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9. Mai 1901.
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Eintritt frei.
Srstüaffkg in Material und Ausführung. Sinnreich in der Konstruktion.
Gießen, am 18. April 1901. Großh. Verwaltung- Direktion der psychiatrischen Klinik.
I. V.: Dr. Dannemann.
seiner Schwester, der Frau Privzesfi« von Schamnburg.Lippe, lächelnd zuwinkend. _ , .
* Anrede der untere» Postbeamte«. Nach dem „Deutschen Postboten" hat der Staatssekretär des Reichs Postamts folgenden Erlaß au die Oberpostdirektiouen gerichtet: ES ist neuerdings zur Sprache gekommen, daß im Bereud der Post- und Telegraphenverwaltung zuweilen Beamte, namentlich jüngere, im dienstlichen Verkehr nicht genügend Rücksicht auf das Ehrgefühl der Uuterbeamten nehmen und es grundsätzlich Unterlasten, diese mit „Herr" anzureden. Ich erwarte, daß die Oberpostdirektioneu im Sinn meiner am 21. Februar d. I. im Reichstag abgegebenen Erklärung da« hin wirke« werden, daß die Beamten, wie in ihrem dienstlichen und außerdienstlichen Verhalten überhaupt, auch den Unterbeamten gegenüber unbedingt angemestene Formen be obachten und alles vermeiden, was den Unterbeamten berechtigten Grund zu Klagen geben könnte.
Verdingung.
Die Weifibivderarbeiter- M laufenden Unterhaltung des städtischen Kasemements an der Grünbergerstraße sollen Donnerstag, 2. Mai d. I.
vormittags 11V2 Uhr, öffentlich verdungen werden.
Arbeitübrschreibung und Be- D ingungen liegen während der Dienststunden bet uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht dcr Interessenten offen. Angebote
mann, den Geheimen Oberbaurat Mayer, Vortragenden Rat bei der König!. Preußischen und Großh. Hessischen Eisenbahn Gemeinschaft, den außerordentliche« Profestor für Tierheilkunde Dr.Franz Preuße von Gießen, den Fürst lich Menburg-Büdingen'schen Oberförster Kalkhof, den Mr nisterialrat i. P. Soldan, beauftragt mit den Funktionen «»es DenkmalpfiegerS.
Offenbach, 28. April. Auf einer in den letzten Tagen abqehaltcnen Konferenz der sozialdemokratischen Partei des Wahlkreises Offenbach-Dieburg erstattete der Reichstagsand Landtagsabgeordnete Ulrich-Offenbach ein Referat über die hessische Landtags-Wahlrechtsreform. Die von ihm vorgeschlagene und einstimmig angenommene Resolution sieht zwar in der Einführung deS direkten Wahl rechts und der Sicherung des WahlgeheimniffeS einen Fort schritt, bedauert aber, daß dieser „Fortschritt durch eine Anzahl Bestimmungen des Gesetzentwurfs völlig aufgehobenwerde. Die LandtagSftaktion wird beauftragt, für „Seiet tiguna der Verschlechterungen" zu wirken. Sollte diese Be seitigung unmöglich sein, so soll eS der Fraktion überlassen bleiben, dem Ergebnis der Beratungen im Landtag ent sprechend eudgiltig Stellung zu dem Entwurf zu nehmen. Der Eiusührung der Wahlpflicht würden die Sozialdemokraten rustimmen. — Eine Ortsgruppe des deutschen Handels- Vertrags-Vereins Hut sich hier unter dem Vorsitz des Syndikus I. Schloßmacher gebildet.
Der Postdampfer „Switzerland- der „Red Star Linie", in AM- werpen, ist laut Telegramm am 25. April wohlbehalten m Philadelphia angekommen.
Vergebung
vouStratzeubauarbriteu.
Die zur Erbreiterung der KreiSftrafte Gießen — Hausen erforderlich werdenden Arbeiten und Lieferungen, und tvoat;
Srdarbeiden, veranschlagt zu
864,50 M. ßhaussierungsarbeiten,
veranschlagt zu 1734,40 Mk. teilen am Dienstag den 7. Mai 1901, vorvrittags 9 Uhr, im Wege schriftlichen Angebots, im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst Vor- imschlag und Bedingungen zur § «ficht offen liegen, vergeben werden.
Gießen. 25. April 1901.
Der Großh. Kreisbauinspektor Stahl. 3238
Los von Rom Mittwoch de« 1. Mai, abends 8'/r Uhr, in Steins Garten: Vortrag* des Herrn Pfarrers Kappes au» Mürzzuschlag (Steiermark) i Das Evangelium in den österreichischen Alpenländern.
♦ Bonn, 26. April. Der unter dem Protektorate des Prinzen Heinrich von Preußen stehende Bonner Manner- aefangverein trug heute morgen dem Kaiser einige Sheber im Palais Schaumburg vor. In einer Stärke von 125 Mann sang der Verein folgende vom Kaiser selbst auSgewahlte Chöre: „Vom Rhein" von Bruch, „Der Reiter und sein Lieb" von Schulz, „Der Choral von Leuchen" von Becker, Sturmbeschwörung" von Dürrner und „Der frohe Wandersmann" von Mendelssohn. Der Kaiser stand auf der Terraste und lauschte mit sichtlichem Wohlgefallen den Gefangen. Nach Beendigung des fünften Liedes ging der Kaiser von der Terraste herunter und hielt folgende Ansprache an die Sänger: „Meine Herren, ich danke Ihnen, es war sehr schön. Ich höre, der jßcrein hat das Singen nicht verlernt. :>ch habe ja schon öfters Gelegenheit gehabt, den Verein mit Vergnügen zu hören, und ich habe mich jedesmal erbaut an den schönen Stimmen und der wunderbaren Vortragsweise. Sie haben wunderbar schöne Tenöre, ich gratuliere dazr, die findet man ja nur am Rhein. Wir werden hoffentlic» bald wieder Gelegenheit haben, in nächster Zeit ein größeres Gesanqfest zu veranstalten. Ich würde den Herren dankbar Mn, wenn ich das erste Lied noch einmal hören konnte. Nach diesem Lob wurde der Chor „Vom Rhein" wiederholt. Der Kaiser sang den Refrain „O wie wonnig ruht sichS am grünen Rhein" immer mit und schlug den Takt dazu, dabei
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Arbeits-Vergebung.
Nachstehend verzeichnete Arbeiten für das städtische Gaswerk sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden: •
1. ßrd- «nb Waurerarvette«. - Bauliche Aenderungen des Reinigerhauses und Erweiterung der Theer- und Ammoniakwassergruben.
2. AimmererarbeUen. — Bauliche Aenderungen des Reinigerhaufes und Verlängerung des Daches für den Cokesschuppen.
3. IachdeLerarveite«. — Verlängerung des Daches für dm CvkeSschuppen.
4. Die Herstellung von rund 200 qm Htafakt Kopfsteill- pffaster auf dem Hofe des Gaswerks.
Die Bedingungen, Arbritsbeschreibungen und Zeichnungen liegen während der Dienststunden auf unserem technischen Büreau zur Einstchtnahme offen.
Angebote sind bis zum 4. Mai, mittags 12 Uhr, oerschloffen und mit entsprechender Aufschrift verschen bei uns einzureichen.
Gießen, den 27. April 1901. 3200
Städtisches Gas. und Wasserwerk Gießen.
Otto Bergen.
auf Vordruck, der daselbst er* hältlich, sind bis zum genannten Termin einzureichm. — Zu- ichlagsfrist 18 Tage.
Gießen, 26. April 1901.
Das Stadtbauamt.
SLmandt. 3239
Submission.
Für die psychiatrische Klinik oll die Lieferung von 100 Cent« nern guter Spelsekartoffeln curf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden.
Die für diese Lieferung gültigen allgemeinen Bedingungen (Erlaß der Großh. Mnisterien vom 16. Juni 1893) und die speziellen Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmü- tag- von 3—5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen.
Offerten find versiegelt, mit entsprechender Aufschrift ver* sehen und unter Beifügung von Probekartoffeln bis zum Tams- tag den 4. Mai 1901, vor mittags 11 Uhr auf dem erwähnten Bureau abzugeben.
Der Zuschlag erfolgt bis
-leichard-d'Orvitle, Frankfurt a. M. Eine Siegelsammlung, jcwie zwei „Gießer Anzeigeblati" von 1835; Schenker Herr Zahnarzt G. W. Koch-Gießen.
L-. Lang-Göns, 26. April. Kreisasststenzarzt ^r. König er hielt heute vormittag 10 Uhr hier ich Schul saal her ersten Klasse einen Vortrag über: „Bau und Einrichtung der Schulgebäude" vor den Lehrern der umliegenden Orte. Ta man auf dem Lande nicht überall Schulärzte haben tann, so sollen von jetzt ab auf Anordnung der obersten Schulbehörde jährlich schulhygienische Borträge abgehalten werden, um die Lehrer in den Stand zu setzen, etwaige gesundheitsschädliche Zustände selber zu beseitigen.
? Laug SSal, 29. April. Nächsten Sonntag findet btt Einweihung des neuen SchulgebäubeS statt.
§ Romrod, 27. April. Der hiesige Forstwart Rühl rhielt ein BersetzurrgSdekret in bie Forstwaitei Ortsberg bei Darmstadt.
= Hattenrod, 28. April. Der Bau unseres neuen SchulhauseS, der vor einigen Wochen begonnen würbe, schreitet rüstig weiter. Der neue Schulsaal wirb an ber Stelle aufgebaut, wo bie nunmehr abgerissene Schulscheuer danb, während der alte Schulfaal zur Vergrößerung bet Ichrerwohurrng eingerichtet wirb.
-h- KanlstoS, 27. April. In Kürze finbet hier bie Wahl eines Bürgermeisters statt. Als Kanbidat ist ber Gafi- Wib Lanbwirt Heinrich Usinger VIII. in Aussicht ge nommen.
Sch. Darmstadt, 28. April. Ter Schriftsteller- ) o u r n a l i st e n v e r e i n Tarmstadt hielt gestern abend im Knisersaal unter dem Vorsitz seines ersten Präsidenten Llierstleutnant (4ai) seine 5)auptversammlung ab. Aus dem Jahresberichte war die Zunahme des Vereins und die außerordentlich rege Thätigkeit nacy innen wie nach außen zu konstatieren. Ter Verein wurde als juristische Person eingetragen. Tas von ihm zu erbauende Goethedenkmal lull noch im Herbst in Angriff genommen uni) im März enthüllt werden: die noch fehlenden 4000 Mk. hofft man durch v^'ondere Veranstaltungen hereinzubringen; das Schaffnit- oeulmal soll am 19. Juni enthüllt werden. Nach> der Inchnungsablage wurde dem Rechner Techarge erteilt. Zu dem vom 23. bis 26. Mai in Eisenach stattfindenden Tele- qu-rtcutag wurde als Vertreter Ober-Konsistorialsekretär Sonne gewählt.
8oü. Darmstadt, 27. April. Der erste (Finanz.)Aus schuß bet Zweiten Kammer der Landstände wird am Dienstag z v Erledigung einer Anzahl wichtiger Fragen zu mehrtägiger SBetütnng zusammentreten unb steht hiernach bie Einberufung oiS Plenum» der Kammer für bie nächste Woche in Sicht.
Darmstadt, 27. April. Gestern, abenb kurz vor 10 Uhr gl im städtischen Saalbau im Souterrain neben ber Küche Jtr Gasmesser explobiert, wobei ber Hausbursche Branbwunden am Kopfe und an ben Händen erlitten Hai und in bafl städtische Krankenhaus ausgenommen werden mußte.
Darmstadt, 27. April. Der Großherzog empsing am > 21. Avril u. a. den Professor Sammet vom Realgymnasium, b<n Professor Weimar unb ben Oberlehrer Professor Balger von der Ober-Realschule, den Oberbaurat Coul-
Umversttäts-Uachrichte«.
In der Versammlung deö Nationalliberalen Vereins in Berlin teilte der Landtagsabgeordnete v. Knapp mit, der Mintfierialdirertor Alt- Hoff habe sich ihm gegenüber dahin geäußert, daß bie Zulassung der Abiturienten des Realgymnasiums und der Oberrealschule zum medizinischen Studium mit einer Nachprüfung im Latermschen ohne Forderung deS Griechischen bald zu erwarten siehe.. — den Tagen vom 15. 618 17 April fand in Berlin die jährliche Vollversammlung der Central-Direktion der Monumente Öermnmae hl8‘oriCa JJ“" Außer den Berliner Mitgliedern nahmen die Herren Breßlau-Straß- burq, »on Hegel-Erlangen, von Luschin-Graz, Mühlbacher-Wien, ».Steiler und Traube-München daran Teil. - Karl Lamp recht, der Historiker an der Leipziger Umversität, ist baß Sommersemester beurlaubt worden. Herr JuleS Srmon,> sranzüsffch« Lektor der Universität Halle erhielt emen Rus an dre Umversität Münch en. — Aus Leipzig wird geschrieben: Dr. phil. W e ule, ^iDatboient an der hiesigen Universität und zweiter Direkter des MuseumsfarStel- kerkunde zu Leipzig ist zum Proteffor für Ethnographie und Prähtstorie m der philosophischen Fakultät ernannt worden.
Darmstadt. Die „merkwürdigste aller Ausstellungen" wird unsere Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt 1901* mit Recht genannt werden können. Am 15. Mai soll die Eröffnung fein. Die Eigenart dieser Ausstellung besteht nicht allein in ihrer ongmellen Form welche .hr das künstlerische Gestalten der Neuzeit gegeben hat, sondern vo ^cülem auch in ihrem Wesen. Die Bauten, die Einrichtungen, das alles ist nicht für die Ausstellung da, sondern umgekehrt- Die Ausstellung rst nur em Eröffnunasbeiwerk für die „Kolonie". Es wird deshalb in Darmstadt incht wahllos zusammengetragene Kunfigegenstände zu sehen geben, sondern .inen wirklichen lebendigen Ausschnitt aus künstlerischem Leben und Treiben einen Einblick in künstlerisches Schaffen und Wohnen. Wie moderne Künstler wohnen, wie sie schaffen, das will die Ausstellung dem groß« Publikum zeigen und darum öffnen bie sieben Mitglieder der Kolonie ihre Meinen Villen mit all ihrem künstlerischen Inhalte, darum bffnen sie ihr Arbeite- und Festhaus, den sogenannten „Ernst-Ludwigsbau . £je Besucher sollen Anregung und neue Ideen nut nach Hause in das Getriebe bet Alltagswelt nehmen, sie sollen sich mit Jntneffe erinnern, m Darrto stabt 1901 gesehen zu haben, wie moberne Künstler ihre Wohn« und Arbeitsstätten künstlerisch ausfiatten.__zp


