Ausgabe 
30.4.1901 Erstes Blatt
 
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Stühlen, gestikulieren heftig und schneien: Zur Geschäft

Unverschämt! Quatschkopp?)

Ungefähr der dritte Gleich darauf ruft

Ruf: Die reine Menagerie! Heiterkeit. Ledebour be­schwert sich über die pöbelhaften Zwischenrufe und wird zur Ordnung gerufen. Die Resolution beginnt: Die am 26. April vom deutsch konservativen Wahlvereiu einberufene Bersamm- lung in der Tonhalle protestiert gegen jede Erhöhung der Getreidezölle und schließt: »sie richtet an Reichstag und Bundesrat das dringende Ersuchen, für die Beseitigung sämtlicher Zölle der Lebensmittel eintreten zu lassen."

Sofort nach der Verlesung rief einer au- der Ver­sammlung: Wer für die Resolution ist, bitte ich die Hand zu erheben! Cs erhoben sich 2000 Hände. Dr. Hahn hat das Wort: Nunmehr erhob sich em ungeheurer Lärm, ein Toben und Schreien, ein Gestikulieren und Schimpfen. Herr v. Gerlach stand auf der Trübine und wollte reden, Dr. Hahn trat aber nicht zurück. Der Lärm legte sich nicht. Die Sozialdemokraten stimmten mehrmals ok Arbeitermarseillaise an, brachten eine ganze Menge Hochs aus und begannen den Saal zu verlasien. Stadtv. Ulrich schloß die Versammlung.

Katasteramt«.

* Eingaben an den Landtag. Der rastlose Abg. Köhler- Langsdorf hat neuerdings den Antrag eingebracht auf

Gießen, den 29. April 1901.

LU. Von der Landesnniversttat. Letzten Samstag fand die erste Immatrikulation des laufenden Semesters statt. ES waren bis dahin 165 Studierende neu einge­schrieben. Daß die Zahl des vorigen Sommersemesters (855) erheblich überschritten werden wird, ist mit Bestimmtheit zu erwarten.

H. Akademische Vorträge. Im Laufe de» Mai und Ium wird wieder, wie früher, ein Zyklus von fünf akademischen Vorträgen stattfinden. Prosesior Dr. Albrecht Dieterich wird in ihnen das ThemaKunst und Leben in Pom­peji" behandeln. Lichtbilder werden die Vorträge erläutern, deren Erlös der Universitätsbibliothek zufließen soll. Eine Einzeichnungsliste wird in diesen Tagen in Umlauf gesetzt.

* Das Großh. Hess. Regierungsblatt Nr. 31, ausgegeben am 20. April, enthält die Bekanntmachung, den praktischen Kursus der FinanzaSpirauten betrefiend.

* PerfonalRachrichlen. Der Großherzog hat dem Bürgermeister Johannes Rausch zu Zetlbach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" am Bande des Philipps-OrdenS, der Christine Strackbein zu Mainz die Goldene Verdienstmedaille des LudewigS-Orden« und dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Mombach Nikolaus Schirmer das Ehrenzeichen für Mitglieder frei­williger Feuerwehren verliehen. Der Groß Herzog hat genehmigt, daß die Leitung derGroßherzoglichen Baubehörde für die Erweiterungsbauten der Technischen Hochschule" dem Vorstand des Hochbauamts Alsfeld, Baurat Friedrich Kranz, kommissarisch übertragen werde. Ernannt wurden der Gehilfe bei dem Grundbuchsbureau deS Katasteramts Heinrich Krickser zu Darmstadt und der Wilhelm Hofferbertau« Darmstadt zu Zeichnern bei dem Grundbuchsbureau deS

** Oberhessischer Geschichtsverern. In der Zeit vom 1. Jammr bis 1. April 1901 wurden dem Museum deS Oberhessisck>en Geschichtsvcreins an Geschenken über- wiesen:Astrologisches Buch, sowie Traumdeuterer w dem 18. Jahrhundert", von Herrn Oberpostsekretär Bernhard Gießen. Mittelalterliches, großes Vorhängschloß, in einen

deutschen Truppkn verfolgt und bei dieser Gelegen­heit auch Greise, Frauen und Sinder getötet worden! i Die Gefangenen im Damen, meist Boxer, die au der Er- ! mordung zweier englischer Missionare beteiligt waren, wurden ! befreit oder durften doch wenigstens unbelästigt entfliehen! ' Hierauf folgten M assen Plünderung und mutwilliges Zerstören von Eigentum.200 Menschen wurden für Die Nacht in einem kleinen Wirtshaus eingesperrt und am andern Morgen anscheinend (!) zu einer Exekution geführt! Sie mußten niederknieen und um Gnade flehen." Der Schlußabsatz lautet: Ich will den deutschen Befehls- Haber nicht beleidigen durch die Annahme, daß er je die Ab­sicht hatte, diese Schar hilfloser Leute kalten Blutes zu morden, aber das ganze Verfahren war nichts desto- weniger barbarisch und unwürdig einer zivilisierten, um nicht zu sagen christlichen Nation." DieBerl. N. N." sind in der Lage, hierzu aus authentischer Quelle folgendes zu bemerken: Unmittelbar nach dem Gefecht (nicht Ueberfall) von Dung tfing shien lief beim Feldmarschall Grafe» Waldersee eine Denunziation ähnlichen Inhalts, von dem obengenannten englische» Missionar Morris herrührend, ein. Da sich diese zu dem offiziellen, von Major v. Haine eingereichten Gefechts­berichte in schneidendem Widerspruche befand, so wurde von Generalleutnant von Lesiel die gerichtliche und eidliche Vernehmung sämtlicher bei jener Expedition beteiligten Offiziere angeordnet. Diese Vernehmung ergab, daß der amtliche Gefechtsbericht streng wahrheitsgemäß abgefaßt war und in keinem einzigen P»nkte irgend eine Schönfärberei oder Vertuschung enthielt. Die gehässige Denunziation dagegen trug in allen Teilen den Stempel der Lüge und Erdichtung derart an sich, daß ihr keine weitere Folge gegeben wurde. Major v. Haine, besten Sehkraft durch eine zwei Tage vor dem Gefecht stattgehabte Explosion gelitten hat, befindet sich zur Zeit in einer Augen­klinik in Deutschland. Der englische Missionar Morris, der

demselben Schenker. Hessischer Mrlrtarpaß von 1,90, aue qestellt vom Generalleutnant Bernhard Weneke für Grenadier Heinrich Huhn aus Gießen; Geschenk vom W Lügentisch-Gießen. Zwei Siegelabdrücke der Friedberg Bäckcrzunst, von Herrn P. Bufs-Giesien. Ern steinernes Posw° ment 27. Etm. hoch, 10 Ctm. breit, eine menschlrche, gr bückte Figur (Fratze) darstellend, anscheinend aus ve» 16. Jahrhundert: Schenker Herr Verwalter ^dt. Zwn mittelalterliche Schlösser von dem Schlöffe auf dem Br<m platz (alte Kanzlei), geschenkt von der Stadt berne Gedenkmünze zu Ehren des Luftschrffer- Blauchav. geb 1738 zu Petit Andely, Tep. Eure. Schanker Herr

seinem Kriegsberichtwahrscheinliche" undanscheinende" Erlebniffe und Geschehniste zu Grunde legt, würde gut daran thun, den Schauplatz seiner ReporterThätigkeit nach Süd-l Endlich beginnt die Diskussion. Abg. Ledebou^ afrika zu verlegen, u. a. die Lager der aus ihren nieberge I (Soz.) verliest eine Resolution, die von Hinz, Friedländer, brannten Wohnstätten vertriebenen Frauen und Kinder der f Nathan, Rosenow, Perls, Hirsch, Wolff unterschrieben ist.

kenntnis heraus, daß die Buren nichts mehr zu floffen hätten. So schwindelt ein Blatt frisch darauf los, Frau Botha gebe sich von neuem Mühe, einen Frieden zu stände zu bringen, und diesmal sei mehr Hoffnung auf Erfolg vor­handen als bisher; Lord Kitchener soll sich. bereit erklärt haben, innerhalb der nächsten Tage eine Deputation von Burengeneralen zu empfangen. Es sei kein Zweifel mehr, daß General Botha wiederum um Bedingungen bitten werde. Gegen böseres Wissen wird hier behauptet, daß Botha neulich upi Bedingungen gebeten habe, während sie ihm doch offenbar von Kitchener unter dem Drucke der Lage angeboten worden sind. Wenn jetzt wirklich neue Verhand­lungen stattfinden, so wird Botya sich darauf sicherlich nur untök der Bedingung einlassen, daß er erheblich günstigere Zusagen erhält, als damals.

ordnung!

Dr. Hahn wird während seines dreistündigen Vor­trages sehr häufig unterbrochen, und es spielen sich zahl­reiche dramatische Szenen ab. Von diesen Unter­brechungen seien einige hier wiedergegeben: Wovon lebt das deutsche Volk in erster Linie? fragt der Redner: Rus: Rotwein! (Große Heiterkeit.) Dr. Hahn (der ein Glas Rot­wein vor sich hat): Tas wäre ein Zeichen großen Wohl- tandes. Ich kann mir das bloß ausnahmsweise leisten. Rach Amerika haben wir seit Jahren eine starke Unterbilanz

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werden. (Ruse! Ganz falsch? Unwahr! China!) Run, in der Pension-- und HinterbliebenenversorgungS- China müssen wir doch unsere Ehre retten! (Ruf: Hunnen- lasse der Forstwarte mit einer zu gründenden «affe ivlitik!) Ra, auf die kann ich mich nicht einlassen. Ich für die Gemeinde dien er. Einer Regierungsvorlage bin ein Freund der Arbeiter, (v. Gerlach: Zuchthaus- zufolge soll die Zahl der Lehrerstellen an dem Großh. Vorlage! Großer Beifall.) Die Handelsverträge haben benLRcaIgwmna|jum Darmstadt über den im Haupt- erwünschten Aufschwung der Industrie nicht gebracht, die Voranschlag für 1901/02 vorgesehenen Bestand hinaus um Ursachew^^d?e Entwickelung der Ctektrote^nik/ die Be-

provisorische Lehrerstelle ^vermehrt und der hierfür tÄSu^UT1un"eretr LiLk'Mrm!),^" n-u-n «rfor erW Betrag ton 2300 Mk. nachträglich in den B°r- Schisse. (Graste Ausregung der Sozialdemokraten.) anschlag eingestellt werden. . ~

Dr Hahn: Wir wünschen der Industrie hohe Löhne B. Die Evangelische Bewegung in Oestereich hat von Ao und ein-billige Rente, und wir verlangen für di- sang an die Blicke der reich,deutschen Protestanten ans fich Landwirtschaft (Ruf: «ll-fl! Heiterkeit) Preise bei gezogen. Aus der nationalen Lofl von Rom Bewegung 'N denen e« möglichist.... (Ruf: Champagner zu die religiöse evangelische Bewegung geworden^ Wie schon trinken! Groß- Heiterkeit.) Ich appelliere au Ihr Ge- angekündigt und aufl dem Jns-rat-nt-il -rfichtlich, nur» am rechtigkeitsgesühl. (Erneuter Lärm.) Borfitzender: Betragen 1. Mat in Steinfl Sorten Pfarrer ^°lph Kapp°fl Sie sich wie Männer! (Tobender Widerspruch.) Dr. Hahn: Mürzzuschlag tu St-t-rmark über diese ^w-gung sprechen. Es wird die Zeit kommen, wo der Arbeiter in Nordamerika Er ist ein Schwabe, der fett Sommer 1899 ""reichem ebenso hoch bezahlt werden mnß. wie in Deutschland. (An Erfolg in bet Bewegung thatig ist. So fei auch an dieser haltende Heiterkeit. Lärm. Schlußruse.) Dr. Hahn nach Stelle nochmals aus den Sortrag aufmerksam gemacht. Der nach langer Unterbrechung: Ich habe mich natürlich ver Zutritt dazu ist frei. ^rtflilhuna8.

sprachen und wollte sagen, ebenso niedrig bezahlt werden dem wis s enscya fklrchen Fort bildu g.

muß?«eil die Löhne dort mit dem Fortschrelten tat: P«J« f®

ferung sinken müssen - Die Schlußruse nehmen überhand, n^mr tag- 4 Uhr - gemeldet, eine Zahl, di-

und bilden minutenlange Unterbrechungen. Dr.Hahn:I^°en ^ei anzunehmender zahlreicher Beteilung kaum Vergeßen Sie nicht, daß Ste Gäste find, ©ic mißbrauchen erwartet lstitte. Außer den Lehrern der nächsten hessisctM daS! Ulrich: Ich rufe den Zwischenrufer zur Ordnung. preußischen Umgebung Gießens Huben sich sogar solche

Zwischenrufer: Ich viderhole eS! Um f/>ll Uhr nach I 0^ entfernteren Orten und Städten wie Butzbach, Bad-Rau- lb/.stündiger Rededaner erklärt der Vortragende, nunmehr heim, Friedberg, jungen usw. angemeldet. Tie Vorträgt vom Allgemeinen aufs Spezielle übergehen zu wollen, werden im dritten Stock des Univcrsitätsgebäu^sin der (Großer Lärm. Schlußrufe.) Borfitzender: Der konservative großen Aula abgehalten. Der Beitrag zu den kosten v Verein hat Sie eingelgben Ruf Sie haben Ihr Ehrew trägt,6 Warf den Teilnehmer Sn der

wort gegeben. Furchtbarer Lärm. Ruf: Sre wollen so lange reden, bis wir fort find. Sagen Sie doch, wie viel Zoll wollen Sie haben? Andere Rufe: DiSkusfion? Diskussion! Wir wollen Debatte haben! Ein Genosse unter der Tribüne winkt immerfort mit dem Taschentuch, bie CH.

Genoffen sollen ruhig sein. Ein Freisinniger schwenkt fort Kämpen Thon eingeschlossen, aus dem Bette der Layr. während den Hut. Auf der freisinnigen Seite herrscht große k Herrn Throm-Gießen. Eiserne Hohlkanonenkugel, vo Bewegung. .Hier bat einer in bett Saal gespuckt!' ' 6 '190

(Ungeheure Heiterkeit.) Dr. Hahn: Wir wollen einen Weizen­preis von 200 Mk. (Ruf: Ah!) Tin Herr vom Borstands- tisch: Bah? (Große Heiterkeit.) Dutzende von Stimmen: Bäh! bäh! (Stürmische Nnterbrechung.) Ein Herr bittet : sofort ums Wort. Borfitzender: Wenn Sie nicht warten können, so gehen Sie nach Hause. (Lärm. Rufe: Unerhört!

Politische Tagesschau.

In Sachen des berühmten parlamentarischen Abends, den der Präsident der Zweiten hessischen Kammer veranstaltet hatte, und der zur Verwunderung weitester Kreise der Bevölkerung vorüberging, ohne daß auf unseren an wesenden Landesherrn ein Hoch ausgebracht worden war, wie man sagte, um der schönen Augen der anwesenden Sozial­demokraten willen, veröffentlicht jetzt, sehr post festum, die Wormser Ztg." einen Brief des Geheimrats Haas, der also lautet:

Au« der wegen längerer Abwesenheit von Hause mir verspätet zu Händen gekommenen Nr. 87 derWormser Zeitung* entnehme ich daß der Neichstagsibgeordnete Frhr. v. Heyl fich veranlaßt gesehen hat, in einer Vertrauensmänner-Versammlung der Wormser national liberalen Partei am 14. April dS. Js. an einer in der Sitzung der Zweiten Kammer der Landstände am 22. März bl. IS. von mir ab­gegebenen Erklärung, welche die Preß-AuSlassungm über Vorgänge aus dem namens der Kammer von mir veranstalteten parlamen­tarischen Abend betrafen, Kritik zu üben. In der Annahme, daß die Berichterstattung derWormser Zeitung" die Ausführungen des Reichstagsabgeordneten Freiherrn o. Heyl richtig wiebergegeben hat, habe ich auf diese Ausführungen daS Folgende kurz und sachlich zu erwidern:Parlamentarische Abende, an denen der Großherzog teilnahm, find vordem von dem StaatLminister Rothe am 27. April 1899 uno am 11. Dezember 1900 bereits veranstaltet gewesen. Hierzu ist jedesmal Einladung an alle Mitglieder der Zweiten Kammer der Landstände ergangen, wie diese jeweils sämtlich auch zu ben bei Er­öffnung und Schließung eines Landtages stattfindenden Hoftafel ein- g-laden wurden. Auf deS Staatsministers Wunsch und auf ausdrückliche, dem Gebrauche entsprechende Verabredung mit ihm wurden bei den ersterwähnten Anlässen Ovationen und An­sprachen jeder Art unterlassen. Auch der Kaiser hat mehrfach parlamentarischen Abenden und Veranstaltungen d«S Reichskanzlers, sowie anderer ReffortchefS deS Reiches und deS preußischen Staates beigewohnt, ohne daß beim Empfang, während der Anwesenheit und beim Weggang deS Kaisers irgendwelche Ovationen dargebrachl wurden. Mit Fug und Recht konnte ich deshalb in meiner erwähnten Erklärung mich aus eine Gepflogenheit berufen, und die entgegengesetzte Be­hauptung des Reichstagsabgeordneten Freiherrn v. Heyl steht mit bm einschlägigen Thatsachen nicht im Einklang.

Darmstadt, den 23. April 1901.

HaaS, Präsident der Zweiten Kammer der Stände.

DieTimes", brachte vor einiger Zeit einen skandalösen Bericht über das Gefecht von Dung-tfing-shieu, an dem Teile deS 3. Ostafiatischen Infantene-RegimentS unter Major v. Hai ne (früher im 53. Infanterie-Regiment) beteiligt waren. Der aus der Feder eines englischen Missionars, Morris stamm« nde Bericht besagte: In Dung-tsing-shien standen 300 bis 400 Mann chinesische Truppen, die mit Erlaubnis Lihungtschangs dahin gesandt worden waren, um die Boxer zu unterdrücken und die Ordnung aufrecht zu erhalten. Als der englische General Richardson am 31. Oktober den Ortbesuchte", sandte er Boten voraus, mit dem Ersuchen, während seines Besuches" die chinesischen Truppen zurückzuziehen. Dies geschah. Nun soll Major von Haine die chinesischen Truppen absichtlich in ihrem Lager überfallen haben, während sie mit ungeladenen Gewehren exerzierten! Dann seien die chinesischen Truppen, die wahrscheinlich (!) keinen Widerstand leisteten, in die Stadt geflohen, von den

Eine tolle Versammlung tagte gestern abend in der Tonhalle und beriet über den Zolltarif. Ter deutsch- lonservative Wahl verein hatte sie einberufen. Der Saal war mit Sozialdemokraten, Freisinnigen und Rationalsozi- alcn, sowie mit Konservativen überfüllt. Es herrschte von Anfang an ein übermütiger, radaulustiger Ton in der Versammlung. Als Stadtverordneter Rechtsanwalt Ulrich eröffnete, ertönte ein lautes Kikericki in den höchjstt'w Naturtönen. Darauf große Heiterkeit. R.-A. Ulrich: Hier ist doch eine Versammlung von Männern, nicht von Hühnern". Großes Geschrei.Ich heiße alle Mitbürger, gleichviel welcher Partei sie angehören, herz­lich willkommen im Namen des deutsch konservativen Wahl­vereins. (Lärm.) Wir haben die Absicht, der Diskussion vollsten ungehinderten Spielraum zu lassen (Bravo!), so lange sie in sachilichen Bahnen bleibt. (Aha!)

Stadtverodneter Ewald (soz.): Ich verlange, daß die reie Diskussion schon nach dem ersten Redner eintritt, denn wenn erst zwei Referenten sprechen, so sind dann die Arbeiter nicht mehr hier, die morgen frühzeitig wieder bei der Arbeit sein müssen. (Beifall.) Vorsitzender : Ich bin ganz der Meinung des Kollegen Ewald. (Gelächter.) Wir sind gewohnt, meine Herren, zuerst des Kaisers, zu gedenken. (Lärm. Zwischenrufe.) Ich nehme es aber niemandem übel. . . (Große Unrul>e. Wütende Rufe: Zur .Se. Majestät der

Geschäftsordnung!) Vorsitzender: Kaiser u n d K ö n i g l e b e h o ch!" Teil der Versammlung stimmt ein. jemand: Die internationale Sozialdemokratie lebe hoch! Hier stimmt die überwiegende Mehrheit ein. Rufe: Zur Geschäftsordnung! Abg. Großdestillateur Max S ch u l z: Ich bitte schon jetzt um Einbringung einer Resolution, damit ie nicht erst nach Mitternacht zur Abstimmung kommt. (Lebhafter Beifall. Lärm.) Ulrich: Wenn Sie schon eine Resolution verlangen, noch ehe die Redner gehört ind, so haben Sie die Absicht, die Versammlung zu stören. (Großer Lärm.) Aus der Tagesordnung steht zunächst der Vertrag des Reichs- und Landtagsabgeordneten Dr. Diede- rich H ahn:Wie wird der neue Zolltarif auf die Lebens­haltung der Großstädter einwirken?" Ich gebe dem Abg. Tr. Hahn das Wort. G r o ß e r L ä r in. W ü t e n d e R u f e. Die Stadtverordneten Rosenow und Perls stehen auf

Bure» zu besuchen, da könnte er dann Studien mckchen, wie tasqi der Spitze der Humanität und Zivilisation marschierende christliche England" gegen christliche Gegner den Krieg führt.

Eine konservativ-sozialdemokratische Versammlung.

Berlin, 27. April.

$onifletÄe einen xSZS Mb-h-rd- xchi- SÄBgS

Äff« »irg-rm-s". unb Landwirt Heinri

Tarmstedt, ZournaUstenvere Wechal MM dem ümtleutw. öflD lei zahredberM war die ordentlich reze TMg kmffotfften. Ter 8en getragen, ras von ,h> i)U noch mi Herbst in Lilf werben; bie noch jejonbere LMMM ienfmal soll am 19. rcchmmMagc wurde öem vom 23. bis 26. M yertentag wurde als bonnr gewählt.

schußd«Z»ntrvNam j i- Erledigung einer A totnng zusaliMUtret KS Plenums der M Damßadl, 27. Ap ist im Mischen Saal!

Gasmesser exj Ieandlvmiden am Kops unb in das Mische Tußte.

TarnM, 27. Ap! 27. Arril u. a, den Pros bin Professor Weim Dalger Don bet Ober

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