Ausgabe 
28.9.1901 Zweites Blatt
 
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genug zeigen müssen, ob ihre Ausbildung nicht vergebens war. Heute morgen gegen 7 Uhr traten die Mannschaften auf den Kasernenhöfen kompagniewcise an. Unter dem klingenden Spiel der Regimentskapelle wurden die Mannschaften des 2. und 3. Bataillons und der 1. Kompagnie des 1. Ba­taillons, die in der neuen Kaserne lagen, nach dem Bahnhofe geleitet. Bei der Bürgermeisterei schlossen sich ihnen die Mannschaften aus der alten Kaserne an, und nicht lange darauf führten sie die Züge ihrer Heimat entgegen, wo gewiß meist ebensolche Freude über ihre gesunde Heimkehr herrschen wird, wie die Leute sie empsinden darüber, daß sie nun bald alle die Lieben in ihrer Heimat wiedersehen können.

Zimmerbraud. Gestern Abend entstand in einem Hause an der Marktstraße ein Zimmerbrand. Das Feuer wurde bald gelöscht.

Verhaftung. Einem unverschämten Bettler legte man gestern Abend sein Handwerk. Er belästigte die Bewohner verschiedener Häuser an der Löberstraße und am LudwigS- platz, stieg stets bis zum Dachstock empor und versuchte jede Thüre zu öffnen. Er wurde verhaftet.

(!) BadNauheim, 27. Sept. (Tel. d.Gieß. Anz.") Der hiesige Teich hat gestern wieder ein Opfer gefordert, wie die heute Früh geländete Leiche eines Mannes beweist. Die Personalien des Toten konnten noch nicht konstatiert werden. Ob Selbstmord oder ein Unfall vorliegt, steht dahin.

(tt-) Lich, 26. Sept- Heute mittag spielte sich stier auf j)er Butzbacher Straße eine aufregende Szene ab. Eine dem Handelsmann Katz aus Holzheim gehörige Kuh wurde unterwegs wild, rannte den Führer über den Haufen und riß die mit ihr zusammengefesselte Kuh mit sich. Beide Tiere stürzten dann in den ungefähr 2 Meter tiefen engen Graben, der zwecks Kanalisation ausgehoben ist. Nur mit außerordentlichen Anstrengungen gelang es, die beiden Tiere aus ihrem Gefängnis zu befreien. Die wildgewordene Kuh mußte gebeugt werden, ehe sie weiter transportiert werden tonnte. Schaden ist nicht entstanden.

P. B u tz b a ch, 27. Sept- Bei der Beerdigung der Ww. Melchior, die gestern hier stattfand, erregte es bei den zahl­reichen Leidtragenden ein peinliches Gefühl, daß die für die Entschlafene vorbereitete Gruft zur Aufnahme des Sarges zu klein war. Erst durch mehrfaches Hin- und Her­rücken des Sarges und durch Zuhilfenahme des Handbeiles war es möglich, der Leiche ordnungsgemäß die letzte Ruhe­stätte zu verschaffen. Tie Friedhofsverwaltung wird von der Kirchengemeinde besorgt. Es sollen schon öfter bei Beerdigungen in unserer Stadt unliebsame Szenen vor­gekommen sein.

Darmstadt-26. Sept. Prinzessin Beatrice von Sachsen-Koburg und G'otha nebst Gefolge kehrte heute mittag nach Koburg zurück. Der Großherzog und Prinz Arthur von Connaught haben sich heute früh zur Jagd nach dem Groß-Gerauer Wildpark begeben. Der hohe Gast tritt am Abend die Rückreise nach England an.

S. Darmstadt, 26. Sept- Der 2. DeutscheHand- werkskammertag wurde heute abend mit einer Be­grüßungsansprache durch den Vorsitzenden der Hessischen Handwerkskammer Falk-Mainz eröffnet. Tie Verhand­lungen wurden durch den Vorsitzenden der Handelskammer Hannover, die den Vorort bildet, geleitet. Tr. Lindstrom, der Sekretär des Vorortes, erstattete den eingehenden Ge­schäftsbericht. Sein Vorschlag, daß während der Verhand­lungen abwechselnd der Vorort und der festgebende Verein Den Vorsitz führen sollten, wurde einstimmig angenommen. Er hofft, daß die edlen Ziele der Kammer du^ch sachliche Aussprache gefördert und die praktischen Aufgaben der­selben erfüllt werden. Im ersten Jahre habe man den Grundstein gelegt, im zweiten Jahre hoffe man durch ge­hörige Pflege die Entwickelung und den Ausbau zu fördern. Seine Ausführungen fanden allseitigen Beifall. Auf den Organisationsplan des deutschen Handwerks- und Gewerbe­kammertags übergehend, stellte Dr. Lindström fest, daß von 71 deutschen Handwerkskammern sich 60 der Vereinig­ung angeschlossen haben, weitere Anschlüsse seien in Sichte der Antrag findet Annahme. In gleicher Weise wird die Geschäftsordnung für die Handwerkskammertage nach kurzer Debatte einstimmig angenommen. Eine längere Debatte entspinnt sich bei der Feststellung des letzten Punktes: die Tagesordnung". Es waren 19 Anträge der verschiedenen deutschen Handwerkskammern ein gelaufen, die der Aus­schuß in der Nachmittagssitzung in eingehender Beratung besprochen, teilweise zurückgestellt, teils zur weiteren Be­ratung bestimmt hatte. Einzelne Vertreter suchen die An­träge ihrer Kammern durchzubringen, doch wird allseitig anerkannt, daß die eingehende Beratung der Tagesord- uung wichtiger sei, als die Vielseitigkeit des Stoffes. Schließ­lich wird der Vorschlag des Ausschusses genehmigt, nach­dem noch der Vertreter des Ministeriums in Berlin Reg. Assessor T-r. v. Seefeld eine dringende Mahnung im In­teresse der Sache vorgebracht hat, den Beratungsstoff nid)t unnötigerweise' zu vermehren. (Der Zolltarif soll nicht beraten werden.) = Es waren schon heute gegen 200 Abgeordnete anwesend. : Wiederholt wurde dem Ausschuß Tank und Anerkennung für seine sachliche und gerechte Vorberatung gezollt.

P. Krofdorf, 27. Sept- In unferm Dorf ist die Geflügel-Cholera ausgebvochen. Es wurde Gehöftsperre für alles Federvieh angeordnet.

Frankfurt a. M., 25. Sept. Zur Begrüßung des Prinzen Tschun, der heute nachmittag 5 Uhr von St. Jo­hann abgefahren war, war der Stadtkommandant v. Stülp- nagel mit seinem Adjutanten auf dem Hauptbahnhvfe er» schienen. Auch ein zahlreiches Publikum hatte sich in der Halle und auf dem Perron eingefunden, um den Prinzen zu sehen. Um 9 einhalb Uhr lief der Zug ein, der Prinz wurde jedoch nicht sichtbar und verließ auch den Zug nicht bis zur Abreise nach Staßfurt zur Besichtigung der dortigen Steinsalzwerke, welche um 11 einviertel Uhr erfolgte.

f, Frankfurt, 27. Sept. Im Cafe Bristol hier fand man unter Zeitungen 7 Tausendmarkscheine, die ein Aus­länder, der weitergereist ist, liegen gelassen hat. Die Ver­mutung, daß die Kaffenscheine aus dem bei Hoftat Boerkel in Mainz verübten Diebstahl herrührten, hat sich nicht bestätigt.

Kassel, 25. Sept. Die unter dem Vorsitz des Reichs­und Landtagsabgeordneten L. Werner hier stattgehabte Haupt­versammlung des Antisemitischen Landesverbandes bcschsoß, den Namen desselben zu ändern inLandesver­band der deutsch-sozialen Reformpartei" unb mit der deutsch-sozialen Partei ein freundschaftliches Verhältnis aufrecht zu erhalten. Man erklärte sich ferner auf Anregung derdeutsch-sozialen Partei" bereit, eine Reichstagskandidatur Schack-Hamburg für Kassel-Melsungen zu unterstützen, vor­ausgesetzt, daß dieser keine weitere Kandidatur annehme.

4

Tendenz: abgeschwäoht.

zur Erörterung ge-

Fischer, Wessel und

3 7o Portugiesen . 80/0 Mexikaner 4,/2,/a Chinesen .

die Proklamation, die auch in Frankreich langte, erwartet.

. 100.40

. 90.10

. 100.10

. 90.25

. 98.10

. 99.05

42.60

. 25.60

. 26.05

. 83.45

3l/a°/o Hessen . . .

50/j Italien. Rente . .

47 Griech. Monopol-Anl,

. 192.00

. 169.80

. 118.40

. 118.30 . 129.80 . 132.50 . 154.20 . 174.30

. 158.00 . 146.60

Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . . « , Harpener . e «

Reichsanleihe do.

Konsole do. . .

37a% 3o/o

3V,°/o

3%

HottrÄürnst der israelitischen Kekigionsgesellschast.

Samstag den 28. und Sonntag den 29. September 1901.

Laubhüttcnfcst.

1. Tag. Vorabend 5*6, morgens 800, nachmittags 4ee.

2. Tag. Vorabend 665, morgens 800, nachmittags 400, Festes­ausgang 6 .

Krieskasten der Redaktion.

Staufenberg. Ihr Wunsch wird, wie Sie in der morgenden Nummer ersehen werden, von uns gern erfüllt werden.

X. Neuenweg. Anonyme Anfragen bleiben von uns, wie wir mehrfach erwähnt haben, stets unberücksichtigt. Nennen Sie uns Ihren Namen und weisen Sie sich als Abonnent aus, dann erhalten Sie von uns erschöpfende Auskunft.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers

Berlin, 27. Sept. Wie dieVoss. Ztg." von besonderer Seite hort, hat der Kaiser seine Genehmigung verweigert zur Aufstellung der drei Brunnen, die vou dem Stadtbaurat H o f- mann (einem geborenen Darmstädter) entworfen wurden und auch in der Architekturausstellung der Stadt ausgestellt waren. Die Gründe der Verweigenmg legt der Kaiser in einem von ihm selbst entworfenen Schreiben dar. Anscheinend wird dieser Vorgang zu einem neuen Konflikt zwischen Krone und Stadt­verwaltung führen. (Wir bringe» diese Mitteilung unter aller Reserve. D. Red.)

Berlin, 27. Sept. Die Sachverständigen der chemischen Industrie werden im preußischen Handelsministerium zum Zoll­tarifentwurf Milte nächster Woche vernommen werden.

8. Darmstadt, 27. Sept. (Telephon-Meldung desGieß. Anzeigers". Die Hauptversammlung drs Deutschen Handwerkskammertages wurde heute durch den Vor­sitzenden der Handwerkskammer Hannover, Plate, eröffnet. Er begrüßte den Vertreter des Reichsamts des Innern, Geh. Ober- Regierungsrat Wilhelmi-Berlin, die Vertreter der hessischen Re gierung, Ministerialrat Braun und Ober-Rcgierungsrat Ufinger, den Vertreter der Stadt Darmstadt, Baurat Jäger, sowie die Vertreter der Anweseudeu (gegen 60) Handwerkskammern. Wilhelmi dankte für die Einladung im Namen des Reichsamts und wünschte besten Erfolg. Ministerialrat Braun begrüßte die Versammlung im Namen der hessischen Regierung, Baurat Jäger im Namen der Stadt Darmstadt. Ueber die Zugehörigkeit des handwerksmäßigen Betriebes zum Handwerk sprechen Dr. Neu Haus-Berlin und Moritz-Dortmund an der Hand von Leitsätzen

Heilbronn, 27. Sept. Der Generalbevollmächtigte der Gewerbebank, Nechtsanwalt Moegling, ist in einer Heilanstalt untergebracht, Prokurist Krug verhaftet. Der Konkurs wird sich kaum vermeiden lassen.

Aschaffenburg, 27. Sept. Das Bankhaus S. Luck hat seine Zahlungen eingestellt, Luck ist verschwunden.

Kopenhagen, 27. Sept. DieNational-Tidende" ver öffentlicht einen Artikel, in dem angedeutet wird, daß die Haupt punkte der Verhandlungen bei der Kaiserzusammenkunst in Danzig die bevorstehende Proklamation der Einverleibung qer Mandschurei in den russischen Staatsverbaud gewesen seien. Von absolut zuverlässiger Seite wird behauptet, daß die Nat. Tid." wohlnnterrichtet ist und daß man in nächster Zeit

Telephonischer Kursbericht*

Frankfurt a. M., 27. September.

Haag, 27. Sept. Die Burengesandten

Wolmarans begeben sich, wie verlautet, in den nächsten Tagen nach Washington zu dem neuen Präsidenten Roosevelt in beson-

Israelitische Religionsgemeinde.

Samstag den 28. und Sonntag den 29. September 1901.

Laubhüttcnfcst.

1. Tag. Vorabend 6 Uhr, morgens 8" Uhr, nachmittags Uhr.

2. Tag. Vorabend: 7 Uhr, morgens 8'° Uhr, nachmittags

4 Uhr, abends 7 Uhr.

Nachmittags um 21/, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

Dienstagabend um 6'/,. lU)r: Beginn des Rosenkranzgebetes, das im Monat Oktober täglich und zwar au den Werktagen um 67. Uhr, an den Sonntagen in der Nachmittags-Andacht ge­halten wird.

Hotte-dienji in der Synazoge, Südaulagr.

Gerichtssaal.

e. Gieße«, 25. Sept. (Gewerbegericht.) Unter dem Vorsitz des Beigeordneten Wolff kamen heute sechs Gewerbe- streitsachen zur Verhandlung. Der Maurergeselle Heinrich Sei p aus Hattenrod verlangt van dem Maurermeister Joh. Gg. Pfaff hier 10,29 Mk. rückständigen Lohn. Der Beklagte macht einen Entschädigungsanspruch in Höhe der eingeklagten Forderung geltend, weil Kläger rhm oiesen Schaden durch schlechte Ginmauerung eines Waschkessels verursacht habe. Die Parteien einigen sich schließlich dahin, daß Beklagter dem Kläger fünf Mark zahlt und daß damit der Streit beendet ist.'Maurergeselle Adam Maurer von hier klagt ebenfalls gegen Maurermeister Pfaff, und verlangt wegen unbefugter kündigungsloser Entlassung eine Entschädigung von 18 Mk. Der Beklagte wendet ein, daß Kläger mit Auflösung des Arbeitsvertrags ohne Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist einoerftanben gewesen sei. Das Gericht erläßt zwecks Erhebung des vom Beklagten angebotenen Beweises Beschluß, in dessen Er­ledigung der Parlier Ludwig Geyer vernommen werden soll. Der Zigarrenarbeiter Georg Bittendorf aus Krumbach klagt gegen oie Zigarrenfabrik Louis Scheid von hier auf 20 Mk. Entschädigung wegen kündigungsloser Entlassung. Es wird von dem Vertreter des Beklagten, H i l l g a r d, eingewendet, daß Kläger mit Recht ohne Einhaltung der Kündigungsfrist entlassen worden sei. Der Kläger schulde übrigens auch noch etwa 11 Mk. Vorschuß. Der Kläger giebt den Empfang des Vorschusses zu, will aber noch 3 bis 4 Mk. Lohn von der Beklagten zu empfangen haben. Im Uebrigen bestreitet er, daß die Beklagte einen Grund zur sofortigen Entlassung gehabt habe. Die Parteien einigen sich nach längerer Verhandlung dahin, daß Kläger seine Klage zurückzieht, daß alle gegenseitigen Ansprüche aufgehoben werden, und daß die Beklagte an Kläger für den Gang zum heutigen Termin 2 Mk. vergütet. Heinrich Steinmüller, Taglöhner von hier, verlangt von dem Fuhrunternehmer Heinrich Herrberger von hier 3,08 Mk. Rest­lohn. Herzberger macht gegenklagend Entschädigung geltend, weil Kläger ohne Einhaltung der Kündigungsfrist die Arbeit verlassen habe. Da Beweiserhebung hätte erfolgen müssen, einigten sich die Parteien dahin, daß Beklagter dem Kläger 1 Mk. zahlt und Kläger seine Klage zurückzieht. Der Taglöhner Johannes Hansel von hier klagt gegen die Unternehmer Gebrüder Kahl auf von hier 31 Mk. Entschädigung wegen kündigungsloser Entlassung. Die Be­klagten werden durch Louis Kahl vertreten. Dieser beantragt Klageabweisung, weil Kläger nur auf 12 Tage von ihrem Schacht- meister Graf zur Arbeit angenommen worden sei. Ueber diese Be­hauptung, die Kläger bestreitet, wird Beweisbeschlliß erlassen. Der genannte Schachtmeister Graf soll als Zeuge vernommen werden. In der letzten Sache verlangt der Handlanger Heinrich Keil von Hattenrod von dem Weißbinderineister Heinrich Launsbach von hier 2,10 Mk., die er angeblich an Lohn zu wenig empfangen hat. Der Beklagte behauptet, den Kläger richtig ausbezahll zu haben, erbietet sich aber, um sich weitere Gänge zu ersparen, dem Kläger 1 Mk. zu zahlen. Kläger erklärt sich damit zufrieden.

M kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Geh. Fiuanzrat Herrmann Kraus wird in den nächsten Tagen Offenbach verlassen, wo er seit etwa 18 Jahren eines der arbeitsreichsten Staatsämter mit unermüdlichem Pflichteifer aufs Gewissenhafteste verwaltet hat. Er nimmt seinen Wohn­sitz in Darmstadt, wohin er in den nächsten Tagen übersiedeln wird. Der städtische Forstwart t P. Förster Jeck zu Pferdsbach feierte am Dienstag seinen 90. Geburtstag. Der Greis verfügt über ein noch recht gutes Gedächtnis und ist körperlich wie geistig noch recht rüstig.

Spruchliste für die Schwurgerichtssihuugen des Landgerichts pro 3. Quartal.

1. Burk V., Balth., Schreiner in Watzenborn. 2. Stock II., Heinrich, Beigeordneter in Landenhausen. 3. Quantz, Rudolf Landwirt in Eichelsachsen. 4. Erb II., Daniel, Landwirt in Wieseck. 5. Faber, Karl August, Spengler in Gießen. 6. Weitzel, Joh. Heinrich, Rentner in Kaichen. 7. Christ, Louis, Müller in Griedel. 8. Bourgeois, Adolf, Buchbinder in Gießen. 9. Törr, Friedrich, Pflasterer in Annerod. 10. Rockemer, Konrad, Kaufmann in Schotten. 11. Carl, Carl II., Pachter in Heegheim. 12. Kratz, Caspar I., Bürger­meister in Ober-Ohmen. 13. Fießer, Valentin, Fabrikant in Gießen. 14. Robert, Otto, Buchdrucker in Grimberg. 15. Zimmermann, Karl, Kaufmann in Lollar. 16. Jacobi, Wilhelm V., Landwirt in Rodheim v. d. H. 17 Breidenbach, Richard, Landwirt in Beienheim. 18. Schlitt, Joh. Nikolaus, Beigeordneter in Bernsburg. 19. Lepper, Andreas III., Land­wirt in Zell. 20. Kunkel, Wilhelm, Landwirt in Eschen­rod. 21. Von Eiff, Georg, Bäcker in Grünberg. 22. Hahn, Konrad, Landwirt in Ulfa. 23. Brückmann, Philipp Karl in Dortelweil. 24. Hinkel, Johannes in Büdingen. 25. Neu- hardt, Johann Jacob in Klein-Karben. 26. Repp, Karl, in Babenhausen bei Ulrichstein. 27. Aumann III., Johannes, Bürgermeister in Londorf. 28. Haubach, Karl, Fabrikant in Gießen. 29. Gail, Wilhelm, Kommerzienrat in Gießen. 30. Kaspar I., Heinrich, Rentner in Altenburg bei Alsfeld. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Märkte.

-w- Friedberg, 26. Sept. Der hiesige gestrige Ferkelmarkt nahm einen sehr lebhaften Verlauf. Viel mochte dazu das schöne Wetter beitragen; denn jeder eilte, rasch heimzukommen an ote drängenden Herbstarbeiten. Trotz des starken Auftriebs war ber Markt bald geräumt. 10 Wochen alte Ferkel galten bis 40 Mk., 6 Wochen alte bis 32 Mk. das Paar. Es wurden selbst ganz ge­ringe Ferkel zu 16 Mk. das Paar abgesetzt. Die Kartoffelernte fallt ja so gut aus wie in langen Jahren nicht, unb die fetten Schweine sind sehr teuer. Das Pfund Schlachtgewicht wird eben mit 65 Pfg. bezahlt. Da lohnt die Schweinezucht, und die Landleute sind bei dem sehr flauen Geschäft in Kartoffeln selbswerständlich sehr geneigt, einige Schweine mehr einzulegen.

Kirchliche Uachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 29. September. 17. nach Trinitatis.

Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags SV, Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein.

Pfarrer Dr. Grein wohnt jetzt Alice st raße 12 parterre.

Die neukonfirmierte männliche Jugend der Markusgemeinde wird eingeladen, nach Schluß des Haupt-Gottesdienstes zu einer kurzen Besprechung in die Sakristei zu kommen. Dr. Grein.

In der Johauucskirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Psarrer Euler.

Vormu.ags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler.

Die neukonfirmierte männliche Jugend der Lukasgemeinde wird eingeladen, nach dem Schluß des Haupt-Gottesdienstes zu einer kurzen Besprechung dazubleiben. Euler.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 28. September.

Nachmittags um 41/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag den 29. September, 18. Sonntag nach Pfingsten:

Vormittags von 6V, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

_ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;

vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunwn.

£ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.

um 9*/t Uhr» Hochamt mit Predigt-

derer Mission des Präsidenten Krüger.

Paris, 27. Sept. Der Kriegsminister Andre gab gestern ein großes Galadiner zu Ehren des Generalgouvcrneurs Revoil aus Algier, an dem die arabischen Schecks teilnahmen, welche die Eskorte des Zaren in Compiegne gebildet hatten.

Paris, 27. Sept. Wie aus Marseille gemeldet wird, bereitet sich Baron de Vanlx zur Ueberfahrt über das Mittel- ländische Meer mit seinem Ballon vor. Die Auffahrt dürste in den nächsten Tagen des Oktober stattfinden.

Marseille, 27. Sept. General Voyrou, der bekanntlich bei dem Zusammenwirken der Mächte in China das sranzöfische Kontingent kommandierte, äußerte sich über den Grafen Wal- dersee einem Berichterstatter gegenüber in der anerkennendsten Weise. Waldersee habe mit großer militärischer Tüchtigkeit eine ungemeine Feinheit der Formen verbunden. Die sranzöfische Regierung habe mit richtigem Blick erkannt, daß Waldersee der Mann sei, fich als Autorität Geltung zu verschaffen. Er habe die Abfichten des deutschen Hauptquartiers nach Kräften unter­stützt. Das gute Einvernehmen zwischen den französischen und deutschen Truppen sei niemals gestört worden. Auch die unteren Mannschaften der beiden Kontingente hätten sich ausgezeichnet vertragen. Weniger günstig sei das Verhälmis des französischen Kontingents zu den englischen Soldaten gewesen. Die russischen Soldaten hätten sie sämmtlich wenig zu sehen bekommen.

Agram, 27. Sept. An den Straßenecken in Serajewo wurde eine Proklamation augeschlageu, die die Aufforderung ent