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Pfarrer: „Bon der Kanzel schmeißen! Aufbieten'. Hei raten Sapperlot, da gratulir' ich. Was haben Sie sich denn 'für Eine ausgesucht?-
Kastelbauer: „WoaS moanens. Herr Pforrer? RothnS amol: Nit? Nau in Großheticher feine. -
Pfarrer: „Die Aeltere?- ,
Kastelbauer: „Na, die hon ih uit mögu. Die Jüngere pack ih her.- .
Pfarrer: „Das ist wohl eine gute Partee? Wie?
Kastelbauer : „Glaub wul. Kriaag a lulle Aussteuer. A Tuhn vul Leinwand, a por Sau und fünf hunernd Guld Borgeld.
Pfarrer: „Da schau her! Unb sonst? Hat sie einen guten Charakter? Daß Sie wohl glücklich mit ihr leben werden?“ . , .
Kastelbauer: „D'rum iS ma nit bong, Herr Psorrer, qor nit. Sie woaß mit die Kälber und Sau guat umzgehn.-
Unioersttäts Nachrichten.
Schwerin, 26. März. Der Herzog.Regent Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin empfing die Vertreter der Landes Universität Rostock zur Abschieds-Audienz. Er verabschiedete sich mit herzlichen Worten und hob hervor, daß die Sorge um die Landes-Universität ihm immer am Herzen gelegen habe. Zum besonderen Zeichen dafür habe er sich noch kurz vor seinem Scheiden entschlossen, die an der Bandes-Universität bestehende Professur für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten in ein Ordinariat zu verwandeln. Der Rektor Profeffor Dr. r! angendorff sprach für die Universität seinen Dank auS und teilte im Namen der Dekane mit, daß die Universität beschlossen habe, dem Herzog» Regenten die Würde eines Ehrendoktor- aller vier Fakultäten anzubteten. Zugleich überreichte er eine künstlerisch ausgeführte Adreffe. Der Regent dankte bewegt und verabschiedete dann die Erschienenen, die nach der Audienz an der Frühstückstafel im Schlöffe teilnahmen.
Gerichtssaal.
»atm, 27.März. Da« Handelsgericht verurteilte beute den BuchdrUckeretbefitzer Theyer, weil dieser in unberechtigter Weise am (^uteuberg-frsttage das von einem hiesigen Blatte herausgegedene Fest- .pro-ramm deS GutendergfestzugeS durch die Polizei konfiszieren ließ, jur Zahlung einer Entschädigungssumme von 300 Mk. an die kläge rische Firma. t
Mainz, 27.März. Ein Litterat und Abenteurer, dessen Borleben eine fortgesetzte Kette von Verfehlungen bildet, stand, wie wir bereits mittetlten, vor der Strafkammer. Er herßt Dunkel und stammt aus Mittenwalde. In litterarischer Hinsicht hatte er unzweifelhafte Erfolge, seine Novellen usw. fanden in den ersten Zeitschriften Aufnahme, nnd wurden gut honoriert. Hat er doch während seiner Untersuchungshaft für solche Arbeiten 750 Mk eingenommen. Er wußte in die feinsten Kreise sich einzudrängen, besonders Osfizierskreise suchte er mit Vorliebe auf, und legte sich da allerlei hochedle Namen bei. Hierher kam er im Februar vorigen Jahres, als er auS dem Zuchthaus zu Ludwigsburg in Württemberg entlassen worden war. Nach allerlei hier, in Frankfurt und in Wiesbaden bewirkten Zechprellereien und Schwindeleien, fiel er wieder in die Hände der Justiz, und wurde im Oktober zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt Auf feine Berufung verwies das Reichsgericht die Sache zu erneuter Verhandlung an die Strafkammer zurück. Hochinteressant war eine Uebersicht aus dem Vorleben des Dunkel, die die Heilbronner Strafkammer, von der er zuletzt verurtellt worden war, zusammengestellt hatte. Die HeimatSbehörde schilderte ihn als einen Mann voller Lug und Trug. Zuerst war er Kanzleibeamter und Dann in Erfurt Stationsdiätar. Nach einet Zechprellerei verschwand er und ließ sich bald darauf in Jena als geisteskrank ins Krankenhaus aufnehmen, ebenso später in Halle und Hamburg. Ueberall simulierte er, bis er entlarvt wurde. In Leipzig wurde ec wegen DiebstahlS und schwerer Urkundenfälschung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt; dort hatte er sich als Mediziner aufgefpielt. In Hirschberg erhielt er wegen Betrugs und Unterschlagung li z Jahr Zuchthaus, in München sieben Monate Gefängnis. — Auch ist ft aus dem Heere ausgestoßen worden. In Freiburg (Baden) hatte er sich als Regierungsaffessor ausgegeben und Schwindeleien verübt, in Straßburg verkehrte er nur in Offiziertzkreisen und gab sich als Dr. jur. aus, fortgesetzt Betrügereien verübend. 1895 kam er nach Hamburg, wo er der Justiz durch seine Verstellung als Geisteskranker zu entrinnen vermochte, Das Verfahren gegen ihn wurde daraufhin eingestellt. In Elberfeld wurde er später zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt Dann kam er nach Württemberg, wo er verschiedenttich wegen Zechprellerei und Führung falscher Titel und Namen verurteilt wurde, zuletzt in Heilbronn. Zu der hiesigen Verhandlung waten als Entlastungszeugen Verleger und Redak. teure erster Blätter vernommen worden, die feine lttterarischen Arbeiten als sehr brauchbar bezeichneten. Der Staatsanwalt bedauerte, daß ein zeistig so hervorragend veranlagter Mann durch seine bösen Neigungen auf eine schiefe Ebene gedrängt worden fei und immer wieder Rückfälle erleide. Das Gericht verurteilte ihn zu 21/» Jahren Zuchthaus, 750 Mk. Geldstrafe, 3 Wochen Haft und 5 Jahren Ehrverlust.
Prozeß Helmecke. Der unter mysteriösen Umstanden erfolgte Tob des Studierenden der Musik, Franz Peine in Berlin, der 1 Z. großes Aussehen erregte und die Berliner Kriminalpolizei längere Zett beschäftigte, hat eine Anklage veranlaßt, die vor der 1. Strafkammer des Berliner Landgericht- I zur Verhandlung kam. Der Angeklagte cand. jur. Franz Helmecke war s.Z. unter dem schweren Verdachte des Mordes in Haft genommen worden; er hatte sich jetzt nur noch wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. ES waren Über 39 Zeugen geladen. Am 26. August 1900 befand sich der mit Hetmecke eng befreundete Pianist Franz Peine in der Wohnung HelmeckeS, Lüneburgerstr. 24. Helmecke wohnte mit feiner Geliebten, der unverehelichten Herrmann, zusammen. Nachmtttags gegen 51/4 Uhr fiel plötzlich in dem sogenannten Herrenzimmer ein Schuß. Als Fräulein Herrmann und der Angeklagte nach vorn eilten, sahen sie, daß Peine mit einer Schußwunde im Kopfe tot auf der Chaiselongue lag. Von der Anklagedehörde find nun verschiedene Momente ;as«mmengetragen, au8 denen hervorgehen soll, daß ein Selbstmord des Peine ausgeschlossen sei. Durch daS ZeugniS der Poltzetbeamten sollte festgestellt werden, daß die Lage der Leiche der Annahme eines Selbstmorde- widersprach. Der Revolver lag nämlich neben der linken Hand deS Toten. Die Anklage zieht auS diesem Umstande, ferner au» der Thalsache, daß der Tote zwischen den Fingern noch eine Zigarre hielt, endlich, daß aus dem Vorleben Peines kein Anhalt znm Selbstmorde vorlag, dm Schluß, daß Peine von einer anderen Person erschossen sein müsse. ES wurde tn dieser Beziehung hervor Schoben, daß der Gelötete zwar ein leichtlebiger Mensch und tn letzter .Seit auch öfter mißgestimmt gewesen sei, daß er »war mit feinem Later Differenzen hatte, aber doch von Freunden finanzielle Unterstützung erhielt und vor Not bewahrt war. Die Anklage verwies in Lerbindung damit auf daS Verhalten des Angeklagtm und seiner beliebten unmittelbar nach der Thai. Nach der Beweisaufnahme er- tlirt der Staatsanwalt, die Verhandlung habe die an fich dunkle Sache nicht aufzuhellm vermocht. Er wolle vor der Oeffentlichkett r -klären, daß kein sicherer Anhalt dafür vorliege, daß Peine tn selbst- aiördertfcher Absicht die Waffe gegm fich gerichtet habe, aber es liege such fein Anhalt dafür vor, daß der Tod de- Peine durch eine Fahr- liässtgkeit des Angeklagtm hervorgerufen sei. Jedmfalls sei er nicht im Stande, einen Strafantrag zu stellen, sondern müsse sagm, daß Mindestens ein Non liqaet vorliege. Der Verteidiger kam zu beim fulben Schluffe. Die Verhandlungen bitten keinerlei Anlaß dafür gegeben, daß den Angeklagten irgend ein Verschulden treffe. Der Angeklagte habe es über sich ergehen laffen müssen, ursprünglich sogar wegen Mordes In Hast genommen zu werden. Er beantrage die Dretsprechung. Der Gerichtshof hielt nach ganz kurzer Beratung mit botm Staatsanwalt und dem Verteidiger ein Non liqaet für geboten und erkannte, wie wir schon meldeten, auf Freisprechung.
— Die fogtnmmien ,Eternber-"-Vro»eße in Köln a. Rh. haben am DttnStag vor der borttgen Strafkammer ihren Anfang genommm. ES soll fich hierbei inSgelamt um 26 einzelne Anklagefälle wegen Berbrechm- gegen SS 176 Hbf. 3 R.-Str.-G.-B. bezw schwerer Kuppelei handeln. Als Zeugen figurieren etwa 16 junge Mädchen, von benen einige in mehreren dieser Prozesse aufiutreten haben. Der erste ber Angklagtm war ber Kaufmann Hugo Ftebler au- Köln; er würbe zu neun Monaten G fängniS verurteilt, well er für überführt aalt, mit drei noch nicht 14 Jahre alten Mädchen, von dmen zwei Schwestern waren, unzüchtige Hanblungm vorgenornmm zu haben. Eine dieser vielversprechenden Pflänzchen war inzwischen spurlos ver- schwundm. Jrn U brtgen haben diese jugmdlichm Zeuginnen auch tn Beziehung zu dem Kaufmann Bohndorf gtfUnben, ber, wie wir feiner Zeit melbeten, im Untersuchungsgefängnis Selbstmord mittels Er hängens verübte.
Arbeiterbewegung.
-k- Mainz, 27. März. Die Lohnbewegung in dem hiesigen Schneibergewerbe ist jetzt als beenbigt anzusehm. Nur in brei KonfektionSgeschäftm ist ein Teil ber Arbeiter noch autzständig, doch stnb bte betreffenden Geschäfte infolge deS nicht sehr flotten Geschäfts langes vorerst nicht in ihrem Betrieb gestört und eS ist zu hosten, »aß inzwischen mit den auSständigm Arbeitern eine Derstänbigung erzielt wird.
Marseille, 27. März. 2500 Arbeiter arbeiteten heute vormittag an dm QuaiS. Die Zahl ber Wagen ber Trambahn unb anderer Wagen, die im Betrieb find, ist nahezu normal. Die Ausständigen versuchten ohne Erfolg die Entlader und die Kutscher, die am Güter- bahnhof arbeiteten, von der Arbeit abzubringm. Zahlreiche Patrouillen durchstreifen fortwährmd die Stadt. Die Entsmbung weiterer Truppm wurde abbestellt. ES herrscht völlige Ruhe.
Marseille, 27. März Zahlreiche Arbeitergruppen, die sich mit den Ausständigen solidarisch erklärten, insbesondere die Bäcker, Kupferschmiede, Zemmtierer, Böttcher usw., beschlossen, die Arbeit wieder auf zunehmen. — Wegen der hochgehenden See mußte mehrere Schiffe Zu fluchtsorte auffuchen, um einen günstigen Augenblick zur Weiterfahrt abzuwarten.
Montceatt-leS'Mine», 27. März. Die Zahl der Arbeitenden hat zugenommm. Heute vormittag demonstrierte eine Schaar von 40 Ausständigen mit Pfeifen und Schirnpfworten gegen die Arbeiter, die fich nach ihren Arbeitsstätten begaben. Es kam zu vereinzelten Prügeleim ohne ernsterm Charakter. Verhaftungen rourben nicht vor- genommen.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
** Reue Sprozentige Deutsche Reichs-Anleihe. Iar Deutsche Reich hat mit eieer Neiße großer Sanken unb Bankhäusern eine Anleihe im Nennbetrag von Dreihundert Millionen Mark fefl abgeschlossen, die am 3. April d. I. zur össcntlichen Zeichnung aufgelegt werben. Der Zeichnnngrpreis beträgt 87*/, ptzt. Aie slottz an ber berliner MSrse wat gestern für ältere Anleihen 88>/4p^t., also 8/4ygf. höher als ber Snvskriptionscours. An Anbetracht brr Hüte bei Rapier« halten wir ben tz-urs für einen billigen. Zeichnungen nehmen alle Bankgeschäfte entgegen.
Berlin, 27. März. An ber heutigen Versammlung bes Hräudiger- ausschnsses ber Deutschen Arunvschutd B^nt teilte der Konkursverwalter Alscher ben vorläufigen Status mit, wonach 45591740 Wk. Aktiven 9 7072783 WK. I»asstven gegennSerstehen. Letztere find zumeist Neatobligatiouen Mei vorstchtiger ^iqnibietnng Könne auf bte Passiva eine Dividende von 47 pHt. verteilt werben.
London, 27. März. Da der Durchschnittspreis für ferttges Eisen im Norden Englands im Januar und Februar um 14 e 5 d pr. Tonne niedriger war als in den zwei vorhergehenden Monaten, werden bte Arbeitslöhne am 1. April um 7'/,pCt. reduziert werden. Das ist dre erste Lobnreduttion seit Februar 1898 und die größte Lohmeduktion feit der Einführung der Lohnstala im Jahre 1889.
Hamburg, 25. März. In Brasil-Tabaken blieb das Geschäft überaus lebhaft und animiert Weitere ca. 12000 Packen neuer Ernte wurden nach Probepacken zu vollen und tells noch höheren Preisen in überstürzter Weise schlank ausgenommen. Bisher sind vonder diesjährigen Ernte, deren Ertrag man auf ungefähr 400000 Packen schätzt, kaum der zehnte Teil untergebracht, und dürfte es doch wohl sehr fraglich fein, ob für den Rest die Kauflust in jetziger Weife anhalten wird. Ruhig denkende Händler und Fabrikanten warten auch die weitere Entwicklung des Marktes ab und bleiben zurückhaltend. Von der neuen Havanna-Ernte lauten die Nachrichten recht betrübend. Vuelta und Partidos sollen total mißraten sein, während über Remedios noch kein abschließendes Urteil vor- liegt. Die Ernte dürste nur daS halbe Erträgnis der vorjährigen ergeben und voraussichtlich wenig Brauchbares für Europa zur Geltung kommen. Deckblatt Tabake sind nach den Berichten überall ausgeschlossen. Türkische Tabake fehlen bei guter Nachfrage. Die Ernteberichte sind sehr gut und viel Material im Heimalland zu hohen Preisen verschlossen. Alles per V» Ägr. Havanna: Deckblatt gut und fein braun 6—18, do. ord. braun und braun 4—6, do. und Einlage, gemischt 3—4 Mk., Einlage 0,85 bis 3 Mk., Durchschnittspartten 1,50—4,50. Domingo: S, 88, 388 0,50 bis 0,65, FF 0,40—0,60, F 0,30—0,50, A 0,20—0,40. Columbia, Ambalema prima 0,45—0,60, sekunda und tertia 0,30—0,40. Mexiko 0,55—3,00. Brasil: Patent und Patent fino 0,75—1,20, prima 0,60 -0,70, sekunda 0,55-0,65. St. Felix: Patent und Patent fino 1,00-1,80, prima 0,75 bis 0,95, sekunda 0,65—0,85, tertia 0,55—0,75. Nordamerika: Seadleaf Deckblatt 1,00—1,50, do. Umblatt 0,50—0,70. Sumatra und Java 0,20 bis 5,00, Borneo 0,40—5,00.
Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen.
12. Woche. Vorn 17. bl« 23. März 1901.
Einwohnerzahl: angenommen zu 25 560 (incl. 1600 Mann Militär) Sterdttchkett-ziffer: 16,28, nach Abzug ber DttSfremben 10,170/«.
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr
Keuchhusten
1
—
1
—
Influenza
1
1
—
—
Krebs
2 (1)
2 (1)
—
—
Zuckerkrankheit
1 (1)
1 (1)
—
—
Krämpfen
2
1
1
Unglücksfall
1 CD
1 (1)
—
—
Summe:
8 (3)
5 (3)
2
1
8nm. Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Tobesfälle tn ber betreffenden Krankheit auf von au-wärtS nedi Gießen gebrachte Kranke kommen.
Familien Nachrichten.
Gestorben r Abolf Hilb tn Selters. — Jeanette Haine, geb. DerreS, tn Worms.
verlobtr Eugenie Bloch mit Dr. Guggenheim io Offenbach.— Kätchen Gunbrum mtt Fritz Rößner in AlSfelb.
GErsdirnki der israelitischen KeNgionsgesellschast.
Sabbathseier am 80. März 1901.
Freitag abend 6* Uhr, SamStag vormittag 8®3 Uhr Predigt, nackwittagS 4 Uhr, Sabbathausgang 7« Uhr.
WochengotteSdienff: morgens 7 Uhr, abends 6« Uhr.
Aus dem Geschästsleden.
— Bet dem Automobil-Rennen tn Nizza wurde tn ber 1. Klaffe am 25. März Dr. Pascal Erster auf Continental Pneumattc ES ist btes ein großer Erfolg für deutsche Pneumatic-Reifen
Neueste Meldungen.
(Telephon-Meldungen de» „Gießener Anzeiger-".)
Darmstadt, 28. März. Die Erste Kammer trat heute unter dem Borfitz deS Grafen Görtz zu Schlitz zusammen und wies nach kurzer Debatte die Regierungsvorlage, bett, die Gemeinde-Umlagen, au den zweiten Ausschuß zurück. Der Gesetzentwurf, betreffend daS Besteuerung »- recht der Kirche und Religionsgemeinschaften, wurde angenommen. Bei der Beratung des Voranschlag» ür 1901/02 trat daS HauS den meisten Beschlüssen der Zweiten Kammer bei. Einige Kapitel geben Veranlassung zu verschiedenen Bemerkungen. Bis jetzt verweigerte da» HauS den Beitritt zu den Beschlüssen des anderen Hause»: 1. die ReichStagSdiäten gegen die Stimmen der Abgeordnete» Michel und Oehler. 2. Streichung der Mietsentschädigung für die Provinzialdirektoren in Darmstadt und Gießen. 3. Uebernahme der Kosten der Fortbildung»« schulen von 175,000 Mk. auf den Staat. 4. Streichung de» Brückengeld-BereinigungSkommissärS.
8. Darmstadt, 28. März. Die hessische Landessynode genehmigte dem Ausschuß Antrag entsprechend den Vorau- chlag für 1901/05 mit wenigen Aenderungen.
G. D a r m st a d t, 28. März, 1.45 Uhr. Die Zweite Kammer der Stünde setzte heute morgen die Debatten über die Zollerzöhung und Schutzzoll fort. Abg. Erk (Nidda) tritt für die Zollpolitik ein. Die Absicht der Sozialdemokratie, den deutschen Bauernstand für ihre Ansicht zu begeistern, werde an dem gesunden Sinn der Bauern schertern. Der B a u e r n st a n d sei der Schutz des Staates ^deshalb müsse er auch von dem Staat geschützt werden. Ministerialrat Braun sagte, Thatsache sei, daß die ^arwwirt- schäft seit Jahren verarme, und insbesondere in Ober- Hessen betrage die Verarmung des Besitzstandes beispielsweise dreieinhalb Millionen Mark. Diese Erscheinung läge an dem steten Sinken der Getreidepreise. Alsdann sprachen noch Die Abgg. Euler, Köhler (Langsdorf), Weidner für Erhöhung. Abg. Dr. Gutsleisch spricht gegen die Erhöhung der Zölle.
W. Stuttgart, 28. März. 2 Uhr 10 Min. Der Groß Herzog von Sachsen-Weimar ist nach Mittag hrer eingetroffen, er wurde vom König am Bahnhof empfangen.
Berlin, 28. März. Der „Vorwärts" meldet: Der Kriegsmin ist er stellte gegen den verantwortlichen Redakteur des „Vorwärts" wegen der Mitteilung am 5. Dezember, wonach bei einem Streifzuge der Kolonne Kettelers 22 Boxer zum Tode verurteilt worden feien, Strafantrag. v
W. Manilla, 28. März. Wie gemeldet wird, tffc Aguinaldo von den Amerikanern mit seinem ganzen Stabe gefangen genommen worden.
Lissabon, 28. März. Der Ministerrat beschloß, tue Kirche der Jesuiten in der rua Queltras, die der Franziskaner-Missionare in der rua Patrocinid m Lissabon, sowie diejenigen der Benediktiner in Conto, Cocujaei» und Aveiro zu schließen. 3 ,
Wien, 28. März. Abgeordnetenhaus. In der Abendsitzung wurden die Delegationswahlen vorgenommen. Bei den Wahlen für Galizien brachen die dem PolenNub nicht angehörigen, Abgeordneten in den Ruf „Schande' aus und verließen den Saal.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gietzeu.
März
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NW.
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Schneefall
28. 2M
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0,5
3,5
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NW.
2
Bew. Himmel
Höchste Temperatur am 24.-25. Marz 4- 2.7° C.
Ldrigste „ „ „ „ ~ 6.2- C.
81/tB/8 Reiohnanfeihe . . 98.25 8 0/q do . . 88 10 8>/|°/q Konsole .... 98.40 8ö/0 do .... 88.05 S*/8o/2 Hessen .... 94.35 ßfyo Italien. Bente . . . 95.75 40/0 Griech. Monop.-Anl. 44.00 3 0/0 Portugiesen . . • 25.25 3 0/0 Mexikaner .... 96.70 <i/e o/g Chinesen .... 81.10
r Kursberidit
'rankfurt, den 28. März Kreditaktien ..... 226.25 Diskonto-Kommandit . . 188.80 Darmstädter Bank . . . 186.30 Dresdener Bank .... 149.10 Berliner Hondelages. . . 153.30 Oesterr. Staatabalm . . 149.00 Gotthardbahn .... 165.50 Laurahütte.....216.80
Bochum ...... 198.00 Harpener...... 182 50
1 fest.
Hohvrrsteigerung
l. Am Samstag, de« 80. d Mts., von vor«. 9 Uhr ab, bet Wirt Kreiling zu Odenhausm.
Distrikt SacköLndet: 2 rm Weichholz; 11 rm Nadelholz- Scheit und Knüppel, 80 rm Reiser, 10 rm Stockholz. Kistr. IxnLerruvatd: 2 rm Eichen-, 7 rm Nadelholz-Scheit und Knüppel, 82 rm Reiser. Sistr. 1 tt. 7: 96 rm Buchen Schett und Knüppel, 786 rm Reiser.
Das Holz liegt im Gemeinde- wald von Ödenhausen.
1. Am Dienstag, dem 2. April er., vou vor«. 9 Uhr ab, bei Wirt La uz zu Wißmar.
xikrikt Affewach 16:
4 Fichtenstämme 2. Kl. — 5,81 fm, 5 Fichtenstangen 2. Kl. — 0,30 fm, 7 rm Ftchten- Scheit und Knüppel, 89 rm Fichten-Stockholz, 200 rm un- aufgearbeitetes Fichten • Reisig. I)ikr. ZteLert 30: 2 rm Eichen-Nutzholz, 8 rm ^Eichen» Scheit und Knüppel, 228 rm Scheit, 431 rm Knüppel, 1142 rm Reiser. Distrikt 23 a, 19a m. 7a: 1 Fichtenstamm 3. Kl.; 2 rm Eichen-Knüppel; 2 rm Buchen-Scheit u. Knüppel; 315 rm Weichholz.Reiser, 37 rm K-efern-Knüppel, 30 rm Kiefern-Reiser.
Das Holz liegt im Gemeindewald von Wißmar.
Krofdorf, 27. März 1901- Der Bürgermeister: GO Lichteuthaeler. *§>


