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5.2.1903 Erstes Blatt
 
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-lm hat namlilh auf Bitte lomobilverbandes die (fo Krtgliedern des Berbander ' Berliner Automobilaus- ^rt mit Automobilen vor dementsprechend hat dv nobilverbandes beschloß Berlin einen außerordem- icn und am 7. Mrz, m t Deutschen Automobile t, eine huldizungsfahrt te dem königlichen Lchlosse i Dunkelheit wird der jt lchteten Automobile sich re. eßen. Die Fahrt wüd ce- Ziergarten, das Brackr- :en geleitet werden, tw ... Anstellung nehmen jic ig einer Huldigung, »ms angetreten wird.

Kaiser. Dem ter melden, die repräsentierte« ^uldigungs

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MndiM Ausschusses k trat wird und nahm i, 1 bei 12 Stimmenthalturr i welchem das Borges Lt und über den M i jibergegangen wird.

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«kxtfxi Bannta^*, fcem Auftener Anzeiger »erben lm Wechlel mit dem Sesstschev Landwirt bk Stehen«! Lamille». blittet dermal In der

Woche delgetegt. ptolotteieObrud a. ütv teg bet «c üblichen Ontvert-Bucy- u Stet»» bruderet tWetlch Orten) Vbebaknon. fcpebttiwi anb Druck« ret, «chnlprahe t.

Ubrefie für Depeschen» «nzetger Stehen.

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Erstes Blatt.

158. Jahrgang

Donnerstag 5. Februar 1903

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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MonotUch7b Wirrt* jährlich Mk. £20; durch Abhoie- u. Zweigstellen nwnatltd) 6o Pf.! durch die Post Mk. 2. werte* Jäbrl. auSichl. Leslellg. Annahme von Anzeige« für bi« tageSnumma bil eormUtagi 10 Uhr. ßeUenpreti; lokal 12 P^

«uSrodrtl 80 Psg.

S«rantr»OrtUchr ?x den ooltt. a. allgem» ett P Witiko» Hh .Stadt und Qanb* und .Denchtsiaal" L u rt Plato, für den tlr» jeiflenteü: Han» veck

Dolilische Tagesschau.

Itaf bk Absage bei Herr, k PodbielZki au bei Landbuub «ttworlet bc[[cn Lvrrespondenz mit der Fra«: Warum Io nervös? oie erinnert, bezüglich des scharfen Ausfalls e* LandwirlfchaftSministeriums gerate gegen Dr. Hah« daran, haft sorooht konservative Parteiorgane, als auch namhafte konservative Abgeordnete, wiederholt sich genau in demselben Sinne und mit der gleichen Schärfe ge­äußert haben, wie Dr. Hahn; so habe beispielsweise die Aeußerung des Herrn o. Kröcher gelautet,daß er zur Regierung genau ebensowenig Vertrauen habe wie Dr. Hahn." Warum ereifere sich also Herr v. Podbielski so sehr? Etwa deswegen, weil die agrarischen Redner ihn von dem Mißtrauensvotum gegen die Regierung im all­gemeinen nicht ausgenommen haben? ,Lugegeben, daß Herr v. Podbielski hinsichtlich derkleinen Mittel" ent­schieden ein tieferes Verständnis für die Wünsche der Land­wirtschaft gezeigt hat, als seine Amtsvorgänger. In den großen Lebensfragen der Landwirtschaft, wie bei der Ge­staltung des Zolltarifs ist ihm jedenfalls im machester- lichen Dunstkreis der Reichsämter entweder der agrarisch­klare Blich den er als früherer Provinzialvorsitzender oes Bundes noch im vollsten Maße besessen, getrübt worden, oder aber er hat es nicht verstanden, weder im Bundes­räte den der Bedeutung des preußischen Landwirtschafts­ministers entsprechenden Einfluß zu gewinnen, noch die allerhöchste Stelle über die Notlage und die Stimmung der Landwirte mit der nötigen Entschiedenheit zu orien­tieren, wozu gerade er häufig Gelegenhell haben soll. Er möge sich daher durchaus nicht der Selbsttäuschung St)en, daß er ein besonders großes Vertrauen innet- der Landwirtschaft genießt. Seine Tätigkeit bei der atiffrage ist dazu, «eluite gesagt, eine zu passive gewesen. Der Optimismus, den auch er in seinen Äeuger­ungen über die künftigen Verträge, bei deren Abschluß er wohl so gut wienif to sengen" haben wlld, zeigt, beweist auch, daß die Landwllte hinsichtlich der Wahrung ihrer Interessen auf ihrenLandsmannschaftsminister" keine all- W großen Hoffnungen setzen dürfen."

Deutsches Keich.

Berlin, 4. Febr. Im Weißen Saale des Schlosses war heute abend großer Hofball. In feierlichem Zuge nahten der Kaiser und die Äaiferin, dahinter Me hier anwesenden Fürstlichkeiten. Das Kaiserpaar begrünte S" 'ft die Erschienenen. Sodann begann sofort der

Nachdem um 10y8 Uhr der Lee ein genommen war, der Lanz fortgesetzt. Der Ball schloß mit einem Reinen, der in eine Huldigung für den Kaiser und die Kaiserin auÄies.

Die von dem Verbände der Berliner Spezialgeschäfte angeregte Organisation eines Bundes der Kaufleute schreitet rüstig weiter. Am 1. Februar waren bereits Zu- st immungser klärungen von über 100 Vereinen und Ver­bänden eingelaufen.

Die Rektifikation eines Beamten der Staatsanwaltschaft kam am Dienstag in der Bud- zetkommislion des preuß. Abgeordnetenhauses zur Sprache, hier wurde bei Beratung des Justizetats der Fall des Fräulein v. Bardelebeu in Wilmersdorf erwähnt, die auf der Polizeiwache Anzeige machte über einen Diebstahl bei einem Nachbarn, aber unhöflich behandelt wurde und gar wegen Beleidigung angeklagt war. JustiKminifter Dr. Schönstedt erklärte, daß als Staatsanwalt, der die An­klage erhob, ein ziemlich unerfahrener Assessor fungiert habe. Dieser sei nachträ^ich wegen seines Vorgehens rektifiziert worden, es Hege ein bedauerlicher Mißgriff vor. Er mißbillige die Anklage, namentlich, daß auch das Dienstmädchen, die nur ihre Herrin begleitete, hineinge­zogen worden sei. Die Freisprechung könne er nur billigen.

Hamburg, 4. Febr. Im Jahr 1902 waren bei der Ankunft in Hamburg für Hamburger und Berliner Firmen bestimmte Partien nordamerikanischen Weizens von der Zollbehörde wegen der Vermutung, daß sie teilloeise kanadischen Ursprung? seien, beanstandet worden. Die von der Zollbehörde unter Hinzuziehung von Hamburger und Berlllrer Sachverständigen veranstaltete Untersuchung ergab, daß sich der Beweis für jene Annahme nicht er­bringen ließ. Daraufhin ist jetzt den Empfängern die von ihnen hinterlegte Zolldifferenz zurückerstallet worden. In­zwischen haben die beteiligten amerikanischen und deut­schen Produktenbörsen verernbart, daß in Zukunft Ware, Die nicht dem Vertragszoll unterliegt und die Vereinigten Staaten passieren muß, mll dem ZertifikatAonted" ver­sehen werden soll

Dresden, 4. Febr. Der Kronprinz von Sachsen hat den Plan, zwei Monate in Meran Aufenthalt zu nehmen, wo bereits eine Villa für ihn gemietet worden war, wieder auf gegeben.

Gera. 4. Febr. Die gestern abend von dem Vorstand bet Textü. - Betriebs - Krankenkasse veranstallete Volls- wersammlung war von 3000 Personen besucht. Die st rei- klenden Aerzte waren nicht zugelassen. Der Kassen- voorstand hiell eine 21/2 stündige Stete, konnte aber den heftigsten Widerspruch der Kassenmllglieter nicht verhin- boern, und mußte schließlich §ugeben, daß es den Bemüh- mngen der Aerzte gelungen ist, Zuzug von auswärtigen Kassenärzten fernzuhalten.

Kolonialpost.

Berlin, 4. Febr. Die Nordd.Allg. Z. schreibt:Gegen- tuber den Auslassungen einiger Blatter zu der Beurlaubung dors stellvertretenden Gouverneurs von Deutsch-Süd- mre st-Afrika, Major v. Estorfs, können wir mitteilen,

daß eine Aenderung ter bisherigen wohlwollenden Stellung der Kolonialverwaltung zu der Buren­einwanderung nach Südwest-Aftika in keiner Weise eingetreten ist. Die Abmachungen, welche Major v. Eftorff mit leitenden Buren wegen Einwanderung in bad Schutzgebiet getroffen hatte, geben viel weniger in den Punkten, die eine Regelung kirchlicher Beziehungen bezwecken, als um deswillen Anlaß zu Bedenken, weil die den Buren in anderer Beziehung, namentlich auf dem Gebiete des Schulunterrichts eingeräumten Rechte, den deutschen Reichsangehörigen nicht zugeftanden werten können.

Aus Hluöt und Kund.

Gießen, den 6. Februar 1903.

LU. Der ordentliche Prof ess or des Straftechts an der Unioersttät Bern, Dr. Wolfgang Mittermaier, hat den Ruf als Nachfolger be5 Professors Dr. Josep h Heimberger angenommen.

** Extra-5l0nzert am Sonntag, den 8. Februar, im Klub. Wir kommen heute noch einmal auf das Konzert des vorliegenden Sonntags zurück, das Progranim, resp. deffen Zusammenstellung ist die Veranlaflung dazu. Wll hallen es für einen ungemein glücklichen Gedanken seitens ter Künsller, so einmal ganz sich in den Dienst ter modernen öiichtung zu stellen, denn Brahms, Schumann, Rich. Strauß, Hugo Wolff und Seyffardt zählen wir aus­nahmslos hierzu. DaS aber nicht allein hat uns besonders interesiiell, Frau Hiller-Rückbeil hat sich entschlosien, den ganzen ZylluS .Frauenliebe und -ßeben* als ge­schloffenes Danze zu fingen, das ist unseres WiffenS hier noch nicht unternommen, trotzdem das gerade zu einer der dank­barsten Aufgaben zu zählen ist. Die Dichtung von L h a m i s s 0 als ZylluS ist nur zweimal komponiert worden, merkwürdiger Weise außer Schumann noch von Loewe, während ein­zelne Lieder, wie z. B.DuRing an meinem Finger^, sehr häufige Vertonung fanden. Schumann und Loewe stehen beide, fast ohne Rivalen, an der Spitze der Balladen­komponisten, aber wem von b.'iden der erste Platz an­zuweisen ist, darüber sind die Musikgelehrten bisher noch nicht einig geworden.

Aus dem Theaterbureau. Morgen, Freitag ten 6. Februar gelangt zum zweüen- und letztenmal als oollsiümliche Vorstellung das dreiakttge VolkSstüct: .Ge­wonnene Herzen^ oder .Nord und 6üb* von Hugo Müller unter Mitwirkung ter RegimentSkapelle zur Auf­führung. Der hohen Kosten wegen finb b« Preise ter Plätze um 10 Pfg. erhöht worben.

* Lieferungen für baS Provinzial-Siechen- h a u S. Wir feilten gestern mit, baß bie 200 erforberlichen Bettstellen von ber Firma Th. Brück Hierselbst geliefert werben. Dazu wirb mrs noch gefchrieben, baß bie Lieferung ber dazu gehörigen Matratzen der Finna Pfeffer hier, und bie der Kopfkissen ter Firma Ferb. Nennsticl übertragen worben ist.

** Beamtengehalt und Unfallrente. Der Stationsassistent Josef Appel in Gernsheim erlitt int Juli 1895 auf der dortigen Station dadurch einen Betriebs­unfall, daß er beim Platzen einer Bombe giftige Dämpfe einatmete, woraus sich ein schweres Lungenlerden entwickelte. Apvel war zur Zell des Unfalls Privatbeamter bei der Hessischen Ludwigseisenbahngesellscl)aft, wurde aber bei der Uebernahme derselben durch die Preußisch-Hessische Eisen- xchngemeinschaft Staatsbeamter. Die Eisenbahndllektion Mainz ertannte das sich spater entwickelnde Lungenleiden des Appel als Betriebsunfall an, verweigerte aber die Rente, well der Kranke sein Diensteinkommen habe und wollle die Rente nur unter der Voraussetzung gewähren, wenn das Dieusteinkommen Hinwegfalle. Der Stations­assistent ergriff gegen diesen Deschäd Berufung, und die Sache tarn im Mai v. I. am Arbellerschiedsgericht des EisenbahndirektionsbeHirrs zur Entscheidung Das Schieds­gericht erkannte dahin., da<ß dem Appel neben seinem Diensteinkommen auch die Rente für den Unfall zu st ehe. Dagegen erhvb die Eisenbahndllektion Rekurs >eim Reichsversicherungsamt, das jetzt das Urteil des Schiedsgerichts betätigte und den Rekurs als unbe­gründet zurückwies.

* Holzversteigerungen. Bei den letzten hiesigen Holzversteigerungen stellten sich die Preise wie folgt: Bau­holz 1 Fm. 2080 Mll, Schichtholz 3 Fm. 2627 Mll, Werkholz: Eichen L Qualität 1 Fm. 8085 Mk., Brenn­holz: 2 Rm. Tannenprügel 12 Mk., Buchenschellholz 1 Rm. 8.5010 Mk.

z. Garbenteich, 3. Febr. Der Gesangverein .Lieber- blüti* feiert anfangs Juli b. I. sein fünfjähriges StiftungS- eft, verbunben mll Fahnenweihe.

t. Kirch-Göns, 4. Fcbr. Sell 15. Dezember ist hier ein Haltepunkt an ber Main-Wefer-Bahn errichtet. Da nun ber Verkehr ein ziemlich starker ist, so hofft man in Bälbe bie Umwanblung in eine Haltestelle; es halten bereits mehr Züge als zu Anfang. Auch bie Errichtung einer Güterverlabestelle wirb nur noch eine Frage ber Zeit ein. Den Hauptverkehr bringt außer Kirch- unb Pohl-Göns bas große Dorf Gambach.

§ Griebel, 4. Febr. Im süblichen Eingänge unseres Orts würbe an ber Oeffnung einer gefüllten Scheune von ruchloser Honb ein Strohbüschel in Branb gesetzt. Noch zur rechten Zeit würbe die Gefahr bemerkt und bas Feuer

t erstickt. Auch in unserer Gegenb herrscht ter Mißstanb, - baß vielfach an ten Scheuerwänben Oeffnungen oft in Fenllergrüße sich beftnben, ohne Verschlußvorrichtungen.

t Friebberg, 4. Febr. Die Unterführung ber : Straße unter ber Main-Weser-Bahn hinburch bürste nun in Kürze begonnen werben, nachtem in ben letzten Tagen bie 1 Verhanblungen zwischen ber Bahnbirektion unb bem Stabtrat . zu einem beftiebigenben Resultat geführt haben. Die Stabt : muß bas Gelänbe teilweise stellen unb einen Beitrag zu ben Kosten leisten. Am Kreuzungspunkt ber Bahn Frieb- derg-Homburg unb ber sehr verkehrreichen Frankfurter­straße hatte bie Stabt bie Errichtung einer Barriere bean­tragt. Dieser Tage lief nun'bie Mitteilung ein, baß bie Bahnverwaltung biesem Ersuchen nicht entsprechen wolle. Bekanntlich trug sich an jenem KreuzungSpunkl voriges Jahr durch Ueberfahren eines Fuhrwerks ein schwerer Unfall zu.

+ Ermenrod, 4. Febr. Ein hiesiger bejahrter Land­wirt wollte einem bei ihm vorsprechenben Besenhanbler seine eigenen, selbstgemachten Besen zeigen. Zu biesem Zwecke be­gab sich ber 77jahrige Mann in ten Oberstock, um bie bort lagernben Besen zu holen. Hierbei stürzte er bie Treppe herunter unb brach bas Rückgrat. Vollstänbig gefühllos, brachte man ben Greis zu Bette, wo er nunmehr seiner schweren Verletzung erlegen ist.

§ Aus bem Ohmtale, 4. Febr. Ein sehr gesuchter Slrttkel sinb in biesem Winter bie Pelztiere. Man zahlt dafür ganz ungewöhnlich hohe Preise. Galt sonst ein FuchS- balg 3 bis 4 All., so zahlt man jetzt 6 Wik. dafür. Em Jlttsfell gilt baS Doppelte beS früheren Preises, für ein Marberfell werben sogar bis zu 15 Mk. bezahlt. Einem Einwohner zu Ruppertenrob, ter bas Fangen ber Pelztiere versteht, gelang es bieser Wvche, zwei Iltis zu fangen.

da. Lauterbach, 4. Febr. Zu ben bevorstehenben Reichstagswahlen schreibt man uns aus bem Wahl­bezirk Alsfelb-Lauterbach-Schotten, baß bem Vernehmen nach als Kanbibat Herr Wilhelm Finger in Lauterbach in Vor­schlag gebracht worben ist.

Büdingen, 4. Febr. Dem Schuler des hiesigen Gym- .msIums Wilhelm Fleiner aus Schopfheim ist von S. L H. dem GrvßLer^og in Anerkennung der ixm ihm mit Mut und Entschlossenheit sowie unter eigener Lebens­gefahr bewirkten Rettung des siebenjährigen Äärl Göbel hier vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille verliehcn worden. Die Dekoration wurde dem Schüler fyeute oem Direktor unter einer Ansprache überreicht.

R. B. Darmstadt, 5. Febr. Die BiSmarckfeier der Darmstädter Studentenschaft, bie gestern Abenb in sämtlichen Räumen bes stäbtischen SaalbauL stattfanb, hat einen überaus glänzenben Verlauf genommen. Fast bie ge­samte beffere Gesellschaft ter Stabt, höhere Staatsbeamte, der Oberbürgermeister, Rektor unb Professoren bet Technischen Hochschule waren mll chren Damen erschienen unb ber 2ln- brang war so groß, baß eine Zirkulation fast unmöglich war. Das konnte aber auch nicht vermuntern, beim ba§ Programm des Abends war höchst mannigfaltig und genußreich. Die Festrede hiell Herr Profeffor Trümpert, der mit treffenden, echt vaterländischen Worten bie unsterblichen Verbienste Bismarcks feierte, indem er in seiner Rebe bie beiten Fragen beantwortete:Was war Deutschlanb vor Bismarck unb Was hat Bismarck für Deutschlanb getan?" Das breimalige Hoch auf sein Werk, auf bas liebe beutsche Vaterlanb, würbe von ter Festversammlung mit lauter Begeisterung aus­gebracht. Einen prächtigen Kunstgenuß bot bann berAkabe- mffche Ehor* mll bem Vortrag von 6 altnieberlänbischen Volksliebern mll Orchesterbeglellung, wobei auch bie Kapelle des Leibgarbe-RegimentS Nr. 115 ganz Vorzügliches leistete. Sologesänge bes Herrn Hofopernsängers Sparmann unb bie Aufführung von Puttitz'sBabekuren", ein reichhaltiger Bazar unb Ball würzten bad schöne Fest aufs beste.

() O ffenbach, 5. Febr. Auf eigentümlichen nächtlichen Schleichpfaden ist ein Stadtverord­neter der Stadl Offenbach, und ynar, wie uns ein Pri­vattelegramm aus Offenbach meldet, derGenosse" George, am Montag abend bei Einbruch der Dunkelheit ertappt worden. DieOffenb. Ztg." gibt folgende Details darüber:Der Betreffende (der erwähnte Stv. George. D. Red.) suchte die von ihm drastisch ausgeleaten Lehren vom Zutunslsstaat, in dem aller Grund inib Boden mit feinen Erträgnissen Eigentum der Allgemeinheit ist, dadurch ins Praktische zu übertragen, daß er sich alsstiller Kompagnon" an der Ausbeutung der Gemüseäcker einiger Oberroder Gärtner beteiligte, allerdings ohne Dorwissen der Besitzer. Das nächtliche Verschwinden von allerhand Bodenerzeugnissen verdroß nun die biederen Gärtnersleute; sie legten sich auf die Lauer und hatten auch bald diesen eigentümlichen ,Mertreter" der Stadt Offenbach, der eben einen mitgebrachten Sack gefüllt hatte, erwischt. Die empörten stämmigen Gärtner waren schon dabei, dem unter Berufung auf sein Amt um Gnade bitten­den Besucher zu beweisen, daß sie sich auf sein ureigenstes Metier, dasVersohlen", nicht schlechter verstehen als er selbst, da rettete die Dazwischenkunft eines Feldschützen ten Bedrohten vor einem Akte der Lynchjustiz. Dafür ist die Sache jetzt zur Anzeige gekommen. Am peinlichsten dürfte der Fall wohl für diejenigen sein, die den Mann aufgestellt und zur Annahme seines Mandats veranlaße haben."

Frankfurt a. M., 4. Febr. Im PalafthotelFürsten- hof" fand gestern abend der Ball mit Souper des kom­mandierenden Generals des 18. Armeekorps v. Lindequist