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29.8.1901 Erstes Blatt
 
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Erste- Blatt

151. Jahrgang

Donnerstag 29. August 1901

Amtlicher Feil.

avgehalten werden. Es ksmmen nur die zum Herdbuch an» Betörten Tiere des Zuchtvereins in Betracht. Bullen müssen

betr.

Mk.

2.

Für

tim

1. Preis

90

Mk.

90

Mk.

100 Mk.

50 Mk.

Zwei 2.

Zwei 3.

40 Mk.

25

15 M

25 Mk.

45

30

30 Mk.

40 Mk.

20

®ia Eaa tim

Außerdem können im Ganzen noch 10 Anerkennungen mit A 5 Mk. Auf- »umterungsprämie vergeben werden

Für sorgfältige Führung der Spcungregister (Verabreichung und «tiiöfüllung der Sprungscheine) an die SMenhalter werden ausgesetzt: tim 1. Preis tiri 2

Preise A 20 Mk. » i 10 M

80

Kühe mit höchstens 2 Kälbern.

Drei 2. Preise A 15 Mk.

Drei 3. A 10

1. Preis

2.

3. M

nit 9?a^nring versehen sein. Ich lade die berechtigten Vieh uesttzer zur Beschickung ein und ersuche sie, möglichst früh uor der Schau, an die Großh. Bürgermeisterei Oberhörgern ®ie aufzutreibenden Tiere nach Gattung und Herdbuchnummer «nzumelden. ES ist durchaus nötig, daß alle DereinSmitglieder uyr angekörtes Vieh zur Schau bringen. Die PrämiierungS- frdnung gebe ich nachstehend bekannt. Die Großh. Bürger- Ju Ur«en bcr oben genannten Orte bitte ich, die tliehbefitzer zu belehren.

Gießen, den 26. August 1901.

Der Direktor des landw. BezirkSvereiuS.

v. Bechtold.

Bekanntmachung.

Am Donnerstag den 12. September d. IS.,vorm. 10 Uhr, Wirb eine Ortsschau für den Simmenthaler Zucht, verein Oberhörgern und zwar für die Orte Ober Ärgern, Holzheim, Eberstadt, Lich und Albach

' oer via Clausewitz I bevor er es gelesen hat, weil die Urteilsbegründung noch 'Norts iHTucfYnPUtvn w,'"(in ' nicht fertiggestellt werden konnte. Verneint das Revisions- gericht die Frage einer Gesetzesverletzung, so bleibt es bei dem Urteil, und nur die Gnade des obersten Kriegs­herrn kann die Strafe mildern. DieKreuzztg." schreibt dies und erhebt zugleich Verwahrung gegen die Auffassung daß etwa bei einem neuen Prozeß die öffentliche Meinung

dienst in der That zu beanspruchen sein, insofern, als die aHieihge Erörterung des Urteils eine ganze Anzahl von Momenten zutage gefördert hat, die in einer neuen Verhandlung nicht übersehen werden können.

Es steht nunmehr fest, daß die Abreise des fran-, z o s 11 ch e n B o t s ch a f t e r s Co nstans von Konstan- ^^,opel keineswegs als eüft gewöhnlicher Urlaub und - a($ ei=ne Dienstreise zu persönlicher Berrcht- erslattung in Paris aufgefaßt werden kann. Constans hat

I^Vrprl ^ocht^e, ivelche die Friedenspolitik des ReicksB- lÄrlrtmS unb cxrncm Kriege mit Rußland dränge. ^,ie Erörterungen, welche sich in der Presse hieran knüpften Leben dem Grafen Waldersee damals Veranlassung^ aus Drontherm in Norwegen, wo er sich in Bealeituna des m?!?? h i>L'ffc dtordlandsreise befand, in denHamb. Nachr. zu dementieren, daß er dein Mai)er eine Denkschrift Abgelegt habe, lIX geraten sei, aus Anlaß der russischem 5ufammenUn9en Jhlßlanb mit ciner Kriegserklärung zuvor-,

3mReichsboten" erörtert ein militärischer Ge­währsmann die Möglichkeit, o b M a r t e n d e n S ch u k auf den Rittmeister v. Kros igk abgegeben Pa b e n k o nn e, und kommt dabei zu einem negativen Ergebnisse. Er schreibt:

4. Kalbinnen, erkennbar tragend: Lm 1. Preis

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

rOe Gießener Kamillen- tätter werden dem An- Nutzer im Wechsel mirHeff. enbroirt und ^Blätter kr Hess. Volkskunde" vier- Aal wöchentlich beigelegt. *ee|me »en Vnietgen ta bet nachmittag, für ben Mlfenben lag erscheinende» gemmer di, vorm. 10 Uhr. NtbhGftellunaen fpdttpen, e><n6e dorher.

Netzaktien, Expedition und Druckerei: rchnlstratze 7.

M Prämiierungs-Ordnung

ptr die vom landwirtschaftlichen Provtuzialverein von Oberhefseu abzuhalteude« OrtSschaueu.

Ortsschauen finden nach Bedürfnis, jedoch nur in solchen v-'rten statt, wo vom Provinzialverein anerkannte Zucht vr-reimgungen bestehen. Der Preisbewerb erstreckt sich hierbei mw auf die angekörten bezw. anzukörenden Tiere der Zucht. Vereinigung des oder der Orte, für welche die Schau ab 1^! ,n, ®<e übrigen Bestimmungen der Allgemeinen

-MndviehschaU'Ordnung, soweit sie hierfür anwendbar sind, gäüen auch für die Ortsschauen.

ES werden folgende Preise ausgesetzt:

1. Für Bullen:

3. Für Kühe mit 3 und 4 Kälbern: tim 1. Preis 30 Mk.

Zwei 2. Preise A 20 Mk 40

Zwei 3. A 10 . . . 20 I

Lambsdorff so ziemlich von oben herab behandelt, und auch der soeben abberufene Vertreter Frankreichs am Goldenen Horn, Constans, glaubt, wie der Konflikt in der Quai-Abgelegenheit gezeigt hat, mit dem Sultan kurzen Prozeß machen zu können. ,

Man nennt die Habsburgische Monarchie denWächter" ^es Balkan, und mit Recht. Auch Rußland hat durch den ^^lchluß des 1897er Spezialabkommens die Befugnis Oester- reich-Ungarns anerkannt, dasBalkanfeuer" zu beaufsich­tigen. In der Sorge um die Aufrechterhaltung des Be­stehenden halten die Staatsmänner in Wien ihre Aus- gabe für erschöpft. Ter Minister des Auswärtigen, Graf Goluch owski, bezeichnete dies noch in seiner letzten! großen Telegationsrede im Mai ds. Js. als das aus- chließliche Programm der Regierung. Rußland faßt seine Wachterrolle anders auf. Es war mit solchem Erfolge bestrebt, seinen Einfluß in den Balkanstaaten zum vor I herrschenden zu machen, daß Oesterreich-Ungarn vollständig ins Hintertreffen geraten ift Der einzige, der stets zur habsburgischen Monarchie hielt, König Milan, ist tot Sein Sohn Alexander erwartet das Heil nur vom Zaren, der ihm bekanntlich die Ehre erwies, bei der Verheiratung mit! DragaMaschin als Trauzeuge zu fungieren. Fürst Nikita von Montenegro ist erklärter Russenfreund. Griechen­land kommt politisch kaum noch in Betracht, und Rumänien wird augenblicklich im russischen Interessebearbeitet". Moskowitrsche Agenten geben in Bukarest ein russisches Agi­tationsblatt heran, in dem u. a. keck behauptet wird Oesterreich-Ungarn wolle seine Hand auf Makedonien legen diese Unterstellung soll natürlich Mißtrauen gegen Oesherrei-Ungarn geweckt werden.

Alles in allem: scheinbar ist die Situation auf dem «allan unverändert, die inneren Verhältnisse haben aber eine Entwickelung genommen, die eine Veränderung auch äußerlich in nicht ferner Zeit erraten läßt. Der Umschwung durste zuerst in Bulgarien in die Erscheinung treten. Die plane des Fürsten Ferdinand, sein Land von der Türkei unabhängig zu machen, und sich die Königskrone aufs Haupt zu setzen, datieren ja nicht von heute und gestern und sind sicherlich schon in Petersburg Gegenstand wohl- rollender Erörterung gewesen. Deutschland, dem pan- slch)i)tsische Hetzblätter Absichten auf den Balkan nachsagen, rnrd durch die Onentfrage jedenfalls nicht in Mitleiden- kh<lst gezogen, tote es denn durchaus unbegründet ist I den Dreibund mit den Balkan-Angelegenheiten in Be­ziehungen zu bringen. Tas Wort des Fürsten Bismarck die Oricntfrage sei es nicht teert, bafj man ihretwegen bas Seien eines deutschen Soldaten, die Knochen eines pornmerschen Grenadiers aufs Spiel setze, besteht auch heute nocy zu Recht.

t. "?erJ^treter der Anklage ist der Ansicht, Marten habe im Affekt gehandelt. Ter Entschluß, den Rittmeister zu töten, wäre in ihm erst nach dem Genuß vielen Branntweins und itad) der Begegnung mit dem Dra­goner Stumbries, demselben Manne, den statt seiner der Erschossene das von ihm, Marten, schlecht gerittene Pferd Jatte besteigen lassen, ganz plötzlich erwacht. Aber woher hatte er dann das zu dem Schuß unbedingt erforderlid)e kalte Blut den ebenso fest wie sanft an der Abzugsstange stehenden Zeigesinger, das nicht einen Augenblick zuckende, den dichten Dunst der Reitbahn scharf durchdringende Auge nehmen sollen? Alle diese Voraussetzungen wären indessen auch nicht erfüllt worden, wenn die That lange vorher geplant worden wäre. Es kann doch nicht be­stritten werden, daß der Unteroffizier Marten stets für eine leicht erregbare Natur gegolten hat. Hätte nicht die unmittelbar vor der Ausführung des Plans genossene große Quantität Branntwein die ohnehin schon vor­handene innere Unruhe so sehr steigern müssen, daß er auf einen sichern Schuß gar nicht rechnen konnte? Uud) wenn mit Vorbedacht gehandelt, worden wäre, hätte ätler Voraussicht nach Marten des kalten Bluts, des festen Blicks, des sicher stehenden und abziehenden Zeige fingers ermangelt. Allerdings ist Unteroffizier Marten ein guter Schütze. Aber weil er dieser ist, wird ihm bekannt gewesen sein, daß auf solchen Schuß, wie er zugeschrieben worden ist, nur derjenige sich ernlassen kann, welck)er schon seit längerer Zeit fid> int geübt hat. Zu m letzten male hat er jedoch rnr Jahre 1.8 d 8 s cha r s geschossen, und sich beson- ders für diese Blutthat vorzubereiten, dürfte er keine Gelegenheit gehabt haben. Würde er hierdurch nicht unter allen Umständen den Verdacht auf sich gelenkt haben? Ganz davon zu schweigen, daß es dock) nicht ganz leicht gewesen iväre, die nötigen Pat r o n e n z ur Stelle zu bringen. Eine oder vielleicht and) zwei schaise P^ronen lassen sich wohl ohne weiteres beiseite schaffen, doch nicht so viele, als er zum Einschießen ge­braucht hatte. Ms guter Schütze hätte Marten auch nie und nimmermehr den Mantel angezogen, bevor er sich an ine grausige Thal begab. Der Vertreter der Anklage hat gemeint, er hätte ihm dazu dienen sollen, im ge­gebenen Augenblick die Mordwaffe zu verbergen. Wer ^ber einmal in dem langen, weiten preußischen Kavalle­rie-Mantel gesteckt hat, der weiß, wie schwerfällig er die ?.eiLbaß ein festes Einziehen des Karabiners in die Schulter kaum möglich ist. Sicher- lich hatte die Aussichtslosigkeit, in ihm einen erfolg­reichen Schuß zu thun, gründlich den Wunsch unterdrückt, «s^"elst seiner die Waffe jederzeit lästtgen, neugierigen -bUden zu entziehen. Wir betonen, nur die Vermutung, MB der Unteroffizier Marten vielleicht doch nicht das Teben des Rittmei)ters v. Krosigk auf dem Gewissen hat, wollen wir mit obigen Ausführungen unterstützen." »w?rd also u. a. auch, wie gestern von uns, die Schwierigkeit erwähnt, mit der für einen Unteroffizier bie Beiseite)chaffung von Patronen verknüpft ist. Darauf ist u. C. immer noch nicht genügendes Gewidst gelegt worden. Auch die übrigen obigen Ausführungen verdienen Beachtung, obwohl ja zuzugeben ist, daß für Fernstehende es mißlich bleibt, zu urteilen.

Es ist bemerkenswert, daß der frühere Staatsanwalt

20 Mk.

10 w

__30 Mk.

Summa 440 Mk.

Votitilche Tagesschau.

L. Ein Gerücht über die Kaiserin Friedrich a^auch die Oeffentlichkeit zu beschäftigen. So-

I Öer. manchmal offiziöseHamb. Korr." nimmt davon INotiz, indem er schreibt:.

I l?2!leik Irlich) gestanden, nicht, ob an dem

| vielgetuschelten Gerücht v)n einer Wie de r ve r m ä b l- ung der Kaiserin Friedrich etwas Wahres ist oder nicht,

I ^nn b'.rr es aus tausend inneren und äußeren Grün- den für absolut unglaubwürdig halten, so bracht das! andere nicht zu überzeugen. Aber wir glauben, gebildete und anständige Leute müßten sich darüber völlig einig fein, daß die Oeffentlichkeit eventuell nicht das geringste

I fAtbresse an dieser Sache und nidjt das geringste Recht I 7^*'. Aufklärung darüber zu verlangen. Es ist eine der leidigsten Gewohnheiten unserer Zeit, Interna des pri­vaten und Familienlebens an die Oeffentlichkeit zu ^rren,^ und es ist zwar traurig, aber begreiflich, daß oie häßlich lüsterne Neugier, die in dieser Gewohnheit zu! tage tritt auch an der Schwelle des stillen Witwensitzes Kronberg nicht 5Mt macht. Aber man überlasse diese Erbärmlichkeiten den Schichten, denen sie entsprungen siiid, und bedenke, daß 7.s eines wahrhaft gebildeten! unwürdig ist, zur Verbreitung derartigen Matsches beizutragen. Leider wird in dieser Beziehung Lkehlt? Was für unsinniges Zeug kann

®efunhß^2V,knsn bess-ren Kreisen z. B. über den und jetzige Geh. Kriegsrat Tr. Romen, der mit so energi-

t§ ft m? be5 Gaffers Horen?" schen Worten den Reid>sgerichtsrat a D. Stenglein, wegen

diese?'Zischeln und Tuscheln, dessen Kritik am ersten Prozeß,in bie Schranken" wies, ii?.unt> Tratschen, dieses Flüstern und Wispern annoch schweigt, obwohl gerade Romen, unleugbar ein ' ^omestitenart. ' scharfsinniger Jurist, am ersten das Zeug dazu hätte, den

Die . ^umpf gegen die öffentliche Meinung aufzunehmen. Die

ldersee dabe Uck, nl- Gras Aussichten der Revision sind nicht günstig. Ist dieVoss,

ldersee habe sich als ge- Ztg." recht berichtet, so muß der Verteidiger des zum

ay- rar!5 lassen, die l Tode verurteilten Unteroffizier Marten, um die Frist zur

GietzenerAnzeigerS

M General-Anzeiger » UMW

V JeUenprtis. lokal 11

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

. Das Valkanfeuer.

Die ostafiattsche Frage ist einstweilen abgethan, die 0ri»entfrage erscheint prompt von neuem. Es vergeht kein Un Kot-h ,<111^11 Cnn ~r.- r . l dun gen aus den Balkan- hnbern einlaufen. Man spricht bereits von einerbut=> dnre-nhp?nt.^5r<R/run^ bas ist jedenfalls insofern Bulgarien zur Zeit händelsüchtig auf- Atll. Fürst Ferdinand und die Reaieruna iu PSnfin « r X1 ?u L

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Wenpcwalt cntgegenzutr-ten Tatz König Fried-

^Awuktion von höherer Stelle tbun ist fs.1,- s- » u' ber nie F r ie d r ichi der Große geworden

Wtete Stelle teürbJ sichlLhl kaum auf e7n Lart.ael k'i ea M in i ste rs Al. machedu l det

imiserhin gefährliches Unternehmen einlassen wenn sie dE-ISiLÄ Waldersee habe Herrn v Hammerstein, dem ba--. V(|CUlllu>c ^ttmun«

den Wünschen Rußlands z u w i d e r h a n d e l t e -gen Chefrerrnkteiir der Kreuzztg.", Geld geliehen und I sich ein Verdienst beimeffen könne, wenn Marten freige^ In Petersburg liegt in der That meh? denn ie der Schunmnn ^Geld^aeschentt^^ ^annten Herrn Normann- sprachen werden^ sollte. Unseres Erachtens würde dies V?r- kFSfe.'w«- ' ' ' '

-L Nef^t^de^L^'" Bulgar^' Mttel L"Aesta1iLi!"L

,ÄS"s aat Steine PE k^qe^ damit'klarstell-u. daß °sfch d7° i°h-n Liters!

sa-rlkLnsherru sichtet, ivtii ba? »ufilnnha b'h ~ette^nKi>el Beziehung unterzuardnen

r mtinrrirfit -frna «a s? ^uns^en Rußlands I hatten. Dadurch war der Eindruck erweckt als ob eine mi-

'«»mcht. Das vsman.iche Reich wird danach vom GrafenIlitarische Gegenströmung sich in der StaÄsl^k.ng be-I