Ausgabe 
30.6.1901 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ormtag 30. Juni 1001

Erstes Blatt

«r. 151

♦♦♦♦♦♦♦♦♦

KWkt A

Wick, Reg.erungSrat.

Bekanntmachung.

.. Schulerausslüg-/ Tie «assen der Realschule

,cti 30. N»'-

1901

i6-

l*

Itlch ent ütentafll.

151. Jahrgang

bigt sein;

c) ein Unbescholtenheitszengnis, welches von

Obrigkeit oder der ) *

zustellen ist;

d) ein selbstgeschriebener Lebenslauf.

NNU« wrt<u frm Än.

w**w «oeiättTc De tzMWMiHibt" »kn ** -Dch-Mch b«N<kflt.

h »» *»&et|«n *BMege Hk bcn rclcheinendcn W »wnr. 18 Uhr N*m<i fB&teficnt

Bekanntmachung.

Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß infolge unserer Anordnung in diesem Jahre 2077 Raben, 508 Eichhörnchen, 592 Häher und 23 Habichte geschossen worden find.

Gießen, den 27. Juni 1901.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. Wagner.

V*)

"«»ft

* *1»

VS ****

Aenderungen, und die machen ein Bauwerk bekanntlich weder besser noch billiger. c ,<.9

Aber wie stehts nun nut _ dem Inneren der Hauser. Olbrich wird vorgeworfen, daß e r die Fenster immer da anbringe, wo er sie gerade braucht. Eigentlich pflegt man doch alles überall da anzubringen, wo man ey 6rau^; Niemand benutzt seinen Hrtt als Schuh, londerntragtchn aus dem Kopfe, und den Schuh am Fuß, und die Natur hat in ihrer schlichten, einfachen und praktischen Leise uns die Augen nicht auf die Kniescheibe, sondern dahin gesetzt, wo wir sie gerade brauchen. Tas der Natur, oder die Fenster dem Künstler zum Vorwurf zu machen, kann einem vernünftigen Menschen doch rud# einfallen. <ö , im Gegenteil, der Architekt, der feine Fenster den Haus- wänden verteilt, wie er sie braucht, bringt dadurchchon ohne weiteres die Außenseite des Hanfes mit dem Inneren in direkte Beziehung. Was macht uns denn em altes yauv, estie alte Dorfgasse so lieb und wert? Außer der gewstfen Patina für die wir meist mit Recht (oft aber auch mit Unrecht!) schwärmen, ist es das natürliche Sichgeben solcher Architekturen. Ja, es giebt ganze Städtchen, sur dw der Ausdruck Architektur überhaupt nicht einmal paßt, wie . zz der kleine Ort Babenhausen nicht weit von Afchasfen- burq. (Man könnte noch Tutzende solcher Orte nennen.) Der hat gar keine Architektur, das Wort ist viel zu fch^er und wuchtig dem Oertchen gegenüber aber welche Poefte, welche Intimität atmen die Gasten und die Häuschen Da kommt, abgesehen von der Patina, von der Natur- lichtei t, mit der ihr Aeußeres von ihrem In­neren erzählt. Hier sitzen zwei Fenster dicht unterm Tach, da kommt eine lange, lange Mauerslache, dort unter­bricht ein mehr breites als hohes Festster die L.and, an der einen Hälfte ist das Tach kurz abgeschnitten, die andere wird bis tief hinunter bedeckt alles ist so angeordnet wie man es braucht, also auf natürliche Weye. Und natür­lich giebt sich auch jeder Raum im Inneren. Warum .Decken denn unsere Maler Generation um Generation in solche halb ländliche Ortschaften? W^il Poesie darin zn finden ist. Tas ist das ganze Geheimnis. Und der Architekt, der heutige, dem wird verübelt, wenn Nftinen «ZenPoesie geben will? Verkehrte Weltbund obendrein Poesie mit seiner höchsteigenen künstlerischen : Sprache. Echte Poesie, nickst jenes ^ahm mit Hckfe von

rütion oon K-rl

Ma tzM

abatt

mf

mb Sporiwage«

KPW

jg,u binger,

Z)ie Darmstädter Künstterkolonie.

(Oitginalbericht desGieß. Anz.-)

Nachdruck oerboim.

IX.

-lieht man nun einen Vergleiche zwischen dem Behrens­haus und den Häusern von Olbrich, dann wird man. be diesen finden, was jenem sehlt, und da» wird dann oyne weiteres erklären, warum die Olbrichhauser, die Sauten des Architekten, malerisch wirken, und das Haus des '^^^Dos^Olbrichsche Erbe haben wir schon beleuchtet. Wer weist wie er sich, weiterentwickelt hätte, wenn ihn sem Leg

& "ÄÄt

Ȁren^

Ikfi reicht im Geiste des Architekten eins dem anderen die Hand und das Zusammengehen des kalten Rechnens nut i>er künstlerischen Phantasie ergiebt den bisher noch nicht stier berührten allertiefsteu Unterschied Swychen den Bau- yier ^brnyrun Malers. Ter kunstleri che

LLkt wtrNeä Matz halten, weil er aus einer «er- GÄWWSE i^nes nicht da ist der erste Traum der Phan^sie Zerstört und das mag sich! im Laufe des Bauens noch manchmal wiederholen. "Rein praktisch ergeben sich Aenderungen über

aus alter Zeit geliehenen Erkerchen, Türmchen, Getier» ^^Tas"Äema^7st^schon"'so oft erörtert worden, dennoch kann gar nicht häufig genug gefragt werden: Was soll uns Heutigen diese Maskerade mit der schlechten groben Nachäffung einesstilvollen" Trödels? Wir erfinden uns doch sonst alles Mögliche neu. Bücher gab es früher schon und giebt es heute, aber der Zeitgeist spricht heute andeE ans einem Buch als ehedem, wir haben unv- unser Buch, und wäre es allein in Bezug auf das Heften mit der Tralstmaschine, gleichsam neu erfunden. Wir erfinden uns Teile unserer Kleidung, die es früher nicht gab, trotzdem man stets Kleider hatte: wir erfinden und *^erleug fo wie wir sie brauchen, tote sie uns nützlich und schon dünken. Wir erfinden eine andere Musik, eine Musik, ine zu unserer heutigen Seele spricht, die unsere heutige Seele ausspricht. Wir ersinden Kriegsmaichmen immer und immer neu, trotzdem es welche gegeben hat, so lange der Mensch dem Menschen mit künstlicher Waste gegenubersteht. Aber wenn es sich um Kunst handelt, heute atterinngs fast nur noch allein um bauende Kunst ( die anderen Künste sind heut schon besser dran), dann ists aus nut dem Erfinden. Was bei einer Kanone das Stabile, das unm?i> ändeclichc Moment ist, welches besteht, seit der erste Mensch den ersten Stein nach einem Gegner geworfen hat: nämlich daß das Geschoß nach vorwärts zu fliegen hat, Nicht nach rückwärts, das entsprechende unveranderlick)e Moment ist beim Bauen die Statik, die bei Benutzung sewerls anderen Materials mit etwas veränderten Zahlen zu rechnen hat, im Grunde aber an gewisse physikalische Gesetze gebunden ist Darüber hinaus giebt der Eine seiner Kanone dieses Aussehen, der Andere seinem Hause jenes Aber wenn wir der Historie zu liebe keine faule Grethe oder kein Kata­pult mit Bolzenbündelgeschossen mehr bauen, warum bauen wir dann unentwegt Ritterburgen und Rokokoschloßchen? Was geht uns Zigaretten- und Tennismenschen die Historie an? Können wir nicht auch in unserem Hause das moderne Element betonen, haben wir nicht die Freiheit, uns eigene Formen für unser Haus zu erfinden? ^a, fallen mix bieje Freiheit nickst haben? Das Urteil mancher Leute scheint sie wirklich unterbinden zu wollen.

Schluß folgt.

Aus Stadt und Kand.

(D-r Abdruck bet unter dlelet Rabtll bch"d-lch-n otigmul Nachrlchten >st ttur unter genauer Quellenangabe: «M. fleiww j

B S. Kunstausstellung Tnrmhaus v Es ist ein erfreuliches Zeichen^ säender Teck^

Reg.-Blatt ^hme

1 ' Werke aus Prrvatbesltz -men Plcch ,n-Dcm be-

Hinfichtlich der Anbringung der Gesuch, wird im Speziellen IM»*

das Folgende bemerkt: Direktor v. Schulz (Berlin) erstattet inzwischen in der

1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungskommission sozialen Praxis" einen längeren Bericht über die neuere nur daun einzureichen, wenn der sich Meldende im ^^rliner Gewerbegerichts als Einigungsamt.

Großherzogtum Hesien seinen dauernden Aufenthaltsort hat. ^^derholt darin, daß schon heute ber Besetzungs-

2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem Lrage derselbe Grundsatz, der nach! der Lovelle zum ^e 17^ Lebensjahr ersvlgen. werbegerichtSgeseP allgemern °wg-suhtw den so , durch

3. Das Gesuch muh van dem Betreffenden selbst g-schn-b-n Ortsstatut ausgestellt werden konnte und rn Berlrn^d^ che ^^U' es inirh I didaten Wderspruch^ erhöbet worden. Wenn die Novelle

nähere Adreffe angegeben wird. ^clek werä werde im großen und ganzen alles beim

4. Dem Gesuche sind solgende Papiere betzusugen. n ^,oiben. Auch, zukünstig würden von den «arteten

a) Geburtszengnis; reqelmätzig Gewerbegerichtsbeisitzer in das Cantgungsamt

b) EinwilliguugS Attest des Vater» -der B-rwunde--mt 8^icft'lufrbeii. Die Wirksamkeit ^Vertrauensmänner

der Erklärung über dessen B-r-ttwtlltgkett, den Frei- bic bisher manchmal das ^U'gung-amt ergänzt

willigen während einer ein,Lhr>gen aktrven Dienst rourbc lasse überdies erwarten, daß. Ms das tto n

.eit tu bekleiden, auszurüsten, sowie d,° Kosten sür b Parteien auf Per onen, ine das Amt eures Berlchers Löhnung und Unterhalt ,u übernehmen. Die Fähige nM bekleiden i°lleu sollte dre ^gebn tze g W* ,eit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß langen vor dem,^'SUUgsamch 7>^.de^UrSH g^ die Unl-rschrist de» B-t.-S oder Vormunde» beglau Mawn nutzt abwerch d,^ her Jahre eine

.. M* BSäjSMtWS -Ä M. sx-iWSs

d) em selvstgeicyrieoenei seocumuuf. ! und Arbeitnehmer auf dem Gewerbegericht emg s

5 dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen unb bem Vorsitzenden über die Sachlage bei Streiks ' nuei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, La- unb Antwort gestanden.

ieinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 1------------------ "

6 Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung ' eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugnis beiznlegen.

a-st-llt°"w°rden dr'Aüs7nA°Ordnnn°g ' (S",ur |Sra~n b" Ä "ein erfreuliches 3°icheu Mgeu-r 6Äw »nm 22. Nov mär 1888 - Reg.-Blalt , hme a« L AE ^seres »nswereru^imß

ÄTJÄ i»»i. des Lokals in LlML, d°u dke SUU-t Gie^., d^wenden.MH welchem die Prüfung stattsindet, erfolgt eventuell wettere ^schas,enhat,^o^troffcues und charaktervolles Bildpis Bekanntmachung; aus spezielle Ladung kann nicht gerechnet ^amm ch ^ M^bürger und eine Reihe von Landschafts­werden. . 1OAI Iftubien weter Vertreter der Frankfurter . Mer amü

Darmstadt, den 20. Ium 1901. . kfeüh Allerdings ist keiner von ihnen identischmit

I Großherzogliche Prüfungs-Kommission für einstig Freiwillige. au§Dichtung und Wahrheit" u^d weiger ersr^ich Der Vorsitzende: aus GutzkowsKönigsleutnant" bekanntenEhr Georg

* ' Sckütz' wir haben vielmehr iemen ^oohn Franz uno einen

===== Ehr. Georg, der wahrscheinlicher der Nesfe als der Sohn des älteren ist, vor uns. Letzterer,,,Schutz der^ Vetter der sich, besonders durch Gouache- und Sepiabilder bekannt iAfÄnpieke Ätc ist in der Ausstellung nur mäßig vertreten; das '**?ßeLc bieten die zierlichen und Mt hm geworfenen

Landschaftsbilder u. a. Münzenberg - von dem ziemlich jung verstorbenen Franz Schutz, der sich auch^ neben be-

Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung I NolliilÄe TülleSschaU.

zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1 I v ff "

Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der Die Novelle zum Gewerbegeri ,

u r 1iit darüber bisher nichts ge51)mty vn.iww/»«* o""v', . .. ,

1»O1 9 beut^d^nd^

bei der NHen. I batteu? Sie Entscheidung steht al>° wohl uoch aus, maul

Amtlicher Teil. 1

Bekanntmachung.

8 e t r.: Die Veranstaltung von Verlosungen innnerhalb des Großherzogtums.

Der Ortsvorstand zu Huugen beabsichtigt mit dem am 16. September d. IS. zu Hungen stattsindenden sogenannten PrämiierungSmarkt (Faselschau) eine Verlosung von Vieh and landwirtschaftlichen Geräten zu verbinden.

Großh. Ministerium des Innern Hal die nachgesuchte I Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der! Bedingung erteilt, daß nur bis zu 5000 Lose zu 1 Mark! daS Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Proz. I des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf! von Gewinngegenständen zu verwenden sind. I

Großh. Ministerium hat zugleich den Vertrieb der Lose in der Provinz Oberheffen gestattet.

Gießen, den 27. Juni 1901.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

___________________v. Bechtold.____________________

Gießen, den 27. Juni 1901. Betr.: Die Remunerierung des Feldschutzpersonals.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 4. d. MtS. (Gießener Anzeiger Nr. 131) noch nicht ent­sprochen haben, werden hiermit an Erledigung derselben binnen acht Tagen erinnert.

v. BechtoId._________

Ä Ä Bt$ug$preis

© Kg A 2.20, noMtl. Tf- »

GiehenerAMgers

Eeneral-Anzeiger v

Ainir- und Anzeiaeblatt für den Ureis Gietzen ss i-------