Ausgabe 
31.10.1901 Zweites Blatt
 
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gänge in der Wohnung der Verstorbenen wird berichtet: Geßner kam am Sonntag nachmittag 3 Uhr zu Nachbars­leuten und erbat sich eine Tasse Milch; er sagte aber nicht, ) seiner Frau etwas zugestoßen sei. Erst später bad er, man möge schnell zu einem Arzt schicken, außerdem chrieb er einen Zettel an seine in der Heiligkreuzgasse wohnenden Schwiegereltern des Inhalts:Julie hat sich vergiftet, kommt schnell her!" Nachbarskeute fanden die Frau beim Betreten der Wohnung in bewußtlosem Zu-- Lande auf dem Fußboden liegen und schafften sie ins Bett. Nachts 12 Uhr 15 Min. ist die Frau, ohne das Bewußt- ein wiedererlangt zu haben, gestorben. Die Frau hat noch am Samstag mit ihrer Dtutter lebensfroh die Markthalle besucht und sich mit Plänen für die Zukunft beschäftigt. Am Hals der Frau sollen auch Strangulationsmerkmale be­merkt worden sein.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Darmstadt ist der Geh. Baurat Professor Erwin Marx, der zu den Zierden der Darmstädter Technischen Hochschule gehörte und an chr 28 Jahre wirkte, gestorben. In Mannheim ist der in Schiffer- und Rhederkreisen bekannte badische Oberzollinspektor Karl Kaiser gestorben.

los Schaden erleiden würde. Zum Schluß wurde eine Re­solution angenommen, in 1>er äuf die große Bedeutung, speziell der westfälischen Tabakmdustrie sowie auf die Nachteile, die eine abermalige Tab akzoll-Er- höhun g im Gefolge haben würde, hingewiesen wird. Diese Resolution soll dem Bundesrat resp. den Reichstagsmit- gliedern übersandt werden.

Friedberg, 29. Okt. Heute vormittag fand im Bei­sein des Direktors und von vier Lehrern, sowie des Stadt- vorstandes und der Schüler die feierliche Einweihung unserer Gewerbe-Akademie statt. Beigeordneter Hieronimus übergab mit einer Ansprache die Anstalt dem Direktor. Dieser erwiderte und brachte ein Hoch auf die Stadt aps. Ein Lehrer hielt einen Vortrag über Druck­luft, der den Schluß der Feier bildete. Es haben' sich bis jetzt 85 Schüler gemeldet.

verwundet worden. <

Wer in diesem heißen Gefecht den Kürzeren gezogen hat, ; geht aus diesen Nachrichten des englischen Oberbefehls- - Habers nicht klar hervor. Jedenfalls aber ersehen wir, < daß heftig gekämpft wird. Ein Telegramm desReuter- scheu Bureaus" lautet: General Louis Botha ist der Ge­fangennahme durch Oberst Remington mit knchiper Not entgangen. Die Engländer überraschten sein Lag-er. Botha entkam mit nur wenigen hundert Aards Vor- : sprung, er büßte seinen Hut, seinen Revolver und seine Papiere ein, die in die Hände der Engländer fielen. Zehn Buren wurden gefangen genommen. Botha hat nur noch einen kleinen Rest der Truppen bei sich, die vor kurzem! Natal bedrohten. Die übrigen sind zerstreut. Ein Tele­gramm Kitcheners über den Zusammenstoß mit Botha be- , sagt: Oberst Rimington hatte mit dem Obersten Rawlinson , einen langen Marsch nach Schemmelhoeck östlich.vou Ermelo unternommen, wo sich Louis Botha mit 300 Mann befinden sollte. Aber eine Stunde vor der Ankunft der Engländer flüchteten die Buren früh am Morgen des 24. nach Norden. Oberst Rimington erbeutete mehrere Schriftstücke, darunter einige, die Louis Botha selbst gehörten.

Das klingt schon weit weniger großspurig als die Meld­ung Reuters über das Entkommen Bothas. Also nicht alle Papiere des Oberkommandanten der Buren, sondern nur einige seiner Schriftstücke sind ihm verlustig gegangen. So außerordentlich eilig war seine Flucht auch gar nicht, denn er hatte eine Stunde Vorsprung, und die Gefangen­nahme von 10 seiner Leute scheint auch Flunkerei zu sein. Die Nebeneinanderstellung dieser beiden Nachrichten zeigt deutlich, welches Vertrauen das Reutersche Bureau ver­dient. Das Telegramm Kitcheners traf obendrein später ein, sodaß also die Reutersche Meldung keineswegs als eine Ergänzung der amtlichen Nachricht anzusehen ist.

Lord Kllchener berichtet ferner, General Viljoen habe die im Bau befindliche Linie der Blockhäuser in der Nähe von Bladfontein am 24. angegriffen, sei aber mit leichter Mühe zurückgetrieben worden. Die Abteilungen Williams und Fortescues seien in der Nähe der De-Wagen-Drist von den Buren angegriffen worden, hätten den Feind aber nach Nordosten zurückgeworfen, wobei die Buren 6 Tote und 17 Gefangene verloren hätten, darunter einige Leute der Staatsartillerie mit Kapitän Koorn, die Dynamit zum Zer­stören von Eisenbahnzügen bei sich hatten. Seit dem 21. d. Mts. seien insgesamt 74 Buren getötet, 16 verwundet und 358 gefangen genommen worden. 45 haben sich er­geben.

Aus Middelburg (Kapkolonie) liegt folgende Meldung desReuterschen Bureaus vor: Mit Ausnahme des Kom­mandos van der Venters, mit dem Oberst Lukin am 21. Okt. ein Gefecht hatte, sind alle Buren im Zentrum und Nvrdosten der Kapkolonie den englischen Ab­teilungen mit Erfolg ausgewichen. Myburg, Fouche und Wessels befinden sich noch in der Nähe von Karmelspruit und streifen in den Eingeborenen-Bezirken umher, Pyper, Bouwers und Smuts werden in ständiger Bewegung gehalten. Hiermit dürste das alles Englische beschönigende Lügenbureau einmal die Wahrheit gesagt haben.

Nack) einem Petersburger Telegramm giebt der dortige holländische Pastor Gillot bekannt, daß die Engländer in Pretoria bereits zweiBurenanwälte erschossen hätten. Dem Transvaaladvokaten Dr. Kraus drohe ein ähnliches Schicksal, wenn es nicht gelinge, ihn vor diesem Schicksal zu bewahren. Viele Freunde Krauses in Holland und Deutschland wollten alles daran setzen, ihm zu helfen. Es handele sich bamm, einen tüchtigen Advokaten für seine .Angelegenheit zu finden, der in England äußerst kostspielig .fei. 20/000, Gulden seien notwendig, vorläufig aber nur

6000 für diesen Zweck .aufgebracht. Pastor Gillot bittet »ringend um Hilfe.

Nach einer Meldung aus Hamburg wurde der Missionar Wenn hold in Kana (Südafrika) nebst Frau uh: Tochter als elfter Missionar von denEngländern gefangen genommen und im Lager bei Pretoria untergebracht.

Wie dieKöln. Ztg." aus Berlin meldet, sind die Lon­doner Veröffentlichungen über die Regelung der Ent- chädigung in Transvaal den Ereignissen, wie es cheint, vorausgeeilt, denn noch ist nicht über alle Zunkte eine endglltige Vereinbarung getroffen. Aus diesem Grunde scheint es auch nicht angezeigt, jetzt schon auf Einzel- ;eiten einzugehen. Die von England zugestandenen Pauschal- ummen werden durch die einzelnen Staaten an deren Staatsangehörige verteilt werden.

Staatssekretär Chamberlain hat schon wieder eine Rede gehalten. In dem schottischen Orte Euparsife that er am 29. d. M. der Welt kund und zu wissen, Präsident Krüger habe, als er die Ratschläge Milners verwarf, die Macht des Vereinigten Königreichs, die über allen Zweifel erhaben sei, nicht verstanden. Das britische Volk und die Buren müßten die Folgen tragen. Der Krieg wäre längst beendet, wenn nicht mißleitete Personen in England durch ihr Vorgehen bei den Buren den Glauben erweckt hätten, daß sie durch ein Beharren im Widerstände die Briten kampsesmüde machen würden. Was für Opfer auch noch nötig sein würden, das Volk würde in keiner Weise von einem Entschlüsse abgehen, bis der Kampf ausgefochten sei. Es bestehe darüber kein Zweifel, daß in Zukunft über Süd­afrika die britische Flagge wehen werde. Damit hat er )ie Nachrichten über den Ministerrat (siehe den Artikel Die Bewegung gegen England") nur bestätigt.

Ein bedauerliches Zeichen der allgemeinen Anglophobie in allen Hauptstädten der Welt hat der französische Minister Delcasse geleistet. Er hat in einer Unterredung mit dem Abg. Berry diesen dazu bewogen, seine Interpellation be­treffend die südafrikanischen Konzentrationslager fallen zu lassen.

eine beständig wachsende Anziehungskraft auf weite Kreise in der Bevölkerung unserer Stadt ausgeübt haben, im nächsten Monat wieder ausgenommen werden sollen und daß der neue Band der Vereins-Zeitschrift, der sehr bald zur Aus­gabe gelangt, sich durch einen ebenso vielseitigen wie ge­diegenen Inhalt auszeichnet, dazu einen besonders inter­essanten eingehenden Bericht über die während der letzten Jahre unternommenen, ungemein ergiebigen Ausgrabungen im näheren und weiteren Umkreis von Gießen bringen wird.

*' Eissport. Im Hotel Victoria fand gestern Abend die Generalversammlung des Gießener Eisvereins statt. Der von dem Rechner Hochreuther erstattete Kassen- nnb Jahresbericht ergab einen Mitgliederstand von 566. Die Eisbahn war im vergangenen Winter an 33 Tagen geöffnet. Die Einnahmen betrugen insgesamt 3243.78 Mk., die Aus­gaben 2639.28 Mk., mithin ergiebt sich ein Kassensaldo von 604.50 Mk. Weiterhin wurde beschlossen, die Eisbahn und das Gebäude mit elektrischer Beleuchtung zu versehen, wofür 9 Bogenlampen und 10 Glühlampen in Aussicht genommen ind; die Vorarbeiten sind bereits im Gange. Trotz des iernlich bedeutenden Kostenaufwande hat man von einer Er­höhung der Mitgliederbeiträge abgesehen, um Jedermann die Ausübung des Schlittschuhlaufens zu ermöglichen und dem Verein seine Popularität und seinen gemeinnützigen Zweck u erhalten. Den Stadtschulen werden auch in diesem Jahr in gewohnter Weise kostenlos eine größere Zahl Schülerkarten zur Verteilung überwiesen. Die Mitgliederbeiträge sollen in den ersten Tagen erhoben werden. Um wiederholt vor­gekommene Mißbräuche zu verhindern, ist eine neue, strengere Kontrolle über den Bezug von Beikarten eingeführt worben. Hiernach sind nur wirkliche Familienglieder, d. h. Familien­angehörige, nicht aber Mitglieder der Hausgemeinschaft zum Bezug der sogenannten Beikarten berechtigt. Mißbräuche sollen zukünftig durch Ausschluß aus dem Verein geahndet und auch zur Anzeige gebracht werden. Dem Kunst- und Wettlauf wird man in diesem Jahre besondere Aufmerksamkeit schenken. Der Antrag auf Anbringung eines dritten Hydranten wurde in Anbetracht der Ausgaben für die elektrische Beleuchtung sowie des nicht erwiesenen Bedürfnisses abgelehnt. Der Jahres­beitrag beträgt 2 Mk., das Eintrittsgeld 1 Mk., Beilarten kosten 50 Pfg. Anmeldungen sind schriftlich an den Vorsitzenden des Eisvereins zu richten.

** Geflügel- und Vogel-Ausstellung. Seit Montagvormittag ist man im Etablissement Phllosophen- lualb bamit beschäftigt, die Vorbereitungen zu treffen zur Unterbringung des vielen Federviehs, das zur 4. Allge­meinen Geflügel- und Vogelausstellung hier erwartet wirb. In dem großen Saale des Etablissements wird Käfig an Käfig gereiht zur Unterbringung der zahlreichen Hühner und Taubenrassen. Für die Gänse und Enten wird auf der Wiese ein geräumiges Zelt aufgeschlagen. Die große Vogel- und Geräte-Abteiluna, zu der u. a. der Vogelhändler P. Zrenner-Darmstadt wohlsortierte Kollektionen von Aras, Papageien, Sittichen sowie anderen exotischen und ein­heimischen Vogelarten angemeldet hat, wird in den Neben­sälen des Philosophenwaldes Platz finden. Freunde des schonen Vogelgesanges können sich am Wettgesana von 15 Konkurrenzsängern, die sämtlich "in* Gießen gezüchtet sind, erbauen. Das erste Mal wieder seit vielen Jahren wird in der Ausstellung ein Pärchen Kanarien, sogenannte Pa­riser Trompeter, ausgestellt sein. Nachdem am Freitag, 1. November, vormittags, die Preisrichter ihres Amtes ge- ; maltet, wird nachmittag um 2 Uhr gegen ein Eintrittsgeld ' von 50 Pfg. die Ausstellung für die Besucher eröffnet. Für

Gerichlssaal.

v. Gieße«, 29. Okt. (Strafkammer). Die von Ernst Fleck, Metzger in Gießen, eingelegte Berufung gegen ein Urteil res hiesigen Schöffengerichts vom 14. September wirb in ber Haupt- Verhandlung zurückgenommen. Der Angeklagte war von bem Ge­richt erster Instanz in eine Geldstrafe von 20 Alk. verurteilt wor­den. Die Berufung des Michael Selbner in Gießen, der vom hiesigen Schöffengericht in eine Gefängnisstrafe von 1 Monat wegen Sachbeschädigung verurteilt worben war, wird wegen Ausbleibens des Angeklagten un Hauptverhandlungstermin kostenlos verworfen. Der Kutscher Wilhelm Schwarz von Ilbenstadt ist angeklagt, am 13. August zu Ilbenstadt den Schweizer Wilbelm Dietrich von da durch Fahrlässigkeit erheblich körperlich verletzt zu haben. Der Angeklagte ist geständig. Er wird in eine Gefängnisstrafe von einem Monat dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß verur­teilt. In der Strafsache gegen den Landwirt Johann Nausüol Pfeil in Nieder-Erlenbach wegen Körperverletzung wird die von dem Nebenkläger eingelegte Berufung zurückgenommen. Der Johannes Geist in Altenstadt ist beschuldigt, am 17. Juli zu Alten- stadt den Entschluß, den Knecht Philipp Jakob Geiß, seinen Bruder, durch Bedrohung mit einer strafbaren Handlung an der Ausübung seines staatsbürgerlichen Rechtes, zu wählen, zu verhindern, durch Handlungen betätigt zu haben, die einen Anhang der Ausführung des Vergehens des § 107 des St.-G.-B. enthalten, außerdem durch dieselbe Handlung denselben mit der Begehung eines Verbrecheno, nämlich des Totschlags bedroht zu haben. Die Staatsanwaltschaft beantragt gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Das Urteil lautet auf eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Die Strafsache gegen Louis Staffel von Unter» schmitten, wegen Zuwiderhandlung gegen das Gesetz die allgemeine Einkommensteuer betr. wurde bis auf Weiteres vertagt. Der Schuhmacher Balthasar Schönhals von Homberg a. Obm war von der Anschuldigung des Feldfrevels durch Urteil des dortigen Schöffengerichts vom 19. August freigesprochen worden. Er war beschuldigt, eine Barriere, em Warnungszeichen, an dem neuen Weg zu Altenstadt entfernt zu haben. Die Staatsanwallschaft halte Berufung gegen das freisprechende Erkenntnis eingelegt. Es wird ihr heute stattgegeben und der Angeklagte in eine Geldstrafe von 1 Mark verurteilt.

Marburg, 29. Okt. Der Postassistent Alfred Opisieius halle sich vor der Strafkammer wegen Verbrechens im Amte zu verantworten. Sein verstorbener Vater war Eisenbahnstations­vorsteher in Gieße n. Der Angeklagte hatte ein Einkommen von ca. 3 Mk. 50 Pfg. täglich und geriet in Schulden. Er hatte eine Braut, der er verschiedentlich Schmucksachen schenkte. Diese hatte er von dem Juwelier Ernst Vogt in Breslau bezogen und war noch einen Betrag von 75 Mk. schuldig. Er behauptete in der Verhand­lung, ein Armband nebst dem Restbetrag in einem eingeschriebenen Briefe an Vogt abgesandt zu haben. Der Betrag ist nicht ange­kommen. Auch anderen Leuten war er Geld schuldig. Von seinem Vorgesetzten in Frankfurt wiederholt darüber vernommen, ob er Schulden habe, leugnete er dies. Ten Juwelier Vogl m Breslau hielt er durch allerlei Winkelzüge längere Zeit hin, bis dreier ber dem Amtsgericht Gladenbach Zwangsvollstreckung gegen den An­geklagten beantragte. Das Kouvert dieses Briefes trug die Firma des Absenders. Ö., der den Inhalt des Briefes wohl ahnen mochte, unterschlug ihn bei seinem Eintreffen, worauf er am 18. Juni wieder ein Telegramm mit Zahlungszusicherung an Vogt absandte, und einen Bries, in dem er fragte, ob denn das Geld noch nicht von seiner Mutter eingegangen sei? Am 16. Juni kam ein zweites Schreiben von Vogt an das Amtsgericht in Gladenbach, das LT

Samstag vormittag bis 10 Uhr ist der Besuch für Klassen der Volksschulen, jedoch nur in Begleitung der Lehrer gegen ein ermäßigtes Eintrittsgeld vorgesehen. An diesem Tage wird außerdem von den Besuchern ein Einttittsgeld von 30 Pfg. pro Person erhoben. Um Interessenten, die Ein- täuse von Geflügel zu machen haben, eine ungestört« Musterung der Tiere zu ermöglichen, ist das. Eintrittsgelds ür Sonntag bis 12 Uhr mittags ebenfalls auf 50 Pfg. estgesetzt, während am Nachmittag, wo von 3 Uhr ab großes Konzert in der Ausstellung stattfindet, wiederum nur 30 Pfg. erhoben werden. Kinder unter 10 Jahren in Begleitung von Erwachsenen zahlen stets die Hälfte des Eintrittsgeldes. Der überaus wertvolle Tierbestand der Ausstellung ist übrigens während der Dauer gegen Feuersgefahr für den Betrag von 50 000 Mk. bei der Aachen-Münchener Feuer­versicherungs-Gesellschaft versichert. Die Lose für die Ge- lügel-Auöstellung finden, wie man uns mitt eilt, guten Absatz.

I Heuch elheim, 28. Ott. Der Chinakämpfer Heinrich Rinn, von dem wir in Nr. 227 berichteten^ > er an Typhus erkrankt sei, ist leider dieser tückischen Krankheit zum Opfer gefallen. Heute nachmittag fand in Munster bei Hannover, wo der Verstorbene im Lazarett Genesung erhoffte, die Beerdigung des so jung Tahingeschie- denen statt.

m. Bad-Nauheim, 29. Ott. Die Badehäuser M und VII, sowie der Jnhalationsraum werden am 31. Ok­tober geschlossen. Thermal- und Sprudelbäder von Quelle XII werden vom 1. November ab bis auf weiteres im Badehaus VI, sowie den ganzen Winter über im Bade-, Haus des Konitzkystifts verabfolgt.

h. Frankfurts. M., 29. Okt. Der Stadtverordneten«, Ausschuß zur Vorbereitung der Magisttatswahlen hat den von demokratischer Seite gestellten Antrag, ein öffent­liches Ausschreiben der durch das Ableben des verstorbenen Stadtrats Kohlt erledigten Stelle zu erlassen, abgelehnt und will den früher längere Zeit hier als Magisttatsassessor beschäftigten Stadtrat Po h l m ann in Posen Vorschlägen. Der im Hause Schone Aussicht Nr. 17 wohnhafte frühere Kaufmann Konrad Geßner wurde verhaftet unter dem Verdacht, seine Frau durch Morphium vergiftet zu haben. Die Eheleute waren sechs Jahre verheiratet; sie betrieben in der ersten Zeit in Aschaffenburg ein eigenes Geschäft. Nach Aufgabe des Geschäfts zog das Ehepaar nach Frankfurt. Tie Ehe war keine glückliche, der Mann soll die Frau vielfach mißhandelt haben, und nur den Kindern zuliebe hat diese bei ihrem Gatten ausgehalten. In der Nacht vom Sonntag zum Montag ist Frau Geßner, die 28 Jahre all war, den Vergiftungstod gestorben, lieber die Vor-

Aus Stadl und Sand.

Nachrichten von allgemeinem Interesse fiiti) uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

Gießen, 30. Oktober 1901.

-x- Der Vorstand des Oberhessischen Geschichtsvereins hat, wie uns mitgeteilt wirb, kürzlich beschlossen, die besondere Sektion für Volkskunde, die er vor vier Jahren ins Leben gerufen und damals mit der BezeichnungVereinigung ür hessische Volkskunde" versehen hat, wieder eingehen zu lassen, lieber das Museum des Vereins, das während des letzten Jahres durch den Ausbau des alten Rathauses im Innern und durch zahlreiche, zum Teil überaus wertvolle neue Erwerbungen große Veränderungen erfahren hat, hoffen wir bald ausführlich berichten zu können; binnen kurzem soll es dem Publikum in Stadt und Land wieder zugänglich ge­macht werden. Auch erfahren wir, daß die wissenschaft­lichen Vorträge im Verein, die in den letzten Jahren

Ausland.

London, 29. Okt. TieTimes" tritt in einem längeren Artikel mit Rücksicht auf das Uebelwo Ken Deutschlands gegen England für einen engeren Anschluß Englands an Ru.ßland und Japan ein.

Dem Bureau La ff an wird aus P.eking von heute­gemeldet, daß chinesische Beamte gestern wegen eines Zollstreites einige deutsche Exportwaren, die nach Talgan und Tientsin unterwegs waren, weggenommen haben. Der deutsche Gesandte v. Mumm verlangte die Freigabe der Waren.

Madrid, 29. Okt. Die Regierung legte der Kammer einen Gesetzentwurf, betreffend Ausstände, vor. Der Entwurf behandelt die Ausstände, deren Zulässigkeit an­erkannt werden müßte. Ferner das Verhältnis von Arbeit­gebern zu den Arbeitern und Schaffung von Schieds­gerichten.

Asm südafrikanischen Kriegsschauplätze liegen heute mehrere recht bedeutungsvolle Nachrichten vor. Ein Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria besagt: Eine von Osten her auf dem Marsche nach Zeerust befindliche englische Kolonne wurde am 24. d. M. in der Nähe des Großen Am erico-Flusses von den Kommandos Delareys und Kemps angegriffen, die mit einem heftigen Vorstoß durch den dicken Busch hindurch- brachen, nach heißem Kampfe aber zurückgeworfen wurden. Die Buren hatten 40 Tote, darunter den Kommandanten Onisterhuysen, die Engländer 2 Offiziere, 26 Mann tot, 5 Offiziere, 50 Mann verwundet. So lautet die erste Depesche über diesen blutigen Kampf, der reiche Verluste auf beiden Seiten brachte. Eine spätere Drahtung Kitcheners meldet: Der Feind erbeutete acht Wagen der Engländer. Alle englischen Truppentelle kämpften mit der größten Tapferkeit. (Die Buren scheinen aber nach diesem Erfolge nichts weniger als untapfer gewesen zu sein.) Von den Wagenführern und Kanonieren, die in den Kanwf verwickelt waren, ferner von den Northumberland- Füsllieren, die als Bedeckung dienten, sind 37 getötet und