Montag 2. März 1903
153, Jahrgang
Erstes Blatt
ttörefle tüt Develcheni Laz-iger etcfcfB.
g^rnlvrkckanichlutz M 61
Nr. 51
täglich außer EonnlagS.
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GieheimAnzeiger
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen
and; die üegictuna n9e^ bfinn aus einzeln? W Dr- Tavid gegen Achten über die Ä nten gewünschte Satüd. ben Ausschuß müsse er : Machst auf die Ma. '• Menlinv naher ein bacher Gymnasium habe 1 gelernt und er müsse - Zustand absolut eine igelegeuheit befände sich en Stadium, wenn die ■ entgegenkommendere Meinung, daß der Ltaai asiums verpflichtet sei, fall anerkennen.
die iZrage der höheren die Beseitigung der Bor-
i für eine eventuelle Eren Schulen ein. Er werde ischuumgen in konkreter ren.
A, daß die Zustände am Tauer nidjt beibe^alten ■ bann bie Wedj&fraße \ietung ljinfi(f)tli$ bet ge Stadtverwaltung zu egen sede Erhöhe des der BorschuKn sei Mx er in Lorschlag gebratz neu schärferen Truck M m Etat angeM Summe im für bie Leseitigun-, ier llnterrichtsgegensland geschlossen und bie Ein-
Mk. und die Ausgabe igcrjchulen, h-»° * Jung b« »»™ ff* M bei bem aus 10 gestM. Ta jedoch du a 8#J‘ „erfürst™ -®* ±, Ächj°g-">imb bieJ , bewilligt. .
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Arbeitenden.
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Berufsart war.
Es starben an Bäcker Hutmacher Schreiner Buchdrucker Buchbinder Trechsler
und womöglich an demselben Orte mit einer Reform- re a^lschu le. Nicht übersehen dürfe man, daß Hessen en Anerkennung der
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Schuhmacher Tapezierer (Sattler) Kleidermacher Kamm- und Fächer-
als Handwerker oder Fabrikarbeiter Wertgegenstände erzeugt, oder ob er als Lehrer die Jugend mit Kenntnissen für ehren späteren Beruf ausrüstet, ob er als Geistlicher über Religion und Sitte oder als Beamter über Recht und Ordnung wacht, als Künstler die Menschheit zu höherer Lebenshaltung hebt oder als Arzt Gesundheit und Erwerbsfähigkeit seiner Mitmenschen zu erhalten sucht — sein Tod schädigt nicht nur die Familie, die auf den Verdienst des Ernährers angewiesen war, sondern auch dec Fabrikant z. B. ist durch den Verlust eines geschulten Arbeiters benachteiligt usw., — die Arbeitskraft des Verstorbenen und fern Verdienst ging dem ganzen Volke verloren.
Nun ist von Lllen Todesursachen, die es giebt, die Lungentuberkulo e die häufigste. Es ist statistisch, das heißt zahlenmäßig festgestellt worden, daß von alten Todesfällen, die Leute im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 60 Jahren betreffen, der dritte Teil durch Lungenschwindsucht hervorgerufen ist. Da es sich nun aber um eine Krankheit handelt, die oft viele Jahre lang dauert, so erwachsen den Kranken- und Jnoaliditätskassen ungeheure Kosten durch Versorgung dieser zahlreichen, durch Tuberkulose erwerbsunfähig gewordenen Versicherten. Nach einer Statistik des Reichsversicherungsamtes sind von 100 Leuten, die im Alter von 20 bis 40 Jahren aus irgend einem Grunde die Invalidenrente bekommen mußten, 50 bis 60 durch eine einzige Krankheit, die Lungentuberkulose erwerbsunfähig geworden.
Es ist wohl vielfach bekannt und jedenfalls einleuchtend, daß die Tuberkulose zwar keinen Stand oder Berus verschont, ihre Opfer hauptsächlich aber unter den Minderbemittelten sucht, die tagtäglich ihre ost schwere und ungesunde ülrbeit verrichten müssen, dabei vielfach ungesunde Wohnungen haben und über der Sorge um das tägliche Brot die Pflege ihres Körpers und der Gesundheit vergessen haben. Es öarr ;aber auch nicht verschwiegen werden, daß viele Lnngentranre ihre Schwinds'-^r einem leichtsinnigen Lebenswandel verdanken, der Vergnügungssucht, besonders auch dem übermäßigen oder auch mäßigen aber regelmäßigen Genüsse geiziger Getränke. Gerade die Minderbemittelten sündigen auf diesem Gebiete sehr viel. Wenn man z. B. in gegenwärtiger Zeil wieder in den Zeitungen
die unzähligen Fastnachtsveranstaltungen angezeigt sieht, bei denen vielfach gerade von Leuten, die an der Miete und den Lebensmitteln sparen zu müssen glauben, Riesensummen für Luxus, Narrheit und flüchtigen Rausch sinnlichen Vergnügens ausgegeben werden, so könnte man in Versuchung kommen, die breiten Massen unseres Volkes wegen ihrer geringeren Lebenshaltung und der dadurch bedingten Tuberkulosegefahr weniger zu bedauern. Immerhin ist die Berufsstellung von großem Einflüsse auf die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen. Wir können nicht auf alles eingehen, möchten aber die Verhältnisse doch durch eine Tabelle erläutern; dieselbe giebt an, wie oft Tuberkulose die Ursache zu 100 Todesfällen der bezeichneten
vor Jahren gestellt hat. Es wurde van verschiedenen Seiten anerkannt, daß in Bezug auf die Pflege und Unterstützung des Handwerks die hessische Regierung für andere Staaten als Vorbild dastehe; sie habe durch eine gleichmäßige Berücksichtigung der Landwirtschaft, wie von Handel und Gewerbe den Widerstreit der Interessen bisher in glücklicher Weise zu vermeiden verstanden. Herrn Bürgermeister Köhler allein blieb es es Vorbehalten, diesem zu widersprechen. Eine Acnderuna bezgt. des Staatsverlagcs wurde in Aussicht gestellt. Tie lebhafteste, von uns ausführlich wiedcraegebene Debatte enlspann sich sodann beim Kapitel Landesuniversität über eine Anfraae des Abg. Köhler bett. Besetzung des Lehrstuhles für Nationalökonomie. Die Negierung verneinte selbstverständlich die Frage nach Errichtung einer nationalökonomischen Professur des physiokralischen Systems in Gießen und Se. Exz. der Staalsminister Dr. Rothe erklärte, der Re-, gierung sei bei der Auswahl nur der Grundsatz maßgebend, daß anerkannt wissenschaftliche Tüchtigkeit erforderlich wäre. Auch sei die Regierung stets darauf bedacht, die akademische Lehrfreiheit hochzuhalten. Es versteht sich ja auch von selbst, daß sich Regierung und Universitätssenat ebeniowenig die Berufung einer ganz bestiminten Person wie die Einsühr- ung einer vermoderten Laienansicht in die akademischen Lehrgcgenstände gefallen lassen können. Gleichfalls selbstverständlich war es, daß die Regierung gegen den bloßen Wunsch, eine zweite nationalökonomische Professur in Gießen zu errichten, nichts einwenden würde. Einer bestimmten Partei aber dient die Wissenschaft als solche niemals, und so würde auch die zweite nationalökonomische Professur keiner bestimmten politischen Partei auszuliesern sein, wie die jetzige unpolitisch ist. Schließlich wurde ein von der Kammermehrheit unterzeichneter Antrag, die Regierung zu ersuchen, neben dem bestehenden Lehrstuhl für Nationalökonomie auch einen solchen der Agrarwissenschaften zu errichten, sowie ein weiterer Antrag der Sozialdemokraten, das Ersuchen auf die Berufung eines Professors der sozialistischen Richtung auszuoehnen, vorerst an den Ausschuß verwiesen. In welcher Form nun diese Anträge aus dem Ausschuß ins Plenum herauskommen werden, und wie die Regierung diese Wünsche erfüllen wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls würde sich der hiesige Universitätssenat schönstens dafür bedanken, etwa mit dem chamäleontischen Herrn Professor Ruh land und einem Gesinnungsgenossen des Herrn Exprivatdozenten Dr. Leo Arons „beehrt zu werden. Es fehlt jetzr nur noch, daß die Freisinnigen eine d ritt e Professur ihrer Richtung beantragen, Midder ganze Antrag Köhler ist auss gründlichste ad absurdum geführt! — Wenig geschmackvoll war es von dem Abg. S ch l e n g e r, den verstorbenen Gießener Äymnasialdirektor und Professor Herm. Schiller, unter Nichtachtung des guten alten Satzes „De mortuis nil nisi bene" in die Debatte zu ziehen. Hochinteressant war dann, was gleichfalls beim Kapitel „Gymnasium und Realschulen" der Regierungsoertreter Ministerialrat Eisenhut erklärte: Auch in Hessen denke man daran, einen Versuch zu machen mit einem Reformgymnasium
Hiuiges über ^uageuhettanstalteo.*)
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Mil der zunehmenden Volksbildung und Aufklärung ist auch das Verständnis für die in Deutschland seit ungefähr zehn Jahren in großem Maßstabe betriebene Bekämpfung der Tuberkulose als Volkskrankheit im ganzen Volke gewachsen, doch giebt es in allen Bevolkerungs- schichten noch genug Rückständige oder Bedenkliche, die von dem hauptsächlichsten Heilmittel, der Behandlung der Lungenkranken in geschlossenen Heilanstalten, etitweder nichts halten, oder von derselben sogar Nachteile! für: die Kranken oder für die Gegend in der eine wiße Walt ftett, befürchten. In den meisten dieser i|t Unkenntnis oder wenigstens ungenügende Kenntnis der Verhältnisse schuld an diesen falschen Ansichten, es soll deshalb rm lolgenden versucht werden, einiges zur Aufklärung über diese hochwich- tige Q9iirrt deren Bekämpfung es sich hagelt,
ist die Lungentuberkulose, die gewöhnlich Schwindsucht, Auszehrung oder schlechtweg Zehrung genannt wird Sie war den AerAen schon im Altertum bekannt und Beschreibungen d selben ind schon 400 Jahre vor Christ Geburt von den griechischen Aerzten Hippokcates und ^sokrates gegeben worden. Spüler widmeten ihr die Üerzte zu allen Zeiten ihre Aufmerisamleit, es sind auch aus alten Zelten Behand- lunas- und Verhütungsvorschriften bekannt, aber zu einer allgemeinen Bekämpfung derselben wurden bie 9^IEer nie aufaermen Das mag seinen Grund dann gehabt haben, Laß es' überhaupt nLnig Aerzte gab, daß die ftwmgett nicht so häufig war wie m unserer Zeit und daß der Wert eines Menschenlebens früher nicht so hoch eingeschätzt wurde.
Heute ist das anders. Die Lungentuberkulose ist zu einer verheerenden Volksseuche geworden, die ihre Opfer aber meistens nicht rasch dahinrafft, wie die Cholera oder die Pest, sondern sie erst nach jahrelangem Siechtume ins Grab bringr. Ein ieder erwerbstätige Mensch stellt aber einen großen Wert für den Volkswohlstand dar, — einerlei ob er als Bauer der Erde ihre Früchte abringt, oder er
*) Nachdruck erwünscht.
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Wir sehen also, daß hauptsächlich die tleingewerblichen Arbeiter, die ihre Gewerbe in geschlossenen Räumen betret» ben, mit Vorliebe von der Tuberkulose befallen werden. Dasselbe Verhältnis Haven Beobachtungen bei unserem Militär ergeben, daß nämlich viel mehr Oelonomiehandwerker und Militärbäcker an Tuberkulose erkranken, als Leute, die in der Front stehen.
Wir fassen das Gesagte noch einmal zusammen: Die Tuberkulose ist in der Neuzeit bei uns eine verheerende Volksseuche geworden, vor der niemand sicher ist, bie aber hauptsächlich die minder bemittelten und armen Bevölkerungsschichten ergre r. und dort zahlreiche Opfer fordert, am meisten unter den in engen geschlossenen Räumen
treten. Ferner wird jetzt, anderen Meldungen zum Trotz, bestätigt, daß eine sehr klerikale bayerische Prinzessin seit Monaten die Auslassung in den Mattern durch einen künftigen Minister-Kandidaten sammeln und dem ?rrinzregenten, über die Köpfe der Herren in der Geheim anzlei hinweg, davon Kenntnis gab. Vom künftigen
Minister-Kandidaten erhielt auch Dr. Schädler durch ein dringendes Telegramm Kenntnis von dem Sturz des Grafen Crailsheim, bevor noch dieser Kenntnis von der Annahme seines Entlassungsgesuches hatte. In diesen als verbürgt mitgeteilten Vorgängen liegt der fteim der Bitte des Frei- Herrn von Wiedemann, des Chefs der Geheimkanzlei — Protestant — um baldige Enthebung von seinem Posten. Auch der bayerische Bevollmächtigte in Berlin, v. Lerchen - selb, der Freund Bülows, hat um einen baldigen Nachfolger ersucht. Es wurde ihm jedoch von allermaßgebendster Seile bedeutet, daß er in Berlin zurzeit unentbehrlich sei. Diesen Wink verstand der Mann der — Zukunft in Bayern und bleibt auf seinem Posten.
Zu den Ausgaben, die der Reichstag nach den Wünschen der Regierung noch erledigen soll, gehört dcm Vernehmen nach auch Die schon wieoerholt beratene und immer wieder zurückgestellte bezw. ausgearbeitete Vorlage über die ost afrikanische Zentral-Bahn. Angesichts der gegenwärtigen Reichs-Finanziage ist bie Stimmung des Reichstages für diese Vorlage nicht gerade günstig.
Der Senioren -Konventdes Reichstages trat am letzten Samstag vor Beginn der Plenarsitzung jammen. Allgemein wurde die Ansicht vertreten, daß oer Etat kaum bis zum 1. April s e r t i g g e st e l l t werden kann. Es soll aber versucht werden, dies zu ermöglichen. Am 28. März soll der Reichstag in die Ferien gehen und am 21. April wieder zusammcntreten. Alsdann sollen noch vor Schluß der Session die am Samstag bereits vorgenommene Krankenversicherungs-Novelle und das Phosphor-Gesetz zur Erledigung kommen. In wiefern aber hätten die Erniahnungen des Präsidenten Grafen Balle- strem und die Versprechungen der Abgeordneten für eine ungewisse Zukunft, fleißiger in das Parlament zu gehen, Aussicht, wahr ui werden, wie ist ein für allemal die Herbeiführung gesunder Zustände möglich?
Ein Blick auf den nicht diätenlchen hessischenLand- tag giebt von neuem die Lösung des alten Rätsels. Das Standehaus in Darmstadt ist regelmäßig b.schlußf^h g. In der vergangenen Woche hat man allerdings nur an zwei Tagen je zivei Sitzungen abgehallen, aber man ist doch wesentlich fortgeschritten. Beim Etat des Ministeriums des Innern wurde vom Zentrum eine interessante sozialpolitische Debatte angeregt Abg. Dr. Fr enay förderte eine Reihe verständiger Gedanken zu tage und empfahl u. a. die Errichtung einer Professur für Gewerbe-Hygiene an der hiesigen Universität Tie weitere Debatte brachte noch manche gesunde Idee. Es verstand sich aber von selbst, daß vom Regierungsusche aus erklärt werden mußte, daß die Regierung sich in den Streit der Parteien hinsichtlich der Sozialreform nicht einlassen könne; von einem sozialpolitischen „Zuviel" aber könne keine Rede sein, und die Regierung werbe auf dem einmal eingeschlagenen ruhigen Wege der Reform weiterschreiten. Besonders bemerkt zu werden verdient die von der Regierung in Aussicht gestellte ärztliche Mitwirkung an der Sozialpolitik, eine Forderung, die der nordische Dichter Björnson schon
Volttische Wochenschau.
Die lleberraschung der vergangenen Woche war der Brief Kaiser Wilhelms II. über Bibel und 93a- bel und die Offenbarung, der nicht nur in Deutschland großes Aufsehen erregte und Anlaß zu lebhaften Erörterungen gab, sondern auch im Auslande viel beachtet und fommentiert wurde. Der Wunsch des Kaisers, theologische Meinungsverschiedenheiten nur in der Fachpresse zum Austrag zu bringen, ist also durch sein Schreiben an den Admiral v. Hollmann schwerlich gefördert worden, zumal der Kaiser in seiner Nachschrift ausdrücklich weitgehende Verbreituna seiner Ansichten anheimgestellt hatte. Während manche Ausleger des Briefes in ihm das Bekenntnis zu einem mehr undoamatischen Christentum sehen, glauben die anderen geraoe eine Stellungnahme zu Gunsten der Orthodoxie aus den Aeußerungen herauslesen zu müssen, namenllich da, wo der Kaiser für die Göttlichkeit Christi eintritt. Man sieht also wieder einmal, daß solche Aeußerungen Wilhelms II., wenn sie auch großes Interesse für die zeitbewegenden Fragen, ausaedehntes Wissen und den hochbegabten Kops bekunden, doch in Hinsicht auf die Person des Kaisers nicht ohne weiteres als gewinnbringend, wie sie gedacht sind, aufgefaßt werden dürfen, schon deshalb nicht, weil sie zu politischen Pac- leizwecken ausgebeutet werden. Das Zentrum z. B. benutzt die Gelegenheit sehr geschickt wieder für seine Zwecke; hat doch der Papst selbst geäußert, er begrüße es mit freudiger Genugtuung, daß seine Ansichten, wie schon auf politischem Gebiete, nunmehr auch in religiöser Hinsicht mit denen des deutschen Kaisers nicht mehr disharmonieren.
Freilich ist es noch nicht zu lange her, daß von den Experten im Zentrum eine kaiserliche Kundgebung etwas anders interpretiert wurde, die Swinemünder Depesche nämlich, die zweifellos auch in ursächlichem Zusammenhänge mit dem plötzlichen Sturze des bayerischen Ministerpräiidenten Grafen v. Crailsheim steht. Das sicherem Anscheine nach von dem ehemaligen Minister redi- gierte Danktelegra mm des Prinzregenten Luitpold an ben Grasen Bülow für dessen Verteidigung her kaiserlichen Botschaft im Reichstag bot dem Zentrum Ge- legenheitden Hebel einzusetzen,und die jüngsten Ministerstürze in Munck>en haben gezeigt, daß es erfolgreich tätig gewesen ist. Mit dem Portefeuille des Kullus wurde an Stelle des abonnierten Freiherrn v. P o d e w i ls der bisherige Staatsrat Dr. v. Wehner betraut, dessen Ernennung das Zentrum mit Befriedigung begrüßt. Trotzdem aber wird dieses neue Ministerium als Geschäftöministerium bezeichnet, das wohl zu Konzessionen bereit fein, aber sich doch nicht dem Zentrum bedingungslos ipitertoerfen wird. Andere nennen allerdings das neue bayerische Ministerium „fast vollständig ultramontan". Bemerkt wurde sehr, daß der Feier des „40stündigcn Gebets", bei der die kathol. Gesellen- und Arbeitervereine dem Regenten den „Dank des bayerischen Volkes" über den Sturz Crailsheims zum Ausdruck bringen sollten, der Prinzregent zum erftenmale während seiner Regentschaft fern blieb; er ließ sich durch den Prinzen Ludwig vertreten. Diese Stellvertretung des Prinzen fei der Anfang weiterer Vertretungen, melden Münchener Blätter. Tatsächlich hat am letzten Donnerstag Prinz Ludwig auch auf bem Papstkommers der 14 Münchener katholischen Studentenkorporationen den Prinzregenten ver-
im Alter
Tuberkulose von durchschnittlich
43 Proz. der Verstorbenen 41 Jahren 35 ,,


