Ausgabe 
3.9.1903 Erstes Blatt
 
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nebenher gehenden Fuhrmann und Besitzer des Fuhrwerks und verletzte ihn schwer.

* Auch en, 2. Sept. Me Spielba uk auf neutralem Gebiet in Altenberg wurde heute nachmittag ge­schlossen.

* Rhoden, 2. Sept. Auf der Domäne Georgenhof sind eine Anzahl Personen durch den GenuL giftiger Pilze schwer ertrankt. Mehrere sind bereits' gestorben.

* Kiel, L Sept. Das Oberkriegsgericht verurteilte den Matrosen Schlegelberger wegen tätlichen An­griffs auf eineu Vorgesetzten und die Wache vor versam­melter Mannschaft zu drei Jahren Gefängnis.

* Hamburg, 2. Sept. In der Nähe des Bahn­hofes in der Lippelstraße geriet ein Hilfsweichensteller unter einen Ran.gie rzug, wodurch ihm beide Beine unterhalb der Kniee abgefahren wurden. Der Ver­unglückte ist bereits seinen Verletzungen erlegen^ In per Nähe der Veddeler Elbebrücke wurden zwei Strecken­arbeiter von einem Güterzuge erfäßt und schwer ver­letzt.

* Stettin« 2. Sept. In der Vorstadt Bredow ist der Typhus ausgebrochen. Bisher kamen 30 Erkrank­ungen vor. Als Gründe werden hygienische Mißverhältnisse, Wasserleitung und Kanalisation angegeben.

* Leipzig, 2. Sept. In der Dampfziegelei Herter in Dittersdorf wurden 5 Arbeiter von einer Lehmwand verschüttet, einer von ihnen wurde getötet, die übrigen tätlich verletzt.

* Arnswalde, 2. Sesst. Nach sechs Jahren ist hier das Märchen von einem. Ritualmord, das seinerzeit im Kreise Arnswalde zu bedenklichen Unruhen und Allrs- schreitungen führte, zerstört worden. Vor 6 Fahren ver­schwand spurlos aus dem Dorfe Mienken im Kreise Arnswalde das dreijährige Söhnchen des Be­sitzers Jenske. Von gewisser Seite war dieser geheim­nisvolle Fall benutzt worden, um in der Landbevölkerung wieder einmal das Märchen von einem Ritualmord zu verbreiten. Es kam gegen'die im Arnswalder Kreise woh­nenden Juden zu Ausschreitungen, die erst durch die Maß­nahmen' der Behörden'unterdrückt werden konnten. Jetzst nach sechs Jahren gestand der Förster Janke auf seinem Sterbebette, daß er das im Walde, naye Mienken, spielende Kind für vein Wild gehalten und er­schossen habe. Aus Augst vor Strafe habe er die Leiche im Walde vergraben, er gab auch die Stelle an, wo die kleine Leiche ruhe. Die Behörde, der das Geständnis des Janke übergeben wurde, leitete sofort die nötigen Nach­forschungen ein.

* Metz, 2. Sept. Seit gestern abend herrscht hier große Wassernot. Infolge vorgenommener Ausschacht­ungsarbeiten wurden die Bouillonquellen, welche die Gorzer Wasserleitung speisen, abgestellt. Gestern abend um 10 Uhr war in ganz Metz kaum ein Tropfen Wasser vorhanden. Die Hotels konnten die allernötigsten Bedürfnisse nicht befriedigen. Bezirkspräsident Graf Zeppelin brach aus diesem Grunde seinen Urlaub ab uno kehrte nach hier zurück, um selbst eilige Maßnahmen zur Wiederherstellung normaler Verhältnisse zu treffeu Man hofft bis morgen abend eine interimistische Holzleitung fertiggestellt zu haben. (Vgl. unser gestrigesDeutsches Reich.")

* Evreux, 2. Sept. Unter den Reservisten des 28. Re­giments, welches heute vormittag ausruckte, kamen mehrere Fäl^ von Sonnenstich vor. Etwa 50 Mann mußten in die Kaserne zurückgebracht werdeu

Le Mans, 2. Sept. Eine mit mehreren Kilogramm Dhnamit geladene Bombe wurde in der vergangenen Macht vor der Kolonialwarenhandlung von Oejon, einem Führer der sozialistischen Kartei von Le Mans, zur Explosiow gebracht. Sämtliche Waren wurden vernichtet, alle Schei­ben im Umkreise von 200 Metern wurden zerbrochen. Menschen wurden nicht verletzt.

* BudaPest, 2. Sept. Die ungarische Levante See- schiffahrtgesellschaft teilt mit, daß der ihr gehörige Dampfer Vas kapu" (2400 Tonnen) in der Nähe der bulgari­schen K ü st e bei Burgas vorgestern Nacht durch eine auf bisher unaufgeklärte Weise erfolgte Explosion in Brand geraten sei. Der Kapitän wurde tot auf­gefunden, der erste und zweite Offizier, sowie sechs von der Mannschaft und ein Angestellter der Brrdapester Direktion, welcher sich auf dem Schiffe befand, werden vermißt. Das Schiff, welches brennend auf das Festland lief, ist als verloren zu betrachten. Durch die Explosion kamen insgesamt 29 Personen um. (<SS liegt die Ver­mutung nahe, daß bulgarische Aufständische diese neue Schreckenstat in ihrem wütenden Anarchismus verübt haben. D. Red. desGieß. Anz.")

* Athen, 2. Sept. Unter pe st verdächtigen An­zeichen wurde ein Mann der Besatzung eines von Egypten kommenden Dampfers in das Lazarett St. Georg ein­geliefert. Alle gebotenen Maßnahwen sind getroffen und der Dampfer ist in Quarantäne gelegt worden

* Ein neues Eisenbahnunglück. Nach einer Lissaboner Depesche der ,H8ojs. ist bei Coimbr a ein Schnellzug mit einem Personenzuge zusam­mengestoßen. 7 Wagen wurden zertrümmert. Mehrere Reisende sind verwundet worden.

* Aus den österreichisch en Alpen Graf Enno aus Trient ist beim Abstieg vom Monte Vig- lana abgestürzt"ünd schwer verletzt aufgefunden wor­den. Der bei Gmund en abgestür zte Herr aus dem Gefolge der Königin-Mutter von Spanien ist der Ob er­st allmeister Marquis de la Minja.

* Der Versuch, über den Aermelkanal z,u /ch Wimm en, Ist wieder einmal mißglückt. Wie aus Dover gemeldet wird, hatte der Dauerschwimmer Hol­bein bis gestern friity um 5 Uhr über die Hälfte des Kanals durchschwommen. Er schwamm ohne Zeichen von Ermüdung die ganze Nacht hindurch unb machte regelmäßig 22 Stöße in der Minute. Als er die Mitte des Kanals erreicht hatte, war er noch nicht nennenswert aus der eingeschlagenen Richtung abgekommen. Das Wetter war auch dort ausgezeichnet, doch gab die.starke Hitze zu Be­denken Anlaß.' Holbein gab' feinen vierten Versuch, über den Kanal zu schwimmen, aus. Er verließ das Wgsser acht englische Meilen von Calais, nachdem er 17 Stun­den 20 Minuten geschwommen hatte. Gestern früh 8 Uhr war Holbein' der französischen' Küste bis auf vier englische Meilen nahe gekommen, dann aber trieb chn der Strom beständig ncch Dover zurück. Holbein war wenig ermüdet und konnte ohne Hilfe in oas Boot steigen.

* Brüssel, 2. Sept. In Mecheln entstand auf einem Rollwagen, welcher von der Kirnte ß zurückkehrte, Feuer, wobei 2 Kinder verbrannten. Ein drittes Kind tonnte gerettet werden Die Mutter der verbrannten

Universitäts-Nachrichten.

amen-

Zahnärzte und Universitäten. Strengere Be­stimmungen über die Führung des ausländischen Doktortitels sind jetzt auch für die Zahnärzte in Bayern erlassen. Danach wird die Genehmigung zur Führung des TitelsDoctor of Dental surgery in Bayern nur solchen Bewerbern erteilt, welche die Approbation als Zahnarzt für das Gebiet des deutschen Reiches besitzen und den ausländischen Doktortitel unter gleichen Bedingungen erworben haben wie sie für die ausländischen Doktortitel überhaupt vorge­schrieben sind. Mil der bisher erteilten Genehmigung zur Führung des Titels ist aber nicht die Erlaubnis erteilt, den Zusatz ..------:

kanischer Zahnarzt" oderin Amerika approbierter Zahnarzt" zu führen. Man will augenscheinlich erreichen, daß die Bezeichnung Zahnarzt" künftig genau ebenso eindeutig ist, wie die Bezeichnung Arzt", d. h. daß sie die nach den reichsgesetzlichen Bestimmungen erfolgte Approbation durch eine deutsche Prüfungskommission be­zeugt. Es mag bei dieser Gelegenheit daran erinnert werden, daß für die Zulassung zur zahnärztlichen Prüfung nicht das Reifezeugnis für die Prima einer Oberrealschule genügt, daß also die Erweiterung der Berechtigungen dieses Schuttypus srch nicht auf das zahnärzt­liche Studium erstreckt: es ist vielmehr für bte Oberrealschüler, die Zahnarzt werdeu wollen, nötig, eine besondere Prüfung über ihre Primareife im Lateinischen zu bestehen, und zwar in der Regel vor Beginn des Studiums. An den deutschen Universitäten ist zwar in den letzten Jahren unverkennbar ein Aufschwung in der Zahl der Dozenten und Vorlesungen für Zahnheilkunde eingetreten, immer­hin gibt es aber doch noch einige Universitäten, außer unserer hessischen Landesuniversität die zu Erlangen, Rostock und Tübingen, an denen das Fach gar nicht vertreten ist. Zur Förderung des zahnärztlichen Unterrichtes an den Universitäten hatte Preußen in seinem letzten Etat einen besonderen Betrag eingestellt, der den 8 Universitäten (mit Ausschluß von Berlin) zugute kommen sollte, an denen ein vollständig eingerichtetes zahnärztliches Institut fehlte; dieser einmalige, zur Ergänzung des Instrumentariums bestimmte Betrag belief sich auf durchschnittlich 1000 Mark. Die Zahl der Dozenten und Lektoren für Zahnheikunde an allen deutschen Uni­versitäten betrug im letzten Sommersemester nur 22. Mehr als einen Dozenten hat nur Berlin, Breslau, München und Straß­burg. In der Regel fungieren die Dozenten noch immer als ^Lehrer" oderLektoren".

Heber die Vorgeschichte der medizinischen Fakultät in Münster t W. veröffentlicht Prof. Dr. Georg Sticker (Gießen) m der Deutschen Medizinischen Wochenschrift Nr. 34 einen Aufsatz, dem wir folgendes entnehmen: Auf Be­treiben des Kurfürsten Ferdinand gewährte Papst Urban VIEL den Stiftsbrief für eine Universität von drei Fakultäten im Jahre 1625, fünf Jahre später ließ Kaiser Ferdinand II. die Urkunde zur Errichtung der Universität, und zwar für vier Fakultäten, aus­arbeiten und setzte sie in Kraft. Ihre Vollziehung unterblieb in den Wirren und Nöten der Zeit. Erst 1773 erwirkte der Minister des Fürstbischofs Maximilian Friedrich, der Frhr. Franz Friedrich v. Fürstenberg, vom Papste Clemens XIV. einen neuen Stiftungs­brief und errichtete dann gleich ein Medizinalkollegium in Münster. In den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts stand die medizinische Fakultät in besonderer Blüte. Außer dem Prosektor Wegehausen aus Münster (18071819) wirkten an seiner Seite Gottfried Siebenbergen, der sich 1810 für Encyklopädie und Metho- dologie der Medizin habilitiert hatte, Ferdinand Herold, der von 18091818 Pharmazie und Botanik Uchrte, und Johann Bernhard Milbrand, der nach zweijährigem Wirken in Münster von 18071809 als Professor der Anatomie nach Gießen berufen worden ist. Wie Wildrand selbst, ist auch seinem Sohne und mehreren Enkeln sowie mehreren Schülern der Name aus­gezeichneter Aerzte und Gelehrten hinterblieben. Sein Sohn hat, wie der Sohn des Professors Franz W e r u ek i n ck (17921822) die Prosektur in Gießen versehen. Das Jahr 1817 war das Todes­jahr für vier katholische Gymnasien in Westpreußen und für die junge Universität Minister. Mit ihr wurde die nredizinische Fakultät aufgehoben.

Die Wahl des ordentlichen Professors in der philosophischen Fakultät, Geh. Regierungsrats Dr. Freiherrn v. R i ch t h o f e n zum Rektor der Friedrich Wilhelms-Universität zu B e r l i n für das Studienjahr 1903/04 bestätigt worden.

Der Deutsche Verein für öffentliche Gesund­heitspflege wird seine Jahresversammlung vom 16. bis 19. September in Dresden abhalten. Das erste Beratungs­thema lautet: Nach welcher Richtung bedürfen unsere derzeitigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Tuberkulose der Ergänzung. Geh. Medizinalrat Proseffor Dr. Gaffky (Greß en) hat das ein­leitende Referat übernommen. Hieran schließt sich ein Vortrag des Regierungs- und Medizinalrats Dr. Bornträger (Düsseldorf) über Hygienische Einrichtungen der Gasthäuser und Schankstätten. Am folgenden Tage kommen zur Beratung: Die gesundheitliche Ueber- wachung des Verkehrs mrt Milch, wozu der Direktor des hygieni- schen Instituts in Hamburg, Proseffor Dr. Dumbar, das Referat übernommen hat, und als zweites Thema: Reinigung des Trink- waffers mit Ozon mit Geh. Regierungsrat Dr. Ohlmüller vorn kaiserlichen Gesundheitsanrt als Sieserenten. Anr dritten Tag wird das Thema erörtert: Die Bauordnung im Dienste der öffentlichen Gesundheitspflege. hierfür sind zwei Referenten besümmt, Geh. Baurat Stübben (Köln) und Geh. Regierungsrat Dr. Rumpelt

Kinder wurde bei der Nachricht von dem Unglück wahn - sinnig.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 2. Sept. Die unter dem Protektorat der Prin­zessin Friedrich Leopold stehende Ausstellung für Volks- Hygiene und Wohlfahrtseinrichtungen wurde heute eröffnet Hofdomprediger Ohly hielt die Festrede, in der er die Naturnotwendigkeit cnögedeynster sozialer Fürsorge warm betonte. Die Ausstellung ist von mehr als 200 Firmen aus Berlin und anderen Städten reichhaltigst beschickt.

Brüssel, 2. Sept. Heute vormittag wurde der inter­nationale Kongreß für Volkshygiene unter dem Vorsitz des Prinzen Albert von Belgien irrt Beisein des Ministers für öffentliche Arbeiten, des Industrie-Ministers und des Bürgermeisters von Brüssel feierlich eröffnet, lieber 500 Abgeordnete aller Länder nahmen an der Eröffnungssitzung teil, darunter zahlreiche Offiziere verschiedener Nationen, polittsche Persönlichkeiten, belgische Sena­toren und Deputierte. In seiner Eröffnungsrede wies Prinz Albert auf die Rolle hin, welche der Hygiene bei der Verbesserung der Lage der Arbeiter zufalle. Der Prinz lenkte sodann die Auimerk- samkeit der Teilnehmer auf die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Bekämpfung der Tuberkulose bei Kmdern imb der Berufskrank­heiten zu treffen. Nach dem Peinzen ergriff der Direktor des belg­ischen Gesundheitsamts das Wort, um die Pflicht des Staates darzulegen, hygienische Maßregeln mit gesetzlichen Zwangs­mitteln durchzuführeu, wenn dies auf dem Wege der Belehrung unmögüch sei. Es sprachen noch Vertreter verschiedener Nationen, darunter der deutsche Generalarzt Schjerning. Darauf eröffnete Prinz Albert die in einer städtischen Schule untergebrachte Aus­stellung für Vo lkshy giene.

(Dresden).

Am 1. d. Mts. beging Gch. Hofrat Professor Dr. Lebrecht H e n n e b e r g in Darmstadt sein 25jähriges Amtsjubiläurn. Aus diesem Anlaffe nahmen Rektor und Sermt, sowie der Ausschuß der Studierenden Gelegenheit, dem Jubilare ihre Glückwürtsche zu überbringen. __

Schijstmrchrichten.

Hamburg-Amerika Linie.

Hamburg, 31. August. Der Hamburger Schnell-Post- DampferMoltke", Kapitän Dempwolf, ist am 29. Aitgust, 1 Uhr nachm., wohlbehalten von Hamburg via Southampton und Cher­bourg in Newyork angekommen.

Red Star Lrnre.

Der PostdampferZeeland" der Red Star Linie in Ant­werpen ist laut Telegramm am 30. August wohlbehalten in New­york angekouunen.

Gerichtssaal.

ke. Darmstadt, 2. Sept. Zu einer empfindlichen Strafe verurteilte die hiesige Strafkammer einenVandalen", den Korb­flechter Anton Adler aus Offenbach, der im Garten eines Offen­bacher Gastwirts eine Anzahl Bäumchen abgebrochen hatte. Das Schöffengericht hatte ihn zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafkammer erhöhte die Strafe auf 1 Jahr bei sofortiger Verhaftung.

Sandel und Uerkehr. Uolkswirtschast.

Türkenlose. Nach einer aus Konstantinopel eingehenden telegraphischen Meldung ist im 51onseil der Administration der Detre kabligue beschlossen ivorden, die infolge der Zinsfuß- e r h ö h u tt g für das abgelauseue Semester nachträglich den Türkeu- losen zufließenden Beträge nicht zu einer Aufbesserung der Treffer, sondern zu Rückkä ufert zu verwendert. Die ausgegebenen Zertifikate für die in ben letzten Ziehungen gezogenen Lose gelangen baher rrtchl zur Ernlösung unb werben annulliert. Sollte die Unififation mit dem Termin per 1. September in Geltung treten, so würden deren Bestimmungen auf die nächste Ziehurig, die am 1. Oktober d. I. stattfindet, bereits Anwendurtg finden. Es würden demgemäß die in der bevorstehenden Ziehung sich ergebendem Treffer voll mit 100 pCt., die Stielen mit 60pCt. eingelöst werden die Nieten betragen Norninale 400 Fr., respektive 240 Fr.

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Landwirtschaft.

Bonn, 31. August. Bei dem Festmahl, das nach den Ver> Handlungen des deutschen landwirtschaftlichen Ge­rt offen schaftslages stattfand, überreichte Landes-Oekonomie- rat Dr. Havenstein dem Anwalt Geheimrat Haas einen silbernen Pokal als Geschenk des Bonner Verbandes an den Reichsverband unb schloß mit einem Hoch an ben Reichsverbanb unb seinen An­walt. Geh. Rat Haas bankte mit einem Hoch auf das Rheinland und seine Genossenschaften. Er mahnte zum Festhalten an den ge- nossenschaftlichen Grundsätzen, die er kurz, wie folgt, aufzählte: Habt Vertrauen zu einander, seid treu, ordnet euch unter, steht fest auf dem Boden des Christentums, seid klug im Rat und energisch in der Tat, laßt euch durch Versucher nicht verlocken, verlaßt euch nur auf die eigene Kraft unb bie Selbsthülfe, seid einig!

Wie man aus Kurhessen schreibt, hat bie Regierung die jetzt ablanfenden Pachtverträge mit ben fünf hessischen Korn- Hausgenossenschaften Hanau, Zierenberg, Hoheneiche, Kassel unb Hofgeismar provisorisch auf ein Jahr verlängert, da eine volle Einigkeit sich vorerst nicht erzielen ließ. Der Vorstand der kurhessischen Landwirtjchaflskammer beschloß in seiner letzten Sitzung, beim Minister zu befürworten, daß möglichst bald in Ver­handlungen wegen Abschlusses neuer Pachtverträge eingetreten und die Verträge auf einer Grundlage durchgeführt werden möchten, bje den heutigen Verhältnissen entspreche und bie Genossenschaften nicht unnötig belaste.

Arlrettervewegung.

Solingen, 2. Sept Der hier brohenbe Aus ft and der Messers chleifer ist abgewendet worden, nachdem vor­gestern bie Schleifer und gestern auch der Fabrikanten-Verein die Vorschläge der Vergleichungskammer angenommen hatten.

Suömisfious-Kalender.

7. Sept Mainz. Städt Hochbauamt Ausführung der Tüncher- und Anstreicherarbeiten bei Erbauung einer llmformer- station für die elektrische Straßenbahn. Bedingungen gegen Er­stattung der Vervielfältigungsgebühren. 9. Sept Offenbach a. M. Stadtbauamt, Abteilung für Hochbau, Herrnstr. 40. Liefe­rung von Verblendsteinen, Maschinenringofensteinen, Portland- Zement unb Asphaltisolierfilz für bie Schule an ber Mathilben- straße. Bebingungen für 2 Mk. 10. Sept Worms. Stadt­bauamt. .Ausführung ber Erd-, Maurer, Steinhauer, Zimmer-. Grobschlosser-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten zur Erbauung des Hauses Aiartinspforte. Bedingungen gegen Erstattung der Selbst­kosten. 14. Sept. Mainz. Großh. Hochbauamt Ausführung der Schreiner-, Schlosser-, Anstreicher-, Tapezierer-, Asphalt- und Glaserarbeiten zum Neubau eines Amtsgerichtsgebaudes und Hafl- lokales zu Wöllstein. Bedingungen ebenda.______________________

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

September

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

1903.

2.

2

748,7

28,1

12,9

46

8.

2

Sonnenschein

2.

9to

748,2

19,4

14,3

86

SK

1

Deller Hinunel

3.

7 25

750,0

16,9

12,8

90

NE.

2

Souneufchein

Höchste Temperatur am 1.2. Sept 28,3° C. Niedrigste , 1., 2. 16,2 C.

Verlauf der Witterung von Dienstag bis Mittwoch.

Das am Montag über der Nordsee lagernde Tief ist ungewöhn­lich rasch abgezogen, so daß es, von vorübergehender Bewölkung ab­gesehen, unser Gebiet nicht weiter beeinflußte. Das Hoch hat weiter an Ausdehnung gewonnen unb ist heute, Mittwoch, durch ein im Süd- westen erschienenes Tief etwas nach Osten gedrängt worden. Dieses Tief hat den Wind bei uns nach Südosten gedreht, so daß das hellere warme Wetter andauert. Die Temperaturen liegen heute sehr hoch, bis 28 Grad im Schatten.A. Pepple r.

Familien Nachrichten.

Gestorben: Fräulein Magdalene Hüffell in Darmstadt Alexander Buchert, Gärtner, in Darmstadt

Geboren: Dem Apotheker Gennes in Friedberg ein Sohn.

Feinde der Schönheit

steten Verdrusses für schonheitsliebende Damen. Alan meide daher ängstlich minderwertige Seifen unb benütze ausschließlich die aus den edelsten Materialien hergestellte Doering's Eulen-Seife. Diese Seife ist so rein, so fettreich, so mild, daß die zarte Haut eines Kindes das Waschen mit dieser Seife angenehm empfindet. Schöne Frauen, verständige Alütter sollten diesen Wink beherzigen und nie zugeben, daß in ihrem Wirkungskreise eine andere Seife für Die Toilette Verwendung finde als Toenng's Eulen-Seife, zumal sie nur 40 Pfg. im Ankauf kostet. 2301

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Die billigte Ware ist nur selten auch Die vorteilhafteste. Es giebt gutes und schlechtes Maismehl.Maizena" ist feu öu Jahren be­kannt als Das beste, reinste unD ausgiebigste und ist für Die Haus­frau daher das empfehlenswerteste. 5292

General-Depot bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. Main.

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