werden:
a. Personen, welche während des Feldzuges 1870/71 im MUitärverhältms gestanden haben,
b. Frauen und Kinder solcher Peilonen, vorausgesetzt, oatz diese sub a und b bezeichneten Berverber einer derartigen Unterstützung bedürftig und würdig sind und daß dieselben von der Zelt der Bewerbung rückivärts gerechnet mindestens zwei Jahre in Gießen ununterbrochen gewohnt
Bekanntmachung,
Betreffend: Die Vergebung der „Kommerzienrat Heichelheim- Stiftung".
Aus obenqeimnnter Stiftung haben am 1. November!. Js. 1304 Mark zur Verteilimg zu gelangen. Nach § 3 der Stiftungsurkunde können ziir Bewerbung um die Gaben nur zugelaßen
haben.
Die Bewerber werden hierdurch aufgefordert, sich bis zum 30. September l. IS. bei Großh. Bürgermeisterei Gießen schriftlich oder zu Protokoll anzumelden und ihre Qualifikation zum Bezüge der Unterstützung näher zu begründen und zu belegen.
Gießen, den 31. August 1903. 6596
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Curschmann.
Bekanntmachung,
betr.: Die ärztliche Behandlung der Stadtarmen.
Herr Privatdozent Dr. Volhard ist vorn 2. bis 27. September 1903 verreist. .
Meldungen von Stadtarmen sind an die medizinische Klmu während genannter Zeit zu richten.
Gießen, den 2. September 1903. 6a90
Armenamt Gießen.
Aufgebot.
Das Ausgebotsversahren zum Zwecke der Todeserklärung ist bezüglich der nachstehend verzeichneten, angeblich verschollenen Personen beantragt worden:
1. Katharina Müller, Tochter des Konrad Müller und dessen Ehefrau Anna Elisabeth, geb. Bergt, geboren am 14. April 1834 zu Langgöns, und deren uneheliche Tochter Marie Müller, geboren am 21. Februar 1859 daselbst; beide sind in den 60 er Jahren ausgewandert und seitdem verschollen. Das vom antragstellenden Pfleger Johannes Konrad Bopf in Langgöns verwaltete Vermögen der Verschollenen beträgt 590 Mk.
2. Balthasar Jungel, geb. am 20. August 1815, Friedrich Jungel, geb. am 4. Oktober 1817 und Theodor Jungel, geb. am 6. Juni 1822 Söhne der Wendelin Jungel Eheleute zu Gießen; dieselben sind in den Jahren 1850 bis 1856 nach Amerika ausgewandert und versthollen. Das von dem antragstellenden Pfleger Karl Loos in Gießen verwaltete Vermögen der Verschollenen beträgt 7500 Mk.
3. Elisabetha Dittmar, Tochter des in Gießen verstorbenen Heinrich Drttmar Eheleute, geb. wahrscheinlich 1863 in Paris; sie ist vor etwa 15 Jahren ausgewandert und verschollen. Das vom antragstellenden Pfleger Karl Moll in Gießen verwaltete Vermögen der Verschollenen beträgt zur Zeit 37,52 Mk.
4. Elisabeths Selz er, Tochter des Bezirksboten Johann August Selzer und dessen Ehefrau Marie geb. Zinßer, geboren am 12. September 1833 in Gießen; sie ist vor vielen Jahren nach Amerika ausgewandert und hat seit etwa 1874 nichts mehr von sich hören lassen. Das vom antrag- stellenden Pfleger Friedrich Helfrich in Gießen verwaltete Vermögen beträgt zur Zeit 199,67 Mk.
5. Katharine Velten, Tochter der verstorbenen Johannes Velten IV. Eheleute von Langgöns, geb. daselbst am 6. September 1838; sie ist im Jahre 1857 nach Australien ausgewandert und seitdem verschollen. Das vom antragstellenden Pfleger Johs. Bergk X. von Langgöns verwaltete Vermögen der Verschollenen beträgt etwa 2650 Mk.
6. Konrad Fischer, Sohn der verstorbenen Joh. Hch, Fischer Eheleute von Treis a. d. Lda., geb. am 20. April 1812; er ist vor 1837 ausgewandert und verschollen. Das vom antragstellenden Pfleger Johann Heinrich Erb von Treis a. d. Lda. verwaltete Vermögen des Verschollenen beträgt ca. 200 Mk.
7. Louis Meyer, Sohn des Christoph Meyer von Großen-Buseck, geboren am 15. Oktober 1845; er ist vor mehr als 40 Jahren nach Amerika ausgewandert und seitdem verschollen. Das vom antragstellenden Pfleger Anton Schmidt von Großen-Buseck verwaltete Vermögen beträgt zur Zeit 250,81 Mk.
8. Katharina Margaretha Arnold, Tochter der Eheleute Heinrich Peter Arnold und Maria Katharina, geb., Haas, geboren am 9. Januar 1816; sie ist im Jahre 1836 nach Amerika oder England ausgewandert und verschollen. Antragsteller ist Karl Arnold von Steinbach. Das verwaltete Vermögen der Verschollenen beträgt etwa 338 Mk.
9. Louis Vogt, Sohn der Konrad Vogt Eheleute von Gießen, geb. am 14. Januar 1851; er ist im Jahre 1880 ausgewandert und hat seit 1881 nichts von sich hören lassen. Das vom antragstellenden Pfleger Wilhelm Vogt in Gießen verwaltete Vermögen beträgt 1225 Alk.
10. Heinrich Bergen von Allendorf a. d. Lda., geb. :m 10. April 1835, Sohn des Joh. Jost Bergen und feine c Ehefrau Elisabethe, geb. Schlers daselbst, seit 1886 unbekannt wo abwesend, angeblich in Mexiko verstorben. Vermögen cmgeblich 1528,33 Mk. Antragsteller Eberhard Bergen in Baltimore.
11. Christian Höchste in, geb. am 27. Juni 1838, Sohn der verstorbenen Ludwig Hochstein Eheleute in Großen- Buseck; er ist vor vielen Jahren nach Amerika ausgewandert und seitdem verschollen. Antragsteller ist der Bruder Konrad Höchstem in Großen-Buseck. Das verwaltete Vermögen des Verschollenen beträgt ca. 180 Mk.
12. Karl Balser III. von Steinbach, geb. daselbst am 15. März 1845 und verheiratet gewesen mit der am 8. September 1896 verstorbenen Elisabethe geb. Kauß; er ist vor 15 Jahren nach Amerika ausgewandert und es ist seit mindestens zehn Jahren keine Nachricht über ihn hierher gelangt. Antragsteller ist der Sohn des Verschollenen: Philipp Karl Balser aus Steinbach.
13. Dorothea Euler, geb. am 17. Juli 1861 und Heinrich Euler, geb. am 3. Juni 1863 in Launsbach, Kinder des verstorbenen Dietrich Euler II. und Ehefrau Elisabetha geb. DebuS in Staufenberg; sie sind vor 20 bis 25 Jahren nach Amerika ausgeivandert und seit mindestens
10 Jahren ist keine Nachricht mehr über fie hierher gelangt Antragsteller sind die Geschwister der Verschollenen: Marie Mannel geb. Euler in Worms und Margaretha Reinschmidt geb. Euler in Frankfurt a. M. Das Vermögen beträgt 6 bis 700 Mk. bezw. 218,27 Mk.
14. Marie Wambach, geb. Dern, geb. den 25/ Februar 1837, und Ludwig Dern, geb. den 28. Januar 1840, erstere vor ca. 40 Jahren, letzterer im Jahre 1870 nach Amerika ausgewandert, Kinder der in Großen-Linden verstorbenen Eheleute Heinrich Dern II. und Elisabetha, geb. Velten. Dieselben find seit mehr als 10 Jahren verschollen. Antragsteller ist Heinrich Dern VI. in Großen-Linden. Für Marie Wambach wird ein Vermögen von ca. 460 Mark verwaltet.
Es werden aufgefordert:
1. die oben bezeichneten Verschollenen, sich spätestens im Aufgebotstermin zu melden, anderenfalls die Todeserklärung erfolgen wird,
2. alle, welche Auskunft über Leben und Tod der Verschollenen zu erteilen vermögen, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen,
3. alle, welche Erbansprüche an den etwaigen Nachlaß obiger Personen bilden zu können glauben, solche bis zum Aufgebotstermine anzumelden und zu begründen, widrigenfalls sie, soweit gesetzlich zulässig, bei der Erb- verteilung unberücksichtigt bleiben und den bekannten Erben auf ihren Antrag Erbschein erteilt wird.
Aufgebotstermin wird anberaumt auf
Mittwoch den 27. April 1904, vormittags 10 Uhr
im Gerichtsgebäude des unterzeichneten Gerichts.
Gießen, den 27. August 1903. 6562
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