Nr. 354 Zweites Blatt.
151. Jahrgang.
Dienstag 29. Oktober 1901
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GietzenerAnzeiger
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Vom Transvaalkrieg im Licht der öffentlichen Meinung.
Der ehemalige deutsche Gesandte in China, Herr v. Brandt, hat in zwei Artikeln der Londoner .Finanzchronik" seine Ansichten über den Burenkrieg und englische Strategie zum Besten gegeben. Das, was in diesen Artikeln steht, könnte von keinem englischen Jingoblatt übertroffen werden. Demnach ist Lord Roberts der größte lebende Feldherr, die Engländer führen den Krieg mit unübertrefflicher Milde und Menschlichkeit, die Buren sind Barbaren und Feinde jeden Fortschritts, der Sieg der Engländer von jedem gebildeten Menschen zu wünschen. Um gar keinen Zweifel darüber zu lassen, daß er es als ein bedauerliches Versehen empfindet, zufällig als Deutscher zur Welt gekommen zu sein, erklärt er noch, die deutsche Kultur bestände in der Grobheit der Menschen, die deutsche Presse benehme sich in „thörichter und taktloser Weise", sie greife zu „Gemeinheiten" usw. Herr v. Brandt sitzt im Auffichtsrat verschiedener Aktiengesellschaften, die sehr lebhafte Interessen in Deutsch-Südwestafrika haben und es aus sehr materiellen Gründen für vorteilhaft halten, vor John Bull in Demut zu ersterben. Diese Thatsache dürfte zur Bewertung des Ur- tells des Herrn v. Brandt genügen. Er ist in weitesten Kreisen der deutschen Gesellschaft gerichtet.
Die Sympathien von deutscher Seite England gegenüber schrumpfen von Tage zu Tage mehr zusammen, und wer aus dieser oder jener Rücksicht seine Herzensmeinung verbarg, der geht nun, nach den grausen Nachrichten vom südafrikanischen Kindermord, aus seiner vorsichtigen Reserve heraus. Die amtliche „Karlsruher Zeitung", die bisher in der Beurteilung des südafrikanischen Krieges den Standpunkt der Reichsregierung in starrster Weise vertreten hat, brachte in ihrer letzten Nummer an leitender Stelle, anknüpfend an die Rede Chamberlains (siehe besonderen Artikel) schroffe Ausführungen mit folgenden bemerkenswerten Schlußsätzen:
„Auf welcher Seite in diesem Kriege die Sympathien des deutschen Volkes trotz aller berechtigten Staatsraison sich befinden und wo sie sich nicht befinden dürfte in England doch wohl nicht ganz unbekannt sein. Wenn Herr Chamberlain glaubt, durch eine Verzerrung der Ereignisse während des deutsch-ftanzösischen Krieges und auf Kosten der Menschlichkeit und Manneszucht deutscher Krieger eine Irreführung der englischen öffentlichen Meinung herbeiführen zu sollen, so ist das seine und des englischen Volkes Sache. Nun wird man jenseits des Kanals sich nicht wundern dürfen, wenn das Echo, das Herrn Chamberlains Anschuldigungen in der deutschen Presse aller Parteien erwecken werden, den Engländern nicht allzu angenehm in die Ohren klingen werde."
Ein köstliches Beispiel flammender Burenbegeisterung aber liefert folgender prächtige Brief eines wackeren Mannes aus unserem Nachbarorte Kl ein lind en. Wir können ihn unmöglich unseren Lesern vorenthalten. Er lautet folgendermaßen :
Kleinlinden, 26. 10, 1901.
An die Redaktion des Anzeigers.
Ich erlaube mir Ihnen mitzuteilen, daß ich die Zeitung von Ihnen von heute ab abbestelle. Als ich am 20. 10. in der Burenversammlung zugegen war, habe ich die richtigen Zustände, wie es eigentlich in Südafrika geht mrd steht, mit angehört. Es ist eine Beruhigung für mich, daß die Buren den Sieg davon tragen. Aber- leider muß ich Ihnen bekennen, daß ich in Ihrer Zeitung eine solche Aufmunterung an Ihre werten Leser noch nicht gefunden habe. Um mir das Äergerniß zu ersparen über Nachrichten aus England, die doch nicht wahr sind, bestelle ich die Zeitung hiermit ab. I ch wollte, ich hätte über 5000 deutsche Truppen zu verfügen. Ich wollte den Engländern doch einmal zeigen, was Deutsche können und deutsche Faust zu bedeuten hat. Sie würden mir keine Frauen in die Gefangenschaft abführen. Es lebe Botha, Stein, Dewet, die tapferen Buren.
Achtungsvoll K . . . P.......
- Vielleicht finden sich 5000 unserer Leser, die unter dem Kommando des Herrn K. P. aus Kleinlinden nach Transvaal hinausziehen und den Engländern so derb auf die Hosen klopfen, daß fie alle miteinander ins südafrikanische Gras beißen und daß die Telegraphenstationen und Postämter da unten alle in die Hände der Buren kommen, damit die europäischen Zeitungen wieder, wie zu Beginn des Krieges, auch aus den Burenlagern direkte Nachrichten erhalten können. So lange aber werden sich die Ungeduldigen mitsamt der Presse in aller Welt mit den Meldungen des Reuter'schen Tcle- graphenbureaus und gelegentlich auf Umwegen durch die englische Zensurkette geschmuggelten Privatnachrichten begnügen müssen. Doch Scherz bei Seite; Herr K. P. aus Klein- Linden, der Mann mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, gefällt uns, trotz seiner uns fürchterlich nahegehenden Abbestellung! Er soll leben und Ohm Paul Krüger daneben!
Einen Vorschlag zur Linderung der Not der Burenfrauen und Kinder in den Konzentrationslagern macht ein holländischer Arzt, Dr. H. I. Keßler, in dem Haager Blatt „Het Vaterland". Gerade so wie 1870 die Schweiz das entwaffnete Heer Bourbakis, ferner die aus Paris vertriebenen Deutschen und die Straßburger Bürger, die mit Zusttmmung der belagernden Deutschen die Stadt während der Belagerung verließen, verpflegt hatte, so könnte auch diesmal ein neutraler Staal sich der unglücklichen Burcnftauen und Kinder annehmen. England, das diese armen Geschöpfe gar zu inhuman behandele, könne gegen diesen Vorschlag nichts einzuwenden haben, da die genannten Frauen und Kinder ihm nur Kosten und Umstände verursachten. Vertreter neutraler Länder müßten dann geeignete Orte ausfindig machen, zum Beispiel gesunde Gegenden in Nicderländisch-Ostindien, um diesen Unglücklichen ein menschenwürdiges Dasein zu gewähren. Dr. Keßler fordert all- duieniaen, die seinen Plan unterstützen wollen, auf,
sich mit ihm in Verbindung zu setzen. — Wir zweifeln nicht daran, so meint die „Dtsche. Tgztg.", daß dieser Vorschlag auch bei den deutschen Burenfteunden ein offenes Ohr und, wenn nötig, auch eine offene Hand finden wird. Wir fürchten aber andererseits, daß auch diese Bemühung vergeblich sein wird. Die englische Negierung handelt ja augenscheinlich in der bewußten Absicht, die Burenfrauen und Kinder langsam hinzumorden, um das Burenvolk gänzlich auszurotten. Sic wird also ihre Opfer nicht fahren lassen.
„Um schwache Charaktere vor der Anwerbung durch englische Werber zu schützen", setzt die Deutsche Buren-Centrale in München, Wilhelmstr. 2 II, jedem, der im Deutschen Reiche englische Werber so zur Anzeige bringt, daß sie sofort verhaftet und bestraft werden, hundert Mark Belohnung aus.
Deutsches Mich.
Berlin, 7. Okt. Der Kaiser hörte gestern die Borträge des Ehefs des Admiralstabes v. Diederichs und des Chefs des Marinekabinetts v. Senden-Bibran. Um 11 Uhr empfing der Kaiser den neuen persischen Gesandten in Antrittsaudienz und nahm später die Meldung des Unterstaats-' sekretärs Sydow im Reichspostamt, aus Anlaß seiner Ernennung hierzu, sowie um 12 Uhr militärische Meldungen entgegen. Heute nachmittag ist der Kaiser mittelst Sonderzuges nach Liebenberg in der Mark ab gereist.
— Die Kaiserin nahm gestern bereits wieder an der Mittagstafel im Neuen Palais bei, am Nachmittage unternahmen der Kaiser und die Kaiserin eine gemeinsame Ausfahrt.
— Der „Franks. Ztg." wird mitgeteilt: Im bergan-' gen en Jahre war's. Der nun verstorbene Dr. Georg von Siemens war zur kaiserlichen Frühstückstafel geladen, an der außerdem noch der König von Württemberg mit seinem Schwiegersohn, dem Erbprinzen vdn Wied, teil- nahm. Das Gespräch kam auf den Transvaal-Krieg. Der Kaiser meinte, er könne sich die in ganz Deuts chlandhervorbrechendeBegei st erung für die Buren nicht erklären : „Wo kommt sie nur her?" „Die Sache ist sehr einfach zu erklären", meinte Dr. von Siemens, „die Begeisterung für die Buren ist so groß, weil die Frauen und Kinder für die Buren sind. In meiner Familie ist's so, und so wird's auch wohl überall sein." Der Kaiser schlug sich lachend auf das Knie: „Sie haben ganz Recht, lieber Siemens, in meiner Familie ist's gerade so. Bon denFrauen kommtdie Burenbegeisterung. Auch die meine kann die Zeitungen morgens kaum erwarten, die ihr die Siege der Buren melden."
— In einer von einem freisinnigen Neichstagsabgeord- neten ausgehenden Korrespondenz wird dem Kaiser folgende Aeußerung zugeschrreben: „Kommen keine Handelsverträgezu st ande,soschlageich alles kurz und klein." (Ob diese oder eine ähnliche Aeußerung thatsächlich gefallen ist, wird natürlich ebenso unaufgeklärt bleiben, wie die früher ausgestellte Behauptung, der Kaiser habe gesagt, der Doppeltarif sei ein Unsinn, Graf Bülow sei auch dieser Meinung. Die Verbreitung derartiger Geschichten gehört nun einmal zum Rüstzeug des politischen Kampfes. Wenn erst der Reichstag wieder versammelt ist, wird man aus der sachlichen Stellungnahme des Reichskanzlers zur Genüge ersehen können, mit welchem Rechte alle diese Gerüchte herumgetragen wurden.)
— Der Geh. Legationsrat Johann es im Auswärtigen Amt ist als stellvertretendes Mitglied für die Dauer Der Verhandlungen über den Zolltarif in den Bundesrat berufen worden. Herr Johannes ist durch feine Thätig- feit als Regierungskommissar in der Weinkommission des Reichstages bekannt geworden. Er erhielt damals wegen seines Eintretens für die Verschnittweine den humoristischen Beinamen „Johannes der Täufer". Geheimrat Johannes gilt für einen der entschiedensten Vertreter der Richtung, die man heute als freihändlerisch zu bezeichnen pflegt.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Behauptung des „Vorwärts", auf Verfügung des Ministers der öffentlichen Arbeiten seien aus Sparsamkeitsrücksichten bei den Staatsbahnen Arbeiter-Entlassungen in größerem Umfange angeordnet, ist erfunden. Die Angriffe gegen die Staatsbahnverwaltung sind um so haltloser, als sie sich gegen eine Verwaltung richten, die in schwieriger Zeit bemüht ist, den Rücksichten auf ihre Wirtschaftlichkeit, aber auch den Rücksichten auf die Industrie und namentlich auf ihre eigenen Arbeiter, gerecht zu werden. Die Fürsorge der Staatseisenbahnverwaltung für ihre eigenen Arbeiter geht aus einer jüngst ergangenen Verfügung des Eisenbahnmmisters an sämtliche Eisenbahn-Direktionen hervor. Hiernach sollen infolge Verkehrsrückganges, insbesondere auf Nangierbahnhöfen, Zugbildungsstationen, Reparaturwerkstätten entbehrlich gewordene Arbeiter unter feinen Umständen aus dem Eisenbahndienst entlassen, sondern anderweit beschäftigt und überall verwendet toeroen, wo infolge natürlichen Ausscheidens ein Bedarf an Arbeitskräften eintritt. (Aus Darmstadt wird gemeldet, daß in der dortigen Hauptwerkstätte der Preußisch-Hessischen Staatseisenbahn der gesamte Betrieb infolge Arbeitsmangels für Samstag nachmittag ausgesetzt worden war und daß es den Anschein habe, als ob derartige Feierschichten auch für die nächste Zeit vorgesehen seien. Aus Mainz berichteten wir bereits Aehnliches, und aus Bromberg kommt heute die nämliche Nachricht. D. Red.)
— Die Trauerfeier für Georg von Siemens fand heute nachmittag in der Deutschen Bank statt, in der der Sarg aufgestellt war. Es erschienen die Staatssekretäre Frhr. v. Thielmann und v- Richthofen, Handelsminister
Moeller, Reichsbankpräsident Dr. Koch rc. In Vertretung des Kaisers legte General a la suite v. Löwenfeld einen Kranz nieder.
— In der Zeit vom 1. April bis Ende September gelangten im deutschen Reich folgende Einnahmen an Zöllen, gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern sowie andere Einnahmen zur Anschreibung: Zölle 252 454 439 Mk. (gegen das Vorjahr plus 11 862 819 Mk.), Tabaksteuer 5 436 517 Mk. (plus 87 260 Mk.), .„ucferfteuer und Zuschlag 50 004 722 Mk. (minus 9 610546 Mk.), Salzsteuer 22 799 091 Mk. (plus 117 952 Mk.), Maijchbottichsteuer 1340067 Mk. (mmus 938 765 Mk.), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag 65 879 882 Mf. (plus 851852 Mk.), Brennsteuer 849 512 Mark (minus 524 323 Mk.), Brausteuer 16 824 590 Mk. (plus 186 756 Mk.), Uebergangsabgabe von Bier 1873437 Mk. (minus 168 223 Mk.), Summe 413 082 999 Mk. (plus 1864 782 Mark), Stempelsteuer für a) Wertpapiere 7 338886 Mk.. (minus 6 532 483 Mk.), b) Kauf- und sonstige Anschaffungsgeschäfte 6 288993 Mk. (minus 483119 Mk.), c) Lose zu Privatlotterien 3 073 651 Mk. (plus 541261 Mk.), Staatslotterien 14 945 655 Mk. (plus 7 618172 Mk.), d) Schiffsfracht- Urkunden 372 928 Mk. (plus 145 419 Mk.), Spielkartenstempel' 631589 Mk. (minus 26 633 Mk.), Wechselftempelsteuer 6 429 068 Mk. (plus 63 661 Mk.), Poft- und Telegraphenverwaltung 198854 272 Mk. (plus 10 584 451 Mk.), Reichseifenbahnverwaltung 43 618000 Mk. (minus 3 934 000 Mk.).
Danzig, 27. Oft. Das Befinden des Abg. Rickert ist zur Zeit wenig günstig. Er ist wiederum von einem leichten Schlaganfall betroffen worden.
Breslau, 26. Okt. Bei herrlichen Wetter fand heute auf dem Museumsplatze die feierliche Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals statt. Der Kronprinz war als Vertreter des Kaisers erschienen.
Dresden, 26. Okt. Im Ministerium des Innern fanden gestern und heute unter dem Vorsitze des Staats- Ministers v. Metzsch und unter Beteiligung der stellvertretenden Bundesratsbevollmächtigten Geheimrats Dr. giüger. und Geh. Finanzrats Dr. Rüger Besprechungen über die Stellung statt, die die Königlich Sächsische Staatsregierung bei der zweiten Lesung des Zolltarifs im Bundesrat einzunehmen habe.
Leipzig, 27, Ott. Die 13. allgemeine Konferenz der deutschen Sittlichkeitsvereine ist heute mit einem Festgottesdienst und einer Abendversammlung eröffnet worden. Heber 2000 Personen waren anwesend. Zu dem Thema „Bibel und Sittlichkeit" sprachen Pastor Phi-, lipps-Berlin, Pfarrer Weber-München-Gladbach und Abg. Henning-Berlin.
K ö l n , 26. Okt. Wie der „Köln. Ztg." telegraphiert wird, soll im nächsten Frühjahr in London eine Gewerbeschutzkonferenz abgehalten werden. Am 29. Oktober soll int Kaiserhof zu Berlin eine größere Versammlung von eingeladenen Mitgliedern des Vereins für den Schuß des gewerblichen Eigentums und Vertretern von Handels-, kammern und anderen Vereinen stattfinden, um zu beraten, welche Gebiete des gewerblichen Rechtsschutzes am dringendsten einer Aenderuug bedürfen.
Koblenz, 27. Okt. Heute tagte hier der Verband zur Kanalisierung der Mosel und Saar. Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, in der sie erklärt, daran festzuhalten, daß das Projekt der Kanalisierung der Mosel und Saar in feiner großen wirtschaftlichen Bedeutung von keinem anderen übertroffen wird. Es müßten alle angängigen Wege eingeschlagen werden, um die Ausführung dieses Planes zu erreichen und denselben mit Rücksicht auf die schwere Krisis, welche Handel, Industrie und Landwirtschaft augenblicklich durchzumachen haben, sowie im Hinblick auf die vorhandene Arbeitsnot baldmöglichst der Verwirklichung entgegenzuführen.
Metz, 27. Ott. Samstagabend brachten viele Tausende aus Metz und Umgebung dem Bischof Benzler einen Fockelzug dar. Deutsche und französische Sänger sangen vor dem Bischofspalast Chöre. Stadtrat Lallement überreichte einen Hirtenstab als Zeichen der Ergebenheit der Diözesanen der französischen Zunge mit einer französischen Ansprache. Der Bischof antwortete französische Professor Finger begrüßte den Oberhirten deutsch und wies auf die unter den Katholiken beider Sprachen herrschende Eintracht hin. Der Bischof dankte deutsch Ehorgesang schloß die Feier.
München, 27. Okt. Der Staatsminister des Innern hat an die Kreisregierungcn einen erneuten Erlaß betr. die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gerichtet.
Ausland.
London, 27. Okt. „Reynolds Newspaper" hött auf Grund bester Autorität, daß die in Amerika veröffentlichten Nachrichten über das Befinden des Königs Edward wahr seien. Der König leide an Kehlkopfkrebs.
London, 27. Okt. Nach Telegrammen aus Kalkutta sind die indischen Märkte gedrückt, weil sich der afghanische Kronprätendent Eyub Khan der britischen Ueberwachung durch die Flucht entzogen hat.
— Nach einer Meldung des Moskauer Korrespondenten des „Daily Graphie" ist ein großer Skandal im Zusammenhang mit dem Weiterbau der transkaspischen Eisenbahn nach Samarkand, Buchara und Andischow entdeckt worden. Beamte hätten Gelder unterschlagen und die Unternehmer 20Mak mehr Land als nötig war angekauft und dann wieder verkauft. Viele Beamte sind verhaftet worden.
— Der Pariser Korresondent des „Standard" erfähtt, daß, soweit die ftanzöfische Regierung in Betracht komme, keine diplomatischen Schritte gethan seien, weder rücksichllich der Angliederung Kretas an Griechenland noch rücksichtlich eines Uebereinkommens der Mächte, die Türkei >u.


