Bf. 8.20, wewtl. 76 m<t ; bnn
Ä6*«kgel** Dkvtdj
Bk. 1.90, eweatl. 66
151. Jahrgang
Nr. 203
Zweites Blatt
Donnerstag 29. August 1901
«u»wäne so Wo-
K»
70. Geburtstag begeht.
Osn ab rück, 27. Aug.
hw.(b:
Augch
ii, Schi5'
FruMeton.
aus
* tt.n a + lai>o.
I!
.1)1 .11
-u,l
•»I ■Uli .18, • II!
lerholung ä« Festes Kapelle- - Tanib»
Mr. 8.00 »6nt
Q6r Bank ‘ ■ St?«*
«dreffk für Depefchs«-. Anzeiger Gietze». FkrnsprechanschlutzKe.SlL
wird getanzt- Ein „Ueberüberbrettl", für dessen Besuch ein besonderes Eintrittsgeld erhoben wird, wird für die Befriedigung „höherer" Kunstgenüsse sorgen, eine moderne Restauration und Büffetts werden Erfrischungen aller Art darbieten. Am zweiten, dritten und vierten Tage finden dieselben Veranstaltungen statt mit Ausnahme des Kostümfestes, der Lenkwalsenthüllung und der Tombola. Auch eine „Ueber-Festzeitung" und ein „Ueber-Katalog" mit reichen litterarischen Beiträgen werden herausgegeben werden. Man sieht, auch ein überreiches Programm ist für
n Trachten (kein K«tb baden. — Tombob. - >t — Jahrmarkt.
HeDss
Freitagabn-
Singst"
eprirf
das Fest aufgestellt worden!
Die Feier zur Ehrung Wilhelm Raabes am 8. September vollzieht sich in Braunschweig folgendermaßen : Im Altstadtrathause findet um 11 Uhr morgens ein Festakt statt, bei dem Adolf Stern aus Dresden die Rede hält. Dann halten kurze Ansprachen an Raabe ein Minister, der eine Ehrung des Regenten überbringt, ferner der Oberbürgermeister von Braunschweig, der ihm das Ehrcnbürger-Tiplom überreicht. Auch Eschershausen, die Geburtsstadt des berühmten Schriftstellers, ernennt Raabe zum Ehrenbürger. Von zwei Universitäten kommen Abgesandte, die Raabe das Diplom als Do ctor honoris causa übergeben. Es erscheinen weiter noch der Rektor der Technischen Hochschule in Braunschweig und Abgesandte üoit verschiedenen Korporationen. Ein Festmahl findet um 5 Uhr im Wilhelmsgarten statt. Tie Stammgesellschaft „Feuchter Pinsel", in der der Dichter seit langen Jahren verkehrt, feiert den Geburtstag ihres Genossen schon am 6. September mit einem gemütlichen Abendessen, bei dem alle Mitglieder in Eharakterkostümen als Personen Raabes Werken erscheinen.
Die Erfolge der Lungenheilstätten, -ras kaiserliche Gesundheitsamt hat dem Tuberkulose-Kongreß eine Statistik über mehr als 6000 Kranke vorgelegt, welche von Anfang 1899 bis Mai 1900 in deutschen Lungenheilstätten behandelt wurden. Tie Statistik führt zu dem erfreulichen
ent.
und sensationeller
I»,
n V'S stst' $‘i>
trum zum ersten Male in nicht öffentlicher Verhandlung angeschnitten, und auch im vorigen Jahre in Bonn erörtert. Dr. Bachem führte im wesentlichen solgendes aus: Die Paritätsbemegung, in die »vir Katholiken eingetreten sind, nachdem der schlimmste Kulturkampf beendet war, die uns sichern soll vor weitern Kulturkämpfen, hat uns von unfern Gegnern bald den Einwand gebracht: Was wollt ihr Katholiken? Ihr erkennt doch an, daß ihr auf allen modernen Gebieten rückständig seid. Noch kürzlich hat ein großes Blatt, ein liberales natürlich, über die Rückständigkeit der Katholiken auf wirtschaftlichem Gebiete geschrieben. Nun wohl, was haben wir zu antworten? Zeigt mir der Freund, was ich kann, lehrt mich der Feind, was ich soll. _ Vom Feinde müssen wir lernen. Nehmen wir den Kampf auf, zeigen wir, daß wir nicht rückständig sind und wir dort, wo Rückständigkeit vorliegt, sie besiegen Einen Einwand können wir sofort unfern Gegnern machen. Alle Leute, die da leitartikeln, hüten sich wohl, ihre Untersuchungen auszudehnen auf dieMückständigkeit der Protestanten gegenüber den Juden. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn Reick>- tum das Kriterium ist, ob eine Religion die wahre, ob eine Weltauffassung die richtige ist, dann ist es nicht das Christentum, dann ist es nicht der moderne Liberalismus, dann ist es der nactte Mammonismus, dann sind es die Leute, die das Zuchthaus mit dem Aermel streifen, wenn sie nur ihren Geldsack füllen dürfen. (Stürmischer Beifall.) Wenn man aber bei den Vorhaltungen der Gegner die Lage prüft, so findet man, daß auf vielen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens der katholische Volks teil nicht die Stellung einnimmt, die ihm gebührt. Christus hat gesagt: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. (Heiterkeit.) Sie müssen uns erinnern an das Gleichnis von den Talenten. Wir müssen uns fragen, ob nicht in unseren Reihen Talente schlummern, ob uns nicht Umstände dazu geführt haben, Fehler zu machen. Ms Christen müssen wir uns vorausschicken : Wir streben nicht nach! Geld und Gut zum Lebensgenuß, sondern um höhere Interessen zu erfüllen. Der Redner geht jetzt näher ein auf die Kulturarbeit der katholischen Missionare im Auslande und bemerkt dabei: Noch ragten jüngst auf den Mauern vo n Peking jene herrlichen Instrumente, die von Jesuiten dort aufgerichtet worden sind. Es scheint ja wahr zu sein, daß sie fortgenommen, daß s te nach Deutschland ei ritz e fü h r t wurden. Eine merkwürdige Erscheinung: „Ein echter deutscher Mann kann keine Jesuiten leiden, doch seine Instrumente hat er gern." (Strümische Heiterkeit und Beifall.) Ich meine, aucy von dieser Stelle sollen wir Protest einlegen gegen diese Beraubun g, die eines Kulturvolkes nicht würdig ist. Was auf der großen Mauer in Peking ein Kulturwert ist, ist in einem Berliner Museum höchstens eine Kuriosität. Wenn man die Instrumente der Jesuiten einführt, dann soll man die Jesuiten lieber selber hereinlassen. (Stürmischer Beifall.) Doch zurück zu unserm Thema. Der Redner empfiehlt tüchtige Durchbildung der jungen Kaufleute und Techniker, vermehrte Pflege der Realien durch die Katholiken und tritt dringend für den Besuch unserer Handelshochschulen ein. Das große Problem sür die Katholiken in unsern Tagen des wirtschaftlichen Lebens ist Fortschreiten auch auf den Gebieten des Handels und der Industrie. Bestrebt, die Güter dieser Welt uns unterthan zu machen, dürfen wir dabei nicht vergessen, daß wir nach diesen Gütern streben sollen nicht um unserer selbst, sondern um höherer Interessen willen. Wenn dieser Geist wieder rege wird, dann wird unser wirtschaftliches Leben immer mehr vor Schattenseiten bewahrt bleiben, wie wir sie gerade in den letzten Tagen beobachten konnten, Schattenseiten, herbeigeführt durch die auri sacra fames. Wenn wir diese Schattenseiten unseres wirtschaftlichen Lebens vermeiden wollen, muß unser wirtschaftliches Leben
estouants.
sie sonst. Für d. ; anf: Familien-Ste- , ;aMe und an der Fe» . I. September) 1 Mk '- 1 ber) 50 Pfg- *-■ „ilipnkarten mcbi stu
Die zweite geschlosjene General-Versammlung wurde unter oem Vorsitze des ersten Vizepräsidenten Frhrn. v. Thünefeld abgehalten. Der Vorsitzende des Ausschusses für Missionen, Vereinswesen, Aeußeres und Formalien, Graf Draschma, erstattete den Bericht über die Beratungen dieses Ausschusses, wonach die noch unerledigten Anträge der Generalversammlung zur Annahme empfohlen werden. Nach Begründung der Anträge durch die Antragsteller und nach eingehender Diskussion beschloß die Generalversammlung gemäß den Vorschlägen des Ausschusses, nur mit der Abweichung, daß ein Antrag durch Annahme eines anderen für erledigt erklärt wurde.
Heute vormittag 10 Uhr fand eine Versammlung des Volksvereins für das katholische Deutsch land statt. Extrazüge brachten Tausende von Festteilnehmern aus den näher gelegenen, vornehmlich katholisch bevölkerten Gegenden. Der Andrang war so gewaltig, daß Parallel-Ber- sammlungen abgebalten werden mußten. Die Namen der Parlomentsmitglieoer Dr. Lieber, Dr. Bachem, Gröber und des Bischofs Dr. Voß prangten auf der Rednerliste. Als Dr. Lieber die Rednertribüne bestieg, wurde er mit anhaltendem Jubel begrüßt. Zum Schlussse seiner Rede warf e rdie Frage nach den Nachfolgern in der Zentrumspartei auf und sagte: Es werden sich immer Ersatzmänner finden, welche die unseren Händen entsunkene Fahne aufnehmen und siegreich weitertragen. Was sollen wir thun? werden wir gefragt. Was wir thun sollen, ist sonnenklar. Mutig voran die Jugend; der Feind, und wenn er noch so mäcktig erscheint, ist bereits im Weichen. Das neue Jahrhundert gehört nicht ihm, es gehört und muß gehören Christus und seinem Stellvertreter in der katholischen Kirche. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Weil wir diese Ueberzeugung in der Brust tragen, darum thun wir, was wir können für den Ausgang. Und darum nochmals: Mutig voran! Der Feind weicht schon.
Ter Vorsitzende Fabrikbesitzer Brandts schloß die Versammlung mit einem Hoch auf den Papst und den Kaiser.
Auf das an den Kaiser gerichtete Telegramm ist folgendes Antwort - Telegramm eingegangen: „Majestät lassen der dort tagenden Versammlung der Katholiken Deutschlands sür den Ausdruck der Teilnahme an dem schweren Verluste und für das Gelöbnis der Treue und Ergebenheit bestens danken, v. Lucanus".
Auf das Huldigungstelegramm an den Papst ist nachfolgendes Antwort-Telegramm durch Rampolla übermittelt worden: „Der heilige Vater nahm den Ausdruck der Ergebenheit der Katholiken, die gegenwärtig dort versammelt
48. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands.
n.
Osnabrück, 26. Aug.
Er st e öffentliche Versammlung.
Der Präsident Abg. Trimborn- Köln eröffnete.heute abend die erste öffentliche Versammlung mit einer längeren Ansprache, in der er bei der Darlegung der Aufgaben des Katholikentages anch den „neuen Külturkampf" berührte. Trimborn sagte hierüber: „Wir tagen im Geiste der l'icbe gegen die Nächsten, der Achtung gegen die Andersgesinnten. Daher werden wir den konfessionellen Frieden niemals stören. Dabei behalten notwendige Feststellungen und etwa erforderliche berechtigte 'Abwehr ihr volles Recht. Mmn wir uns über etwas klar sind, dann ist es das, bdf$ unserm lieben Vaterlande neben dem sozialen Frieden nichts notwendiger ist als die Erhaltung des konfessionellen Friedens. (Stürmischer Beifall.) Ueberschauen wir die 2v-ge der Katholiken Deutschlands, so müssen wir zu unserer Betrübnis feststellen, daß neue Sturmwolken am Horizont sichtbar sind, die immer drohender sich ansehen. Ein neuer Kulturkampf, es ist schmerzlich zu sagen, es Mli.ß aber gesagt werden — scheint im Anzuge. Es droht kein amtlicher .Kulturkampf, es drohen keine neuen Mai- ge|»etze, es droht in Deutschland eine Agitation nach Art d» c Los - von - Rom - Bewegung Eine gewisse Propaganda id)rint zu einem gewaltigen Sturm auszuholen, und in der Agitation gewisser politischer gegnerischer Parteien entdeck en wir immer mehr zu unserm großen Schmerz, daß die Gegnerschaft gegenüber der Kirche sich in den Vorder- gni nd drängt. Man sucht die Diener der Kirche lächerlich M machen, man sucht bei den Katholiken Mißtrauen oder Widerwillen gegen die Kircye zu erregen, man sucht die For derungen des kirchlichen Lebens als unvereinbar mit der Forderungen des modernen Kulturlebens hinzustellen. Bei den Mitteln der Abwehr isr Apologetik in großem Stile (irr annt worden in der Öffentlichkeit, in der Presse und ni den Versammlungen. Bei dieser Lage hat das vor- bru itende Momite mehrere apologetische Vorträge vorge- ieljrn. Bei diesem drohenden Kulturkampf ist die größte G 'vchr, daß die Einigkeit unter uns ins Schwanken gerät. Tich'e muß gewahrt werden, da muß ein Ausgleich der Hnieressen gesucht werden.
Auch der Bischof von Osnabrück, der nach dem Pi c jidenten die Versammlung begrüßte, streifte dieses ibtma: „Unsere Zeit ist eine Zeit des Kampfes gegen die Kirche. Wir wundern uns nicht darüber. Der Kampf gegLN die Kirche ist so alt wie die Kirche selbst, aber portae inft ri non praevalcbunt". Der Bischof versicherte unter stürmischem Beifall den Abgeordneten des Zentrums: „Wir suchen hinter euch, wir verlassen euch uich(t, ihr könnt euch stets und fest auf uns verlassen".
Die erste offizielle Red * galt dem Andenken Windt- horijls, dessen Leben und Thätigkeit mit Osnabrück eng verlumpst war. Abg. Dr. Por s ch ein älter Freund und Vcr- chrkr des großen Zentrumsführer, gab ein Lebensbild von ihm. Dabei bezeichnete er die Gegner Windthorsts ak 'Meute und Hasser um des Hasses willen.
Prälat Dr. Baumgarten- München behandelte die ftaiqe der äußern Mission und entwickelte geschichtlich die Tä tigkeit der katholischen Kirche, allen Völkern das Evan- geliuim zu predigen.
Tie Schlußrede hielt Abg. Dr. Bache m über das Henna: „Ter Katholik und die moderne Zeit mit ihren Äufnorderungen auf praktischem Gebiet, besonders auf den wbiietcn des Handels, der Industrie und der Technik." Aeste Frage, die mit der Parität im Zusammenhang steht, mbe 1898 auf dem Katholikentage in Krefeld vom Zen-
Ergebnis, daß von den im ersten Stadium der Krankheit in Anstalten aufgenommenen Kranken 95 v. H. geheilt oder bedeutend gebessert entlassen werden konnten. Aber auch von den in den letzten Stadien der Krankheit in Behandlung Gekommenen konnten noch 71 v. H. als geheilt oder gebessert entlassen werden.
Ein neues Mittel gegen Lungen sch wind- s u cht. Man schreibt uns: Dr. Hoff, Pros. v. Stefsella u. a. Mediziner besprechen in der medizinischen Fachpresse Die Entdeckung des Dr. med. F. Schmey in Beuthen, _ dis Zimmtsäure in Verbindung mit Alkohol zur Bekämpfung der Krankheit zu verwenden. Es war wohl auch dem Laien bekannt, daß man Lungenkranken Alkohol reichte und dieser Einfluß auf die Entwickelung der Krankheit hatte, lwch wurden nennenswerte Resultate hiermit nicht erzielt, dagegen fand man, daß die im Perubalsam enthaltene Zimmt- fäure die Weiterentwickelung der Krankheit verhindere, und so hat man diesen Perubalsam, der allein für sich widerlich schmeckt, mit Alkohol verbunden, und einen sogenannten Peru-Kognak geschaffen. Die Versuche sind bereits abgeschlossen und günstig ausgefallen, m der Fachpresse besprochen Selbstverständlich handelt es sich immer um An- fangsstadieri ober noch nicht sehr vorgeschrittene Fälle.
Wahlspruch der Münchener „Ingen d". Zu ihrer am 1. Oktober ds. Js. erscheinenden BOOften Wochen- nummer hat die Münchener „Jugend" im engsten Freundeskreise ein Ausschreiben eigentümlicher Art erlassen: es handelt sich um einen, die Tendenz und die künstlerische wie litterarische Bedeutung der Zeitschrift treffend bezeichnenden poetischen Wahlspruch. Einstimmig ist nun das schöne Wort Goethes erkoren worden, in welchem sich ebenso die Lebensweisheit des Alten, wie der Frohmut des Jungen spiegelt:
„Jugend ist Trunkenheit ohne Wein! Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend, So ist es wundervolle Tugend."
Kitteratur, Wissenschaft und Kunst.
E i ii „Ueberdokument" deutscher Kun ft. Bezüglich der am 31. August, 1., 2. und 8. September auf ilent Ausstellungsterrain der Künstlerkolonie i n la nm stad t auf der Mathildenhöhe geplanten Festlich- ibiien, über die in dem heutigen Anzeigeteil nähere Mit- mängen zu finden sind, können wir zur Orientierung noch sichendes hinzufügen: Den Mittelpunkt der originellen Ver- mimltung, deren Idee in den Köpfen der Künstler ent- Miingen ist, an deren Ausführung sich aber Die weitesten Öictjie der Stadt beteiligen, bildet das „Ueberdokument", 8t- Parodistische Ausstellu n g, der bekanntlich ur- ipü-nglich der Gedanke zu Grunde liegt, die Ausstellung der M sitlerkolonie zu parodieren und zwar nach den >?ritiken ttri Lresse, also eine Ausstellung im Lichte der Presse zu llmmstalten. Diese Idee ist inzwischen erweitert worden, mm auch der Gedanke einer parodistischen Sonder-Aus- Wuiig in der Ausstellung als Grundgedanke beibehalten torön'ii ist. An dieses „Ueberdokument" schließen sich eine Ihne: weiterer Veranstaltungen an. Am ersten Tage findet -"i° großes Kostümfest statt, bei dem die Damen und Herren n iwodernen Kostümen erscheinen werden, obwohl kein Mrinzwang vorgeschrieben ist. Tas Fest beginnt mit einer > Mifninngsfeier (Aufführung des Festspiels, einer Parodie i n Zestspiels bei der Eröffnungsfeier der Künstlerkolonie) 1HI13 Uhr nachmittags, woran sich eine Tenkmalsenthüllung > - Alließl; auf dem Ausstellungsplatz wird für Unterhaltung cÜlcr Art reichlich gesorgt sein, es sind vorgesehen eine - ^oiiibrola, Schießbude, Sektbude, Blumenstand, eine Post- 1 nntw und Fächerbude, die voraussichtlich größtenteils von 9Mnem bedient werden, ferner das Aufsteigen eines lenk- titoren Luftballons, Feuerwerk und Konzert. Gegen Abend
1
'66g
»ft® Hit bt8 ’Vä
'Tt6$anb&?
o , , »!■
• i 5ro.
auch wieder durchtränkt werden von wahrem christlichen Geiste. Ein gewisser Wagemut, gepaart mit Besonnenheit, gehört dazu In vielen Kreisen herrscht heute Blasiertheit. War es immer wie jetzt? Vor hundert Jahren fiel das Wort: Ich kann das Geschlecht nicht begreifen, nur das Alter ist jung, und die Jugend ist alt. Das ist die Charakterisierung vieler Kreise von heute. Die Jugend, die nichts weiß als radeln, photographieren und Skatspielern, ist eine Jugend, die schon alt ist. Woher diese Schattenseiten? In dem Streben nach G.ld und Gut ist der sittliche Boden verloren worden. Es muß Sache der katholischen Kaufleute und Techniker sein, diesen Boden wiederzugewinnen. Es handelt sich um einen Emanzipationskampf des katholiscl)en Volkes auf allen diesen Gebieten. Gelingt es uns, in diesem Kampf zu siegen, dann wird es besser auf allen Gebieten, dann wird es sogar erträglich werden.
Am Schlüsse dieser Sitzung feierte Präsident Trimborn den Abg. Frhrn. v. Heereman, den Ersten Vizepräsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses, der heute seinen
IGietzenerAnzeiger
" General-Anzeiger °
R Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen


