Ausgabe 
5.2.1903 Erstes Blatt
 
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statt. An demselben nahmen 300 Personen u. cu teil Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, letztere geb. Prin­zessin v-on Preußen, sowie sämtliche Militär- und Zivil­behörden.

Frankfurt a. M., 4. Febr. Charakteristisch ist ein Antwortschreiben der neuen Theatergesellschaft (Schauspiel- und Opernhaus) an den Vereinakademisch gebildeter Lehrer. Wie das Philol. Korrespondenz^ blatt schreibt, war den Offizieren unb den Richtern eine Anzahl besserer Plätze zu ermäßigten Preisen reserviert worden; nun wandte sich der erwähnte Verein an die Ge­sellschaft mit der Bitte, eine gleiche Vergünstigung auch für seine Mitglieder zu gewähren. Darauf antwortete die Gesellschaft ablehnend, wies aber darauf hnr, daß von Zeit zu Zeit Volksvorstellungen gegeben würden (Charakteristisch ist, so bemerkt dieFrkft. Ztg.", die Antwort in hohem Grade. Anderseits scheint es ein Fehler, daß der Verein durch sein Gesuch sich einer derartigen Antwort ausgesetzt hat. Die Bevorzugung einzelner Bevölkerungsklassen in angesehener Lebensstellung ist ein Mißbrauch. Offizierkorps und Richterstand in Frankfurt a. M. haben wahrscheinlich nicht um diese Bescherung gebeten ob der einzelne davon Gebrauch macht, ist seine Sache und wir halten es nicht für angebracht, wenn ein anderer angesehener Stand diesen Mißbrauch auch noch zu erweitern beantragt.)

Wetzlar, 4. Febr. Die Vorarbeiten zur Wiederher­stellung des hiesigen Doms sind, wie Kreisbauinspektor Stiehl in der Hauptversammlung des Dombanvereins aus- fuhrte, im Herbst v. I. zum Abschluß gelangt und die Plane liegen gegenwärtig dem Kultus Ministerium vor. Die Kosten übersteigen eine Million Mark. Zunächst ist eine Erhöhung des Chordaches geplant, welche eine bessere Uebereinstünmung mit den Umrißlinien des Bauwerks her­beiführt. Die Front des Querschiffes wird ergänzt, die oberen Teile erhallen Strebepfeiler und Galerien; letztere werden sich bis zur Dtordselle des Langhauses fortsetzen. Der sogenannte Heideturm wird mit einer neuen massiven Kuppel bekrönt. Die Westsassade erfährt keine Veränderung, Die Hauptarbeit besteht aber in dem Ersatz aller bau­fälligen, vermittelten und schadhaft gewordenen Teile durch, gutes dauerhaftes Material. Die Kostendectung scheint einstweilen eine offene Frage zu sein.

Villmar a d. L., 4. Febr. Am vergangenen Freitag starb hier plötzlich die Frau des Tünchermeisters Wilh. Stein. Ueber die näheren Umstände dieses plötzlichen Todes wird nun folgendes bekannt. Den Anverwandten der Verstorbenen, namentlich dem Gendarmen Ackerknecht hier erschien der plötzliche Tod verdächtig. Aus Veranlassung des Beamten wurde die gerichtliche Untersuchung der Leiche am Samstag an Ort und Stelle vor genommen, worauf der Ehemann Stein verhaftet wurde. Am Montag ist die Leiche durch den Kreisphysikus Dr. Menke-Weilburg seziert worden. Es hat sich dabei folgendes ergeben: Der Hinterkopf wies einen groben Schädelbruch aus, her- rührend von einem stumpfen. Instrument. Der Tod erfolgte anscheinend durch Eindringen des Blutes ins Gehirn. Stein leugnet bis jetzt noch die Täterschaft, doch ist der gerich.t- liche Leichenbefund und die Zeugenaussagen so belastend für ihn, daß niemand mehr <nt feinet Täterschaft zweifelt. Die Zeugen haben gehört, daß der Genannte in fraglicher Nacht seine total betrunkene Frau bedroht und mit einem Instrument geschlagen hat. W find nur stöhnende Schmerzensruse der Geschlagenen wahrgenommen worden, die bald, jedenfalls wegen des schnell eingetretenen Todes, verstummten. Stein hat in fraglicher Nacht die Leiche um­gezogen, die Blutspuren verwischt und den Kohlenlösfel, mit dem er geschlagen, fortgeschafft- Der Gendarm Acker- knecht hat hinter einem Holzhaufen im Hofe einen ganz verbogenen Kohlenlösfel gesunden, der als Mordinstrument gekennzeichnet worden ist. Im Bette fand er die blutigen Kleider der Frau. Daß diese Schreckenstat nur die Folge der Trunksucht ist, welcher Stein und seine Frau sell Jahren huldigten, darüber kann kein Zweifel bestehen, es ist nur zu bedauern, daß es der Frau, die bereits aus der schwarzen Liste" stand, immer wieder gelang, sich Alkohol zu verschaffen.

Vermischtes.

* Berlin, 4. Febr. Das Schicksal des sozial- demokratischen Reichstagsabg. Agster hat all­gemeine Teilnahme hervorgeruseu. Das Nervenleiden, um dessentwegen Agster swon vor einigen Jahren zeitweise in einer Heilanstalt unter gebracht werden mußte, war in den letzten Monaten dee vorigen Jahres wieder stärker hervorgetreten und zeigte sich besonders durch religi­öse Wahnideen, an denen Agster leidet. Er ging oft wie geistesabwesend umher und ist wiederholl in den Badezeiten des Reichstages dadurch ausgefallen, daß er eigentümliche Gesäu ge vor trug. Er hat sich bald eingebildet, der König von Württem­berg zu sein, bald wollte er sich mit der Mutter Gottes vermählen. Er ist hochgradiger Morphi­nist. Ende November wurde er einmal am hellen Tage von einem anderen svz. Abgeordneten in der Königgrätzer- straße getroffen. Erging taumelnd, mit zerrissenen und beschmutzten Kleidern, gefolgt von einem Schwarm Straßenjungen, welche ihn verhöhnten, da sie chn für bettunien hielten, während er tatsächlich im Mor­phiumrausch. war. Infolge dieses Vorkommnisses wurde Agster tags darauf von der sozialdemokratischen Reichs- tagssrakllon mit neuen Kleidern versehen. Wenige Tage später es war während der großen Kälte im Anfang des Dezember bekam Agster im Reichstage eine Art Tobsuchtsanfall; er wollte inHemdärmeln durch das Hauptportal das Reichstagsgebäude verlassen, der Portier und einige Diener redeten ihm gut zu, worauf er wieder umkehrte. Agster hat den Selbstmordversuch in demselben Reich^tagszimmer begangen, in welchem vor einigen Jahren der nationalliberale Abg. Dr. Kruse aus Hannover, als er im Hause einen Schlaganfall bekommen hatte, gebettet wurde und verschied. Es ist gemeldet wor- ben, Agster habe, ehe er sich zu erschießen versuchte, selbst die Kugel aus der Patrone entfernt. Man wird wohl an­nehmen müssen, daß ihm sogen. Selbstmörderpatronen verkauft worden sind, zumal sein aufgeregtes Wesen jedem auffallen mußte. Der Bedauernswerte ist nachmittags von zwei Reichstagsdienern nach der Charitee gebracht worden. Unterwegs sprach er die zuversichtliche Erwartung aus, daß der Kaiser nicht dulden werde, daß ein sozial­demokratischer Abgeordneter in eine Irrenanstalt gebracht werde. Der Zustand Agsters gilt als unheilbar; er wird wohl dasselbe Ende finden, wie vor ettva anderthalb Jahren sein Fraktionsgenosse Dr. Schönlank, der an Ge­hirnerweichung s ' b Agster steht im 44. Lebensjahre. Er war urfpriinglich A p o t h e ke r, hat dann Medizin stu­diert, das Studium aber nicht vollendet, ist zur Sozial­

demokratie üb er gegangen, Journalist und dann Arbeller- fetretür in Stuttgart geworden. Als solcher soll er aus­gezeichnete Berichte geliefert haben.

' Zum Brande einer Berliner Celluloid- Fabrik wird uns aus unserem Leserkreise fteundlichst fol­gendes mitgeteilt: Die Firma der betreffenden Celluloid- Fabrik ist Bernhard Noa, aus der älteren Firma E. und B. Noa hervorgegangen. Sie fabrizierte ausschließlich Schirm- töcke und war bis heute kaum ein halbes Jahr betriebs- ähig. Es dürften 5 bis 6 Monate erforderlich fein, bis die Fabrik wieder vollständig betriebsfertig eingerichtet ist, da sie eine der größten ihrer Art ist.

* Paris, 4. Febr. Wie aus PradeS berichtet wird, wütet dort seit gestern ein heftiger Schneesturm. Sämt­liche Verbindungen sind abgeschnitten. Zahlreiche Unfälle ind bereits zu verzeichnen.

* Magdeburg, 4. Febr. Der Bierzapfer Kelm im Würzburger Bürgerbräu schlug im Slleite die Kassiererin Klaar mit einem Holzhammer nieder, eilte dann auf den Baden und stürzte sich auf den Hof hinab. Kelm war sofort tot. DieKlaar wurde schwer verletzt ms Kranken­haus gebracht. Die Ursache des Vorfalles ist eine alle Zwietracht.

* Wien, 4. Febr. Der 30jährige Kassierer und Buchhalter der Bantsirma Julius Bachrach namens August Mitterlecher ist nach Unterschlagung von 34 000 Kronen flächig geworden.

" New Port, 4. Febr. Seit gestern Nacht herrscht hier ein heftiger Schneesturm, der sich in der Richtung nach Osten fortbewegt. Die Verbindung mit Chicago ist unterbrochen.

' Ein Bürgermeister Urkundenfälscher. Nach einer Meldung aus Kösen suspensierte auf Antrag des Re­gierungspräsidenten in einer außerordentlichen Stadtverord- neten-Sitzung der Landrat v. Dalwigk den Bürgermeister Lünzner vom Amte. Gegen Lünzner ist ein Verfahren wegen Urkundenfälschung emgelettet. Die Angelegenhell er­regt großes Aufsehen.

* Die alte Poststraße nach Rußland. In 36 Stunden hat der deutsche Kronprinz wohlbehalten die Reife nach Petersburg zurückgelegt. Vor der Wetterführ­ung der Ostbahn von Königsberg zur russischen Grenze, ne erst 1861 erfolgte, mußten die gelben Extrapostwagen, n denen damals die preußischen Prinzen nach Rußland ühren, mittels Fähren bei Tilsit über die MemÄ ge* etzt werden. .Bor dem Jahre 1832 ging die alle Post- kraße über die Kurische Nehrung nach Memel, und hier dichtete Kotzebue 1801 sein LiedEs kann ja nicht immer o bleiben", ohne zu ahnen, daß chn Paul L bereits in Riga verhaften und nach Sibirien bringen lassen werde. Er hat in einem Briefe erzcchlt, wie ihn der Zar nach ein­jährigem Aufenchall üi Sibirien begnadigte und zum The­aterintendanten machte. Sehr eingehend schildert auch Hollei inVierzig Jahre" seine Reise nach Rußland, wo er die Leitung Theaters in Riga übernommen hatte: In Berlin spielten bei lauer Ab end lüft die Mücken und cilbeten hohe Säulen zwischen den Linden, als ich am 6. März nach dem Posthofe ging, um die ^dönigsberger Post zu besteigen. In Königsberg llttigelken lustig die Schlitten um uns her, als wir ankamen, und Freund Crelinger hatte nichts Ettigeres zu tun, als mich in ein Pelzmagazin zu fuhren, wo ich, der sommerlich Bekleidete, mich zur Wetter­reise rüsten konnte. Jenseits der Grenze mußte der Schlit­ten mit einer Telege vertauscht werden. Die zweite Reise Hotteis mit den Schauspielern und seiner Famttie und den von Berlin mitgenommenen Requisiten dauerte bis zur Grenze drei Tage und drei Nächte. Die mttgenom- menen Perrücken hicll der Zollwächter für einen Handels­artikel, und erst der herbeige rusene Chef verhinderte die Koufiskattion

* Ertappte Schmugglerinnen. Bei der New- Yorker Zollrevision, die seit einigen Jahren recht streng gehandhabt wttd, spielen sich oft febr peinliche, manchmal ober auch ganz amüsante Szeneit ab. Höchst ergötzlich für die Unbeteiligten und wie man an manchem vergnügten Schmunzeln erkennen konnte für die Zollbeamten selbst war ein Fall, der sich unlängst bei der Ankunft eines großen Dampfers der Hamburg-Amerika-Linie ereignete. Als zwei elegant gekleidete junge Damen, die nach längerem Aufent­halt in Europa in die Heimat zurückkehrten, den Pier be­traten, fiel es außer anderen Personen auch einer Zoll- Jnspellrize sofort aus, daß die im übrigen perfekt sitzenden Reise-Kostüme der Ladies ungefähr in Kniehöhe sich über einem umfangreichen Etwas merkwürdig bauschten. Da die Beamtin nicht gut annehmen konnte, daß die sehr jungen, sehr schlanken Schönen so stark angeschwollene Kniee hatten, schöpfte sie Verdacht und forderte die Damen auf, ihr mtt- zuteilen, was es mit der seltsamen Wulst für eine Be­wandtnis habe. Errötend erklärten die Beftagten, daß sie leicht zur Erkältung neigen und aus diesem Grunde eine doppelte Garnitur Kniewärmer angelegt hätten. Auf die höfliche Bemerkung der Jnspektrize, diese Toiletteartilel sich einmal genauer ansehen zu dürfen, entgegneten die Be­helligten ziemlich schroff, daß sie eine solche Neugierde doch für recht unpassend hielten und nicht gesonnen seien, den Wunsch zu erfüllen. Der Wortwechsel zwischen der Be­amtin und den auffallend hübschen Damen erregte bald die Auftnerksamkett der anderen Passagiere, und obwohl die meisten genug mit ihren eigenen Angelegenheiten zu tun hatten, war man doch gespannt, welchen Verlauf die Sache nehmen würde. Wohl oder übel mußten die verdächtigen Schönen der Revisorin in ein geheimes Kabinett folgen, und als sie nach zehn Minuten tränenden Auges wieder zum Vorschein kamen, zeigten beide in der Kniegegend eine wahrhaft sezessionistische Schlankheit; die Zollbeamtin aber war mit zwei kostbaren Pelzgarnituren, bestehend aus je Muff und Boa, beladen. Der Wert dieser eigenartigen Knie­wärmer wurde auf 5000 Mk. taxiert, und dementsprechend mußten die Dämchen ihren kindlichen Glauben an die Nai­vetät der gestrengen Zollrevisoren mit einer ansehnlichen Geldbuße bezahlen.

* Auf die Frage, wievielOrden für Damen es in Deutschland giebt, hat dieKreuzztg." im Briefkasten geantwortet: Das wissen wir nicht. Daran schreibt ein ordenskundiger Leser dem Blatte: 1. Orden für Damen find in Preußen: Ter Luisen-Orden. Das Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen. 2. In Bayern: Theresien-Orden. St. Elisabethen Orden (für katholische Damen). 3. Königreich Sachsen: Sidonien-Orden. 4. Groß- herzoIium Mecklenburg-Schwerin: Kann das Groß kreuz des Hausordeas der Wendischen Krone auch an Damen verliehen werden. 5. Im Großherzogtum Anhall ist ein Damen- Orden ähnlich dem Hausorden Albrechts des Bären, jedoch

wird dieser Damen-Orden nur cm Prinzessinnen auS 6ax Hause Anhalt verliehen.

* Ein schottischer Professor wurde eines Tage- in dringenden Geschäften aus feinem Bureau gerufen und lebte an seine Tür eine Notiz des Inhalts, daß er um >rei Uhr wiederkommen werde. Zufällig wickelte sich aber das Geschäft schneller ab, als er gedacht hatte, und so kam es, daß er bereits um 1/22 Uhr zurückkehrte. Als sein Auge auf die an seiner Tür klebende Nottz fiel, blieb er einen Moment stehen und las sie durch. Dann, nachdem chm 5er Inhalt derselben gründlich zum Bewußtsein gekommen war, schte er sich auf die Treppe und wartete geduldig bis 3 Uhr. Dom zerstreuten Professor ist noch etwas neues zu berichten. Er sitzt in der Zwischenpause im Theater innend auf seinem Eckplatz, am Ausgang einer ziemlich engen Sperrsitzreihe.Dars ich hüten, mich hinaus zu lässen?" ertönt plötzlich die Frage an fein Ohr.Nein, ich lajse Sie nicht hinaus", entgegnet der zerstreute Professor, sonst kommt die ganze Klasse und verlangt nachher das- elbe."

* Verschnappt. A: Gestern abend ist mir mein Hut vertauscht worden. B.: Weißt du denn nicht, wer ich deinen allen, schäbigen Filz mitgenommen hat? A: Keine Ahnung, als ich wegging, hing er noch da.

Kunst und Wissen schüft.

Das Testament Fritz Reuters. Das kürzlich ausgefundene, beim k. Amtsgertcht ia Demmin hinterlegte Testament Fritz Reuters ist dieser Tage publiziert worden. Das Schrislstück har folgenden Wortlaut: »Ich ernenne hiermit meine Ehegattin Luise Reuter geborene Kuntze zur alleinigen Erbin meines dereinsligen Nachlasses. Dies ist mein wohlüberlegter letzter Wille. Treptow a. Toll., den 10. März 1854. Friedrich Reuter, Prioallehrer/ Diese Niederschrift ist von Reuter eigenhändig vollzogen, desgleichen auch die Aufschrift des dreifach versiegelten Kuverts: .Hierin ist mein letzter Wille. Treptow a. Toll., den 15. März 1854. F. Reuter, Lehrer/ Uebrigens sei wiederholt daraus ausmerkfam gemacht, daß Reuters ämlliche Werte jetzt in einer billigen und dabei recht guten Aus­gabe von 10 Mk. unlängst herausgetommen sind.

Summa: 40

Weidetage

Abtrieb

Austrieb

26 122 76,0 0,60

Wetter

§

8

6t

Höchste Temperatur am 3.-4. Februar 4- 4,9° C.

Niedrigste , 3.-4. , 4- 2,0 C.

Wernings

Tiergarten

129

122

108

126

Namen

der Weide

2

1

1

2

9»

7

+4,3

+ 2,8

+ 2,9

5,3

5,2

5,3

-5

&

758,8

759,5

759,5

Februar 1903

Fohlen 2 38

7. Oktbr.

2.

2. ,

4.

53 5

Sero. Himmel leichter Nebel Bed. Himmel

Meteo<o!vgLstye Beobachtungen der Station Gießen.

etzt gewesen:

Wernings mit Tiergarten mit Zell mit Lauterbach mit

ist aus solgender Tabelle er- Gewichtszunahme

Zandet und Uerkestr. Dotkswirtschast.

Fusion der Elektrizitäts-Gesellschaft vorinals W. Lah­me y e r & Co., Frantjurt a. M. und der Deutschen Ge>ell- jch ast für elektrische Unternehmungen. Der den am 17. Februar stattfindenden Generalversammlungen der beiden Gesellschaften vorzulegende Fusionsoertrag will die Verschmelzung der beiden Geselljchasten durchsühren. Nachdem die Lahmeyer- Gescllschast schon 9 790 000 Mk. ihrer Aktten hergegeben hat, um dafür 14 685 LOO Alk. der Deutschen Gesellschaft für elektrifche Unter­nehmungen einzulauschen, soll sie nunmehr weitere 210 000 M- ihrer Aktten für die noch ausstehenden 315 000 Mk. Aktten des

31. Mai

2. Juni

Zell" 16. ,

Lauterbach 31. Mai

4.

4.

5.

Das Ergebnis des Betriebes sichtlich:

Während die Gewichtszunahmen der einzelnen Tiere, auf den Tag berechnet, sich auf, den Weiden Lauterbach und Tiergarten ziemlich gleich, auf 0,60 kg pro Tag stellen, haben die Jungvieh- weideu Zell und Wernings nicht unwesentlich höhere Zunahmen, von 0,81 und 0,72 kg ergeben. Ob diese beiden Weiden den an­deren Weiden tatsächlich so wesentlich überlegen sind, rowd sich m den nächsten JahreR zeigen müssen. Das Resultat der Weide Lau­terbach ist durch die schlechte Entwickelung von 2 Tieren her-unter- gedrückt ivorden, von denen eines 26 kg abnahm, das andere, em oberbadifches, nur 1 kg zugenommen halte. Jedenfalls mutz zu­gestanden werden, daß die Resultate unserer Weiden vorzuguche find. Rein rechnerisch betrachtet haben die Tierbesitzer nut einer Bezahlung von 35 Alk. sür Weidegeld eine durchschnittliche Lebend- gewichtszunahme von 1Zentner erzielt. Die anderen Vorteile, wie Kräftigung der Konstitution, Stärkung der Gesundheit, Ver­besserung des Knochenbaues und der Stellung der Glieder, sind für den Züchter Vorteile, die mindestens ebenso hoch angeschlagen werden müssen.

Gerichtssaal.

Leipzig, 4.- Febr. Es war am 19. August, als der Re» e r e u d a r T. auf dem Zlorridor des hiesigen Amtsgerichts dem Referendar 5). gegenüber äußerte: ^Tas Verhalten des Re° erendars Z. in dem Erbschaftsprozesse sei ein Skandal, er hätte die Sache sehr in die Länge gezogeri." P., ein Freund des Referen­dars Z., erzählte diese Aeußerung letzterem wieder, woraus dieser durch einen Rechtsanwalt, der Leutnant der Reserve im Karabinier- Regiment zu Borna ist, dem T. eine Forderung auf Pistolen, zehn Schritt Distanz, zweimaliger Kugelwechsel, überbringen ließ. Referen­dar T. lehnte die Forderung ab und brachte den Fall zur Anzeige. Das Kriegsgericht zu Halle hat jüngst den Referendar Z wegen Herausforderung zum Zweikampf zu dreiTagen Festungs­haft verurteill. Der Rechtsanwalt wurde am Dlittwoch in einer Sitzung des Kriegsgerichts zu Leipzig wegen Kartelltragens zu einem Tage Festungshaft verurteilt. Der leidige Streitgegenstand ist übrigens aus der Welt geschafft, da der Referendär X. seine Aeußerung zu Protokoll zurückgenommen hat.

Rinder 59 16 35 57

167

Kandwirtschast.

Die Betriebsergelmiffe der Oberheffifchen Proviuzial» Juugviehweiden im Sommer 1902. Die vom landwirtschaft­lichen Verein der Provinz Oberhessen eingerichteten und unter­haltenen 4 Jungviehweiden sind im letzten Sommer rote folgt be-

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