nxchnhaften OLerMutnant a. T. Jobst zugegangen. Das Oberkommando der kaiserlichen Echntzttuppe für Südwest a fr ika teilte ihm mit, daß sein Sohn, der Leutnant Wa l t e r Job st, bei in Warmbad aus-gebrochenen Unruhen im Kampfe gefallen sei. Der junge, hoffnungsvolle Offizier hat seinerzeit den Cbinafeldzug nrit- gemacht und gehörte der deutschen Schutztruppe m Afrika feit etwa einem Jahr an.
Ausland.
London, 2. Nov. Dem Bureau Reuter wird aus Boston gemeldet: Lureghian, der Redakteur des Blattes „Jun-g^Armeuren", welcher der Polizei die Information gctb, die zur Verhaftung Krikvrians führte, erhielt eine Höllenmaschine zugeschickt. Kureghians Wirtin wußte, daß Kureghian bedroht war. Ms ein Paket für ihn abgegeben wurde, schöpfte sie deshalb Verdacht und telephonierte zur Polizei. Im Pakete war eine Höllenmaschine, die nad) zwei Stunden hätte explodieren sollen. Man hat die Beschreibung des Ueberbringers, der wie ein Armenier aussah.
— Durch, eine Verordnung des englischen Laudwict- schafsdeptartements sind für die Einfuhr von Vieh au s dem Auslano mit Wirksamkeit vom 1. August 1903 .neue Vorschriften erlassen worden. Darnach ist die Einfuhr von Vieh aus folgenden Ländern verboten: Argentinische Republik, Oesterreich-Ungarn (einschließlich Bosnien und Herzegowina), Belgien, Bolivien, Kapkolonie, Ehlle, Kolumbien, .Dänemark, Eruador, Frankreich, Deutsches Reich, Gibraltar, Griechenland, Brittsch-Guyana, Mederländisch- ^Guyana, Französischs-Guyana, Italien, Malta, Mexiko, Montenegro, Marokko, Natal, Niederlande, Norwegen, Otto- manisches Reich, Paraguay, Peru, Portugal, Portugiesisch- Ostaftnka, Rumänien, Rußland, Serbien, Spanien, Schweden, Uruguay, Vereinigte Staaten von Amerika (nur für die ^Staaten Maine, New-Hampshire, Vermont, Massachusets, Conneettcut, Rh-ode-Jsland. Die Einfuhr von Schweinen jedoch ist aus dem ganzen Gebiet der Vereinigten Staaten verboten), Venezuela, Zululaud.
Paris, 2. Nov. Der Sohn des Ministerpräsidenten .Court» es ist zum Staatsrat ernannt worden.
Belgrad, 2. Nov. Der Verkauf von Ansichtskarten mit dem Bilde des ermordeten Königs Alexander wurde behördlich untersagt.
Konstantinopel, 2. duov. Die Nachricht von der Ermordung Juzuf Paschas, des Gouverneurs von Asir (Wllajet Renten) durch Araber bestätigt sich Ferner wurden der dort wellende Generalstabschef des 7. Korps, Achmed Pascha, sowie einige andere Offizie re und Beamte ermordet. Außerdem wurde der größte Teil des B a t a i l lo n s, das die Besatzung des Regierungs- gÄräudes bildete, ausgerieben. Weitere Einzelheiten fehlen, da die Telegraphenlinie zerstört ist. Infolge der Unruhen wurden vorläufig zwei Bataillone von Hedschas und die Redifbrigade aus Adana, welche schon vor fünf Jahren euren in Asir ausgebrochenen Aufstand bekämpft hatte, zur Verstärkung der dortigen Garnison abgeschickt. An der Spitze des Aufftaudes steht der Kalifen-Retendent Schell-Hamid-Eddin.
Warschaus. Nov. Bei der RekrutenaushoLung fand mf dem Rathause ein blutiger Zusammenstoß zwischen etwa 500 Juden und der Gendarmerie statt. Auf beiden Seiten gab es 41 Verwundete, darunter mehrere tödliche. Zahlreiche Verhafttmgen wurden vor- genommen.
New York, 2. Nov. Bei der Fahnenweihe des deutsch-amerikanischen Kriegerbundes überreichte Konsul Geißler im Namen des deutschen Kaisers ein Fahnenband und teilte mll, daß der Kaiser dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten des Vereins den Roten Adler-Orden bezw. den Kronen-Orden 4. Klasse verliehen habe.
New-East le (Wyoming), 2. Nov. Ein kleiner Sheriff- -trupp hatte ein Gefecht mit Indianern aus Süo- 'Akota, die die Jagdgesetze übertreten. Ein Sheriff und ein Unterbeamter, sowie 6 Indianer wurden getötet. Dann ,wurde eine größere Sheriffabteilung gebildet, welche zehn 'Indianer tötete und 12 gefangen nahm.
Aus Stad! und KauL.
Gießen, 3. November 1903.
— Personalien. Dem Oberlehrer zu Gernsheim Str o m m wurde der Charakter als Professor erteilt. — Ernannt wurde der Bankbeamte Anton K r e t h zum Assistenten bei der Landes-Hypothekenbant.
* * Generalleutnant Mootz zum letzten male! Folgenden Auszug aus dem Geburtsregister der Gemeinde Großen-Buseck stellt endgilüg fest, daß der verstorbene General Mootz geborener Groß en-Busecker gewesen ist:
Im Jahre Christi 1808, den 25. Januar, vormittags ungefähr um 11 Uhr, wurde nach geschehener glaubhafter Anzeige dem Balthasar Mootz, Korporal unter dem 2. Bataillon des Großherz. Leibregiments, von seiner Ehefrau Katharine gebohrene Jacobi das vierte Kind gebohren, ein Sohn, der zweite Sohn, und den zwanzig achter» desselben Monats getauft, wo er den Namen Johann Georg echielt. Gevatter waren: 1) Johann Kinkel, Korporal unter dem zwetterr Bataillon des Großherzog- lichen Leib-Regiments, 2) Maria Mootzin, des dahießigen Einwohners Heinrich Mootzen ehel. ledige Tochter, welche gegenwärtiges Protokoll nebst mir dem Pfarrer, oer die Taufe verrichtet, und dem Vater unterschrieben unb mit der Erklärung, daß sie des Schreibens unerfahren, unterzeichnet haben.
Johann Wilhelm Decher, Pfarrer Johann Balthasar Mootz, Corp. t t t Handzeichnen der Gevatterin in fidem Decher.
Anläßlich des Kaiserbesuches in Wiesbaden werden Mittwoch früh 6 Uhr 3 Bataillone des hiesigen Regiments zu je 2 Kompagnien, zusammen 600 Mann, mit den Fahnen und der Musik des Regimentes sich nach Wiesbaden begeben, um an der dort stattfindenden Parade teilzunehmen. Das Regiment stellt Ehrenposten (Unteroffiziere) im Schloß vor den Gemächern Sr. Maj. des Kaisers. Donnerstag früh um 4 Uhr erfolgt die Rückkehr nach Gießen.
• * Ein seltsamer Unfall trug sich am Samstag abend unweit des Bahnhofs Heuchelheim zu. Ein auf der Plattform des einen Eisenbahnwagens stehender Arbeiter stürzte von dem fahrenden Zuge, zog sich jedoch keine Verletzungen zu, ja er konnte gemütlich bis zum Windhof wandern, wo er den Zug wieder erreichte und bestig, um nach seinem Heimatsorte bequem abzudampfen.
* * Oeffentliche Lesehalle. Im Oktober wurden 1956 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 891, Zeitschriften 512, Jugendschriften 210, Litteraturgeschichte 11, Nersdichtungen 62, Länder- und
Völkerkunde 34, Kulturgeschichte 8, Geschichte und Biographien 70, Kunstgeschichte 17, Naturwissenschaft, Technologie 84, Seewesen 5, Gesundheitslehre 13, Religion und Philosophie 19, Staatswissenschast 9, Sprachwissenschaft 3, Fremdsprachliches 8 Bände. Nach auswärts wurden 73 Bände verliehen.
** Ein Gießener Ostasiate, der in Tsingtau als Seesoldat steht, sendet uns ein paar Ausschnitte aus dem Hauptblatte der deutschen Kolonie in Ostasien, der „Deutsch- asiatischen Warte". Sehr niedlich ist folgendes Inserat:
Drei Gustavs, jeder Besitzer eines eigenen gutgehenden Geschäfts, suchen drei hübsche junge Damen mit plenty money zwecks baldiger Heirat. Offerten unter „Treue Liebe" an die Expedition dieses Blattes erbeten.
Das gute Gustav-Kleeblatt wird vielleicht auch bei dieser oder jener Gießener Schönen mit „plenty money“ Interesse erregen.
** Unbefugte Führung des Meistertitels. Das Gewerbeblatt für das Großherzogtum Hessen macht darauf aufmerksam, daß die Führung des Meistertitels in der Verbindung mit der Bezeichnung eines Handwerks nur demjenigen gestattet ist, der in seinem Gewerbe die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen erworben und die Meisterprüfung be- tanden hat. Jede unbefugte Führung des Meistertitels wird nach § 148 Ziff. 9 c mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft. Handwerker, welche am 1. Oktober 1901 ihr Handwerk persönlich und selbständig bereits ausübten, sind zur Führung des Meistertitels befugt, wenn sie damals schon in ihrem Gewerbe die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen besaßen. Alle Handwerker, welche nach dem 1. Oktober 1901 sich elbständig gemacht haben, müssen die Meisterprüfung abgelegt haben, wenn sie den Meistertitel führen wollen. Wir machen hierauf die Handwerker aufnierksam, damit sie nicht durch unrichtige Angaben sich strafbar machen.
** Schiedsgericht für Arbeiterversicherung. Die Sektion 5 der Steinbruchsberufsgenossenschaft zu Hagen L W. hatte in Geniäßheit der §§ 88, Abs. 2, 90 des Gewerbe- Unfallversicherungsgesetzes vom 30. Juni 1900 den Antrag gestellt: 1. die dem Laglöhner Heinrich Schneider II. zu Nordeck, Kreis Marburg, gewährte Rente von 15 Proz. auf 10 Proz. herabzusetzen. Der Vertreter der Berufsgenossen- chast zog jedoch vor der Urteilsverkündigung den Antrag zurück, 2. die dem Heinrich Sauer zu Roth wegen der Folgen eines Unfalls zugesprochene Rente von 66% Proz. auf 50 bis 55 Proz. zu reduzieren. Auf die vom Schiedsgericht an- gestellten Erhebungen hin zog der Vertreter der Berufs- genossenschaft den Eintrag zurück, 3. die dem Georg W ü st zu Calbach zugewendete Unfallrente von 20 Proz. um 10 Proz. zu kürzen. Auch dieser Antrag wurde von deut Vertreter der Antrag- tellerin auf Grund der vom Schiedsgericht veranlaßten nochmaligen Untersuchung zurückgezogen, 4. die dem Steinbrecher Ludwig RöhrS heim zu Ruttershausen gewährte Rente von 80 Proz. auf 50 Proz. der Vollrente herabzusetzen. Diesem Anträge entsprach das Gericht nur teilweise und setzte die die Rente auf 60 Proz. fest. Außerdem verurteilte es die Berufsgenossenschast zur Tragung der Kosten der Unterhaltung und der etwaigen Neubeschaffung des künstlichen Beines, 5. die Einstellung der dem früheren Steinhauer, jetzigen Forst- chutzbeamten Wilhelm Steitz zu Winnen, Kreis Marburg, zugesprochene Rente von 10 Proz. anzuordnen. Steitz behauptete, die bestehende Tränenkanalverstopfung stände mit dem Unfall im ursächlichen Zusammenhänge. Da dies Vorbringen des Rentenbewerbers neu ist, beschloß das Schiedsgericht, zunächst die Universitäts-Augenklinik in Marburg gutachtlich zu hören, 6. die Rente des Steinbrucharbetters Philipp Ruth zu Calbach von 50 Proz. auf 33% Proz. zu reduzieren. Diesen Antrag erachtete das Schiedsgericht für durchaus begründet und ordnete demgemäß die beantragte Herabsetzung an, 7. die Zahlungseinstellung der dem Friedrich Stähr zu Ulfa zugebilligten Rente von 10 Proz. auszusprechen. Das Gericht konnte jedoch den Antrag nicht für gerechtfertigt ansehen und wies ihn dementsprechend als unbegründet zurück. — Mit Bejcheid vom 28. Juli 1903 hatte die Steinbruch- genossenschast die Zahlung der Rente von 15 Proz. des Wilhelm Schäfer zu Rodenbach eingestellt. Der hiergegen von dem Schäfer eingelegten Berufung mußte das Gericht den Erfolg versagen, da es zu der Ueberzeugung kam, daß Schäfer durch die Folgen des Unfalles im wirtschaftlichen Leben in seiner Erwerbsfähigkeit nicht mehr beeinträchtigt ist. — Der 23jährige August Grosch zu Büdingen will sich am 14. August 1902 beim Herauswerfen von Sand aus einer tiefen Grube einen Bruch zugezogen haben. Den dieserhalb geltend gemachten Entschädigungsaiispruch lehnte die Berufsgenossenschaft ab, weshalb rc. Grosch Berufimg beim Schiedsgericht einlegte. Dieses veranlaßte zunächst eine Unteer- suchung durch den Privatdozenten an der chirurg. Universitätsklinik Dr. Bötticher hier. Hierbei wurde konstatiert, daß es sich überhaupt nicht um einen echtere Bruch, sondern um ein sog. subperitoneales Lipom (Fettgeschwulst) handelt und daß diese Fettgeschwulst ganz allmählich entstanden rst. Auf Grund dieses Gutachtens und nach der vom Schiedsgericht in Bezug auf die Bruchschäden geübten Rechtsprechung wurde die Berufung als unbegründet zurückgewiesen. (Anm. Hinsichtlich der Rechtsprechung in Bezug auf die Bruchschäden machen wir auf das von dem Sekretär des Schiedsgerichts für Ar- betterversicherung zu Gießen herausgegebene Merkchen ,Die Grundsätze und die versicherungsrechtllchen Gesichtspunkte, von denen die Spruchbehörden bei Fällung ihrer Enscheidungen über die Bruchschäden gekettet werden", aufmerksam. D. Red.)
d. Klein-Linden, 1. Nov. Dem Bahnwärter Johannes Müller wurde aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
h. Burkhardsfelden, 2. Nov. In der Nach«! vom 31. Oktober zum 1. Novernber wurden von böswMger H>and an der Kreisstraße nach Oppenrod Baumstangen von jung gepflanzten Obstbäumchen ausgezogen, sowie neun Pflanzen aus dem Boden geriffelt Man ist den Tätern auf der Spur.
() St o ckhau s en, 1. Nov. Daß den Gisewbcchnreisenden einmal der Zug davondampft, kommt ja mehrfach! vor, aber daß dies auch dem Zugführer passiert, ist nicht gerade alltäglich. Bei dem heutigen Frühzug von Mücke ging der Zugführer nut einem Passagier in das hiesige Stationsgebäude, um eine Fahrkarte nachzulösen; währenddessen dampfte der Zug nach Weickarlsporn, und H4er bemerkte
man zur allgemeinen Heiterkeit das Fehlen des Führers, welcher bereits telephonisch seinen Zug reklamiert hatte. Mvhl oder übel rollte der „Durchgänger" wieder zurück nach Stockhausen und nahm die so schnöde Verlassenen! zur Weiterfahrt mit.
R. B. Darmstadt, 3. Okt. (Eigener Drahtbericht.) Der Zar, der Großherzog und PrinzHeinrich begaben "ich heute ftüh von Wolfsgarten mit Automobil über Stock- tabt und Guntersblum nach den Waldungen^ des Frecheren v. Heyl bei Schloß Guntershausen. — Graf Bülow, der am Donnerstag hierher kommt, wird im Alten Palais Wohnung nehmen. Er ist zum Frühstück bei Graf Lamsdorff eingeladen.
D a r m st a d t, 2. Nov. I. Kaiserl. Hoh. Prinzessin Wilhelmine von Baden, ^er^ogia von Leuchtenburg traf nach der D. Ztg. am Samstag nachmittag zum Besuche der Zlllerhöchsten Herrschaften auf Jagdschloß Wolfsgarten ein und reifte gestern nachmittag wieder ab. In Begleitung befand sich die Hofdame Freiin v. Gemmingen. Im Laufe des gestrigen Vormittags trafen I. Kgl. Hoh. Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe, sowie S. Hoh. der Prinz und I. K. H. die P r i n z e s s i n Friedrich Karl von Hessen auf Jagdschloß Wolfsgarten ein und nahmen an der Frühstuckstafel teil. Der Prinz und die Prinzessin Friedrich Karl verließen am Abend Wolfsgarten wieder. — Wie der D. Tgl. Anz. schreibt, ist die Kaiserin von Rußland dieser Tage vor einem chweren Geschick bewahrt worden. Bei der Rückfahrt von Worms nach Wolfsgatten, die per Wagen er- ölgte, in welchem außer der Kaiserin noch ihre Schwester, die Prinzessin Heinrich von Preußen, saß, wurden — aus welcher Veranlassung wissen wir nicht — kurz vor Wolfsgarten die Pferde scheu und jagten wie rasend davon, luobci der Kutscher völlig die Gewalt über die Tiere cerlcr, und erst einem Passanten, der denselben mutig in die Zügel iel, gelang cs, das Gefährt zum Stehen zu bringen, wodurch es glücklicherweise gelang, weiteres Unheil zu verhüten. — Dem Andenken des verstorbenen Finanzministers Weber wurde nach dem D. Tgbl. von der Forstverwaltimg ein hervorragender Baum im Domanial- walde der OberfÜrsterei Bessungen gewidmet und mit Namens- tajel versehen.
Darmstadt, 1. Nov. Die Gründung einer H e s s i . schen Handwerker Zentralgenosscnfchast in Form einer Aktiengesellschaft hat sich dieser Tage in Darm- tadt vollzogen. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb von Geschäften, die zur Hebung der wittschaftlichen Lage des Handwerks dienen, insbesondere die Beschaffung von Handwerksbetriebsmitteln, wie Rohstoffen, Kleinmotoren, Arbeilsmaschinen und dergleichen. An der Gründung waren beteiligt die Vertreter des Hessischen Landesgewerbevereins und der Handwerkskammer, sowie verschiedener Innungen und größerer Ortsgewerbevereine.
R. B. Darmpadt, 3. Nov. Es unterliegt nach den genauesten Jnsormattonen an berufener Stelle t ein em Zweifel mehr, daß die bevorstehende Kaiserbegeg- n u n g eine hervorragende politische Bedeutsamkeit gewinnen wird. Ganz abgesehen von der Monarchenbegegnung in Wiesbaden und Wolssgarten werden ficty, wie ich aus sicherster Quelle höre, die Leiter der auswattigen Po- littk beider Reiche, Graf Bülow und Graf Lams- dorsf, am nächsten Donnerstag zu einer langen Konferenz in Darmstadt begegnen, in der in gemein- amer Arbeit die Hauptfragen der europäischen Politik näher ^ipuiiert werden sollen. Später nehmen beide Minister an dem Essen der Majestäten im Jagdschloß Wolfsgarten teil. Die Abreise des Zaren, des Großl)erzvgs und des Grafen Lamsdorff zum Besuch des deutschen Kaisers in Wiesbaden erfolgt Mittwoch nachirnittag 3 Uhr im Sonderzug.
** Frankfurt a. M., 2. Nov. Nach kurzem Leiden ist gestern im Alter von nahezu 83 Jahren Pfarrer Basse gestorben. Dr. phil. Joh. Wilh. Hermann Baffe war als Sohn einer Malerfamilie 1820 in Frankfurt a. M. geboren. Er wurde zunächst Direktor der Mädchenschule zu Krefeld, 1852 Lehrer an der hiesigen höheren Bürgerschule, 1857 Landvikar. 1859 wurde Basse Konsistorialrat, 1902 trat er in den Ruhestand. Er hinterläßt eine Witwe und einen Sohn. — Aus dem in voller Fahrt begriffenen Schnellzug 14 3 Paris-Frankfurt stürzte gestern Abend 9 Uhr in der Nähe der Station Raunheim am Main ein fünfjähriger Knabe aus einem Abteil zweiter Klasse. Der Kleine kam mit seinen Eltern von Patts; er hat wahrscheinlich an dem inneren Türdrücker gespielt und dadurch die Türe geöffnet. Die entsetzten Eltern zogen sosott die Notbremse, aber anscheinend nicht fest genug, denn der Zug lief noch über einen Kilometer weiter, ehe er hielt. Das Kind lag auf dem Bahnkörper; es hatte Wunden am Kopf und am Bein davongetragen. Der Bahnarzt in Rüffelsheim leistete die erste Hilfe. Später trafen Eltern und Kind in Frankfurt ein. Die Verletzungen sind nicht gefährlich; der kleme Knabe wird bald wiederhergestellt sein.
w. Homburg v. d. H., 3. Nov. (Eigener Dra hl- bericht. Der Sonderzug des Kaisers ist kurz vor 9 Uhr in den hiesigen Bahnhof eingelaufen. Der Kaiser begrüßte den Oberbürgermeister v. Marx, mit dem er sich längere Zett unterhielt. Sodann fuhr der Kaiser in offenem Vierspänner mit dem Reichskanzler und Gefolge nach der Sa al bürg. Die Abreise von hier erfolgte um 11.35 Uhr direkt nach Wiesbaden.
Wiesbaden, 2. Nov. Der Kaiser trifft morgen Mittag 1 Uhr und der Zar Mittwoch nachmittag 4V2 Uhr hier ein.
czk Wetzlar, 2. Nov. Der Neubau eines Lehrerseminars wird nunmehr begonnen und soll im Frühjahr 1905 seiner Bestimmung übergeben werden. Das Ostern 1902 gegründete Seminar, mit dem auch eine Präparanden- anftalt verbunden ist, besitzt jetzt zwei Klassen zu je ca. 30 Zöglingen. Im nächsten Frühjahr wird die Anstalt vollständig fein, also drei Klassen haben und einen Direktor erhalten. — Der Neubau einer Kirche in dem einge- meindeten Stadttett N i e d er - G i r m e s ist beschloßen mid Architekt Hofmann soll mit dem Entwurf betraut n-erden.
Wetzlar, 2. Nov. Die 21 jityriye Dienstmagd Magdalene Hülsmann von Wetz^ar-Medcrgirmes hakte nach dem „W. Anz." am Freitag voriger Woche ein Kind geboren und dasjolbe balo nachher in einem Düngerhaufen vergraben. Auf Grund zwingender Beweise zur Mebe


