151. Jahrgang
1901
Amts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gieren
er herrschen.
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• bonSie™«efÄS tann. K Me chlechte Verbindung mit Busseto ließ mir nichtdie Palette Äit Szenen aus des Meisters I Zeit, an meinen Schwiegervater zu l-hr-.ben, Meine Frau,
Dienstag den 59. Januar
Von E. v. Sanden. (Nachdruck verboten.)
Bezugspreis vierleljährl. Ml. 2.20 monatlich 75 Psg. mit Bringcrlohn; durch die Abholcstellnr Vierteljahr!. Mk. 1.90 monatlich 65 Psg.
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darbringen. Kaiser Wilhelm het nach seiner Thronbesteiguna ftfi: bald als König in Wort und Thal bewiesen, als wahrhafter Erbe br kriegerischen Tüchtigkeit der Hohenzollern, wie der Lugenden und Gaben seiner englischen Vorfahren. Der Kaiser hat einen Kanzler, der die Probe des Erfassend der auswärtigen Angelegenheiten abgelegt hat, der ein Staatsmann von graden Zielen und fester, htn- gebender Vaterlandsliebe ist. Wir bringen von ganzem Herzen den aufrichtigen Glückwunsch dar: Kaiser und König Wilhelm, lang möge
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schulftrahe Nr. 7.
Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.
Man darf wohl behaupten, daß Verdi der populärste vr«ann in ganz Italien war. Das Volk vergötterte ihn; Überall genoß er die größte Liebe und Hochachtung.
Als er seinen 85. Geburtstag feierte, beschlossen einige bee vornehmsten Maler Italiens, ihm eine Huldigung dazu- brungen, wie sie nur von Künstlern geschaffen werden kann. SU bemalten eine !"--------- — --
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hesstsche Volkskunde.__________________
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Die Gießener KamitieuStätter werden dem Anzeiger toi Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" krSchtl. 4 mal beigelegt.
Aus Stadt und Land liegen uns über Geburtstags feierl'chkeiten folgende Nachrichten vor:
Die Gießener Garnison begann den Tag mit einer Neveille morgens um 6^ Uhr. Der Zug bewegte sich durch die Stadt. Die Truppen marschierten dann zur Kaserne zurück. MilitärgotteSdienft fand für die Katholiken um 8 Uhr und für Evangelische um Vs11 Uhr statt. Die Israeliten hatten schon am Samstag Gottesdienst gehabt. Nach Kirchern chluß versammelte sich daS Militär in Oswalds Garten, wo um 12 Uhr vom Oberst die Parade abgenommen wurde. Am Nachmittag um 3 Uhr fand für die Offiziere und Re serveoffiziere ein Festesten im Osfizierskasino statt. Die Mannschaften bekamen zur Feier des TageS besseres Esten und wurden mit Bier bewirtet. Die öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser hatten Flaggenschmuck angelegt
DaS Gymnasium beging die Borfeier von Kaisers Geburtstag nur im Kreise der Schulangehörigen am 26., da verschiedene äußere Umstände sich der Vorbereitung eines entsprechenden musikalischen Programms entgegengestellt hatten, in einfacher Weise.
Jedoch erfreute Prof. D. theol. Stamm die Bersamm lung durch eine packende und ideenreiche Schilderung der deutschen Zustände vor dem großen Jahre 1870/71 und der Pflichten, bk sich fUr Die fpüter» Generation daraus ergeben.
Das Realgymnasium und die Realschule beging in der Turnhalle die Feier des Geburtstages. Eingeleitet und geschloffen wurde sie von Gesängen des Schülerchores. Die Festrede hielt Professor Dr. Erb.
Ein Festessen im Club und ein 8.-0.-KommerS im CafL Leib verdienen weiterhin Erwähnung.
Im Hotel „Einhorn" wurde von der Gießener Kriegerkameradschaft eine Feier am Samstag Abend veranstaltet. Die Mitglieder des Vereins waren mit ihren Familien
Zum englischen Thronwechsel.
Londoner Blättern zufolge ernannte der König Edward den K a i s e r W i l h e l m zum Feldmarschalldereng- lisch en Arm.e e.
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M ?4 Zweites Blatt
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Mailand, 27. Jan. Verdi ist heute Nacht 2 Uhr 50 Mi Mitten gestorben.
Der Komponist des Troubadour ist tot, der Meister, dem so viele große Donschöpfungen ihr Leben verdanken, das seine beendet. In Mailand, das er so sehr geliebt un d wo in der „Scala" ungezählte Male feine Opern jur Darstellung kamen, vollzog sich die^Katastrophe. Frmluch, der Maestro war hvchbetagt und hatte langst das Jlter erreicht, in dem der Sterbliche reif ist für die Sichel des
beschieden ist. , t...
Gleichwohl blieben dem Komponisten auch die Bitternisse nisse des Lebens nicht erspart. Im Elternhause herrschte Armut. Der Knabe mußte ringen und kämpfen, um der über alles geliebten Musik angehören zu dürfen. Seme zweite Oper, betitelt „Un giorno di regno", auf die er große Hoffnungen gesetzt hatte, fiel gänzlich durch. Die Schuld daran maß Verdi den widrigen Umständen zu, die damals über ihn hereingebrochen waren. ..Er hat sie spater Ricordi, seinem Freund und Verleger, folgendermaßen geschildert: „Ich bewohnte damals mit meiner Frau und unseren beiden Kindern eine bescheidene Löhnung. Kaum hatte ich mit meiner Arbeit begonnen, als ich schwer an der Bräune erkrankte, sodaß ich lange das Bett hüten mußte. Ich befand mich auf dem Wege der Besserung, als nur einfiel, daß ich in drei Tagen zweihundert Lire braucht^ Wenn diese Summe auch in jener Zeit für mich ziemlich beträchtlich war, so wäre die Sache immerhin nicht allzu ernst gewesen, wenn meine schmerzhafte Krankheit mich nicht verhindert hätte, beizeiten meine Maßregeln zu treffen.
die meine Aufregung bemerkte, nahm ihre wenigen Schmucksachen und brachte damit das Geld zusammen. Allein jetzt begann für mich erst die Reihe der schwersten Unglucksfälle. Im April wurde mein Knabe krank und starb in den Armen seiner vor Schmerz, fast wahnsinnigen Muter. Einige Tage später erkrankte mein Töchterchen, um ebenfalls vom Tode dahingerafft zu werden. Doch das war noch nicht alles. In den ersten Tagen des Juni wurde meine Fran von einer heftigen Gehirnentzündung befallen, und am 19. Juni 1840 trug man einen dritten Sarg aus meiner Wohnung. Ich war allein, ganz allein! In einem Zeitraum von etwa zwei Monaten hatte ich drei teure ^efen verloren, meine ganze Familie war dahin . . . Und in Die er furchtbaren Seelenqual mußte ich eine komische *Jper |d,re6päter~imb-erten sich die materieNen Verhältnisse Verdis sehr, und er kam in die Lage, seine außerordentliche Mild- tbätiakeit au äußern Der Gemeinde Villanova hat er em
Bau allein ihm 60000 Francs kostete: dazu bestimmte er eine jährliche Rente von 10 000 Francs, wofür jahraus, jahrein zehn Krankenbetten zu erhalten seien. Die Vorgeschichte dieser Schenkung charakterisiert den Geber. Der Ort hatte ihn zum Gemeinderat gewählt; Verdi lehnte dankend ab, da esihm wegen seiner vielen Beschäftigungen nicht möglich sei dies Amt aus- zuüben Die Bewohner von Villanova wählten ihn aber trotzdem immer wieder; der Sessel in der Ratsstube blieb freilich unbesetzt, aber zum Dank erbaute der Maestro das Hospital. Ebenso wohlthätig erwies er sich seinem Heimatorte Bnsseto. Mit offener Hand gab er einmal 16 000 Francs für eine Stiftung und weitere 6000 Francs für die Armen. Seine großartigste Spende war wohl die Gründung eines Ruhehaufes für gebrechliche und arme Bühnenkünstler. Das Gebäude ist in Mailand am Platze Michelangelo errichtet, die Baukosten allein waren auf 400 000 Lire veranschlagt. Diesem Ruhehause soll Verdi den größten Teil seines sehr beträchtlichen Vermögens vermacht haben, damit die Bühnenkünstler, die hier Ausnahme finden, behaglich und sorgenlos den Rest ihrer Tage verleben können. „Die Sanger und Sängerinnen", so lautet der Grundsatz, von dem sia> Verdi bei seinem großen Wohlthätigkeitswerke leiten ließ, „haben mir mein Vermögen verdienen Helfen, ihnen es deshalb in erster Linie auch wieder er
Das Familienleben Verdis war sehr \etebt
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zahlreich erschienen und das Fest verlief in gewohnter gemftfr kicher Weise.
Der deutsch-nationale Handlungsgehilfe«» Verband, Ortsgruppe Gießen, beging die Geburtstagsfeier Sonntag Abend im Gasthof „zum Löwen". Die Feier legte Zeugnis ab von der patriotischen Gesinnung des Vereins und schloß sich früheren gelungenen Veranstaliungen würdig an.
In Steins Saalbau fand ein großes patriotisches Konzert, ausgeführt von der Kapelle des In« fanterie-RegimentS, statt, das sich eines regen Besuches erfreute.
-er. Klein Liudeu, 27. Jan. Gestern abend feierte der Kriegerverein im Saale der „Deutschen Eiche" den Geburtstag des Kaisers und den 30jähr. Gedenktag der Wiederaufrichtung deS deutschen Reichs. Die Festrede schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Außerdem wurde ein Toast auf den Großherzog und auf die Veteranen ausgebracht. Zur Aufführung gelangten mehrere Theater- und Sokostücke. Den Höhepunkt der Feier bildeten drei lebende Bilder. Im Laufe des Abends trat auch ein Burenkämpfer auf, der mit begeisterten Worten das Schicksal seiner Brüder und die Not der Burenfrauen und Kinder schilderte. Er forderte auf, ein Scherflein zur Linderung der Armut beizutragen. Die Sammlung ergab 14,45 Mk. Erwähnt sei noch, daß die Kapelle Becker aus Wieseck Beifall fand.
Loudon, 28. Jan. Am Samstag Abend begaben sich die Mitglieder der deutschen Botschaft nach Cowes und sprachen heute dem Kaiser Wilhelm ihre Glückwünsche zum Geburtstage aus. * *
Telegramm deS Gießener Anzeiger-.
Köln, 28. Jan. Die „Köln. Ztg." meldet aus Peking: Zur Feier von Kaisers Geburtstag wurde gestern Vormittag im verbotenen Vorhof ein Feldgottesdienst abgehalten. General Fetvmarschaa @>mf %Duib»«ffe brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Die an diese Feier sich nnschtt«.^'^ von prächtigem Wetter begünstigte Parade über die deutschen Truppen bot den anwesenden kaiserlich-chinesischen Prinzen ein glänzendes Schoufvi-l.
Werken: ein Geschenk, über das sich Verdi damals sehr gefreut hat. Er war Ritter des St. Bonifaziuskreuz schon 1839 geworden wegen der gleichnamigen Oper; Offizier der Hausordens der babylonischen Könige wurde er durch Nebn- kadnezar". König Karl V. von Spanien ernannte ihn nach „Ernani" zum „Granden", nach „Attila" erhielt er den „römischen Adler". „Macbeth" trua ihm den „schottischen Löwen" ein und „Rigoletto" den „Orden vom heiligen Geist , obwohl der vom Komponisten so meisterhaft gezeichnete Verführer kein geringerer gewesen sein soll^als Franz I. von Frankreich. Die Dogenstadt Venedig trug den Maestro in das „Goldene Buch" ihrer Patriziergeschlechter ein, als seine „beiden Foscari" auf der Szene erschienen waren; „Don Carlos", „Forza del Destino" und vor allem der „Troubadour" verschafften ihm das „goldene Vließ" und „Traviata" trug ihm den Orden der „Ehrenlegion" ein. Am 17. November 1839 fand die erste Aufführung der Oper „San Bonifacio", seiner ersten Tonschöpfung überhaupt, in der „Scala" zu Mailand statt. Sie hatte einen so günstigen Erfolg, daß der Impresario Merelli sofort einen Vertrag mit ihm schloß, wonach ihm Verdi noch drei weitere Opern zu liefern habe. Das war der erste glückliche Schritt auf der Staffel eines Ruhmes, wie er nur wenigen Sterblichen
Gießener Anzeiger
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Bekanntmachung.
Betr.: Vorträge über Obstbau.
Der Kreisobstbautechniker Metternich aus Büdingen beabsichtigt auf Veranlassung deS Oberhessischen Obstbauverein«, die nachstehend verzeichneten Orte deS Kreises Gießen zu besuchen, um Vorträge Über Obstbau zu halten und an Obstbäumen praktische Unterweisungen zu erteilen. SamStag, 2. Febr. in Rödgen, Vortrag abends 8 Uhr, Sonntag 3. Febr. in Wieseck, Vortrag nachmittags 3 Uhr, Montag 4. Febr. in Alten-Buseck, Vortrag nachmittags 3 Uhr, SamStag 9. Febr. in Hattenrod, Vortrag abends 8 Uhr, Sonntag 10. Febr. in Großen Bnfeck, Vortrag nachm. 3 Uhr, Montag 11. Febr. in Reiskirchen, Vortrag nachmittags 3 Uhr, Samstag 23. Febr. in Beltershain, Vortrag abends 8 Uhr, Sonntag 24. Febr. in Grünberg, Vortrag nachmittags 3 Uhr, Montag 25. Febr. in Saasen, Vortrag nachmittags 3 Uhr.
Den Herren Bürgermeistern und Obmännern gehen noch besondere Mttteilungen zu. Zahlreiche Beteiligung erwünscht.
Gießen, den. 26. Januar 1901.
Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen. C. Heinrichs.
Kaisers Geburtstag.
Der Geburtstag unseres Kaisers ist diesmal stiller als sonst vorübergegangen. Das im Reichstage angesetzte offizielle Festessen ist auf den 3. Februar verschoben worden. In Berlin war eine Illumination von vielen Seiten ge plant, die aber in Anbetracht der Trauer des Hofes und ber Abwesenheit des Kaisers auf dessen Wunsch unterblieben ist. Da der Geburtstag auf den schulfreien Sonntag siel, wurde schon am SamStag in den deutschen Schulen des TageS feierlich gedacht, wobei auch der Tod der Königin Don England erwähnt wurde.
Ein Londoner Blatt, die „Morningpost", äußerte sich za dem Tage folgendermaßen:
Wir Engländer und unsere Brüder unter allen Himmelsstrichen, die wir den spontanen Beweis der Kindesliebe, die den deutschen Kaiser nach Osborne führte, in unauslöschlicher Erinnerung bewahren, vollen die Allerersten fein, die dem betrübten Enkel, der trauernd im Lande seiner Mutter weilt, ehrfurchtsvolle und herzliche Glückwünsche


