Ausgabe 
4.2.1903 Drittes Blatt
 
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fühhputfcficn Staaten hat man bereits mit der Vermehrung der Mandate begonnen. Will das Reich hinter den Einzelstarten Zurückbleiben? Die Herren von der Rechten freilich, daß diese leine Freunde einer gerechten Wahlkreiseintheilung sind, das ist nur W begreiflich. Sie leben ja auf Kosten diel er Ungerechtigkeit, ^ntereifanr ist, wie Die Blätter der Rechten schon die von der Re- Keruna angelündigte bessere Sicherung des Wahlgeheunmßes be- arüken ' Da jammern sie über die großen Kosten, dre daraus er­wachsen werden! Also man soll lieber Mißbräuche der Verfassung bestehen lassen, umErsparnisse" zu machen! Da schreiben sie: das (.Lime Wahlrecht ist überhaupt unitttttch! Ein deutscher Mann müsse offen seine Stimme abgeben! (Lachen IxnUA Da steht man wenigstens, mit welcher Liebe die Herren zu der Verfassung stehen.

Nun einige Fragen allgemein politischer Natur an den Reichs­kanzler. Vor Allem: wie steht es mit der Frage, die augenblicklich im Mittelpunkt der politischen Interessen überhaupt steht, mit den Handelsverträgen? Redner verbreitet sich ausführlich über die Aus­sichten der Verttagsverhandlungen, die nach fcir r Meinung unter dem neuen Zolltarif schlechte sttid. Auch die Nachbarii haben Kürassierstiefel angezogen, und es kommt nun darauf an, wer am besten damit herumttampeln kann. (Heiterkeit.) Unser Zolltarif ist so absolut un- imb widersinnig, daß eine auch nur einigermaßen ge­wissenhafte Negierung chn nie in Kraft setzen lann! Daher kann man uns auch damit nicht drohen, und wir sind keineswegs ge­zwungen, jeden Handelsvertrag zu acceptiren. Der Reichskanzler hat daher eine sehr schwierige Position: er soll die Quadratur des Cir1*^^n. Und ich glaube schwerlich, daß ihm das gelingen wird.

Äbg. Richter (fteis. Vp.): Der Abg. Fürst Bismarck sucht Alles zu vcrlheidigen, was einst sein Vater gemacht hat. Der Herr Ab­geordnete har Nichts vergessen von dem, was sein Vater einst für die Diärenlosigkeit angeführt hat, er hat aber auch Nichts hinzugelernt. (Heiterteil.) Als mildernder Umstand ist fteilich für ihn in Be­tracht zu ziehen, daß er so selten sich hier im Hause sehen läßt (Heiterteil); sonst würde er bei seinem scharfen Verstände (Große Heiterkeit links) sicherlich längst eingesehen haben, daß die Diäten- losigkeit die ordnungsmäßige Geschäftsführung des Hauses sehr er- schwett. Rian sucht es jetzt so darzustellen, als ob die Diäten- losigkeit von vornherein ein Axiom für die Aufrichtung der deutschen Einheit gewesen sei. O nein, so war es nicht. Die Diätenfrage ist nur ganz allmählich bis zur Tiätenlosigkeit gediehen. Die ganze Tiätenlosigteit ist hervorgegangen aus dem Hatz des Fürsten Bis­marck gegen die preußischen Fünfthalermänner. Jedenfalls hat die Tiätenlosi^eit bereits zu sehr üblen Erfahrungen bezüglich der Ge­schäftsführung dieses Hauses geführt. Die verbündeten Regie­rungen haben selbst das größte Jnterepe daran, daß Diäten ein­geführt werden, namentlich die süddeutschen Staaten. Wenn nicht der bairische Landsturm anrückt, sind wir nicht beschlußfähig, am Sonnabend und Montag sind wir es überhaupt nie. Wenn es hier von 4 Uhr ab manchmal etwas voller wird, so liegt das nur bar an, daß dann die Doppelmandatare aus dem Abgeordneten­hause erscheinen. Fürst Bismarck verwies auf das Beispiel Errg- lands; dort giebt es aber nur zwei Parteien und deshalb ist die Be- schlußiähigkeitsziffer geringer als bei uns. Geben Sie uns die eng! Jen Verhältnisse, dann können wir auch über die Sache reden.

Der Kaiser selbst hat gesagt: Schickt einfache Arbeiter in den Reichs- rag! Wie aber soll ein Arbeiter ohne Diäten in Berlin leben können. Ich bitte die Regierung, den Jahrzehnte langen Wünschen des Reichstages endlich Rechnung zu tragen. (Beifall links.) ,

Abg. Dr. Hasse (nat.-lib.) bedauert, daß der Reichskanzler mit seiner heutigen Erklärung über das Jesuitengesetz den Ultramon» tauen einen weiteren Schritt entgegengekommen sei.

Das Haus vertagt sich.

Persönlich bemertt

Abg. FürstBismarck: Der Vorwurf des Abg. Richter ist ganz ungerechtfertigt. Wie das Protokoll ergiebt, gehöre ich zu Den­jenigen, die am wenigsten unentschuldigt fehlen. In der letzten Session habe ich kein Mal unentschuldigt gefehlt. Neue Gründe gegen die Diäten vorzubringen ist bei einer so einfachen und klaren Sache nicht möglich; Herr Richter hat für die Diäten auch keine neuen Gründe vorgebracht.

Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr: Fortsetzung der heutigen Berathung.

Schluß 5% Uhr.

Im preußischen Abgeordueteuhause

ging atn Dienstag Finanzminister Frhr. v. Rhein- b ab en beim Etat der indirekten Stenern auf den Fall Löhnin g ein. Er habe seinerzeit Löhning anfgesordert, seine Versetzung in den Zinhestand nachKusuchen, was auch freiwillig geschehen sei. Wenn Löhning sich verletzt gefühlt haben würde, so hätte er die Nachsuchung der Pensionierung ablehnen und ein Disziplin arv e rsahren herb ei führen können. Statt dessen habe er fein Expose in offenen Briefen nicht nur an feine nächsten Freunde, sondern auch an viele Beamte des Finanzministeriums selbst verschickt. Aus der Verlobung mit der Tochter eines subalternen Beamten habe er Löhning nie einen Vor Wurf gemacht. Er habe aber gerügt, daß ihm nicht rechtzeitig Mittel- lnng von der Verlobung gemacht worden sei. Er hätte dann allerdings aus Umständen, die absolut nichts mit Kastengeist zu tun hätten. Löhn ings Versetzung aus dem Osten in eine gleich hohe Stellung anderswo verfügt, weil eine Beeinträchtigung von dessen dienstlicher Stellung in Frage gestanden habe. In demselben Sinne habe sich auch der Oberpräsident v. Bitter geäußert. Daß der Vater der Braut Feldwebel gewesen sei, habe er erst ans den Zeitungen erfahren. Er erkläre noch einmal, daß für fein Verhalten gegen Löhning nur dessen politisches Ver­halten maßgebend gewesen sei. Löhning habe sich der Regierungs-Politik widersetzt und das dürfe nicht geduldet werden. Bei den Wahlen in Fraustadt habe Löhning es für richtig erklärt, daß ein ihm untergebener Beamter einen Polen wählte statt des deutschen Kandi­daten. In einem anderen Falle habe er die Bestrebungen des Hakatisten-Vereins verdammt und ferner die Ministerialversügung, nach der politisch unzuverlässige Beamte aus dem Osten in rein deutsche Gegenden versetzt werden sollen, für Unsinn erklärt, den er nicht mitmache. Ferner sei es erwiesen, daß Löhning ohne jede Veranlassung nach den Sitzungen politische Gespräche feinen jungen Assessoren angefangen und 'dabei feine M.ißbilligung gegenüber der Polenpolitik der Regierung schMff ausgedrückt habe. Oberpräsident v. Bitter hätte die Aeußerung: ,^JHr politisches Verhalten * kann Ihnen den Hals nicht rechen", zu Löhning nicht getan, wenn er dieses politische Verhalten näher getonnt hätte. Der Minister schloß mit den Worten: Die Regierung muß verlangen, daß die Beamten im Osten der Regierung nicht nur feinen Widetstand leisten, sondern sie mit Herz und Hand unter­stützen zum Segen der nationalen Sache im Osten.

Das Abgeordnetenhaus hat im übrigen gestern den Etat der indirekten Steuern erledigt.

Parlamentarisches.

Marburg, 3. Febr. Die Konservativen stell­ten den Kammerherrn Rabe von Pappenheim-Li- b en au als Kandidaten im hiesigen Wahlkreise auf.

Berlin, 3. Febr. Präsident Graf Balle st rem hat in dringenden Angelegenheiten nach feiner Heimat reifen müssen und konnte heute den Vorsitz im Reichstage nicht führen. Er wird morgen, Mittwoch zurückerwartet.

Berlin, 3. Febr. Die Budget-Kommisfion beriet heute die ihr überwiesenen Titel des P o st e t a t s und erledigte eine Reihe davon ohne wesentliche Debatte. Morgen findet mit Rücksicht auf die Leichenfeier bei der Beisetzung Delbrücks keine Sitzung statt. Donnerstag wer­den die Beratungen fortgesetzt.

Volitische Tagesschau.

Aus der nationalliberaleu Partei.

Die unter dem Vorsitz- des Dr. Hammacher am Sonn­tag in Berlin abgehaltene, aus allen Teilen Deutschlands sehr zahlreich beschickte Sitzung des Zentralvorstandes der nationalliberalen Partei beschloß folgende Reso­lution :

Der Zentraloorstand der nationalliberalen Partei erkennt dankbar die energischen und erfolgreichen Bemühungen der Reichs- tagsftaktion um die Ueberwindung der Obstruktion und um das Zustandekommen des Zolltarifs an. Er begrüßt besonders freudig, daß es der festen Haltung der Fraktion zu danken ist, daß der Zoll­tarif im Sinne der Eisenacher Beschlüsse verabschiedet worden ist.

Er erwartet nunmehr, daß die Reichsregierung ungesämt zum Zweck des Abschlusses langfristiger Handelsverträge mit auswär­tigen Ländern in Verhandlungen tritt unb daß es ihr gelingt, auf der Grundlage des vom Reichstag genehmigten Zolltarifs den Interessen der Landwirtschaft, des Handels und der Industrie genügenden Schutz und Raum im internationalen Verkehr zu schaffen.

In freudiger Genugtuung darüber, daß seine Beratungen die volle Einheit der nationalliberalen Partei und ihre Entschlossenheit einmütigen Kampfes in der bevorstehenden Reichstagsivahl dar­getan haben, sordett er die Parteigenossen im Lande aus, sofott in die Wahlvorbereitungen einzutreten."

Es i|t selbstverständlich, daß in der Sitzung des Pattei­vorstandes auch die Meinungsdifferenzen über den Antrag Kardorff und seine Behandlung zur Erörterung tarnen. Wie aus dem Schlußabsatz der Resolution heroorgeht, hat dies der Eininütlgteit in der Haltung der Partei keinen Abbruch getan. Die hervorgetretenen Gegensätze haben wohl in be­

sonderem Maße auf die Notwendigkeit festen Zusarnmen- schlusfes gerade in der gegenwättigen Zeit hingewiesen.

Es darf als sicher gelten, daß die Reichstagswahlen im Juni, wenn nicht gar schon Ende Mai stctttsinden. Vor­her wird zur Feststellung des Wahlauftufs noch ein allge­meiner Delegiettentag einberufen werden.

Das deutsche Volkseinkommeu im Jahre 1900 berechnet R. E. May im Januarheft des Schmoller'schen Jahrbuches 1903 und vergleicht es mit dem Volkseinkommen des Jahres 1895, das er schon iw. Januarheft 1899 in seiner ArbeitDas Verhältnis des Verbrauches der Massen zu dem­jenigen derkleinen Leute", der Wohlhabenden und Reichen" berechnet hatte. May kommt zu folgenden Resultaten:

Das deutsche Volkseinkommen ist von 25,4 Milliarden Mark im Jahre 1895 auf 31,2 Milliarden Mk. im Jahre 1900, also um 5,8 Milliarden oder 22,8 Prozent gestiegen bei einer gleichzeitigen Bevölkerungszunahme um 7,8 Proz. Dieses Plus vetteikt sich jedoch recht ungleichmäßig.

Die Einkommen unter 3000 Mi. sind von 19,5 auf 22,9 3,4 Milliarden Mk. oder 17 Prozent gestiegen, während die Einkommen über 3000 Mk. von 5,0 auf 8,3 2,4 Milliarden Mk. oder 41 Prozent gestiegen sind. Auf die oberen Einkommen entfallen rund 1,1 Milliarden mehr und auf die unteren ebensoviel weniger als bei gleich­mäßiger Verteilung des Gesamtmehreinkommens. Im Jahre 1895 machten die Einkommen unter 3000 Mk. 76,8 Prozent des Gesamtvolkseinkommens aus, im Jahre 1900 nur 73,4 Prozent. Man schließt aus der unverhältnismäßigen Steigerung der oberen Einkommen, daß der Unternehmer­gewinn stätter gesttegen ist als der Arbettslohn.

Die Steigerung des Lohneinkommens der bei den staat­lichen Jnvaliditäts- und Altersverficherungsanstalten Ver- sichetten berechnet May für die Jahre 18961900 pro Kopf des Versichetten auf 9,27 Prozent. Der Gesamtlohn der Versicherten ist von 7,3 auf 8,8 = 1,5 Milliarden Mk. oder 21,1 Prozent, die Zahl der Versichetten von 11,47 auf 12,71 1,24 Millionen Personen oder 10,8 Prozent ge­stiegen bei einer gleichzeitigen Bevölkerungszunahme von 6,24 Prozent.

Der Verdienst sämtlicher V/t Millionen erwerbstätiger Kinder macht nach Mays Berechnungen noch nicht den drei- hundettsten Teil des Volkseinkommens aus, was den Ver­fasser veranlaßt, auszurufen:Und solcher Lappalie wegen wird Gesundheit und Lebensfteude der Heranwachsenden Generationen und damit gleichzeitig deren Leistungsfähigkeit vermindett!"

Au den Vorgängen in Weuczuela

schreibt diePost": Die Verhandlungen in Washington werden lebhaft weitergeführt und verschiedene Vorschläge erörtert, die zu dem Ausgleich zwischen der Vorzugs-For­derung der Blockademächte und den Ansprüchen der an­deren Staaten führen sollen. Welcher Vorschlag durch­dringt, ist noch nicht bestimmt. Nach einer Meldung aus Newyork wies Bowen den Vorschlag Eng­lands, daß den Verbündeten 20, den anderen Gläubigern 10 Prozent der Zolleinnahmen Venezuelas gewährt werden sollen, schroff zurück. Er bemerfte, dieser Vorschlag bedeute die zehnjährige Fortdauer des Bünd­nisses zwischen Deutschland, England und Italien. Ein solches Ansuchen Englands sei ihm unver­ständlich. Staatssekretär Hay soll diese Haltung Bowens unterstützen, da er die Allianz der drei Mächte ungern fortbestehen sieht. Bowen wünscht an­geblich, daß die Frage der Vorzugsweifen Behandlung der Verbündeten dem Haager Schiedsgericht unterbreitet werde.

Nach Privatmeldungen aus Caracas ist diese Stadt durch Insurgenten, welche nach erfolgreichem Gefecht gegen die Regierungstruppen gesiegt haben, bereits ernstlich be­droht.

Wie demNewyork Herald" aus Willemstad gekabelt wird, ist 15 englische Meilen südlich von Caracas zwischen den Regierungstruppen und den Aufständischen eine Schlacht im Gange, lieber den Ausgang des Kampfes liegen noch keine Meldungen vor. Man glaubt aber, daß die Aufständischen von allen Seiten Vordringen.

Vermischtes.

Budapest, 3. Febr. In der Ortschaft Sztraffe im Komitat Tremfin explodierte infolge Unvorsichtigkeit im Hause eines Steinbrucharbeiters eine Schachtel mit drei Kilogramm Dynamit. Das Haus wurde vollständig zerstört und im Umkreise von 100 Meter sämtliche Fenster Demoliert. Zwei im Hause wohnende Arbetter wurden ge­tötet.

Men tone, 3. Febr. Tie beabsichtigte Reise der früheren K r o n p r i n z e s s i ir Luise und ihres Anwaltes nach Salzburg zwecks Regelung ihrer Familicn-Ange- legenheiten m u ß unterbleibe n, da K a i f e r F r a n z Josef ihr diese Reise u.i , hat. Tie Prinzessin be­

zeichnete die Meldung, wonach sie beabsichtige, mit Gi­ro n n a a) Amerika übcrzusiedeln, als unbegrün­det. Sie ist sehr ungehalten über die fortgesetzte Be­wachung durch östreichische Gehcintagenten. Die Kron­prinzessin erhielt die erste Kunde von der Erkrankung, ihres Sohnes, des Prinzen Friedttch Christian, durch Zeitungen in ihr Hotel. Sie fiel vor Schrecken in Ohn­macht und wird nach Mitteilung des Arztes mehrere Tage das Bett hüten müssen.

* Die Automobilisten und der Kaiser. Dem deutschen Kaiser werden, wie Wiener Blätter melden, die durch den Deutschen Automobilverband repräsentierten Automobilisten im Monat März eine Huldigungs­fahrt darbringen. Kaiser Wilhelm hat nämlich auf Bitte der Leitung des Deuffchen Automobilverbandes die Gei nehmigung erteilt, daß von den Mitgliedern des Verbandes gelegentlich der Eröffnung Der Berliner Automobilaus-, stellung am 7. März eine Auffahrt mit Automobilen vor dem Schloß in Berlin ftattfinbet Dementsprechend hat das Präsidium des Deutschen Automobilverbandes beschlossen, für Sonntag, den 8. März, nach Berlin einen außerordent­lichen Automobiltag einzuberufen und am 7. März, an welchem Tage die Eröffnung der Deutschen Automobilaus­stellung in der Flora stattfindet, eine Huldigungsfahrt der deutschen Automobilisten nach dem königlichen Schlosse zu veranstalten. Bei cintretenber Dunkelheit wird der Zug der mit Magnesiumfackeln beleuchteten Automobile sich von der Flora aus in Bewegung setzen. Die Fahrt wird von Charlottenburg aus durch den Tiergarten, das Branden­burger Tor nach dem Lustgarten geleitet werden, wo vor dem Schlosse die Automobile Aufftellung nehmen. Hier erfolgt sodann die Darbringung einer Huldigung, worauf die Rückfahrt nach der Flora angetreten wird.

Km-wirtschast.

Berlin, 3. Febr. Der deutsche Landwirtschafts, rat trat heute zu feiner 31. Plenarversammlung zusammen. Er lehnte eine Resolution Oldenburg-Januschan ab, nach/ der die Zustimmung des ständigen Ausschusses zum Anträge Kardorff mißbilligt wird und nahm hjn- gegen mit 40 gegen 16 Stimmen bei 12 (Stimmenthaltungen einen Antrag Ow an, nach welchem das Vorgehen des Ausschusses gebilligt und über den Antrag Oldenburg zur Tagesordnung übergegangen wird.

Der Landwirtschaftsrat hält am Donnerstag abend im Kaiserhof ein Festessen ab. Ihr Erscheinen haben u. a. zn- gesagt: Reichskanzler Graf Bülow, der preußische Landwirt- schaftsminister von Podbielsky, der Minister des Innern Freiherr von Hammerstein, Finanzminister Freiherr von Rheinbaben.

Wöchentliche Merßchtder ToöesMe in htr Statt 6it|tn.

4. Woche. Vom 18. Januar bis 24. Januar 1903. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (infL 1600 Mann Militär)

Sterblichkeilsziffer: 18,06, nach Abzug von 2 Ottsfremden: 14,05°/oo.

Kinder

Sinin.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Es starben an: Zusammen:

Erwachsene:

im

vom

1. Lebensjahr:

215. Jahr

Lungentuberkulose

2

2

Influenza

1

1

Bronchitis

2

1

1

Krebs

1(1)

KD

Masern

1

1

Gallensteinen

1(1)

1(D

Altersschwäche

1

1

Summe

9(2)

7(2)

1

1

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Dortmund, 4. Febr. Auf den P r i 0 a t f e fr c r des verhafteten Bankdirektors Hermann Wulff wurden zwei Schüsse abgegeben, die ihr Ziel aber verfehlten.

Essen, 4. Febr. In Hamborn (b. Ruhrort) wurde eine große Falschmünzerwerkstatt entdeckt. Tte Falschmünzer und ein Schlosser wurden verhaftet.

Hamburg, 4. Febr. Der Dampfer Cäsar, nach Schield-Boston unterwegs, ist unweit Aberdeen gesunken. Der Kapitän und 24 Mann sind gerettet.

Bloemfontein, 4. Febr. Am 3. d. M. traf Cham­berlain hier ein und wurde begeistert empfangen. u__ ................

Aba lieber (btg! Zch begreife nicht, wie Du die ganze Zeit so husten kannst, ohne etwas für diese Qual zu tun. Warum? hast Du etwas für den Katarrh, der mich wirklich furchtbar quält ? Ja natürlich! Geh'null hinüber in dre Apotheke oder hier neben in die Drogerie oder in eine Mineral wasserhandlung und lasse Dir eine Schachtel Fay's ächte Sodener Mineral-Pastillen für 85 Pfg. geben, wenn Du dre Pastillen einzeln im Munde langsam zergehen läßt und Dich im klebrigen nach der Gebrauchsanweisung richtest, garantiere ich Dir, daß au ich Husten bis morgen abend vollständig verloren haft. tfur Demen Magen brauchst Du nicht die geringfte Angst zu haben, da die Pastillen auf die Schleimhäute desselben einen äußerst wohltuenden Einfluß ausüben. 324