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28.6.1901 Zweites Blatt
 
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Freitag A8. Juni 1901

181. Jahrgang

Zweites Blatt

A?r. 149

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Budapest, 27. Juni. Nach Meldungen auS Bruck a. d. Lettha wurden die österreichischen Behörden einige 2-age vor der Ankunft des Königslager aus Basel aufmerksam gemacht, daß ein Schweizer Anarchist behufs emeS Attentats auf den König nach Bruck gereist fei. Die Behörden ergriffen, da die anonym eingetroffene Verstau, digung den Stempel der Glaubwürdigkeit trug, umfaffende Vorkehrungen. Aus Wien wurden 50 Burg-Gendarmen, au» Budapest Gendarmen und Detektivs requiriert. Bei der An­kunft des Monarchen standen am Wiener Bahnhof bis Bruck auf beiden Seiten der Bahnstrecke dichte Militärposten. I Gestern wurde nächst dem Lager ein verdächtiges Individuum | verhaftet. Der Betreffende war kürzlich noch Airolo gewesen. Brief« dortiger notorischer Anarchisten wurden btt ihm vorgcfunden. Der Verhaftete bleibt vor läufig in Haft. Nach einer weiteren Meldung erfolgte gestern eine zweite Verhaftung. Dieser Verhaftete ift ita- lienischer-Arbeiter. Alle italienischen Arbeiter, die in der Umgebung beschäftigt sind, wurden ausgewiesen. Die anonyme Verständigung der österreichischen Behörden soü einer neuerlichen Version zufolge auS Genf mit der Unter, schrift M erfolgt fein.

Im Rahmen der Beratung deS JnkompaUbilitatS- Gesetzes brachte heute im Abgeordnetenhause Abg. Gasari die Affaire Ugron zur Sprache. Redner verurteilt den Ver­such, gegen die Politik der legitimen Majorität Ungarns zu mtriguieren und gegen die vitalsten Interessen der eigenen Heimat Geld anzunehmen oder von einer fremden Regierung Gelder und Unterstützung zu verlangen. Es sei einerlei, ob Geld erhalten wurde oder nicht; gefordert wurde es. Redner ist überzeugt, daß, wenn der Verfuch auch gelungen wäre, dies auf die auswärtige Politik der Monarchie gar keine Wirkung gehabt hätte. Die auswärtige Politik ruhe m so festen Händen und die Ueberzeugung Ungarns, daß die der­zeitige mitteleuropäische Konstellation durch keine andere als durch die Politik deS Dreibundes erhalten werden könne, lei so fest, daß lein ernster Politiker existiere, der den oer. roegenen Angriff gegen den Dreibund nicht aufs Schärfste verurteile. Der Präsident der UnabhängigkeitSpartei, Franz Koffuth, meint, die UnabhängigkeitSpartei nehme entschieden für den Dreibund Stellung.

Petersburgs 26. Juni. Das spanische BlattAssan teilt mit, daß ein Aufstand auf Korea ausgebrochen ist und mehrere Misfionare getötet worden sind. Koreanische Truppen find zur Wiederherstellung der Ruhe entsandt

lb die beste stets diese Marie.

monstrationen bei ftuntentelegra^e,

suche und Röntgendemonstrationen anschlossen. Am Abend war im Zoologischen Garten Tiner, woran 400 Personen teilnahmen. Handelsminister Möller brachte den eriten Trinkspruch auf den Kaiser von -Deutschland und den König von England aus. Wilhelm von Siemens von den englifchen Elektrotechnikern, dankte und sprach gleichzeitig feine An­erkennung für die großartige Entwickelung der durch die beiden einladenden Firmen repräsentierten deutschen Elektro-

schafter am hiesigen Hofe Grafen Schuwalow hier im Hotel Reichshof die neue Uniform in graugrüner Fär b e vor. Oberleutnant v. Hülsen -und ein Unteroffizier von den Alerandern hatten zu diesem Zweck die Uniform angelegt.

Zu der in den letzten Tagen viel besprochenen neuen Militärvorlage, die angeblich für den Herbst zu ge-

eI,Tat[§ruDc, 26. Juni. Di- Bad. Korr-sp^ vor- breitet heute aus angeblich zuvettaffiger Quelle, baß der Rücktritt des Staatsministers Nokk noch vor dem Zu­sammentritt des Landtags erfolgen werde. Auch stunden in der Uuterrichtsabteilung des JustizmmffteriUMs Per- sonaländermigen bevor. Damit wäre der Rücktritt vo " " vom Ministerium der Auswärtigen Angelegen­

seine Berufung zum Staatsminister nicht aus-

Chma.

Der russische Gesandte in China, v. GrerS, erhält Äpmnäcbft seine Abberufung aus Peking, da er für den dor- S Verantwortlichen P°si°n sich nicht als g°°ign-t -rw-°ftn hat. Wie verlautet, soll er zum Gesandten in Lüncheu er- S,ann®enetatteutnant v. Lessel meldet aus Tientsin vom 25. ds.:Palatia" ist heute in See gegangen mit dem 3. fanterie-Regiment, 300 Leichtkranken und dem Transports führer Oberstleutnant Wallmenich. An Bord befindet sich die Leiche KettelerS.

technik bcn Stand 'ber Verhandlungen betreffend

die Main-Kanalisation von Offenbach bis Afchafsen- bura hört die bayrisch-offiziöseAugsb. Abendztg. . Cs ist richtig, daß Preußen in Bezug auf^ Tarlwerhaltnisse verschiedene Forderungen erhoben hat. hJa

war auch der bayerischen Regierung vorher bekannt, doch wurden diese Forderungen erst auf der Frankfurter Kon­ferenz näher bekannt gegeben und präzisiert, xie Vorhand lunaen hierüber werdet, da es sich auch um em umfang­reiches Ziffernmaterial handelt, einige Zeit in Anspruch

Besflgsprti* Din-kW* Mk. 2.20, monall. 76». mit Bringkrlohn; durch «W dlbhokstcll««

Mk. 1.90, monall. 66

Bti Postbezug oiertrfiH* Mk. 2.00 ohne

Kolonialpost. I AuÄMd.

Gold in Westafrika. An der englischen Goldküste cylin; maleniia rotteten sich die Anti-

»«2.ÄSÄiS'i über 400 Millionen Mark erreicht haben sammeu, zertrümmerten die Kirchenfenfier und suchten eine ' 1 ** * * 1 -CH Dem

0U5 Äuiuumvnut: Äupuut .virb ber ganje TiftriTt für ©ifen* ©etömmel wurde eine Anzahl Frauen ohnmächtig. -Die bahnen, gewerbliche Anlagen und einen Zustrom von Ein- mußte einschreiten und die Prozession bei ihrem Aus-

-T""'" . tritt f^üßen. Daran, »achte» sich di- Ruh°ft°r°r daran, UM an der Beförberung ber enghfdjen Einwanderer Anteil ÖQfl.bischöfliche Seminar und das Karmeliterklofier mit ihrpr .^amerumöuubtlmie ©OUM $(e{ncn h^Erfen. Die Polizei nahm mehrere Ver­haftungen vor. In einer Kirche in Gijon fand man eine" Aufruf angeschlagen, in dem angekündigt wird, daß sämt­liche Kirchen der Diözese in Brand gesteckt werden würden: die Kirchen in den Ortschaften Norena, San Juan u. s. w. seien schon durch Brand zerstört. Ja der Bevölke­rung herrscht darüber lebhafte Entrüstung.

Rom, 26. Juni. Dem BlattFanfulla" zufolge lud Kaiser Wilhelm den König von Italien zu den deutschen Flottenmanövern ein. König Viktor Emanuel !lehnte die Einladung dankend ab, versprach aber, mit der Königin baldigst das deutsche Kaiserpaar zn de-

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen

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Engländer und Bnren.

Aus Kakamas sind bett Englänbern ergebene Farmer 1 n u v v v .. - ? v, -.. /y

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abaelcVnt bewaffnete Buren aufzunehmen. Schließlich finanzpolitischen Notwenchgkeiten fur die nowtendtgsie Stf 1: i?Kw» »ää''Sft.ttÄ chtzr-WGSEK 7-.WL.-

Präsident Krug er ist am 25. b. M. tn Rotterbam cinactroh'en und begab sich mit feinem Gesolge nach bem Saufe Ter Wagen des Präsidenten würbe von früheren transvaalischen Offizieren unb Unteroffizieren c»tortiert. ,9fuf bem Rat Hanse würbe Krüger vom Bürgermeister, den Stadträten unb Ratsmitgliebern empfangen. Rach enter Ansprache bes Bürgermeisters dankte Kruger für ben Em­pfang unb gab ber Hoffnung Ausdruck, das; Gott fein taub dLd wieder befreien werbe. Nach ber Fruhstuckstafel unter- qtrnfibent einen Spazierritt, wobei ihm zahl­reiche Ovationen dargebracht wurden. Um 4^Uhr sand großer Smvfana statt, woran sich eine Menge Teputationen be- KSfnten Ter Präsident dankte den Erschienenen herzlich. ^ ker Ansprache wurde die Politik nicht berührt. Kruger betonte nur^ England bereitete sich seit dem Zug Jame- sons aus den >irieg vor.

worden. . , , .

New-Bork, 26. Juni. Da Frau Mac Kinley noch immer ,'ehr leidend ist, konnte ber Präsident nicht ber Verleihung des Ehrendoktors an den deutschen Botschafter v. Hol­leben beiwohnen. Der Präsident Elliott verlieh v Holleben den Titel Doktor der Rechte mit den Worten: Dem Bot­schafter des jungen und kräftigen Deutschen Reiches, dem Lertreter eines Volkes, das derselben Rasse entsprungen ist, wie unser eigenes, deffen Gelehrte und Universitäten der Welt zum Vorbild und zur Inspiration dienten. Der Che. miker van't Hoff aus Berlin wurde auch Ehrendoktor und Profeffor Münster berg Master of arts.

Wie bi?New Yorker Tribüne" meldet, steht es setzt fest, daß der deutsche Kaiser in den Vereinigten Staaten eine Yacht bauen läßt.

WWieLcrriNMihllNg der Aadtkirche in Friedberg

)( Friedberg, 26. Juni. Zur Vorgeschichte.

Tie in frühgothischem Stil um 1260-^ begonnene unb am Anfang des 14. Jahrhunderts in Gebrauch nomtnene hiesige Stadtkirche, ein herrliche» Denkmal der deutschen Baukunst, nach sachverständigem Urteilkunstge^

Volttische Tagesschau. ,

Die Berliner Krisengerüchte wollen nicht zur |[J£Ut)Uj£5 II?*

Muhe kommen. Jetzt heißt es, es sei ein offenes Geheimnis, Berlin 26 Juni Ter Kaiser, der gestern abend an

niesten. Herrn v. Thielens ^.age scheinen in der ^^at i Stunde seine Teilnahme an dem Herrenabend des! gezählt zu sein, doch beabsickstigt man allem Anscheine nacky , , ab

ihm noch einmal Gelegenheit zur Befürwortung der von N Erinnerung an das in den Monat April 1902

ihm so energisch vertretenen Kana Vorlagezu geben^ende fünfzigjährige Regierungsjubiläum des Groß-

Bei ber letzten Ministerkrise galt angeblich auch), die N § s v 0 n B a b e n ist die .Herstellung von silbernen Stellung des Justizministers Scho n sted t für erschüttert, ^/^kmün z eu in Aussicht genommen, in der Form von der der Herrenhaus-Philippika des ProfessorsRiedler von L) ei Markstücke w. Um diese Münzen ohne wei

der Technischen Hochschule gegen den unheilvollen Ein- Kbichsmimzen zu kennzeichnen, erfährt ihre

flust der Juristen auf unser öffentliches Leben in1 scharfer ^versstite keine Veränderung, die Aversseite soll mit dem Rede entgegentrat, was um so mehr bemerkt worden wäre, Großherzogs unb ber Umschrift:Friedrich I

als man allgemein annahm, daß Geheimrat RiedlerAn- owof'beriog von Baden" ausgestattet werden und au^er*, sichten Ausdruck gab, die wenigstens zum Teil autiy akem Untej bem Bildnis einen Lorbeerzweig mit den allerhöchster Stelle geteilt würden. Kern Wunder sei es -»^i-re?, raß len 1<S521902 tragen. Es sollen 250000 Mark daher, daß von jener Zeit ab auch der Name des ^usttz- L Mnfmarkstücken unb 750 000 Mark in Zweimarkstücken Ministers Schönstedt bei Krisengerüchten genannt lmrd. Die » ' toerben Tic Denkmünzen sollen auf der Münz- linksstehende Presse ist seit seiner Redeüber bjc jut»^^ g^teBin Karlsruhe hergestellt werden. Tie Badische Re. 9totare sehr verbittert gegen ben preußischen ^usttzminister. ^^runa bat beim Bundesrat das Einverständnis mit der

Auch Graf Posadowsky wird immer wieder unter » ber Denkmünzen uachgesucht.

den zum Sturze reifen Regierungsmannern genannt. Wie der ..ReicyEi.v''meldett erbielt Generolleutnaut

Endlich wird aus sonst vertrauenswürdiger Qpelle l 2 o m m l-t ut-n'stToncnuiDen 1. SUafio.

berichtet, daß Herr v. LUeanns amtsmude sei und mog- 0 Oberleutnant v. Hülsen vom Kaiser Alexander-

licker Weise durch den Fürsten Philipp Eulenbur g, ^^Eenadier-Regiment Nr. 1 führte bem 11-^011 95ot= den jetzigen Botschafter in Wien ersetzt werde Toch fei' - . . -

diese kühne Voraussage nur mit Vorbehalt und dem Aus­druck des Zweifels wiedergegeben.

Bekanntmachung. I eine Höhe von über 400 Millionen Mark erreicht haben 1 fammeu, zerlrummericn uic ,?v 1

an m K crrxeA v.- soll sind Au ihrer Ausbeutung begründet worden. Durch Prozession am Verlaffen der Kirche zu yinvern.

- ää ** Wiescck führt, bis auf Weiteres für jeden Verkehr gesperrt, ^^rn erschlossen. Tie Hamburger Woermannlinie läßt, Gießen, ben 27. Juni 1901. I u o J V,

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. | w Nehmen, bie Tampfer ihrer Kamerun-5-auptlinie Sout

Hechler. > hampton anlaufen. Sie hat für diese Strecke auch zwei

neue, schnellfahrende Passagierdampfer bestellt.

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