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Zweites Blatt.
LSI. Jahrgang.
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Mittwoch 81. Juli 1901
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Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giesten
58.8 Mk. auf 1 Hektar
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W Hebet die neuen Papierzölle sind in der Oeffent- lichkeit Irrtümer verbreitet. In mancher Zeitung wird hervorgehoben, daß die Forderungen der Papierindustrie nach Zollverstärksng, ganz besonders nach Zollerhöhung auf Druck- Papier, unerfüllt geblieben feien. Nun beträgt der jetzige Vertragszoll auf Druck-, Schreib«, Lösch, und Seidevpapier aller Art, sowie zu Rechnungen, Etiketten, Frachtbriefen, Devisen u. s, w. vorgerichtetes Papier 6 Mk. Der neue Tarif erhöht diesen den Vertragsländern gewährten Satz um 4 Mk., auf 10 Mk. Andererseits wird die Papier industrie von dem neuen Tarif dadurch ungünstiger gestellt, indem ihr das „Halbzeug-, Holzschliff und Cellulose, beim Bezug vom Ausland um 25 Proz. im Zoll verteuert wird. Allerdings mag die deutsche Cellulose Industrie diese Zoll» erhöhungen zu schätzen wissen. Mehrfach find auch Cellulose und Papierfabriken vereinigt.
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Noch eine Frage. Ist die neue Einteilung des Zolltarifs der jetzt im Gebrauch befindlichen vorzuziehen? Der neue Tarif ist, im Interesse eines möglichst ausgedehnten Zollschutzes für die einheimische Gütererzeugung, außer, ordentlich zergliedert, er ist systematisch, man kann sagen, wissenschaftlich exakt, logisch-kurz, er hat manche löbliche (Eigen.
Es wäre auch nicht zu verstehen, wenn die Mehrheit unseres Volkes sich für Erhöhung der Getreidezölle erwärmen sollte, deren preisbildende Wirkung hauptsächlich nur einer .......I'_ ’ 2 'A von Großproduzenten zugut r y % käme. Uns liegt das Interesse für die breite Schicht der 'LflCn la.ndw. Betriebe näher, welche — wie es überwiegend auch
i N11 m Großherzogtum Hessen der Fall ist — vorzugsweise in rtabO dec Viehzucht und Gewinnung landwirtschaftlicher Neben,
i? öttt ^^dukte stehen. Für diese ist ein Vorteil aus der Erhöhung
Zur AtchUfe der Futter' uud Wtrtschafisuot.
Mittheilung der Ackerbau-Abteilung durch Geh. Regierung-. rat Professor Dr. Orth.
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Eine der wichtigsten Aufgaben kommt naturgemäß dem Feldbau zu, um im Laufe des Jahres nach! Möglichkeit noch diejenigen Pflanzenmassen zu erzeugen, welche zur Sicherung des Wirtschaftsbetriebes und zur Erhaltung des Viehstandes erforderlich sind. Bei der Verlustgefahr, der neue Aussaaten in trockner Zeit ausgesetzt sind, wird dabei die Billigkeit der Aussaat besonders berücksichtigt werden müssen.*)
Was zunächst den für Massenerzeugung so wichtigen Hackfruchtbau betrifft, so ist -zu hoffen, daß die starren Kartoffelbau treibenden Güter auch in der Futtergewinnung gesichert sein werden, wie es in dem trocknen Jahre 1892 in so hervorragender Weise der Fall gewesen ist. Die Kartoffel zeigt in solchen Notjahren ihre großartige ßeiffc ungsfähigkeit, wie sie ja infolge der Hungerjahre 1770/71 überhaupt erst eine größere Beachtung in Deutschland- gefunden hat.
Eine wichtige Hackfrucht, besonders für milde Bodenarten, ist die Wasserrübe, Brachrübe oder Stoppelrübe, wovon jene gegenwärtig noch passende Aussaatzeit hat, die letztere möglichst bald nach dem Umbrechen der Stoppel ausgesät werden must Die Brachrübe (englisch turnips), auf kräftiges Land- in 40—50 Zentimeter Reihenentfernung gedrillt, und auf 25—30 Zentimeter Entfernung verzogen, kann durch reiche Düngung und Hackarbeit zu erheblichen Erträgen gebracht werden und die Herbstz- und Winterfütterung bis Neujahr ganz wesentlich unterstützen. Diej Unkosten für den Samen (2 Kilogramm auf 1 Hektar, 100 Kilogramm engl. Turnips 170 Mk. gleich 3,40 Mk- für 1 Hektar) sind als mäßig zu bezeichnen.
Stoppelrüben erfordern bei stärkerer breitwürfiger Saat 3 Kilogramm, also bei einem Preise von 120 Mk. für 100 Kilogramm, 3,60 Mk. Unkosten auf 1 Hektar und geben nur den halben Ertrag wie die Brachrüben, sie werden in diesem Jahre namentlich in wärmeren Gegenden und bei der frühen Ernte des Getreides ebenfalls vielfach in Frage kommen müssen.
Unter den Gemengsaaten ist für leichten Boden zur Herbst- und nachfolgenden Frühjahrsnutzung Johannisroggen mit zottiger Wicke zu baldiger Aussaat sehr zu empfehlen, leider ist der Samen der zottigen Wicke zur Zeit in hohem Preise. Die Aussaat kostet für 140 Kilogramm auf 1 Hektar (einhalb zottige Wicke, einhalb Jo-
lunerläffifltf 2> ieost«ä-chn auf jo fort ßtfuit.
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Uaft. Aber sür d-u Verkehr praktischer, Übersicht- llcher dürfte doch wohl die Anordnung des alten Tarifs f’J' ®e£. al!re Tarif beruht auf dem Prinzip der alpha- betlscheu EmteUung der Warengruppen; er beginnt mit der Rubrik „Abfälle- und schließt mit „Sim“. Man findet sich mtt Lelchtlgkeit in dem Tarif zurecht. Alle Welt hat sich an diese Form gewöhnt. Der neue Tarif mit seiner gänzlich veränderten Anordnung wird zu vielen Verwirrungen und Irrungen Anlaß geben. Bis ein solches System erst allgemein erfaßt ist, währt es längere Zeit. Eben weil der neue Tarif so zahlreiche «enderungen der Zollsätze enthält, würden diese Aender-- ungen am ehesten klar geworden sein durch Zugrundelegung der bekannten und vertrauten Anordnung. Es find mehrere Entwürfe zum Zolltarifschema ausgearbeitet worden. Man könnte immerhin versuchen, ob sich nicht unter Benutzung der jetzigen Tarif-Form der neue Tarif gewissermaßen in den alten hineinarbeiten läßt. Ferner würde eine amtliche tabellarische Ueberficht für Industrie, Landwirtschaft, Handel, Reichstag usw. zweckmäßig fein, worin zusammengeftellt sind: die zollfreien, die unverändert gebliebenen, die erhöhten, die ermäßigten und die neu hinzukommenden Positionen. In dem jetzt vorliegenden, komplizierten Tarifentwurf werden nur Wenige sich zurechtfinden.
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. August 1901
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Der Zolltarif-Entwurf.
Ans industriellen Kreisen unserer Stadt erhalten wir folgende Zuschrift:
„Die Ihrer Berichterstattung in Nr. 175 d. Bl. angefügte Betrachtung und Schlußfolgerung kann nicht unwidersprochen bleiben. Ich gestatte mir dazu nachstehende Widerlegung und darf einer gefälligen Aufnahme derselben in Ihrem geschätzten Blatte — audiatur et altera pars — wohl entgegensetzen.
Die Beibehaltung des seither von den verschiedensten Seiten mit Erfolg so scharf bekämpften Maximal- und Mini- mal-TarifS für Getreide ist insofern bedeutsam, als dies Zugeständnis an die Agrarier Zeugnis ablegt von deren dominierendem Einfluß im Preußischen Ministerium. Diese Tarife können ohne Nachteil nur von einem Lande angewandt werden, welches unter hohem Zollschutz seine Industrien erst zur Entwickelung gelangen lassen will und dessen Ausfuhr Überwiegend aus Waren besteht, welche der Weltmarkt aufnimmt, für die nicht ein bestimmtes Absatzgebiet zu erobern ist. Für Deutschland mit seiner hochentwickelten, täglich mehr anschwellenden Industrie, für welche stets neue Absatzgebiete erschlossen werden müssen, trifft diese Voraussetzung nicht zu: DaS System der Maximal- und Minimal- Tarife stellt die Handelsbeziehungen zweier Länder vor die einfache Entscheidung „Annehmen oder Ablehnen- «nd macht Verhandlungen von vornherein unmöglich. Es ist in der That unbegreiflich, wie sich die Reichsregierung felbst solche Fessel Anlegen, ihre Aktionsfreiheit beschränken «nd damit den Erfolg ihrer Tarifoerhandlungen mit den Vertragsstaaten in Frage stellen kann.
Dem Maximal- und Minimaltarif wird darum auch wohl durch die weisere Erkenntnis der Übrigen Regierungen im Bundesrat ein stilles Begräbnis Vorbehalten sein. Aus der gegenwärtigen Zusammensetzung des Reichstags und der seitherigen Stellungnahme seiner Fraktionen läßt sich nicht folgern, daß die Majorität des deutschen Volkes für diesen erhöhten Schutz der Landwirtschaft wäre. Fände unter der vorliegenden Parole eine Neuwahl dieser Körperschaft statt, dann würde eine Berufung auf die ausschlaggebenden Fraktionen zutreffender sein, alsdann aber voraussichtlich ein völlig verändertes Bild zu Gunsten verständnisvollerer Hütung der BolkSwohlfahrt und damit Förderung unserer Handelsvertrags-Politik sich ergeben.
Aber auch an den heutigen Gruppen dürften die zu erwartenden VolkSkundgebungen nicht spurlos vorübergehen, selbst die einheitliche Haltung des sonst so gut disziplinierten Zentrums erschüttern.
Als Boranzeichen läßt sich schon jetzt auf katholische Arbe-itervereine verweisen, welche auf einmal angesichts der drohenden Verteuerung der Lebensmittel rebellisch werden und jüngst in einer Protestversammlung zn Iserlohn ihrem Abgeordneten die fernere Gefolgschaft kündigten, falls er für die Getreidezollerhöhung eintrete. Als Menetekel sollten sich unsere Regierungen daS Ergebnis der Reichstagswahlen in Memel und Duisburg dienen lassen. — Die große Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen, namentlich in letzterem Wahlkreise, der Hochburg des schutzzöllnerischen Bundes der Industriellen, giebt unzweifelhaft zu erkennen, welch' wirksames, selten versagendes Agitationsmittel der Sozialdemokratie durch die Bevorzugung von Sonderintereffen überliefert worden ist.
Auch die Berufung auf die Haltung der nationalliberalen Fraktion dürfte versagen. Sie zählt in ihren Reihen namhafte, sehr verständisvolle Angehörige der Industrie; auch sie kann sich ferner der Bolksmeinung, wie sie schon heute — selbst in ihren eigenen Organen — zum Ausdruck gelangt, nicht verschließen und wird zum überwiegend größeren Teil im gegnerischen Lager zu finden fein. Be zeichnend hierfür ist besonders die Stellung des „Leipz. Tageblatts", welches durch die Zollvorlage wohl zum ersten male sich im Widerspruch mit feiner Regierung befindet. Da- Blatt schreibt, daß eine Zustimmung der sächsischen Regierung zu solchen Getreidezollerhöhungen einigermaßen im Gegensatz stehen würde „zu den weit größeren Jutereffen der sächsischen Industrie und des Handels, welche die bedenklichsten Schädigungen zu gewärtigen hätten.- Die weiteren Zollerhöhungen für Vieh, Geflügel, Wurst, Butter „mit der daraus zweifellos zu erwartenden bedeutenden Steigerung der Lebensmittelpreise wollen u. E. augenblicklich recht schlecht zu den in Sachsen bestehenden wirtschaftlichen Verhältnissen paffen: Arbeiterentlassungen uud in Aussicht stehende Lebensmittelverteuerungen! Und doch ist es gut, daß gerade jetzt diese Sätze bekannt werden, da so am besten die agrarische Gefahr beleuchtet wird und die bedrohten Kreise sich zu einem Kampfe gegen das rücksichtslose Agrariertum auf- raffen."
der Futtermittel nicht ersichtlich, dagegen würden sie sich bei einem weiteren Niedergang der Industrien ihrer besten Abnehmer beraubt sehen.- △
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So die Zuschrift an uns.
Es giebt noch manchen Zollsatz im neuen Tarif, der in Gewerbe und Industrie von der einen Seite begrüßt, von der anderen Seite bekämpft werden wird. Im Gartenbaugewerbe, wo sich Schjutzzöllner und Freihändler gegenüberstehen, haben die elfteren nicht die erhoffte Berücksichstig- ung gefunden. Blumen und Gemüse sind sreigeblieben. — Bei dem Jnteressenten-Widerstreit zwischen der Soda- und der Seifen-Jndustrie und den übrigen Soda verbrauchenden Industrien ist die Soda-Industrie unterlegen mit ihren Vorstellungen, daß die englische Konkurrenz eine Herabsetzung der Soda-Zölle bedenklich erscheinen lasse. Die Seifen- Jndustrie re. hatten dem entgegen' sogar zur Aufhebung dieser Zölle geraten. Resultat im Zolltarifentwurf: Ermäßigung des Zollsatzes auf rohe, auch krystallisierte Soda von 1.50 Mk. auf 0.90 Mk., und der kalzinierten Soda von 2.50 Mk. auf 1.50 Mk. — Eine wesentliche Zollerhöhung haben die Stahlfeder-Fabrikanten durchgesetzt, nämlich von 60 Mk. auf 96 Mk. pro Doppelzentner. Die Zollerhöhung wurde besonders von den sächsischen Fabrikanten befürwortet wegen der starken englischen Konkurrenz in diesem Artikel. Stahlfederfabriken in anderen Bezirken wieder nehmen den Standpunkt ein, die Zollerhöhung sei überflüssig, die Birmingham-Feder vorläufig unerreichbar. Händlerkreise, die vielfache das englische Fabrikat mit deut« scher Aufschrift beziehen, schlossen sich dem Einspruch an. Die Regierung hat wohl hauptsächlich die Beschränkung des englischen, neuerdings auch! des französischen, Fabrikats „unter deutscher Flagge" im Auge, zumal deutsche Federn in diese Länder kaum abgesetzt werden können (Jahresbericht der Leipziger Handelskammer). — Die deutsche Fahrrad-Industrie, die einen mehr als sechsfachen Zollsatz gegen jetzt auf Fahrräder und bearbeitete Fahrrad-Teile im neuen Taris-Entwurf erhält, hatte zwar nicht im eigenen Lager, aber in mehreren Handelskammern, so Nürnberg und Hildesheim, Gegner der Zollerhöhung. Auch die Fahrrad-Händler verhielten sich großenteils ablehnend. Andere Handelskammern und namentlich der „Bund der Industriellen" unterstützten die Verstärkung des Schutzzolles. Ein harter Kampf dürste zwischen den landwirtschastl. Interessenten und Industriellen über den neu eingefuhrten Que- brachoholzzoll (2Mk.) entbrennen. Dieser von Eich§enschälwald- ungs-Besitzern verlangte Zoll war bisher von oer Regierung stets verworsen worden, um der deutschen Leder- Industrie den Bedars an Gerbstoff nicht zu verteuern. Deutschland vermöge, so äußerten sich wiederholt Mitglieder der Regierung, den Bedarf an Gerbstoffen nicht zu decken, ebensowenig wie den Bedarf an Wolle. Bei den Gerste- und Hopsenzoll-Erhöhungen geraten Landwirtschaft und Braugewerbe hart aneinander. Aus dem Wollzoll ist nichts geworden; Wolle soll auch! nach dem neuen Tarifentwurf zollfrei bleiben. Aber zweifellos wird bei den Reichstagsverhandlungen von den Vertretern der Landwirtschaft die Wollzoll-Forderung aufs neue lebhaft geltend gemacht werden.
Man sieht an diesen Beispielen, wie viele Schwierigkeiten der Zolltarifentwurf zu überwinden hat, wie in ein und derselben Branche, oder in verwandten, aufeinander angewiesenen Branchen die Ansichten über Zollschutz, das Maß dieses Schutzes, oder Zollfreiheit ausein- andergehen. Die erregten Proteste des Auslandes, Drohungen mit Vergeltungsmaßregeln gegen die Schutzzoll-Verstärkung machen das Durcheinander vollständig. Es giebt noch viel heißte Arbeit zu den Handelsverträgen, die in erster Linie wohl die Handelskammern auf sich nehmen werden. Die Gießener Handelskammer wird in der nächsten Woche eine Sitzung abhalten, in der beraten werden soll, in welcher Weise am wirksamsten der Kampf gegen die neuen Getreidezolltarifsätze aufzunehmen und durchzuführen ist. Jedenfalls werden die Handelskammern benachbarter Städte gemeinsam vorgehen, und in Wort und Schrift eine Bewegung Hervorrufen, wie zurzeit der sogenannten Zuchthausvorlage, des preußischen Volksschulgesetzentwurfes, der Lex Heinze usw. Eine Zeit frischen, fröhlichen, verjüngenden Kampfes steht uns bevor.
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zusammen 74.2 Mk. auf 1 Hektar
Es werden deshalb vielleicht auf leichteren sandigen Bodenarten Pelluschken-Erbse (Sanderbse) im Gemenge mit Sommerroggen, auf Lehm- und Thonboden Wickhafer vielfach wegen ihres wesentlich billigeren Preises einzutreten haben, und bei baldiger Aussaat können dieselben bei günstigem Wetter noch in diesem Jahre einen Ertrag abwerfen. An Aussaatkosten ist dafür noch nicht die Hälfte des Preises von Johannisroggen—Zottige Wicke in Ansatz zu bringen. Doch sind diese Saaten so bekannt, daß darauf nicht weiter eingegangen zu werden braucht.
Unter den Gemengesaaten kann auch zu früher Frühjahrsnutzung die nicht zu späte Herbst-Aussaat von 1 einhalb bis 2 Hektoliter Staudenroggen mit 6—8 Kilogramm Winterraps oder Winterrübsen in kräftiger Düngung in Frage kommen.
Von Blattfrüchten würde auf freiem Land bei chwerem Boden die gewöhnliche Wicke noch mit Erfolg, ruf leichtem Boden vielleicht auch noch Serradella ausge- ät werden können. Der Preis der Wicke ist nicht erhöht und genug Samen davon vorhanden. Weniger ist dies
*) Anmerkung. Tie nachstehend angegebenen Preise ind von der Saatstelle der T. L. G. mitgeteilt worden. Dieselben sind je nach Nachfrage wechselnd und nicht lir längere Zeit vorauszusagen. Bei manchen Sämereien st auch der Vorrat nicht groß. Um so mehr wird es nötig ein, daß jeder für seinen Bedarf bald Deckung sucht.
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