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30.1.1901 Erstes Blatt
 
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Mr erregt in ganz Mete ein ehemaliger Charles Meyer, zei-Brigade von >gen, die den Polizei« besaß das Vertrauen irde er krank, und so vertreten. Da dieser iefc er Meyer um bie b als bitfe nidjt aui» t zu demselben Zweck - Dinge twM nnb t werbe \\t selbst bei der Polizei Ches aus n sein Kabinett, auS Schnstbündeln wieder :e, ließ er durch einen rchen und Meyer ein« Schränke und Schild- ichte seine Schlüssel, nn auf Grund seines $u entfernen. Was rtung: W und iu8 denen hervor- tSvolizri in der srern der reaktro«

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wären Partei in engen Beziehungen gestanden hatte und ihnen Material zu Angriffen gegen die Re­gierung lieferte. Ja, noch mehr: im doppelten Boden eines Kastens entdeckte man eine vollständige elektrische Batterie mit Mikrophonen, sogenanntenfils lumidre, die oürch die Fußböden und Wände hindurch nicht nur in die Kabinette des Präfekten und des Generalsekre­tärs, sondern auch in den Speisesaal und das Schlas wimmer des Präfekten führten, der so regelrecht von früh bis spät ausspioniert werden konnte. Meyer scheint noch nicht verhaftet, sondern erst abgeletzt worden zu sein.

Aus Stadt und Kund.

Gießen, den 29. Januar'1901.

L.U. Dou der Universität. Dank der Munifizenz der Großh.Regierung ist der hiesigen Universitätsbibliothek jüngsthin eine interessante und wichtige Sammlung zugeführt worden: der handschriftliche Nachlaß Dr. L. Max Weigands, der im Jahre 1878 hier als Professor der deutschen Sprache und Litteratur verstarb. Er besteht aus Weigands Kollegienhefteu, den Handexemplaren seiner Schriften (mit zahlreichen Randbemerkungen und Nachträgen) und, was von besonderem Wert ist, aus einer umfangreichen Sammlung au Weigand gerichteter Briefe von deutschen Ge lehrten (etwa vom Jahre 1845 ab bis zu seinem Todesjahre). Eine ganze Anzahl bekannterer Namen ist darunter vertreten, so: Th. Creizenach, L. Dieffenbach, Frommann, Hoffmann von Fallersleben, Lexer, E. Steinmeyer, I. ZacherS. Fr. Zarncke u. a. m.

Oberhesfischer Geschichtsverein. Dr. C. Lange aus Nieder-Olm schrieb vor einigen Tagen an den Vorstand des Oberhessischen Geschichtsvereins, daß er beabsichtige, dem Verein zwei Stammbücher von einstigen Gießener Studenten aus den 70er und 90er Jahren des 18. Jahr- Hunderts, ferner den Brief eines Gießener Studenten von 1821, sowie Bleistiftzeichnungen von Ludwig Lange aus Darmstadt als Geschenke zu überreichen. Ober­lehrer Dr. Bernbeck, der Schriftführer des Vereins, hat Dr. Lange bereits den wärmsten Dank für die in Aussicht gestellten schätzenswerten Geschenke ausgesprochen.

** Todesfall im Gefängnis. Am SamStag Abend wurde in das hiesige Leichenhaus auf dem Friedhöfe die Leiche eines im hiesigen Arresthause verstorbenen Mannes gebracht, der als Judenmissionar wegen Betrugs in Untersuchungs­haft saß. Der Judenmissionar namens Feiger hatte, wie uns nach seiner Festnahme in Lich seinerzeit geschildert wurde, eS als solcher verstanden, unter dem Vorwande, der Heiland habe ihn gesandt, der Heiland brauche Geld, die geistig nicht normalen Geschwister M. in Lich zu veranlaffen, die bare Summe von 6000 Mk. ihm zu geben, nach deren Empfang er sich entfernte. Bei einem späteren zweiten Versuch wurde er in Lich verhaftet. Der Verstorbene soll im Alter von zirka 50 Jahren gestanden haben und aus Berlin ge­wesen fein.

** Bezüglich der Versicherung von Mobilien in Feuer- oerficherungsanstalten ist der zweiten Kammer der Stände ein Gesetzentwurf zugegangen, der eine Aenderung des Gesetzes vom 25. November 1871 in der Weise vorsieht, daß die Steuer der im Großherzogtum zum Geschäftsbetrieb zuge- laffenen Mobiliar-Feuerversicherungsanstalten vom 1. April 1901 ab statt wie früher jährlich 2 pCt. künftighin 3 pCt. der Brutto Prämieneinnahme betragen soll. Begründend wird darauf hingewiesen, daß manche Staaten die Feuerver­sicherungsanstalten bis zu 5 pCt. heranziehen und daß die gegen früher wesentlich verbesserten Feuerlöscheinrichtungen den Anstalten selber in hohem Grade zugute kommen. Durch die Erhöhung der Steuer um 1 pCt. soll ermöglicht werden, daß aus der Landesfeuerlöschkaffe nunmehr auch zu der so notwendigen Uniformierung der Mannschaften, zur Erbauung und Unterhaltung der Spritzenhäuser und mehr als seither zur Unterstützung verunglückter Feuerwehrleute und ihrer Ang ehörigen Mittel verwilligt werden können. Die Abgg. Ulrich und Köhler (Langsdorf) haben einen weiter gehenden Antrag eingereicht, der die Verstaatlichung der Mobiliar-Feuerversicherung im Großherzogtum herbeiführen soll. Diesem Antrag glaubt die Regierung nicht zustimmen zu können. Ganz abgesehen von den technischen Schwierigkeiten, die sich bei einer erfolgreichen Durchführung ergeben werden und daß der hessische Staat für die nächste Zeit an weit wichtigere und dringendere Aufgaben auf wirt­schaftlichem Gebiete herantreten will, so hat eine von der Centralstelle für die Landesstatistik angefertigte Zusammen­stellung der Prämien-Einnahmen und Entschädigungssummen ergeben, daß der Reingewinn dieser Anstalten keineswegs so verlockend fei, um eine Uebernahme durch den Staat herbei­zuführen. Die Regierung glaubt daher genug zu thun, wenn sie eine Erhöhung der von den Anstalten zu entrichtenden Steuer um 1 pCt. eintreten läßt. Wenn nur nicht die Feuerversicherungsanstalten die erhöhte Steuer auf das Pub­likum abwälzen, was umsomehr zu befürchten ist, als die Regierung selber zugiebt, daß der Reingewinn kein hoher sei.

w. Nidda, 28. Jan. Der in Darmstadt neulich ver­unglückte Dragoner war aus Nidda. Es ist so gut wie sicher, daß ein Unglücksfall, aber fein Selbstmordversuch vorliegt.

4- Bermuthshain, 27. Jan. Trotz der sehr ungünstigen Witterung bewegte sich heute nachmittag ein stattlicher Trauerzug durch unfern Ort nach dem Friedhof. Der 28 Jahre als Gemeinde-Einnehmer hier thätig gewesene Se­bastian Eschenröder I. wurde zur letzten Ruhe begleitet. Er stand in gutem Ansehen sowohl hier als auch in der Umgegend.

4- Hartmannshain (Kreis Schotten), 27. Jan. Gestern nachmittag 1 Uhr fand in der Wirtschaft von Schmalbac; eine Versammlung in Betreff der Nebenbahn Greben- hainCrainfeldGebern statt. Anwesend waren Ver­treter der Kreisämter Schotten und Lauterbach, sowie die Bürgermeister resp. deren Stellvertreter der in Betracht

ommenden Gemeinden Grebenhain, Bermuthshain, Hart- mannshain, Herchenhain, VolkartShain, Ober-Seemen und Gedern. Die Bahn soll nahe an Hartmannshain Vorbeigehen, Da bei dieser Strecke, die viel kürzer ist, etwa 1 Million Mk gespart wird. Die Angelegenheit wird noch einmal im Land- age zur Besprechung kommen. In 2 Jahren soll die Strecke chon befahren werden. Von den Bürgermeistereien werden >emnächst für jede Gemarkung 2 Personen zur Abschätzung >eS Geländes dieser Strecke ernannt. Somit ist nun endlich liefe Frage zum enbgiltigen Abschluß gekommen.

w. Büdingen, 28. Jan. Zur Zeit bestehen in unserem kreis in 35 Orten Pfennigsparkassen. Nach der lieber icht über die GeschäftSthätigkeit dieser Kassen von 1899 be- rug die Zahl der Einleger am Anfang des Jahres 2370, lie ein Guthaben von insgesamt 111 306,43 Mk. besaßen. Im Jahr 1899 wurden 42 300,49 Mk. eingelegt und 31445,08 Mk zurückerhoben. In Borsdorf, Düdelsheim und Ober-Widdersheim haben sich die Pfennigsparkassen auf­gelöst.

Darmstadt, 28. Jan. Heber die Beerdigun gSfeier lichkeiten für den verstorbenen Generalmajor Frhr. von Senarclens-Grancy in Petersburg berichtet dieDarmft Ztg." folgendes Nähere. Die Ueberführung derLeiche aus dem Winterpalais in die lutherische St. Petri-Kirche erfolgte am 7. (20.) Januar abends. Anwesend waren der Großherzog, Großfürst Wladimir und Großfürstin Maria nebst Kindern. Am 23. (10.) Januar, vormittags, wurde in der St. Petri-Kirche am Sarge des Dahingeschiedenen Gottesdienst in Gegenwart dcs Großherzogs und der Großherzogin, der Großfürstin Sergius, der Familie des Großfürsten Wladimir, sowie der Gemahlin, des Sohnes und der Schwester des Verstorbenen und zahlreicher Würden­träger und Vertreter des diplomatischen Korps abgehalten. Die Predigt hielt Pfarrer Walter; ein Sängerchor umrahmte diese mit den LiedernJesus, meine Zuversicht" undWenn ich einmal soll scheiden" und fang nach der Einsegnung das Wie sie so sanft ruh'n". Zahlreiche Kränze, darunter von den Kaiserinnen von Rußland, von dem Großherzog, den Großfürsten, von der Großh. Hess. (25.) Division, von den Großh. Oberhof- und Hofchargen und den Offizieren der Großh. Generaladjutantur, schmückten den Sarg. Nach der Einsegnung wurde der Sarg vom Kaiserlich russischen Adju­tanten und den Herren des Gefolges des Großherzogs aus der Kirche zum Leichenwagen verbracht. Hierbei salutierte bie Trauerparabe, bestehend aus einem Bataillon des Garde- Regiments Preobraschensky und einer Garbebatterie zu vier Geschützen. Nach l^-stündigem Wege langte ber Kondukt am Smolensk-Kirchhofe an, wo der Verstorbene beigesetzt wurde. Bei der Einsegnung wurden Gewehr- und Geschütz­salven abgegeben.

Offenbach, 28. Jan. Jrn Juni 1900 faßte die Stadt- verordneten-Versammlung den Beschluß, alle amt­lichen Bekanntmachungen der nationalliberalenOffenb. Ztg." und dem sozialdemokratischenOffenb. Abendbl." zu gleicher Zeit zugehen zu lassen. Oberbürgermeister Brink beanstandete beim Kreis-Ausschuß diesen Beschluß, indem er darauf hin­wies, daß bei dem Zustandekommen des Beschlusses ein Privat­beteiligter, der Stadtverordnete Ulrich, der Drucker und Ver­leger desOffenb. Abendbl." sei, mitgewirkt habe. Der KreiSausfchuß erkannte, daß dem Rekurs des Oberbürger­meisters Brink nicht stattgegeben werden könne. Gegen diese Entscheidung meldete der Oberbürgermeister Rekurs beim Provinzialausschuß an, ber in seiner letzten Sitzung entschied, baß der Kreisausschuß in dieser Frage nicht zuständig ge­wesen sei, die Entscheidung habe zunächst nur dem Kreisamt zugestanden. Mit dieser Entscheidung erklärten sich die Stadt- verordneten in ihrer letzten Sitzung nicht befriedigt und be­schlossen, in der Angelegenheit bie Entscheibung ber höchsten zustänbigen Behörde anzurufen.

Mainz, 27. Jan. Sonntag morgen wurde an der Wagenthüre des Artillerieschuppens auf der EiSgrube ein junger Mensch von etwa 19 Jahren in sitzender Stellung erhängt aufgefuuden. Der Unglückliche stammt von hier, war elternlos und ein Krüppel.

Bingen, 27. Jan. Der Küfermeister Kirschner ist unter Zurücklassung von Frau und Kindern verschwunden. Jetzt hat er von Basel auS einen Brief hierher geschrieben. Vor seinem Verschwinden hat er noch auf den Namen seines Schwiegervaters einen Wechsel im Betrage von 1470 Mk. gefälscht.

Vermischtes.

i Hüll, 28. Jan. Ein neuer Pestfall ist im hie- > sigen Hospital konstatiert worden.

Haag, 28. Jan. Bier Schiffer, die sich auf eine i Eisscholle gewagt hatten, versanken plötzlich und konnten i bis jetzt nicht aufgefuuden werden.

> * Das Einkommen des englischen Königs.

- Als der bisherige Prinz von Wales heiratete, gewährte ihm, t altem Brauche gemäß, das Parlament seine eigene Zivilliste, i Gladstone sagte damals:Der Prinz nennt nicht einmal ein paar Silberlöffel sein eigen", und Palmerston schlug - vor, dem Prinzen ein jährliches Einkommen von 40000, der Prinzessin von 10000 Pfd. St. zu gewähren. Dazu kamen noch die Einkünfte des Herzogtums Cornwall, die sich au etwa 60 000 Pfd. St. jährlich beliefen. Nun sollte man

n zwar glauben, daß 2J/4 Mill. Mk. per Jahr ein ganz nettes c Einkommen sei: bedenkt man jedoch, welch' große Summen 3 die Repräsentation und Wohlthätigkeit verschlingen, so wird - man zugeben, daß das kronprinzliche Paar nichts übrig :. hatte. Eine der Merkwürdigkeiten englischer Gesetze um t Bräuche nun ist es, daß ber neue König gar kein Ein­kommen hat. Seine Zioilliste alsPrinz von Wales" ist mit dem Tage erloschen, an bem er aufhört, es zu sein. Seine Zivilliste als König hingegen muß ihm erst vom Parlamente gewährt werben, benn sie ist nicht mit dem '- Regierungsrechte als solchem verbunden, sondern muß dem e jeweiligen Inhaber des Thrones von Fall zu Fall aufs Neue t durch Abstimmung zuerkannt werden. Das Einkommen der

verstorbenen Königin war, nach ihrem Aufgeben gewisser Krongüter, vom Parlament auf 385 000 Psd. St. festgesetzt worden, und dem eben zu einer außerordentlichen Session zufammengetretenen Parlamente werden wahrscheinlich ähnliche Vorschläge gemacht werden. Doch würden wie dieWest­minster Gazette" hervorhebt sich bei ber Lösung biefer FrageSchwierigkeiten ergeben". Immerhin steht nicht zu befürchten, baß ber neue König werbe Hunger leiben oder zu Gelbverleihern feine Zuflucht nehmen müssen.

"EinPrunkmobiliarfürden Kaiser ist gegen­wärtig im Berliner Kunstgewerbemuseum zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. Es ist eine Barockeinrichtung für einen Salon und eine Rokokoeiurichtung für ein Schlaf­zimmer. Barock und Rokoko find die beiden Stilarten, welche für den Kaiser vorzugsweise in Betracht kommen, wenn er Neuanschaffungen von Möbeln für eines der köing- 'ichen Schlösser anordnet, weil diese selbst fast ausschlietz- lich in diesen Stilen eingerichtet sind, und der Kaiser größten Wert darauf legt, daß der ursprüngliche Geist, aus welchem heraus die Schlösser entstanden sind, erhalten bleibe. Beide Zimmereinrichtungen waren in der Pariser Weltausstellung ausgestellt, und da schon bei ihrer Her- tellung dieser Nebenzweck ins Auge gefaßt war, so erflärt ich daraus zum Teil die außergewöhnlich prunkvolle und kostbare Ausführung der Möbel. Die im Stile Ludwigs XV.. gehaltene Schlafzimmer-Einrichtung besteht aus einem Pa­radebett, einem dreiteiligen Toilettenschrank, zwei Kom­moden und Büchergestellen, einer Standuhr und einem Theetisch, ferner einem Schreibtisch, einem Prunkkamin und einem Blurneutischchen, wozu noch gestickte Seiden­decken, Teppiche, Gobelins, Leuchter, Vasen und Uhren ge­hören. Alle Möbel sind aus kostbaren Hölzern geschnitzt und mit reichen, feincifelierten Goldbronzebeschlägen und Dekorationen versehen. Satinholz, Königsholz, Eedern-, Rosen-, Arnaranth- und Palisanderholz bilden das Material ür die überaus kunstvollen Schnitzereien und bringen m hreu verschiedenartigen Zusammenstellungen einzigartige Farbenwirkungen hervor. Neben diesen graziösen, zier­lichen Rokokomöbelu, bei denen die natürliche Farbe und Struktur der verschiedenen Holzarten eine, überaus glückliche, dekorative Verwendung fanden, nimmt sich die vergoldete, massige Barockeinrichtung beinahe steif aus. Die Einricht­ung besteht aus einem Prachttisch mit wundervoll Heller Marmorplatte, Sofas und Sesseln mit steilen Lehnen und. großgeblümten Bezügen aus grünem Seidenrips. Die Holz­teile weisen ebenfalls reiche Schnitzarbeit auf, durch die Ver­goldung aber werden die zarten Formen mehr oder weniger verwischt und die Ornamentik erscheint steif und spröde, im Gegensatz zu den überaus weichen und zarten Formen, welche bei den Rokokomöbeln der Ciseleur aus der Bronze herauszuarbeiten wußte. Das läßt sich nun aber nicht ändern, denn die Vergoldung gehört eben zum Charakter der Barockmöbel, und streng stilgerecht mußte ja auch diese Einrichtung sein. Für die Leistungsfähigkeit des deutschen Kunsthandwerks legen die königlichen Prunkmöbel, welche aus den Werkstätten zweier, als hervorragend tüchtig be­kannter, Berliner Kunsttischler hervorgegangen smd, neuer­dings rühmliches Zeugnis ab.

UnwersiWs-Uachrichten.

Prof. Dr. Hermann Käst in Karlsruhe, zweitem Beamten der Großh. Münzverwaltung, wurde die Stelle eines Assistenten an der Landesgewerbehalle übertragen. Der Privatdozent an der Universität in Wien Dr. F. Schmid ist zum a.-o. Professor der Statistik, sowie der Verwaltungslehre und des österreichischen Verwaltungsrechtes an der Universität Innsbruck ernannt worden. Zum Nachfolger des nach Bonn berufenen Professors Dr. K. D. Bülbrtng wurde Dr. I. H. Kern, Privatdozent an der Universität Leiden, zum Profeffor für englische Sprache und Litteratur an der Universität Groningen ernannt. An der Dominikaner - Lehranstalt Freiburg i. d. Schwei- wurde Pater v Langen-Wendels zum Profeffor für praktische Moral ernannt. An die Stelle des zum Bundesrichter ernannten Prof. Perier trat al- Profeffor des Schweizerischen Rechts der Freiburger Staatsanwalt Fr. Philips na. In der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät ist an Stelle von Prof. Arthus, der als Leiter des Pasteur-Instituts nach Lille berufen wurde, Prof. M. Dheri mit dem Lehrstuhl für Physiologie betraut worden. In Berlin ist der Privatdoz-nt Dr. phil. Hermann Gerlach gestorben. Er hat mehrere theologische Schriften (Die letzten Dinge" undSchleiermacher, Staatskirchentum und Religions­freiheit" rc.) verfaßt und war auch journalistisch thätig.

Geheimrat Prof. Dernburg in Berlin ist am Montag am Schluffe seines Kolleges von einem leichten Schlaganfall betroffen worde,«. Nach der Ansicht des behandelnden Arztes Geheimrates Dr. Mend-l dürfte der Unfell ohne ernstere Folge« vorübergehen.

Landwirtschaft.

w- Friedberg, 28. Jan. Die letzte Faselbesichtigung durch die Körkommission hat gezeigt, daß sich in unseren Kreisgemcmden Dank der Belehrung und Anleitung durch den Landwirtschaftl. Verem und die Direktion der Landwirtschaftl. Winterschule die Viehzucht recht gehoben har. Von den 173 im Kreis ausgestellten Bullen befanden sich nicht weniger als 100 in guter, 15 in sehr guter Pflege. Bei 43 war die Pflege ge­nügend und nur bei 12 schlecht und bei 3 ungenügend. Der S.mmen- thaler Raffe gehören 55, Simmenthaler Kreuzung 113 und der BogelS- berger Raffe 5 Bullen an

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Billiges Brandmateriai. Wie uns mitgeteilt wird hat man in der Nähe von Wilhelmshöhe bei Kaffel eine ganz vorzügliche Braun- und Schwarzglanzkohle gefunden und bereits tmt der Förderung der ersteren Sorte begonnen. Die Kohle soll, soviel wir von Interessenten gehört haben, sich gegenüber den bisher bekannten Braunkohlen in Betreff des Heizeffektes zu ihren Gunsten unterscheiden und auch für jede Feuerung, für Hausbrand wie für Jndustriezwecke, geeignet sein und somit einen Ersatz für Steinkohlen bieten. Es steht außer Frage, daß bei der billigen Fracht von Wilhelmshöhe bis in unseren Kreis diese Kohle als brauch bares Produkt dazu angethan ist, eine Umwälzung auf dem Kohlenmarki herbeizuführen. Auch ist mit besonderer Freude zu begrüßen, daß die Braunkohlenbergbau-GewerkschaftVer. Glückauf Kaffel" das neue Pro­dukt in verschiedenen, gleich für den Gebrauch fertigen Sorten auf den Markt bringt, indem sie Nuß I unv II, Stücke, Melierte, Grus sowie aufgebefferte Melierte Kohlen zu angemeffenen Preisen versendet. Dos neue Brandmaterial dürfte bald bei den Konsumenten Eingang finden und eine längst ersehnte Hilfe in der großen Kohlennot und Feuerung schaffen.

»erlitt, 28.Jan. Die Aktionäre der Deutschen Grundschuld­bank beschlossen, in dieLiquidation einzutreten und wählten drei Liquidatoren. Ferner wurde mitgeteilt, daß die bestehenden Differenzen mit der Preutz- Hypotheken-Aktienbank wegen 41,6 Millionen minderwertiger Hypotyek<n einem privaten Schiedsgericht unterbreitet werden sollen. _______

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