Ausgabe 
28.8.1901 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Rebaftion, Expedition und

Druckerei: Schulftrahe 7.

Annahme v»n enieiacn M der uachmtltag, für den blgenbcn Tag erscheinende» wummer bi» oorm. 10 Ntzr. »»vestellungen fpdteftcn» tlcnb» vorher.

AwetteS Blatt.

LSI. Jahrgang.

Mttttvoch 28. August 1VVL

den

. , 1.50.

tl .

Keuilleton

W

und-ak

nzeip-

B, 28. August,

ttflU tWVW Mn Dfifauft. W Mf CfWaM»

ann w W*

Adresse für Depeschen, Anzeiger Sichen.

FernsprcchanschlußNr.51.

nehmen und diese sie selbst anfertigen lassen. Um ein Verstellen der Binde zu ermöglichen, wurde ebenfalls ein dreieckiger Schlitz mit Verschnürung angebracht. Solche Bin- 1 den lassen sich aufs billigste Herstellen und erfüllen ihren Zweck vollkommen.

Einen ungedruckten Brief Go e t h e si*veröffent- lrcht Hans Vollmer. Der Brief, der sich in der Autogra­phensammlung der verstorbenen Frau Geheimrat Ahlfeld fand und dessen jetziger Besitzer Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Ahlfeld in Marburg ist, hat folgenden Wortlaut: Im hohen Alter sich umzusehen, welche Freunde das Schicksal uns in dem auflösenden Laufe der Zeit noch übrig gelassen, und sogar unmittelbar zu vernehmen, daß sie unserer in alter treuer Liebe gedenken, ist durch­aus das Erwünschteste, was uns begegnen kann. Nehmen Sie, verehrte Frau, meinen freudigen Dank für die würdige Sendung und die begleitenden teuren Worte. Zu ernsten Betrachtungen geben mir diese Bände Gelegenheit, indem mir dadurch die Erinnerung unmittelbar aufgeweckt wurde, mit welchem Ernst der treffliche Freund sein Leben ver­wendete, um solche gränzenlosen Einzelnheiten zu ent­wirren und einen unübersehbaren Zustand dem Geiste des Beobachters einigermaßen faßlich zu machen. Wenn ich Sie beyde mit den lieben Ihrigen manchmal, gedankenreich, in jenen freundlick-en Gegenden besuchte, wo Sie sich einen, alle Behaglichkeit versprechenden Sitz gewählt und erworben hatten, so ist es mir des!) schmerzlicher. Sie nun, ein­sam, in Ihre Wohnung zu Göttingen hingewiesen und da- selbst nicht in dem gesundesten Zustande zu denken. Doch Sie tragen dies alles übermännlich und sehen dabei auf­gerichtet Ihre lieben Kinder wünschei^wert herangewachsen, die Tochter zu unmittelbarer liebevoller Erleichterung, die Söhne 'wissenschaftlich uno thätig vorstrebend. Möge alles diesen Lieblingen gegönnte Gute auch, Ihnen gemütlich zu Hilfe kommen, und eine leidliche Gesundheit Ihnen den Genuß der beschiedcnen Tage freundlich vergönnen. Ge­denken Sie mein, der auf seine alte Weise fortfährt; träten Sie als wohlwollender Gad wie sonst, bey mir ein, so würden Sie kaum eine Veränderung finden. Ein paar ko­lossale Gypsbilder mehr, sonst aber das alte Bekannte, an alter bekannter Stelle. Mein Thun und Wirken der letzten Jahre liegt im Truck offen da, meine Freunde vorzüglich begrüßend und dem Unwandelbaren empfehlend; wo mit

. doch M

. . . wnll igMchschuht ,.

d Halbschudt rn

. von 2.50 *

DotMsche Tagesschau.

Eduard Bernstein wird auch den sozialdemokra­tischen Parteitag in Lübeck beschäftigen. Die vorläufige Tagesordnung des Parteitages sagt allerdings nichts von derBernsteinerei". Auf einer Berliner Versammlung, die ich mit dem Parteitage befaßte, erklärte Genosse Pfannkuch beim Parteivorstande sei dazu keine Neigung vorhanden; ür ihn sei die Sache durch die Stellungnahme der vor­hergehenden Parteitage abgethan; etwas anderes wäre es, wenn Bernstein selbst die Frage anschnitte; die Entscheidung, müßte dann fallen; ob sie für Bernstein angenehm sein würde, sei eine andere Frage.

Bernstein dürste sich gleichfalls nicht dazu veranlaßt fühlen. Allein für einen großen Teil der Genossen ist

Bezugspreis tnetttlläfrec Mk. 2.20, monatl. 75 Pf- mit Bringerlohn; durch bu Abholestellen Vierteljahr!. Mk. 1.90, monatl. 65 Pfg. Bei Postbezug Vierteljahr!. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. MD« «nzeiacn-vermitiluntzA stellen deö In- und Ausland« nehmen 8Uueigcn für bai Gtrhencr Anzeiger ringearn. Leilenpreis. total i? auSwärt» so Pfg.

Beschlüsse der Katholikenversammlung vom Geiste des Friedens durchdrungen sein mögen und daß ihre Be­ratungen dazu beitragen, die Gottesfurcht und die Liebe zu Kaiser und Reich zu festigen und zu verbreiten.

An den Papst wurde folgendes Telegramm ab- gefandt:

«1° civitate Oanabrugenai commorantes, ubi undeoim aaecalia abhinc primns Romani Imperii germanicae nationi» Imperator sedem instituit epiacopalem, catholici ex Omnibus partibus Germaniae aolemniter. congregati potunt Apostolicam benedictionem, pignus paternae dilectionia Tuae, exhortationem firme conetanterque procellia nostri aaeculi reaiatendi in amore Christi, eanctae eins Eeclesiae eiosque vicconit in terria.

In deutscher Uebersetzung lautet das Telegramm: Tie in der Stadt Osnabrück, lvo vor 1100 Jahren der erste Kaiser des römischen Reiches deutscher Nation einen bischöf­lichen Stuhl errichtete, aus allen Gauen Deutschlands ver­sammelten Katholiken bitten um den apostolischen Segen zum Beweis Deiner väterlichen Liebe und zum Ansporn, in Liebe zu Christus, seiner heiligen Kirche und seinem Statthalter auf Erden den ©türmen unserer Tage kräftigen und beharrlichen Widerstand zu leisten.

Von Kardinal Rampolla ist darauf folgendes Ant­worttelegramm eingegangen:

»Incepto hodie catholicorum Germaniae congressui Sum­mos Pontifex impenaissimo gratulatnr, ex superiorum conventuum fructibus utilitatee praeaentes laeto animo praecipit, utque Deus adait vobia ao propoaita vestra fortunet, Apostolicam benedictionem paterna effuaaque earitate impertitur. M. Card. Rampolla*.

In deutscher Uebersetzung: Tepi 48. Kongreß der Kotho- liken Deutschlands drückt der Papst seine innigsten Glück­wünsche aus, indem er aus den Ergebnissen der ftüheren Versammlungen ein frohes Ergebnis sowie die großen Er­folge der gegenwärtigen vorausahnt. Auf daß Gottes Bei­stand nicht fehle und eure Verhandlungen glücklich ver­kaufen, übersendet er euch den apostolischen Segen aus der ganzen Fülle seines väterlichen Herzens.

Ein an den Kaiser gerichtetes Huldigungstelegramm lautet:Eurer kaiserlichen und königliclien Majestät spricht die in der alten Sachsenstadt Osnabrück tagende General­versammlung der Katholiken Deutschlands ihre ehrerbietigste und innigste Teilnahme an dein Hinscheiden der kaiser­lichen Mutter Eurer Majestät aus. Sie verbindet damit in altgewohnter Weise den Ausdruck ehrfurchtsvoller Huldigung und das Gelöbnis deutscher Treue. Jnstzizrat Karl Trim- born, Mitglied des Reichstags und Abgeordnetenhauses; v. Thünefeldt, Mitglied des Reichstags; Konsul Edaar Nölting aus Hamburg."

Sodann folgte eine Reihe Begrüßungsreden, u. a. seitens des P. Weißhaupt namens der Katholiken und der deutschen Missionare Ostindiens, des Vorsitzenden des Lokal- komitees der vorjährigen Bonner Katholikenversammlung, Sanitätsrats Dr. Rügenberg namens des katholischen Rheinlandes, sowie des Konsuls Noelting namens der Hamburger und v. Blücher namens der Mecklenburger Katholiken. Pfarrer Koopmanns überbrachte die Grüße der holländischen Katholiken und Generalsekretär Leven (Essen) des Verbandes der Windthvrstibunde. Ferner sprachen der Landtagsabgevrdnete des Wahlkreises Osnabrück, Hof­besitzer Meyer (Riemsloh) und Domkapitular W i ch e r e r

48. Geueralverfaurrrrlurrg der Katholiken Deutschlands.

L

Os nab rück, 26. August.

Arn Sonntag nachmittag 2 Uhr fand Festandacht mr hohen Dome statt. Um 3 Uhr war Fe stz u g der Gesellen- i>nd Arbeitervereine. Um 4 Uhr wurde seitens der ge­nannten Vereine im Osnabrücker Vereinshause eine Fest- veriammlung veranstaltet. Zu derselben waren auch drei Kirchen fürsten erschienen. Nach einem Musik- und Ge- saingsvortrag begrüßte der Präses der Arbeitervereine, hcopiting, die Versammlung. Dechant Scheiermann über- Rechtsanwalt Dr. Bitter spracht über dein Mann und die Arbeit im Lichte des Christentum^" Caplan Dasbach sprach über die Arbeiter-Encyklika des perligen Vaters. Der Bischof Voß von Osnabrück erteilte oe» Festversammlung den oberhirtlichen Segen.

Aus dem Tasbachschen Vortrage ist folgendes be­merkenswert: Arn 15. März 1890 trat die Arbeiter schutz- ^"serbnz rn Berlin zusammen, und fünf Tage später Bismarck aller seiner Aemter enthoben. (Stürmi- J-f Bravo.') Ter Kaiser glaubte auf seine Dienste ver- pchteii zu müssen, weil er in ihm das Haupthindernis für Zozialresornr ^blickte. (Stürmischer Beifall.) Der fran- zr'l Ische Minister, der Sozialist Millerand, hat dieser Gesetz- !P nng das wärmste Lob gespendet. Wir sollten uns daher neuen, daß solche segensreiche Gesetze hauptsächlich durch du »ilfe des Zentrums zu stände gekommen sind. (Stürrni- 1(:). r Verfall.) Aber die Wahrheit kann noch so klar in du Augen springen, die Sozialdemokratie sieht die Wahr- y.ar nic^)t- (Beifall.) Wienn es keine anderen Waffen als vrjen und Verleumdungen gegen das Zentrum giebt, so N Zentrum noch lange leben. (Stürmischer BeifaN.) Ainrft Bismarck hat ckinmal im Zorn das Zentrum einen uiriberwindlichen Turm genannt. (Bravo.) Wenn Bismarck 'eP^ ^Wahrheit äesagt hat, so diesinal. (Stürmischer Beifall.) -hw-st Bismarck ist verschwunden, das Zentrum ist ge­blieben, was es war. (Anhaltender Beifall.) Das Zentrum ist reich an Verdiensten um die Arbeiter. Tie Deutsche Ärtleiterschaft sollte daher dankbar dem Zentrum sein mr> ihm Vertrauen entgegenbringen. (Stürmischer Beifall.)

In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal des Vereinshauses begann heute abend 8 Uhr die Be- grirrtzungsversammlung. Ter Vorsitzende des Lokal- fomiteeS, Amtsrichter Engelen, ein Neffe Windthorsts, ent ot der Versammlung seinen Will kommen grüß. Er ge- do^üe Windthorsts, sowie des verstorbenen langjährigen Fichrers der Osnabrücker Katholiken, des Bürgervorstehers Äitktendorf. Unter dem Beifall der Versammlung gab er lobcmn der Hoffnung Ausdruck, daß in der Stadt, wo der weAsälische Friede geschlossen worden sei, der es sich zur Aufgabe gemacht habe, ein friedliches Nebeneinanderleben leider Konfessionen zu ermöglichen, die Generalversammlung der Katbolikerr Deutschlands das in der hiesigen Bevölkerung lest.ehende erfreuliche Verhältnis nicht nur nicht beeinträch­tigen, sondern fördernd, hebend und mehrend auf das­selbe einwirken werde. Namens der städtischen Behörden entbot Bürgermeister Dr. R i e ß m ü l l e r einen kurzen Will- lommengruß Er sprach den Wunsch aus, daß auch die

.'L»Z?L

1!)U LAlus btt 5

LNW-Iifji'

Mteratm, Wissenschaft und Kunst.

Archangelsk, 26. August. Der Beamte Tschulkow erhielt von dem Chef der nadj Nowaja-Semlja ent­stielen Expedition Bornsow folgenden aus der Ma- stchkin-Meerenge vom 10. April 1901 datierten Brief:Zu tobe des vorigen Sommers begab sich die Expedition <ar derMetscksta" nach dem Karischen Meere. Die Wind- pilCe und das Eis waren der Fahrt sehr hinderlich Wir Langten bis zur Mündung des Tschekin. Hier wurde särnt- hdicr Proviant für die Depots ausgeladen, da das freie Lasier mit einer Eisschicln von einem Zoll Ticke und mL> mehr bedeckt war, sodaß das Schiff bei vollen Segeln -mit* mäßig starkem Winde unbeweglich stand. Nur bei Erkern Winde vermochte es sich langsam fortzubewegen. Sic Temperatur der Luft fiel auf 7 Grad unter den Ge- Mrpunkt, die des Wassers bis zu 1,6 Grad. Am 19. Sep- ttmtber faßten wir den Entschluß, nach dem Ueberwinter- m-gsort in der Seehunds-Bai zurückzukehren. Auf der Mckiahrt wurde das Schiff von den aufgetürmten Eis- Wvlilen eingeengt, wobei es fest einfror. Wir wollten

Fahrzeug verlassen, und zu Fuß nach dem Ueber- ibiil erungsort gehen. Nach einigen Tagen aber wurde das D? von den großen Wellen gebroch,eu, die weite freie Billen bildeten. Wir befreiten jetzt das Schiff von dem W>e und hofften die Matoschkin-Meerenge zu erreichen. In

Nanarin-Meerenge wurden wir jedoch endgittig von ^tlan Eismassen eingekreist. Es blieb uns nichts anderes uinog, als entweder das Sck)iff zu verlassen, und zu ver- I biem, das Ufer zu erreichen, und dort mit genügendem toat längere Zeit auszuhalten, oder aber auf dem Schiff sei ganzen langen Winter über bei geringem Vorrat ji'J verbleiben. Wir wäblten ersteres, und verließen das ' AM Erst beim Flusse Sawin, 200 Werst südlich vor der ÜMovjchkin-Scharr-Meerenge, gelang es uns, an Land zu kirnen. Wir nährten uns von rohem Seehundfteisch, .^-Mut bildete unser Getränk. Die Studien und Zeich- 1 nlul90en dieses Sommers, die wissenschaftlichen Samm­el umgehn und einige Instrumente gingen verloren, aber wir

s'chlossen^^^ 11 wurde der Begrüßungsabend ge-,

L.ie erste geschlossene Generalversammlung wurde heute von Amtsrichter Engelen mit einem Hoch auf Papst und ttaiier eröffnet. Sodann wurde Aba. Justizrat ^rimborn-Koln zum ersten, Adg. Freiherr v. Thüne- seid- Augsburg zum zweiten und Konsul Edgar N ö l l i n g - Hamburg suin_ dritten Präsidenten gewählt

Justizrat ^rimbom erklärte sich zur Annahme der Wahl bereit, fugte aber humorvoll hinzu, daß er nicht umhin könne, gegen die Versammlung die Anklage auf Tollkühnheit und gegen sich selbst die Anklage auf unerhörten Leichtsinn zu erheben. Als mildernden Umstand für sich selbst könne er nur geltend machen, daß er bei Annahme der Wahl auf die große Liebenswürdigkeit und dtachsicht der An­wesenden rechne. Redner gedachte hierauf der uralten Be­ziehungen zwischen dem Rheinlande und dem Sachseiilande, die durch die Wahl eines Rheinländers zum Präsidenten neuen Ausdruck gefunden haben, und schloß mit der Ver­sicherung, daß der Vorstand alle Kräfte einsetzen werde, damit es am Schlüsse heiße: die achtundvierzigste General­versammlung war eine würdige Nachfolgerin ihrer Vor­gängerinnen.

Zu Vorsitzenden der Ausschüsse wurden gewählt: Mission, Vereinswesen, Aeußeres und Formalien Graf Praschma (Falkenberg), chinstliche Charitas Landtagsabg. Herold, Wissenschaft, Schule, Unterricht, Presse und christ­liche Kunst Prälat Dr. Hülskamp (Münster).

Nach Verlesung der Begrüßungstelegramme deutscher und ausländischer Kirchenfürsten und nach Erstattung des Berichtes der Zentralkommission durch deren Vorsitzenden, Graf Troste-Vischering, trat die Versammlung in die Be­ratungen der Anträge ein.

Angenommen wurden die Anträge 1, betr. die Lage des heiligen Stuhles, 2, betr. Beisteuer zum Peterspsennig, 3, betr. Unterstützung und Förderung des Aftikavereins deutscher Katholiken, 4, betr. Unterstützung und Förderung des Bonifotiusvereins, 7, betr. Unterstützung und Förderung der katholischen kaufmännischen Vereinigungen, 9, betr. Canisiusgesellschaft, 10, betr. Schaffung deutscher Lehrstühle im Auslande, 16, betr. Beitritt zum Rafaelsvereiu, 17, betr. Empfehlung des St. Franziskus Xaveriusvereins, 20, betr. Empfehlung des Windthorstbundes in Esfen.

Hierauf wurde die erste Versammlung geschlossen.

lar bei ftiln

:u<N°8 verbrennend, p?

MchchMP

>'che Vrühl. 9

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger

alle sind gerettet. Wir hoben ausgezeichnet überwintert und viele ZeickMungen ausgenommen: Alle sind gesund. Heute begab sich Borissow mit dem Zoologen Timofejew und zwei Samojeden nach der karischen Seite und weiter nach Norden."

Ueber Korsett und Leibbinde entnehmen wir den Therapeutischen Monatsheften einen sehr interessanten Artikel von Dr. Witthauer, Oberarzt am Diakonissenhaus in Halle» a. S. Nachdem der Verfasser eingehend die Schäd­lichkeiten, die das Tragen des Korsetts zur Folge hat, hervorgehoben hat, führt er aus, daß bei den Aerzten die Verurteilung des Korsetts eilte zu theoretische ist. Es hilft nichts, daß wir in unseren wissenschaftlichen Zeitschriften gegen das ungesunde Kleidungsstück wettern; wir müssen diesen Kamps in der Praxis führen vor allem nicht dulden, daß die Heranwachsende weibliche Jugend sich an das Korsett gewöhnt. Vernunstgründen sind Mütter für das Wohl ihrer Kinder ganz zugänglich, auch wenn sie für sich selbst eine Aenderung zurückweisen. Die bisherigen Veröffentlichungen in Tages- und Wochenschriften leiden nach des Autors Meinung an dem Mangel, daß sie zwar Reformkorsett oder Aehnliches empfehlen, aber so unbe­stimmt, daß keine Leserin darin eine Richtschnur finden kann. Ter Verfasser enipfiehlt einen Korsettersatz, der jeder Steife entbehrt, und einfach aus Gurten besteht, die sich meist rechtwinklig kreuzen, und größtenteils elastisch sinh. Die Büste ruht in faltigen miederartigen Lätzen. Die Röcke und Beinkleider müssen angeknöpft werden. Als Anhängsel zum Korsetterfatz empfehlen sich Strumpfhalter. Als Leib­binde empfiehlt Dr. Witthauer, nachdem er kurz auf die Indikationen zum Anlegen einer solchen eingegangen ist, eine sehr zweckmäßige Form. Um die Binde jeder Leibes­form passend zu machen, sind eine Zahl dreieckiger Ans­chnitte mit Verschnürungen versehen, an den beiden Längs- eiten der Binde angebracht. Verfasser hat es als bewährt lefunden, Leibbinden stets in jedem Falle nach Maß an- ertigen zu lassen, bei ärmeren Patienten von der be­treffenden Frau selbst. Es wurde natürlich stets tont rotiert, ob die Binde gut faß, eventuell diese abgeändert. Jede kraffe graue Leinwand erfüllt ihren Zweck. Nur muß auf genaues Maßnehmen geachtet werden, und das zu erlernen, ist wirklich nicht schwer. Der Autor hat z. B. 'tets die Hebammenschüleringen für Leibbinden Maß

irfdjelnl täglich mit Lvsuahme des Montags.

ie Gießener Familie«, blätter werden dem Aw> idfler im Wechsel mitHess, tzandwirt" undölättcr (fit Hess. Volkskunde" vier- «al wöchentlich beigelegt.

ineH geräumt

ssss*i

|.nfe

Weht Wotttrtcht ober

11 - vmatuMtini, M W? ile Ulaftu bei größer ta t bie

3p Henk