Ausgabe 
28.9.1901 Zweites Blatt
 
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151, Jahrgang.

Nr. 228

Zweites Blatt

Samstag 28. September 1801

Vom Brirenkrieqe.

Aus Lissabon wird derCentral-News" berichtet, daß br: britische Botschafter am Samstag die Aufmerksamkeit der

Der sozialdemokratische Parteitag IV.

Reglern ig auf den Waffenschmuggel in Laurenzo Marquez lenkte und bündige Versicherungen verlangte, daß die portugiesischen Behörden unverzüglich strenge Maßregeln zu dessen Unterdrückung ergreifen würden. Nach Abhaltung eines Ministerrats wurde der britische Vertreter verständigt, daß alles mögliche gethan werden würde, um dem Wunsch Englands gerecht zu werden.

Einer Brüsseler Drahtung der »Daily Mail" zufolge empfing Krüger Nachrichten, daß der Aufstand der Kap- Holländer um sich greife und daß bereits 16 000 Rebellen unter Waffen ständen. Kapstädter Drahtungen verschiedener Londoner Morgenblätter bestätigen dies gewissermaßen. Krüger beabsichtigt übrigens, den Winter in Hllversum zu verbringen.

Loudon, 26. Sept. Die tägliche Verlustliste der eng­lischen Truppen in Südafrika beziffert sich für gestern auf 5 Tote, 11 Verwundete und 10 an Krankheit Verstorbene.

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß in Grundbuchssachen jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr im Zimmer Nr. 7 mündliche Anträge und Erklärungen entgegen­genommen werden.

Lich, den 26. September 1901.

Großherzoglich es Amtsgericht.

Bekanntmachung.

Vom 1. Oktober ds. IS. ab werden unsere amtlichen Bekanntmachungen und Ausschreibungen nicht mehr an der seitherigen Stelle im amtlichen Teile am Kopfe des Blattes, sondern in einem besonderenKreisblatt deS Kreises Gießen", welches dem Anzeiger angehestet ist, und viermal wöchentlich gedruckt wird, erscheinen. Nur ausnahmsweise werden dring­liche, Publikationen wie seither erfolgen. Wir machen die Behörden und die Bevölkerung hierauf besonders aufmerksam.

Gießen, den 27. September 1901.

Lroßherzogliches Kreis amt Gießem

I. V.: Dr. W a g n e r.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS

Montags.

Die Siehener Familien- blätter werden dem An­zeiger im Wechsel mit bemHess. Landwirt" » ö ben -Blättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei­gelegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schul st ratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Wietzen.

FernsprechansckIxftVr.51.

FMaeaneeesM»

PhantafievolleEnthüllungen" über das deutsch-englische Afrika-Abkommen waren unlängst wieder in einer kolonialen Zeitschrift aufgetaucht, die sich u. a. mit einer Abtretung von Deutsch-Südwest­afrika beschäftigten. Die Behauptungen, die auch in einige Tageszeitungen übergegangen waren, werden in einem aus Berlin -datierten Artikel der offiziösenSüdd. Reichskorr." folgendermaßen zurückgewiesen:

Der wirkliche Inhalt des Abkommens wird, rote gerade dir Unrichtigkeit der Veröffentlichungen von nicht legitimer Seite be- roeist, durch die beteiligten Negierungen nach rote vor redlich ge­hütet. Man könnte auch diese neuesteEnthüllung" unbeachtet lassen, roenn bann nicht abermals der falsche Gedanke roiederkehrtc, als ob es möglich sei, daß bet Eintritt der Voraussetzungen bcJ Abkommens und im Zusammenhang mit seiner Durchführung wir auf Südwestafrika verzichten könnten. Das wird nicht geschehen; Südwestafrika bleibt unser, und die deutsche Politik hat f-'.i protocole de dSsintSreesement für dieses nichts weniger als gufiur - lose Schutzgebiet unterzeichnet. Soweit überhaupt das beut - englische Geheimabkommen bie Besitzverhältnisfe im sübroestlicnen Afrika berührt, banbelt es sich für uii§ nur barum, etwaige Ge- legenheiten zur Festigung unserer borkigen Stellung nicht zu ver- säurnen nub gerade einer Entwicklung vorzubeugen, durch die un­begründete Aussichten auf Zurückziehung der deutschen Flagge voit jenen Küsten hätten erweckt werden können."

Trankatlantisches.

Zu dem Wettkampf um den mittel- und süd- amerikanischen Markt, den Deutschland mit den Vereinigten Staaten während Roosevelts Präsi­dentschaft auszutragen haben wird, rüsten sich bereits die in Betracht kommenden deutschen Ozeanrhedereien. Der Norddeutsche Lloyd hat diePerle der Antillen", Kuba, aufs Korn genommen. Seine Schiffe werden von Mitt ' November ab in monatlichen, vom Februar nächsten Jahres ab in vierzehntägigen Zwischenräumen die Flagg.- Bremen^ nach Havanna, Cienfuegos, Manzanillo und 2gntiago b? Cuba tragen. Die Hamburg-Amerikalinie andererseits plant die Einrichtung eines Schnelldampferdienstes zwischen Hamburg Southampton Lissabon Brasilien. Tie Verbindung zwischen deutschen und südamerikanischen Häfen ist bisher ausschließlich durch Postdanipser bewerk­stelligt worden. Es wird den Amerikanern schwer n erden, gegen die deutsche Konkurrenz anzukämpfen,- sie befinden sich von vornherein dadurch wesentliche im Nachteils da st sie eine regelmäßige Schiffsverbindung mit den Häfen des Südens überhaupt erst einzurichten haben. Gleich­wohl wird die deutsche Exportindustrie unablässig bebaajt sein müssen, durch Preiswürdigkeit und gute Beschaffenheit ihrer Waren die nordamerikanische Konkurrenz aus dem Felde zu schlagen. Denn die neuen bezw. beschleunigten Schiffsverbindungen können nur aufrecht erhalten werden bei befriedigender Entwickelung des Frachtgeschäftes.

Zur serbischen Thronfolgefrage.

In letzter Zeit war bekanntlich das Gerücht vielfach ver­breitet, König Alexander werde am Geburtstag seiner Ge­mahlin die Proklamierung des jüngeren Bruders der­selben zum serbischen Thronfolger vornehmen. Dies Ge­rücht hat nun allerdings keine Bestätigung gefunden. Schon der Umstand, daß im letzten serbischen Amtsblatt nur ein Ulcrö über die Einberufung der Skupschüna erschien, ließ erkennen, daß es mit jener Proklamation, die ja sicherlich gleichzeitig mit dem Ukas veröffentlicht worden wäre, nichts sei. Es iic aber immerhin sehr wahrscheinlich, daß König Alexander, der bekanntlich sehr stark unter dem Einfluß seiner Ge­mahlin steht, sich mit dieser von ihr propagierten Idee ge­tragen habe. Allein das Ministerium scheint ihn doch recht­zeitig über die zu erwartenden Folgen ci derart'-cn Schrittes aufgeklärt zu haben. Denn wenn das serbische Bott

Politische Tagesschau.

Das Vordringen der Pest.

Dem Auftreten der Pest in Neapel wird, wie Ber­liner Blättern mitgeteilt wird, von den deutschen Behörden keine ekhebliche Bedeutung beigemessen. Wir nehmen an, daß diele Auffassung hauptsächlich zur Beruhigung dienen soll, und daß die Gefahr der Einschleppung der Pest nach Deutschland nicht unterschätzt wird. Neapel ist bei all feiner Herrlichkeit eine unsäglich unreinliche Stadt, ein Brutherd für ansteckende Krankheiten. Bereits ist, nach den neuesten Meldungen, ein sechster Todesfall vorgekom­men. Von den italienischen Behörden wird wenig zu er­warten sein. Der Eifer, den italienische Behörden ent­wickeln, ist von keiner langen Dauer. Tie deutsche Regier­ung muß ihrerseits auf die energischsten Schutzmaßregeln Bedacht nehmen. Wenn darauf hingewiesen wird, daß« man in englischen Häfen der Pest rasch Herr geworden sei, so ist zu berücksichtigen, daß! die englischen Behörden ganz anders, weit zuverlässiger funktionieren als die italieni­schen. Es scheint, daß« das Vordringen der Pest im allge­meinen etwas gar xu sehr mit demMnt der Kaltblütig­keit" angesehen wird. Die plötzliche Heftigkeit, toomit die letzte Cholera-Epidemie auftrat, aller Voraussicht spottend, sollte eine warnende Erinnerung sein. Nach dem erwähn­ten Blatt ist esmehr als zweifelhaft", daß! Deutschland eine ärztliche Kommission zum Studium der Pest nach Neapel entsendet. Uns erscheint eine solche Entsendung sehr zweckmäßig und angezeigt. Nach einer Meldung aus Konstantinopel ist in Smyrna ein neuer Pestfall vor­gekommen und in der bulgarischen Stadt Baltschick ist eine Reihe von Personen an der Pest gestorben. Tie Sanitätskommisswn entsandte dorthin mehrere Arzte und traf Vorkehrungsmaßregeln.

Zur Behandlung des Zolltarifentwnrfs.

Unser parlamentarischer R.-Mitarbeiter schreibt unterm 26. September:

Es ist in der Presse verschiedentlich der Wunsch ge­äußert worden, die Beratung oes Zolltarifs im Bundesrat möge so beschleunigt werden, daß der Entwurf dem Reichs­tag sofort nach dessen Zusammentritt zugehen, bie erste Lesung also vor der Generaldebatte über den Etat statt­finden kann. Tie Zolltarifkommission würde dadurch in die Lage versetzt, ihre umfangreiche Arbeit umso eher zu beginnen, und außerdem ließe sich auch eine Entlastung der Ctatsdebatten erreichen, da andernfalls aller Voraus­sicht nach die Erörterungen über den Zolltarif stark in die Etatsdebatte hineinspielen werden, wogegen sich Abg. Richter bereits jetzt verwahrt. In Bundesratskreisen ver­mag man jedoch zurzeit keine Aussicht zu eröffnen, daß der Zolltarifentwurf bereits Ende November dem Reichstag vorgelegt werden wird. Die Zolltarifkommission fann also erst frühestens im Januar ihre Arbeit beginnen. Ob sie bereits im März oder April damit zu Ende kommt, was man derNationallib. Korresp." zufolge in Regierungs­kreisen anzunehmen scheint, steht dahin. Es ist zu be­denken, daß jede der 946 Nummern des Entwurfes und jede Abteilung jeder Nummer eingehend geprüft werden muß, nicht minder jede einzelne der zu erwartenden zahl- losep Petitionen. Beim Zolltarif sind nicht, wie beim Bürgerlichen Gesetzbuch, die Parteien in den Grundlagen einig, sodaß ganze Reihen von Positionen debattelos an­genommen werden könnten. Und das Schauspiel aus der Kommission wird sich bei der zweiten und jedenfalls auch bei der dritten Lesung des Tarifs im Plenum wieder­holen, wonach man selbst bei glattem Verlauf der Dinge, d. h. bei dauernder Beschlußfähigkeit des Reichstags, nicht Wochen, sondern Monate für die Zolltarifdebatte in Rech­nung stellen kann. Tie Session wird also bis tief in den Sommer hinein sich erstrecken, wenn nicht Zwischenfälle, wie Beschlußunfähigkeit,Obstruktion", ein vorzeitiges Ab­brechen der parlamentarischen Arbeiten, eine Vertagung der Session geratener erscheinen lassen. Herr v. Miquel nannte einmal den Streit um den Mittellandkanal einen Kampf Aller gegen Alle". Die nächste Reichstagstagung wird lehren, daß dieses Wort mehr noch auf den Zoll­tarifentwurf zutrifft.

Da? Zentrum, die Landwirtschaft und die Industrie.

DieKöln. Volksztg." nimmt in einem bemerkenswerten Artikel Stellung zu den in letzter Zeit heroorgetretenen Differenzpunkten zwischen der Landwirtschaft und der In­dustrie. Sie schreibt u. a.:

Indessen bedankt sich die Landwirtschaft für jede fernere Jn- teressenqemeinschaft mit dem Großgeroerbe, roenn die von ihr ge­stellten Forderungen nicht ernstlich von letzterem unterstützt roerben, und erklärt, bie Zeiten seien vorbei, in denen ihre Vertreter mit

Redensarten der Großgcivcrbetreibenden noch sich abfpeifen lassen. Die Erfahrungen, roelche zivischen den Beratungen des Wirtschaft­lichen Ausschusses und ben Ereignissen ber jüngsten Zeit liegen, haben auch bie Gutgläubigen davon überzeugt, baß bie Herren von ben Großgero erben kalt berechnende Geschäftsleute sind, denen der höchste eigene Vorteil der alleinige Leitstern für ihre handels­politische Thätigkeit ist. Es tann übrigens auch kaum einem Zweifel unterliegen, daß der neue Zolltarif, soweit er großgewcr'." siche Erzeugnisse betrifft, in vielen Punkten so unbescheiden hoch ist, daß die Vertreter der Landwirtschaft und insbesondere auch die Gegner ber vielfach herrschenden Syndikatsmißwirtschast die Herab­setzung jener Zölle sogar auch dann beantragen könnten, roenn den landwirtschaftuchen Forderungen voll entsprochen würde."

Die Finanzen der sozialdemokratischen Partei.

Von allen politischen Parteien ist die sozialdemokratische die reichste. Für Wahl- und Agitationszwecke stehen ihr ganz bedeutende Geldmittel zur Verfügung; es fließen ihr auch Erbschaften zu; wie jetzt die eines Aachener Partei­genossen im Betrage von über 40 000 Mk. Aber anderer­seits scheint die Leistungsfähigkeit ober die Opferfreudigkeit der Genossen für die Parteikasse nachzulassen. 13 im Reichs­tage vertretene Wahlkreise haben während des verflossenen Jahres an die Parteikasse nicht einen einzigen Pfennig ab- gclicfert, 20 Wahlkreise sind nur mit geringen Beiträgen, im Ganzen mit 4258 Mk. beteiligt, während die Diäten ihrer Abgeordneten 12 957 Mk. kosteten. Die 13 unfruchtbaren Wahlkreise haben selbst für die Diäten feinen Pfennig auf­gebracht und trotzdem sollen gerade diese Kreise zu den wohl­habenderen gehören. Hierin zeigt sich die beginnende Ab­neigung der sozialdemokratischen Arbeiter, ihre sauer erwor­benen Groschen fortdauernd der Parteikasse zufließen zu lassen, in der Ebbe einzutreten droht. Daher soll gespart werden, aber nicht etwa an Agitationskosten, sondern an solchen Ar­beitern und Beamten, die im Dienste der Sozialdemokratie stehen. ________

Lsib eck, 25. Sept.

Nach Erledigung der Polen-, Preß- und Bernstein-De­batten kommt noch eine Angelegenheit zur Verhandlung, die in der Partei viel Staub aufgewirbelt hat: die Ham- larger Stretkbrecher-Affaire. Der Thatbestand ist folgender:

Nach dem Grundsatz, daß Akkordarbeit Mordarbeit sei, ^schlossen die Hamburger Maurer seinerzeit nahezu ein- frimmig, keine Akkordarbeit mehr zu leisten, woraus sich ein heftiger Lohnkampf entwickelte. Eine große Zahl organisierter" sozialdemokratischer Hamburger Maurer aber kehrte sich nicht «an den Beschluß, sondern stellte sich für Akkordarbeit den Maurermeistern zur Verfügung. Es waren Führer der sozialdemokratischen Organisationen dar­unter. Tie akkordfeindlichen Maurer verlangten den Aus- sckstuß derStreikbrecher" aus der Partei, und die sozial- dc-mokratischen Wahlvereine zu Hamburg und Wandsbeck beantragten bei der Parteileitung, daß 50 namentlich be­zeichnete Maurer aus der Partei gestoßen werden sollten. Aber ein unter Vorsitz von Auer zusammengetretenes Schiedsgericht hat diesen Antrag abgelehnt, und die Zentralkommission hat die Beschwerde der Antragsteller ver­tu orfen. Auf dem Parteitag, der die Sache nun austragen soll, berichtete heute zuerst, wie schon kurz erwähnt, Maurer Woemelburg-Hamburg. Er führte in längerer Rede aus, daß die 50 Maurer, deren Ausschluß ans der Partei be­antragt worden, nich^ deshalb ausgeschlossen werden sollen, weil sie auf Akkord arbeiten, sondern weil sie sich des Streikbruches schuldig gemacht haben. Bedauerlich sei es, daß dies alles alte Genossen seien, die zumeist schon vor bem Sozialistengesetz zur Partei gehörten und während des Sozialistengesetzes die Fahne der Partei hochgehalten haben. Diese Leute machen es aber unmöglich, im Maurer­gewerbe den Normalarbeitstag einzuführen. Sie unter­stützen in jeder Beziehung die Arbeitgeber, ja sie verrichten geradezu die Arbeiten der Unternehmer. Es sei dies eine E hrlosigkeit, wie sie nicht größer gedacht werden könne. Des­halb haben die Hamburger Genossen den Ausschluß der 50 Maurer aus der Partei beschlossen. Er ersuche den Parteitag, den Beschluß des Schiedsgerichts und der Kon- lroll-Kommission aufzuheben und dem Beschlüsse der Ham­burger Genossen beizutreten.

Abg. Auer: Tas Schiedsgericht habe mit der größten Gewissenhaftigkeit alles vorgelegte Material geprüft, das Material sei aber ein so mangelhaftes gewesen, daß auf Grund desselben ein Beschluß von solcher Tragweite, 50 alte, verdiente Genossen aus der Partei auszuschließen, nicht gefaßt werden konnte. Genosse Hüttmann habe ihm mitgeteilt, man wolle die Maurer ausschließen, weil die Möglichkeit vorliege, daß sie Akkordmaurer werden könnten. Zunächst verlangte man den Ausschluß von 100 Maurern. Auf meine Frage, ob das auch alle organisierte Genossen seien, wurde sestgestellt, daß 53 davon nicht zur Partei ge­hören. Wenn ich Maurer wäre, dann würde ich Börnel- burg beistimmen, ich würde aber hinzufügen: das ist eine bloße Maurer-Angelegenheit, die Partei hat mit der Sache nichts zu thun. Als das Schiedsgericht zusammentrat, ogten sofort alle Schiedsrichter:Ausschließen können wir >ie Leute nicht." Auf meine Frage, wo denn die Ham­burger Genossen seien, die den Ausschluß beantragt haben, tourbe mir gesagt: Diese haben sämtlich abgelehnt, in das Schiedsgericht einzutreten. Ich habe die Ueberzeugung erhalten, daß Elemente-im Hintergründe stehen, die nicht den Frieden in der Partei, sondern im Trüben fischen Dollen. Seien Sie aber beruhigt, es wird kein Fisch an­beißen. Nicht die Schädlichkeit der Akkordarbeit steht in Frage, darüber sind wir längst einig, sondern es liegt die Frage vor: haben sich die Hamburger Maurer ehrloser Wandlungen schuldig gemacht? Dafür ist aber kein Beweis erbracht. Sie können doch nicht verlangen, daß die Partei Zhre Sonderbündelei unterstützen soll. Die Partei ist nicht dazu da, um ohne nähere Prüfung Genossen auszuschließen. W ir haben die Aufgabe, den Frieden in der Partei aufrecht jin erhalten, deshalb können wir uns nicht in gewerkschaft- licche Angelegenheiten mischen.

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