faitg; in Größ-Lichterfelde steigt es ctii'f 35 Pfg.; in Potsdam auf 36 Pfg. Tie billigsten Garnisonen finden sich im Bereiche des 1. Armeekorps, nämlich Goldäp und Stallupönen mit je 31 Pfg. Tic Provinzialhauptstadt Königsberg hat auch nur ein Betüstigungsgeld von 35-Pfg., in Stettin beträgt es 38 Pfg., in Magdeburg nur 34 Pfg., während Bern- bürg, Halberstadt und Dorgau 37 Pfg. und Die übrigen Garnisonen des 4. Armeekorps meistens 36 Pfg. haben. Im Bereiche des' 6. Armeekorps ist das Beköstigungsgeld höher, Breslau hat 36 Pfg., Oels, Ohlau sogar 38 Pfg. Im Bereiche des 8. Armeekorps haben St. Johann und Saarbrücken und Saarlouis sogar 39 Pfg., Köln hat 37 Pfg.,. Aachen desgleichen, Koblenz 38 Pfg. Beköstigungsgeld. Sehr teuer sind die Garnisonen in Lothringen; so haben Metz und Mörchingen 39 Pfg., Tiedenhofen, St. Avold und Horbach 38 Pfg. Beköstigungsgeld.
Ausland.
Brüssel, 2. Jan. Der König empfing die Glückwünsche des diplomatischen Korps, der Präsidenten des Senats und der Kammer und anderer Vertreter von Behörden. In der Antwort auf eine Ansprache des Kammerpräsidenten spielte der König auf die Initiative an, die er bei vielen Gelegenheiten ergriffen HÄe, wie z. B. in der Chinafrage. Die Kammern nröchten ihm vertrauen, wie er ihr stets vertraute. Er werde das Vertrauen nie mißbrauchen. Tank der Einigkeit zwischen dem König und dem Parlament könne man zur Verwirklichung der Dinge kommen, die jetzt noch nicht weiter ausführbar seien und deren Tragweite das Volk in der Folge begreifen werde.
Wien, 2. Jan. Ter Kaiser nahm am gestrigen Vormittag die Neujahrsglückwünsche der Erzherzoge imb der obersten Hofwüroenträger entgegen. Mn Abend fand ein Familienbiner statt, an dem der Erzherzog Franz Ferdinand mit Gemahlin und die übrigen anwesenden Erzherzöge und Erzherzoginnen teilnahmen.
— Von unterrichteter Seite wird über Graf La ms- dorffs Besuch gesagt: Wer eine konkrete Vereinbarung von entscheidender Natur für die Austragung der maee- donischen Frage von dem Zusammensein der beiden Minister erwartete, wird sich in seinen Erwartungen getäuscht sehen. Graf Lamsdorsss Reise wird man am besten als eine Jn- jormationsfahrt bezeichnen. Ter Gedankenaustausch der Minister hat genri.fr nur die Einleitung zu weiteren Sdjritten gebildet. Daß es sich dabei um eine Erweiterung der vor fünf Jahren mündlich beschlossenen Petersburger Entente handelt, scheint festzustehen.
Aus Stadl mck Land.
Gießen, den 3. Januar 1903.
— Hofnachrichten. Die „Darmst. Zig." veröffentlicht folgendes Antworttelegramm S. K. H. des Groß- herzogs auS Delhi an den Staatsminister auf die einge» gangenen Glückwünsche; „Ihnen allen, den Kammern und meinem Hessenlande herzlichen Glückwunsch. Ernst Ludwig.
• * Personalien. Ernannt wurden der evangelische Pfarrer Karl Zaubitz zu Offenbach zum Pfarrer der ersten evangelischen Pfarrstelle zu BenSheim, Dekanat Zwingenberg, und der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Nieder-Olm Ernst Kliffmüller zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach.
* * Das Großh. Regierungsblatt Nr. 81, ausgegeben am 31. Dezember v. I., hat zum Inhalt: 1) Gesetz, die Fürsorge für Beamte infolge von Betriebsunfällen betreffend. Vom 14. Dezember. 2) Verordnung, die Enteignung von Gelände' zum Bau der Nebenbahn Butzbach—Lich betreffend. Vom 17. Dezember 1902. 3) Verordnung über die Aenderung der Bestimmungen des § 33 der Verordnung, die Ausführung der beiden Gesetze vom 27. Juni 1836 über die Ablösung der Grundrenten und die Mitwirkung der Staats- schulden-Tilgungskaffe zu derselben betreffend, vom 10. Januar 1837. Vom 20. Dezember 1902. 4) Verordnung über die Aufhebung des Artikels 15 der Verordnung, die Organisation der Steuerbeamten in den Provinzen Starkenburg und Ober- heffen betreffend, vom 7. Februar 1822. Vom gleichen Datum.
* * In unserer Unterhaltungsbeilage beginnen wir am Montag mit dem Abdruck des Romans ,®ine verhängnisv olle Fahrt" von L. M. Croker, autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen von Alwine Vischer, Die Geschichte ist so frisch, der Dialog so unterhaltend und witzig, daß der Roman gewiß den größten Beifall unserer Leser finden wird. Wir wollen ganz besonders darauf aufmerksam machen, daß die in der Unterhaltungsbeilage erscheinenden Romane zu den besten literarischen Werken der Gegenwart gehören, und daß sich deshalb das Sammeln der einzelnen Nummern empfiehlt. Verloren gegangene Nummern werden Abonnenten in unserer Expedition, soweit der Vorrat reicht, gern kostenlos nachgeliefert. — Die Montagsnummer der Unterhaltungsbeilage wird ferner auch die Lösung des Preisrätsels bringen.
* * Die Anlagemusik findet morgen um ll1/, Uhr in der Südanlage statt. Gespielt werden: 1. Ouvertüre z. Op. „Leichte Kavallerie" von Supp6. 2. 6 Altniedcrl. Volkslieder von Vallerius. 3. Maritana-Walzer von Dellinger. 4. Fantasie a. d. Op. „Der fliegende Holländer" von Wagner. — Morgen nachmittag y2ö Uhr veranstaltet unsere Regimentsmusik in Steins Garten ein Konzert, worauf wir hierdurch besonders aufmerksam machen.
* * Au s dem Theaterbureau. Das bei der ersten Aufführung mit größtem Beifall aufgenommene Zaubermärchen „König Drosselbart" von Leo Melitz wird am Sonntag als 4. Kindervorstellung auf vielfachen Wunsch nochmals zur Aufführung gelangen. Sonntag abend geht die Gesangsposse „Höhere Töchter" von Mannstaedt, Musik von Steffens, als „Vorstellung zu ermäßigten Preisen" in Szene. Die Eintrittspreise betragen im Vorverkauf für Loge Mk. 1.30, für Saal 80 Pfg., an der Kasse kostet Loge Mk. 1.50, Saal Mk. 1.—, Gallerie 40 Pfg. — Am Montag und Dienstag gastiert hier der erste Komiker des Kasseler Hoftheaters, Herr Edmund Schmorsow, und zwar als „Hasemann" in L'Arronge's „Hasemauns Töchter" und als „Wichtig" in MM ^gistrator am Reisen".
* • Eine angenehme Neujahrsüberraschung wurde den Mitgliedern des Radklub „Germania", den Herren Rüdiger, Höß, Lauer und Hecker hier, zu teil, indem ihnen die anläßlich des am 19. Juli v. I. beim Bundestag iu Kassel errungenen wertvollen silbernen Medaillen für Preisdauerfahren heute übersandt wurden. Die genannten Herren legten die 129,9 Km. lange Strecke trotz ungünstigen Wetters in 5 Stunden 40 Minuten zurück.
" In dem anatomischen Institut der Landes- Universität ist ein Mangel an Leichen für wissenschaftliche Zwecke eingetreten. In verschiedenen Provinzblättern haben daher die Verwaltungsbehörden ein Ausschreiben an die Kommunalverwaltungen erlassen, in welchem auf die bestehenden Bestimmungen in Bezug auf die Ablieferung von Leichen unbekannter Selbstmörder ic. zum Zwecke des wissenschaftlichen Studiums auf der Landesuniversität aufmerksam gemacht wird.
Hs. Zimmerbrand. Daß man beim Abbrennen des Christbaumes nie vorsichtig genug verfahren kann, beweist wiederum ein Brand, welcher am Neujahrsabend im evangelis chen Schwestern haus hier ausbrach. Dort waren am genannten Abend die Schwestern um die schön ausgestattete Weihnachtskrippe versammelt, als plötzlich, durch eine brennende Kerze verursacht, der Baum zu brennen an- fing. Ehe man richtig zur Besinnung kommen konnte, stand der Baum über und über in Flammen. Die Flammen sprangen bald auf die Fenstervorhänge und sonstigen Möbel über, sodaß es bald im ganzen Zimmer brannte. Den vereinigten Anstrengungen der Schwestern und Hospizdamen gelang es endlich, das Feuer auf dies eine Zimmer zu beschränken.
*• Besitzwechsel in Braunfels. Das Hotel Seipp in Braunfels, bisheriger Inhaber Funke, ist vom seitherigen Hotelpächter Ostermann aus Haltern für 54 000 Mk. käuflich erworben. Dem neuen Besitzer geht als Gastwirt ein vorzüglicher Ruf voran. Herr Funke übernimmt am 1. Februar die von Herrn G. Nauheimer erworbene Buderus'sche Villa, um in derselben außer einer Weinstube eine Pension zu betreiben.
** Das Wetter im Januar. Falb prophezeit viel Regen und Schnee und gegen Ende des Monats starke Kälte. Den 13. bezeichnet er als einen kritischen Termin erster, den 28. als einen solchen zweiter Ordnung. Auch dem lOOjähr. Kalender zufolge gestaltet sich die Witterung im Januar ziemlich feucht und kalt. Am 6. soll Schnee und Regen, vom 7.—13. trübes und windiges Wetter herrschen. Vom 14.—20. soll es „mäßig", am 21. jedoch „grimmig" kalt werden. Am 22. und 23. wäre wieder Wind und Schnee, am 24. bis zum Schluß des Monats aber große Kälte zu erwarten. — Sollten endlich die in ihren Hoffnungen so oft getäuschten Eisbahnunternehmer Glück haben? Jedenfalls raten wir, die Eiskonzerte nicht allzufrüh anzusetzen, bei der bekannten einschüchternden Wirkung, die sie auf das Wetter ausüben.
§ Butzbach, 2. Jan. Unter Mitwirkung der rühmlichst bekannten Kapelle des Dragoner-Regiments Nr. 24 veranstaltete die hiesige Dienstags-Gesellschaft gestern im Saale des „Heff. Hof" eine Neujahrsfeier mit darauffolgendem Ballvergnügen.
Ober-Breidenbach, 2. Januar. Heute früh gegen 4 Uhr bra nnte hier das Anwesen des Bürgermeisters Fischer gänzlich nieder. Die Entstehungsursache deS Feuers ist noch unbekannt.
W. Darmstadt, 2. Jan. Die Erbgräfin zu Erbach-Schönberg ist in König imOdenwald in der letzten Nacht von einem Sohne entbunden worden, — Während der Sylvesternacht wurden 48 Personen wegen Ruhestörung zur Anzeige gebracht. Außerdem find 9 Schußwaffen und 17 Feuerwerkskörper konfisziert und 2 Personen wegen Trunkenheit in Polizeigewahrsam genommen worden. Am ersten Neujahrstage wurden 7 Personen wegen Schießens und AbbrennenS von Feuerwerkskörpern zur Anzeige gebracht und eine Schußwaffe ist konfisziert worden. — Heute nacht ist ein Dachdecker aus dem Fenster auf die Straße gesprungen und hat hierbei drei Rippen gebrochen.
Mainz, 2. Jan. 25 Jahre Stadtverordneter ist Herr Frz. Jos. Ufinger nunmehr unmtterbrochen und es wurde ihm dieserhalb seitens des Oberbürgermeisters Dr. Gaßner in der letzten Stadtverordnetenversammlung am Sylvester-Abend in einer herzlichen Ansprache gratuliert, und ein schönes Blumenarrangement Überreicht. — Unsere Oktroieinnahmen sind im abgelaufenen Jahre gegen das Vorjahr um Mk. 7000 zurückgegangen: sie betrugen im abgelaufenen Jahre rund Mk. 740000. Trotz der Zunahme der Bevölkerungsziffer sind für eingeführte Lebensrnittel gegen das Vorjahr Mk. 6300 weniger verreinnahmt worden. — Der Karneval zog am ersten Tage des neuen Jahres wieder offiziell bei uns ein. Die bunt gekleideten Gestalten zu Fuß und hoch zu Roß, die sich 11 Uhr 11 Vormittags in der Schulstraße aufstellten, erregten natürlich wie immer großes Aufsehen. Alle Straßen, die der Zug passierte, waren dicht besetzt und eine nicht zu kleine ständige Begleitung blieb dem Zug bis zur Auflösung erhalten. Ueberall wurde der Karneval jubelnd begrüßt und der zwar verbotenen, aber trotzdem abgegebenen Freudenschüsse war kein Ende. — Eine verlusireiche Sylvesternacht hatte em hier wohnhafter Reisender, dem während der Sylvesterfeier in einer Wirtschaft an der großen Bleiche der Ueberzieher im Werte von 60 Mk., eine braune Reisetasche und ein schwarzer Regenschirm gestohlen wurden. — Gestern nachmittag 2 Uhr versuchte ein verheirateter, im Kirschgarten wohnhafter Schneider sich vor dem Fischthor im Rheine zu ertränken. Von einem Schutz- manne hieran gehindert, gab der Mann als Grund seines beabsichtigten Selbstmordes an, feine Frau habe sich schon zwei mal eines Verbrechens gegen das keimende Leben schuldig gemacht und eine Hebamme habe ihr dabei gegen Entgeld Hilfe geleistet.
Bingen, 1. Jan. Hier wurde ein Taglöhner, namens Herzberger verhaftet, der dringend verdächtig ist, im vorigen Jahre die Pulverexplosion an dem Wege nach Rochusberg veranlaßt zu haben. Der Verhaftete war damals in der Nähe des Pulverhäuschens bedienstet. Man vermutet einen Racheakt.
in. Hanau, 2. Jan. Leopold Lilienfeld, Inhaber des kleinen Bankgeschäfts Mich. Benjamin
Nächst, wurde wegen Unterschlagungen sowohl an barem (Selbe wie an Depots verhaftet. Die Unten schlagungen sollen sich auf 60 000 Mk. belaufen. In der Kasse befanden sich ganze 6 Mk. Von anderer Seite wird auch angenommen, daß es sich nicht um einen so hohen Betrag handeln kann, da das Geschäft nur in kleinem Umfange betrieben wurde. Geschädigt sind meist Leute in geringerer Vermögenslage. Seit 1896 sind die Bücher nicht mehr ordentlich geführt und keine Bilanzen mehr gezogen worden.
Vom Main, 30. Dez. In einem größeren Orte am Maine brachen mehrere Spitzbuben bei einem Kaufmann ein, fanden aber nur wenig Kleingeld vor. Nach zwei Tagen aber erhielt der Kaufmann folgenden Brief: „Sehr geehrter Herr! Es freut uns, daß Sie so ruhig schliefen, als wir bei Ihnen einbrachen. Da wir nun nicht wollen, daß der Staat um sein Geld kommt, so senden wir Ihnen den von uns mitgenommenen Steuerzahlbefehl zurück und er- suchen Sie, für die Zukunft mehr Geld im Laden zu lassen, damit sich unsere schwere Arbeit auch besser lohnt. Wir zeichnen — Hochachtend! Auf Wiedersehen! Die Einbrecher."
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Enkheim erschoß sich ein Soldat des 81. Infanterie-Regiments. — In Frei-Weinheim schoß der 7jährige Sohn des Tünchers Philipp Zerban seinem 4jährigen Brüderchen mittels Pfeil und Bogen ein Auge aus. — Im mittleren und südlichen Odenwald grassiert die Influenza in der heftigsten Weise. In manchen Orten ist fein Haus davon verschont. — Gegen den politischen Redakteur der „Franks. Neuesten Nachrichten" Wertheimer wurde wegen eines Artikels über die Breslauer Kaiserrede ein Verfahren wegen Majestätsbeleidigunfl eingeleitet.
Unwersitäts Nachrichten.
Gleichst ellun g d er bayerischen Technischen Hochschule. Eine königlicb bayerische Verordnung bestimmt, dafr an der Technischen Hochschule München die Bezeichnungen Direktor, Stellvertreter des Direktors und Direktorium durch die Bezeichnungen Rektor, Prorektor und Senat ersetzt werden; ferner, daß der Rektor den Titel Magnifizenz führt. Die Verordnung trifft ferner Bestimmungen über die Ernennung des Rektors durch den König beziehungsweise das Vorschlagsrecht des Gesamtkollegiums.
Professor Dittrich von der theologischen Fakultät des Lyceums Hosianum zu Braunsberg lehnte einen Ruf an die neuerrichtete katholisch-theologische Fakultät in Straß- durg im Elsaß ab1.
Kunst und Wissenschaft.
Mainz, 3. Jan. Die Primadonna des Stadttheaters, Frl. tzedrvig Materna, wurde heute mittag mit Herrn Redakteur Heinrich Hrrsch standesamtlich getraut.
— Weil Gras Leo Tolstoi zum Ehrenmitglieds der Dov- pater Universität ernannt worden ist, hat der Priester Joann von Kronstadt, der bekannte Wundermann, die ihm anläßlich der Dorpater Jubiläumsfeier zugedachte gleiche Ehrung entrüstet zurück- gerotefen.
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UNnatur.
Physikalisches Spielbuch für die Jugend. Zugleich eine leichtfaßliche Anleitung zu selbständigem Experimentieren und fröhlichem Nachdenken. >Von Tt. B. Donath. Mit 156 Abbildungen.' gr. Oft. eleg. geb. in Lnwd. Mk. 6. (Verlag von Frttdr. View eg u. Sohn in Braunschweig.) An naturwissenschaftlicher Jugeirdltteratür besteht eigentliche kein Mangel; Bücher jedoch, in denen ferner der Stoff so systematisch geordnet und aufgebaut erscheinst daß er neben der Freude, an zielbewußter Fröhlichkeit auch diejenige an naturwissenschaftlichem Erkennen und selbständigem Denken erweckt, dürften bisher dünn gesäet sein. Spielend zu belehren und belehrend zu unterhalten, ohne in den trockenen Magistertou zu verfallen, ist eine schwere Kunst und kann jedenfalls nur von dem zur Auswahl seines Stoffes berufenen Fachwissenschaftler ausgeübt werden. Soll seine Arbeit einen dauernden Wert befitzen, so darf sie weder das Spiel und); die Belehrung zum Selbstzweck machen. In diesem Sinne ist das „Physikalische Spielbuch" eine neuartige Erscheinung, für die Jugend ein heiterer Kamerad, für den Erwachsenen mehr: ein zuverlässiger und fröhlicher Lehrmeister, der sich nicht scheut, gerade die dem jungen Gehirne aufstoßenden Schwierigkeiten zu suchen und zu beseitigen. Mit dem Bemerken, daß hinsichtlich seiner Verwendbarkeit keine Grenzen gesteckt sind, legen wir das „Physikalische Spielbuch" dem deutschen Knaben als Gabe auf den Weihnachtstisch. Der Gymnasiast wird es dort ebenso gern finden wie der Gemeindeschüler, ohne Unterschied des Alters. Vielleicht nimmt es auch der Erwachsene einmal zur Hand, um mit Interesse darin zu blättern.
Möricke undGoethe betitelt sich eine literarische Studie von Dr» Heinrich Ilgen st ein, welche bei Rich. Schröder, Berlin, foebeu erschienen ist. Dem Verfasser ist es gelungen' in einer ungemein fesselnden Darstellung zwischen dem Schwaben Möricke und Goethe eine künstlerische Verwandtschaft nachzuweisen, die in diesem Grade und von dieser Feinheit in der Literaturgeschichte wohl einzig ist. Möricke, den erfreulicherweise gerade in letzter Zeit auch wettere Kreise schätzen gelernt haben, erscheint hier in einer Beleuchtung, die selbst dem Kundigen viel Neues offenbart. Dem Goethesreunde dürfte das Büchlein, das dem künstlerischen Empfinden des Verfassers das beste Zeugnis ausstellt, von besonderem Werte sein.
Gerichtssaat.
Crefeld, 31. Dez. Eine frech-fidele Einbruchs- Gesellschaft stand gestern vor der hiesigen Strafkammer. Tas Meeblatt bestand auS dem jugendlichen Kellner Schmitz, einem Kommrs Siemen und einem Hausdiener. Tie Tret brachen im September in die hiesige Volksschule Nr. 31 ein, deren Lokalitäten ihnen noch aus der nicht lange hinter ihnen liegenden Schulzeit bekannt waren. Mit erbeuteten Wein- und Biervorräten ihres früheren Rektors hielten sie in dessen Klassenziimmer ein veri- tables Gelage a»b, holten die Schulgeige hervor und veranstalteten unbekümmert um Polizei und Publikum auch in tiefer Nachtstunde ein Konzert. Sie wurden bald ermittelt und erhielten gestern auch noch wegen anderer Vergehen Strafen von 2 Jahren bis zu vier Atonalen.
Hamburg, 1. Jan. Eine interessante Entscheidung über den Unterschied zwischen Tiebstahl und Unterschlagung


