Ausgabe 
1.9.1903 Erstes Blatt
 
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üi Nordamerika im Jahre 1862, steigerte sich der Absatz wieder in einem Maße, daß selbst FUicckaründiuigeu und erhebliche Verstärkungen des Arbeiterpersonals erfolgten.

Der neue Zollvereinsvertrag vom 8. Juli 1867 zwischen dem norddeutschen Bunde und den süddeutscher! Staaten brachte allerdings Beunruhigung und Besorgnis in die GiHener Zigarrenindustrie, da er bestimmte, daß inner­halb des Zollvereins gewonnener oder zubereiteter Tabak gemeinsam und übereinstimmend besteuert werden sollte. Aus den längeren hierüber gepflogenen Verhandlungen ging, int Jahre 1868 ein Gesetz hervor, welches eine nur mäßige, eäägliche Tabekbesteuerung vopscch.

Im deutsch-französischen Kriege 1870/71 wuchs die Nachfrage nach Zigarren, namentlich nach gewöhnlichen Sorten, jwti) mehr, da im Kriege weit mehr Zigarren kon­sumiert werden, als im Frieden. Der allmähliche wirt­schaftliche Aufschwung nach dem Kriege, der Ueberfluß an Geld infolge des Milliardensegens erzeugte nunmehr einen Konsum im Jnlande, wie er zwischen 1860 und 1900 nie wieder eüitrat, sodaß die Gießener Tabakindustrie im Jahre 1873 18 selbständige Betriebe und eine große Anzahl von Filialen mit etwa 2500 Arbeitern umfaßte. Die gleichen Fortschritte hat die Rauch tabakindustrie in den Jahren 18501873 zwar nicht gemacht, jedoch ist auch sie allmählich gewuchsEN, während die Kaut ab Ölindustrie, übrigens auch in der Folgezeit, eine untergeordnete Rolle behielt.

Durch die bekannte wirtschaftliche Krisis des Ja hres" 1893 wurde dem reißenden Fortschr iti des Gießener Tabakindustrie ein Ende bereitet und diese trat nunmehr in das Stadium langsamen Wachsens; jedenfalls befand sie sich stets im Vergleich zu anderen deutschen Labakiudustrien in guter Lage, was auch die unruhige Periode der Jahre 1878/79 nicht ändern konnte, in welcher die Reichsregierung ständig Versuche zu einer Aenderüng der Tabakbesreuerung, ja zur Einführung des Monopols, machte. Sie endete mit dem Gesetze vom 16. Juli 1879, welches eine achtmal höhere Tabakbe­ste u e ru n g brachte. Hierdurch war' die Zigarrenfabrika­tion in Gießen vor die nicht leichte Aufgabe gestellt, diese Mehrkosten durch möglich st unmerkliche Verrin­gerung der Qualität ihrer Fabrikate und langsame Preissteigerung allmählich auf die Konsumenten überzuwälzen. Während sie noch mit diesen nach­teiligen Folgen zu kämpfen hatte, wurden die bekannten sozialen Gesetze über Kranken-, Unfall-, Alters- und Jnvaliditätsversicherung der Arbeiter geschaffen, welche den Fabrikanten neue Lasten auferlegte. Dasselbe gilt von der speziell die Tabakinbusftie betreffenden Bekannt­machung des Bundesrats vom 9." Mai 1889, betr. die Ein- richtungen in den Betrieben der zur Anfertigung von Zi­garren bestimmten Räume, welche die bisher teilweise s e h r mangelhaften Arbeitsräume einer gründ­lichen Verbesserung unterwarf. Diesen Schwierig­keiten zum Trotz hat in der er st, en Hälfte der'neun-, ztger Jahre ein neues Wachstum der Zigarren­industrie in Gießen stattgefunben: die Arbeiter wurden um ca. 40 Pro zent vermehrt, die Zahl der selb- ständigen'Betriebe wuchs auf 51.

Hiergegen war der Fortschritt in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre ruhiger; der Bestand der GießenerZigarren- industrie ft eilt sich schließlich im Jahre 1900 wie folgt dar: In 74 größeren Betrieben arbeiteten 3731 Arbeiter. In der Stadt Gießen waren 19 solcher Betriebe mit 1080 Arbeitern, auf dem Lande im Kreise Gießen 33 Betriebe mit ca. 1250 Arbeitern, im Kreise Biedenkopf 10 Fabriken mit 702 Ar­beitern, endlich im Kreise Wetzlar 12 Fabriken mit 693 Arbeitern. Diese 74 Betriebe befinden sich im Besitze von etwa 50 Fabrikanten, welche hauptsächlich/ in Gießen und seiner unmittelbaren Umgebung wohnen. Die Gießener Zigarrensabrikanten sind in ihrer Mehrzahl; Groß-Industrielle, welche weit über 100 Ar­beiterbeschäftigen, ihre Fabrikat e sind durch­weg besserer Qualität in der Preislage von 35 bis 60 Mk. pro Mille; indessen werden auch Zigarren bis zum Preise von 100 Mk. und darüber gefertigt, ^chr Absatz ersfteckt sich, über das ganze Deutsche Reich.

Was die Arbeitsveryältnisse in der Gießener Tabakindustrie betrifft, so haben schon ftüh in derselben die weiblichen Arbeiter vorgeherrscht. Dies hat sich, im Laufe der Entwicklung noch bedeutend gesteigert, was sich leicht baraus erklären läßt, daß zur Arbeit in der Tabakindustrie weniger körperliche Kraft, als vielmehr eine Fertigkeit der Hand erforderlich ist, welche Mädchen so gut erwerben können, wie Männer, zudem ist das weib­liche Arbeitspersonal anspruchsloser. Die Ar­beiter, resp. Arbeiterinnen gruppieren sich in Roller und Wickelmacyer. Ein Roller fteilt 500 bis 600 Stück Zigarren mittlerer und geringerer Sorte täglich her; vom Hundert der in Gießen hauptsächlich erzeugten mittleren Sorte er­hält er 40 bis oO Pfg., der Wickelmacher etwas weniger. Ein Arbeiter soll durchschnittlich einen Jahresver­dienst von 478.19 Mk. und einen Tagesve rdienst von 1.60 Mk. haben. Diese Lohnverhältnisse sind nicht ungünstig, und machen es etwa 60 Prozent der verhei­rateten Arbeiter sogar möglich, sich kleine Häuser zu erwerben. Daher stellen auch die Arbefter der Gießener Tabakindustrie keine proletarische Ar­beiterschaft dar, nur ca. 10 Prozent der Familien sind rein proletarisch.

Weniger erfreulich sind dagegen ihre Gesundheits- Verhältnisse^ da die Arberter den ganzen Tag rn einer Luft atmen, welche mit Tabakstaub durchsetz! ist, ein Zustand, der nie ganz beseitigt werden kann. Die Folge hiervon soll das relativ häufige Auftreten von Lungenschwindsucht jein. Bei diesem nachteiligen Einflüsse der Fabrikarbeit auf die Gesundheit der Arbeiter war zu allen Zeiten ein erheblicher Prozentsatz derselben krank. Dies veranlaßte schon im Jahre 1849 den Begründer der Gießener Tabak­industrie, Gail, aus eigenen Mitteln eine Kasse zu er­richten, aus welcher die erkrankten Arbeiter seines Betriebs unter st ützt wurden. Sie fand leider keine Nachahmung, lodaß für die Mehrzahl der Arbeiter, sobald sie erkrankten, bittere Not einzog, ein Zustand, der sich erst durch das segensreiche Krankenversicherüngsgesetz von 1883 geändert hat.

Gegen Schluß seiner Abhandlung sagt der Verfasser, indem er die ganzen Arbeitsverhältnisse noch einmal über­blickt, und zwar mit Recht:

Die Gießener Tabakindustrie hat der in ihr be­schäftigten Arbeiterschaft weit mehr Licht als Schatten gebracht, sodaß ihr weiteres Blühen und Ge­deihen zugleich im Interesse der in Rede stehenden Ar­beiterschaft ist."

VoMischr Tagesschau.

Neue Steuerprojekte.

Der neue Staatssekretär des Reichsschatzamtes, Frhr. v. Stengel, hat zwar gegenüber einem Interviewer ge­äußert, daß er an Steuerprojekte vorerst nicht herän- treten werde; aber in der Presse hält man trotzdem an dem Glauben fest, daß die Reichssinanzreform auf nichts anderes hinauslaufe. TieNat.-Ztg." erachtet es sogar für einen schweren Fehler, es weiter mit demFort-i wursteln" zu versuchen, denn das Sparer: habe leider seine ziemlich engen Grenzen. M e hr fo rd erun gen würden hervortreten für das Heer, die Marine und die Ko­lonien, dazu in Gehalts- und Pensionsfragen und zur Schuldentilgung. Da dürfte sich die Reichssinanzreform nicht in dem engen Rahmen einer anderen Abrechnurigs- sorm zwischen Reich und Einzelstaaten halten, sondern sie müsse auf neue Mittel für die Deckung des steigenden Bedarfs gerichtet sein. Auch für die Reichsregierung sei es taktisch weit richtiger, dem jungen Reichstag neue Steuer­pläne' vorzulegen, als sie aufzuschieben, bis wieder die tausend Rücksichten aus die nahende Neuwahl in den Vor­dergrund treten und die sachliche Arbeit stören. Auch ein Teil der Zentrumspresje denkt an neue Steuern. Die Donau-Ztg." z. Bi, welche Frhrn. v. Stengel des Wohl­wollens des Zentrums und besonders der bayrischen Mit­glieder versichert und seine Berufung zum Schatzsekretär als außerordentlich glücklich bezeichnet, führt aus, daß Frhr. v. Stengel sich an die indirekten Steuern halten werde, an die Konjumsteuer, und da wisse man, daß Bayern auf die Ta b akf a b r i ka t st e ue r hinarbeite, die auch Preußen willkommen wäre. Daß im Bundesrat ein solches Projekt keinem nennenswerten Widerstände begegnete, glauben wir; im Reichstage wäre die Situation aber doch sehr wesentlich anders; immerhin tut man namentlich bei uns zu Lande gut, diese Steuerwünjche nicht zu unter­schützen und sich auf ihre r e chtz e i ti g e Be mpfu n g einzurichten.

Eine der ersten Ausgaben des neuen Reichsschatzsekre­tärs, schreibt dieNeue polit. Korresp.", wird die Bereit­stellung von Mitteln für das neue Militär-, P e n s i o u s g e s e tz fein. Nach sachverständigem Urteil han­delt es sich dabei um etwa 20 Millian e n M ar k j ä h r- lich. Tie Vorlage ist im Kriegsministerium feit längerer Zeit ferkiggeftellt.

Stadtbevölkernng und Entartung.

In derZeitschrift für Sozialwisseuschaft" veröffent­licht Prof. W. Kruse, Hygieniker an der Universität Bonn, einen längeren AufsatzEntartung", in dem er u. a. folgen­des sagt:

Wenn man den Rückgang der körperlichen Tüchtigkeit bei den Kulturvölkern beleuchten wollte, pflegte man besonders auf die städtische und indu­strielle Bevölkerung zu verweisen. Tie 'Schilderungen, die Marx von der englischen Fabrikbevölkerung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegeben hat, und viele andere aus 6» er feilen Zeit sind allerdings unbestreitbare Zeugnisse dafür, daß die schauderhafte Ausnutz­ung der A r b e i t s k r a s t, die d a m als gang und gebe war, zusammen mit erbärmlicher Ernährung uno sonstigen schlechten Lebensverhältnisfen, zu körperlicher Entartung führen muß. In manchen Gegenden, namentlich solchen, wo gewisse Arten der Hausindustrie vorherrschen, wer­den Nachklänge der damaligen Zustände noch zu spüren sein. Im großen und ganzen ist aber die Besserung nicht wegzuleugnen, und die noch manchmal ausgesprochene Be­hauptung, die l ä n d l i ch e B e v ö l k e r u n g sei der st ä d t i- schen in körperlicher Tüchtigkeit weit über­legen, ist in dieser allgemeinen Form sicher nicht rich­tig. Neuerdings hat Bindewald in einer recht sorg­fältigen und auch sonst lesenswerten Arbeit aus der Rekru- tierungsftatistil von einigen Stadt- und Landkreisen Preu­ßens wieder den Vorrang der Landbewohner vor den Städtern erweisen wollen. Die betreffenden Falle sind nichl zu bestreiten, nur ist es nicht erlaubt, aus ihnen allge­meine Schlüsse zu ziehen. Etwa gleichzeitig kommt Elben in einer Untersuchung zu dem Resultat, daß in Württem­berg der Vergleich bezüglich der Milit är t aug lichteit e herzu g u n st e n der gewerblichen alsderagra- rischen Bezirke ausfalle.

Ich kann daher nur wiederholen, was ich vor einigen Jahren ausgesprochen:Der üble Einfluß des städtischen Lebens auf die Körp erentwicklung ist gewaltig überschätzt worden." Mr haben aller­dings hier und da ein gewisses Uebergewicht 'der ländlichen Bevölkerung über die städtische in dieser Beziehung konsta­tieren können, aber es hält sich, meist in bescheidenen Grenzen. Es scheint, daß einige vorwiegend städtische Berufszweige, besonders diejenigen, bei denen man von einem Mangel an Bewegung oder von Abwechslung in den Bewegungen oder von ungünstiger Körperhaltung sprechen kann, geeignet sind, die normale Entwicklung des Körpers zu hemmen. Daneben kommen aber noch Einflüsse mannigfacher Art, die nichts mit dem Unterschied von Stadt und Land zu tun haben, ganz wesentlich in Betracht. Die Gründe der Ver­schiedenheiten sind vorläufig dermaßen undurchsichtig, daß man sich sehr hüten muß, Erfahrungen, die man an einem Ort gemacht zu haben glaubt, zu verallgemeinern."

Zum Entwurf eines Gesetzes über den Verficherungsvertrag.

Der Ständige Ausschuß des Deutschen Landwirt­schaftsrats hat zu dem Gesetzentwurf über den Versicher­ungsvertrag folgenden Beschluß gefaßt:

Der Ständige Ausschuß begrüßt in dem Gesetzentwurf über den Verficherungsvertrag eine weitere wohldurcbdachte und wirk­same Förderung des Versicherungswesens und erblickt in demselben einen dankenswerten und doch die Gerechtigkeit gegen den Ver­sicherer nicht verletzenden Schutz des Versicherten. Der Ständige Ausschuß beschließt, die Anträge der Referenten (veröl. Zeitschrift für Agrarpolitik. Nr. 8 d. I.) dem Reichskanzler als Material für die, weitere Bearbeitung des Gesetzentwurfes zu unterbreiten. Der Ständige Ausschuß spricht sich aber entschieden gegen die Ein­beziehung der öffentlichen Versicherungsan st al- t e n in das Gesetz aus.

«Herr und Ilotte.

Tie seit längerer Zeit erwarteten V e r änd er un g en in den höheren Kommando st eilen der deut­schen Marine sind nunmehr verfügt worden; Admiral v. Koester, Generalinspekteur der Marine, Chef der Ma- rinestation der Ostsee und Chef der Uebungsflotte, ist zum Herbst dieses Jahres zum Chef der zu bildenden ak­tiven Schlachtslotte und gleichzeitig zum Chef des 1. Geschwaders; Admiral Prinz Hei n r i ch, Chef des 1. Geschwaders, mit demselben Zeitpunkte zmn Chef der Marinestation der Ostsee und Kontre.wmiral

Fritze, Jjnspektei des Torpcdowcsens und Ches des 2. Geschwaders de^bungsflotte, mit gleichem Zeitpunkte Zum Chef des z ildenden 2. aktiven Geschwa- d e r s ernannt Wort. r. r ,

Ein merkwürdp militärischer Konflikt hat ftch tu den höchsten franlsischen O s f i z i e r s kr e i s e n er­eignet. Wie aus itzs telegraphiert wird, hätte nach demGaulois" der Pinettsches des Kriegsministers, Bri­gadegeneral Per eisdem Kommandanten des 17. Armee­korps wegen gewissssleußerungen des letzteren in einem dienstlichen SchreibelVorstellungen gemacht. Der kom­mandierende Generahndte das Schreiben^ mit ^m Ver­merk zurück, daß erUn Vrigadegeneral Per ein 8 Tage Hausarrest zudikfe.

Kie und Schule.

Der 7. Deutschtzortbildungsschultag wird am 2. und 3. Oktober Hamburg ab gehalten werden. Mit demselben wird sie 12. Generalversammlung des Deutschen Vereins sühas Fortbildungsschulwesen ver­bunden fein. \

Kunst ch Wissenschaft.

zu stehlen, die allerdings

und eine schwarzlederne Brieftas

** Ausz eich nun S. Allergnädigst geruht, a 26. Minister Dr. Feodor Gstth

Gießen, 1. Sept. 1903.

K. H. der Großherzog haben August d. I. dem Finanz- die Erlaubnis zur Annahme

und zum Tragen des ihnstn Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser und König von eußen verliehenen Kronen-Ordens erster Klasse zu erteilen.

LU. Promotion e Im Monat August 1903 wurden an der Landesuniversität pnooiert: 3iun Dr. med.: Joseph Hillers, approbierter st aus Velen i. W., Wilhelm Andresen, approbierter fzt aus Berlin, Hermann Klein, approbierter Arzt aus Bodrd, Gustav Luft, approbierter Arzt aus Gießen. Zunpr. med. vet.: Otto Schmidt, approbierter Tierarzt aus ünchen, Assistent am Tierspital dahier, Bernhard Schutt, approbierter Tierarzt aus Rüddingshausen. Quni . phil.: Friedrich Heinrich Katz, cand. ehern, aus Singaporestudolf Homburg, Gymnasial­oberlehrer in Kassel, Hugofchlemmer, cand. ehern, aus Heddernheim, Karl 58 cf cand. ehern, aus Wiesbaden, Dr. med. August Mey er sind. phil. aus Menden i. W.

** Landwirtschaftlle Ausstellung. Die Er­öffnung der Ausstellung austm Trieb findet bekanntlich am Donnerstag dem 10. Septei^r, mittags 12 Uhr statt. Se. Kgl. Hoheit der Großherzt hat, wie wir schon berichteten, sein Erscheinen hierzu in Aycht gestellt. Es steht zu er­warten, daß die Ausstellun^bis zum Eröffnungstermin in allen Teilen sertiggestellt seiwird; schon jetzt ist der größte Teil der Gebäude, besonders r Ställe, fix und fertig. Die Einbringung der Tiere findet ittwoch den 9. und Donners­tag den 10. September in \i ersten Morgenstunden statt. Wie wir ferner hören, wird on der Eisenbahndirektion für das aus dem nördlichen Tei^der Provinz kommende Vieh Mittwoch den 9. September e Vieh-Extrazug eingelegt werden. Ebenso soll in Aucht stehen, daß die morgens 8 Uhr und mittags 12 Uhiin Gießen aus Fulda ein­treffenden Züge am Uebe^ang des Licher Weges zum Aussteigen halten.

a. Heuchelheim, 30. Aiust. Die abgelaufene Woche war für die Landwirte danher guten Witterung, arbeits­reich. Da man aber hier i Getreide vom Felde direkt zur Dreschmaschine zu bringeipflegt, so konnten die drei ausgestellten Maschinen, obglei sie fast Tag und Nacht in Tätigkeit waren, nicht den Forderungen genügen. Der Flegeldrusch kommt auch hier stier mehr in Abgang.

r. Dutenhofen, 31. Lust. Allem Anschein nach haben die seit Freitag hier im parkier liegenden zwei Kom­pagnien vom Jnfanterie-Regivit Nr. 117 sich schon gut eingelebt. Ihr erstes diesjährig Manöver-Quartier werden sie bis zum 8. September bew ien. Jeder Tag bietet dem einzelnen Mann reichliche Geleiheit, seine freie Zeit nach Belieben zu genießen. Viele l en ihren Quartierwirten bei der Ernte, andere scherzen mi den Dorfschönen oder ver­gnügen sich in den Wirtschafter

Darmstadt, 31. August.Die Hochzeit des Prinzen Andreas von Griechenlan mit der Prinzessin Alice von Battenberg findet nach rFranks. Ztg." in Darm­stadt am 7. Oktober statt.

Frankfurt, 30. Auguj Ein internationaler Hoteldieb scheint wieder in^eutschland aufgetaucht zu sein. Wie die Polizeibehörde nteilt, machte sich dort ein junger Manu in einem Hotel i einen Amerikaner heran und benutzte die Bekanntschaft !.u, ihm ein Paar goldene Manschettenknöpfe mit erbsenguen Perlen, eine goldene Herrenremontoiruhr mit Sprung! kel und gesprungenem Glas

zufällig leer war. Die Manjcktenknöpfe sind je 500 Mk. wert, die Uhr 1000 Mk. Die ihr enthält auf dem Ziffer­blatt den Namen Howard und stf dem Deckel das Atono- gramm H. W. Der Dieb ist oa 20 Jahre alt und 1,68 bis 1,79 Meter groß, hat eir ovale Stirn, gute Zähne, hellblondes Haar und ein bartlosi Gesicht, trägt einen dunkel­blauen Sakkoanzug und nem sich Arthur White aus New-Pork.

Homburg, 31. August. :ine-Wette wurde in einem Restaurant ausgetragen, rin junger Herr erbot sich zu später Stunde, 2 Pfund Sel'artemagen zu essen, was ein Metzgermeister bezweifelte. 2 Wette wurde abgeschlossen, zwei Schwartemagen per 1 Pft) erschienen auf der Bild­fläche und mit Erstaunen und Kauen umstanden ihn alle und sahen ihn kauen. Aber verdrückte nur einen mit Mühe und Not und besaß dana nur noch die Kraft, dem g.oeiten Pfundmagen die Haut ibzuziehen, worauf Niesser und Gabel kraftlos seinen Här'n entglitten.Ja, ja!" sagte der Metzger,ein Schwarteage is kai Schlistertöttelet!" Als nun der verwettete N:steiner angefahren tvurde, yatte sich der Patient schon focit erholt, daß er seinen Aerger herunterspülen konnte, eint Berappen gab er die Parole aus:Pikkolo, Du segst ix!"

Hanau, 28. Aug. Von grjer archäologischer Bedeut­ung war der Fund einer (s gantenf äule, die vor längerer Zeit in der Gernarkmi Butterstadls bei Hanau in Gestalt von einigen hundert ffe:eren und größeren Bruch­stücken ausgegraben wurde un sich jetzt nach ihrer Zu-