Zweites Blatt
Dienstag 3. Märzi 903
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Die Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten
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von einem besonderen Kamps um die Schote,
153. Jahrgang
Nr. 52
•rietet täglich außet Sonntags.
Dem Lietzener Anzeigen werden im Wechsel mit dem kefstschen Landwirt bte Siebener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt
FiolallonSdrnct u. Verlag der Brühl 'schen Univerl.-Buch- u.6lein» bruderet (Bietsch Erben) Redaktion, Exvedmo» und Truderet;
Schalstrabe 7.
Bbrefle tür Depeschen, «uzetger Gictzen.
gernIprechanlcklußNr 51.
Die Morgenblätter besprechen eingehend den Verlauf der gestrigen Abgeordneten haussitzung und insbesondere die Erklärung des Grafen Bülow. Die „P o stt' ist vor allem erfreut darüber, das; der Ministerpräsident mit solcher Bestimmtheit die Erwartung ausgesprochen hat, der Bischof von Trier habe seinen Erlaß rückgängig zu machen. Man könne daher wohl von einer parlamentarischen Niederlage, die der klerikale Heißsporn Horum gestern erlitten hat, sprechen. Tie größere Strafe werde zweifellos Nachkommen, uni) es sei zu hoffen, daß die Angelegenheit einen Zerrauf nimmt, Der anderen katholischen Urrchengewaltigen die Lust nimm:, in die Fußstapfen Komms zu treten. — Die „Berliner 9L. Nach r." meinen,
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Deutsches Reich.
Berlin, 2. März. Der Kaiser sprach heute beim Reichskanzler und beim Ehef des Zivilkabinets v. LucanuS vor und hörte im königl. Schlosse die Vorträge des stellvertretenden Chefs des Zivilkabmets und des Professors o. Bergmann, letzteren im Beisein des Kultusministers und des Generalstabsarztes der Armee Professor v. Leuthold.
— Der Kaiser ist heute abend nach Wilhelmshaven abgereist.
— Stach einer Meldung aus Washington hat Frhr. Speck von Sternburg dem Präsidenten Roosevelt a>ntlich mitgeteilt, daß die Uebergabe der Statue Friedrichs des Großen auf Anordnung Kaiser Wilhelms in Anbetracht der Unfertigkeit der Kriegsakademie erst im Frühjahr 1904 erfoigen soll.
— Nach einer Meldung aus Hannover hat der Präsident der dortigen Eisenbahndirektion, v. Eickhoff, sein Abschiedsgesuch eingereicht. Auch andere Chefs von Eisenbahn-Direktionsbezirken sollen beabsichtigen, zurückzutreten. Den Grund hierfür bildet angeblich die von Minister Budde eingesetzte Ueberraschungs-Kommission, die unangemeldet in den Direttionsbezirken erscheinen soll, um Mißstände zu ermitteln und gegebenen Falles zu beseitigen.
— Zu dem letzten großen Präsidentenwechsel in verschiedenen preußischen Regierungsbezirken wird, wie aus Hannover berichtet wird, bekannt, daß den meisten dieser Herren die Versetzung durchaus unerwartet kam. So wurde dem Regierungspräsidenten von Brandenstein- Hannover und von Philippsborn in Hildesheim erst am Freitag Mittag durch einen Brief Kenntnis von ihrer Versetzung gegeben. Es soll nicht ausgeschlossen sein, daß von Brandenstein sein Abschiedsgesuch einreichen werde.
— Nach einem Telegramm aus München ist Regierungsrat von der Heydte zum Kunstreferenten im bayerischen Kultusministerium ernannt worden.
— Wie die „Germ." meldet, ist ihr ^früherer Chefredakteur, der jetzige Propst Falkenberg in Schrotz in Westpreußen in der vorletzten Nacht gestorben.
— Wie in Sachsen, Württemberg und Braunschweig, so macht sich auch in Thüringen lebhafter Widerspruch gegen die Aufhebung des § 2 des Jesuilengesetzes geltend. Nach der „Nat.-Ztg." sind daselbst Petitionen an die Einzelregierungen ausgelegt und in Vorbereitung, im Bundesrate gegen diese Aufhebung zu stimmen.
— Das neue Anarchislen-Organ, welches ursprünglich in Düsseldorf herausgegeben werden sollte, ist gestern unter dem Titel „Anarchist" hier erschienen, da die Anarchisten in Düsseldorf feinen Drucker finden konnten.
— Tie „Nordd. Allg. Ztg." wendet sich heute abend gegen den Berliner Korrespondenten des „New-Pork Herold", dec seinem Blatte allerhand geheimnisvolle Mitteilungen über in hiesigen amtlichen Kreisen angeblich herrschende Anschauungen hinsichtlich der macedonischen Aktion gemacht haue. Zn der ironisch gehaltenen Polemik sagt dos offiziöse Blatt: Emen Vertreter, der es mit seiner Aufgabe, gegen Deutschland selbst um den Preis der Lächerlichkeit Stimmung zu machen, genauer nehme, könnte die genannte amerikanische Zeitung in dec That schwerlich finden.
- Die Mitglieder der Phosphor-Kommission deS
Auf Antrag des Abg. P o r s ch (Ztr.) wird die Inker- ~ ition besprochen. — Abg. Dr. Di11rich (Ztr.) bemerkt, ) ," ' ' ile, der etwa jetzt
begonnen werden solle, sei ihm nichts bekannt. Er habe den Eindruck, als ob die Interpellation die Angelegenheit außerordentlich aufbausche. Der Kanzelerlaß sei nur eine etwas ungewöhnliche Belehrung der Katholiken, weiter
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Preußisches Abgeordnetenhaus.
34. Sitzung vom 2. März.
Tagesordnung: Interpol lat ion Bachmann u. Gen. (nl.): Hat die Staatsregierung Kenntnis davon genommen, daß die kathvliscbe Geistlichkeit in Trier im Anschluß an £inen Erlaß des dortigen Bischofs von der Kanzel eine Erklärung verlesen hat, welche katholische Eltern, deren Kinder die st aatlichehöhereTöch ter schule in Trier besuchen, mit kirchlichen Zuchtmitteln bedroht? In welcher Weise beabsichtigt sie, die staatliche Autoriät auf dem Gebiete des Schulwesens diesen geistlichen Uebergriffen gegenüber zu wahren? Abg. Hackenoerg (nl.) legt die Vorgänge in Trier dar, die Publikation des bekannten Bischof-Erlasses von den Kanzeln (dessen Wortlaut Redner verltest). Diese Verkündigung werde, abgesehen von der Zentrumspresse, von der gesamten öffentlichen Meinung als eine der schärfsten Herausforderungen betrachtet. Grundlage des Vorgehens in Trier sei die römisch-katholische Auffassung von der modernen Schule, der Staatsschule, die man als etwas verderbliches ansehe. Redner weist dann hin auf die von der römischen Kirche gewählten Kautelen, um die Kinder an paritätischen Schulen vor der Gefahr
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man werde dem Bischof von Trier, wenn er nicht allzu eigensinnig ist, goldene Brücken zu einem sanften halben Nachgeben bauen. — Die „T ägl. Rund s ch a u" ist mit dem Ergebnis der gestrigen Verhandlungen zufrieden, da von der Regierung kein grundsätzliches Zugeständnis ao macht und die Würde de» Staates einigermaßen gewahrt wurde, meint aber, das praktische Ergebnis sei, daß nun noch einige katholische Lehrer und Lehrerinnen nach Trier abgesandt werden würden. — Die „N at.- Zt g." schreibt: Die Erklärung Bülows eröffne die Möglichkeit einer für den Staat besriedigenoen Erledigung des Konfliktes. Bischof Komm und seine Verteidiger hätten gestern ihren Prozeß verloren. 9jun müsse sich zeigen, ob das Urteil gegen ihn von der römischen Kurie vollstreckt wird oder ob die Staatsgewalt genötigt wird, die Vollstreckung selbst vorzunehmen. — Der „Börsen-Kur i er" bezeichnet es als bedenklich, daß Graf Bülow dem schroffen verletzenden Vorgehen des Bischofs von Trier gegenüber den Weg der diplomatischen Verständigung mit der Kurie betreten hat und seine Hoffnung auf deren Einsicht und Einwirkung setze. — Die „Voss. Ztg." führt aus: Die gejtrigen Verhandlungen würden ihre Wirlung bei der Mehrheit des Volles nickst verfehlen und alsbald zeigen, wohin die schwacheHattung gc genüfc er bem Zentrum fühst. Man würde gespunni erwarten, was Graf Bülow bei der Kurie erreickst und was er tun wird, wenn er nichts erreicht. Mit der gestrigen Interpellation sei der ö'aii Komin nicht abgetan. — Der „Vorwärts" sagt: Gras Bülow har die Rede gehalten, die er bei jeder Gelegenheit hält. Er schwebt immer noch auf der mittleren Lime zwischen stolzer Energie und weisem Maßhalten. Wenn Bifcho, stör um ) einen Erlaß zurückgezogen wat, werde wieder eitel Freuoe und Seligkeit herrschen. Bülow habe bann wieder einen Sieg errungen und die künstlich unterlegene Kirche triumphiert.
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@raf Aükow zum Trierer Schulkampf.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt tmterm 2. März:
Die Tribünenbesucher des preußischen Wgeordneten- hauses und die Parlamentarier haben sich lange nicht in so erwartungsvoller Stimmung befunden, wie heute. Endlich stand die nationalliberale Interpellation über die «Vorgänge in Trier auf der Tagesordnung. Was wird Graf Bülow zu dem kräftigen «Vorstoß des Bischofs Komm gegen eine staatliche Schule sagen? Wird er in ebenso energischer Weise parieren, auf die Gefahr hin, es mit dem Zentrum für eine Weile $u verderben'? Solche Vermut^ ungen hörte man vielfach äußern, und auch die Mitglieder der „regierenden Partei", wennschon äußerlich in gewohnter würdevoller Haltung, schienen von der Nervosität erfaßt, welche durch die Ungewißheit hervorgerufen wird. Skeptiker — und wir gehörten zu chnen — glaubten von vom-< herein, dem kampsesmutigen Bischof werde nicht viel geschehen. Um des lieben Friedens mit dem Zentrum willen. Und also kam es. Graf Bülow hielt auch bei dieser Gelegenheit eine seiner Versöhnungsreden, für deren Vortrag der warme, milde und beruhigende Klang seines Organs so vortrefflich sich eignet Zwar ^tiefes Bndauern" über die Gefährdung des konfessionellen Friedens — aber andererseits scharfe Mißbilligung jeder Kulturkampf-Oie- miniszenz, neue Verheißung, die berechtigten Klagen unserer katholischen Mitbürger wirksam abzustellen. Zwischendurch beutete ber Herr Ministerpräsident einige „mildernde Um> stände" an. Unausgeglichene Differenzpunkte seien aus der Zeit des Kulturkampfes zurückgeblieben. Bischof Korum hätte versuchen sollen, zu einer praktischen Regelung der nach seiner Auffassung in Trier besteheitden Unzuträg- lichkeiten zu gelangen durch eine Verständigung mit der Regierung. Das fei leider nicht geschehen. Worin aber besteht die „Unzuträglichreit"? Doch darin, daß der Bischof gegen die paritätischen Schulen im allgemeinen auf das schärfste Stellung genommen hat Und das ist eine Auffassung, die schlechterdings nicht vereinbar ist mit den staatlichen Grundsätzen. Graf Bülow hat in dem „bedauerlichen Zwischenfall" die Vermittlung der Kurie angcrufen, Graf Bülow erwartet ferner, daß Bischof Komm den Kanzel- erlaß gegen katholische Eltern, deren Kinder die staatliche höhere Töchterschule in Trier besuchen, zurücknimmt. Wenn es der Bischof nicht tut, wenn die Kurie es ablehnt, chren Einfluß geltend zu machen — was dann? Wird dann etwa die preußische Regierung trotzdem die „Unvollkommenheiten und Mängel" besectigen, worüber das Zentrnm nicht müde wird, Klage zu führen? Tie Antwort des Grafen Bülow ist keine Antwort auf eine in aller Form erfolgte Herausforderung der staatlichen Autorität Auch in katholischen Kreisen hat bas Vorgehen bes Bischofs Komm ernste Mißbilligung gefunben.
„Die Regierung ist etwas mitschulbiß bar an", sagte in seiner vortrefflichen unb klaren Begrünbung ber Znterpellation Abg. Hackenburg (natl.). Mit biefem Verhalten ber Regierung gegenüber bem nachgerabe allmächtig geworbenen Zentrum geht es nicht weiter. Dies Entgegenkommen unb Zurückweichen muß mit ber Zeit bas Gefühl ber Zurücksetzung erwecken in allen benen, bie nicht zur Fahne des Zentrums gehören. Wenn irgendwo, so war hier ber Anlaß gegeben, mit fester Entschlossenheit zu er- llären: Bis hierher unb nicht weiter! Der Staat muß auf bem Gebiet ber Schule Herr bleiben, und die Versöhnlichkeit hat da ein Ende, wo von ber anderen Seite offene Fehde geboten wird. Es braucht keinen neuen Kulturkampf zu geben — kein Vernünftiger wird ihn herbeiwünschen — aber es ich auch nicht nötig, daß aus übergroßer Besorgnis vor einer politischen Verstimmung des Zentrums die Politik nach der Frage zugeschnitten wird: Wie wirkt die Maßregel auf das Zentrnm? Die angeEünbigtc Aufhebung des § 2 des Zesuitengesetzeö, an und für sich keine Sache von besonderer praktischer Bedeutung, ruft so lebhaftenWiderspruch in der Bevölkerung hervor, nicht nur .wegen des religiösen Friedens, sondern hauptsächlich deshalb, weil man beunruhigt ist über die fortgesetzten Zugeständnisse an das Zentrum. Der heutige Tag mit ber Rede bes Grafen Bülow und ber auf ungefähr benselben Ton gestimmten des Kultusministers S t u b t bestätigt bas stolze Wort, baß das Zentrnm Trumps ist.
ber Glaubenslosiakeit zu behüten: Anweisung ber Eltern unb Äinber zur Spioniersucht, Warnung vor Umgang mit anbersgläubigen Kinbern re. Nach bem Stanbpunkte ber römischen Kirche sei das Vorgehen des Bischofs Komm durchaus korrekt. Das Bezeichnendste an dem Vorgänge sei, daß der Bischof von Trier es jetzt an der Zeit halte, einen alten Erlaß gerade jetzt wieder aufzufrischen unb urbi et orbi zu verkünben. In einer Zeit, wo bad Zentrum noch bazu Toleranz fordere und wo die katholische Kirche doch wahrlich keinen Grund habe, sich über die Verhältnisse in Preußen oder überhaupt in deutschen Landen zu beklagen. (Lebhafte Bravorufe.) Tas eben fei das lieber- raschendste an diesem Vorgang. (Sehr richtig!) Daß durch das Vorgehen des Bischofs eine ernste Lage g. schaffen sei, stehe fest. Mit Polizeimaßreaeln sei in großen geistigen Kämpfen nichts zu machen. Nur darauf komme es an, ob die Regierung in Bezug auf die Schule eine Stellung ein* nehmen wolle, welche für die Zukunft solchen Dingen vorbeuge und eine feste Grenze ziehe: Hier mbet das Recht der Kirche und beginnt das Recht des Staates. Seine Freunde verlangten, daß die Regierung bie paritätischen Schulen erhalte, damit den katholischen Kindern von Anfang an Ehrfuchrt unb Achtung vor Andersgläubigen beigebracht werde. (Lebh. Beifall.) Der Regierung müsse er den Vorwurf machen, daß sie an solchen Vorgängen eine Mitschuld treffe (Rufe: Sehr richtig) durch die Zartheit unb Freunb- lichketten, mit der sie die Forderungen der tatholischen Kirche stets befriebigt habe. Hoffentlich werbe sie jetzt mit biefen Freunblichkeiten etwas zurückhaltenber werden. (Lebh. Beifall.)
Die Reden des Ministerpräsidenten Grafen Bülow und des Kultusministers Dr. Studt haben wir bereits in unserem heutigen Parlamentsblatt wiedergegeben.
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nichts. (Heiterkeit.) Wer die Regierung auffordert, hier ein-- zugreifen, ber verlange ben Kulturkampf unb uerjünbige sich am Vaterlande. Die Katholiken bctämpften nicht bie staatlichen Schulen, sondern die paritätischen Schulen, weil in den letzteren bas wesentlichste Erziehungsmoment, bas religiöse, fehle. Rebner hofft, baß ein Ausgleich zu erzielen fein unb bie ganze Angelegenheit zu einem befriebigenben Abschlüsse kommen werde. — Abg. Dr. Friedberg (nl.) ist mit der Erklärung des Ministerprchrbenten im allgemeinen einverstanden, weniger einverstanden aber fei er mit der Einleitung von Verhandlungen mit der Murie in Rom. Der eigentliche Urheber der mißlichen konsessionellen Mißstände in Trier sei Bischof Slorum, seit dessen Amtsantritt immer neue Vorstöße gegen die konfessionellen Schulen erfolgt seien. Hoffentlich werde die Regierung an der paritätischen Mädchenschule in Trier nichts ändern. — Abg. Graf Lcmbur g-Stir um (fonf.) verliest eine Erklärung des Inhalts, daß die Konservativen sich in inner- kirchliche Angelegenheiten der katholischen Kirche nicht ein» mischen wollten, daß sie jedoch anderer Ansicht seien, wenn es sich um Gefährdung staatlicher Einrichtungen handele. In diesem Sinne bedauerten sie das Vorgehen des Bischofs Komm. Sie erwarteten von der Regierung, daß sie eine Zurücknahme oder angemessene Aenderung der Verfügung des Bischofs herbeiführen werde. — Abg. Frhr. v. Zedlitz (frk.) bezeichnet den Erlag des Bischofs als eine Provokation der schlimmsten Art. Er hoffe, daß die Regierung mit voller Kraft sich dem unqualifizterbaren Vorgehen des Bischofs Komm widersetzen werde. — Abg. Dr. Müller- Sa g a n (frf. Vp.) betont, durch das Vorgehen des Bischofs seien die Gefühle Andersdenlender aufs tiefste verletzt. Zu bedauern würde es fein, wenn zu den wirtschaftlichen und Klassengegensätzen jetzt auch noch fünfenioneile Gegensätze kämen. Sie erwarteten aber von der Regierung, daß sie bie Rechte des Staates in jeder Hinsicht wahren werde. — Abg. Dr. Barth (frf. Vg.t bezeichnet gleichfalls das Vorgehen des Bischofs Komm als eine Provokation ber schwersten Art. Wenn die Regierung ber katholischen Kirche gegenüber nicht eine Politik ber Schwäche befolgte, bann würde der Bischof niemals gewagt haben, ihr einen solchen Schlag ins Glicht mit dieser „ungewöhnlichen Belehrung" zu versetzen. — Abg. Roer en (Ztr.) behauptet, daß nur bie Regierung die Schuld an dem Streite trage. (Große Heiterkeit.) Tce Katholiken wolllen den Frieden, den Frieden auch mit den Andersgläubigen, aber auf Grund voller Parität, anderes wolle auch Komm nicht. (Heiterkeit.) Tie Kirche wolle nicht die Herrschaft übe£ die Schule, sondern nur ihren Anteil an der Herrschaft. Seine Freunde hielten an dem Prinzip der konfessionellen Schule fest, und er glaube nicht fehlzugehen in der Annahme, daß in ähnlichen Verhältnissen der ganze Episkopat ebenso gehandelt haben würde, wie Bischof Komm.
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