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die feierliche Elöffnurlg der Synagoge. Es folgen Gesänge, Weihepredigt und Gottesdienst. Am Nachmittag giebt es Konzert auf dem Festplatze. Am SamStag Morgen ist Fest- gotteSdienst, am Nachmittag Konzert, am Abend Festball; am Sonntag Nachmittag Konzert, am Abend Festball und Feuer- werk. — Das Gotteshaus ist von Herrn Leopold Zimmer« mann und dessen Gattin Josefine, geb. Wolf, in Newyork gestiftet. Den Anlaß hierzu bot die goldene Hochzeitsfeier der Eltern des Stifters vor vier Jahren. Leider hat die Mutter desselben die Einweihung nicht mehr erlebt. Sie ist vor kurzem unerwartet gestorben. Das Gotteshaus enthält auch zugleich Räume für die Schule, Lehrerwohnuug und sonstige Gemeiudeeinrichtungen. Es hat eine eigene Gasbeleuchtung, Wasserleitung und wird eine Zierde für die Gemeinde bilden. Zu den Feierlichkeiten trifft der ganze Ort Borkehrungen. Es ist eine eigene große Festhalle errichtet, ein Teil der Regimentsmufik des Leibgarde Regiments Nr. 115 in Darmstadt gewonnen, und da ein großer Znzvg fremder Gäste erwartet wird, so verspricht es einen glänzenden Verlauf zu nehmen.
♦♦ Darmstadt, 29. Juli. Der Großherzog reiste gestern mittag 12,42 Uhr nach Koburg. Er wird dort in Schloß Rosenau, wo die Großherzogin und Prinzessin Elisabeth kürzlich zum Besuch bei der Herzogin Maria eingetroffen sind, einige Tage verweilen. Heute findet im Mausoleum zu Koburg im engsten Familienkreis eine Trauerfeier für den im verfloffeneu Jahre verstorbenen Herzog Alfred statt. Bon Koburg wird sich der Großherzog am 10. August nach Bayreuth begeben. — Fürst Ferdinand von Bulgarien traf gestern aus Bayreuth, wo er einer Aufführung beigewohnt hat, in strengstem Inkognito hier ein, um die Ausstellung der Künstlerkolonte zu besuchen. Er stieg im Hotel „Zur Traube" ab. Die Abreise erfolgte heute. (Die Großväter der Großherzogin und des Fürsten Ferdinand waren bekanntlich Brüder.)
— Kleine Mitteilungen onl Hessen und den «achdarsitutten. Auf der Strecke Frankfurt-Homburg werden ab 1. August d. I. die Schnellzüge ab Frankfurt 6.30, 3.15 und 8.10 Uhr, sowie der Schnellzug ab Homburg Morgens 7.30 Uhr iu Oberursel anhalten. Damit halten nunmehr alle Schnellzüge auf der genannten Strecke in Oberursel an. — Der deutsche glatthaarige Pinscher „Stift", l1/» Jahre alt, Züchter und Besitzer Philipp Heißner in Darmstadt, hat auf der großen internationalen Hundeausstellung in Heidelberg einen ersten, einen zweiten und einen Ehrenpreis für den besten glatthaarigen Pinscher erhalten. — Wie die sozialdemokratische Frankfurter „Bolksstimme" mitteilt, ist ihr zweiter Expedient, W. Zapay, seit vergangenen Mittwoch verschwunden. In den von Z. geführten Büchern hat sich ein Fehlbetrag von 350 Mark herausgestellt. Gegen den Flüchtigen wurde Anzeige erstattet.
Vermischtes.
* Die elektrische Vollbahn. Man schreibt aus Berlin: Am Freitag versammelten sich die Mitglieder des AufstchtSrateS und des Vorstandes der Studien-Gesellschaft für elektrische Schnellbahnen in der Maschinenfabrik der Allgemeinen ElektrizitätS-Gesellschaft zur Besichtigung des von dieser Gesellschaft gebauten elektrischen Schnellbahn- wagens. In einem Bortrage ging der Chef-Ingenieur der A E. G. Lasche näher auf die Bedingungen ein, die eine elektrische Bollbahn zu erfüllen hat. Er führte dabei u. a. auS, daß die schnellsten Geschwindigkeiten, die bisher mit Dampflokomotiven erzielt worden find, und auf amerikanischen Bahnen bis auf ca. 111 Kilometer in der Stunde gebracht wurden, auch bereits jetzt durch elektrischen Betrieb sich erreichen laffen. Es fehlen aber zu einer genauen Feststellung Der wirtschaftlichen Ueberlegenheit der Elektrizität gegenüber dem Dampfe bei Vollbahnbetrieb noch die erforderlichen Unterlagen. Die Konstruktion der Fahrzeuge, der Kraft, bedarf und die Beanspruchung d-S Oberbaues sind durch Versuche festzulegen. Die Geschwindigkeit bei den Erprobungen wird zunächst bis auf ca. 200 Kilometer in der Stunde getrieben, ohne daß hiermit eine endgiltige obere Grenze festgelegt werden soll. Es bildet überhaupt die Ermittelung der höchsten zulässigen Schnelligkeit durchaus nicht den einzigen Hauptpunkt der vorzunehmeden Untersuchungen. Es soll vielmehr auch festgestellt werden, in wie weit der elektrische Betrieb eine größere Bequemlichkeit des reisenden Publikums ermöglicht, und unter welchen Berhältniffen auch bei geringeren Geschwindigkeiten er der Dampflokomotive gegenüber sich angenehmer und billiger gestaltet. Insbesondere kommt dabei in Frage, daß, wie zuerst die von der A. E. G. iw Jahre 1899 ausgeführte 175 Kilometer lange Anlage zwischen Laufen am Neckar und Frankfurt a. M. gezeigt hat, durch Elettrizität eine Kraftübertragung auf die weitesten Entfernungen ausführbar ist. Als Stromart kommt hierbei nur Wechselstrom oder Drehstrom in Betracht. Aus diesem Grunde hat die A. E. G. für ihren Schnellbahuwagen auch Drehstrommotoren angewendet. Der Wagen selbst ist ungefähr 22 Meter lang. An jedem Ende besitzt er einen Fahrerstand, sodaß also der Führer stets am Vorderende des Wagens seinen Stand nehmen kann, ganz gleich, welche Fahrtrichtung eingeschlagen wird. Der übrige Jnnenraum ist zur Aufnahme von Paffagieren bestimmt. Es ist also nicht eine besondere Lokomotive mit angehängten Wagen, wie bei Dampfbetrieb erforderlich. Der Wagen ruht auf zwei dreiachsigen Drehgestellen, deren jedes durch zwei Elektromotoren von je 250 P. ß. normaler und 750 P. 8. maximaler Leistung angetrieben wird. Die vier Elektro- motoren entwickeln also zusammen bis zu 3000 P. 8. Sorgfältig durchkonstruierte Schaltapparate, Sicherungen, elektrische Beleuchtung und Heizung, eingehende Vorrichtungen für die Bremsung rc. vervollständigen die Einrichtung. Der Wagen wurde auf dem Probier gestellt, in der Maschinenfabrik der Ä. E. G. mit voller Geschwindigkeit von 200 Kilometern in der Stunde den anwesenden Herren der Studien-Gesellschaft vorgeführt, und diese waren in hohem Grade erstaunt über die Ruhe, die bei dieser bis dahin ungekannten Geschwindig- leit im Innern des Fahrzeuges herrschte. ES werden nun. mehr die Versuchsfahrten auf der hierzu zur Verfügung ge- stellten Militärbahn zwischen Schöneberg und Zoffen be- pomnen, sobald die nötigen Verstärkungen des Oberbaues auf dieser Strecke vollendet find. Den erforderlichen Strom
liefert die von der A. E. G. errichtete Zentrale Oberspree der Berliner Elektrizitätswerke. In drei Leitungen wird von dieser Zentrale aus Drehstrom von 12 000 Volt Spannung den längs der Bahn geführten oberirdischen Speiseleitungen zugeführt. Von letzteren erfolgt mittels senkrechter Bügel, von welchen zweimal drei Stück auf dem Dache des Wagens angebracht find, die Abnahme des Stromes. — Wir zweifeln nicht daran, daß nach der Sorgfalt und Genauigkeit, mit der die Versuche vorbereitet find, das großartige Problem, auf das die Technik der ganzen Welt mit gespannter Erwartung hinblickt, zur Ehre und zum Ruhme der deutschen Industrie gelöst wird.
* Berlin, 29. Juli. Bei der Explosion einer Pulvermühle zu Wetteren wurden drei Arbeiter getötet. Mehrere andere wurden verwundet; zwei von diesen sind ihren Wunden bereits erlegen.
* Berlin, 29. Juli. Auf dem Bahnhof Charlotten- burg entgleisten gestern Vormittag mehrere Wagen eines vollbesetzten Personenzuges. Ernste Verletzungen find nicht vorgekommen, nur kleine Abschürfungen und OhnmachtSfälle. Die Geleise waren bis 4 Uhr nachmittags gesperrt. Die Ursache der Entgleisung ist noch nicht festgestellt.
• Berlin, 29. Juli. Der „ReichSanzeiger" veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß, betr. die deutsche Süd« Polarexpedition. Durch den Erlaß wird Profeffor Drygalski zum Leiter der Expedition bestellt. Die Expedition soll im August Kiel verlassen und fich nach Kerguelen begeben, wo eine magnetisch-meteorologische Station zu errichten ist. Dann ist die Fahrt nach Süden fortzusetzen. Als ForschungSfeld gilt die indisch atlantische Seite des Südpolargebiets. Falls die Erreichung eines Südpolarlandes gelingt, ist, wenn angängig, auf ihm eine wissenschaftliche Station zu errichten und thunlichst während eines Jahres zu unterhalten. Die Rückkehr ist nach der Bestimmung des Expeditionsleiters int Frühjahr 1903 oder spätestens im Frühjahr 1904 anzutreten.
• Bremen, 29.Juli. Ein Großfeuer brach in den Packhäuseru der Tabakfirma Eugen Hoffmann u. Co. aus. Der Schaden ist groß, jedoch durch Versicherung gedeckt. Eine 10 Meter hohe Giebelwand stürzte ein, zehn bis fünfzehn Feuerwehrleute unter Trümmern begrabend.
• Vestersuud (Schweden), 29. Juli. Seit einiger Zeit teilten in Besterjämtland umfangreiche Waldbrände. Die Löschungsarbeiten find bisher erfolglos. 3500 Mann Militär find zur Hilfe kommandiert. Menschenleben find nicht in Gefahr. Auch bei Sala verwüstete ein großer Waldbrand ein Gebiet von einer Meile Länge und einer Biertelmeile Breite.
• Jugendliche Duellanten. Ein Zweikampf mit rötlichem Ausgange, in dem acht- und zehnjährige Knaben auf die Mensur gegen einander treten, gehört glücklicherweise noch zu den Seltenheiten. Dennoch hat es sich dieser Tage in Cevignola in der italienischen Provinz Foggia ereignet, daß, infolge eines beim Ballspiele ausgebrochenen Zwistes, der zehnjährige Mauro La Rango seinem um zwei Jahre jüngeren Schulkameraden Raphael Laserpi einen gleichalterigen Kartellträger ins Haus schickte, um ihn zum Kampfe auf Meffer herausfordern zu laffen. Am letzten Dienstag bei Sonnenaufgang trafen sich die feindlichen Helden von der Schulbank in Begleitung zweier Zeugen auf einem verlassenen Banplatze und gingen mit ihren der mütterlichen Küche entlehnten Meffern auf einander los. Schon beim ersten „Waffengang" erhielt der nicht auf Deckung bedachte kleine Mauro eineu Stich in die Brust, der nicht allein dem Kampfe, sondern auch dem Leben des unglücklichen Knaben ein Ziel setzte. Wie von Furien gehetzt, ist nach dem blutigen Werk Raphael Laserpi in einen benachbarten Wald geflohen und seitdem nicht wieder gesehen worden.
* Selters und Cigaretten in China. In dem Bericht des britischen Konsuls in Tschifu für das Jahr 1900 erscheint unter neuen Importen die Summe von 40000 Mk. für kohlensaure Waffer und eine solche von 200000 Mark für Cigarren und Cigaretten. Ein großer Teil dieser Luxus- gegenstände wurde von den fremden Truppen im Norden konsumiert. Auf das Mineralwaffer reflektieren die Chinesen nicht, sie haben eine heilige Scheu vor dem „ExplofionS- waffer". Cigaretten find jedoch heute dort bei jedem Krämer zu finden. Sie werden meistens aus amerikanischem Tabak in Schanghai hergestellt; besonders sind diejenigen Cigaretten- packete beliebt, die das bunte Bild irgend einer weiblichen Schönheit enthalten. Man kann diese Bilder in den Läden der Kaufleute, die in der Nähe der Tempel religiöse Gegenstände seilhalten, wieder auftauchen sehen. Auch eine moralische Eroberung!
• Eheringe mit Symbolsteiuen. Eine neue, noch wenig bekannte Mode schreibt Eheringe mit Symbolsteinen vor. Weß Ursprungs dieser neue Gebrauch ist, kann allerdings nicht bestimmt werden. So viel steht aber fest, daß er — sicher einem abergläubischen Frauenköpfchen sein Dasein verdankt. Die Zauberkraft eines mit Symbolsteinen ver- scheuen Eheringes soll allerdings darin bestehen, daß kein unberufenes Auge das Vorhandensein der Steine entdeckt — die Vermeidung deffen ist auch sehr leicht möglich, denn die notabene ganz kleinen Steinchen befinden fich an der Innenseite des Ringes, in einer Fläche mit ihm, so daß fie gar nicht spürbar find. Will also eine Braut oder ein Bräu- tigam ihre oder seine andere Hälfte zur Treue zwingen, so trägt der Feffelring innen einen kleinen blauen Stein, sei eS nun ein Saphir ober Türkis; macht man nur auf fortdauernde Liebe Anspruch, so wählt man einen Rubin, wünscht man aber neben der Liebe auch die Treue, so müffen unbedingt beide Steine den Ring schmücken. Topase sollen die Eifersucht bannen. Smaragde auf gutes Ehewetter hoffen laffen — qui vivra, verra!
Gerichtssiuü.
Mainz, 27. Juli. Ter hier wohnende Heizer Albert Gaiser und dessen Ehefrau haben im Mai im Wiesbadener Bahnhofsvorraum zurückgelassene Gepäckstücke mit wertvollem Inhalt, die dort angekommenen Reisenden gehörten, in zwei Fällen gestohlen. Die gestohlenen Gegenstände hatte das Diebspaar auf dem hiesigen Pfandhaus versetzt. Die Strafikunmer verurtellte den Mann zu 3 einhalb Jahren Zuchthaus und dessen Frau zu 1 Jahr Gefängnis. — Vor dem hiesigen Kriegsgericht sollte sich am Donnerstag der
Kanonier Koch ans Wiesbaden vom 3. Fußarttllerieregi» ment wegen Thätlichkeit gegen einen Unteroffizier verantworten. Der Letztere war mit angeklagt. Koch, dessen Vater Beamter in Wiesbaden ist, und der nach Lage der Sache jedenfalls freigesprochcn worden wäre, hat sich als krank vor der Verhandlung von seinem Regiment entfernt und dürfte den Tod im Rhein gesucht haben, denn an demselben Tage wurde am Rheinufcr bei Mombach seine Kopfbedeckung aufgefunden.
Berlin, 27. Juli. Ter „Germania" zufolge be.» gnadigte der Kaiser den verantwortlichen Redakteur der „Germania" Hans Contzen, der wegen Beleidigung der Justtzbehörden durch die Presse anläßlich der Angelegenheit des Konitzer Mordes zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden war, zu 14 Tagen Festung.
Berlin, 29. Juli. Ein durchgebrunnter Ehemann wurde gestern der vierten Ferienstraftammer in der Person des 5.'-jährigen Konditors Emil Jaeckel aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Der Angeklagte, der seit vielen Jahren eine gut gehende Konditorei betrieb, erfreute sich im Norden Berlins eines besonderen Ansehens. Im November 1899 ging Müller die zweite Ehe ein. Er heiratete ein Mädchen in reiferen Jahren, das bereits einmal im Jrrenhause gewesen war und ein Vermögen von 19 5C0 Mr. besaß, das auf der Reichsbank angelegt war. Wenige Tage vor der Hochzeit ließ Jaeckel sich das Vermögen seiner Braut aushändigen. Das Ehepaar uvternahm eine kurze Hochzeitsreise und berührte dabei Leipzig, wo Jaeckel die Wertpapiere gegen Papiergeld um- setzte, ohne daß seine Ehefrau darum wußte. Nach der Rückkehr von der Hochzeitsreise erklärte Jaeckel, daß er von dem Gelde seiner Frau ein Haus in Darmstadt kaufen wolle. Seine Ehefrau war damit einverstanden. Jaeckel kam nicht wieder; daß er von vornherein die Absicht gehabt hatte, mit dem Vermögen seiner Frau durchzugehen, wurde angenommen, weil Jaeckel außer sämtlichen vorhandenen Baarmüteln auch seine gesamten Kleider und Wäschestücke mitgenommen hatte. Der Angeklagte ist später auf einem Bodensee-Dampfer in Begleitung einer Dame von einem Bekannten getroffen und angesprochen worden. Wie der Angeklagte angiebt, ist er erst in Darmstadt, nachdem sich dort der Häuserkauf zerschlug, auf den Gedanken gekommen, seine Frau zu verlaffen. Er sei erst nach der Schweiz und von dort nach New-Pork gereist. Als er hier innerhalb kurzer Zeit gegen 8000 Mk. verloren habe, sei er nach. Deutschland zurückgekehrt und in Worms verhaftet worden. — Dem Angeklagten werden noch zwei Unterschlagungen zur Last gelegt. Seine Verkäuferin hatte ihr Gehalt nicht abgehoben, weil der Angeklagte erklärt hatte, er werde es bei einer Bank für sie anlegen. Dies hatte er nicht gethan und die Verkäuferin dadurch um 250 Mk. geschädigt. Eine arme Krankenpflegerin hatte dem Angeklagten ihre ganzen Ersparniffe in Höhe von 1600 Mk. anvertraut, auch dies Geld hatte er mit auf die Reise genommen. Das Urteil lautete auf anderthalb Jahre Gefängnis und zweijährigen Ehrverlust.
Kiel, 27. Juli. Das Kriegsgericht der ersten Marine- Inspektion hat den früheren Kommandanten des Linienschiffes „Otter", Oberleutnant zur See Butterlin, wegen Unterschlagung zu 1 Jahr Gefängnis und Ausf- stoßuna aus der Marine verurteilt.
«onih, 29. Juli. Rechtsanwalt OSkar Lohwaßer in Schlochau wurde wegen verschiedener Unterschlagungen und Untreue heute zu 21/i Jahren Gefängnis verurteilt.
Würzburg, 29. Juli. Der stud. math. Franz Schwarzmaier aus Ramsbach war als Hilfslehrer an der Handelsschule in Marttbrett angestellt. Am Ostermontag zitterte er einen 14jährigen Schüler der Anstalt auf sein Zimmer, angeblich um ihn wegen einer Ungehörigkett zu züchtigen, nahm aber statt deffen unzüchttge Handlungen an dem Jungen vor. Die Sttafkammer verurteilte heute Schwarzmaier zu 6 Monaten Gefängnis.
UnioerMts-Uachrichte«.
— AuS Bonn wird geschrieben: Bei dem 50jährigen Doktorjubiläum, das der Rechtsprofeffor Geh. Rat Ritter v. Schulte an hiesiger Universität beging, wurden dem Jubllar von fast allen deutschen und verschiedenen ausländischen Universitäten Glückwunsch-Adressen übersandt. — Für den Kronprinzen steht der Studienplan im nächsten Semester 21 Stunden Kolleg in der Woche vor. Nur bei zwei Profefforen, Kayser und Litzmann, wird der Kronprinz im Auditorium Vorlesungen hören; die übrigen werden privatim gehalten. — Wie aus Wien gemeldet wird, wurde an Stelle des Geologen E. Sueß, der in den Ruhestand getreten ist, Prof. Dr. Viktor Uhlig in Vorschlag gebracht. Er ist derzeit Ordinarius der Lehrkanzel für Paläontologie an der Wiener Universität. — Der a.-o. Profeffor der systematischen Botanik in Prag Dr. V. Schiffner ist zum a -o. Profeffor dieses Faches an der Universität in Wien ernannt worden. — Man schreibt aus St. Petersburg vom 25. ds.: Gestern starb hier der Universitätsprofeffor Iwan Shdanow im Alter von 55 Jahren. Er wirkte fett 1882 als Profeffor für russische Litteratur- geschichte an der hiesigen Universität, nachdem er von 1879 bis 1882 in Kiew Dozent gewesen war.
Theater, Kunst und Wissenschaft.
In Berlin ist, der Maler Professor Konstanttn Cre- fi us, Mitglied der Akademie der Mnste, im Alter von 87 Jahren gestorben.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
- Krefeld, 27. Juli. Tie Verhandlungen mit der Bergisch-Märkischen Bank wegen Liquidation der Firma von Beckerath-Heilmann sind heute im Sinne baldiger Durchführung der Liquidation zum Abschluß gelangt.
New-York, 27. Juli. Der Wert der in der vergangenen Woche eingeführten Waren Betrug 9 834164 Dollar gegen 10 370 877 Dollar in der Vorwoche, davon für Stoffe 2142 212 Dollar gegen 1 312 226 Dollar in der Vorwoche. — Die Goldausfuhr in der vergangenen Woche betrug 1003 Dollar; die Silberausfuhr belief sich auf 904 935 Dollar, die meistens nach Lonoon gingen.
Märkte.
Gießen, 30. Juli Bei dem am 23. und 24. Juli hier fiatt- gehabten Markte waren aufgetrieben 1113 Stück Rindvieh und 514 Stück Schweine. - Der nächste Markt findet am 6. und 7. August statt; am letzteren Tage ist auch Krämermarkt. r c „
Gtefferr, 30. Juli. Marktbericht. Auf dem heuttgen
Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.10-1.25, Hühnereier per St. 6—7 A, 2 St. 00—00 Enteneier 1 St. 7—8 4, Gänseeier per St. 11-12 Käse 1 St. 5-8 4, Käsematte 2 St. 5-8 Erbsen per Liter 22 4, Linsen per Liter 34 £, Xaufcn per Pa« X 0.75-0.90, Hühner per St. X 1.00-1.50, Hahnen per Swck X 0.80-1.40, Ä per St. 2.00-2.20, Gänse perM^t 0.006« 0.00, Ochsenfletsch per Pfd. 66-76 s5, Kch. und Rmdflersch per Pfimd 60—-64 j Schweinefleisch per Pfd. 64—80 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 84 5), Kalbfleisch per Pfd, 60-66 I H°umelflchch per
50—70 a, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00—9.00 X, Weißkraut per St. 00—00 , Zwiebeln per Ctr. X 8.00—8.50, Milch per Ltter 18
Kirschen per Pfd. 20 Pfg.
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags.
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