindert das Losegeschäst überallhin betreiben. Durch die ungarische Konkurrenz, durch die erhöhte Steuer, aber vor allem durch die im Auslande unverstandenen Verurteilungen wegen LoUerievergehen gehe das Lottenegeschäst zurück. Selbst das Ausstellen der verlockendsten Lotteriepläne 1 teuere dem Rückgänge
nicht. Nur die Freizügigkeit der Lose könne Wandel schaffen und werde dem Reiche auf die Dauer die erhoffte Steuer und gleichzeitig dem die Lotterie betreibenden Staate die Einnahme sichern.
Auf Grund einer Umfrage erklärt der Verfaffer des offenen Briefes, baß bie hessisch - thürin gischen Lotterie-Verband st aaten, bie bekanntlich ihre Lotterien m eigener Regie haben, ebenso wie Sachsen, wie wir schon früher einmal ausfuhrten, nur auf Preußens Initiative warten, um einen Verttag zu schließen, ber bie Anzahl unb ben Betrag ber heute ausgegebenen Lose auf eine bestimmte Zeit festsetzt unb bie bann Freizügigkeit in bem gemeinsamen Gebiet erhalten.
Parlamentarisches.
Berlin, 4. März. Die Bud getkommisfion des Reichstages setzte heute die Beratung des Militär- Etats bei der gestern abgebrochenen Debatte über den Titel betreffend Ausführung von Ersatz- unb Verstärk- ungebauten in Ulm fort. Nach längerer Debatte wurde bie gestern mitgeteilte Resolution Gröber (Ztr.) mit 17 Stimmen angenommen unb der Rest bcs preußischen Etats er- lebigt. Beim Etat für bas sächsische Reichs-Milttär-Kon- tingent gelangte eine Resolution des Prinzen Arenberg (Ztr.) mit 17 Stimmen zur Annahme, bei Vergebung ber Lieferungen von Munition unb artilleristischem Material tunlichst zu verlangen, baß eine Mehrheit von Lieferanten zugelassen werden. Hierauf wurde ber sächsische Militär- Etat unverändert bewilligt, ebenso der württembergische. Damtt ist der Militär-Etat er leb rat. Morgen werben der Pvstetat uni) der Etat des Retchsamts des Innern beraten.
Stuttgart, 3. März. In der Finanzkommission schnitt der Referent die Frage der Entschädi gung unschuldig Verurteilter an. Der Minister teilte mit, daß verschiedene Entschädigungen bezahlt worden seien. Der gegenwärtige Zustand sei durchaus zufriedenstettcnd.
Wahlbewcgnug.
Bereits jetzt treten Vereinigungen von Personen verschiedener politischer Richtung auf ben Plan, um irgendwen als den eigentlichen, als den gefährlichsten Feind zu bezeichnen. Der neueste Appell richtet sich gegen den ,UltramontaniSinu§*. ,Jn Politik unb Kunst, in Wiffenschaft unb Religion, überall hemmt ber Ultramontanis- mus den Fortschritt unb hinbert bie freie Selbstbestimmung be§ Einzelnen wie ber Gemeinschaft". So heißt es in bem uns vorliegenben Aufruf, ber inSbesonbere auch eine große Zahl von Unterschriften aus Gelehrtenkreisen gefunden hat. Keinem Wahlkandidaten dürfe bie Stimme gegeben werben, ber nicht unzweideutig erkläre, bei allen Fragen, bie bas Verhältnis zum ultramontanen System berühren, in ab» wehrenbem Sinne tätig zu sein.
In Königsberg i. Pr. bereitet sich ein Zusammenschluß ber bürgerlich-liberalen Parteien vor, um ben Wahlkreis ber Sozialbemokratie zu entreißen. Um einen solchen Zusammenschluß zu ermöglichen, hat berbortige Nationalliberale Wahlverein auf bie Aufstellung eines eigenen Kandibaten verzichtet unb wirb für ben Kanbi- baten ber freisinnigen V olkspartei ein tret en, bie zuerst in bie Wahlbewegung eingriff unb in ber Person des Rechtsanwalts Gyßling einen Kanbibaten nominiert hat. Wenn es gelingt, jene 9000 säumigen Wähler, bie im Jahre 1898 ber Wahlurne fern blieben, zur Abstimmung heranzuziehen, so ist bie Möglichkeit gegeben, ben Wahlkreis Königsberg gegen bie Sozialdemokratie zurück zu erobern.
Heer und Flotte.
Berlin, 4. März. In einer Audienz, welche Geheimrat Esser beim Kriegsminister von Goßler hatte, um irn Namen des deutschen V e t e r i n ä r r a t c 4 eine Adresse aus Anlaß der Maturität für die Tierärzte zu überreichen, betonte der Minister, daß er sich mit ber Veränderung der Vorbildung einverstanden erklärt habe, obgleich die Leistungen der Noßärzte bisher durchaus befriedigend gewesen seien. Im übrigen ließ der Minister erkennen, daß weitgehende Veränderungen namentlich auch hinsichtlich der jetzigen M i l i t ä r - R o ß- ärzte-Schulen bevorstehen, die aber noch nicht spruchreif seien.
Theologie und Aeligion.
Aus dem Kreise unserer Leser geht uns nachstehender Artikel zu, welchen wir im Jntereste der Sache gern aufnehmen:
Religion und Theologie sind nickst: dasselbe, ebenso wie Bildung und Wissen nicht dasselbe sind. Es kann jemand Diel wissen, bedeutende Kenntnisse haben, und er kann doch recht ungebildet sein. Ebenso kann jemand ein großer Theologe fein, und doch der Religion gänzlich bar.
Die Theologie ist eine Wistenschaft, frei, und muß unbehindert sein m der Forschung. Weder ihr Resultat noch ihre Methode dürfen eingeschnürt fein. Sie muß eben bürtig fein allen übrigen Wissenschaften in Kritik und Weiterforschung. Sie darf keiner Partei dienen, am allerwenigsten zu einem Brotstudium herabsinken, — d. h. als Wissenschaft. Dem, der sie treibt, sind dadurch für sein äußeres Leben keine Schranken auferlegt, da mag er sich überhaupt mit dem Leben abfinden.
Die Religion ist ein Bedürfnis der Seele, sie bedarf keiner wissenschaftlichen Vorbildung, sie wurzelt im Gemüt, je nach dem Menschen, ebenso als 21berglaube, im Bunde mit finsteren Machten, als im Verkehr mit dem höchsten Wesen, mit Gott. Sic giebt dem Individuum das Maß für Recht und Unrecht, sie regiert das Gewissen des Ungebildeten und des Aermsten, nrie des Gebildeten und Reichsten; hoch und niedrig, Kind, Mann und Weib, Jugend und Alter, Stand und Beruf, Arbeit und Genuß in Gesundhett und Leibesfrische, in Krankheit und Elend, im Kampf und in der Ruhe durchdringt sie. —
Die Theologie gründet sich auf Hypothese. Wer die haltbarste aufsteltt, der beherrscht zur Zett die Wissenschaft, — er ist der geistreiche, bis ein noch geistreicherer kommt, und ihm seinen Harnisch nimmt. Die Theologie schwebt auf den Höhen der Gesellschaft, sie beeinflußt das Gros der Gebildeten, die herrschenden Klassen, die Gesetzgebung, die äußere Sitte, die Kunst und die Literatur; sie ist salonfähig.
Die Religion gründet sich auf Glauben, auf Hingabe an die verehrte Gottheit, auf Gebet, auf Opfer, auch des Liebsten, zur Beschwichtigung des Gewissens ober zur Erreichung eines gewünschten Zieles. Sie schleicht vielfach ganz im Verborgenen, und versteckt sich oft ängstlich, weil sie dem Streit der Meinungen sich nicht gewachsen fühlt.
Die Theologie gehört auf die Universität, in die Hörsäle, auf das Katheder. Die Religion gehört in den Gottesdienst, auf die Kanzel, in die Gemeinde.
Die Theologie wirkt durch die Schärfe des Arguments auf den Verstand, die Religion durch das Gewissen auf den Charakter Tie Theologie spinnt die Systeme, die Religion übersetzt sie ins praktische Leben; vom Katheder geht die Erkenntnis aus, von der Kanzel die Begeisterung; in der Stille der Studierstube reifen die unklaren Gedanken, im Wirken innerhalb der Gemeinde werden sie auf ihren Wert geprüft. Die Theologie bildet Geistliche,
Einiges üver «-kungeuheilanstatten.
ui.
Betrachten wir nun noch kurz die eigentliche Arbeit ber Heilanstalten, das Leben in denselben und die erzietten Erfolge, so müssen wir uns vor Augen halten, daß auch in dieser Hinsicht noch vieles im Werden begriffen ist, daß beständig Verbesserungen des ganzen Betriebs, der Behandlungsart usw. vorgeschlagen, geprüft und eingeführt werden, und daß sich deshalb ein abschließendes Urteil über den Wert der .Heilstätten allein noch nicht abgeben läßt. Bestehen doch die meisten Volksheilstätten erst wenige Jahre. Ungesund wäre es, wenn eine wenigstens in ihrer Ausdehnung so junge Sache schon zu einem Stillstände gekommen märe, der eine endgiltige Beurteilung ermöglichte. Das aber dürfen wir ungescheut aussprechen, daß die Heilstätten und ihre Erfolge zu den schönsten Hoffnungen berechtigen.
Die Volkshettstättenbewegung hat vor allem das große Verdienst, daß sie bie Anregung tzazu gegeben, ausgebreitet unb vertieft hat, bie an Tuberkulose erkrankten Leute so früh wie irgend möglich aus ihren oft ungünstigen häuslichen und Ern . Verhältnissen einmal her- auszunehmen und unter günstige Bedingungen zu versetzen. Dadurch, daß von den Heilstätten die Kranken abgetoiefen werden, bei denen das Leiden schon so wett vorgeschritten ist, daß ein ausreichender Erfolg unwahrzch einlich ist, rourben bie Aerzte, die Kttankenkazjen und bte Versicherten selbst angespornt, überall der in. der Entwickelung be- qriffenen Lungentuberkulose nachzuspüren.
J "In den Anstalten selbst findet nun der Erkrankte öie denkbar günstigsten Bedingungen; die Behandlung be
steht hauptsächlich in Anwendung natürlicher Heilmittel, reichlichem Genüsse von frischer Luft, kräftiger Ernährung, Wasteranwendungen, Hebungen der Lunge, zweckmäßiger Abwechselung von Ruhe und Bewegung. Daß auch andere Errungenschaften der Wissenschaft dem gleichen Zwecke dienstbar gemacht werden, ist selbstverständlich. Dabei führen die Kranken ein sorgenloses Leben, denn die Familien werden von den Versicherungs- Anstalten unterstützt. Tie Patienten werden von allem unterrichtet, was dem Körper schaden kann, zu allem angehalten, was demselben nützen kann. Jeder Patient wird nach seiner Eigenart und der Form der Krankheit behandelt; jedes kleine Unwohlsein wird sofort unterdrückt, um dem Körper möglichst viel Kräfte zur Ueber- windung der Tuberkulose übrig zu lassen. Neben dieser Pflege sind viele Heilstätten auch dazu übergegangen, Die Kranken, wenn sie einigermaßen gebessert sind, mit allerhand Arbeiten zu beschäftigen, vorwiegend mit solchen in frischer Luft. Da immer durch ärztliche Anordnung sestgestellt wird, wie viel Arbeit dem Einzelnen zuträglich ist, hat dieses Verfahren meistens ganz vorzügliche Erfolge gehabt, ja manche Patienten haben in der Zeit, in der sie arbeiteten, mehr zugenommcn, als vorher.
Neben sorgfältiger Beyaiidlung werden die Kranken über die Art der Krankheit, die Behandlung und die Gründe dafür unterrichtet, damit fic, wenn sie später entlassen sind, an ihrem Teile dazu beitragen, die Kenntnis der Gefahr und ihrer Beseitigung in immer weiteren Kreisen zu verbreiten.
Tic zahlenmäßigen Erfolge geben dieser ausgedehnten Arbeit an Den in Hettstättenbehandttmg stehenden Kranken gegenüber nur ein unvolttommene.' Btto des von ten Heilstätten ausgehenden Segens. Die gründliche Belehrung
der Kranken, das Anhalten zu einem soliden Lebenswandel, die Neubelebung der durch das Gefühl des Krankseins gedrückten Gemütsstimmung sind Vorteile, die sich nicht messen ober zählen lassen, aber sie kommen doch den Pfleglingen, ihren Familien und ihrer Umgebung zugute. Daneben stehen recht ansehnliche Zahlen von Wiederkehr der Erwerbsfähigkeit. Nach der Statistik des Reichs-Der- icherungsamtes wurden von allen bisher Behandelten durchschnittlich 72 Prozent als erwerbsfähig entlassen und bei vielen davon war der Erfolg von Dauer. So berichtet die Heilstätte in Lüdenscheid in Westfalen, daß von den Entlassenen nach einem Jahre 74 Prozent, nach Atoei Jahren noch 65 Prozent erwerbsfähig waren und Die Heilstätte für Bergleute in Sülzhain im Harz berichtet, daß von den Pfleglingen des Jahres 1898 bis zum Schlüsse des Jahres 1901 — also mindestens drei Jahre lang, 41 Prozent ununterbrochen in ihrem schweren Berufe gearbeitet haben. Und unsere hessische Invalidenversicherung konnte bei der Eröffnung ihrer neuen Heilstätte bei Sandbach i. C. mitteilen, daß von den bis dahin behandelten Lungenkranken noch 64 Prozent erwerbsfähig seien.
Dafür, daß viele der Pfleglinge nicht dauernd erwerbsfähig blieben, giebt es viele Gründe, die zum Teil in den äußeren Verhättnusen, zum Teil in ber Art ber Krankheit liegen, in vielen Fällen aber sind auch die Kranken selbst dafür verantwortlich zu machen, daß sie später fühlen mußten, weil sie nicht hören wollten. Wer gebessert ober genesen aus einer Heilstätte kommt unb bemüht sich nicht sein ganzes Leben hindurch, bie gelernten Gcsundhetts- regeln bcizubehatten, soweit cs irgend möglich ist, kann von Glück sagen, wenn er gesund bleibt, verdient hat er's jedenfalls nicht.


