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2.2.1903 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Montag Ä. Februar 1903

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viertel«

monat

Unter Delbrücks leitendem Einfluß wurde die gesamte

Rbtefl« für Depeichenr Anzeiger GHefceu.

-ernsprkchanIchlußNr 61.

widert wurde. Reise fort, um am 15. früh Aufenthalt bis

153. Jahrgang

Am 14. Januar setzten S. K. Hoheit die nach mehrstündigem Aufenthalt in Cawnpore in Agra einzutreffen, woselbst ein längerer zum 20. Januar vorgesehen war.

fesselte am Schluß des Stückes so gewaltige Beifallsstürme, daß er sich iwch zu einer Zugabe, Liszt, Nocturm-o Nr. 3 in As-dur, verstand. Manchem Musikfreund hat es in diesem Winter vielleicht zu viel Solistenkvn^erte gegeben, aber wer gestern im Klubsaal war, ist sicher hochbefriedigt heim- ge kehrt.Pr.

Nr. 27

Erlchetut tLgltch anbei SonnlagS.

Dem Tletzener Anzeiger «verden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt d»e Siebener Zamllien« Hättet oiemial in der Woche belgelegt.

Rotationsdruck u. Ber­ing bex Brühl 'scheu Knwers.-Buch» u. Stein- bruderei (Pietsch Erben) fUßaftton ErpedMo» und Druckerei«

Politische Tagesschau.

Deutschland und Belgien.

Eine deutsche Spezialmission, die dem König Leopold die Militärmedaille überbrachte, ist am 30. Januar in Brüssel eingetroffen. Ihr zu Ehren wurde am Samstag ein Diner veranstaltet. Bei diesem wandte sich der König mit liebenswürdigen Worten an jeden her Gäste. Er brachte in deutscher Sprache einen Trink- sp ru ch aus, in dem er sagte, es seien jetzt 25 Jahre her, daß Kaiser Wilhelm I. ihn zum Chef des 14. Dragoner­regiments ernannte. Er habe es stets für eine große Ehre gehalten, die Uniform dieses Regiments tragen zu dürfen. Heute, so fuhr der König fort, hat der erhabene Kaiser Wilhelm II. mir das Dienstauszeichnungskreuz verliehen und das Dragonerregiment übermittelte mir dazu seine Glückwünsche. Er danke dem Regiment und bitte zu Gott, daß er dem Kaiser eine lange, sehr lange und glückliche Regierung zuteil werden lassen möge; er trinke auf das Wohl des deutschen Kaisers. Um 9 Uhr zogen sich die Mit­glieder der königlichen Familie zurück: die Herren der Ab­ordnung begaben sich alsdann in Begleitung des Obersten Five nach der Oper, wo sie der Vorstellung vonAschen­brödel" beiwohnten. Das Erscheinen der deutschen Offiziere im Brüsseler Theater erregte allgemeine Aufmerksamkeit.

Am Sonntag nahm die preußische Ofsiziiersdeputation des 14. Dragonerregiments an einem ihr zu Ehren 'ver­anstalteten Frühstück im Osfiziersrasino des ersten Guiden- Regiments teil. Oberst v. Burch brachte einen Trinkspruch aus den deutschen Kaiser und auf die große, Belgien be­freundete deutsche Nation aus. Oberstleutnant v. Röder erwiderte in herzlichen Worten und brachte ein Hoch auf den König der Belgier aus. Am Abend fand ein Diner beim deutschen ^sandten statt.

totigung des Einzelnen im Wege standen; Freiheit des Gewerbes,. Freizügigkeit im Inneren, Freihandel nach außen wurden die leitenden Grundsätze. Zum ersten Mal gab es in Deutschland für den Deutschen überall ein Bürgerrecht. Scr fortgeschrittenste Staat in der wirtschaftlichen Gesetz­gebung war damals Preußen. Damals wurden seine Ein­richtungen au; Deutschland übertragen. Insofern konnte Lnsmarck mit Recht sagen, daß Preußen den Süddeutschen zu liberal sei.

eilte ganze Reihe von Ressorts ausgeschnitten. Fürst Bis- 111 «erd fühlte sich jetzt Manns genug, selbständig in die Angelegenheiten eiuzugreifen, die er bis jetzt vertrauens­voll Delbrück, seinem langbewährten Helfer, überlassen Kaute. Die Reaktion datiert von dem Augenblick, an dem

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 2. Februar 1903.

Die Zweite Kammer der Landstände wird, wie uns aus Darmstadt drahtlich gemeldet wird, am Donners­tag den 12. Februar, vormittags 10 -Uhr, zu einer längeren Beratung zusammentreten und alsbald mit der Beratung des Budgets beginnen.

* Der Groß Herzog in Indien. Nach den soeben eingetroffenen letzten brieflichen Nachrichten aus Agra vom 15. Januar hatten, wie wir derDarmst. Ztg." entnehmen, S. K. H. der Groß Herzog vor der Abreise von Delhi, die am 10. erfolgte, noch am 8. Januar einer Parade der eng­lischen Truppen beigewohnt und ani 9. dem Ende des Polo-- turniers, das mit einer Preisverteilung schloß. Am Abend des 9. hatten S. K. Hobeit eine Einladung des Lord Kit- chcner angenommen und begaben sich von da zu einem Em­pfang der indischen Fürsten bei dem Vizekönig. S. K. Ho­heit fuhren am 10. nach Lucknow, besichtigten am 11. da­selbst die Sehenswürdigkeiten und reisten am 12. nach Be­nares, wo Atlrrhöchstdieselben als Gast des Maharajah von Benares in dessen Rasthouie abstiegen und den Besuch des Maharajah empfingen, der am 13. von S. K. Hoheit er-

Rudolf v. Delbrück von dem Stuhl eines Präsidenten des Reichskanzleramtes aufstand.

Schlicht und einfach, ein abgesagter Feind aller Phrasen und allen Pompes, die geschäftlichen Gewohn­heiten selbst bei der Proklamierung des deutschen Kaiser­tums bewahrend, ist Rudolf v. Delbrück das rechte und echte Bild eines deutschen Beamten alter Schule gewesen. Mit philosophischer Gelassenheit hat er seinen Fall ertragen und selbst die parlamentarische Tätigkeit nach einem kurzen Versuch aufgegeben. Nur wenigen von ihm bevorzugten gemeinnützigen Unternehmungen wendete er in den letzten Jahren noch seine Tätigkeit zu. Er war ein ausgezeich­neter, um Deutschland hochverdienter Staatsmann, dessen Andenken nicht vergessen werden wird.

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Minister von Rheinbaben >t. Durch eine solche Politil, len nur Denunzianten und olche Politik wird das Polen- man dem Batet lande mehr Grundsätzen des aUgememtn

Aoßln: Der lommandirende richt eingemischt. Et hat ihm im, er war mit ihm gut be- :me Frau in die GesellM hatte, seine Verlobung den kmn sollen bei Tisch im Cffv- t gemacht worden sein, aber nschen verbieten. KcineW ochiec für zu schlecht angejchr chete. llnser ganzes Strebei lahm, tüchttgen Unteroffiziem igen zu verschaffen. Andem- lnnee eine ganze Anzahl gc, die ans dem UntrroM m Töchter haben OWci«» töt davon, daß wir c » men würden. Uni schach tßafet, jmixm ferne

Audotf v. Aelörück

Der inaktive preutz. Staatsminister von Delbrück ist, wie wir bereits in unserem heutigen Parlamentsblatt mel­deten, am Samstag mittag von einem Schlaganfall be­soffen worden uno heute gestorben.

Herr v. Delbrück stand im 86 Lebensjahr. Am kommen- ben 16. April hätte er es vollendet. In den letzten Jahren hat man seiner nur selten gedacht. Jetzt, da er tot ist, erinnern sich seiner Unzählige innerhalb und außerhalb des deutschen Reiches dankbar des großartigen Wirkens des deutschen Staatsmannes in der entscheidenden Periode unserer Geschichte. Ja, man kann sagen, daß sich ein großer Teil dieser Geschichte in Rudolf v. Delbrück verkörpert. Von den 86 Lebensjahren, die ihm beschieden gewesen sind, waren es vorzugsweise fünfundzwanzig, die von 1851 bis 1876, in denen ihm in großem Stil zu wirken gegönnt war. ^Tber sie sind reich genug an Erfolgen und Taten, um au: fein ganzes nun vollendetes Leben einen vollen Glanz zu werfen. Freiheit der Bewegung, Lösung der wirtschaftlichen Fesseln, Handelsfriede und Freundschaft zwischen den Na­tionen waren Zeit seines Lebens Delbrü^ Ziel.

Die Aufrichtung des deutschen Reiches ist nicht minder em wirtschaftliches als ein politisches Ereignis. Ist dies doch auf der Grundlage der wirtschaftlichen Vereinigung, des deutschen Zollvereins, erwachsen. In der kritischsten Periode des Zollvereins setzte die Tätigkeit Delbrücks ein. Als Preußen nach der Schande von Olmütz zu Boden lag, versuchte es das triumphierende Oesterreich Felix v. Schwar­zenbergs, auch das wirtschaftliche Primat Preußens zu brechen. Der Eintritt Oesterreichs in den Zollverein, den die östreichischen Staatsmänner zu erreichen versuchten, hätte der ganzen deutschen Entwickelung eine andere Richtung gegeben. Dieser Plan ist namentlich durch das Wirken Delbrücks vernichtet worden. Ihm gelang es 1851, Han­nover und Oldenburg zum Zollbündnis mit Preußen zu bestimmen. Gestützt auf diese Konsolidation des preußischen Zollsystems, gelang es Delbrücks Ruhe und Festigkeit, seiner Sachkenntnis und fernem positiven Sinn, die schon von Oesterreich beeinflußten süddeutschen Staaten für die Auf­rechterhaltung des Zollbündnisses mit Preußen zu gewinnen. Zwölf Jahre später wiederholte sich dieselbe Krisis, als Bismarck den Handelsvertrag mit Frankreich abschloß und die wiederum widerstrebenden süddeutschen Staaten vor die Mahl stellte: Einwilligung in den Vertrag oder Auflösung des Zollvereins.

Der Handelsvertrag mit Frankreich war eine große diplomatische Tat, denn das Zugeständnis, das damit den Ideen Napoleons III. gemacht wurde, hat ifjn auch für die politische Aktion Preußens günstiger gestimmt. Als die Ereignisse int Jahre 1866 in das Rollen gekommen waren, war es wiederum auf der Grtmdlage des Zollbundes, daß das nunmehr unter Preußen geeinigte Norddeutsch- land sein Verhältnis zum Süden ordnete. Das Zollparla- ment wurde der Vorläufer des deutschen Reichstages, der Bundesrat des deutschen Reiches die Fortsetzung des Zoll­bundesrates.

Unter diesen Umständen war es wie selbstverständlich, daß Rudolf von Delbrück an die Seite Bismarcks als Wirt­schaftsminister berufen wurde. Wie Roon, Moltke und Fürst Bismarck selber vertrat er ja eines der Elemente, auf denen so gewaltige Erfolge ruhten. Als Rudolf von Delbrück im Jahre 1867 Präsident des Bundeskanzleramtes wurde, wußte noch niemand genau anzugeben, was diese Stellung eigentlich bedeutete. Man dachte an einen höheren Kanzleivorstand. Daß er der Stütz- und Mittel­punkt der Regierung und Gesetzgebung Deutschlands wurde, lag in der außerordentlichen Persönlichkeit, die den Appa­rat in die Hände bekam. Die komplizierte Maschine der Bundes- und Zollverfassung neben dem Räderwerk so vieler Einzelstaaten mit Erfolg arbeiten zu lassen, das konnte nur einer Natur gelingen, die täglich Energie mit Mäßigung, Festigkeit und Nachgiebigkeit, Größe im Entwerfen und sorgfältige Genauigkeit im Ausführen, Kühnheit im Neuen und Ordnung in der Geschäftsführung vereinigte, einer Natur, die im Einvernehmen mit den Negierungen zugleich das Vertrauen der Volksvertretung besaß, wie dies der Geschichtsschreiber des Bundesrats mit Recht hervorhebt.

Gießener

u General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

. . große technische Schwie­

rigkeiten, sie bietet dem sie vorführenden Künstler auch reich­lich Gelegenheit, in den verschiedensten Tonfchattierungeu zu schwelgen. Herr Lamond ließ es an der Ausnutzung dieser Vorzüge der Lisztschen Komposition -nicht fehlen und ent*

Zu den Koryphäen unter den Pianisten, die das Publikum mit ihren glänzenden Leistungen in Erstaunen setzen, gehört unstreitig auch Herr Fredsric Lamond, der tn dem gestrigen fünften Konzert des Konzertvereins sich ein dauern­des Andenken in Gießen gesichert hat. Gleich seinem Kollegen und Landsmaml Eugen d'Albert beide Künstler haben in Glasgow das Licht der Welt erblickt verfügt Frederic Lamond über eine ftar.nenerrcgenbe Technik, für die es keine Schwierigkeiten aiebt und die ihn alles, auch die gewagtesten Sprünge und Passagen mit Leichtigkeit aus- sühren läßt. Die Haltung des genialen Spielers am Klavier zeigt von Unruhe keine Spur; es ist ordentlich wohltuend, zu sehen, wie er selbst bei den wildesten Furioso-Stellen, die ihn manchmal int 9hi über die ganze Klaviatur hinweg- sühren, in seiner Haltung wenig ändert und sich nach Bedarf nur nach rechts und links neigt Auch mit den Armen arbeitet er verhältnismäßig wenig; nur im stärksten Fortissimo machte er größere Kraftaufwendungen. Es war ein großes Programm, das er unserem musikliebenden Pu- bliktim vorzuführen unternommen hatte, und das er von der ersten bis zur letzten Note mit gleicher Frische durchs führte. Herr Lamond begann feine Vorträge mit Varia­tionen von Brahms über ein Thema von Paganini, mit denen er sich sehr vorteilhaft einführte. Drei weitere Klav.erpiLcen von Liszt, Soiräes de Vienne nach Schubert, Chopin, Noctnrno in C-moll und As-dur-Polonaise legten weiter Zeugnis ab txon dem riesigen Wunen des geehrten Gastes, der sich namentlich tn dem Nocturna von Chopin auch als ein fein nuancierender Meister des Vortrags er­wies. Eine großartige Leistung war die Wiedergabe der Polonaise, deren Schönheiten bei der großen 65ewaudtheit des Künstlers, man denke nur an die Schwierigkeiten des Schlusses, wundervoll zur Geltung kamen. Weitere Triumphe feierte Herr Lamond mit der großen Phantasie opus 17 in C4)ur von Schumann, einem klangschönen Ton­stück, in welchem dem Künstler gleichfalls Gelegenheit ge­boten war, sein zartes Cantitenespiel in das vorteilhafteste Licht zu setzen. Den Schluß des hochinteressanten Pro^ gramms bildeten drei Solostücke von Rubinstein, Lamond und Liszt, von denen uns die duftige Etüde des Konzert- gebers wegen des zarten Tons, der sie durchwehte und wegen ihrer großen technischen Schwierigkeiten, die Etüde ist reich an Doppelgrifspassagcn und schwierigen Trillern ganz besonders gut gefiel. Der letzte Vortrags eine Tarantella von Liszt, zeigte alle Vorzüge" des werten Gastes noch einmal in voller Glorie. Diese schöne^effekt­reiche Komposition enthält nicht nur

Ausland.

Paris, 31. Jan. Der Abg. Beauregard hat einen Gesetzentwurf in der Kammer eingebracht, welcher den Geschworenen für jeden Verhandlungstag 10 Francs Entschädigung zubitligt.

Rom, 1. Feb., Mehreren italienischen Blättern, die trotz des Dementis des östreichischen Kriegsministers fort» ähren, Alarmnachrichten über ostreicht sche Rüstungen für einen Ein f a ll in M a ze d o n i en zu bringen, wird von der ossiziösenItalic" bedeutet, daß die Politik des italienischen Auswärtigen Amts jeden Konflikt vermeiden wolle, die Nachrichten einer gewissen Presse aber die Regierungspolitik zu frören geeignet seien.

Sofia, 1. Febr. Die Blätter fordern die Regierung auf, angesichts der von der r ke i eingeleiteten Kriegs- rüftungen ebenfalls zu rüsten, so lange es noch Zeit ei. In Regierungskreis en wird zwar die Situation als

lahrltd) Ml. LL0; durch Aohole» u. Zweigstelle« monatlich 6o Ps.; durch die Post Mk. 2. olertel* sährl. autzschl Beslellg. Annahme von Snzetgea füx die lageenummet blfl vormittag» 10 Uhr. ßctlcnpm»; lokal 12P^ auSwLrtS 90 Plg. veraatwortltch,

St den poltl. k all gern, rttr U Wittko: ffli «Stadl und £anb' und , Gerichts aal*. Lall Plato, füx den An­zeigenteil: Han» Deck,

Deutsches Deich.

Berlin, 1. Febr. Der Kaiser sprach gestern beim Reichskanzler Grafen Büloiv vor und hörte später im Schloß die Vorträge des Generalinspekteurs der Festungen, des Staatssekretärs des Reichsmarineamts und des Chefs des Marinekabinetts.

Ein preußischer Orden ist in Zeitungsredaktionen ein seltener Gast. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. So hat sich dann ein roter Adlerorden vierter Klasse in einer hiesigen Zeitung niedergelassen, selbstverständlich einem Zentrumsblatte, denn Zentrum ist Trumpf. Der Dekorierte ist Herr Curatus Schwarz, Direktor der Aktiengesellschaft Germania", die das gleichnamige Zentrumsblatt her aus­gibt. Anscheinend gab die Förderung der Straßburger katholischen Fakultät durch dieGerm."' den unmittelbaren Anlaß.

Im Juni vorigen Jahres sollte in Posen eine Volksversammlung abgehalten werden, um gegen die vom preuß. Landtage beschlossene Milliarde zu Ansiedtungs- zwecken zu protestieren. Die Polizeibehörde verbot jedoch die Versammlung und der Oberpräsident bestätigte das Verbot. Nunmehr hat das preuß. Oberverwaltungsgericht entschieden, daß das Verbot r e ch ts uii gi l ti g sei, da es eine Verletzung des Vereinsrechts enthalte.

Heer und Flotte.

Berlin, 1. Febr. Auf dem Gelände des Luftschiffer­bataillons fand heute vormittag die feierliche lieb er gäbe des

Denk st eins für den am 1. Februar 1902 in Antwerpen verunglückten Hauptmann Bartsch v. S i g s f e l d an das Offizierkorps des Bataillons statt. Der Feier, bei welcher Geheimrat Busley die Weiherede hielt, wohnten der Bruder des Verunglückten, Kümmandeur des 16. Dragonerregiments, und andere Verwandte, Generaloberst v. Hahuke. der Kom­mandeur des Gardekorps v. Kessel, Graf Zeppelin il a., owie das Luftschisferbataillon in Paradeuniform bei.

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. abga. von Dzttv« ns. Vollst und von T,e^ Graf vor, b» IW milder TageÄrdM--. . des Kinderschutzgesehes.

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putsche wirtschaftliche Gesetzgebung umgestaltet. Ta fielen

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In den sünfundztvanzig Jahren seiner großen Wirk­samkeit stand Delbrück in hohem, stets wachsendem An­leihen beim Fürsten Bismarck. Es gab eine Periode, in der die beiden Staatsmänner intim miteinander verkehrten, ni 1876 Telbrück veranlaßt war, seinen Rücktritt zu neh­men. Tie Gründe, die sein Austreten bedangen, haben die sfrolgen, die sich au ihn knüpften, bargelegt. Die Geschichte ÖKj Abganges von Telbrück hat eine gewisse innere Aehn- lüchkeit mit der Geschichte des Sturzes des Fürsten Bis- m.arck. Delbrücks Stellung war zu umfassend, zu groß ge­worden. Aus bem Ressort, das er beherrscht hatte, wurde

ernst betrachtet, trotzdem wird aber daran gezweifelt, daß im Frühjahr kr iegerisch e Kompl i kationen ent­stehen konnten.

Melilla, 1. Febr. Die Aufständischen sollen die Truppen des Sultans in die Flucht geschlagen haben. Letztere ziehen sick nach Fez zurück, verfolgt von den Truppen des Prätendenten. Man meldet, daß sich auch der Kabylenstamm der Benifuren erhoben und Mu- ley Mu Hamed zum Sultan ausgerufen hat.

Tanger, 1. Febr. Bon der englischen Gesandtschaft verlautet, Bu Ham ara sei nach schwerer Nieder­lage südöstlich von Fez gefangen genommen und nach Fez gebracht worden. Der hiesige marokkanische Minister bestätigte die Nachricht, welche aber gleichwohl vielfach be­zweifelt wird.

KottMt-Uerein.

Gießen, 2. Februar.

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