Qeited $r treGen droht, der Entwicklung der englisch-sian- ^ösifihcu Annäherung nicht im Wege stehen. . -
Frankreich nnrb sich sicherlich nicht.von sirnem Bündms mit ^Lißland abdrängen lassen, aber der ^»nteressen-Au^- aletd) mit England wird ihm in diesem Dreibünde nne freiere Stellung geben. Großbritannien und Frankreich sind zwar nicht so "stark, wie Großbritannien und ^eutschlan fein würden, aber ihre vereinigten Flotten beherrschen doch unbedingt ine Weltmeere und damrt die Hochstraßen des LÄkerverkebr^ . . . Die Vereinigten Staaten, soweit sie überhaupt in die große Politik Lnropas eingrcifen, wu^en sich nnturgemäß immer dieser Konstellation anschlreßen. Les-troi llvres nations" gehören durch die ^nkommensura^ vilität der Sympathien zusammen. Auch Italien muß durch das SchMrgewicht seiner Mittclmeerinterellen mehr und mehr in diese Dichtung gedrängt werden. Wie der Zwe^ bund so erfahrt also auch der Dreibund ein lahnlerides Mm^ent durch die anglo-sranzösische Entente TatsLMch bedeutet diese eine allgemeine Vers
SchtemS von Europa; sie wird naturgeniaß Deutschland und^ Rußland einander wieder mehr nähern, und es sollte mich gar nicht wundern, wenn wir auf das System des Drei-Kaiser-Büudnisses noch einmal zuruckkämen.
Trotz aller dieser Umwälzungen, sagt Dr. Peters^am Schlüsse^des interessanten Artikels, erscheint der Weltstiede vor der Hand nicht gefährdet, auch nichtvon ans Wir leben mehr in einer Epoche großer Vorbereitungen, als großer Entscheidungen. . ...
Kslitische Tagesschau.
Das englische Königspaar in Irland.
Tie Reise des englischen Königspaares, durch Irland ist einem Tvrumphzuge gleichgekommen. König Eduard und Königin Alejandra verbrachten den Mittwoch mit einem Besuche von Leenane, dessen Einwohnersch>aft zumeist aus Fischern und Webern besteht. Das ho-he Paar war nur Sränent kleinen Gefolge begleitet uni> alle ^°rirchtsmaß- reqeln waren auf Wunsch des ilvnrgs autzcr ^lcht gelafjen warden. Es ist, deshaL zu verstehen, dast du msche völkerung diese Ehrung aus königlichem JiuUde zu schätzen iveiß und daß auch dieser Vorgang die Beliebtheit de- Aon- archen auf der .^grünen Insel" bedeutend gesteigert hat. Alsbald nach der Landung hatte das Kvnigspliar (gelegen- heti, die Bünne des Empfanges der Dorfbevölkerung kennen zu lernen. Am Kai hatte eine Anzahl Schulkinder Aufstellung genommen und sie empfingen das hohe Paar mit der englischen Nationalhymne, in die die Vater und Mütter der Kinder begeistert einfielen. Einige Geistliche von Leenane überreichten daraus dem Könige eine Ergeben- heitsadresje, die von dem Monarchen mit Worten des -Dankes erwidert wurde. Noch an demselben Tage fuhr das Köniasvaar im Niotorwagen nach Eonnemara weiter. Es ist einer >er schönsten, aber auch ärmsten Distrikte nn Westen Irlands. Für diese Leute, die von der Außenwelt sozusagen abgeschlossen sind und einen König oder Fürsten nur dem Hörensagen nach kennen, war es nicht wenig sonderlich, daß der freundlich lächelnde Herr im grauen Ueberzieher und schwarzen Filzhut Gmard, die Dame, die mit den Dorsgeistlichen die Hand schüttelte, Königin Alexandra fein sollte. Immer wieder mußte ihnen diese Tatsache bestättgt werden, damit sie der Behauptung Glauben schenkten. Bei dem freien, ungezwungenen und liebenswürdigen Benehmen des Monarchen konnte es nicht Wunder nehmen.
dast er die Herzen der irischen Bevölkerung int Sturme aeroann und daH zunächst aus einigen und sodann aus hunderten von Kehlen das Lied ertlmtg: „Gott erhalte toTstöniq" (God fatie the King) . . • Von dort aus fuhr W Königspaar mit der Bahn nach Galtvay, wo ihm em ^b^Wmn mm" stch di^Verhawiisse ins Gedächtnis zurück- enkt die noch vor Jahresfrist in Galway bestanden, kann man sich über dien durch den Besuch des Konigspaares m Irland hervorgerusenen Umschwung nur auf das höchste wundern.
Aus Stadt und Land.
Gießen, <L August 1903.
>. Personalien. In den Ruhestand wurde verseht der Magazinsaufseher in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemein- schäft Peter Hubel zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. August 1903 an.
•* Provinzialdirektor Dr. Brerdert ist von seiner Urlaubsreise zurückgekehrt.
-Auf der Durchreise. Gestern trch Se. Kömgl. Hoheit der Grvßherzog von Hessen mit Schnellzug 77 von Egelsbach kommend, hier ein, und reiste nach Zell- Romrod 6,03 Uhr per Sonderzug weiter.
f. Grüningen, 3. Aug. Eine kriegerische Aktion fand gestern abend in unserem Dorfe statt. Zwei Brüder fielen über einen im Jnf.-Regt. Nr. 160 dienenden Soldaten her. Dieser wehrte sich, indem er auf die Angreifer mit seinem Seitengewehr einschlug, aber von einem der beiden wurde ihm die Waffe entrissen. Erst heute morgen, als der Vater des Soldaten sich zu ihm begab, gab der Mann das Seitengewehr wieder heraus. Aus der Straße, wo die Schlacht stattsand, hatte sich eine große Menge zusammengerottet, sogar ein Mann, der bereits im Bette gelegen hatte, rannte im Hemde auf der Straße umher. Hoffentlich werden die Kriegskosten nicht billig werden.
Frankfurt, 3. Aug. In der Loge zur Einigreit war gestern der Begrüßungsabend zum internationalen Kongreß des Weltbundes zum Schutze der Tiere und gegen die Vivisektion. Der Vorsitzende des hiesigen Vereins zur Bekämpfung der Vivsiektiou und anderer Tierquälereien, E. Staudinger, begrüßte die er,chie- nenen Delegierten und Gäste in deutscher, französischer und englischer Sprachfe. An dem Begrüßungsabend nahmen u. a. Delegierte ans England, Schottland, Frankreich und Rußland teil. Die heutigen Verhandlungen wurden von Pros. Dr. Förster-Berlin, E. Staudinger-Frankfnrt, Oberst a D. Spohr-Gießen, Direktor Engler-Tresden, Prof. Quidde-München, Pfarrer v. Bergen-Schweiz, Dr. Purieelli- Wien Finanzrat Tenow-Skandinavien und Smdney Trist- Cngland geführt. Pros. Dr. P. F ö r st e r - Berlin hielt eine kurze Begrüßungsansprache imb erstattete zum Beginn der Verhandlungen den Rechenjchastsbericht, der Bund hat danach in den letzten Jahren gute Fortschritte gemacht. Die sinanzielle Unterstützung des Bundes von fetten des Auslandes müsse :w<d)i besser werden. Die rn drei Sprachen voraetrageunen Berichte der Vertreter der einzelnen Länder erzählen, daß vor allem in Amerika große Grausamkeiten begangen werden. Drei bedeutende Vereme bestehen jetzt dort, die sich gegen die Vivisektton wenden.
Geistlichkeit und Presse unterstützen mehr und mehr die Bestrebungen. Der Referent verlangt absolute Wschaffung der Vivisektion und will unter keinen Umstanden irgendwelche Konzessionen gestattet wissen. In Belgien ist die Bewegung gegen die Vivisektion noch ganz neu. Im allgemeinen kommen aber Grausamkeiten ui Belgien selteirr vor, wie Ruhl-Verviers berichtet, D eu t s chlan d bildet das Haupt der Bewegung, so berichtet Pros. Forster, immer noch der interenationale Verein zur Bekämpfung der wissenschaftlichen Tierfolter in Dresden. Neue Ver- eine wurden fortgesetzt gegründet. München, Frankfurt und Leipzig nehmen in der Bewegung die ersten Stellen ein. ES sind entschieden Fortschritte gemacht worden. Mademoiielle L i n d s a y betont, daß die französische Gesellschaft gegen Vivisektion eifrig an der Arbeit sei; die Bewegung mache auch in Frankreich Fortschritte. Aiademoiselle de Silva- Paris berichtet, daß die Tierärzte in Paris und Aerzte aus dem Lande ebenfalls durch Fragebogen um ihre Stell- ung zu der Antivivisektionsbewegung befragt wurden. Die Stimmung für die Bestrebungen gegen die Vivisektton ist sehr günstig; 54 Aerzte gehören dem Antivivisektionsverern an. Für England erstatteten mehrere Vertreter Bericht. Nach den Ausführungen von Mr. Sidney Tri st-London aiebt es sehr wenig neue Methoden, die Vivisektion zu bev kämpfen. Die verschiedenen englischen Gesellschaften der Antivivisektion, die viele Aerzte zu Mitgliedern haben, wenden alle Mittel: Vorträge, Aussprache, Belehrung, Plakate usw. für ihre Zwecke an. Sie streben naxch völliger Abschaffung der Vivisektion. Miß W o o d w o r d- England betont, daß auch die Geisllichen ihre Hilfe den Bestrebungen zusaaeu und durch ihre Mitarbeit gute Erfolge erzielen. Schon in der Schule werden die Bestrebungen des Weltbundes gefördert. Totale sofortige Abschaffung der Bivi- sektton verlangt die British Union in England. Herr Bair berichtet, daß die Vereine in Schottland vor allem sonntags ihre Tättgkeit entfalten, weil sie da besser mit allen Schichten der Bevölkerung in Berührung kommen. Sie stehen aus dem Boden der Londoner Gesellschaften. Um 1 Uhr trat eine Mittagspause ein.
Hanau, 3. Aug. Der Soldat Zukowski von dem hiev garnisonierenden thüringischen Ulanenregiment Nr. 6 verübte gestern nachmittag im Walde hinter der Ulanenkaserne an dem 7jährigen Töchterchen eines Arbeiters ein Sittlichkeitsverbrechen. Ein Zivilist, der das jammernde Kind antraf, folgte dem davon eilenden Attentäter und veranlaßte dessen Verhaftung.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Höchste Temperatur am 2.-3. Aug. 17,6" C.
Niedrigste , „ 2.-3. , 18,2° C.
August 1903.
Barometer aus 0° reduziert
Temperalltr der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
3.
226
738,7
16,7
13,0
92
SW.
2
Regen
4.
9“
741,5
15,0
10,6
84
w.
4
Bed. Himmel
4.
rjib
747,1
13,8
10,4
90
w.
2
Sonnenschein
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Vom 5. bis
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