Nachbarstaaten. Wie aus Worms berichtet wird, übernimmt Redakteur Hans Trützschler von Falkensicin, früher Chefredakteur des entschlafenen „Franks. Journals", jetzt Feuill.-Redatteur des ^Franks. Gen.-Anz.", am 1. Oktober die Redaltwn der ^Wormser Zeitung"-
funten und Hörer wie folgt zusammen: Kaufleute OT, JiidustrieNe und Techniker 13, Juristen und höhere Ver- waltuugsbeamte 15, mittlere Verwattungsbeamte 18, Lehrer 52 (darunter 16 akadern. und 36 jcmin. gebildete), Lehre- rinnen 43, sonstige Berufe 12, abgesehen von den beruf- losen Frauen, deren Zahl 41 beträgt, Von den Hospitanten waren 47 akademisch gebildet. Soeben wird das Vorlesungsverzeichnis der Akademie für daö Wintersemester 1903/04 versandt, das am 21. Oktober d. I. mit der Feier des Rektoratswechsels beginnt. Es gliedert sich nach folgenden Rubriken: Volkswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften und Konsularpraxis, Versicherungswissenschaft und Statistik, Handelswisjenschasten (Kaufmännisches Rechnen, Bnchfuhr- ung, Korrespondenz, Handelsgeographie usw.) Geschichte, Literatur mit) 51unstgeschichte, Neuere Sprachen, Technik und andere Hilfswissenschaften. Es werden im ganzen 86 verschiedene Vorlesungen (einschließlich Seminar-, Laboratorium und sonstige praktische Hebungen) gehalten, acht mehr als im vorigen Semester, und es werden noch wertere hinzukommen.
Gerichtssaal.
Gießen, 1. August. In der gestrigen Straskammer- i h u n g unter dein Vorsitze des Landgerichtsrats Dr. Schäfer kam zunächst zur Verhandlung die Stafsache gegen H. M. wegen Jagdvergehens zur Zeit der W e t t e r f e l d e r Treibjagd in der Feldgemarkung von Ober-Bessingen. In erster Instanz vor dem Schöffengerichte Lanbach war der Angeklagte in eine Geld- trafe von 60 Mk. verurteilt worden. In der gestrigen Berufungsverhandlung ergab die Beweisaufnahme folgendes: Der Angeklagte hat genieinsam mit anderen Rölhgeser Bürgern die dortige Jagd gepachtet. Am Tage der Wetterfelder Treibjagd waren auch die Röthgeser ausgezogen. Unter ihnen war der Angeklagte mit feinem Hunde aus fremdes Jagdgebiet eingetreten. Der Hund streifte frei auf dein Felde umher. Ein Gewehr hatte der Angeklagte nicht bei ich. Das Gericht verwarf die Berufung. Auch die Höhe der von dem Vorderrichter erkannten Geldstrafe wurde als angemessen erachtet. — In der Strafsache gegen H. D. wegen Beleidigung wurde vor Eintritt in die Beweisaufnahme auf den Antrag des Vertreters der Staatsanwaltschaft die O e f f e n t l i ch k e i t wegen Gefährdung der Sittlichkeit ausgeschlossen. Tas nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit verkündete Urteil wies die Berufung des Angeklagten wie diejenige der Staatsanwaltschaft als unbegründet zurück; die Kosten der Berufungsinstanz wurden dem Angeklagten zur Last gelegt einschlteßlich der der Beleidigten — diese hatte sich auch in der Berufungsinstanz als Nebenklägerin angeschlossen — erwachsenen notwendigen Auslagen.— Beim Postamt Büdingen war von G. K. eine Einzahlung geleistet worden; unter dem Gelde befand sich ein n a ch g e m a ch t e inmark - t ück. Im objektiven Verfahren wurde von der Staatsanwalt- chast Einziehung des Falschstücks beantragt. Die Strafkammer erließ dahingehendes Urteil. — Der Pumpenmacher G. E. war vom Schöffengericht Hungen auf Grund des § 366 Z. 7 Str.-G.-B. verurteilt worden, da er am 21. März 1903 zu Wohnbach mit einem eidicken Stein auf den Sohn des Wilhelm Wolf IV. von Wohnbach geworfen habe, ohne diesen jedoch zu treffen. Die heutige Hauptverhandlung ergab den nämlichen Tatbestand. Die Strafkammer verwarf kostenfällig die Berufung des Angeklagten. — Der Müller Ehr. F. hatte am 15. Dezember 1902 unterlassen, einen Rechen vor dem Radwerk seiner Mühle anzubringen. Das Schöffengericht Alsfeld sprach den Angeklagten frei und überbürdete der Staatskasse die Kosten des Verfahrens einschließlich derjenigen der Verteidigung des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein und beantragte, das Urteil des Schöffengerichts insoweit abzuändern, als die Kosten der Verteidigung des Angeklagten der Staatskasse auferlegt seien. Die Strafkammer gab der Beruftmg der Staatsanwaltschaft statt, da der Angeklagte bei der einfachen Sachlage selbst seine Rechte hätte wahren können, doch seien die Auslagen, die dem Angeklagten bei eigener Verteidegung erwachsen wären, zu seinen Gunsten zu üe- rucksichttgen.
sd. Gießen, 1. Ang. Der Unteroffizier H. Such land von der 7. Komp. Inf.-Regt. Nr. 116 war wegen Achtungsverletzung vom Standgericht Gießen am 11. Juli zu 8 Tagen Mittelarrest verurteilt worden und hat dagegen alsbald Berufung eingelegt. Der Anklage liegt folgender Tatbestand zu Grunde: Suchland war Küchenunteroffizier. Am 29. Juni wurde von dem Vorstand der Küchenverwaltung gemeldet, daß die Kessel nicht hinreichend gereinigt wären. Am 1. Juli hielt der Vorstand wieder eine Revision ab, fand nach der Aussage des Musketiers Sitnon den ersten Kessel in Ordnung, während er bei dem zweiten Kessel wieder Unreinigkeiten beanstandete, worauf der Unteroffizier S. erwiderte, daß, um Rost zu vermeiden, der Kessel mit Schmalz eingeschmiert sei. Der Hauptnrann fuhr in seinen Beanstandungen fort, was den Unteroffizier veranlaßte, wiederholt eine Enkschul-
degung zu versuchen, worauf er von dem Hauptmann energisch zurechtgewiesen und angeblich mit Schimpfworten traktiert wurde, lvas übrigens bestritten wird. Ebenso veranlaßte der Offizier den Angeklagten, eine stramme militärische Haltung einzunehmen, was dieser in demonstrativer Weise tat. Am 3. Juli reichte der Unteroffizier Be- chwerde wegen ungerechter Behandlung seitens des Hauptmanns beim Regiment ein; am 6. Juli wird er wegen seines Vergehens vom 29. Juni zu drei Tagen Mittelarrest verurteilt, aber am gleichen Tag wird auch seitens des Hauptmanns die Klage gegen S. wegen der am 1. bei der Kesselrevision erfolgten Achtungsverletzung erhoben; ams 7. Juli endlich wird dem Unteroffizier S. mitgeteilt, daß seine am 3. gegen den Hauptnrann v. B. erhobene Beschwerde von dem Obersten für begründet erachtet worden sei. In der Verhandlung vor dem Kriegsgericht zu D a r m st a d t am 30. v. M. behauptete nun der Angeklagte, daß er keineswegs widersprochen, sondern sich nur rechtfertigen wollte. Musketier Simon sagt aus, daß die Beanstandungen des Hauptmanns B. eine Antwort provoziert hätten. Der Vertreter der Anklage beantragt, die Bes- rusung des S. zu verwerfen, da die Strafe nicht zu hoch sei, während dagegen auch der von dem Gerichtsherrn inzwischen eingelausenen Berufung nichl stattzugeben sei, da man dem Angeklagten zu gute halten müsse, daß die Auslassungen des Offiziers geeignet waren, ihn zu reizen. Der Verteidiger des Angeklagten Justizrat M e tz bittet um eine viel mildere Strafe. Der Gerichtshof verwarf die Berufung des Gerichtsherrn, gab dagegen der Berufung des Angeklagten statt und hob das erstinstanzliche Urteil auf. S. wurdp nur wegen seiner achtungswidrigen Haltung zu * Tagen gelindem Arrest verurteilt.
sd. Darmstadt, 31. Juli. Der Musketier Josef Jacobberger aus Bitschweiler i. E., zum Jns.-Regt. 9cr. 116 eingezogen, verschwand eines Tages, begab sich nach Frankreich und trieb sich längere Zeit dort umher, bis ec schließlich wieder in seiner Heimat sestgenommen wurde. Er wird wegen Fahnenflucht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt und ,in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt.
Frankfurt, 31. Juli. Der Fabrikbesitzer Dr. Schick zu Breitscheio, der früher hier wohnte, richtete am 8. September 1902 eine Eingabe an das evangelisch-reformierte Dekanat zu Dillenburg, worin er sich über den Pfarrer Philippi zu Breitscheio beschwert. Er führte darin u. a. aus, daß der Pfarrer es ihm durch sein sittliches Ver-
Kirch die Verordnungen des Polizeiamts wegen der ^Heater- frage als zu weitgehend bezeichnete und den Oberbgm. bat, hier nach Möglichkeit eine Milderung anzustreben. Er führte weiter au$, trnii er sich gefreut haben würde, wenn rer Oberbürgermeister auch hinsichtlich der von ihm untcriagtcn evangelischen FriedhofSwe.he durch den eilten Stadtpfarrer eine gleiche Mäßigung als Cbef der städtischen Verwaltung sich aufedegt hätte, damit nicht, wie es in dem hiesigen sozialdemokratischen Blatte geschehen sei, unseren evangelgchen Geistlichen allein die Sch'ild zugeschoben wurde. Der Wahr- ung des konfessionellen Friedens habe in dieser 'Angelegen- beit der Leiter unserer Stadtverwaltung nicht gedient. — Ferner ist zu bemerken, daß Stadtv. Pirr nur von dem Tonne na b suhrwa gen gesprochen und die stadt,seheVerwaltung gebeten hat, diesem m Reinigung und Desmsettion strengere Ueberwachung zuteil werden zu lassen.
** Iuqendfest. Wir können mitteilen, Daß oas Juaendfest im Philosophenwalde abgehalteu werden kann. Der Festplatz wie die Wege dahin sind vollkommen trocken.
M. Beuern, 31. Juli. Lehrer Hedrrch, welcher die dritte Lehrer stelle hier als Vikar versteht, wurde die vakante Stelle zu Obermoos definitiv übertragen, wohin er gestern von hier abreiste. Seine kleinen Schuler gav^n ihm eine kleine Strecke das Geleite.
w. Aus dem Biebertal, 1. Aug. Wenn man dem einsamen Waldweg nachgeht, der von Rodheim über die Höhe nach Waldgirmes-Wetzlar führt, so kommt man an einen Stein, welcher den Namen Frauen kreuz tragt. Der Stein steht genau auf der Grenze, wo Die Waldungen Rodheim, Heuchelheim und Kinzenbach zusammeittreffen, aus letzterer Gemarkung und trägt Die Bezeichnung N. W. 1 < 71. Frauen f. Er steht vermutlich an stelle eines alteren Kreuzes, das hier gestanden und dessen Errichtung folgenden Anlaß gehabt haben soll. Auf der Burg zu .ckafian-^veil- lmrg wohnte einst der reicye Gras Otto mit seiner Gemahlin Jutta, denen nichts am. Erdengluck zu fehlen schien. Lästerzungen suchten dem Grafen allerlei Rederi der Untreue seiner Gemahlin zuzuraunen, Nur zu leicht lieh der Graf den Verleumdern das Ohr. Ein Besuch bei einem befreundeten Nachbar im oberen Lahntal führt Mann und Frau allem über diesen Waldweg, während die Diener dem Wunsche des Grafen gemäß in einiger Entfernung nach- folgten. Schweigend schreitet mit finsterem Blick Gras Otw neben seiner Gemahlin dahin. Immer dichter schließen sich die Bäume, öder und düsterer wird der Waldpfad. Jutta wagt nicht, das Schweigen ihres Gemahls zu unterbrechen. Doch plötzlich bleibt dieser stehen, herrscht sie an und spricht: „Tu kannst. Unwürdige, Dir eine Gnade verdienen, wenn Du mir gestehst, wie schändlich Tu mir die Treue brachst!" Mit diesen Worten setzte er den Dolch auf die Brust der Ahnungslosen. Bleich vor Entsetzen schweigt sie im Bewußtsein ihrer Unschuld. Dadurch wird der argwöhnische Graf noch wilder- er stößt den Dolch ins Herz. Ein schwacher Schrei, ein milder Blick iivch nach dem Mörder und ihr Leben ist davon. Durch höhere Schickung wird Juttas Unschuld offenbar. In Trauer und Schmerz verzehrt sich b-r Witwer. Durch Buße und Reue hofft er Beruhigung zu finden. Daraus pflanzt er das heilige Zeichen des Kreuzes an der Stelle, wo feine Gemahlin ihre edle Seele aushauchte. Dann pilgert er im Büßergewand nach dem heiligen Grabe. In Weltentsagung brachte er sein Leben dahin, bis der Tod ihm Ruhe gewährte. Tie Stelle, wo die Leidenschaft ihr blutiges Opfer forderte, heißt zur Erinnerung an jene Begebenheit das „Frauenkreuz".
Offenbach, 31. Juli. Tem Beispiel anderer Städte /olgend, hat eine größere Anzahl hiesiger Kolonialware n h ä n d l e r sich zur Bildung einer Einkaufs-Genossenschaft zusammengeschlossen. Tie Mitglieder derselben werden dadurch in Stand gesetzt, unter gleichen Vorteilen wie die Grossisten ihre Einkäufe zu machen und dem Publikum unter günstigen Bedingungen eine gleichmäßige und gute Ware zu liefern.
Worms, 31. Juli. Gestern abend wurde hier Tr. Cijka, technischer und kaufmännischer Tirektor der Aktiengesellschaft für Großfiltration unter dem Verdachte verhaftet, eine im verflossenen Jahre hier gewesene Schauspielerin, welche sich eines Verbrechens gegen das keimende Leben schuldig gemacht haben soU, zur Begehung dieses Verbrechens angestistet, bezw. ihr Beihülfe geleistet zu
Univerjitüts-Nachrichten.
Akademie für Sozial- unoHandelswisse n- schasten zu Frankfurt cu M. Die Frankfurter Akademie hat für ihr gegenwärtiges viertes Semester abermals einen erheblichen Zuwachs ihrer Besucher zu verzeichnen. Die Zahl ist von 95 auf 121 gestiegen. Dem Berufe nach sind darunter 62 Kaufleute, 19 Industrielle und Techniker, 17 Juristen und höhere Verwaltungsbeamte, 3 mittlere Verwaltungsbeamte, 13 seminarisch gebildete Lehrer, die sich größtenteils auf den Handelslehrerberu vorbereiten, 3 Studierende der neueren Sprachen und < Vertreter sonstiger gelehrter Berufe. Von den Besuchern haben 40 bereits eine anderweitige akademische Bildung abgeschlossen. Bemerkenswert ist namentlich dre bedeutende Zunahme der Zahl der kaufmännischen Besucher. Von 41 im vorigen Semester ist sie auf 62 gestiegen. Außer von Den „Besuchern" im engecu Sinne (Studierenden) wird die Akademie im laufenden^ Semester von 216 Hospitanten und 77 Hörern besucht. Nach dem Berufe setzen sich die Hospi-
Uermischlrs.
* Bremerhaven, ßl. Juli. Bei einem Dachstuhlbrand ist eine 17jährige Dienstmagd und ein lljähriges Mädchen in den Flammen umgekommen.
* Königsberg, 31. Juli. Blätter berichten über ein bei Juditten stattgehabtes Duell. Die Tuellanten waren kurländische Edelleute und nahe verschwägert. Beim zweiten Kugelwechsel wurde der Aeltere, in der Mitte der 60er Jrchre stehend, von seinem Gegner in den Unter- eib schwerverletzt.
Inns b ru ck, 31. Juli. Aus dem Zillertul wird Hochwasser gemeldet. Der Bahnverkehr zwischen Neuenhof und Zell ist unterbrochen. Die Uferschutzbauten werden überall verstärkt. Die Temperatur ist im Fallen, im Gebirge fällt Schnee.
* Die Heinersdorser Kinder. Heinersdorf erhält einen neuen Pfarrer. Bei der ersten Predigt /mißfällt es ihm, daß die Frauen ihre kleinen Kinder mit in die Kirche bringen, die durch Schreien öfters die Andacht stören, weshalb er noch zum Schluß einige Worte hierüber an die Mütter .richtet. Beim Verlassen der Kirche tritt der Ortsvorstand zögernd auf den Herrn Pfarrer zu. „Nun", ruft der Pfarrer, „Herr Sa)ultheiß, „haben Sie mir etwas zu sagen?" „Ja!" antwortet der und kraut sich verlegen hinter den Ohren, „Herr Pfarrer! Ihre Predigt ist recht schön gewesen, aber eines hat uns nicht gefallen!" „Das wäre?" „Sehen Sie, Herr Pfarrer, in der Bibel steht doch: „Lasset die Kindleüi zu mir kommen, und . . „I", ruft
der Pfarrer dem bibelfesten Schulzen zu, „das waren aber auch keine Heinersdorser Kinder!"
*Eineiunge Braut. Der gesamte Stadtteil Psyrm in Athen bejand sich in hellem Aufruhr, weil die neunjährige Helenitza mit einem 25jährigen jungen Mann verheiratet werden sollte. Wirklich saß das Mädchen ganz würdig auf dem Sofa, mit Orangeblüten und dem Brautschleier geziert, in Erwartung des Popen, der zur Vollziehung der Trauung gebeten war. Als aber der Pope erschien, weigerte er sich trotz des Erlaubnisscheins des Metropoliten, seines Amtes zu walten. Man begab sich deshalb zum Metropoliten selbst, der die Trauung nochmals gestattete, aber riet, die Feier nachts zu veranstalten, wenn die Neugierde der Nachbaren nicht störend eingreifen könne. So geschah) es, mcd wirklich wurde das neunjährige Mädchen unter allen Zeremonien seinem Aus erwählten ehelich verbunden.
hoben. Bei Vollzug der vom Gr. Amtsgericht angeordneten Verhaftung des Dr. Cifka feuerte dieser auf den mit der Verhaftung beauftragten Kriminalschutzmann RuppelmittelsRevolverszweischarseSchüsse ab, trotzdem der Schutzmann ihm vorher aus dessen Frage: „Wer da?" ausdrücklich zugerufen hatte, daß er Polizeibeamter sei. Glücklicherweise gingen beide Schüsse fehl. — Unter dem gleichen Verdachte wurde ferner noch die geschiedene Ehefrau eines früheren Wirtes in Untersuchungshaft genommen.
Hofgeismar, 31. Juli. Um Ostern dieses Jahres trafen ein Förster und ein Forstlehrling, die auf Wilderer fahndeten, im Reinhardswald zwei wildernde Männer. Ta diese die Flucht, ergriffen, auf Anruf nicht standen und die Waffen nicht ablegten, so wurde g e s ch o f s e n. Während der eine Wilderer unerkannt entkam, erhielt der andere, ein Mann Namens Fiegehenne aus Hombressen, einen Schuß durch den Oberschenkel. Die faustgroße Wunde im Oberschenkel rührt von einem Mantelgeschoß mit freigelegter Bleikappe her, einem der berüchtigten Dumdurn-Ge- s ch o s s e. Jedermann in Deutschland erinnert sich noch, mit welcher Entrüstung man vernahm, daß die Engländer im Anfang des Burenkrieges sich der Dumdums bedient hätten. Trum sollte man sich erst recht hüten, diese Geschosse mit chrer scheußlichen Sprengwirkung gegen Deutsche zu verwenden, auch wenn sie Wildschützen sind, und sich lieber der „humanen" Vollmantelgeschosse bedienen. Tie Aerzte hatten im Anfang dem Mann das Bein nicht ab genommen, weil sie es zu erhalten hofften, aber er liegt noch jetzt ohne viel Hoffnung aus Erhaltung des Lebens darnieder. Derselbe Mann war vor mehreren Jahren von einem Förster innerhalb des Wildgatters beim Wildern ertappt worden. Aus Befehl des Forstrats feuerte der Förster und traf ihn in die Schulter. Obgleich es dem Manne gelang, das an drei Meter hohe Gatter zu überklettern, wurde er nachträglich doch gefaßt und bestraft. Ten Leuten in den Walddörjern liegt das Wildern noch tief im Blute. Zu der alten Idee von dem Recht jedes Mannes, alles Getier im Wald und Feld, in Der Lust und im Wasser durch Ergreifung sich anzueignen, gesellt sich vererbter Haß gegen alles Wild aus Der Feudülzeit.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den
Die Neberschwcmmungen in Schlesien und Brandenburg
Es besteht, wie verlautet, ans Seiten schlesischer R eich s t a g s abg e o r d ne t e r die Absicht, im Rei ch s- taa den Offizieren und Soldaten Dank abzustatten für Le bei der Hochwassergefahr der bedrohten Be- völkernna geleisteten Dienste. Seitens einiger Landgemein- den denen Die Soldaten durch ununterbrochenes Arbeiten au ' Dämmen und Deichen Ernte und ^hoft vor dem Verderben bewahrten, ist dem Dank bereits Ausdruck aeacbcn worden. Es geht daraus hervor, daß die .Hilfeleist- una besonders durch die beiden schlesischen Pionierbataillone von allergrößtem Werte war. Die Ächisser, Fischer, Zimmerleute, Brumienbauer, aus denen die Bataillone zumei)i sich rekrutieren, haben unter Leitung ihrer technisch durchgebil- Dctcn Offiziere Tag und Nacht in aufopfernder Weise gearbeitet und sind teilweise noch jetzt tätig. Das Militär hat bewiesen, Daß es seinen Berus erblickt im Schutze der Bevölkerung auch in Friedenszeiten. Dessen darf wohl im Parlament mit Worten der Anerkennung gedacht werden, nicht minder auch des Verhaltens Der betre fsend en Trichpen- kommaiideure, die ihre Mannschaften unverzüglich m die gefährdeten Ortschaften entsauDten. Einen besonderen Anlaß, Der bewaffneten Macht dankbar zu fein, hack schneßlich die bäuerliche Bevölkerung. Wenn ein großer Teil der reichen Ernte Schlesiens gerettet und in Die Scheuer gebracht ist, so ist Day auf Die Hilfeleistung der Soldaten bei den Emtearbeiten zurückzusühren. Die Leutenot, unter der die Landwirtschaft im Osten beständig leidet, hatte andern- alls die bäuerlichen Besitzer diesmal auf das empfindlichste getroffen. Für den Kaiser wird dem Vernehmen nach ein ausführlicher Bericht über Die Tätigkeit des Militärs in den Hochwassertagen angefertigt.
Ter „Nordd. Allg. Ztg." zufolge wurde unter Vorsitz des Finanz Ministers von Den beteiligten staatlichen Ressorts die Lage des U e b e r s ch w e m m u n g s g e b i e t s in der Provinz Brandenburg berat en. An der Sitzung nahmen Der Oberpräsident v. Bethmaun-Hollweg, der Regierungspräsident v. Windheim-Frankfurt a. d. O. und der LanDesdirektor Frhr. v. Manteuffel tell. Don diesen wurde übereinstimmenD erklärt, daß bisher bei den öffentlichen Teichen bis auf einen weder an der Warthe, noch an der Oder Teichbrüche eingetreten seien; im übrigen ließe sich die Beschädigung wegen der Höhe des Wassers noch nicht übersehen. Aus gleichem Grunde könne noch nicht beurteilt werden, welche Mittel notwendig seien, um Die Herbstbestellung zu erniöglichen, und in welchem Um- ange die staatliche und provinzielle Hilfsaktion geboten ein würde, um die durch die Ueberschwemnmng Geschä- jigten dauernd im Nahrungszustande zu erhalten. Während Die Warthe in Posen bereliS stark gefallen sei, habe das Hochwasser der Warthe und der Oder erst soeben Küstrin passiert. Auch hinge der Umfang Der Schäden, namentlich oweit sie durch Trängewasser verursacht wurden, von der noch nicht übersehbaren Tauer des Hochwasserstandes der Oder unD der Warthe ab. Zur Beseitigung der augenblicklichen Notstände, zu Den ersten Arbeiten an den beschädigten Teichen, sowie für die erforderlichen sanitären Maßnahmen bedürfe es einer Summe von 50000 Mark a fonds -erdu. Tiefer Betrag wurde vom Finanzminister, vorbe- )altlich der Genehmigruig des Landtags, b e r e it gestellt.
iin MWer beteilig
den M Lernrte Schöffe' einM gerich>° ? 193/ tDCtb» S-em '
sigen wegen • schmied . Znstrume nahmen in -arr Arbeit ar keber liel Mer zu Sonntag Arbeiter vnd so e' Sie gab er bezahlens noch nut)! Weil lau Ochs weg' ylonaten
sMitgetei Prioai
Lest. Demi Torn Boch> Harp
Kraul lauten die c ragende, iw ieute versiä sicherlich ih leichteren t bleibt Die e wie vor al ullwickelun halb auch Lordergrir bie Kurse l skigend; . Ä welche dm Lerhar Wn em rmächsi. nächn, Tüi bei bet V WiMY ckerdnv hallend %eut ftem vogui eine i Für
veiy lll-Do
gefiel und
^ioitb
*le in, feto S Ntoe s nekn, Wn, ;
Süq'ti


