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Nr. 289 Drittes Blatt.
151. Jahrgang.
Sonntag 29. September 1901
Erscheint täglich mu Ausnahme deL Diontags.
Die «iehener Zamllien. »tatter werden demAn- -ciger im Wechet mit ,^>ess. Landwirt" nnd den .Blättern kür beiNsche Volkskunde" »ievma( wöchentlich bei* gelegt.
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Verband deutscher Pfarrervereine.
Gema ß dem Beschlu ß der Abgeordneten-Versammlung vom 5. September d. I. hat der Vorstand jetzt nachfolgendes Schreiben an den Präsidenten Krüger gerichtet:
Hochgestellter, ehrwürdiger Präsident?
Die in Weimar am 5. September d. I- versammelten ^geordneten des Verbandes deutscher evangelischer Pfarrer- l»ereine, welche mehr als 5000 Geistliche vertreten, haben einmütig beschlossen, die in der Anlage beifolgende Erklärung öffentlich, abzugebcn.
So haben wir die hohe Ehre und freuen uns dessen von Herzen, dem tapferen Manne und frommen Führer seines Volkes ein Wott evangelischer Tröstung und Stärkung sagen zu können.
Tas persönliche Leid, welches den treuen Gatten, das vielgeliebte Familienoberhaupt und den Verehrtesten Vater seines Volkes getroffen hat, ist Christenkreuz unb wir wissen und danken Gott, dem Herrn dafür daß Sie es als Jünger 2 esu in Selbstverleugnung auf sich nehmen. Es wirb Ihnen vvn dem Gott der Geduld und des Trostes für Zeit und Ewigkeit gesegnet sein. Tes trösten wir uns und damit trösten wir Sie. Es wird gereichen zur Läuterung und Stärkung des Glaubens, von dem geschrieben steht: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wir hoffen zuversichtlich, daß, das Wort, welches Sie am n. Juli ds. Js. einer Abordnung aus Westfalen gesagt haben, sich bewahrheiten werde. Sie haben bezeugt und bekannt: „Ich für meine Person habe felsenfestes Vertrauen auf die Hilfe Gottes. Seiner Zeit wird er auftreten, um thun, was Recht ist, das steht bei mir fest."
Sollte es Gott gefallen, daß, das brave Volk der Buren letzt unterliegen muß. — durch Unterliegen zum Siegen, das ist dem Christen im Hinblick auf unseren gekreuzigten unb auferstandenen Herrn und durch die Erfahrungen aller gläubigen unumstößliche Gewißheit.
Darum dürfen wir bitten,daß Sie die Führer Ihrer Streitkräfte und die Männer Ihres Volkes ermahnen, auch ferner „den Krieg christlich zu führen", wie es einst unser fit öfter Kaiser Wilhelm angesichts schwerer Kriegsgefahr seine putschen von Gott erflehen ließu Damit wird auch der Versuchung, Böses, mit Bösem zu vergelten, wirksam begegnet werden.
In Ehrfurcht unb als die, die mit Ihnen aus den Herrn harren.
Der Vorstand des Verbandes deutscher evangelischer Pfarrervereine.
Tas Schreiben an die englischen Geistlichen hat folgen- *imt Wortlaut:
Teure Brüder in dem Heern?
Mit großer Freude haben wir vernommen, daß Ihr )n.f Wiederherstellung des Friedens in Südafrika als Diener grifft hinwirkt unb Euer Volk ermahnt habt, den Buren sollche Friedensvorschläge zu machen, welche von ihnen angenommen werden können. Wir bitten herzlich: beharret darauf, und läßt Euch die Anfechtungen, die (Sudji befrieden sein werden, nicht irre noch! abwendig machen! Gott de^Z Friedens wird Euch beistehen und es Euch für Eure Hewson und Euer Amt Lohnen, daß Ihr dem gloria in ex- relsis Bahn macht für den Frieden auf Erden.
Wir legen eine Erklärung bei, woraus Ihr ersehet, daß tvür im Namen der Abgeordneten des Verbandes deutscher evangelischer Pfarrervereine zu Euch reden, durch welche
am 5. September ds. I. in Weimar mehr als 5000 Geistliche Deutschlands vertreten waren.
Wir grüßen Euch mit dem apostolischen Gebetswunsche, daß, er, der Herr des Friedens, Euch Frieden gebe.allenthalben und auf allerlei Weise.
Tie beigefügte Erklärung ist dieselbe wie die an den Präsidenten Krüger gesandte.
Nkk Mert der (rbrneeri'piljtrmig für de« fnntunirt. Referat erstattet von Regierungs-Rat B. in der Generalversammlung des landwirtschaftl. Vereins in Lich.
Wir stehen heute im Zeitalter der Versicherung. Wir wollen uns sicher stellen gegen einen uns möglicherweise treffenden großen Vermögensschaden, gegen Not durch Zahlung einer kleinen jährlichen Summe. Dies ist der Fall bei Feuer-, Hagel-, Vieh-, Unfall-, Krankheit- und Haftpflicht- u. a. Versicherungen, auch bei der Lebens-Versicherung. Tie Wichtigkeit einzelner Versicherungszweige erfordert sogar in zunehmendem Maße die Einführung staatlichen Versicherungszwanges.
Durch die Versicherung seines Lebens bezweckt der Familienvater, seiner Familie, wenn ihr durch seinen Tod der Ernährer genommen wird, eine Kapitalzahlung zu verschaffen, oder zugleich bei Erreichung eines bestimmten Lebensalters sich selbst die Erlangung eines bestimmten Kcwitals zu sichern, um die in diesem Alter zu erwartenden höheren Ausgaben leichter decken zu können. Wir wollen nun zunächst erörtern, welche Beoeutung dies besonders für den Landwirt hat. Der landwirtschaftliche Besitz erfordert eine teilweise andere Behandlung beim Erbfall, als sonstiger Besitz. Früher galt der Grundsatz der ungeteilten Vererbung des Guts auf e i n e n Erben, der dann die Miterben in billiger Weise aozufinden hatte, weil man einer Zersplitterung des Landbesitzes vorbeugen wollte. Heutzutage gilt diese Regel gesetzlich nicht mehr, ausgenommen in einzelnen Gesetzen" der jüngsten Zeit in Preußen. Trotzdem besteht auch bei uns jetzt die Hebung, daß der alternde Landwirt einem Sohn das Gut über» giebt mit der Verpflichtung, die Geschwister auszuzahlen. Oft wird auch ohne Hebergabe zu Lebzeiten nach oem Dod des Besitzers diese Regelung freiwillig von den Erben getroffen. Wenn auch die Teilung der Grundstücke an sich möglich ist, und wenigstens in gewissem Umfang geschieht, so ist doch die Hofraite unteilbar. Ter Guts- übernehmer beginnt seinen Betrieb mit neuen Lasten und Schulden, denen meist noch alte Schulden des Vorgängers hinzukommen. Er wird bei der schwierigen Lage der Landwirtschaft oft nicht im stände sein, die Wirtschaft gedeihlich weiterzuführen, zumal wenn er auch noch Betriebskapitalien zu einer besseren und intensiveren Gestaltung des Betriebes nötig hat. Ist sonach sein Besitz bis an die Grenze bereits beliehen, und gelangt er nicht durch Heirat vielleicht zu barem Geld, so gerät er in Verlegenheit und Gefahr. Da ist es denn ein großer Segen, wenn ihm eine Lebensversicherungssumme zufällt, durch die bestehende Schulden beseitigt toerben oder Betriebskapitalien beschafft werden können. Wir haben dabei zwei Arten der Versicherung zu unterscheiden: die gewöhnliche Lebensversicherung und die sog. abgekürzte oder alternative Lebensversicherung. Bei jener ist die Versicherungssumme beim Tode des Versicherten oder Erreichung des 90. Lebensjahres fällig und es sind bis zu diesem Zeitpunkt jährliche Prämien
zu entrichten, wobei allerdings noch vereinbart werden kann, daß von einem bestimmten Lebensalter ab die Zahlung der Prämie aufhört. Bei der alternativen Versicherung ist die Versicherungssumme fällig bei Erreichung eines im Vertrag bestimmten Lebensalters oder bei früherem Todesfall. Die letztere Art verdient entschieden den Vorzug. Ein großes Hindernis für das Gedeihen landwirtschaftlicher Betriebe liegt in der sog. Verschuldung derselben. Die Frage, wie dem abzuhelfen und eine zweckmäßige Kreditgewährung einzurichten sei, steht deshalb auf der Tagesordnung der praktischen Volkswirtschaft. Man hat darauf hingewiesen, daß eine regelmäßige und raschere Tilgung der Hypothekenschulden notwendig sei und zwar womöglich innerhalb der normalen Besitzzeit eines Landwirts von 25 bis 40 Jahren. Diese, einen unkündbaren Kredit verlangende Reform der Amortisationsdarlehen kann mit Hilfe von staatlichen Kreditkassen eingeführt werden. In ähnlicher Weise kann aber auch die erwähnte alternative Lebensversicherung wirken; indem der Grundbesitzer die bei Hebernahme eingegangenen Schuldverpflichtungen im 55., 60. oder 65. Lebensjahre durch die ihm zufallende Versicherungssumme ganz ober teilweise deckt. Er überläßt dann das Gut unter vorteilhafteren Umständen seinem Nachfolger. Diese Art der Versicherung ist zwar etwas teurer, indem eine Zusatzprämie erhoben wird, ist aber überall in den Vordergrund gekommen wegen der augenfälligen Vorteile. Wie angenehm ist ferner die Lage des Auszügers, der noch ein gewisses Kapital in Händen hat; er ist dann nicht, wie leider so mancher, feinem Besitznach^ folger zur Last.
Was nun die Aufbringung der Jahresprämie betrifft, so ist sie dem größeren Landwirt, also abgesehen von den kleineren Betrieben, fast immer bei genügenden Gewissenhaftigkeit möglich Es ist ja richtig, baß ber land- wirtschaftliche Betrieb mit steigenden Lasten zu thun hat, bie besonbers bei ungünstigen Jahren schwer zu erschwingen sinb. Doch ist bie Lebensversicherung so wichtig unb vorteilhaft, daß sie ausgenommen werden muß. Der Bauer muß von vornherein mit dieser Ausgabe im Betrieb! rechnen; es wird ein wohlthätiger Sparzwang begründet. Dadurch unterscheidet die Versicherung sich wesentlich von dem gewöhnlichen Ansammeln eines Kapitals bei einer Sparkasse oder dergleichen, außerdem aber gewährt sie die Möglichkeit eines sehr bedeutenden Gewinns im Falle frühen Todes des Versicherten. Die Rentabilität ist im Falle des Erlebens des betreffenden Lebensalters (55.) meist bei den guten Versicherungsgesellschaften 3 Prozent. Nach Art. 19, 7 des Einkommensteuergesetzes sind überdies Versicherungsprämien bis zu 400 Mark jährlich steuerfrei; sie werden am Einkommen abgezogen; der Vermögenssteuer unterliegt der Anspruch aus Lebensversicherung mit dem Rückkaufswert, event. zwei Drittel der eingezahlten Prämiensumme, Die vorbesprochene Versicherung kann danach jedem Landwirt nur warm empfohlen werden.
Ich komme zu der Frage, bei welcher Gesellschaft die Versicherung genommen werden soll. Es ist klar, daß man dabei diejenige wählen muß, die eine große Sicherheit unb Solidität bietet, vorteilhafte Leistungen und billige Prämien hat. Es giebt zweierlei Anstalten, solche auf Aktien und solche auf Gegenseitigkeit. Bei jenen kommt der Jahresgewinn lediglich den Aktionären zu gute; bei diesen dagegen allen Versicherten. Nun hat, ähnlich wie ber Generalver- banb länblicher Genossenschaften in Neuwieb (Raiffeisen),
Feuilleton.
(Nachdruck verboten.)
Plaudereien aus der Kaiserstadt.
Zum bevorstehenden Milchkriege. — Markthallennot. — Ein neuer Bilse. — Thealerschan.
Es wird wirklich Ernst in Berlin. Das ganze Rindvieh, viele Meilen im Umlreife, ist mobil gemacht; bie neuen Blech- liBinen blitzen wie blanke Waffen und die Bäbies'gewöhnen sich an Hafermehl und andere schöne Surrogate. Ter Hausherr trinkt seinen Kaffee zur Probe einmal schwarz und die ssafetiers machen Heberschläge, um event. Preissteigerungen bei diesem Kampfe durchzusetzen. Vielleicht wird eine „verkehrte Berliner" auf eine Weile überhaupt gestrichen werden; denn woher nehmen und nicht stehlen? Die „verkehrte Berliner" ist nämlich eine Tasse Milch und ein Milcht- lösfchen voll Kaffee dazu. Ter schnell gebildete Milchring droht allen Ernstes, 300 eigene Verkaufsstellen zu errichten, wenn die Händler den geforderten Mehrpreis nicht be- roi lügen, und direkt an die Konsumenten zu verkaufen. -Tie Stimmung unserer Hausfrauen ist allerdings gegen Den Ring; aber wenn sie am Liter nachher 5 Pfennige sparen formen, lassen sie den alten Lieferanten vielleicht doch im Stich. Jedenfalls wird es nicht leicht sein, gegen die ststeingeführten, höchst bewährten großen Geschäfte, wie Üo-lle, „Schweizerhof" re., aufzukommen. Erhält man doch Dom letzterer Anstalt sein tägliches Quantum in Hellen, plom- biecten Glasflaschen in bie Küche geliefert. Eine Verwässer- un 3 durch den Boten, eine Verunreinigung durch Straßen- Itob re. ist also vollständig ausgeschlossen. Unb bei den Fo rtschritten der Konservierungskunst und den billigen Be- Merungssätzen wird man nach einer kleinen Kalamität Dom wenigen Tagen den gesperrten Bedarf aus ferneren te-iirfen mehr wie genügend decken können. Es ist also Möglich, baß die unternehmungslustigen Landwirte ganz gehörig zubuttern unb vielleicht sogar „in bie Käse ge- Een". Aber auch darauf sind sie eingerichtet, das täglich übmgbleibenbe Quantum soll in ber eigenen großen Molkerei Drcmpt v? " beitet werben. Glück zu.' Wenn die hier nicht Mde oi-.pii gesäten Panscher rind Planscher mit ihrer blauen
Brühe etliche Liter weniger verkaufen, brauchen sie nicht mehr so arg zu verlängern. Unb das wäre doch schließlich auch ein Erfolg.
Wie bie Milchhändler so sind auch die Markthallenverkäufer in Bedrängnis. Ihre Konkurrenz ist der Straßenhandel, der sich dicht vor den Pforten der Hallen aufgethan hat unb merklich Machst. Dazu jammern sie über zu große Kälte in den Wintermonden, schlechte Ventilation im Sommer unb den mangelnden Komfort. Während man in hundert anderen Städten die Markthallen, wie sie Berlin hat, als ein Ziel, aufs innigste zu wünschen, betrachtet, gelten sie t?en Berliner Geschäftsleuten als veraltet und durchaus ungenügend in ihren Einrichtungen. „Den einen fin Uhl is den andern sin Nachtigall!" Aber das soll gelten: wer nicht einen gründlichen Stockschnupfen hat, thut wirklich besser, in den .Hundstagen seine Spaziergänge nicht just in den Markthallen zu absolvieren. Selb stin den Blumenständen wird einem des Lebens ungemischte Freude nicht zu teil. Ob sich der Magistrat dazu entschließt, den Petenten, die eine ganz erhebliche Platzmiete zahlen müssen, den Willen zu thun und umzubauen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist der Leiter der städtischen Bauten, Ludwig Hoffmann, dessen Architektur-Ausstellung am Lehrter Bahnhof allgemein die höchste, wenn auch nicht die allerhöchste, Befriedigung erweckt hat, eine geeignete Kraft, diese Hallen gefälliger unb praktischer zu gestalten. Die versagte „große" goldene Medaille wird ihm freilich dafür auch nicht werden. Aber Schlüter hätte sie seinerzeit auch nicht bekommen!
Für das weibliche Berlin, soweit es in den heiratsfähigen Semestern ist, aber noch gänzlich unverlobt und einspännig durch das irdische Jammerthal wandelt, hat sich In diesen Tagen ein neues Konzert-Hnternehmen aufgethan, das alle Aussichten hat, die lange herrenlos gewesene Erbschaft des alten Bilse anzutreten, an dessen Konzert- Abenden, zumal Donnerstags, bekanntlich unzählige Ehen gestiftet worden sind. Ein leerer Stuhl an dem Tisch, wo Vater, Mutter unb bie Töchterchen, die holden, sitzen, eine kühne Attacke, freundliches Gewähren, etliche originelle Wetterbetrachtungen und die Bekanntschaft ist gemacht! Freilich, nicht jeder der Jünglinge, die auf einen solchen §lnhl zusteuern, läßt sich in Hymens Fesseln schmieden. Es
giebt in Berlin Junggesellen, die zäher sind als ein Kaut- schuck-Beefsteak und selbst bei einem Sonntags-Diner von sechs Gängen mit ätzendem Mosel und Freiburger Sekt nicht warm werden. Aber das sind doch Ausnahmen. Tie erwähnten Konzerte finden am Alexanderplatz im „Neuen Konzert Haus" statt, und der Name des Dirigenten bürgt dafür, daß man ganz zweifellos eine fesche Musik zu hören bekommen wird. Es ist Julius Einödshofer, den bekannte Wiener Komponist und Kapellmeister, dessen flotte Walzerweisen so oft durch die festlichen Räume des „Me- tropol-Theaters" geklungen sind und von dort aus ihren Weg durch die Welt gemacht haben. Der Fremde, der Berlin besucht und nicht mehr ins Theater kann oder mag, wirb in diesen im besten Sinne populären Konzerten eine angenehme Abwechselung begrüßen. In ben Theatern sind mittlerweile bie ersten Siege errungen. Max Halbes „HausRosen- Hagen" erfreut sich eines vollen Erfolges unter der Führung Neumann-Hofers im bewährten „Lessiugtheater", wenn auch die von ihm schon in ber „Jugenb" verwenbete Lösung burch einen ©dj-uft nur eine halbe Lösung ist. Aber diese Halbe-Lösung beeinträchtigt die intimen Stimmungsreize nicht, die des Dichters beste Seite auch) in diesem Drama sind. Im „Berliner Theater" brachte man „Die Goldgrube" ins Treffen. Es ist ein Schwank von dem inzwischen verstorbenen Kasseler Karl Laufs und feinem Kompagnon Jakobi. Die gute Laune des so früh dahin- geschiedenen Humoristen wirkt ansteckend im Hause. „Die Goldgrube" wird noch manchen Abend Heiterkeit erregen. Im „Residenz-Theater" endlich spielt der virtuose Richard Alexander in dem französischen „Doppelgänger", Herrn Anatole Barisart, der Erfinder der Barisart-Oefen, uns seinen Doppelgänger, den er Erfunden hat, um seine „Suiten" ber Gattin gegenüber zu Verbecken. Die blöbsinnig tollen Situationen, bie baburch entstehen, bis der unverschämteste aller Schwerenöter endlich entlarvt wird, sind nur durch die famose Verkörperung dieses auf derartige Rollen eingeschworenen Komikers verdaulich. Man könnte sich krank und wieder gesund lachen. Selbstverständlich wurde nachher weidlich geschimpft über den unglaublichen Blödsinn. Die tollnen Lacher werden immer die strengsten Richter. Das ist : cht anders in der Welt. A. R-


