Ausgabe 
2.3.1903 Drittes Blatt
 
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Möglichkeit jedem Beamten crtljcilt, 69 Dienststundcn haben nur wenige Beamte, wo der Dienst anstrengend ist, ist die Dienstzeit viel kürzer.

?lbg. Dr. Müller-Meiningen streis. Vp.) mir für die Ein­beziehung der Schweiz in den deutsch österreichischen Poitvcrtrag ein. Man kann die Schweiz doch ridu ebenso behandeln, wie UruQuai} und Paraguay. Ebenso muß Holland in diesen Vertrag mir einbezogen werden. Unser Verkehr mit der Schweiz und mit Holland ist weit größer als mit Ungarn. Tic Unterbcamken sehen eben so sehr auf gute Behandlung wie auf hohes Gehalt. Sehr oft werden sie aber von ihren Vorgesetzten wie Hausdiener und Soldatenburschen behandelt. Sie müssen zuweilen nicht nur die Postbureaux, sondern auch die Pribatwohnungen der Vorsteher reinigen. Ein Beamter, der sich weigerte, das zu thun, wurde bei der Oberpostbehörde wegen Gehorsamsverweigerung angezeigt und zu einer Geldstrafe veriirtheilt. Eine derartige Ucbermigung militärischer Anschauungen" möchten wir doch nicht Play greifen sehen.

Staatssekretär Kraetke erwidert, ihm sei ein derartiger Fall nicht bekannt geworden; er würde das Verlangen, die Privat- wohnung zu reinigen, als vollständig ungehörig bezeichnen. Wenn der Unterbeamte, der deswegen bestraft worden sei, sich an ihn gewandt hätte, würde er die Strafe niedergeschlagen haben.

Abg. Kirsch (Ccntr.) meint, unter den Beamten würde größere Zufriedenheit herrschen, wenn man diegehobenen" Stellen ganz beseitigte und das Geld lieber zur Erhöhung der Gehälter der Unterbeamten verwendete. Er verlangt ferner und mit Energie einen höheren Wohnungsgeldzuschuß für Unterbeamte. Er wünscht des Weitern eineSonntagsruhe" an katholischen Feiertagen für die Unterbeamten und den Postdienst überhaupt in vorwiegend katholischen Gegenden. Redner befürwortet schließlich eine Er­weiterung des Ortstaxenverkehrs in den westlichen Jndustrie- bezirken.

Abg. Gras Oriola (nat.-lib.): Die Lage des Staatssekretärs in der Assistentenfrage ist eine sehr eigenthümliche. Das vorige Mal werden ihm von den verlangten 4000 Assistenten 1000 ge- rrid;cn: und jetzt erklärt er, er wisse gar nicht, wo er alle die Dicton Assistenten Hinthun solle. Ich glaube aber, wir müssen darauf bringen, daß den berechtigten Wünschen der Assistenten nach fester Anstellung entgegengekommen wird. Auch dasfliegende Korps" kann sehr wohl aus festangestellten Beamten bestehen. Der Tendenz des Antrals Müller-Sagan könnten wir daher sehr wohl zustim­men. Nur müßte, da wir die bekannte staatsrechtliche Kontroverse jetzt nicht wieder heraufbeschwören wollen, der Antrag in eine Re­solution umgewandelt und der Staatssekretär aufgefordert werden, seine Bereitwilligkeit zur Erfüllung unserer Forderung bis zur dritten Lesung auszudrücken. Des Weiteren befürwortet Redner die Gewährung von Mankogeldern und eine besondere Pensions­tasse für die Postagenten, sowie eine Erhöhung des Anfangsgehalts für Landbriefträger von 700 auf 800 Mk. Daß der Staatssekretär aufreizende Blätter verbietet, finden wir ganz selbstverständlich. Wir wünschen keine falschen, aufgereizten Beamten. Auf unseren Beamten von der Poft beruht das Wohl des Publikums. Und dieser Beamtenstand muß vor zersetzenden Einflüssen bewahrt bleiben.

Abg. Werner (Antis.j ist der Ansicht, man solle die Zahl der festangestellten Assistenten erhöhen.

Abg. Lenzmann (frei). Vp.) hält gleichfalls eine Vermehrung der festangestellten Assistenten für erforderlich. Es seien nur 2000 und nicht, wie versprochen, 3000 neue Stellen in dem Etat vor­gesehen. Redner tadelt sodann im Anschluß an die Ausführungen des Abg. Singer die Entlassung jenes Beamten, der nach 15jährtger Thätigkeit im Postdienste sich des Verbrechens schuldig gemacht hatte, einen Artikel für denPostboten" zu schreiben. Der Artikel habe nichts Aufreizendes enthalten. Der Ehescheidungsprozetz, in welchem der Mann sich mit seiner Frau befunden habe, habe nicht

für die Entlastung maßgebend sein können, da die Frau und nicht der Mann für den schuldigen Theil erklärt worden fei.

Staatssekretär Kractke: Es sind lediglich Rücksichten auf den Dienst, nicht finanzielle Rücksichten gewesen, warum nur 2000 neue Beamtenftellen in diesem Etat vorgesehen sind. Ein bestimmtes Versprechen, 3000 Stellen neu einzurichten, habe er nie gegeben.

Abg. Sittart (Centr.) bemerkt, in dem vom Abg. Lcnzmann erwähnten Falle habe er (Redner) es in der Kommistion nur ge­tadelt, daß Der Mann in Dem Artikel zu einem Verfahren aufge­fordert habe, das einem Verbote der Postbehörde direkt wider­sprach. Daß der Mann entlassen wurde, habe auch er nicht ge­billigt. Tie Sozialdemokraten hätten die Stimmung der Kom­mission, die Anfangs den betreffenden Beamten ziemlich günstig war, durch ihre maßlosen Angriffe auf die Postverwaltung aus Anlaß dieses Falles nur verschlechtert. Redner bittet zum Schluß den Staatssekretär, die Vergangenheit desPostboten" jetzt be­graben sein zu lasten, da dieser in seiner letzten Nummer ver­spreche, in Zukunft eine ruhige und sachliche Sprache zu führen.

Abg. Singer (Soz.) erllart, daß seine Freunde durch Aus­führungen gegnerischer Redner sich nicht beeinflussen ließen. Des Weitern verbreitet er sich über den BegriffAufreizen ,

Tamit schließt die Diskussion

Der TitelStaatssekretär" wird bewilligt.

Abg. Müller Sagan (frei). Vp.) beantragt Rückver wer» s u n g der Postassistenten-Titel nebst einem Anträge an die Dud- getkommission.

Der Antrag wird angenommen.

Ohne Debatte erledigt das Habs eine Reihe weiterer Titel.

Tarauf wird die Weiterberathung auf Montag 1 Uhr vertagt.

Schluß 7 Uhr.

Im pmifjifd; cn A / - 'D clcnhiufe wurde am Sa.u. ...

Beseitigung der Noi>äube ,a den Strvmgczielen namentlich der unteren Oder, Spree, Havel und Erbe beraten. Rach Begründung derselben durch einen louse rnttven Abgc neten verlas Minister Budde eine Erklärung-, wonach die Regierung das Vorhandensein von Notständen in. den be­treffenden Stromgebieten anerkennt uno uic Wünsche zur Beseitigung derselben teilt. Sie hoffe möglichst schon im nächsten Jahre die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen zu können. Hierauf wurde in die Besprechung der Interpellation eingetretetl. Nach Erledigung der Besprech­ung wurde eine zweite Fnterpcllation Beumert und Gen. (natL), betr. die Ausführung des T o r t m u n d -N h ein - Kanals (Enischer Linie) vom Abg. Schmiedling (natl.) begründet. Minister Budde verlas eine Erklärung, in der es heißt, daß es allseitig bekannt sei, daß die Staats­regierung die baldige Ausführung des Tortmund-Rhein- Kanals als Teilstrete des Rhcin-Weser-Elbe-Kanals als notwendig ansehe. Was die Frage anlange, ob die Vor­arbeiten soweit abgeschlossen seien, daß die zu wählende Linienfühimng feststehe, so müsse er erwidern, daß eine Linienführung noch gar nicht endgiltig festgestellt sei. Auf der bisher in Aussicht genommenen Linie seien inzwischen sehr viele neue Werte angelegt worden, und deshalb habe er eine neue Prüfung über die zu wählende Linie angeordnet. Es habe deshalb auch noch nicht mit dem Grunderwerb vor­gegangen werden können. Auch diese Interpellation wird von mehreren Abgeordneten besprochen. Hierauf folgt die zweite Beratung des Etats der Bauverwaltung. Tie Ein­nahmen wurden nach kurzer Debatte genehmtgt, bei den Ausgaben vertagte sich das Haus auf Montag 1 Uhr. Inter­pellation betr. Erlaß des Erzbischofs Ko rum in Trier über die dortige paritätische höhere Mädchen­schule.

DerFrkft. Ztg." wird au* Eoblenz berichtet: Zur Erledigung des Trierer Falles wird von maßgebender Stelle angenommen, daß Mc Sache im Verwaltungswege zum Austrage komme. Die Entscheidung liege nicht in Eoblenz, weder bei ibter Regierung, noch beim Oberpräsidium, auch die Interpellation im Landtage bringe nicht die Erledigung.

Wahlbewegnng.

I it Binge n A l z e y , jetzt durch Schmidt- Elberfeld (fr. Vap.) vertreten, haben die Na t i o n a ll ib e r a l en den Fabrikanten A v e n a r i u s - Gaualgesheim und das Zentrum den Rechtsanwalt Dr. Brentano- Offenbach in Aussicht genommen. Außerdem wird ein alldeut­scher Kandidat, Rechtsanwalt El-Mainz genannt.

Macedonien.

In einem Interview, welches der Belgrader Korre­spondent derNeuen Feien Presse" mit dem serbischen Ministerpräsidenten Martovitsch über die östreichisch-russischcn Resormplüne für Macedonien hatte, erklärte letzterer n. a., daß Serbien durchaus volles In­teresse daran habe, mit der Türkei tunlichst gute Bezieh­ungen zu unterhalten und die Wirkung der angewandten Reform-Aktion ruhig abwartcn werde. Serbien habe in den letzten Jahren alles ansgeboten, um etwaigen, seine staatlichen und nationalen Rechte irgendwie gefährdenden Verwickelungen in der Türkei nicht ohnmächtig gegenüber zu stehen und werde sich daher nur freuen, wenn der Schritt der Mächte sobald als möglich von dem gewünsch- ten Erfolge gekrönt fein werde.

Der rschechisch-radikale österr. Abg. K l o f ac wird dem­nächst eine Studien- und Informationsreise nach dem Balkan antreten, um über seine eigenen Beobachtungen über die dortigen Zustände im Reichsrate berichten zu tonnen.

Nach Meldung aus Salonitt glaubt man in dortigen Militär- und Regierungskreisen, daß der Ausbruch der Revolution unvermeidlich sei. Tie Wafsen-Ein- suhr aus Bulgarien nach Macedonien bauert ungeschwächt |ort Bulgarische Agenten bereisen Macedonien und for­dern die Bevölkerung der Vilajets Saloniki und Monastir zum Auf stände auf.

Der bulgarische Exarch drückte dem östreichisch-ungari- schen Botschafter seinen Tank aus für die Intervention, ui Gunsten der Besserung des Loses der christlichen Be­völkerung Macedoniens und teilte demselben mit, daß er gewillt i ei, auf die Führer der Bewegung einzuwirken, nm dieselben von Gewalttaten abzuhaltcn.

Das Befinden des Papstes.

stiach einer römischen Depesche war der Papst am Samstag tagsüber bettlägerig. Er leidet an einem leich­ten Katarrh. Der für Samstag angesetzte Empfang einiger

s:g.' B-i - nr 7.;-; ; : ni::;:? r. Auoienz,

Wob er c h r e r m ü u e t schien.

MiverWts Nachrichten.

Ter außerordentliche Professor der klassischen Philo­logie in Greifswald Dr. Phil. Alfred Körte hat den an ihn ergangenen Ruf als Ordinarius an die Universität Basel, als Nachfolger Dr. Erich B c r h e s, der nach Gießen kommr, angenommen.

Gerichlssaal.

M ainz, 28. Febr. Der 41 Jahre alte Volksschullehrer Gg. Karl Bock aus Gau-Bickelheim war in den 90 er Jahren Schullehrer in Nieder-Jngelheim. Dort hatte er sich fortgesetzt an einer großen Anzahl seiner Schüle­rinnen v ergangen, und als die Sache ruchbar wurde, flüchtete er 1896 nach Zurich. Im Dezember hat er sich nun freiwillig der Staatsanwaltschaft gestellt. Tie hiesige Strafkammer verurteilte ihn gestern abend zu 2 Jahr en Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Der Klavier- techmker Adam Fischbach aus Nörde (Westfalen) hatte im vorigen Jahre in Frankfurt, Kassel, Gießen, Mann- heim, Aschaffenburg und Bingen sich als Steuerassesfor ausgegeben und vielfache Betrügereien verübt. Er behauptet imn, in Frankfurt von der elektrischen Bahn überfahren worden zu sein und ein Gehirnleiden dcwon-- getragen zu haben. Seine Betrügereien habe er in Geistes­abwesenheit verübt. Die ärztliche Untersuchung stellte je­doch fest, daß der Angeklagte den Simulanten spielt. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von zwölf Jahren Zuchthaus.

Arbeiterbewegung.

Amsterdam, 1. "März. Tas Manifest des Zentral- Agitationskömitees spricht vorerst nicht vom Streik und fordert nur zu einem hunderttausendfältigen Protest gegen den Gesetzentwurf auf. Tas Manifest der Trcms- portarbeiter-Organifation ruft die Arbeiter auf, ihre Pflicht zu tun, aber eben so ruhig zu bleiben, wie beim letzten Streik. Wenn ganz Niederland an den Folgen leide, so liege die Schuld an denen, die die Rechte der Arbeiter nicht achteten.

Vermischtes.

* Berlin, 28. Febr. Der in Potsdam verhaftete Pro­kurist (Maboro wird beschuldigt, nicht nur dem Bankier Burghalter wissentlich bei seinen Veruntreuungen Beihilfe geleistet, sondern auch nach dessen Tode Wert­papiere im eigenen Interesse bei Seite geschafft zu haben.

* L i n d a u (Bodensee), 1. März. Prinzessin Luise von Toskana ist heute abend hier eingetroffen. Ihre Mutter, die Großherzogin von Toskana, befindet sich, wie es heißt, auf dem Wege hierher. Nach einer Wiener Depesche dürfte hier die vollständige Aus­söhnung der Prinzessin mit ihrer Mutter erfolgen, wozu Kaiser Franz Josef seine Zustimmung erteilt habe. Prin­zessin Luise bleibt bis zu ihrer im Mai erfolgenden Ent­bindung in der ihrem Vater gehörigen Villa am Bodenfee. Ihre Dienerschaft wird vom toskanischen Hose gestellt.

* Haag, 28. Febr. Ein katholischer Abgeordneter ist plötzlich verschwunden. Die Polizei hat Nachforschungen angestellt, die bis jetzt ergebnislos verlaufen sind.

* Brüssel, 28. Febr. Gestern abend kam cs zwischen liberalen und katholischen Studenten zu Zusammen­stößen, ivobei mehrere verwundet wurden. Die Polizei mußte einschreiten und mehrere Verhaftungen vornehmen. In der Vorstadt St. Gilles spielte sich gestern ein Familien - drama ab. Ein Mann tötete infolge eines Wottwechsels seine Schwiegermutter durch mehrere Stiche in das Herz.

* Brest, 28. Febr. Der englische Dampfer Ottercas ist sechs Meilen von der Küste in der Nähe von Ferntenot gesunken. Von der Besatzung wurden bisher 7 Leichen ausgcsischt. Es wird befürchtet, daß die ganze aus 30 Mann bestehende Besatzung ertrunken ist.

* Havre, 1. März. Bei sehr heftigem Nord- w eil sturm wurde zur Zerr der Flut der Stadtteil St. Fran­cois unter Wasser gesetzt. Der Sturm hielt zwei Stunden an, dann trat Windstille ein. Mit Eintritt der Ebbe wich das Wasser aus den Straßen. Der OzeandampferBretagne" konnte nicht auslausen.

Triest, 28. Febr. Der aus Kanstonniropel kommende DampferCarniolia" ist in der Näb? vou Pyräus infolge starten Nebels mit oem nach Tatmaticn anslausenden

' 5 u f 0. ;k ::i c n£ e fta ß c n. Ersterer : : i i ) 3V;.;,x, Tilkctet erlitt einen bedeu­

tenden Lea an ocr Steuerbordseite und mußte auf Anord­nung der hascubebörde zurückkehren.

Budapest, 28. Febr. Zwischen dem Abg. Raab und dem Ob.rgespan H a m o s fand heute wegen einer Beleidig- nngsasfäre im Äbgcorbnercnhause ein Säbelduell statt. Hamas erhielt an der rechten Gesichtsseite eine leichte Verwundung, dagegen wurde Raab im Gesicht und an den Händen ernster verletzt.

* Budapest, 28. Febr. Der im Grand-Hotel wohnende schwedische Forschungsreisende Swen Hedin wurde von einem im Hotel angestcllten plötzlich irrsinnig gewor­denen Kellner mit einem geladenen Rev olver be­droht. Der Kellner tonnte nur mit Mühe gebändigt und ins Irrenhaus gebracht werden.

* N e w york, 28. Febr. Der österreichisch-ungarische Konsul in Baltimore, Franz von Martin, stürzte vom Fahrstuhl herab und war sofort tobt.

* * Fastnachtsball bei dem Kaiferpaar. Die Reihe der Winterfestlich ketten am kaiserlichen Hofe in Ber­lin wurde, wie kurz gemeldet, am 24. Februar durch den Fastnachtsball im Königlichen Schlosse beendet. Im Weißen Saal versammelten sich die höchst^stellten Gäste und die tanzenden Damen und Herren. Das besondere Gepräge ver­lieh diesmal dem Bilde die Anwesenheit des gesamten diplomattschen Korps. Die zahlreichen Damen Desselben hatten rechts vom Thron Platz genommen, der Reichs­kanzler, die Botschafter, Gesandten und Attachees füllten die anschließende Schmalseite des Saales, ein Chaos man nigfachster und glänzendster Uniformen, unter der Fülle der Gesichter die markanten Typen der Chinesen, Japaner, Türken, Perser, Südamerikcmer. Der Kaiser, der die Uni­form des 2. Leib-Garde-Husaren-Regirnents angelegt hatte, führte die Kaiserin; die hohe Frau trug eine Robe von weißem Allas mit reicher Silbersttckerei. Das Kaiserpaar wurde geleitet qou dem Ober-Äofmarscholl, dem Haus­marschall und dem Hofmarschall; hinter ihnen schritten der Oberstkämmerer und die Damen und Herren vom Dienst. Dann folgten der Kronprinz mit der Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz Friedrich Leopold mit der Erb- Prinzessin von Hohenzottern, Prinz Joachim Albrecht mit der Prinzessin Karl von Hohenzollern und die anderen Prinzen, sowie die Herren der Gefolge. Die Kapelle des 2. Garde-Regiments spielte folgende Tänze: Walzer I, Wiener Mut" von Strauß; Sander I,Turnier-Qua- drille" von Faust; PolkaLuba" von Gkiunrin; Menuett ä la reine von Gretry: Galopp I,Wirrwarr" von Fall: die alte Franyaise; Prinzen-Gavotte, komponiert vom Prinzen Joachim Albrecht; Lancier II,Hand in Hand" vou Fätras; Walzer II,Künstlerherzen" von Heinz;Gavotte der Kaiserin" von Hertel; Menuett-Walzer von Meißner unb Galopp II,Fastnachtstrubel" von Eghardt. Getanzt wurde mit großem Eifer, die Rundtänze unter starker Beteiligung, bic Schritttänze mit Grazie und Feuer. Die Kaiserin beobachtete die zierlichen Tanzsiguren vom Thron aus, der Kaiser sorgte selbst dafür, daß den Tänzern reich lich freie Bahn geschaffen wurde. Seyr bübsch nahm sich die vom Prinzen Joachim Albrecht komponiertePrinzen- Eavottc" aus, bei der die Paare schräg gegen den Thron int Gavotteschritt avanzieren, um dann eine Ronde im Polkatakt zu machen.

zlebkniqt brr Cobrsfälk in Hietzkn.

Monat 3attuar 1903.

(Einwohnerzahl: artgenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Mann Militäi > Kinder

Es starbcn an: .pisamment

Erwachsene:

im

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1. Lebensjahr:

2,15. Jahi

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Scharlach

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Tiphteritrs

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Keuchhusten

Tuberkulose der

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Lungen Tuberkulose bei

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anderen Organe

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Lungenentzündung

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Lungenkatarrh Jnstuenra ^chlagfluß d. Gehirns

4

2

2

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3

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Herzleiden

2(1)

2(1)

bösart. Geschwülften

5 (4)

5(4)

E-

Verunglücknng

3(2)

3(2)

-

anderen Krankheiten

17 (6)

12 (3)

4 (2)

1

Summa: 54 (19) 42(14) 7(2) 5(2)

Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nad) Gießen gebrachte Kranke kommen.

töcgeii Lchunvscn. Forman-Acthcr-Watle (Dose 30 Psg.).