Ausgabe 
28.9.1901 Erstes Blatt
 
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sie sich mit unseren Ausführungen deckt. Es ist u. E. nicht zu bezweifeln, daß die Arbeiterdankbarkeit sich in Arbcits- fteudlgkeit äußern wird. Es dürste sich hier eine neue Aus­sicht eröffnen, die auch dazu beitragen kann, die nun einmal bestehenden Gegensätze zwischen Arbeitgebern und Arbeit­nehmern zu mildern. Es wäre zu wünschen, daß andere Arbeitgeber dem hier gegebenen Beispiele folgten.

** Vortrag über Zolltarif und Handelsverträge. Wie wir vernehmen, wird am nächsten Mittwoch Abend in Steins Garten der Reichstagsabg. Kopsch überZolltarif und Handelsverträge" sprechen. Kopsch ist als zündender Volks­redner bekannt, und die Gegner des Zolltarifs hoffen, daß die Versammlung, welche jedermann zugänglich ist, stark be­sucht werden und in einem entschiedenen Protest gegen den neuen Zolltarif-Entwurf auslaufen wird.

Turnerisches. Wie aus dem Inserat in unserer heu­tigen Nummer ersichtlich, sieht sich der Vorstand des hiesigen Turnverein genötigt, das für nächsten Sonntag vorgesehene Abturnen zu verlegen, da der große Saal auf Textors Terasse zurzeit nicht frei ist. Das Abturnen findet daher acht Tage später und zwar am 6. Oktober in der Turn­halle statt, wobei gleichzeitig der neu restaurierte Saal ein- geweiht, und die Theaterbühne in ihrem elektrischen Licht er­strahlen wird.

** Jagdverpachtungeu. Wir erfahren, daß anfangs des kommenden Jahres in unserer nächsten Nähe folgende Jagden neu verpachtet werden: Wicseck, Annerod, Rödgen, Leihgestern, Albach und Oppenrod. Es steht zu erwarten, daß bei der überaus bequemen Lage und der Ergiebigkeit dieser Jagden recht viele Reflektanten dafür zu den Verpachtungen sich ein- sinden werden.

et. Laudeuhausen, 25. Sept. Auf der heute hier abge­haltenen Dekanatssynode des Dekanats Lauterbach wurde an Stelle des Dekans Geh. Kirchenrats Dr. Stock, der sein Amt niedergelegt hat, Pfarrer Schmidt aus Schlitz mit 33 Stimmen gewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde 'Pfarrer Türck aus Hopfmannsfeld mit 35 Stimmen aus- ersehen.

f. Friedberg, 26. Sept. Der hiesige Gesangverein wird am nächsten Sonntag eine Sängerfahrt nach Marburg veranstalten und zugleich dem dortigen GesangvereinLieder­tafel" einen Besuch abstatten. Letzterer wird den Gästen die Sehenswürdigkeiten Marburgs zeigen.

Frankfurt a. M., 25. Sept. Die kürzlich zu Ende ge­gangene Frankfurter Herbstmeffe hat in der gesttigen Stadt­oerordnetensitzung wieder einmal Veranlassung geboten, die Aushebung desJuxplatzes" anzuregen. Es ist das der Platz, an dem sich die Schaubuden und sonstigenSehens­würdigketten" der Messe befinden. Der Juxplatz ist ein Tummelplatz für Gesindel und Zuhälter geworden. Der Magistrat hat sich seiner Aufhebung bisher widersetzt, weil das Vermieten der Schaubuden der Stadt ein schönes Stück Geld einbringt, und Bürgermeister Dr. Varrentrapp erklärte heute, die Frage könne nur im Zusammenhang mit der anderen Frage gelöst werden, ob die ganze Frankfurter Messe aufzuheben sei, darüber fänden zur Zeit Erhebungen statt, und eine entsprechende Vorlage sei in Vorbereitung. Die überwiegende Mehrheit der Stadtverordneten wollte sich jedoch nicht wieder auf die Zukunft vertrösten lassen, sondern nahm einen Antrag an, der den Magistrat um die unverzügliche Aufhebung des Juxplatzes ersucht. Derselbe Beschluß ist frei­lich schon ein halbes Dutzend Mal gefaßt worden, bisher immer ohne Erfolg. Aber es scheint doch, daß man sich all- mählig auch an maßgebender Stelle mit dem Gedanken ver­traut macht, die ganze Frankfurter Messe, die immer mehr zum bloßen Krammarkt herabsinkt, aufzuheben.

m. Frankfurt a. M., 25. Sept. Zum erstenmal in diesem Jahre konnte der allherbstlich stattfindende Umzug der Tiere in die Winterquartiere unterbleiben. Durch Einstel­lung desHauses für kleine Säugetiere" sind die Einrich­tungen derart vervollkommnet, daß man, von wenigen Raub­vögeln abgesehen, im Winter jetzt sämtliche Tiere ebenso be­quem besichtigen kann, wie im Sommer. Baron von Erlanger in Nieder-Jngelheim, der erst vor mehreren Monaten dem Zoologischen Garten Löwen, Schakale und einen Leoparden schenkte, hat auch jetzt wieder ein Tier geschenkt, das vorher noch nie lebend nach Europa gebracht worden war, einen Singhabicht (Melirex), den er von seiner Forschungsreise in Inner-Afrika mitgebracht hat. Auch unter einer Anzahl kürzlich angekaufter Stelzvögel befindet sich eine Art, die von ihrer Stimme den Namen hat: Glottis, (Die Stimme"). Die Art brütet in Sibirien und berührt unsere Gegenden nur auf der Wanderung. Am nächsten Sonntag ist, zum letztenmale in diesem Jahre, der Eintrittspreis in den Zoologischen Garten für den ganzen Tag auf 50 Pfg. pro Person (Kinder 25 Pfg.) und in das Aquarium auf 20 Pfg. ermäßigt. Auch ist der kommende Sonntag für viele Eisenbahnrouten der letzte Tag, an dem noch Sonntagsbillette ausgegeben werden.

* Kleine Mitteilungen au» Hessen und den Nachbarstaaten. Bei der Gemeinderatswahl in Holzheim wurden gewählt: Joh. Georg Ohly 5r. mit 175 St., Jak. Jung 11r. mit 116 und Martin Heinrich Klotz mit 169 Stimmen.

Vermischtes.

Bremen- 26. Sept. Hier wütet das Scharlach- ffeber. Seit August sind 276 Personen, darunter 175 Kinder erkrankt und 41 gestorben.

* Essen a. Rh., 25. Sept. Generaldirektor Vogt, der kürzlich vom Eisenstanzwerk Brackwede ent­lassen war, wurde in Schwerte verhaftet. Vogt war bei den verkrachten Keienburgischen Unternehmungen viel­fach! beteiligt.

* Köln, 25. Sept. Aussehen erregte die Verhaftung des Landrichters a. D. Liecz, die in Brühl auf offener Straße erfolgte. Wie nunmehr fesssteht, wurde sie fettens des Staatsanwalts angeordnet auf Grund vorgefundener Briefe, denen zufolge der Verhaftete schwerer Sittlichkeits­verbrechen beschuldigt wird. Liecz, der zuletzt hier Schreiber bei einem Notar war und vordem als Landrichter in Ratibor amtierte, wurde alsbald dem Kölner Gefängnis überliefert.

* Trier, 26. Sept. Unter dem Verdachte des Gatte n- inordes wurde die erst seit sechs Wochen verheiratete t7jährige Frau des Försters Lachmuth aus Merscheid im Hunsrück verhaftet. Die Ehe war von Anfang an sehr

unglücklich, da die auS Schlesien stammende Frau nur mit großem Widerwillen ihrem aufgcdrungenen Gatten in das emsame Hochwalddörfchen folgte. Die Mörderin soll sich Arsenik zu verschaffen gewußt und das Gift dem Abendessen ihres Mannes beigemischt haben. Die Verhaftete leugnet jede Schuld.

* Feuersbrünste. DasLeipz. Tagebl." meldet aus Meerane: Gestern nachmittag wütete im altenburgischeu Dorf Bornshain eine große Feuersbrunst und äscherte drei Bauerngüter mit neuen Gebäuden und sämtlichen Ernte­vorräten ein. DerWanderer" berichtet: Am 26., nach- mtttags, brach in O st r o p p a (Oberschlesien) Feuer aus, das, durch starken Südostwind angefacht, sich schnell verbreitete. Innerhalb einer Stunde standen neun Anwesen mit 15 Ge­bäuden in Flammen.

Lemberg, 26. Sept. In der Ortschaft Malnor brannten 300 Wohn- und Wirtschaftsgebäude nieder. 100 Familien find obdachlos und gänzlich an den Bettelstab gebracht.

Lüttich, 26. Sept. Eine große Feuersbrunft zer­störte einen großen Teil der elektrischen Zentrale. Der Materialschaden wird auf 120 000 Franks geschätzt.

Petersburg, 26. Sept. Eine schwere Typhus- Epidemie sei daselbst ausgebrochen. Augenblicklich liegen über 1500 Typhuskrcmke in den Spitälern.

* Wie ein Schildbürgerstück liest sich eine von der ZeitungDeutschland" erzählte Diebesgeschichte. Zahl­reiche in letzter Zeit erfolgte Einbrüche haben die ruhigen Bewohner Weimars in Angst und Schrecken gesetzt, auch, die der Grunstedter Straße, wo erst kürzlich eingebrochen worden ist. Trotz solch schlimmer Erfahrungen war ein Insasse des Nachbarhauses so sorglos, seine Hausthür und Schlas- zimmerthür bei Nack)t unverschlossen zu lassen. Gegen Mitternacht eines der letzten Tage wurde der Schläfer durch ein Geräusch geweckt, und beim Aufschauen gewahrte er zu seinem Schrecken, wie sich die Thür lanasam öffnete und eine Hand mit einem großen brennenden Fidibus hervorkam und vorsichtig in das Dunkel leuchtete. Der Hausbewohner sah nun, wie zwei Gestalten in das Zimmer traten. Plötzlich aber stieß einer der fragwürdigen Besucher die Worte aus:Da liegt ja jemand im Bett." Im gleichen Augenblicke tönte den Unbekannten ein kräftigesHalt!" entgegen, das aber nicht beachtet wurde. Die Flamme des Fidibus erlosch blitzschnell, und die nächtlichen Besucher verschwanden schleunigst in der Nacht. Der Hausbewohner schlug Lärm, und vereint wurde die Verfolgung aufgenom­men. Und was war das Ergebnis? Die zwei Unbekannten entpuppten sich als zwei in städtischen Diensten stehende Nachtschutzleute. Sie hatten den Hofraum des betreffenden Hauses betreten, um nach Dieben zu forschen, und da sie die Hausthür offen fanden, vermuteten sie, hier die Ge­suchten zu finden. Wie der Besitzer der Wohnung mitteilt, haben die Wächter des Gesetzes vor Eintritt in sein Schlaf­zimmer bie. Werkstätte durchsucht und dort eine wertvolle Zeichnung vernichtet, indem sie das Blatt als Fidibus benutzten.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Dors-Gill und seine Sicherheitswache.

Das Gespenst der Feldbereinigung kommt immer näher. So hat sich denn hier, wie man hört, eine Sicherheitswache gebildet, um dem allgemeine«* schädlichen landwirtschaftlichen Riesenungeheuer, roenn es in nächster Nähe anlangt, den Garaus zu machen. Mair hat vier Hand- und mundsertige Männer ausersehen, welche auch zu Gemeinderäten gewählt worden sind. Vor 50 Jahren konnte man vielleicht glauben, daß die Feldbereinigung ein Dorf unglücklich machen könnte, heute aber schreiben wir 1901. Wir wollen uns über alles Unvermeidliche hinaussetzen unb eine Melodie anstimmen, zum Beispiel:

Betreten wir nur Wohnbachs Fluren, Ach. so winken uns schon Spuren, Daß hier eilt Bürgermeister thront, Der weiß wie die Müh' sich lohnt.

Sogar die größten Gegner in Wohnbach meinen nicht, daß man früher so denken konnte. Jeder kennt doch die Vorteile. Man sollte meinen, daß niemaitd gegen eine solche Verbesserung sein könnte. Wenn die Vorteile nicht begriffen werden können, so wollen wir eine Abendmelodie anstimmen:

Finstere Nacht ist eingeschlichen, Doch die Sternlein funkeln schon, Ach wie viele Herzen sehnen Sich nach Feldbereinigung.

Nacht o Nacht was deut der Name, Hier für Dors-Gills schönen Ort, Weil die Dümmsten aller Dummen Führen hier das große Wort.

Wenn ein Mann, der Fortschritt übet, Auf dem schönen Landwirtsfelo, Der wird ja so vorgefichret, Als der schlechteste oer Welt.

Doch möcht' ich die Gegner fragen, Was die Lappen bringen ein, Ach es ist gut zu erraten, Nachbars Furch ist alle mein.

Ist die Frucht kaum bald gereiset, Ist der Dieb schon bei oer Hand, Beutet seines Nachbars Furchen, Aus bis oben auf den Rand.

Und dann wird hervorgehoben, Kosten, daß ein'm selber bangt, Aber zu den Luxussachen, Ja da heißt's, die Zeit verlangt's.

Kostüm-Hütchen und Kapotchen, Uhren vorne im Panier, Aber zu Bereinigungs-Kosten Ist kein Geld in dem Revier.

Ach ihr werten Landwirtsfrauen Schauet auf das ferne Hiel, Arbeit auf den großen Auen Ist bloß noch ein Kinderspiel.

Nun so wollen wir uns trösten, Bis die Sonn' der Einigung, lieber uns're Felder sendet Strahlen der Bereirngung.

Landwirtschaft.

Drais, 23. Sept. Bürgermeister Schüler von hier, der ver­gangenes Jahr für ausgestellte Braugerste in der Landesaus­stellung zu Darmstadt den Ehrenpreis bekam, erhielt auch dieses Jahr wieder für Braugerste in der Vorprämiierung zu Darmstadt zwecks Braugerstenausstellung zu Berlin unter 37 Konkurrenten des Großherzogtums mit 42,5 den 1. Preis.

Karlsruhe, 25. Sept. Nach der üblichen Stufenfolge berech­tigt' der Stand der Saaten Mitte September bei Kartoffeln au 2,2, Tabak 1,7, Hopsen 3,5, Reben 2,7. Ter Stand des Tabaks, oessen Einheimsung durch die Witterung eine Verzögerung erlitten, hat noch eine kleine Besserung erfahren. Nur Ungünstiges verlautet über den Hopfen, der, was die Güte betrifft, meist kaum den be- cheidenslen Ansprüchen genügt. Empfindlich von der Ungunst der Witterung sind auch die Weinberge betroffen worden. Wenngleich

bie|meiften Berichte sich nur (n Vermutungen über die Folgen bet Witterungseinslüffe ergehen, sprechen sich doch etwa em Sechstel derselben ziemlich abfällig über den Zustand der Trauben aus und Hagen über' die Zunahme an faulen Beeren. Em günfuger Witte- rungsumschlag durfte iitdessen die Herbstaussichten wieder etwas bester gestalten.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft

Kassel, 25. Septbr. Der Aussichtsrat und der Vorstand der Treberirocknungsgesellschaft werden sich wahrscheinlich vor dem Schwurgericht zu verantworten haben. Schon seit 1894 ist mit Unterbilanz gearbeitet worden. Trotzdem wurden durch falsche Buchungen Bilanzen zurechtgemacht, die die Verteilung von Divi­denden bis zu 50 Prozent gestatteten. Uebrigens hat die Konkurs­verwaltung der Trebergesellschast bei dem Konkurs Otto in Dort­mund eine Forderung von nicht weniger als 73 Millionen an­gemeldet.

Bochum, 25. Sept. Die ZecheHoffnungschal" stellte am 1. Oktober den Betrieb ein. Tie ganze Belegschaft (350 Mann) ist gekündigt. Nur das Pumpwerk wird im Betriebe bleiben. Die Zeche, eine Gründung Leo Hanans, befindet sich gegenwärtig im Besitz einer. belgischen Gesellschaft.

Wie Dividenden gemacht werden. Die Staatsanwalt- schajt in Kassel ist in den Besitz der Kopie eines Briefes gelangt, oessen Inhalt für das Aussichtsralsmilglied Schulze-Dellwig von der verkrachten Treb ertrock e n- Ge s e ll s ch afl verhängnisvoll werden kann. Verfasser des Briefes ist Direktor Schmidt. Er teilt darin mit, das; er nach Prüfung der Bücher zc. der Trebergesellschaft zu dem Resultate gekommen sei, daß die Gesellschaft nicht in dex Lage sei, auch nur 1 Prozent Dividende zu geben. Auf diesen Brief soll Schulte-Dellwig geantwortet haben, Schmidt müsse unter allen Umständen die Verteilung einer Dividende von 25 Prozent heraus- bringen, er, Schulze-Dellwig, habe seinen Freunden eine Dividende in' dieser Höhe' versprochen.

UniverMs Nachrichten.

Am 23. Oktober.feiert der Honorarprofessor der klassischen Philologie an der Ezernow-itzer Universität Dr. phil. I. W ro­ll c l seinen 70. Geburtstag. Air der Universität Berlin fanden int Studienjahr 1900/01 insgesammt 172 Promotionen, darunter 54 von Ausländern statt, 1Ö4 Herren, wovon 49 Chemiker und 13 Historiker, und 1 Dame (nordamerikanifche Philologin) erlangten den Dr. phil., 56 Herren; darunter 23 Ausländer, den Dr. med., 2 den Lic. theol. Auffallend gering ist die Anzahl 9 der Promotionen in der Juristenfakultät. Der Gerichtsastessor Dr. Jacobi wurde an der Universität Breslau zum a. o. Professor ernannt. Der mit dem Titel eines o. Professors be­kleidete a. o. Professor der darstellenden Geometrie unb des forst­lichen Plan- und Terrainzeichnens an der Hochschule für Boden­kultur in Wien T. Tapla iuurbe zum o. Professor der darstellenden Geometrie und niederen Geodäsie an dieser Hochschule ernannt Der Vorstand der Herzog!, öffentlichen Bibliothek in Meiningen, Dr. F. Häubler ist g e st o r b e n. In P h i l a d e l p h i a ist am 12. ds. einer der hervorragendsten deutschen Schulmänner jener Stadt, Prof. I. B. H e r tz o g g eft o r b e n. Hertzog war am 2. Jaguar 1831 in Bechtheim, bei Worms geboren, hatte die Gym­nasien von Mannheim und Mainz besucht, in Gießen Jura unb Philologie.studiert und war 1856 nach Amerika gekommen.

Schiffsnachrichten.

R e d S t a r Linie" Antwerpen.

Der PostdampferFriesland" der Red Star Linie in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 24. September wohlbehalten in New-Pork angekommen.

Loch ers Antineon.

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Dr, Lewis schreibt in seinem Buch:Gonorrhoe kann nur durch innere Medizin einfach, sicher und ohne Folgen geheilt werden. Als das weitaus beste und zweckmäßigste Mittel zur Heilung genannter Krankheiten hat sichAntineon" erwiesen.' Die Anwendung des Präparats ist eine bequeme unb für jeden Patienten ohne viele Umstände möglich, da die Flüssigkeit in etwas Wasser leicht eingenommen werden kann. Die Heilung von Gonorrhoe und Blasenleiden nahm bei Anwendung von Locher» Antineon" einen ungewöhnlich raschen Ver­laus und konnten Patienten mit acuter (frischer) Gonorrhoe schon nach einigen Tagen als gesund entlassen werden."

Dr. JE. Sommer in Thayngen berichtet:Anti­neon". Bei verschiedenen Krankheiten der männlichen und weib­lichen Blase kam es zur Verwendung und der Erfolg hat mich stets vollauf befriedigt. Es scheint dieses nene Medikament auch auf gewisse krankhafte Prozesse des Magens heilkräftigen Einfluß ausznübcn re. re. 6147

Dr. «. in 16. sagt in seiner Abhandlung, daß nach dem Gebrauch der seitherigen Mittel (Balsamica Cubeben, des Sandel­öls 2C.) Appetitlosigkeit, Ausstößen, Erbrechen, Durchfälle, nessel- artige Ausschläge rc., nach dem Gebrauch des Sandelöls haupt­sächlich Nierenentzündungen entstehen. Derselbe Arzt fährt fort: Angesichts dieser den visherigen Behandlungs-Methoden anhaf­tenden Nachteile glaube ich mit Recht ein Mittel empfehlen zu dürfen, welches frei von allen schädlichen Nebenwirkungen, eine vortreffliche Heilwirkung gegen Gonorrhoe besitzt, näm­lich Locher* Antineon, ein flüssiges Präparat u. f. w. u. s. w. An späterer Stelle schreibt defielbe Arzt:Nach zwei Richtungen hin wirktLocher» Antineon" außerordentlich günstig: einmal als desinficirendes Mittel, welches die Schleimhaut der Harnorgane rasch und sicher reinigt, und zweitens wirkt es als ein den Stoffwechsel des Organismus günstig umstimmendes, krankhafte Absonderungen beförderndes Mittel."

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