Ausgabe 
3.1.1903 Zweites Blatt
 
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dankte für die Wünsche und die in der Ansprache dest Nuntius enthaltenen Gedanken, von denen keiner mehr Ein- druck auf ihn mache als die Erinnerung an die Kato strophe von Martinique, welche den Festtag für alle fr an* suchen Familien so schmerzlich gestalte. Die einmütige Teilnahme, welche Frankreich daber erfuhr, war für daS- selbe sehr wertvoll. Ich wage zu sagen, Frankreich ver* biente es durch das leioeuschaftliche Interesse, welches es immer an dem Unglück anderer Völker nahm und durch die schönen Beispiele von Edelmut, die es im Laufe der langen Geschichte gab. Am Schlüsse unterhielt sich Loubet kurz mit den einzelnen Mitgliedern des diplomatischen Korps.

Der schlaue Castro.

Die an der Venezuela-Aktion beteiligten Mächte be­raten zurzeit über die Antwort des Präsidenten Castro bezüglich des Schiedsgerichtsverfahrens. Herr Castro hat auch seine Bedingungen und Vorbehalte gemacht! Der Ton der verschiedenen offiziellen Erklärungen an die Mächte soll ein ebenso selbstbewußter und von einem wahren Grandenstolze" erfüllter fein, wie in seinen Gesprächsäuße- rungen. Herr Castro geht von der Ueberzeugung aus, daß ihm die Mächte bitteres Unrecht zugefügt haben, und daß er einen Beweis großer Friedensliebe und Selbstlosigkeit gibt, wenn er auf das Schiedsgerichtsverfahren sich ein­läßt. Zweifellos ist, so wird uns versichert, daß die Mächte mit Venezuela wenig Umstände machen luürben, wenn nicht die Empfindlichkeit der Vereinigten Staaten zu schonen wäre, oder richtiger, die empfindliche Volksstimmung in den Vereinigten Staaten, die immer eine Verletzung der Monroedoktrin wittert. Präsident Castro persönliche ist auch der Regierung in Washington ziemlich gleichgültig, aber man glaubt dort eben derStimmung im Lande"' gewisse Konzessionen machen zu müssen, und man hält darum eine Hand in die Sach e. Als ein glücklicher und acceptabler Weg wird in Berlin das Anerbieten Mwyorker Bankgruppen betrachtet, die venezolanischen Schulden gegen Verpfändung der Zolleinkünfte zu übernehmen. Nur wird bezweifelt, daß Castro mit dem Arrangement einverstanden ist, denn ihm kommt es ja gar nicht darauf an, seiner Verpflichtungen sich zu Antledigen, als vielmehr Zeit zu gewinnen. Herr Castro beherzigt das schlaue italienische Sprichwort, das übersetzt also lautet: ,^Ver klug ist, läßt'die Zahlung schweben. Es können Dinge sich begeben, die der Zahlung ganz entheben." Und außer der Zahlung ist noch die Ent­schuld i g u n g zu leisten, wozu Castro sich um keinen Preis, verstehen will. Es sind also noch, ^Schwierigkeiten genug vorhanden, auch nachdem, was als sicher gilt, das Schieds­gericht endgültig anerkannt worden ist.

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Ian. Ter Kaiser empfing heute tot*, mittag um 10 Uhr die Abordnung der Lailoren und hatte später int Reichskanzler-Palais £ine Besprechung mit dem Grasen Bülow. An der Früh/tückstafel beim Kaiserpaar nahmen teil: Prinz Heinrich von Preußen und Prinz Arnulf von Bayern. Weiter empfing der Kaiser den Architekten Botha Ebhardt zu einer anderthalbstündigen Audienz. Terselbe überreichte dem Kaiser den ersten Band seines WerkesDeutsche Burgen" und berichtete dann über seine im Auftrage des Kaisers ausgeführte Studienreise burch Italien, welche zum Zweck der Erforschung der dortigen Reste mittelalterlicher Burgen vom Marz bis Mai 1902 unternommen wurde.

Der preußischeSraatsanzeiger" meldet: Dem Re­gierungspräsidenten v. Heydebrand und der Safa in Breslau ist aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Staatsdienste der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen worden.

Der preußische Minister des Innern giebt be­kannt, daß die Eröffnung des auf den 13. Januar ein* berufenen Landtages an diesem Tage mittags um 12 Uhr int Weißen Saale des' hiesigen königlichen Schlosses erfolgt. Zuvor findet Gottesdienst um 11 Uhr in der Tom- interimskirche und um halb 12 Uhr in der HedwigsLirche statt.

Tie Ernennung des Legationsrates Dr. Bu- müller zum Sachverständigen in kolonialen Angelegen- heient bei der Botschaft in Paris ist; nunmehr erfolgt. Derselbe wird seinen neuen Posten sehr bald, wahrscheinlich noch in der ersten Hälfte dieses Monats, übernehmen.

Tas Recht auf Arbeit, so erklärte in der sozialdemokratischen Gemeindevertreter-Konferenz zu Frank­furt a. M. in oer Frage der 'Arbeits'losenbeschästigung der Vorsitzende Abg. Ulrich-Offenbach, könne nicht jede Gemeinde in die Praxis umsetzen. Abg. Ulrich mahnte zur Vorsicht, weil sonst die Wählerschaft leicht gegen die Sozial­demokratie Stellung nehmen könnte. Tiefe Vorsicht galt den Geldausgaben. Tie Sozialdemokratie hat nämlich bei den letzten Kommunalwahlen in Offenbach nicht gut ab ge­schnitten. Sie hatte die Mehrheit im städtischen Kollegium wNerdings nur deshalb, weil ein Teil ber Gegner die Flinte ins norm warf und hat eben auch Geld ausgeben müssen. Hier setzte, so sagte Ulrich, die Krittk der Gegner ein, und selbst ein Tdil der Arbeiter stimmte gegen uns.

Tas für das erste HalBjahr 1903 festgesetzt* Beköstigungsgel d für die preußischen Garnisonen regt zu allerlei Betrachtungen an. Am teuersten ist es für die Soldaten auf «der Burg Hohenzölleru, das Beköstigungs­geld beträgt ni 'ür d i Gemeinen 4- Psg.; dann kommt Helgoland mit -10 Psg. billig ist es in Berlin, hier beträgt das Beköstigungsg^.. nur 34 Psg.; ebenso in Charlotten,

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Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Samstag 3. Januar 1903

Nr. 2

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem (Lietzener Anzeiger werden im Wechfel mit dem Kesflschen Landwirt die Siebener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brü h l'ichen Unwers.-Buch- u. Stein- bruderet (Pietsch Erben) Redaktion. Lrpeditton und Druckerei:

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Verantwortlich für, den polit. u. allgem. Teil L.V.: Fr.Hannemann; für,©tobt u. Land* und .Gerichtssaal*: Curt Plato; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

2>ie heutige Kummer umfaßt 14 Seiten.

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Ale Unruhen in Marokko.

Neber die auaenblicklttbe Sitnatton.in Marokko wird tn& ans Madrid gemeldet: Der ^Liberal" empfing Tele­gramme aus Tanger, wonacy der Sultan von Marokko seine bisherige fremden freundliche Politik aus­geben und sich den reaktionären Elementen in die Arme werfen wolle. Trotzdem sei seine Lage nicht besser. Die unzuftiedenen Elemente in Fez warten nur auf das Heran- kommen deS Mahdis um eine Empörung zu versuchen. An vielen Orten werde der heilige Krieg gepredigt. Aus Oran kommt die Nachricht, daß sich unter den Gefallenen auch ein europäischer Justruttronsosfizier befinde. Nach einem Londoner Telegramm besagt ein aus Tanger an eine Bank­firma gerichteter, vermittelst Läufer ein getroffen er Brief vom 26. Dezember, daß der Prätendent vier Stunden von Fez steht, und daß alle verfügbaren Truppen die Haupt­stadt verließen, um deren Zugänge zu verteidigen. Die Christen in Fez waren bis dahin unverletzt. Der spanische KreuzerJnfanta Isabella" liegt vor Tanger, um die Situation zu beobachten. Zurzett befinden sich keine weiteren Kriegsschiffe im Hafen. Der Kommandant des Kreuzers überbrachte dem spanischen Gesandten Instruktionen ferner Regierung. Der Gouverneur von Tanger erklärte sämt­lichen Häuptlingen der Kabylen, daß sie für die Sicherheit der Wege in ihren Bezirken verantwortlich seien. Aus Tanger wird ferner gemeldet, daß der Bruder des Sultans Mullah Mohammed, mit dem Beinamen der Einäugige, der bisher gefangen gehalten wurde, auf Befehl des Sultans sreigelassen und in Rang und Würden wieder eingesetzt worden ist. Eine andere Nachricht sagt, der Prätendent äußerte, er kämpfe nicbt, um den Thron von Marotta in Besitz zu rmehmen. In Melilla oauern die Vorsichts­maßregeln fort. Die Artillerie wird verstärtt. Die Befehls­haber der äußeren Forts dürfen weder Anführer noch Sol­daten nach außen passieren lassen.

Eine wettere Meldung aus Tanger besagt: Eine dem Hofe des Sultans nahestehende Persönlichkeit hält es für sicher, daß, wenn die Ereignisse erneut ernste Gestalt an* n eh men, der Sultan von Fez nach Rabat flüchten, die Zemmur-Kabylen zur Hllse aufrufen und unter völliger Ausgabe feiner Neigungen zu den europäischen Einrich­tungen alsHüterdesJslam auf treten werde. Darauf dürfte der Sultan mit großen Streitkräften nach Fez zurück­kehren, um bis zum äußersten zu kämpfen.

Reuters Bureau in London erfährt noch, die englische Regierung habe dem Negus Menellk die Vorteile eines gemeinsamen Vorgehens zum Zwecke, den Mullah einzuschließen, vorgestellt. Zwei englische Offiziere, Oberst Rochfort und Hauptmann Cobbold, hätten England ver­lassen, um sich, dem abessynischen Heere anzuschließen. Es heißt, der Negus habe den Vorschlag zwar noch nicht an­genommen, werde aber zweisellös eintoüligen. Man er­wartet, daß die englischen Offiziere mit Ras Makonnen in Harrar zusammentreffen, von wo die abessynischen Truppen den Vormarsch beginnen würden.

Politische Tagesschau.

Die Kronprinzessin von Sachsen.

Tie erste Verhandlung in dem Verfahren gegen die Kvonprinzessin soll nach einer Meldung aus Dresden um die Mitte des Januar mit Gewißheit zu erwarten fein.

Der Redakteur derAllgemeinen Zeitung" besuchte den in Freiburg in der Schweiz als Priester und Unwerfitätd* Professor amtierenben Prinzen Max von Sachsen- der infolge der Auftegung über die Vorgänge am sächsi­schen Königshofe krank darniederliegt. Trotzdem bat der Prinz feinen Besucher um Mitteilung feiner Erfahrungen in Genf, die er mit Ausrufen bitterster Schmerzen und tiefster Abscheu entgegennahm. Prinz Max schiebt die Hauptschuld an dem ehelichen Zerwürfnis des Kronprilizen- paares dem Erzherzog Leopold Ferdinand zu, der den freiesten Anschauungen huldigend, es verstanden habe, sich am sächsischen Königshofe beliebt zu machen, sodaß ihm der Kronprinz vertrauensvollste Freundschaft entgegeii- gebracht habe. Wahrhaft rührende Sorgen äußerte der Prinz um feinen Vater König Georg und die Königin Carola. Von feinem Bruder, dem Kronprinzen, sagte er: Kann er wohl nun noch König werden?" Sachsen verlangt doch eine Königin. Tie Kronprinzessin schien dazu angetan, das Band zwischen dem .Volke und dem Königshause noch inniger zu knüpfen, als eS schon ist."

Die Sehnsucht nach demstarken Mann".

Der konservative Neichstagsabgeorünete Herr von Kröcher, der erste Präsident des preußischen Abgeordneten­hauses, ist bekannt dafür, daß er fein Blatt vor den Mund nimmt, auch dann nicht, wenn er sich, an die Adresse der Regierung wendet. Aber die Rede, die Herr v. Kröcher kürzlich in Perleberg gehalten hat, und deren Wortlaut jetzt vorliegt, ist wahrhaft verblüffend durch ihre Offen­herzigkeit. So gründlich ist die Regierung lange nicht äbgekanzelt worden, wie von diesem Fremrde uni) Vertrau­ensmann maßgebender Persönlichkeiten, die in der Haupt­sache Herrn v. Kröcher, nach feinen eigenen Aeußerungen, das Zollkoinpromiß verdanken. Herr v. .Kröcher wendet sich scharf gegen die Weichheit und Pachgiebrgkett der Re­gierung, zumal dem Auslande gegenüber. Er vermißt die Schneidigkeit im Auftreten.Herr Gott, was hatten wir früher, noch vor zehn Jahren, für eine Stellung, und was treten sie uns letzt alle aufäte Fuße.

So rief der Redner aus. Graf Bülow erscheint offenbar Herrn v. Kröcher allzu sehr Diplomat, zu wenig mit den Eigenschaften desstarken Mannes^ ausgerüstet, nach dessen Kommen, derselbe Parlamentarier, wie man sich erinnert, einmal im Reichstag verlangte.Wir haben so schöne ,/Kürassiersttefel" so ergänzt der konservative Parteiführer jetzt das Bild, das er vomstarken Mann" entwirft.

In Kürasfierstiefeln wird man sich allerdings den Reichs­kanzler nicht gut vorstellen können. Graf Bülow ist der Meister der verbindlichen, aber zähen Unterhandlungen von Kabinett zu Kabinett. Aber hat nicht insbesondere in der Politik der Erfolg Recht? Hat nicht Graf Bülow eben durch diese Eigenschaften, wozu sich eine gute Dosis Kaltblütigkeit und ein klarer Blick für das Praktische, das Mögliche und Erreichbare gesellen, eine Reihe bedeutender diplomatischer Siege gewonnen? Es ist eine gefährliche Sache, in ber heutigen bewegten Zeitschneidig" aufzu- treten. Oder es müßte ein sehr erhebliches Interesse, die Würde der Nation, auf dem Spiele stehen. Früher war die politische Konstellation auch eine ganz aitbere; Deutsch­land hatte nicht ringsum offene und versteckte Neider, wie das jetzt der Fall ist. Würde Deutschland ohne wirk­lich großen Anlaß mit den Kürasfierstiefeln auftreten, es käme aus den Konflikten nicht heraus, und es sähe sich bald einer geschlossenen Bereinigung von Mächten gegen­über, die darauf warten, dem Bramarbas eine empfindliche Niederlage zuzufiigen. Mit der Machtentfaltung imponiert man heute, wo jede Großmacht auf den Schild schlagen kann, nicht mehr. Tas größte Maß von Klugheit, Geschicklichkeit, von psychologischer Kenntnis in der Tipto- matie giebt den Ausschlag. Einstarker Mann" als Reichskanzler, nach dem Ideal des Herrn v. Kröcher, würde unter den heutigen internationalen Verhältnissen für Deutschland möglicherweise sogar ein Verhängnis fein!

Abschlägig beschicdene Petenten.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterni 2, Januar:

Wenn daS Parlament der Regierung Petitionen zur Berücksichtigung überweist, so bringt es damit seine Ueberzeugung von der Berechtigung der Forderung ber Petenten zum Ausdruck. Um so schmerzlicher muh es dann für die letzteren fein, wenn die Regierung sich trotzdem nicht entschließt, der Petitton Folge zu geben, wie das jedt gegenüber derjenigen des Allgemeinen deut­schen Musikerverbandes geschehen ist, die sich gegen ben Wettbewerb der Militärmusiker richtet. Es bleibt den zweifellos in ungünstigen Erwerbsverhältnissen lebenden Zivllmusikem sonach nichts übrig, als erneut beim Parla­ment vorstellig zu werden. Steter Tropfen höhlt ben Stein. Mancherlei spricht natürlich auch zu Gunsten ber Herren vom Militär, und die Zivilmusiker haben Leibensgenossen in ben Handlungsgehilfen, die vor einiger Zett gegen die Zulässigkeit oer diätarischen Beschäftigung von Militärbeamten in Bankinstituten vergeblich beim preußi­schen Kriegöministerium petitionierten. Auf jeden Fall ist zu wünschen, daß die Pettttonen in Zukunft in beschleu­nigtem Verfahren zur Erledigung gelangen. Aus die Eingabe des Musikerverbandes ist erst nach reichlich zwei Jahren Bescheid eingetroffen. An diesem unhaltbaren Zustand trägi allerdings der Reichstag, der Mr Beratung von Pettttonen am wenigsten Zeit übrig zu haben glaubt, ein gut Teil Schuld.

Der ostreich-ungarische Ausgleich.

Bei dem unter dem Druck der Krone in Wien zwischen ben beiben Ministerpräsidenten abgeschlossenen Ausgleich hat Oesterreich, so wird von dort geschrieben, rücksichtlich des Zolltarifts errekljt, daß cs nach Aufbau und Unter­lage für Handelsvertragsverhcmdlungeu frei wird. Tie Agrarzölle bewegen sich in paritätischer Steigerung zur Steigerung der Jndusttiezölle. Für mehrere wichtige In­dustriezweige ist eine erhebliche Erhöhung der Zölle be­schlossen, bei denen die österreichische Industrie leben kann. Der Tiroler Getreidezoll wird 1906 aufgehoben. Der Aus­gleich wird auf 10 Jahre beschlossen DasFrem­denblatt" schreibt bezüglich des Ausgleichs, man müsse sich vor der Hand mit der allgemeinen, aber auch beruhigenden Aufklärung zu fried en geb en, daß die Idee der politischen wirtschaftlichen Gemeinschaft der Monarchie sich durch- gerungen habe und die schwerwiegenden Interessen Oester­reichs nach jeder Richtung hin vollste Wahrung gefunden hätten. Die Einzelheiten des Msgieichs würden bis zur Vorlegung im Parlamente geheim behandelt. Daraus gehe hervor, daß die auftauchenden Einzelangciben der Blätter nicht authentisch und zudem in vielen Punkten mit der Wirttichkeit nicht im Einklang feien.

Die Neujahrsempsäuge in Paris.

Aus Anlaß des Jahresfestes empfing Präsident Loubet mehrere Telegramme von Staatsoberhäuptern, darunter ein solches von dem Kaiser von Rußland, dem König der Belgier und von dem König von Griechenland. Am Nach­mittag empfing Loubet das diplomatische Korps. In dessen Namen gab Mntius Lorenzelli der hohen Achtung vor dem ersten Beamten der Republik und der Sympathie der ganzen Welt für Frankreich Ausdruck. Diese Sympathie könne der Präsident u. a. in der lebhaften überall ver­breiteten Anteilnahme finden, welche sämtliche Nationen bei dem schrecklichen Unglück auf Martinique bewiesen hätten. Schließlich sprach der Redner namens des diplo- matiscken Korps und der von ihm vertretenen Souveräne und Staatsoberhäupter die ausrichtiMen und heißesten Wüni^e für die Zukunft Frankreichs aus. Der Präsident