sarrrmensetzung im Besitz des Hovauer Geschichtsvereins befindet. In einem Vortrag „Römisches und Prähistorisches aus Der Umgegend von Hanau", gehalten von Gymnasial- Oberlehrer Dr. Küster auf der Hauptversammlung des Vereins von Lehrern an höheren Unterrichtsanstalten der Pro- vinH Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck zu Esch- wege, hat der Referent eine genauere Beschreibung der Säule gegeben, die allgemein interessieren dürfte. Er führte aus: aus einem Basaltfundament erhebt sich der quadratische Viergötterstein, 82 Ctm. hoch, 41 Estin, breit. In seinen Nischen stehen die Reliefbilder von vier Götterfiguren, deren sichere Bestimmung noch nicht gelungen ist. Auf der Deckplatte sitzt eine siebeneckige Trommel, die die 25 Gtm. hohen Reliefs der sieben Wvchengötter auf den nischen- förmmigen Seiten trägt. Darüber befindet sich ein Gesims, darauf der 1.34 Meter hohe, mit Bluttornamenten versierte Säulenschaft mit weit ausladendem Kcrpitäl. Auf die/em ruht die Plinthe, die die 95 Ctm. hohe Gigantew- gruppe trägt. Der Gigant, dessen Oberkörper weit über die Plinthe hinausragt, wird von einem Reiter überritten. Den Kopf hat er hinweggewandt, um ihn vor den Tritten des Pferdes zu schützen; sein Schlangenleib liegt unter dem Tiere. An der Seite trägt der bärtige Reiter ein Schwert, auch ein Teil des siegenden Mantels ist noch, vorhanden. Am Zügelarm trägt er ein vierspeichiges Rad, durch das der Reiter die Linke gesteckt hat, und das im Gegensatz zu anderen Gigantensäulen der ganzen Gruppe einen besonderen Charakter verleiht. — Ein vor einiger Zeit bei dem Umbau der Kirche in Wachenbuchen (Kreis Hanau) im Mauerwerk gefundener Viergötteraltar, der fast dieselbe Größe hat wie die Butterstgdter Gigantensäule, zeigt vier gut erhaltene Reliefbilder: Juno, Minerva, Herkules, Merkur.
Hanau, 31. August. Der Oberpostsekretär R. Wagner von hier, gegen den bekanntlich wegen Betätigung sozialdemokratischer Gesinnung vor einiger Zeit das Disziplinarverfahren eingeleitet wurde, ist laut „Han. Ztg." vor kurzem in die Redaktion der sozialdemokratischen „Leipz. Volksztg." eingetreten. — Ein Akt empörender Roheit leistete sich ein zum Automobilrennen nach Frankfurt fahrender Automobilist, dem Vernehmen nach ein Fabrikant aus Stettin, der auf der Chaussee zwischen Hanau und Rückingen einen harmlos seines Weges fahrenden Bauer mit einem Knüppel derart verbläute, daß der Bauer mit seinem eigenen Fuhrwerk nach Langendiebach zum Arzt gefahren werden mußte. Der Arzt konstatierte neben anderen Verletzungen einen Armbruch. Der Bauer hatte mit seiner Fuhre dem dahinrasenden Automobil nicht rechtzeitig ausweichen können, weshalb eine kleine Karambolage erfolgte. Das gab dem Automobilisten Veranlassung, kehrt zu machen und in Gemeinschaft mit seinem Chauffeur über den armen Landbewohner herzufallen. In Hanau wurden durch die telephonisch benachrichtigte Polizei die Personalien des Automobilfahrers festgestellt, der hoffentlich einer empfindlichen Strafe entgegengeht.
sj Dreihausen bei Marburg, 31. Aug. Wegen des rätselhaften Verschwindens eines 2 Jahre alten KindeZ zirkulieren hier seit Monaten die verschiedensten Gerüchte. Das Kind ist von der Mutter in der Familie mit in die zweite Ehe gebracht worden und wurde dann im Mai angeblich in Frankfurt in Pension gegeben; nach anderer Darstellung wurde es dort von einer fremden Dame im Gedränge entführt. Am Samstag weilte wegen der Angelegenheit das Marburger Gericht in unserem Ort. Hoffentlich wird die Sache jetzt aufgeklärt.
Vermischtes.
* Aachen, 31. August. Der Aufhebung des Cercle priv6 des Prangers de Calamine in Altenberg stellen sich Schwierigkeiten entgegen. Soweit es an der preußischen Regierung liegt, geschieht alles, um eine baldige Schließung des Spielklubs herbeizuführen.
*Saarlouis, 31. Aug. In vergangener Nacht wurde hier ein Unteroffizier des 30. Infanterieregiments von einem Wachtposten erschossen.
* Meppen, 31. Agg. Gestern nachmittag machten fünf juirge Leute eine Bootfahrt. Düs Boot kenterte und alle sielen ins Wasser. Drei konnten sich retten, während zwei ertranken.
Braunschw eig, 31. Aug. An Typhus sind neueren Meldungen zufolge in letzter Woche wieder drei Kinder gestorben. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den eigens lichen Entstehungsherd der Krankheit festzustellen. — Der Handwerker Plieske geriet mit drei jungen!Leuten in Streit, die über ihn herfielen und chn so schwer mißhandelten, daß er bald darauf verstarb. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt. — In dem benachbarten Höh in gen hat eine Windhose ungeheuren Schaden an- gerichtet. Zahlreiche Häuser wurden abgedeckt.
* Konstanz, 31. August. In Ueberlingen am See ist das Wohnhaus eines Taglöhners heute vormittag eingestürzt. Seine Frau wurde lebensgefährlich verletzt, ein Sohn getötet. Das Nachbarhaus des Kaufmanns Burt ist gespalten. Eine Frau Heiz wurde verschüttet und erlitt erhebliche Verletzungen.
* Bern, 31. August. Am Dent de Brenleire (Kanton Freiburg) ist ein 18 jähriger Deutscher, namens Berger, der mit drei Kameraden Edelweiß pflückte, tot gestürzt.
* Paris, 31. Aug. Das Blatt „Nacion" hatte dieser Tage eine Artikelserie veröffentlicht, betitelt: „Im Lande der Unwahrheit und Hungersnot", welche sich mit der Lage der bretonischen Fischer heschästrgte. Ein Matt in Rennes hatte gegen den Inhalt dieser Artikel Protest erhoben und die Bevölkerung gegen den Redakteur der „Nacion", Tealhade, aufgeshachelt. Teülhade mußte nach Camaret flüchten, da die aufgebrachte Menge den Redakteur mit dem Tode bedrohte.
* Das Zeiß-Fernrohr auf der „Schynrgen Platte". Wie die Direktion der Berner Oberland-Bahnen mitteilt, ist vor einigen Tagen auf dem schönsten Aussichtsberge „Schynige Platte" bei Jnterlaten-Wilderswyl ein großes Aussichtsfernrobr aus der oplischen Werkstätte von Carl Zeiß in Jena aufgestellt worden. Das mächtige Instrument wiegt acht Zentner, die Aufstellung bot aber, da eine Zahnradbahn hinaufsährt, keine Schwierigkeiten. Das Objektiv des Fernrohres hat 130 Millimeter Durchmesser, seine Länge beträgt mehr als 2 Meter, die Bildumkehrung erfolgt durch Prismen, die Vergrößerung ist 35- und 60 fach. Dieser Wechsel kann durch einfache Drehung des Revolver-Okulares bewirkt werden. Eine sinnreiche Konstruktion ermöglicht es, daß das Auge
des Beobachters stets in gleicher Höhe bleibt, ob man nun tief ins Tal blickt, z. B. nach Grindelwald, oder nach den Besteigern der 4167 Meter hohen Jungfrauspitze Umschau hält. Das Gesichtsfeld ist ungewöhnlich groß, so daß man ein bedeutendes Stück der Landschaft auf einmal überblicken kann. Die entfernten Felswände, die Rasenbänder, die Gletscher und Schneefelder stellen sich in guter Deutlichkeit und in einer Plastik dar, als ob man nur etwa 200 Meter von den betrachteten Objekten entfernt wäre, während Eiger, Mönch und Jungfrau 11, 12 und 13 Kilometer entfernt sind, das Wetterhorn gar 16 Kilometer! Die häufigen Besteigungen dieser Berge und das Stufenschlagen mit dem Gletscherpickel im ewigen Eise, alles läßt sich aufs Deutlichste beobachten.
* Den besten Maßstab für die stetige Abnahme des Litauer tu ms und die Fortschritte des Deutschtums unter den Litauern bieten die alljährlich zur Herbstzeit stattfindenden Einsegnungen, sowie der Kirchenbesuch Während noch vor zwei bis drei Jahrzehnten in jedem Kreise des in Frage kommenden Bezirks litauische Konfirmationen vorkamen, sind diese jetzt in einem großen Teile, wie i;n Pillkaller, Skallupön er, Gold ap er, Gum- binner und Jnsterburger ganz, und in andern zum großen Teil in Wegfall gekommen. Ja sogar in Niederungskirch spielen, wie Lappieuen, wo die Litauer noch in der Mehrzahl sind und die Kinder neben dem deutschen auch litauischen Unterricht erhalten, lassen Litauer ihre Kinder deutsch einsegnen, um zu bekunden, daß sie diese ganz dem Deutschtum übergeben. Bei gleichen Fortschritten des Deutschtums werden in zwei bis drei Jahrzehnten überhaupt keine litauischen Konfirmationen mehr Vorkommen. Aehnlich verhält es sich, mit dem litauischen Kirchenbesuch. Obwohl an allen Kirchen Geistliche angestellt sind, welche die litauische Sprache beherrschen, kommen an verschiedenen Orten doch wenig oder gar keine Litauer zur Kirche, sodaß die litauischen Gottesdienste ausfallen müssen und an verschiedenen Stellen nur in längeren Zwischenräumen abgehalten werden. Es liegt dies daran, daß das jüngere und Heranwachsende Geschlecht infolge der erhaltenen deutschen Schulbildung sich immer mehr zur deutschen Kirche hält.
* Mephistop Heles am — Po st sch alt er. Ter Frankfurter Schauspieler Bay rHamm er hatte sich auf einer Sommerreise nach Nordseebad N. postlagernd eine Geldsumme nachsenden lassen, die auch pünktlich unter der Adresse „Schauspieler Bohrhammer, N." eintraf. Leider hatte der Künstler sich die übliche Nachlässigkeit zu Schulden kommen lassen, ohne genügende Ausweispapiere zu reifen und geriet in arge Verlegenheit gegenüber dem Postbeamten, welcher den vom Mimen sehnsüchtig erwarteten Mammon nicht herausgeben wollte. Eine dargereichte Visitenkarte, eine Briefadresse re. wollten dem Beamten nicht genügen, der noch einen Vorgesetzten zu Rate zog, aber immer wieder kopfschüttelnd zu dem Musenjünger zurückkehrte mit den Worten: „Wenn Sie nur wenigstens noch einen Beweis hätten!" Rasch entschlossen rezitierte B. die ersten Verse des Mephistopheles aus Goethes Faust:
„Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst Und fragst, wie alles sich bei uns befinde" re. Bei der Stelle: „Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen" wurde der Beamte weich und verabfolgte dem Künstler die Summe, indem er spracht „Daß Sie ein Schauspieler sind, glaube ich nun. Hoffentlich sino Sie auch der Schauspieler B.!"
* Eine Doktorarbeit über Gerhart Hauptmann. In der „N.-P. Staatsztg." lesen wir: Vor uns liegt ein kleines Werk, „Naturalism in the Recent German Drama with Special Referenze to Gerhart Hauptmann“ betitelt, ein Werkchen, mit dem der Verfasser, ein New-Porker Deutsch-Amerikaner, Alfred Stoeckins mit Namen, sich den Titel eines Doktors der Philosophie an der Kolumbia-Uni- versität errungen hat. Wohlverdientermaßen, denn das Werk ist ein unwiderleglicher Beweis dafür, daß der Autor sich eingehend, sehr eingehend mit seinem Gegenstände und der ziemlich umfangreichen einschlägigen Litteratur beschäftigt hat. Als Doktordissertation läßt es auch in der Form nichts zu wünschen übrig; das Thema ist, wie die schon vorausgeschickte Jnhaltstabelle erkennen läßt, nach einer sein säuberlich in so und so viele Haupt- und Unterabteilungen zerfallenden Disposition behandelt. Eine Bereicherung der Hauptmann-Litteratur ist die Broschüre aber kaum zu nennen. Der Verfasser hat Eigenes nicht zu sagen — Zitaten aus den Werken von Berliner Schriftstellern begegnet man auf Schritt und Tritt.
* ,F)rdeutlicher Professor". In einem kleinen mitteldeutschen Ort bringt ein berühmter Professor, so er- zcchlt man der „Tägl. Rundsch.", seine Sommerferien zu. Einer von der alten Sorte, sehr zerstreut und wenig um sein Aeußeres bekümmert. Erne Bäuerin sieht ihm eines Morgens gedankenschwer nach. Am rechten Schph hängt ihm die Socke nieder, der Kragen ist linW nicht ein geknöpft, der Hut zerbeult. Sie Bäuerin schüttelt nachdenklich das Haupt: „Und so was nennen die Städtschen nun — ordentlicher Professor!"
Gerichtstag!.
-k- Mainz, 30. August In einer Extrasitzung der Strafkammer des hiesigen Landgerichts beschäftigte man sich gestern mit einer lOköpfigen D i e b e s-, Hehler- und Einbrecherbande, die Ende verflossenen unb Anfangs dieses Jahres in der Neustadt hier wie auch in den Vororten ihr Unwesen getrieben hatte. Das Haupt der Bande war ein 28jähriger Ärbeitssoldat, der Taglöhner Johann Läufer, der aus dem Militärlazarett in Ehrenbreilstein entsprungen war und hier bei einem Bruder Unterschlupf gefunden hatte. Das Brüderpaar „arbeitete" anfänglich allein, dann zog es nach und nach mehrere Komplicen heran, die ihnen als Hehler wie als Gehilfen dienlich waren. Ganze Berge von Waren hat die Bande durch Einbrüche gestohlen, die gestern zum Teil in dem Gerichtssaal aufgehäuft waren. Eßwaren scheint die Bande besonders bevorzugt zu Haden, denn in den verschiedenen Hehlerstellen fand man Speisen, Getränke und Zigarren in großer Menge. Als bei den Hehlern die geraubten Gegenstände nicht mehr sicher waren, verbarg man sie in einem leeren städtischen Kanal, den man zufälligerweise als die Lagerstätte der vielen gestohlenen Sachen entdeckt hat. Den Dieben kam man dadurch aus die Spur, daß eines Tages unfern Zahlbach viele Gegenstände vergraben vorgefunden wurden, die man als von einem Diebstahl in Bretzenheim herrührend erkannte. Der Platz, wo man die Gegenstände fand, wurde am anderen Abend in großer Entfernung von Schutzleuten, Schützen und Soldaten umstellt, und Sauter, der sich zur Hebung der vergrabeneri Schätze einsand, vechastet. Läufer nannte die Namen seiner Gehilfen bei den Einbrüchen wie die Hehler. In der Sitzung beantragte der Staatsanwalt gegen Läufer eine Gesamtzuchthausstrafe von 15 Jahren, gegen zwei weitere Mitangeklagre wegen Diebstahls und Einbruchs Zuchthausstrafen von 8 'und 2 Jahren, gegen zwei der Hehlerei bezichtigte mitbeklagte Frauen 10 und 5 Jahre Zuchthaus. Gegen die übrigen Angeklagten wurden Gefängnisstrafen von 6 bis 8 Atonaten beantragt Bei den Angeklagten, bei welchen Zuchthausstrafe beantragt, wurde
ferner Stellung unter Polizeiaufsicht beantragt Das Urteil wird am 3. September verkündet.
Worms, 28. Aug. Ein Nachspiel der Wahl fand vor der hiesigen Strafkammer statt. Lehrer Schumacher saß auf der Anklagebank. Am 15. Juni hatte er in einer natioualliberalen Versammlung gesagt, den klerikalen „Wormser Nachr." könne eine sensationelle Notiz kein anderer gebrachst haben als der „musikalische Lorscher Hannes". Der „Lorscher Hannes" war ein zerlumpter Mensch, der in Wirtschaften herumzog und gegen Trinkgeld musizierte. Vor Gericht beteuerte er, er habe keine bestimmte Persönlichkeit im Auge gehabt. Die meisten Zeugen bezogen die Bemerkung auf den Lehrer Ludwig, der ans Lovsch stammt und im musikalischen Leben von Worms hervortritt. Dieser strengte Beterdigungsklage an. Das Gericht kam nicht zu einer Verurteilung, weil es nicht den Nachweis als erbracht sah, daß Schumacher mit seiner Bemerkung den Kläger meinte.
Eisenbahn Zeitung.
Zu den Betri ebseinnahmen der preußisch» hessischen Staats bahnen schreibt die Zeitung des Vereins deutscher Eiseub.-Verwaltungen: Die in den letzten Monaten beobachtete Steigerung der Einmrhmen der preußisch-hessischen Staatsbahuen hält an. Die Ende Juli dieses Jahres gegenüber dem ersten Drittel des Vorjahres erzielte Mehreinnahme beläuft sich auf über 24 600000 Mk. Ta die Mehreinnahme Ende Juli rund 18000 000 Mk. ans- machte, so ist das Mehr, das auf den Juli entfallen ist, auf Über 6 000 000 Mk. auzunehmen. Der Juli hat sich demgemäß auf der Durchschnittshöhe der ersten drei Monate des lausenden Finanzjahres gehalten. Bemerkenswert ist hierbei, daß der Güterverkehr in fortgesetzter Steigerung begriffen ist und damit Zeugnis dafür ablegt, daß der inländische Verbrauch sich seit einiger Zeit beträchtlich gehoben hat. Halt diese Entwicklung an, so ist für das laufende Jahr auf einen für die gesamten Staatsfinanzen wieder günstigen Wschluß der Eisenbahnverwaltung zu rechnen.
Landwirtschaft.
— Deutsche Gersten- und Hopfen-Ausstellung in Berlin 190 3. Wie in früheren Jahren, so veranstaltet auch in diesem Jahre die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin gemeinsam mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und dem Deutschen Hopfenbauverein eine Ausstellung von Braugerste, Brauweizen und Hopfen. Diese Ausstellung, die vom 10. bis 18. Oktober in Berlin ftattsindet, erfreut sich einer stetig wachsenden Beteiligung. Bei den großen Erfolgen, den die an der gemeinsamen Beschickung beteiligten hessischen Gersten in den letzten Jahren erzielt haben, indem in den beiden letzten Jahren jeweils der Siegerpreis nach Hessen siel, wäre es sehr zu bedauern, wenn sich die Landwirte infolge des Wegfalles der Unterstützungen und der gemeinsamen Beschickung bestimmen ließen, sich der Beschickung dieses Jahr zu enthalten und so die nach vielen Anstrengungen gewonnene sehr gute Position auf diesen Ausstellungen wieder zu gefährden.
Sport.
— Das Radeln als Verjüngungsmittel wird in einer amerikanischen Frauenzeitung mit folgenden Worten empfohlen: „Ich konnte", so schreibt eine Dame, „trotz aller Anstrengungen einer Vermehrung meines Körpergewichts kein Ziel setzen. Ich ruderte, spielte Tennis, kasteiete mich mit einer strengen Diät — nichts half. Der ungalante Arzt meinte: Das kommt mit den Jahren! Da teilte mir eine tadellos schlanke Freundin ihr Geheimnis mit: sie radelte täglich in möglichst flottem Tempo, ohne auszuruhen oder abzusteigen. Stellte sich dabei Durst ein, so drückte sie eine mitgenommene Zitrone ganz weich, bohrte ein kleines Loch hinein und sog den Saft aus. Beim Nachhausekommen rieb sie sich erst mit lauem Wasser ganz ab, dann frottierte sie den Körper, besonders Beine und Füße, mit einem rauhen Rubberstofftuch sehr stark und lange. Dies Frottieren geschah reibend und zugleich drückend. Dazu aß sie viel Obst und trank Zittonenwasser. — Ich befolgte diesen Rat, benutzte das im letzten Jahre etwas vernachlässigte Rad täglich, handelte genau nach Vorschrift, und habe die Fretlde, jetzt, nach sechs Wochen, acht Pfund fchlattker und förmlich verjüngt zu fein." Das Mittel scheint nicht nur zweckentsprechend, sondern auch in gesundheitlicher Beziehung empfehlens- wert zu sein.__
Schiffslmchrichteil.
Hamburg-Amerika Linie.
Hamburg, 28. August. Der Hamburger Post-Dampsei „Phönicia", Kapitän Schmidt, ist am 27. August, 5 Uhr nachm., wohlbehalten von Hamburg via Boulogne s/M. in Newyork angekommen.
MöcheutliHe Ueberstcht da Todesfälle i» der Stadt Gieße».
34. Woche. Vom 16.-22. August 1903.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Mann Militärs Sterblichkeitsziffer: 23,19,
nach Abzug von 5 Ortsfremden: 13,53 °/co.
Kinder
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, toie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von attswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im
1. Lebensjahr: 2.-
vom
-15. Jahr
Kindbettfieber
1(1)
KD
—
—
Tuberkulose der
Lungen
KD
1
Tuberkulose des
Bauchfells
Kl)
1(1)
_
Schlagfluß
1
1
—
Brechdurchfall angeoorene Lebens-
1
—
—
1
schwäche
1
—
1
—
Neubildungen
Kl)
KD
—
—
Alterskran'kheiten
1
1
—
—
Blinddarmentzündung 2 (2)
2(2)
—
—
Nierenentzündung
1
1
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—
Krämpfen
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—
1
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Summa:
12 (5)
9(5)
2
1
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