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Hause fort, wo es von seinem Herrn in Empfang genommen wurde. Der Knecht war über das Geschehene so verblüfft, daß er sich gar nicht nach Hanse wagte. Wie man erfuhr, hat der Mensch das Pferd schon oft mißhandelt.
Grnnberg, 29. Mai. In der Nacht vom ersten zum zweiten Pfingstfeiertag verschied die älteste Bewohnerin oer Stadt, Fräulein E. Pfeffer, im nahezu vollendeten 93. Lebensjahre. — Der älteste Mann unserer Gemeinde, ein Verwandter der Vorstorbenen, steht bereits im 9s. Lebensjahre und ist noch körperlich rüstig und geistig rege.
x Breungeshain, 28. Mai. Bor einigen Tagen kam ein hiesiger Bürger mit Namen Fleischer nach langer Ab^ Wesenheit wieder hier an. Als Jüngling wanderte er nach Australien aus und ging von dort nach mehrjähriger Beschäftigung nach Transvaal, wo er in Johannesburg bis zur Einnahme durch die Engländer in einem Geschäft arbeitete. Erschloß sich dem Burenheere an, nahm an verschiedenen Kämpfen teil und trat dann die Heimreise an. Die Transvaalregierung gab dem Mitkämpfer das vollständige Reise-, nebst 200 Mk. Handgeld. Der Mann ist der felsenfesten Ueberzeugung, daß die Buren siegen und hofft nach Been- digung des Krieges wieder dorthin zu gehen. — Der Hohe- rodskopf war während der Pfingstfeiertage gut besucht. Touristen aus Nah und Fern stehen in dem Fremdcnbuche verzeichnet.
§ Nieder-Seemeu (Kreis Schotten), 29. Mai. Der Metzger Moritz Schuster von Ober-Seemen war mit seinem Geschirr hier, um Fleisch seinen Kunden zu liefern. Den Wagen hatte er vorschriftsmäßig an die eine Seite der S.raße gefahren, und alles so geordnet, daß in seiner Abwesenheit nichts vorkommen konnte. Kurze Zeit darnach kam dec 7jährige Sohn des hiesigen Bürgermeisters mit einem Wagen gefahren, und rannte gegen das Gefährt des Schuster derart, daß der Deckel absprang und ein daneben stehendes Kind zu Boden geworfen wurde, ohne Schaden zu nehmen. DaS Pferd war dadurch scheu geworden, und ging durch bis der ganze Wagen zertrümmert war, und es hiesigen Leuten nur mit Mühe gelang es wieder einzufangen. Wie man hört, beansprucht Schuster für seinen zertrümmerten Wagen 500 Mk. Ersatzkosten.
A Gedern, 29. Mai. An die Postämter, die Bestellungen auf den „Vogelsberger Boten" ausgenommen hatten, tft die Nachricht ergangen, daß der „Vogelsberger Bote" nicht mehr erscheint. Wie man hört, soll von den Angehörigen des flüchtigen Redakteurs und Verlegers August Bo »alt hier der Konkurs über dessen Vermögen angezcigt worden sein.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
r. Limburg a. Lah«, 29. Mat. (Frachtmarkt.) (Durchschnittspreis pro Matter.) Roter Weizen Mk. 14.48, weißer Weizen Mk. 00.00, Korn Mk. 11.27, Gerste Mk. 0.00, Hafer Mk. 7.31.
der Mord sei um dreiviertel 5 Uhr geschehen Unteroffizier? Bunkes sagte darauf: Run kann die Sache gut werde», ich bin um dreiviertel 5 Uhr aus dem Stall weggegaugeu. Auf Befragen des Verteidigers, Rechtsanwalt Horn, stiebt Häckel an, er habe zu Tomnig geäußert, daß der Kriminal- Kommissär Bäckmann ihm die Wahrheit sage. Angelt. Dom- nig: „Jawohl, das ist richtig. Häckel weinte im Stall, und ich sagte zu ihm, daß mir auch schon damit gedroht worden sei." Präs.: ,,Angeklagter Tomnig, was Haden Sie in der fraglichen Zeit gemacht?" Tomnig: „Ich war im Stall." Präs.: „Wenn Häckel in den Stall gekommen wäre, müßten Leute es gesehen haben." Tomnig: „Es loar finster. Ein Mann sagte auch, er habe gehört, daß jemand mit mir ge- sprock)eu habe." Präs.: „Der Mann widerruft aber seine Aussage." Angekl. Tomnig: „Ja, aber zu mir hat er cs gesagt." Präs.: „Welcher Zeitraum war seit dem Weggang Häckels aus dem Stall verflösse», bis die Unglücksbocichafl gemeldet wurde'?"' Tomnig: „Zehn bis fünfzehn Minuten."
Nach kurzem Ausschluß der Oeffentlichkeit wird in die Bew-eisaufnahme eingetreten und zunächst Wachtmeister Buppersch vernommen. Zeuge giebt folgendes an: „Montag, den 21. Januar, hielt der Rittmeister v. bkrosigk eine Reit Übung ab. Ich lud ihm zweimal seinen Revolver mit sechs Platzpatronen, welche der Rittmeister auch abschoßt Nach, dem zweiten Abschießen rückte die Abteilung auf und die zweite Abteilung rückte in die Reitbahn an. Hierbei wollte das Pferd des Unteroffiziers Riemer nicht aus dem Gliede heraus. Ter Rittmeister befahl: Vorrücken? als das Pferd aber noch immer nickt herauszubringen war, kanzelte er den Unteroffizier ab: Sie sind ein ganz fauler Reiter? Er befahl dann dent Unteroffizier Stiebert, das Pferd za reiten und fügte hinzu: die Abteilung muß jetzt täglich reiten. Wer nicht ins Glied oder aus dem Gliede heraus- kommen kann, wird bestraft. Währenddem krackte ein Schuß. Ich spürte den Luftdruck so stark, daß id> taumelte. Der Rittmeister rief: was ist denn los? Wer hat denn da geschossen? Haben Sie geschossen? Darauf wankte der Rittmeister. Oberleutnant v. Hoffmann sprang zu und ließ de» Rittmeister in seinen Armen zu Boden gleiten. Es wurde gleich eine Strohpuppe geholt und untergelegt. Unteroffizier Riemer riß den Rock und die Unterkleider auf der Brust auf, da sahen wir aber schon, daß der Rittmeister entseelt war. Ich mar vor Schreck außer stände, etwas zu thun. Ter Oberleutnant schickte nach dem Lazarette und zum Kommandeur. Drei Unteroffiziere hatten sich entfernt, es ist aber nicht bekannt, welche es waren. Als die Thur der Reitbahn geöffnet wurde, äußerte Unteroffizier Barth: Da liegt ja ein Karabiner?" Major v. d. Gröben: „Ist es Brauch bei Ihrer Schwadron, daß sich ein Unteroffizier für den ganzen Nachmittag als dienstfrei betrachten kau», wen» er um 3.30 Uhr einen kleinen, nur wenige Minuten währenden Dienst zu versehen hat?" Zeuge: „Nein." Major v. d. Gröben: „Wenn seine Abteilung um halb fünf Uhr reitet, hat er sie zu führen oder macht er fick), wenn er das nicht thut, einer Tienstverletzung schuldig?" Zeuge: „Jawohl." Zeuge Oberleutnant v. Hoffmann sagt aus: „Ich dachte zuerst, daß ein Unfall vor liegen möge. Als ich den Oberrock aufrig, öffnete Rittmeister v. Krofigk nochmals die Augen. Zweimal quoll ihm ein Blutstoß aus dem Munde. Ich schickte schleunigst Leute zum Kommandeur und nach1 dem Lazarett, hinterher aber fiel mir ein, daß es richtiger sei, »venu niemand die Reitbahn verließ, und ich (gab dementsprechende Befehle." Leutnant v. Lorenz als Zeuge giebt an, daß er von 4.15 Uhr auf der Reitbahn gewesen fei. Ms der Rittmeister hinfiel, sprang Oberleutnant v. Hoffmann zu. Mich schickte er zum Arzt. Präs.: „Wann siel der Schuß?" Zeuge v. Lorenz: „Ich schätze um 4 Uhr, weil meine Abteilung kurz vorher eingerückt war." Präs.: „Haben Sie auch bemerkt, daß vor dem Schüsse sich der Thürflügel zum Gange etwas öffnete und dann wieder anlehnte?" Zeuge: „Das habe ich beobachtet!" Es werden noch mehrere Zeugen vernommen, die dasselbe bekunden. Hierauf erfolgt gegen 6 Uhr die Vertagung bis morgen früh 10 Uhr.
Der Prozeß wegen der Ermordung des Rittmeisters v. krofigk.
Gumbinnen, 29. Mai.
Der Prozeß vor dem Kriegsgericht gegen die des Mordes an Rittmeister v. Krosigk, bezw. der Beihilfe und Begünstigung verdächtigen Unteroffiziere Marten, Häckel und Tomnig nahm folgenden Verlauf: Von Marten wird festgestellt, daß er dreimal mit kleinen Disziplinarstrafen bestraft worden ist. Häckel war vor dem Dienstantritt, der in .das Jahr 1891 fällt, Kaufmann. Er ist verschiedentlich von Rittmeister v. Krosigk mit kleinen Strafen belegt worden. Die Führungsatteste sämtlicher Angeklagten find gut. Ter Vertreter der Anklage, Kriegsgerickftsrat Lüdicke, stellt fest, daß Marten während der Untersuchungshaft zweimal bestraft wurde. Der Anklagebeschluß geht dahin, daß Marten und Häckel die Emiordung ihres Vorgesetzten verabredet! und ausgeführt haben, und zwar in der Weife, daß Marten den tötlichen Schuß aus dem noch rauchend in dem dunklen Gange hinter der Reitbahn aufgefundenen Karabiner abgab, während Häckel dabei den Aufpasser spielte. Domnig ist wegen falschen Zeugnisses angenagt, das er mit der ganz bestimmten Absicht abgegeben hat, um den beziehungsweise die Thäter der Strafe zu entziehen. Nach kurzer Be- ratung verkündet der Gerichtshof: Die Oeffentlichkeit bleibt zugelassen, soweit nicht das dienstliche Interesse gefährdet ist.
Nunmehr tritt der Gerichtshof in die Vernehmung des Angeklagten Marten ein. Auf die Frage, ob er sich schuldig bekenne, erklärt der Angeklagte: „Ich bestreite jede Schuld. Ich stand mit meinem Rittmeister nicht derartig, daß ich Veranlassung gehabt hätte, eine solche Blutschuld auf mich zu laden, und meine Seele so schwer zu belasten. Ich habe am Nachmittage mit mehreren Soldaten zusammen auf der Regiments kämm er gearbeitet, auch mein Schwager .Häckel kam mit hinzu. Nach Feierabend wurde dann die Arbeit zusammengelegt und Schnaps geholt." Präs.: „Da waren Sie nachher wohl angetrunken ?" Angekl.: „Nur «in bischen animiert." Präs.: „Um welche Zeit verließen Sie denn die Kammer?" Angekl.: „Ungefähr 10 Minuten nach 4 Uhr." Präs.: „Nun mußten Sie doch zu Ihrer Abteilung nach der Reitbahn'?" Angekl.: „Ich hielt mid) für dienstfrei und ging mit meinem Schwager nach, der Wohnung meiner Eltern, die im ersten Stock der Kaserne der dritten Sckftvadron belegen ist." Ter Angeklagte giebt Zveiterhin an, daß er um halb 5 Uhr von feinen Eltern fortgegangen und auf seine Stube gegangen sei. „Hierher ftrmen auf einen Augenblick zwei Dragoner." Präs.: Worüber sprachen Sie mit diesen?" Angekl.: „lieber einen Vorfall, der am Samstag vor dem Morde mit meinem Pferde auf' der Reitbahn passierte." Marten giebt zu, nochmals lor 5 Uhr seine Stube verlassen zu haben, bestreitet aber, -in die d^ahe des Raumes gekommen zu sein, in dem Hie Karabiner lagen. Er hat dann nochmals put seiner Mutter einige Minuten lang in der Wohnung gesprochen -und ist dann langsamen Schrittes direkt in seine Stube -turückgegangen. Aus dem Korridor hat er nochmals einen Der beiden Dragoner angetroffen. „Er fragte, ob ich wüßte, Rittmeister v. Krosigk habe sich erschossen. Ich erwiderte ihm: ,Du bist verrückt, wie ist das möglich?" Er giebt an, daß nu den Säbel aus dem Stalle geholt habe und zum Putz- Dienste gegangen fei, der um 5 Uhr begann. Unterwegs ihabc er den Vizewachtmeister Schulz angetroffen, welcher fragte, ob et schon gehört habe, daß Krosigk verunglückt lei. Er der Angeklagte, habe das verneint. Präs.: „Sie Svußten aber doch sck)vn davon." Angekl.: „Ich glaubte Äber nicht, daß es wahr fei." Präs.: „Nachher wurden Sie nochmals von einem Unteroffizier gefragt, ob Sie von dem tt&reigniffe gehört hätten. Sie haben das aber wiederum
betneint" Angekl.: „Weil ich nicht an die Wahrheit der Nachricht glauben konnte." Präs.: „Nachdem Ihnen der Fall von zwei Seiten bestätigt war, ist doch dies Benehmen sehr auffällig." Angekl. fortfahrend: „Ich befürchtete aber, verdächtigt zu werden." Präs.: „Tamals befürchteten Sic schon, verdächtigt zu werden?" Weiter hielt der Präsident dem Angeklagten vor, es fei doch sehr auffällig, daß er sich bei den Feststellungen nach dem Thäter zu den Unteroffizieren gestellt habe, die den Tienst in der Reitbahn gehabt hatten, obwohl er (Marten) selbst keinen Dienst dort hatte. Lbriegsgerichtsrat Lüdecke: „Wenn Marten sich dienstfrei hielt, nxirum ging er dann um 5 Uhr zum Reitdienst auf die Bahn? Tarin liegt doch ein Widerspruch." Angekl.: „Ich wollte sehen, »ne meine Abteilung reitet." Präs.: „Bis 5 Uhr hatten Sie doch kein Interesse daran? Tas ist doch also sehr auffällig." Lüdecke: „Ich habe Marten wiederholt befragt Heute macht er darüber andere Angabe», was er i» der Wohnung seiner Mutter gemacht hat, als früher." Angekl.: „Anfangs mag mein Gedächtnis durch Alkoholgenuß geschwächt gewesen fein. Tie Einzelheiten fielen mir erst später ein." Kriegsgerichtsrat Lüdecke: „Heute giebt Marten an, daß er, als er die Wohnung der Eltern verließ, nach der Uhr gesehen habe. Es mar zwei Minuten vor halb vier. Warum hat er diese wichtige Thatsache früher verschwiegen'?" Marten: „Ich habe es gesagt." Präs.: „Tas ist nicht der Fall. Warum haben Sie es verschwiegen?" Angekl.: „Ich kann dazu nichts sagen, ick) glaube es angegeben zu haben. Ich.stellte mich zum diensthabenden Unteroffizier, weil mein Putzdienst 8 Minuten vor 5 Uhr anfing. Vorher hielt ich mich frei." Für die weitere Vernehmung wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen.
Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit giebt Marten an, daß er während der Untersuchungshaft mit drei Tage» Mittelarrest und Entziehung der Vergünstigungen bestraft sei, weil er die Wafferkanne als Nachtgeschirr benutzt hatte, lieber den Grund seiner Flucht aus dem Untersuchungsgefängnisse erzählt er: „Mich hatte der Gedanke, ich konnte unschuldig verurteilt werden, erfaßt und in eine verzweifelte Stimmung versetzt." Präs.: „Wollten Sie nicht Zivilkleidung haben und die Grenze überschreiten?" Angekl.: „Jawohl. Ms ich bis Schirwindt gekommen war, hatte ich mich wieder beruhigt und kehrte um, entschlossen, mich in Gumbinnen wieder zu stellen." Präs.: „Sie haben doch aber unterwegs verschiedentlich versucht, Zivilkleider zu bekommen?" Angekl.: „Jawohl, es war mir aber nicht geglückt. Aus dem Rückwege nach Gumbinnen kehrte ich bei einem Gutsbesitzer Namens Müller ein, und dort erhielt ich von einem Knechte einen Zivilanzug." Präs.: „Vorher hatten Sie schon Ihren Uniformrock veränderte Angekl.: „Ja, ich hatte die Knopfe von den Achselklappen abgerissen." Staatsanwalt: „Ich beantrage die Ausnahme der Anklage wegen Beschädigung eines Tienstgegenstandes in das Verfahren." Präs.: „Bleiben Sie dabei, daß Sie sich freiwillig gestellt haben?" Angekl.: „Jawohl." Es wird folgender Brief des Angettagteu verlesen: „Tie Schmach und Schande, daß ich unschuldig für einen Schuldigen fitze, kann ich nicht länger ertragen. Um nicht wahnsinnig zu werden, bin ich geflüchtet. Ter Ehrlose, welcher die That begangen, hat mich in Verderben und Tod getrieben. Einen heiligen Schwur kann ich leisten, daß ich unschuldig bin. Ter liebe Gott möge mich verdammen, wenn ich die Unwahrheit schreibe. Ich wollte, ich könnte mein Herz aus der Brust reißen, nur um es zu zeigen. Kein Edelstein wäre so rein. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! Ich soll das Opfer fein für die Warnung anderer Soldaten. Man hat mich in der Blüte meiner Mannesjahre von meinen Lieben hinweggerifsen, weil der Schuldige nicht gestehen will. Herr nimm mich in deinen Schutz! Franz Marten, Unteroffizier." Prüf.: „Ter Brief ist aufgefunden worden. Haben Sie ihn weggeworfen?" Angekl.: „Nein, ich hatte ihn in der Zelle gescyrieben und unterwegs habe ich ihn verloren."
Es beginnt die Vernehmung des Häckel. Präsident: „Bekennen Sie sich schuldig?" Angekl.: „Nein!" Präs.: „Wissen Sie auch nicht, wer die That begangen hat?" Angekl.: „Nein." Präs.: „Früher haben Sie einen Verdacht gegen einen anderen Kameraden geäußert." Angekl.: „Jawohl, gegen den Unteroffizier Griegat, auf Grund der Angaben eines Soldaten." Präs.: „Haben Sie nicht auch die Vermutung geäußert, daß Zivilpersonen an der That beteiligt seien?" Angekl.: „Ich habe diese Vermutung deshalb geäußert, weil Griegat aus der Stadt ist und öfters Zivilisten mit in die Kaserne brachte." Präs.: „Wie standen Sie sich mit Marten?" Angekl.: „Ich war mit Marten immer böse; weil er dagegen gewesen ist, daß ich seine Schwester heiratete. Wir haben öfters Streit miteinander gehabt." Hieraus wird die Oeffentlichkeit abermals ausgeschlossen. Ter Angeklagte läßt sich nun über den fraglichen Verbleib der Beteiligten bis 5 Uhr nachmittags aus. Sie hatten auf der Packkammer gearbeitet. Es fei ein Liter Schnaps geholt worden, den sie zu vieren, darunter auch Marten, austranken. Um 4 Uhr 15 Mm. hätten sie die Packkammer verlassen und der Angeklagte sei mit seinem Schwager zu seinen Schwiegereltern gegangen. Nach einer Viertelstunde seien sie von dort wieder fortgegangen. Er habe sich draußen von feinem Schwager getrennt. Er fei daraus in den Statt bineingegangen, um die Lampen zu revidieren und habe im Stalle dem Unteroffizier Tomnig befohlen, die Lampen anzuzünden, indem er dabei sagte: Wenn der Alte ober der Rittmeister in den Stall kommt, giebts Krach. 2arauf sei er in den Rekrutenstatt hineingegangen und habe sich dort mit zwei Unteroffizieren unterhalten. Nach zehn Minuten etwa seien sie dann alle drei zur Reitbahn gegangen. Tie zwei anderen sahen dem Reiten zu. „Ich erinnere mich, daß Unteroffizier Bunkes sagte: es ist dreiviertel 5 Uhr, ich gehe nach Hause. Ich kann nicht derjenige gewesen sein, der an der Thür stand, als der tätliche Schuß fiel. Wenn ich dort gestanden hätte, würde ich sagen, es hätte ein Zufall fein können. Während wir Beide nun an der Reitbahn II standen, kam ein Tritt er angelaufen, ausrufend: Ter Rittmeister ist erschossen. Wir liefen darauf zur Reitbahn I und sahen den Oberleutnant Hoffmann, wie er den Rittmeister v. Krosigk im Arme hielt. Später wurde befohlen, die dienstfreien Leute sollten vortreten. Ta trat ich vor. Präs.: „Haben Sie nicht Ihre Freude oder Ihre Genugthuuna über die That ausgesprochen und waren Sie zur fraglichen Zeit im Stalle mit Zeugen zusammen? " Angett.: „Jawohl, als der Kriminalkommissar in der Kaserne war, sagte ein Wachtmeister, derselbe suche einen Unteroffizier mit schwarzem Schnurrbarte." Taraus erwiderte ich: „Na, Gott sei Tank, ich habe Zeugen, daß ich zur Zeit im Stalle gewesen bin." Weiter bemerkt der Angettagte: „Später erzählten Unteroffiziere,
Vermischtes.
* Berlin, 27. Mai. Seine Braut zu erschießen versuchte gestern nachmittag auf offener Straße der 32 Jahre alte Privatbeamte Hans v. Neukirch, der auf die unverehelichte 23 Jahre alte Bertha Traschewski in der Bülowstraße, den Revolver richtete. Glücklicherweise versagte der Schuß und das Mädchen blieb unverletzt, v. Neukirch flüchtete in ein Zigarrengeschäft, sprang über den Ladentisch und wollte die hintere Ausgangsthür erreichen, wurde jedoch von herbeigeeilten Droschkenkutschern gefaßt und einem Schutzmann übergeben.
* Altenburg, 29. Mai. Großes Aufsehen ruft hier: die Verhaftung des Fabrikanten Gebhardt hervor. Der Mann hat in der hiesigen konservativen Gesellschaft eine große Rolle gespielt. Er war Vorstand des sächsischen Militärvereins. Vor einigen Monaten bereits munkelte man, daß es schlecht mit ihm stehe. Dann kam der Zusammenbruch. Unb jetzt ließ ihn bie hiesige Staatsanwaltschaft in Leipzig verhaften unb in bas Landgerichtsgefäng- ms einliefern. Man legt ihm Wechseffälschung und Betrug zur Last. c kr ri inH W
* Paris, 28. Mai. Nach telegraphischer Meldung aus Tunis wurde dort Doktor Loir, ein Neffe Pasteurs und Direktor des tunesischen Pasteurinstituts, von einem irrsinnigen Laboranten Namens Panet angeschossen. Bier Kugeln hatten getroffen, wurden aber sofort ausgezogen, und man hofft, Loir retten zu können.
4 Wien, 29. Mai. Den Blättern zufolge ergab die Untersuchung, daß der vor einiger Zeit von hier geflüchtete spanische Konsul Duran y Cassilla eine halbe Million Kronen mitgenommen hat. Ferner ist fest- gestellt, daß Duran sich fälschlich das Adelsprädikat beilegte unb die betreffenden Dokumente fälschte. Auch der Name Duran soll falsch sein.
* Die Pest in Hongkong. Wie dem „Times" aus Hongkong von gestern telegraphiert wird, nimmt dort die Pest ernstere Gestalt an. Seit einigen Tagen sterben täglich mehr als 60 Personen an dieser Krankheit.


