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Zweites Blatt.
153. Jahrgang
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger ** **
Amis- md MzeigebLatt für den Kreis Gießen
Teil- U ÖHito: tü< ,Stadl und ttonb* unb ,®ertd)tß|aale: August Götz; tüt den An- jetqentetl: Han- Deck.
Rr. 258
SrtzSretut täglich anßer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesfifchen Landwirt die Gießener Kamillen- blStter viermal in der Woche bergelegt.
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kldrrlie Mr Depeschenl «nzetger Gießen.
^rrnsprechanschlutz Nr. 51.
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des Apfelkonsums — er ist auch geeignet, dem Al- ko Holismus Abbruch zu tun — ist gegen die Steigerung der Apfeleinfuhr nichts einzuwenden, vorausgesetzt natürlich, daß es sich um tadellose (schild laus freie) Früchte handelt. Eine erhebliche Erhöhung der Ob st zolle würde bei dem geringen Interesse der meisten Landwirte am Obstbau für diese praktisch wertlos sein. Aber zu bedauern bleibt es, daß derart Jahr aus Jahr ein viele Millionen dem deutschen Nationalvermögen
Miüsche Tagesschau.
(5w Verlust am SMionalvermögen.
Man schreibt uns aus landwirtschaftlichen ^^Är Obstbau ist noch imtner ein Stiefkind der Land-
Tyeodor Mommsen.
D. B. Hd. meldet uns aus Lharlottenburg:
Die Bestattung Mommsens geschieht auf K o st e n der Stadt Charlottenburg, deren langjähriger Ehrenbürger der Verstorbene gewesen ist. Von der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche aus wird voraussichtlich Mittwoch oder Donnerstag das Begräbnis stattfinden. Beim Charlottenburger Magistrat sind zahlreiche Beileids-Kundgebungen eingegangen, u. a. aus Rom und Venedig. Auch die Vaterstadt Mommsens,. Garding in Holstein, hat eine Depesche gesandt mit der Bitte, am Sarge des großen Sohnes einen Kranz niederzulegen. An der Bestattung, die nach der Trauerseier in der Kaiser-Wilhelms-Gedächtniskirche auf dem Dreifaltigkeits-Friedhöfe erfolgt, werden außer dem Kultusminister und österreichischen, italienische und sonstigen ausländischen Deputationen Vertreter der deutschen Universitäten und der Studentenschaft, des Magistrats und eine Deputation der Stadtverordneten von Berlin und Lharlottenburg teilnehmen.
Die Blätter sind unausgesetzt gefüllt mit Würdigungen der Bedeutung Mommsens, mit Erinnerungen aus seinem reichen Leben. Mommsen war in Berlin eine im besten Sinne des Wortes populäre Erscheinung; alle Blicke richteten sich aus den wundervollen Kopf, der ebenso den Gelehrten wie den Künstler kennzeichnete. Nur noch Adolf M e n z e l, der berühmte Altmeister der Malerei, nimmt eine ähnliche volkstümliche Stellung in der Reichshauptstadt ein. Bei der Bestattung Mommsens wird eine beispiellose Beteiligung erwartet. Dem Schmerz, den die ganze gebildete Welt erleidet, hat das Telegramm des Kaisers an die Witwe des Entschlafenen bedeutsamen Ausdruck gegeben. In knappem Rahmen konnten die unvergänglichen Verdienste des Meisters der römischen Geschichtsforschung nicht treffender gewürdigt werden. Das Telegramm des Reichskanzlers an Frau Prof. Dr. Alommsen hat folgenden Wortlaut:
Lassen Sie mich meine und meiner Frau innigste Teilnahme an Ihren: Verluste bezeugen, der mit der. herben Trauer, die er Ihnen und Ihren Kinder:: bringt, auch unsere nationale Kultur getroffen hat. Tie Bedeutung Theodor Mommsens ist damit nicht erschöpft, daß es ihn: vergönnt war, als Geschichtsschreiber, als Altertums forscher, als Rechtsgelehrter unter der Bewunderung des Auslandes den Ruhm deutscher Gelehrsamkeit zu mehren. Tie U n i v e r s a l i t ä t s e i n e r G e i st e s r i ch t u n g, das Mitleben und Mit st reden in den Gedanken seiner Zeit, die Bewahrung eines feurigen Jugendmutes im Kampfe sür seine Ueberzeugungen stellen diesen edlen Toten in den Kreis derer, die wir große Europäer nennen und gern als Vorläufer einer leuchtenden Zukunft verehren. Bülow.
Tie durch den Druck hervorgehobenen Worte scheinen darauf hinzudeuten, daß dem Kanzler besonders die letzte politische Aeußerung Mommsens, die Mahnung zur Versöhnlichkeit zwischen Deutschen und Engländern, gegenwärtig gewesen sei.
Mommsen hat, wie wir schon gestern sagten, häufig und mit großer Entschiedenheit sich mit an die Spitze gestellt, wenn es galt, die gei'stige Freiheit zu verteidigen. Beim Kampf gegen den preußischen Schulgesetzentwurf, gegen die kuustfeindlichien Bestrebungen der Lex tzeintze, gegen den Ultramontanismus, und noch bei mancher anderen Gelegenheit war Mommsen ein Rufer im Streit, dessen Wort Beachtung forderte und Beachtung erzwang. Die „N a iio n alzt g." schreibt über diese Seite des Wirkens Mommsens: „Zu sehr war er mrt den polr- tischen Fragen verwachsen, welche die alte Welt bewegten, um nicht' auch an dem politischen Streit der Gegenwart, an allen großen Problemen der modernen Kultur lebhaftesten Anteil zu nehmen mrd seurer Meinu::g scharfen und bedeutsamen Ausdruck in klassischer Ausprägung zu geben." Des charakteristischen Gegensatzes halber ,er die folgende kritische Bemerkung der konservativen „Kreuzztg/ daneben gestellt: „Ueberhaupt hat er (Mommsen), wre Rud. Virchow, sobald er sich von fernem ergentlrchen Arberts- selde entfernte und - oft nur durch äußerliche Umstande veranlaßt - Seitensprünge rns Gebret der Polrt:k und dergleichen machte, eure nichts weniger als glückliche Hand gehabt und seinem Ruhm dadurch mehr geschadet als genützt." Tie „N o r d d. A l l g. Z t g " wrdmet Dtommsen erneu Nachruf höchster Anerkennung. lieber Mommsens Haupt-- werk, die „Römische Geschichte", sagt ba§ Vlatt der Rem)s- regierung, das Werk sei ein ßetoalti^Mrrschen Schaffens und ausgezeichnet durch geschichtliche Gründlichkeit wie juristischen Scharfsinn urid eine glanzende Sprache. Die , Nordd. Ällg. Zig." teilt noch eine interessante Ermner- una aus dem Leben Mommsens mit — interessant auch, meacn der Stelle, wo sie Erwähnung findet: „Es war dre qePt her politischen Gärung (nämlich das Jahr 184 8).
Mommsen wurde gemeinsam Mit seinen Freunden Morift Haupt und Otto Jahn in eine Anklage w? a en Hoch verrats verstrickt. In erster Instanz wurden Haupt und Monunsen zu l ä n g e r e r F e st u n g s - bait in Hubertsburg verurteilt, die zweite Instanz aber ivrach sie alle frei. Nichtsdestoweniger wurden sie im 22 April 1851 auf dem Disztplinarwege ihres Amtes enthoben, weil sie „öffentliches Aergernis gelben und ein sehr schlechtes Beisprel Mr die akademische Jugend aufgestellt hatten" > . .
wirtschaft. Wohl hat sicy auch hier im letzten Jahrzehnt manches gebessert, so ist namentlich viel für die Bepflanzung der Kreischausseen mit Obstbäumen geschehen. Aber nur wenige Landwirte lassen auf ihrer Scholle dem Obstbau gründliche Pflege cmgedeihen. Deshalb hält sich die marktmäßige Verwertung des deutschen Obstes in ziemlich bescheidenen Grenzen, sie nimmt jedenfalls nicht solche Gtt- wicklung, daß die Einfuhr ausländischen Obstes in absehbarer Zeit, wenn auch nur zum Teil, überflüssig werden könnte. In gewaltigen Mengen werden besonders Weintrauben und Aepsel ausländischer Herkunft in Deutschland konsumiert, und zwar überwiegend italienische Weintrauben und amerikanische Aepfel. Die Einfuhr der letzteren Frucht soll aber eine weitere Steigerung erfahren. Wie eine Fachzeitschrift für den Obstbau mitteilt, hat sich in Amerika eine mit hohem Betriebskapital arbeitende Gesellschaft gebildet und in der Nähe von St. Louis ein Landgebiet von 5000 Morgen an getauft, das nur mit Aepfeln bepflanzt werden soll, die für den Export nach Europa bestimmt sind. Güter-Schnellzugverkehr von dieser Obstplanlage nach der Küste ist vorgesehen. Im Einblick aus den hohen gesundheitlichen Wert er ist auch geeignet, dem Al-
Alrche unO schule.
Berlin, 2. 9iov. In der heutigen Sitzung der Gen e* ralsynode wurde dem Gesetzentwurf betreffend Erhebung der Kirchensteuern zugestimmt, nachdem Geheimrat Schuster vom Kultusministerium mitgeteilt hatte, daß die Regierung den Entwurf genehmigen werde. Als Maßstab für die Umlegung der Kirchensteuer soll die Staatseinkommensteuer und sofern daneben eine Heranziehung der Realsteuer erfolgen soll, die staatlich veranlagte Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer dienen. Die Ergänzungs-, Betriebs- und Marenhaussteuer und die Steuer vom Gewerbebetrieb ist nicht heranzuziehen. Die Generalsynode nahm eine Resolution an, daß die Kirchengemeinden gesetzlich ermächtigt werden, die Besitzer von Grundstücken und gewerblichen Anlagen, durch deren Bewirtschaftung oder' Betrieb den Kirchengemeinden Lasten erwachsen, die jedoch in den betreffenden Gemeinden der Kirchensteuer nicht unterliegen, zur Tragung der Lasten heranzuziehen.
Grundfragen der Mädchenschulreform von Helene Lan ge. W. Moeser Buchhandlung, Berlin S. Pr. 0.40 Mk. Die bekannte Führerin der Franenbildungs- bewegung in Deutschland und Vorsitzende des Allgemeinen deutschen Lehrerinnenv-ereins entwirft in kurzen Zügen die Hauptgesichtspunkte, nach denen die so drmgend erforderliche Reform der höheren Mädchenschule vorgenommen werden müßte. Sie fordert den Ausbau der bestehenden höheren Mädchenschule nach der Richtung der O b e r r e a l s ch u l e einerseits, des Realgymnasiums andererseits, wünscht aber, daß im ersten Fall der Vorbereitung des Mädchens für seinen häuslichen Beruf .durch Ge sund h eits leh r e> pädagogische Psychologie re. ein genügender Raum gesichert werde. Ein ganz besonderes aktuelles Interesse dürfte das in der Broschüre gegebene Programm dadurch gewonnen haben, daß der Regierungsvertreter in der Generalversammlung des Vereins für das höhere Mädchenschulwesen in Danzig eine baldige Erweiterung der höheren Mädchenschule entsprechend 'den Forderungen der Zeit auf das bestimmteste in Aussicht gestellt hat.
* Bochum, 2. Nov. In einem hiesigen Gasthause e r - s chso ß sich gestern ehte reisende Dame aus dem Posenschim, wie sie in einem Briefe mitteilt, wegen unglücklicher Liebe. Die Leicke war mit Brauthemd, Brautschleier, Myrthenkranz und ^ r* a u t» schuhen bekleidet.
LLoLorrialpost.
Ter in Ebers-vawe eqa^iuenBe „Preuß. Stadt- mü) Landbote" meldet: Eine schmerztiche Nachricht ist dem hiev
Deutsches Keich.
Berlin, 2. Nov. Der Kaiser hörte heute mittag den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lueanus nno empfing später zur Meldung den mit Führung des 9. Armeekorps beauftragten Generalleutnant von Bock und Polach sowie den bisherigen argentinischen Militärattachee Oberst Ramon und seinen Nachfolger Oberstlentt:ant Delle- viane. An: Abend reiste er nach Homburg v. d. H. in Begleitung des R e i chs k a n z l e r s, des Oberhofmarschalls Grasen Eulenburg, des Hofmarschalls Grasen Zedlitz, des Chefs des Zivilkobinetts v. Lueanus, des Chefs des Marinekabinetts Freiherrn von Senden-Bibran, des Chefs des Miitärkabinetts Grasten Hülsen-Häseler, ferner in Vertretung des Kommandanten des Hauptquartiers Generaladjutanten von Scholl, sowie Generalmajor von Löwenfeld, Flügeladjutant Oberstleutnant von Plüskow, TRajor von Friedeburg und Leibarzt Oberstabsarzt Jlberg.
— Kaiser Wilhelm hat dem türkischen Sultan als Gegengeschenk für das ihm im Laufe des Sommers übermittelle Geschienk einen Trakehner-Viererzug gesandt.
— Nach einer Meldung aus Kiel trifft der Kaiser in der zweiten Hälfte des dkovember dort ein, um voraussichtlich der am 20. und 21. November stattfindenden Vereidigung der Marine-Rekruten der Ostseestation beizu- wvhnen.
— An Stelle des zum Oberpräsidenten vor: Oiipreußen ernannten bisherigen Negierungspräßidenten v. Mollke in Potsvam ist der Oberpräsidialrat v. d. Schulenburg zum Regierungspräsidenten in Potsdam cn:a:mt loorden.
< - Frl. Dr. Anita Augspurg erklärt sich aus Anlaß der preuß. Landtagswahlen für ein Bünd-
verloren gehen.
Schlachtviehversicherurrg.
In den letzten Tagen des Ottober hat in Berlin im Reichsamt des Innern eine Konferenz getagt von Vertretern der Bundesregierungen, um eine event. Basis für ein gemeinsames Vorgehen der Einzel stauten aus dem Gebiete der Schlachtviehversicherung zu schaffen. Wie das „Berl. Tagebl." aus guter Quelle erfährt, ist die Meldung, es sei eine R eich s v i e h v e r s i ch eru n g in Aussicht genommen, unrich tig, und die „Allg. Fleischerzeitung" weiß zu berichten, daß in gut unterrich>teten Kreisen als wahrscheinlich angenommen werde, daß die Beratungen ergebnislos verlaufen würden. Aber die süddeutschen Staaten, so schreibt oie „Dtsche. Tagesztg.", scheinen wenig geneigt von der bisher bei ihnen eingeführten Form der Viehlebensversicherung mit Staatsunterstützung abzugehen, die mitteldeutschen Bundesstaaten, welche bisher die größte Regsamkeit auf dem Gebiete der staatlichen obligatorischen Schlachtviehversichor- uug entwickelt haben, stehen meist auf dem Boden des Prmzipes der Versicherung der Tiere beim Verkauf zum Schlachten durch die Landwirtschaft (SondersHäuser Prinzip), während man in Preußen diesen Aiodus der Versicherung für zu schlverfällig und zu wenig kontrollierbar erklärt und daher die Tiere erst im Moment der Schlachtung für versicherungsfähig hält (sächsisches Prinzip). Diese stark divergierenden Anschauungen auf einer gemeinsamen Basis zu vereinigen, ist aber deshalb doppelt schwer, weil bisher die Neigung auf diesem Gebiete energisch vorzugehen, auch in Preußen nur sehr gering ist. Es kann wohl als ein typisches Zeichen angesehen werden, wenn die „Deutsche Fleischer-Ztg." folgende Klage eines Fleischermeisters wie- dergibt:
„Man fragt sich nach solchen Vorkomunnssen doch unwillkürlich immer und immer wieder, ob nicht der Staat durch ein allgemeines Versicherur^sgesetz Abhilfe schaffen kann und muß. So kann es doch nicht weiter gehen, wenn nicht viele Existenzen verrnichter werden sollen. Die Fletschpeschau ist eine hygienische Kulturtat . allerersten Ranges. Aber sie ist auch eine Geißel, eine furcht'barr, Blut hervortreibende Geißel. Mer schafft Hilfe?"
nis mit der Sozialdemo kratie und fordert die Frauen aus, wonröAich öffentlich dafür einzutreten. Wo die Frauen aber ohne Einfluß seien, solle wenigstens jede einzelne auf den einzelnen Wähler in diesem Sinne einzuwirken suchen.
— Zu den deutsch>-russiscb>en Handelsvertragsverhandlungen teilt der deutsche-russische Verein mit, daß die Konferenz der beiderseitigen Unterhändler für einen neuen Handelsvertrag bereits in wenigen Tagen beginnen wird.
— Zu der Kündigung der Handelsverträge weiß das „Bert Tagebl." zu bericksien, daß die Reichsregierung die alten Verträge ohne Kündigung in die neuen überleiten wolle entsprechend dem gleichen Wunsche unter den ausländischen Vertragsstaaten. Eine Kündigung der bestehenden Verträge werde nur dann erfolgen, wenn seitens der Auslandsstaaten absichtlich die Einleitung neuer Verhandlungen verschleppt wird, und unter allen Umständen die Jahressrist bis zum Ablauf des Vertragsverhältnisses innegehalten werde. Löst dagegen ein Vertrag den andern ab, so kann ein früherer Termin, etwa nach Ablauf von drei Monaten, für den Beginn der Giltigkeit des neuen Vertrages festgesetzt^ werden.
— Nach der „Gern:." ist die Entscheidung für die Einberufung des Reichstags einstwellen noch nicht gefallen, dürfte aber für die nächsten Tage zu erwarten sein. Das Blatt bestätigt, daß der neue Etatsvoranschlag s ür 1904 keine wesentlichen militärischenMehr- sorderungen enthalten wird, auch steht eine besondere große Militärvorlage für die kommende Session nicht zu erwarten. Die Hauptaufgabe derselben werde die Erledigung des Etats sein, vielleicht werden noch lleinere Vorlagen sozialpolitischen Inhalts ein- gebrachü
Spandau, 2. Nov. Im Landtagswahlkreise Lpandau-Osthavelland kandidiert auch Pastor cu D. Dr. Naumann. In seiner Kandidatenrede äußerte er, es könne sich bei der La:ck)tagswahl nur um einen Kampf gegen die Reaktion handeln. „Die Sozialdemokraten verfolgen das gleiche Ziel. Wir wollen sehen, wie die Sache läuft. Die Verhandlung über ein Zusammengehen mit den Sozialdemokraten ist eine Möglichkeit, mehr kann ich auch nicht sagen." Den Wahlkreis vertrat bisher der konservative Pastor Schall. An dessen Stelle kandidiert diesmal für die Konservativen der wildkonservative Reichstagsabg. Tischlerineister Paulü
Breslau, 2. 9iov. Die Königin-Witwe Karola von Sachsen stattete heute mittag dem Kardinal Fürsterzbischof 5)r. Kopp einen Besuch ab und besichtigte mit ihm das neu eröffnete Diözesanmuseum. Später nahm die KönigimWitwe am Diner ui: fürstbischöflichen Palais teil und begab sich sodann nach Sybillenort zurück.
Nürnberg, 2. Nov. Die mittelfränkische Handelsund Gewerbekammer verwarf in einem von der Staatsregierung verlangten Gutachten den Entwurf eines Gesetzes gegen den Alkoholmißbrauch und mißbilligte diesen Eingriff in die Gewerbefreiheit.
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