der Landwirtschaftliche Provinzialverein Oberhessen mit einer solchen Gegenseitigkeitsgcsellschaft im Jahre 1890 einen Vertrag abgeschlossen, welcher den Mitgliedern dieses Vereins besondere Vorteile einräumt. Es ist die Lebensver- sicherungs- und Ersparnisbank in Stuttgart. Tiese Bank verpflichtet sich darin, den Vereinsmitgliedern bei einer Versicherungssumme von mindestens 3000 Mark keinerlei Kosten für Ausfertigung der Polizen zu berechnen außer Stempel, und ferner bei jedem Versicherungsabschluß 4 pro Mille Bonifikation zu geben. Tie Bank nimmt unter allen deutschen Gesellschaften eine hervorragende Stellung ein, sie ist gegründet 1854, hat einen Bestand an Versicherungssummen Ende 1900 gehabt von 601 903 399 Mark; die höchste Summe im ganzen Reich, allein an Neuaufnahmen in 1900: 40 845 400 Mk. Seit Bestehen hat sie 114 Mill. Mark ausgezahlt an Versicherungssummen, allein 1899: 9 Mill. Mk. Tas Bankvermögen beträgt 1900: 184 Mill. Mk., wovon die Extrareserven 32 Mill. Mark betragen. Tie Verwaltungskosten betragen bei ihr in 1899 nur 5,36 Prozent der Jahreseinnahme, während sie im Turchschnitt der deutschen Anstalten 9,95 Prozent betrugen. Ende 1899 waren 5898 Landwirte mit einem Versicherungskapital von 43 einhalb Mill. Mark bei der Bank versichert. Tas Wesentlichste aus den Einrichtungen und Bedingungen der Bank ist folgendes:
Aufnahmefähig ist, wer zwischen 15 und 60 Jahren alt, gesund und unbescholten ist. Prämienzahlung erfolgt jährlich oder einhalbjährlich oder einvierteljährlich voraus: die 1. Prämie ist bei Änhändigung der Polize zu zahlen, wodurch die Versicherung in Kraft tritt, die folgenden Prämien sind dann in den folgenden Jahren mit 1 Monat Frist zahlbar. Ist am Ende dieser Frist Zahlung nicht erfolgt, dann tritt die Versicherung außer Kraft, wovon die Bank den Versicherten benachrichtigt. Zahlt dieser innerhalb weiterer 2 Monate die verfallene Prämie nebst 1 pro Mille der Versicherungssumme, so wird die Polize wieder in Kraft gesetzt. Wird die Prämie nicht nachgezahlt, so kann der Versicherte noch innerhalb eines weiteren Vierteljahres die Wiederinkraftsetzung beantragen, dann muß er aber auf seine Kosten ein neues ärztliches Zeugnis über seinen Gesundheitszustand beibringen, und Verzugszinsen zahlen. Stellt der Versicherte diesen Antrag nicht, so erfolgt nach 5 Monaten vom Verfalltag der Prämie die Abfertigung; d. h. er erhält je nach der Höhe des auf seine Versicherung angesammelten Deckungskapitals drei Viertel oder das Ganze desselben ausbezahlt. Dieses Teckungskapital, auch Prämienreserve genannt, ist ein nach versicherungstechnischen Grundsätzen rechnungsmäßig bestimmter Teil jeder eingezahlten Prämie, welcher nebst Zinsen die Versicherungssumme decken soll, es ist etwas geringer als die Summe der eingezahlten Prämien. Es wird nach der Sterblich- keitsstatistik der Bank berechnet, welcher Teil jeder Prämie an die vorzeitig anfallenden Versicherungssummen abzugeben, und welcher Teil für den Versicherten selbst aufzu- bewahrsn ist; jenen Teil bekommt der Versicherte nie zurück. Letzteres ist das Teckungskapital. Will der Versicherte von der Versicherung zurücktreten, vielleicht, weil ihm unter besonderen Verhältnissen die Aufbringung der Prämie schwer fällt, so kann er die Versicherung kündigen, alsdann erhält er das Gleiche wie oben, vom Deckungskapital; er kann aber auch, statt der Kündigung, den Antrag auf Umwandlung in'eine prämiensreie Versicherung stellen, bei welcher nach Maßgabe des angesammelten Teckungs- kapitals eine Polize auf eine geringere Versicherungssumme ausgestellt wird; dabei bleibt auch das Recht auf Dividende bestehen. In Höhe dieses Kündigungswertes wird von der Gesellschaft die Polize auch beliehen. Tie Bestimmungen über die Prämienzahlungen sind augenscheinlich von ganz besonderer Milde und Rücksichtnahme. Ein voller Verlust der eingezahlten Prämien ist danach gar nicht möglich. Das ist nicht bei allen Versicherungsanstalten so günstig. Die Höhe der Prämie hängt ab von dem Lebensalter, in dem man Versicherung nimmt, von demjenigen, in dem die Versicherungssumme fällig sein soll und von der Versicherungssumme selbst. Wer im Alter von 30 Jahren gewöhnliche Lebensversicherung nimmt, zahlt von je 1000 Mark: 24,60 Mk. Prämie; nimmt er aber alternative Versicherung auf das 60. Lebensjahr, so zahlt er noch eine Zusatzprämie von 8,60 Mark; zusammen also 33,20 Mark. Je jünger der Versicherungsnehmer ist, um so geringer ist die Prämie. Die obige Prämie ist nun aber blos in den ersten fünf Jahren zu leisten, vom sechsten Jahre ab wird die Tividende abgezogen, und zwar in voller Höhe von der Prämie und in halber von der Zusatzprämie. Tiese war im letzten Jahre 38 Prozent, sodaß also die Prämie sich von 33,20 Mk. pro 1000 Mk. auf 22,22 Mk. verringert. Bei Endigung der Versicherung werden die für die ersten fünf Jahre einbehaltenen Dividenden ausbezahlt. Es kann aber auch Versicherung mit st e i g e n - der Tividende genommen werden. Jetzt beträgt die Dividende dabei jährlich 2,6 Prozent der ganzen eingezahlten Prämien; nach 20 Jahren würde sie also 52 Prozent betragen. Im übrigen geben die Prämientafeln der Gesellschaft über die Höhe der Prämien in den mannigfaltigsten .Fällen Auskunft.
Der Versicherungsvertrag erstreckt sich bei Wehrpflichtigen (Reservisten und Landwehrmänner) und für Berufssoldaten, insofern Nichtkombattanten, sind unentgeltlich auf die Kriegsgefahr bei europäischen Kriegen — ferner auf Reisen in Europa und einige andere Länder.
Im Falle des Selbstmords wird die Versicherungssumme ausbezahlt, wenn die Versicherung schon drei Jahre währte oder Geistes- oder schwere körperliche Krankheit vorlag. In allen anderen Fällen wird das Teckungskapital vergütet. Wenn sich, ergiebt, daß Anaaben in der Te- klaration zum Versicherungsantrag absichtlich unwahr sind, so findet Abfertigung der Polize wie bei der Kündigung statt Beim Todesfall ist beschleunigte Nachricht an die Organe der Bank nötig; binnen zwei Jahren verjährt der Anspruch.
Ich schließe mit der Hoffnung, daß mancher von Ihnen oder Ihren Berufsgenossen sich zur Versicherung bei der Stuttgarter Gesellschaft entschließt, und die Wohlthat ,tn immer weitere Kreise dringt.
Vermischtes.
* Der schwere Unglücksfall des deutschen Abgesandten Oberstleutnant v. Ziegler bei den holländischen Manövern gelegentlich einer Automobilfahrt erregt natürlich das allerlebhasteste Bedauern. Ter Kommandeur der Potsdamer Kriegsschule stand a la suite des Infanterie-Regiments Nr. 15 in Minden, dessen Chef die Königin-Mutter der Niederlande ist. Im Feldzug 1870/71 ist v. Ziegler Offizier geworden, auch das Eiserne Kreuz hat fr sich in demselben erworben. 1879 avancierte er zum Nöerleufngnt Md zum Hauptmann. Das Majors
patent datiert von 1893, Oberstleutnant ist e r seit 1900. Bei den ihm unterstellten Offizieren der Kriegsschule hatte sich v. Ziegler der unbegrenzten Verehrung zu erfreuen; er war für die schwierigen Posten eines Kommandeurs der Kriegsschule nach allen Richtungen hin der geeignetste Mann. Aus Maastricht kommt heute die erfreuliche Nachricht, daß das Befinden des Herrn v. Ziegler den Umständen nach recht gut ist.
* Ein neuer Mord in der Nähe von Berlin. Wie ans Kalkberge Rüdersdorf gemeldet wird, hat sich dort am Tonnerstag ein schweres Verbrechen ereignet. Die etwa 40 Jahre alte Arbeiterfrau Randrys hat den 71jährigen Rentenempfänger Rockfieß erstochen. Wie es heißt, soll die Frau die That in einem Anfall von .Geistesgestörtheit begangen haben.
* Paris, 26. Sept. Aus Chicago wird gemeldet: Der Luftschiffer Isaak Smith ist zurzeit damit beschäftigt, einen lenkbaren Luftballon zu konstruieren, mit dem er eine Reise von Chicago nach Washington unternehmen will. Tas Luftschiff soll durch komprimierte Luft und Elektrizität getrieben werden. Es hat die Form eines Nachens und ist mit großen Flügeln versehen.
* Wien, 26. Sept. Ter „Allg. Ztg." zufolge forderte Ritter v. Ofenheim den Bürgermeister Tr. Lueger wegen einer von dem Letzteren gegen Ofenheim gethanen Aeußevung zum Düell. Lueger habe die Annahme des Tuells aus religiösen Gründen a b g e l e h n t.
* Ter „weiße Hof" der Zarin. Aus Paris wird berichtet: Tie Vorliebe der Zarin für Kleider aus weißen Stoffen hat bewirkt, daß die Räume in Compiegne von schneeigen Kostümen leuchteten. Jede französische Dame, die Zutritt zu den Staatsgemächern erhielt, hatte sich mit weihen Kleidern versehen. Madame Loubet hatte drei — eins von weißem Brokat, ein zweites aus weißem Atlas und ein drittes aus weißgrundiger Pompadourseide. Ter Ausputz war von Aleneon-Spitze, Seidenmusselin und Chenille und Blumen — die eine Taille war mit einem Hortensiengewinde geschmückt. Tie Frauen der Minister und Tiplomaten kleideten sich ebenfalls in diese Farbe. Madame Paul Teschanel trug zum Hauptempfange ein Kleid von weißer irischer Guipure mit Lyoner Spitze und Musselin- rosen. Alle Kleider waren im Stil Louis Quinzc, Louisj Seize oder Empire gearbeitet. Unter den Hofschneidern erzählt man, daß die Zarin die Zeichnungen zu allen ihren Kleidern selbst entwirft, und daß sie „zu Hause" d. h. im Palaste angefertigt werden.
*Ein neues Beispiel, wie man im „Lande der Freiheit" mit den Reisenden umspringt, bietet folgende Mitteilung aus Newyork: „Ein hoher amerikanischer Offizier, General Grant, äußerte vor einigen Wochen bei seiner Rückkehr nach Amerika: „Derartige Rohheiten würden sich russische Untertanen nicht gefallen lassen!" Dieser Tage haben sich nun an der Ost- und Westpforte Amerikas Vorgänge abgespielt, die den Fremden kaum vermuten lassen können, daß er ein gesittetes Land betritt. Herr S. Oskabe, ein Japaner, landete mit feiner Frau und mehreren anderen Damen in Honolulu auf der Durchreise nach den Staaten. 'Die D a m e n, wohlverstanden, gebildete Damen von Stand und Erziehung, wurden gezwungen, sich vor männlichen Zollbeamten zu ent kleiden (!), um durchsucht zu werden. In Newyork verteilten Zollbeamte das Gepäck einer allein reisenden heimkehrenden Amerikanerin bei der Durch?- suchung auf einen Raum von etwa 20 Geviertmetern. Gepäckträger waren nicht zur Stelle, und so bat die Dame mit Recht die Beamten, ihre Habe auch wieder zusammenzutragen. Zeugen bestätigen, daß der Zollinspektor antwortete: „Thun Sie es dich selbst, Sie sind ja groß und dick wie ein Tagelöhner."
*UeberdieAuszeich nun g einesjungen Elsass ers gelegentlich der Danziger Kaiserzusam- m e n k u n f t wird aus Molsheim geschrieben: Ein Sohn des hiesigen Stationsassistenten Zink, der als Matrose auf dem Kaiserschiffe „Hohenzollem" dient, hat gelegentlich der Anwesenheit des russischen Kaisers in Danzig von diesem den Verdienstorden dritter Klasse am Bande des Stanislaus- ovdens erhalten. Der junge Zink, der zur persönlichen Dienstleistung beim Zaren auf dem Schiffe bei Tische befohlen war, durfte dem Zaren Zigarren reichen, wobei er von diesem gefragt wurde, woher er sei. Auf die Antwort: „Aus dem Elsaß", sagte der Kaiser: „Ta sind Sie wohl ein Franzose?" Schlagfertig erwiderte Zink: „Nein, Eure Majestät, ich: bin ein Deutscher!" „Nun, dann bleiben Sie als Elsässer auch immer ein guter Deutsche r", war ttbe.' Antwort des Zaren. Hierauf hatten die Matrosen Einzelwettrudern, wobei Zink den ersten Preis erhielt. Zink wurde nun wieder zum Kaiser Nikolaus befohlen, der ihm mit den Worten: „Das ist ja der gute Deutsche", den Orden persönlich übergab, mit der Ermahnung: „Tragen Sie ihn stets in Ehren!"
Km-wirtschaft.
Krankheit, die man als Stengelbrand der Kartoffel bezeichnet und auf einen anderen Bazillus zurückgeführt hat. Tie Bazillen der letzteren sind in der Kultur leicht durch eine eigentümlich metallgrüne Färbung zu erkennen. Tie jetzt erforschte Krankheit entwickelt sich langsamer und auch mit anderen Erscheinungen als jene. Wenn sie soweit vorgeschritten, daß der Stiel unten schon abgestorben ist, so finbet sich in der Hälfte der Fälle in ihm ein Pilzgewebe, das jedoch keinenfalls für die Entstehung der Krankheit verantwortlich zu machen ifc sondern nur für die endgiltige Zerstörung der Pflanzenteile. Um der gefährlichen Krankheit zu begegnen, kann bisher kein anderes Mittel empfohlen werden, als eine Wechselwirtschaft von mindestens dreijähriger Tauer im Anbau der Kartoffel, damit dem Ackerboden, der die Bakterien enthält, Zeit gelassen wird, sich von ihnen zu reinigen. Man wird auch darauf achten müssen, die Knollen kranker Kartoffeln nicht zu zerschneiden oder gar zur Aussaat zu benutzen. Die Ausfuhr von Saatkartoffeln aus den mit der Krankheit behafteten Gebieten wäre vielleicht am besten gänzlich zu verbieten, damit die Krankheit nicht weiter verbreitet wird.
Sport.
Hefter denAftschuß derHasen. Mitte September endigt in den meisten deutschen Staaten die Schonzeit der Hasen. Jeder Jäger muß sich dabei erstaunt fragen, warum die Gesetzgebung gerade den Hasen, das für den waid- gerechten Jäger dankbarste Wild, so wahrhaft stiefmütterlich behandelt. Unzählige Warnungen sind ergangen über das rukwaidmännische Hasenschießen im September. Die meisten aller Hasen, in dieser Zeit geschossen, rekrutieren sich aus dem weiblichen Geschlechte, sind entweder noch trächtig oder haben erst kurz vorher gesetzt. Wenn auf Revieren Hasen im September geschossen werden, so dürfen es nur einige Küchenhasen sein, und sie sind nur an frequentierten Grenzen abzuschießen. Ein systematischer Abschuß im September ruiniert die Jagd auf Jahre hinaus. Eine Niederjagd kann nur dann im guten Stande sein, wenn man das Wild bis zur Beendigung seiner Fortpflanzung in Ruhe läßt, bei Hasen mindestens bis 15. Oktober, noch besser bis November den Abschuß verschiebt. Tie Häsin setzt gewöhnlich im Monat September ihren letzten Satz, und jeder Jäger, welcher nur einigermaßen mit der Niederjagd vertraut ist, wird dies bestätigen. Daher werden durch das Schießen einer Häsin während des September die Junghasen in der Tracht getötet, oder kurz vorher gesetzte Häschen gehen ein, weil ihnen die ernährende Milch der Mutier fehlt. Jeder Jäger kann es aus seiner Erfahrung sicherlich bezeugen, daß gerade die im Herbst gesetzten Hasen besser durchkommen als die Junghasen des Frühjahrs, besonders der Monate Februar und März, wo sie in den kahlen Feldern der nötigen Deckung entbehren und starke Schneefälle und anhaltender Frost Den gesetzten Hasen verderblich werden. Geschützt vor Raubzeug, genährt mit Milch der Häsin, führen die Junghasen bei dem oft warmen Herbstwetter ein gesünderes Dasein als manchmal im Hochsommer, wo die Junghasen durch den um diese Jahreszeit sehr regen Geschlechtstrieb der Häsin vernachlässigt werden und infolgedessen eingehen. In Revieren, in welchen auf der Suche keine Hasen geschossen werden, kann man während der Treibjagd im Winter viele geringe §afen sehen, welche int September oder gar Oktober gesetzt worden sind. Es ist bekannt und steht fest, daß auf der Suchjagd die Häsinnen am schlechtesten wegkommen. Ich habe schon sehr viel «der die Unterschiede zwischen Häsin und Rammler gehört und gelesen, aber leider sind diese Merkmale zu unbedeutend und erfordern langjährige Hebung, scharfes Auge und große Ruhe. Am leichtesten kann man die Häsin vom Rammler auf dem Anstande unterscheiden. Tie Häsin ist viel phlegmatischer als der Rammler, sie kommt viel früher als dieser und sitzt oft minutenlang unbeweglich Ter Rammler kommt bedeutend später und passiert flüchtiger dem Felde zu. Auf der Suchjagd ist die Sache auch nicht so schwer. Tie Häsin'hält auf dem Sturzacker bedeutend besser als der Rammler, sie läßt sich sozusagen heraustreten. Der Ramm- ler fährt wie der Blitz auf 30 bis 40 Schritt heraus. Ich beteiligte mich an einer Suchjagd in der Provinz Posen, der Jagdpächter sagte: „Nicht weit schießen, die Hasen stehen ganz nahe bei Ihnen auf." Auf diese Weise werden die Setzhasen alle totgeschossen, und die doch schußmäßig aufstehenden Rammler kommen unbeschossen durch. Einen Sturzacker gehe man nicht der Länge nach durch, denn der Rammler, welcher gewöhnlich in den Furchen desselben sitzt, hält den Schützen nicht aus.
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Eine wichtige Hntersuchung über eine bis jetzt wenig b e ö ch t e t e Kartoffelkrankheit hat Tr. Telacroix der Pariser Akademie der Wissenschaften mitgeteilt. Seit mehr als einem Monat ist in Frankreich viel davon die Rede, daß in den westlichen und mittleren Landesteilen die Kartoffelernte durch eine Krankheit aufs ernstlichste bedroht sei. Trotzdem diese Krankheit schon feit einigen Jahren in Frankreich aufgetreten ist, und auch in Irland erheblichen Schaden angerichtet hat, war eine genauere Untersuchung bisher nicht erfolgt. Tie Krankheit äußert sich darin, daß zunächst die Blätter der Pflanze gelb werden und allmählich vertrocknen. Gleichzeitig werden die Stiele magerer und sterben, von unten anfangend, ab. Ueberhaupt schreitet die Krankheit in der Pflanze von unten nach oben hin fort, indem sie an dem unter der Erde liegenden Pflanzenteil beginnt. Tie unter den Boden reichenden Teile oer erkrankten Pflanzen zeigen regelmäßig vernarbte Wunden von Insektenstichen, die den eigentlichen Erregern der Krankheit den Zutritt zu der Pflanze zu eröffnen scheinen. Man erkennt sie als braungelbe Flecken von beträchtlicher Größe. Tie Untersuchung zeigte, daß sich an diesen Stellen eine gelbe Gummimasse gebildet hat, wie sie auch bei Verletzungen des Weinstocks zu beobachten ist, die unter dem Namen Gummöse bekannt ist. Die Träger der Krankheit sind Bakterien, die sich allmählich in Der Pflanze aufwärts arbeiten und gewöhnlich in den öfteren Teilen der Stiele zu finden sind. Besonders zahlreich füllen sie die Gefäße des Pflanzengewebes. Tr. Telacroix hält den Keim für den schon früher entdeckten Erwinschen Kartoffelbazillus. Auch in den Vereinigten Staaten scheint die Krankheit nicht zu fehlen, und zwar kommt sie dort nicht nur bei Kartoffeln, sondern auch bei Tomaten und Eierpflanzen vor. Sie ist auch, verschieden von einer anher.eu
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