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1.8.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 17S

Erscheint tLgkich außer Sonntag«.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien» dlütter viermal in der Woche betgelegL

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Un tvers.-Buch- u. Stein- druckeret (Pirsch Erbens Medaktton, Erpedttion und Druckerei:

Schnlstraße 7,

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fcrnsprechanschluß Nr. 51.

Zweites Blatt. 153. Jahrgang

Samstag 1. August 1903

Gietzener Anzeiger

** General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

Be)«g»pret-r inonatlich75Ps viertel» jährlich Mk. 2L0; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk. 2. viertel- tährl. mrßschl. Bestellg. Annahme von Anzeiger! ür die Tagesnummei j18 vormittag« 10 Uhr

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BeraNtwortlich Hh den poltt and atigern. Teil: V. Wittko: für »Stadt und LanhE und .GerichtSsaal^: August Götz; füx den An­zeigenteil: van« Beck.

Aie heutige Yuwwer umfaßt 14 Seiten.

Städtische KandwerKspolitiL.

Seit 30 Jahren treiben Reich und Einzelstaaten Hand- werkspolitik. Viel Fruchtbares ist dabei bis jetzt leiber noch nicht herausgekommen. Die Sozialpolitik ist halb so alt und hat große positive Kulturwerte von dauernder wirtschaftlicher und politischer Bedeutung geschaffen. Lange bestand mangelhafte Klarheit über die Grunvlage, wer der natürliche Träger der Bestimmungen sei, dem Handwerk mit praktischen Mitteln zu helfen. Zuerst ist das Reiche dann sind die Einzelstaaten angerufen worden. An die Gemeinden als Träger der Handwerkspolitik hat man noch kaum gedacht, obwohl bei dem Umfange der Handwerks­betriebe und als die unmittelbarsten dtutznießer ihrer Leistungen gerade die Kommunen die nächsten zur Hand­werkspolitik sind. Für die Unterbringung und Sozial- pslege der industriellen Arbeitermassen haben manche Ge­meinden der ganzen Bürgerschaft außerordentliche Lasten zugemutet. Für das Handwerk haben viele, lediglich soweit das Fortbildungsschulwesen in Frage kam, und auch da nur der staatlichen Initiative folgend, eine offene Hand gehabt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Steuern und Mieten drücken den kleinen Handwerker vor allem, schon wegen der festen Fälligkeitstermine. Von den Steuern weniger die Staatssteuern, als die Gemein de- z u s cy I ä g e. Daß die Gemeinden sehr gut Wohnungs­politik treiben können, ist anerkannt. Diese Betätigung bildet den Zweck der z. B. in unserer Nachbarstadt Frank­furt a. M. von Miquel begonnenen und von Adickes fort- gesührten Bodenpolitik. Die kleine westfälische Stadt Lüttringhausen hat Handwerkerwohnungen mit Werkstätten gebaut urrü vermietet sie billig. Sie giebt ferner zu 4 Proz. zwanzigjährige Darlehen an Handwerker, die auf städtischen Boden selbst bauen wollen. Da von den Landesversicher­ungsanftalten Geld zu gemeinnützigen Bauten zu zweiein­halb Prozent erhältlich ist, setzt die Stadt bei diesem System nichts zu, während sie andererseits ihre Steuerquellen stärkt. In den Städten mit Großindustrie eröffnet sich in der billigenAbgabeelektri scher KraftmitVor- zugstarisen für die Handwerksbetriebe die Möglichkeit, den Uebergang der Handwerker zum Maschinenbetrieb und zur Spezialisierung ihrer Arbeit zu erleichtern. In dieser Erwägung werden in einzelnen Städten sogar Darlehen zur Motorbeschaffung gewährt. An Orten, wo, wie z. B. in Rathenow, das Hand­werk sich fast ausschließlich einem Gewerbszweige widmet, ist das noch leichter. In solchen Orten muß und kann die Gemeinde auch bei der Bildung von Ein­kaufs- und Vertanssgesellschaften tätiger Hand anlcgen. Die erhöhte Steuer crakt der Gemeinden verpflichtet sie zu ernsterer Handwerkspolitik.

Zur M«yt des neuen Papstes.

Aus Rom wird vom 31. Juli gemeldet.^ In der gestrigen Kongregationssitzung wurde den Kardinalen die Konklave- medaille mit dem Wappen Oreglias überreicht. Viel kom­mentiert wird die Einladung der französischen Kardinäle seitens des französischen Gesandten beim Vatikan. Tie Stimmen der französischen Kardinäle werden sich auf Ram- polla und Vanutelli verteilen. Heute vormittag 10 Uhr fand als Einleitung zu den mit dem Konklave in Zu­sammenhang stehenden Feierlichkeiten in der Paulinischen Kapelle eine von dem Kardinal Serasine V a n n u t e l l i zelebrierte feierliche Messe statt, der 61 Kardinäle bei­wohnten. Nach der Beendigung verlas Monsignore Sardi eine lateinische Ansprache, in der die Kardinäle aufgefordert werden, eine fromme, gelehrte und mildtätige Persönlich­keit zum Papst zu wählen. Gegen 12 Uhr war die Zeremonie beendigt. Seit nachmittags 3 Uhr herrscht in der Um­gebung des Vatikans, wo das Konklave abends zusammen­tritt, reges Leben. Die Begleiter der am Konklave teil­nehmen Kardinäle trafen zu Wagen mit den den Kardinälen gehörigen Gegenständen ein. Erne beträchtliche Menschen­menge hatte sich bereits angesammelt. An allen Fenstern des Vatikans waren die Läden geschlossen. Unt 4 Uhr wurde das in der Nähe aufgestellte Militär verstärkt. Eine starke Abteilung berittener Karabinier: verteilte sich über die Zu­gänge zu den päpstlichen Palästen. Der Konklavemarschall, Fürst Chiegi, traf im Vatck'an um 4 Uhr ein, wo auch die Kardinäle nacheinander ankommen. Me 62 Kard inäle sind mit dem bekannten Zeremoniell in das Konklave ein getreten. Im ganzen wurden um 7 Uhr 365 Per­sonen eingeschlosseu. Von Details ist nur zu berichten, daß die Kardinäle in der letzten Kongregation das Honorar der Aerzte Leos XIII. auf 50 000 Lire sestsetzten. Tie Ein­fahrt der Kardinäle in den Vatikan gegen 4 Uhr hatte nur wenig Neugierige angelockt. Als di Pietro in das Portal einsuhr, ries ein italienischer liberaler Journalist: Das ist der neue Papst!" worauf der Kardinal ihn lächelnd segnete. Die Kardinäle haben nur für drei Tage Wasche mitgenommen. Wenn das Konklave länger dauert, muß neue Wäsche durch die von Prälaten bewachten Dournr- quets eingeführt werden, die täglich je vier Stunden ge­öffnet sind. Die Bearbeitung der Wähler dauerte bis zum letzten Augenblick an. Heute wurde eine Broschüre gegen Rampolla an alle Kardinäle verteilt. Die Regierung laßt während des Konklaves den Petersplatz beständig start be­wachen. Außerdem patrouillieren reitende Karabinier: um die Mauern des Vatikans. 365 Personen find in das Konklave eingetreten, nämlich: 62 Kardinäle, 40 ^ädischofe unt» Bischöfe für den Sicherheitsdienst, 14 Köche, 20 Last­träger und andere Bedienstete. Von morgen vormittag ab tut auf der Piazza San Pietro und der Risogimento Santa Maria ein starkes Militüraufgebot ständig Dienst, Abteil­

ungen von 32 Mann patrouillieren das Gebiet rund um den Vatikan ab.

Fie ungarische AestechuAgsaffäre.

Im Abgeordneten hause ergriff gestern, Freitag, vor Eintritt in die Tagesordnung Franz Ko s su t h in der Bestechungsangelegenheit das Worr und erklärt, es liege ihm fern, eine:: Verdacht cruszusprechen. Nachdem jedoch der Gouverneur von Fiume, ein der Regierung nahestehen­der Mann, die Urheberschaft der Bestechung eingestandcn habe, ruhe der Verdacht auch auf dem Ministerpräsidenten, und wenn es nicht gelinge, in dieser Mchjtung die öffent­liche Meinung vollständig zu beruhigen, erscheine der Mi­nisterpräsident als ungeeignet, um auf seinem Posten zu bleiben. (Stürmischer Beifall links.) Präsident Ap- vonyi beantragt hierauf, einen Untersuchungsaus- I ch u ß zur Aufklärung der Bestechungsangelegenqeit zu wählen und das Haus zu vertagen, bis der Ausschuß Be­richt erstatten werde. Dieser Antrag wird angenommen mit der Einschränkung, daß die Vertagung nicht über den 10. August dauern soll. Ministerpräsident Graf Khuen- Hedervary erklärt mit Bezug auf die Aeutzerungen Kosjuths, er werde vor dem Untersuchungsausschuß er­scheinen. (Allgemeine Zustimmung.^ Der Ministerpräsident fährt dann fort: Kosjuth erklärte, mich wegen der Bestechf- ungsangelegenhcit nicht verdächtigen zu wollen, fordert mich, aber auf, den Platz zu verlassen. (Beifall links.) Meiner Ansicht nach würde ich mich nicht nur gegen mich, sondern auch gegen das Land versündigen, wenn ich dieser Auffor­derung Folge leisten würde. (Lebhafter Beifall rechts. Be­wegung links.) Die parlamentarische Unter­such u n g s k o m m i s s i o n wird sich, wie aus Budapest vom 31. d. M. gemeldet wird, morgen konstituieren und unter Ausschluß der Oesfentlichkeit die Untersuchung der Bestech- ungsafsäre beginnen. Ter Ministerpräsident und der Gou­verneur von Fiume, Graf Szapary, weroen zuerst vernom­men werden. Die Abends erschienenen oppositionellen Blätter jubeln über den errungenen Erfolg, der zum Siege führen müsse, und eifern zu rücksichtslosem Kamps an. Wie weiter aus Budapest telegraphiert wird, soll sich der Re­dakteur Dien es, der bekanntlich in die Bestechungs-Affäre verwickelt ist, nach, Berlin begeben haben. Bei den Be­stechungen sollen noch mehrere Vermittler beteiligt ge­wesen sein, die alle bis auf den Redakteur Singer flüchtig sind. Drei Mitglieder der Regierungspartei haben ihren Austritt bereits angemeldet Weitere Austritte werden er­wartet. In den Wandelgüngen des Abgeordnetenhauses herrschte die denkbar größte Aufregung, da Gerüchte im Umlauf sind, daß noch andere oppositionelle Abgeordnete bestochen (int) und die Opposition eine Unrersuchpng gegen sämtliche Mitglieder der Opposition fordern wird, damit etwaige Schuldige gebranömarkt werden können. Der Ab­geordnete Papp äußerte, er habe vollgültige Beweise, daß Gras uyuen-^eoervary der eigentliche Urheber der Bestech­ungs-Versuche sei.

Aus Budapest, 1. August, wird bereits gemeldet, daß die. zur Ausrlärung der Bestechungs-Angelegenheit ein­gesetzte parlamentarische Untersuchungs-Kommission gestern abend eine Sitzung abgehalten hat, in der zunächst der Ab­geordnete Papp die bereits bekannte Darlegung über den Bestechungsversuch gab. Hierauf wurde der bisherige Gou­verneur von Fiume, Graf Ladislaus Szapary ver­nommen, welcher erklärte, daß er der Urheber der ganzen Sache sei und im Interesse der Beendigung des ex-lex-Zu stand es gehandelt habe. Zugleich bittet er das Abgeordnetenhaus wegen seines die Würde des Hauses ver- letzerckren Vorgehens um Verzeihung und erklärt feierlich aus Ehrenwort, daß der Ministerpräsident von der ganzen Angelegenheit nicht die geringste Kenntnis besessen hat.

Deutsches Keich.

Kiel, 31. Juli. Die Königin-Mutter Margherita von Italien traf heute mit Begleitung hier ein und begab sich an Bord der englischen Dampsyacht ,,Jolanthe", um eine Fahrt nach Norwegen anzutreten. PrinzAdal- b er t von Preußen reiste heute nachmittag nachCadinen ab.

Berlin, 31. Juli. Nach einer Meldung desPosen. Tgbl." wird der Kaiser in der zweiten Hälfte des Monats August auf wenige Stunden nach Posen kommen. Der Aufenthalt dort wird einen rein militärischen Charakter haben.

Wie aus Brüssel telegraphiert wird, hat die in der belgischen Hauptstadt wohnende Frau Mathilde Wessel ein Schreiben des Abgeordneten Bebel erhalten, dch: angeblich schrieb, er wolle die Affäre Wessel im Reichstage zur Sprache bringen. Wessels Verteidigung in Deutschland würde gegebenenfalls der sozialdemokratische Abgeordnete Rechtsanwalt Haase in Königsberg übernehmen.

Kolouialpost.

Berlin, 31. Juli. Zur Erledigung der Samoa- treitfrage berichtet dieSchjes. Ztg.", daß nunmehr auch über die 5Me der zu zahlenden En tschädigun gen die Verständigung erfolgt ist. Die Mitteilung davon ist aus London dieser Tage nach Berlin gelangt. Der nähere Be­richt und die amtliche Anzeige davon find denmächst zu erwarten. Da wegen der Höhe der Enlschädigungsiummen leine neuen Verhandlungen angeknüpft worden sind, so ist es wahrscheinlich, daß die früher aufgestellten Verluste in 5^)öhe von einer Million Mark zur Auszahlung gelangen.

Ausland.

Wien, 31. Juli. "Rach einer Meldung der Londoner Daily News" gedenkt König Eduard diesen Herbst nach

Men zu reisen und Kaiser Franz Jvsef einen Besuch abzu­statten.

Petersburg, 31. Juli. Die Sitzungen der Kom­mission zur Revision der deutsch-russischen Han­delsverträge beginnen am 3. Auguft d. I. Heute erhielten sämtliche russischen Grenzzolltammern vom russi­schen Finanzministerium die Anweilung, fortan vollwertiges ausländisches Geld anstandslos über die Grenze passieren zu lassen. Damit ist eine seit Jahren namentlich von der deutschen Geschäftswelt beklagte Grenzplackerei be­seitigt.

Aus Stadl und Land.

Gießen, den 1. August 1903.

** Aus dem Programm für die landwirt­schaftliche Ausstellung. Die feierliche Eröffnung findet am 10. September mittags mit dem Glockenschlage 12 statt. Um 2 Uhr folgt ein Festessen in der Festhalle. Während des ganzen Nachmittags arbeiten die Preisrichter bis zum Abend, der Konzert und Tanz bringen soll. Ain Tage da­rauf findet vormittags die Wanderversammlung des ober­hessischen Bienenzüchtervereins statt. Am Nachmittag wird bereits von 4 Uhr an konzertiert. Der dritte Tag bringt am Vormittag die Preisverteilung und Vorführung der prämiier­ten Tiere. Dann giebts ein Festesten der Preisrichter und diesem folgt die Generalversammlung des Verbandes der Herdbuchgesellschaften für das Vogelsberger Rind. Am Nach­mittag und Abend wird wieder konzertiert und zwar am Abend vom Bauerschen Gesangverein. Der 13. September, ein Sonntag, verspricht mannigfache Vergnügungen, abends z. B. Feuenverk, der Montag darauf den Herbst-Pferde- und Zuchtviehmarkt und Prämiierung von Pferden. Am Diens­tag findet schließlich eine Verlosung statt, bei der Gewinne im Werte von 3540 000 Mk. in Betracht kommen.

** Schauspiel- und Konzerthaus. Gestern abend haben die beiden unlängst gewählten Arbeitsausschüsse wieder eine gemeinsame Sitzung abgehalten, in der, wie wir hören, im wesentlichen wichtige Wahlen vorgenommen wurden. Zum Vorsitzenden des Gesamtausschusses ist nunmehr definitiv Kommerzienrat Heichelheim gewählt worden. Diese Wahl bürgt allein wohl schon für einen rüstigen und erfreulichen Fortgang der Vorarbeiten. Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtausschusses wurde Kommerzienrat Georgi. Ferner wurden in den Bauausschuß gewählt die Herren Fabrikant Horst, Schlofiermeister Dörr, Bauunternehmer Winn, Weinhändler Helm, Fabrikant S ch assta e dt, Brauereibesitzer Bichler, Weißbindermeister Petri III. und Geheimrat Prof. Gaffky; in den Finanzausschuß Landgerichtsdirektor Bücking, Fabrikant Klingspor, Rentier Spamer, Stadtv. Pirr, Rechtsanwalt Grünewald, Pianeforte- händler Rudolf, Musikalienhändler Cha liier und Kauf­mann Balser, sodaß die beiden Ausschüsse mit den 7 von uns schon genannten Herren jetzt aus je 15 Mitgliedern sich zusammensetzen. Die umfassende Tätigkeit eines Schriftführers und Referenten des Gesamt-Ausschusses übertrug man dem Prof. Dr. Fromme. Daß man die Presse ganz übergangen hat, ist schwer begreiflich, da man ihre Hilfe doch auch in Zukunft in ganz besonderer Weise in Anspruch wird nehmen wollen. Am Montag abend soll wiederum eine Sitzung der beiden Ausschüsse stattfinden.

* * Prüfungen. Das gestern bekanntgegebene Re-- sultat der Prüfungen für das höhere Lehramt in der mathe­matisch-naturwissenschaftlichen Abteilung war folgendes: Von 21 Kandidaten bestanden folgende 14 Herren: Boeck, Emmel, Heineck, Käfter, Klump, Lamby, Lust, Petersohn, Schaffnit, Schimpf, Schmidtgen, Seitz, Waklhäuser, Weber. Von den übrigen 7 waren 3 vor und während des Examens zurückgetreten.

* * Promenaden-Konzert findet morgen Sonn­tag, lli/2 Uhr, in der Südanlage statt mit folgendem Pro­gramm: Ouvertüre z. Op. Hans SachA von Lortzing; Blau Aeugelei::, Lied ohne Worte von Krauße; Venus-Walzer von Lincke; Finale a. d. Op. Rienzi von Wagner.

* * Das Konzert des Berliner Tonkünst ler- Orchesters ist abgesagt worden und findet also heute abend nicht statt.

* * Fernsprechverkehr. Vom 1. August ab ist Gießen zum Svrechverkehr mit Berkheim (O.-A. Eßlingen), Nellingen (O.-A. Eßlingen), Obereßlingen, Eßlingen und Wildbad zugelassen worden. Gesprächsgebühr 1 Mk.

* * Gießener Volksbad. Die Badefrequenz in unserem Volksbad hat sich in den abgelaufenen 6 Monaten dieses Jahres gegen die des Vorjahres erfreulicherweitse erheblich vermehrt. Es wurden abgegeben vom 1. Januar bis Ende Juni im ganzen 53 231 Bäder gegen 48 650 in 1902, also rund 4500 Bäder mehr. Wir geben die Zahlen ber einzelnen Bäder und bedeuten die in () gesetzten Bäder die des Vorjahres. Schwimmbäder: Scanner 25383 (22 005), darunter ä 10 Pfg. 4773 (4197), Frauen 5910 (4914), darunter ä 10 Pfg. 1246 (924), Brausebäder: Männer 9794 (9674), Frauen 1752 < 1399), Wannenbäder 1. Klasse: Männer 1648 (1474), Frauen 613 (551), 2. Klasse: Männer 4346 (4031), Frauen 2877 (2887), Heilbäder und Massage: Männer 780 (804), Frauen 152 (129). Obschon die Zahl der Frauen, welche das Volksbad benutzen, von Jahr zu Jahr zugenommen hat, )io ibleivt doch zu wünschen, daß diese Benutzung noch stärker werden möge.

* * Unserem geftrigen Stadtverordnetensitz- ungsbericht werden wir gebeten nachzntragen, daß Stadtv. Sch mall sich damit einverstanden erklärte, daß Stadtv.