Ausgabe 
4.8.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 180

Erscheint tSglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Keffischen Landwirt die Gießener Kanrttten> blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Fcrnsprechanschluß Nr.51.

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158. Jahrgmrg Dienstag 4. Angnst 1903

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Gießener Anzeiger

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Ainir- und »nzchebiatt für den Kreis Sietzen Wtzj

___________________________ geigentett: HanS Beck.

Die heutige Yuwmer rmrfaßt 8 Setten.

sthaft bejaht, nn5) daß^ die Kirche überall, wo sie nicht verfassungsmäßig sind, jemanden, der herrscht, berechtigt ist, über dioklettanische Verfolgung zu ttch und autokratisch so mächtig

der denen jedoch bei der zu Gebote stehenden Vergrößeruno genaue Emzelheiten nicht mehr unterschieden werden konnten Dagegen war auf dem Mars zurzeit seiner letzten Opposition doch noch die sogenannte Große Syrte und das Acchalrsche Meer erkennbar. Mit seinem verhältnismäßig kremen Fernrohr konnte Krüger nur die Tatsache noch fest- tellen, daß die rötliche Färbung des Mars, wie sie auch das unbewaffnete Auge zu erkennen vermag, nicht von ähnlicher Natur sein kann, wie die der roten Ziegel, sondern darauf hindeutet, daß die Planetenoberfläche sich hinsichtlich der Farbe ähnlich verhält wie die gelblschrotlichen Sand- lächen und Dünen auf der Erde. £)b die grünlichen Teile der Marsoberflächje durch Pflanzenwuchs veranlaßt' werden, werden die Besitzer stärkerer Fernröhre leicht feststellen können.

In der Philister Land. Roman von Paul Gradein. Verl. Rich. Bong, Berlin W. 27. Von vielen wohl mit begreiflicher Ungeduld erwartet, ist nun der zweite Band der NomanserieVivat Academia!", die Fort- etzung von GrabeinsDu mein Jena" erschienen. Noch eben in dem Herzen des Lesers bic prächtigen Gestalten, die in den krummen und engen Gassen Jenas, ein fröhlicher Maskenzug echt studentischen Treibens, an Geist und Sinn vorbeizogelt, um) mit wahrer Freude erneuert man in dem zweiten Bande die alte, so liebe Bekanntschaft. Was wird aus Hell.nu.ich und aus Simmert, was wird aus Lotte und aus Pahlmann, was aus all' den anderen Alle-

vkhd, außerdem die aus braunem Lehm gebrannten roten Ziegel und Dachpfannen. Blau oder blaugrün waren durch den Schirm betrachtet der unbewölkte Himmel, das Wasser ^??^?03elfedern, z. B. von Papageien, und von chemischen Stoifnr das Vrtrrol des Eisens und Kupfers sowie der das graue Erdreich, graue Mauern, Elbttchrotttche Sand fläch en und Dünen. Zur Verwertung dreser neuen Forschungsmittel bei astronomischen Untersuch- wähtte Prof. Krüger aus begreiflichen Gründen zunächst den Mond, auf dessen Oberfläche gewisse kleine Be- ö^ke und einzelne Ebenen zeitwellig einen ausgesprochen grünlichen Farbenton zeigen. Unter Benutzung der Schirme ^^A?delte sich nun die Färbung dieser Teile der Mond- niemals in Rot, sondern das ganze Bild blieb grunlrch^-grau in verschiedenen Schattierungen. Daraus er-

sich der Schluß, daß die schwachgrünliche Färbung gewisser Telle der Mondoberfläche nicht von einem mit Blat^rün ausgestatteten Pflanzenlvuchs herrühren kann, wenigstens soweit sie durch ein mittelgroßes Fernrohr wahr- ^ommeu werden kann. Ferner richtete der Forscher sein

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ungen: m, 125): ^Die therapeutische Bchandlnng der katho­lischen Kirche in einem welllichen Staate ist dadurch er­schwert, daß die katholische Geistlichikell, wenn sie chren theoretischen Beruf voll erfüllen will, über das kirchliche Gebiet hinaus den Anspruch aus Beteiligung an weltlicher Herrschaft zu erheben hat, unter kirchlichen Formen eine politische Institution ist und aus chre Mitarbeiter die eigene Ueber^eugung überträgt, daß chre Frechell in der &err*

klagen." Noch schärfer hat sich Bismarck über die politische Seite des Papsttums am 10. März 1873 ausgesprochen: .Es ist eine Fälschung der Polllik Und der Geschichte, wenn man den Papst ausschließlich als den Hohenpriester einer Konfession oder die katholische Kirche als Vertreter des Kirchentums überhaupt betrachtet. Das Papsttum ist eine politische Macht jederzeit gewesen, die mll der größten Erch- schiedenhell und dem größten Erfolge in die Verhältnisse dieser Well eingegriffen hat, die diese Eingriffe epstrebt und zu ihrem .Programm gemacht hat. Die Programme sind bekannt. Das Ziel, welches der päpstlichen Gewalt, wie den Franzosen die Rheingrenze, ununterbrochen vor- schwebte, das Programm, das zurzell der mlltelalterlichen Kaiser seiner Verwllklichung nahe war, ist die Unterwerfung der welllichen Gewall unter die geistliche, ein eminent poli­tischer Zweck." Und 2 Jahre später, am 14. April 1875, erklärte er an derselben Stelle mit nicht geringerer Deut- lichkell:Der Papst ist auch nicht in dem Sinne, wie der Gras Brühl andeutete, der Nachfolger Petri. Petrus war nicht unfehlbar, er sündigte, er bedeute seine Sünde und weinte bitterlich über sie; von dem Papst glaube ich, dürfen wir das nicht erwarten. Wenn der Papst je zur Macht gelangt, daß er tun kann, was er will, und sein Wille das Gesetz der Erde ist, so sind wir alle doch bekannt genug mll dem Syllabus und seinen Thesen und Forderungen, um zu wissen, daß dann auch dieses Herrenhaus nicht mehr möglich ist, well eine konstitutionelle Verfassung nicht zulässig ist, daß Preßfreiheit etwas Verwerfliches ist, daß der Ketzer ausgerottet werden nmß. Die katholische Herr­schaft hat noch ganz andere Mittel: sie konfisziert sein Vermögen, sie sieht es als nicht strafbar an, wenn er ge- legenllich meuchlings erstochen wird; die jesuitischen Glaubenssätze sind öffentlich bekannt, in bekanntenSchriften verteidigt.

Ter päpstliche Kodex geht noch Weller:Ketzer, wenn man sie nicht anders vertilgen kann, ergreift man, martert sie, verbrennt sie, ihre ganze Hristenz ist ein nefas." Ein liberaler Papst ist einfach unnröglich (Gedanken und Er­innerungen" II, 127): Von Rußland hat man gesagt: gow- vernemeut absolu tempero Par le rsgieide. Ist ein Papst der in der Nichtachtung der in der Kllcheupvlllik kon- rnrrierendeu Organe 'M well ginge, vor kirchllchenNihi­listen" fichEr als der Zar'?' Von der Dttrchi des Papslls gab Bismarck dem preußischen Abgeordnellnhanse am 16 Aprll 187o folgende " '" . Pst____

ferne offiziöse Presse Lesser bedient wie die des Staates, wohlfeller, ausgedehnter, zugänglicher; er hat in dieser offiziösen Presse die Möglichkell, seine Dekrete amtlich, we> rngstens mll amllicher Glaubwürdigkeit, zu verkünden, und dw Gesetze unseres Staates für null und nichtig zu er- er hat außerdem auf unserem Boden ein .Heer von Gerstllchen, er zieht Steuern ein, er hat uns mit einem Nejtz

Vereinen und Kongregationen nbersponnen, deren Ein­fluß sehr wllksam ist kurz, es giebt kaum, seitdem wll

Darmstadt, 3 Aug. Die Aufführungen der Theatersaison 1903/04 werden im Großh. Hoftheater am Sonntag, 6. September, ihren Anfang nehmen. Die erste Lvrftetlung wird VerdisAida" fein: am Sonntaq daraus sotten Richard WagnersMeistersinger von SLrn- berg- solgen. Es besteht die Absicht, von jetzt an an sümt- tlchen Abenden der Woche zu Meten, wobei an den Sams- tagen in der Regel L-chüler- und Volksvorstellungen zu er­mäßigten Preisen gegeben werden sollen. Als erste 9iovität der Saison wird die neue OperDer Dusle und das^Babeli' von oem Münchener Komponisten Karl v. Kastel in ^ozene gehen, dessenBettlerin vom Pont des Arts" in der Saison 1900/01 hier vier erfolgreiche Aufführunaen erlebte. ö

- .. . : in Preußen persöu-

autokratisch so mächtig wäre, wie dieser hohe italienische Prälat mit seinem Rat des italienischen Klerus umgeben; so mächtig wie er mll jenem Apparat kann kaum eine andere Persönlich>kell auf unsere preußischen Verhält­nisse einwirken." Aehnlich spricht sich Bismarck in seinem Erlaß, über die Papifioahl vom 14. Mai 1872 aus, an dessen Schluß es heißt:Die Bischöfe find den Regierungen gegen­über Beamte eines fremden Sorweräns geworden, und zwar eines Souveräns, der vermöge seiner Unfehlbarkeit ein vollkommen absoluter ist mehr als llgend ein absoluter Monarch in der Welt. Ehe die Regierungen irgend einem neuen Papste eine solche Stellung einraumen und ihm die Ausübung solchep Rechte gestatten, müssen sie sich fragen, ob die Wahl und die Person desselben die Garantien bieten, welche sie gegen den Mißbrauch solcher Gewalt zu fordern berechtigt sind."

manen und Vandalen werden, mll denen man die in Sommerpracht prangenden Hügel bestiegen, mll denen man hmausgezogen zu lustigen Schllltenpartien und ernsten Waffen gangen»? Zerstoben war die liebe Schar am Ende des ersten Bandes, da Helmrich sein Ränzel)chnüren und nach Berttn wandern mußte. Der zwelle Band gibt die Antwort auf alle in dem ersten aufgeworfenen Fragen, und was für eine! ,HN der Philister Land!" Ja, schellen und meiden tut weh! Der Ernst des Lebens und der Ärbell smd nun an die Stelle der sorglosen Jenenser Tage ge- tteten, und ein jeder der frohen Gesellen empfängt des Ringens und des Kämpfens Tell. Die Kräfte, die in der Seele der jungen Studenten sich regten, sie haben sich weller entfaltet, und folgerichttg entwickelt der Autor mit der Hand des Meisters das int ersten Bande so kunstvoll angebahnte Lebensschichal seiner Menschen. Jeder nach seinem Charakter! So ziehen die einsttgen Muli und Burschen Hellmrich, Simmert, Pahlmann, Rittner zu Män­nern geworden, an uns vorbei, und man muß gestehen aus dem schäumenden 9Nost ist nun nach all' der Gärung klarer Wein. Verschieden nach seiner Lage und Güte, wie eben schon der Most verschieden war. Das aber gerade ist das Anziehende an Grabeins Werk, daß er als geborener Beobachter des Lebens alle Farbennuancen auf seiner Pa­lette hat, nicht grau in grau und nicht blau in gold wird hier gemalt, sondern wie es das Leben bringt mit hellen Lichtern und tiefen Schatten. Und den vollen warmen Strahl seiner goldenen Poesie läßt der Dichter am Ende des wundervollen Bandes noch einmal auf seinen Helden und dessen Lreb, die sich trotz allem gefunden, und endlich auf sem ttebes Jena fallen, wo alle in wehmütiger Erinner­ung vereint der goldenen Tage vergangener Jugend noch emmal gedenken. Das Schlußkapitel ist eine Perle echter deutscher Poesie.

NismarckWotte über Japst and Iapsttum.

Angesichts der anläßlich der Pawtwahl wieder viel erörterten PapstfraGe dürste eS nicht ohne Wert sein, sich, daran zu erinnern, wie sich Fürst Bismarck hierüber ge­äußert hat.

Es ist eine Ironie der Wellgeschichte, daß der Papst sich manchmal besser auf die protestanttschen als auf die katholischen Mächte verlassen konnte. Hierüber führte Bis­marck am 10. März 1873 im preußischen Herrerchause aus: Friedrich der Große lebte vollständig in Frieden mit der römischen Kirche, während der damalige Kaiser des über­wiegend katholischen Staates im heftigsten Kampfe mit der kathoüschen Kirche begriffen war. Also die Frage ist ziem­lich unabhängig von der konfessllnellei.r. Es war wefenüich der durchs und durch streng evangelische, man darf fast sagen, in seinem Glauben antikatholische König Friedrich Wilhelm HL, der im Wiener Kongreß auf die Herstellung der weltlichen Herrschaft des Papstes drang und sie durch­setzte, nichtsdestotveniger ist er im Kampf mit der katholi­schen Kirche aus dieser Well geschieden." Ueber den Kampf zwischen Kaiser und Papst hat sich Bismarck öfter geäußert; so sagte er am gleichen Tage im Herrenhause:Der Kämpf des Priestertums mll dem Königtum, der Kampf in diesem Falle des Papstes mit dem deufichen Kaiser, wie wir schon im Mittelaller gesehen haben, ist zu beurteilen wie jeder andere Kamps; er, hat seine Bündnisse, er hat feine Friedens­schlüsse, er hat seine Haltepunkte, er hat seine Wasfenstlll- stände. Es hat friedlich^ Päpste gegeben, es hat kämpfende und werbende gegeben." In denGedanken und Erinner­ungen" heißt es (II, 135 f):Der uralte Kampf zwischen Priestern und Körrigen wird nicht heute zum Abschluß ge­langen, namentlich; nicht in Deutschland. Bei jedem modus vivendi wird Rom eine evangelische Dynastie und Kirche als eine Unregelmäßigkeit und Krankhell betrachten, deren Heilung die Aufgabe seiner Kirche sein muß. Ein ewiger Friede mll der Kurie Hegt nach den gegebenen Lebensbe- drngungeu ebenso außerhalb dar Atöglichkell, wie ein solcher zwischen Frankreich und dessen Nachbarn." Aehnlich sprach, er sich am 12. Aprll 1881 im Herrenhause aus:Der Friede zwischen König-r,nd Priester wird immer die Zirkel- quädratur bleiben, der man nahe kommt, die man aber nicht vollständig erreichen kann." lieber die Schwierigkeiten bei

Zemürton.

Eine neue Art der Plan etenunterfuchung hat Prof. Krüger aus Tilsit beschrieben und den Astronomen zur Berücksichttgung und Nachprüfung eiw pfohlen. Sell dem Jahre 1900 hat sich der Gelehrte damll beschäfttgt, den Einfluß farbiger Gläser auf die Abbildung der Gestllne im F-ernrohr zu untersuchen. Zufällig richtete er in der ersten Zeit dieser Forschungen das durch ein blaues Kobaltglas beschirmte Auge auf die von der Sonne hellbeschienene Landschaft. Der Anblick war überraschend, insofern als zwar alle anderen Teile des Bildes "blau erschienen, alles Grün der Bäume und Wiesen aber in ein schönes Purpurrot verwandelt wurde. Prof. Krüger wurde dadurch auf jden Einfall gebracht, daß rrran mll Hilfe eines solchen Glases ermitteln könnte, wie die Oberfläche von Planeten und zunächst des Mars beschaffen wäre, auf dem unser Fernrohr bekanntlich so viel Einzelhellen unterscheiden läßt, daß es zum Entwurf ganzer Marskarten gekommen rst. Als springender Punkt müßte die Frage angesehen wer­den, ob die bläulichen oder grünlichgrauen Fllcke auf der Marsoberfläche von ausgedehntem Manzenwuchs oder dursch, Wasseransammlungen oder rroch andere Gebilde ver­ursacht wären. Falls das erstere der Fall wäre, könnte man nach der Beobachtung Krügers erwarten, daß sich die Farbe dieser Flecke unter dem Kobaltglas in Rot ver- Aän.bln müßte. Der Forscher sah sich jedoch bezüglich der Ausführung dieser Versuche vor erhebliche Schwierigkeiten gebleut. Einmal stand ihm nur ein verhältnismäßig Keines Fernrohr mll einer Oefftmng von 4y2 Zoll zur Verfügung, )ooann mußte überhaupt die Benutzung eines Kobaltglases von dem Planeten ausgesandte Licht dermaßen ab- schwachen, daß die Einzelheiten auf der Marsoberfläche nicht mehr erkennbar blieben. Auch bei Anwendung möglichst u^uner Platten des Glases konnte kein Erfolg erzielt werden. Dre Lichtstärke nahm mit abnehmender Dicke des Glases ^U^rdulgs zu, aber im gleichen Verhältnis schwächte sich auch Die Wirkung des Glases ctb1, indem durch Dunne Gläser Die rote Umfärbung des Blattgrüns wieder der natürlichen grünen Farbe Platz machte. Durch mühsames Probieren verschaffte sich Ktüger jedoch eine Reihe von farbigen die für die weiteren Prüfungen auf der Mars- ooerftache besser geeignet waren, und über deren Zusammen- >ochuig der Fachmann das Nähere aus der Zeitschrift für 1 WroimmieSirius" entnehmen kann. Durch : >olch,e Schirme erschienen von irdischen Gegenständen röt : alle Blattgrün (Chlorophyll) führenden Pflanzenteile, ferner i Lewisse grüne Farbstoffe mit einem Gehalt von Chrom- !

Kme politische Verschiebung?

Tie Verschiebung des polllischen Systems von Europa bespricht Dr. Karl Peters .in der letzten Nummer der Lon­donerFinanz-Chronik" in Verbindung mll dem Kampf um die britische Zollpolitik. Wll entnehmen darüber dem Rhem. Kur." folgende interessante Ausführungen: Dr. Peters ist der Ansicht, daß dieser Kampf, obwohl eigenllich eine innere Frage des britischen Weltreiches, für die Zu­kunft gller Völker von der einschneidendsten Bedeutung sei, es sei von materiellem Interesse für die gesamte Wett, ob England es fertig bringen wird, mehr als ein Viertel der Kontinente für seine Art zu monopolisieren. Aus diesem Grunde sei das größerbrllische Zollproblem die ergentttche weltgeschichtliche Frage unserer Zell. Be­sonders interessant ist, was Dr. Peters über die Mrkung sagt, welche die Chamöerlainschen Pläne, falls sie sich verwirllichen soltten, auf die polllischen Verhältnisse aus- üben müssen. Es heißt darüber in dem Artllel: '

Von diesen Plänen wlld in erster Linie Nordamerikas Handel, in zweller Linie das Deutsche Reich bettoffen. Der Unterschied zwischen den beiden betroffenen Bankern ist aber der, daß die Vereinigten Staaten den Ausfall von Jcchr zu Jahr weniger, Demschland dagegen von Jahr zu Jahr mehr empfinden müssen; und zwar deshalb, weil die Ver- einrgten Staaten selbst im Umbildungsprozeß ans der agri* Mturetten in die industrielle Wirtschaftsform begriffen sind, also chre Lebensmittel immer mehr für den heimischen Konsum nötig haben werden, während DentWand immer mchr auf ausländisches Getreide und Fleisch' angewiesen ist, wogegen es jährlich entsprechend mehr Jüdustlnewaren verkaufen muß. Der Unterschieb' liegt auf der Hand und macht klar, wie sehr insbesondere Deutschland für seine handelspolllische Zukunft an diesen Dingen interessiert ist Frankreich hat solches Interesse viel weniger. . . Deshalb wrrd dre Chamberlainsche Zollreform, welche in der Tat einen sehr realen, materiellen Kell in die Interessen- gememschaft zwischen Deutschland und England' für alle