öte Lieferung bestimmter Gegenstände und An-
Das Explosions-Unglück in Griesheim
Litchener vertreten. I
Paris, 26. April. Auf Anzeige der Eisenwerkgesellschast Commentry wurde ein österreichiicher Unterthan, der Haushofmeister Stefan Iovanowitsch, wegen Verdachts der! Spionage verhaftet. Jovanowitsch suchte fich, nach! einer Meldung der „Agence HavaS-, die Geheimnisse Her Herstellung von Kanonenstahl zu verschaffen. In Montlu^on sind vier Mitschuldige verhaftet worden, darunter befinden sich zwei Angestellte des Eisenwerks. Man nimmt au, daß die Verhafteten nicht im Stande gewesen find, sich Informationen zu besorgen. Jovanowitsch war seit 1897 Angestellter in dem Chatham-Hotel in Paris und kam aus London, wo er seine Lehrzeit durchgemacht hatte. Er sprach mehrere Sprachen, war ein guter Beamter und ging wenig aus. Während seiner freien Zeit kam er indessen mit verdächtigen Personen zusammen, wodurch man auf ihn aufmerksam wurde. Er wurde seitdem besonders beobachtet. Im Oktober begab er sich unter dem Vorwand, fich in der französischen Sprache zu vervollkommnen mit Urlaub nach Montlutzvn. Schließlich wurde er gestern nach Vernehmung de« mit seiner besonderen Ueberwachung beauftragten Kom misiarS und auf die Klage der Gesellschaft Commentrp hin um 2 Uhr in dem Chatam-Hotel verhaftet; vorgefundene! zahlreiche in deutscher Sprache abgefaßte Papiere führten zur Ermittelung seines Wohnsitzes. Jovanowitsch hatte Arbeiter in Montluyon beauftragt, ihm die Vorgänge bei der Herstellung des Kanonenstahls mitzuteilen, aber infolge der Ueberwachung konnten ihm Schriftstücke nicht geliefert werden. — Nach Zeitungsmeldungen sollen die Arbeiter sich< in den Werkstätten und Bureaus der Wasienfabrik Pläne und Metallproben, sowie insbesondere die Darstellung eines Verfahrens zur Herstellung von Chromeisen verschafft haben. Die Haussuchung soll deutsch geschriebene Briefe zu Tage gefördert haben, wonach die Firma Krupp in Esten sich
gaben zu bezahlen.
Karleville, 26. April. Heute fand hier eine Versammlung von Vertretern der Handelskammern des nordöstlichen Frankreichs statt, in welcher über die dem Staate für den Bau des Schelde-Maaskanals zu gewährende Subvention von 60 Millionen Francs beraten wurde. Es wurde ein Ausschuß eingesetzt, der unter den beteiligten Handels kümmern ein Einvernehmen in Betreff der Aufbringung der erforderlichen Anleihe herbeiführen soll.
Madrid, 26. April. Die philippinische Junta hier beschloß, den Krieg gegen die Amerikaner fortzusetzen.
Wieu, 26. April. DaS im Abgeordnetenhanse angebrachte Wasserstraßengesetz nimmt Folgendes in AuS- > ficht: Donau—Oder—Kanal, Schifffahrtskanal von der Donau bis zur Moldau bei Budweis, Kanalisierung der Moldau von Budweis bis Prag, Schifffahrtskanal von dem Donau—Oderkanal bei Prerau zur Elbe bis Pardubitz, Kanalisierung der Elbe von Pardubitz bis Melnik, schiffbare Verbindung vom Donau—Oderkanal bis Weichsel und Dnjester. Diese vier Kanäle find vom Staat unter der Bedingung angemeffener Beiträge der beteiligten Länder, und der Städte Wien und Prag auszuführen. Die Länder können die Jntereffenten zu Beitragsleistungen heranziehen. Bezügliche Verhandlungen find sofort einzuleiten. Die Verwaltung erfolgt durch den Staat. Der Bau soll im Jahre 1904 beginnen und binnen 20 Jahren beendet werden. Die Beschaffung der Mittel erfolgt durch ein vierprozentiges, in 90 Jahren zu tilgendes Anlehen, wovon die Regierung in der Bauperiode 1904 bis 1912 maximal 250 Mill. Nominale auszugeben ermächtigt ist. Die Deckung des Erfordernisses nach 1912 erfolgt durch besonderes Gesetz. Die für die Vor- I arbeiten erforderlichen Beträge sind alljährlich in den Staats- Voranschlag einzusetzen. Der Wafferftraßenbau wird ausschließlich der Kompetenz des Handelsministers unterstellt. «Der Motiven-Bericht hebt hervor, es handle sich um die Herstellung von 16—17 000 Kilometer Wasserstraße unter Zugrundlegung der Befahrungsmöglichkeit durch Schiffe von 600 Tonnen. Der Gesamtkostenaufwand dürfte 750 Mill. Kronen betragen. In Betreff der finanziellen Rentabilität wird hervorgehoben, daß die Ueberwindung der Wasserscheiden Iber Lösung der Aufgabe in Oesterreich Ungarn größere tech uische Schwierigkeiten biete als anderwärts und hierdurch l auch der finanzielle Kalkül wesentlich beeinflußt werde. Andererseits dürfe an die Sache nicht kleinmütig herangetreten werden. Die Regierung sei entschloffen, für'S Erste nicht lauf finanzielle Rentabilität zu rechnen, sondern auf Ibie wirtschaftlichen Erfolge zu sehen. Die Regierung «glaube, der Nutzen des Baues für die wirtschaftliche Entwickelung Oesterreich UngarnS werde die vom Staat und den I Kommunen dafür aufgewendeten Kosten aufwiegen.
New York, 26. Apxil. Der „New York Herald" meldet aus Rio Janeiro: Nachrichten aus dem Staate Maranhao zufolge haben Indianer die dortigen christlichen Nieder I lassungen angegriffen. Es entspann sich ein Kampf, in dem 1200 Christen getötet wurden.
Ausland.
London, 26. April. (Unterhaus.) Chamberlain er» Härt, es sei nicht beabsichtigt, während der Abwesenheit Milners, von der man erwarte, daß sie nur von kurzer Dauer sei, im Oranje-Freistaat und Transvaal im vollen Umfange Zivilverwaltung einzuführen, doch werde mit der Organisation der verschiedenen Departements, auf Grund der Milner'schen Vorschläge, so viel wie möglich sortgefahren. Milner werde während seiner Abwesenheit von
Wilhelm Ernst von Sachsen Weimar zu einem mehrtägigen kver Pflicht et hätte, eine große Summe Geldes für Aufenthalt auf der Wartvurg ein. Der Besuch des ÄatferS1^- OI-C.....n.oh s»n,
wird wahrscheinlich vier Tage dauern, und während dieser Zeit wird der Monarch eifrig der Auerhahnjagd in den Forstrevieren bei Wasungen und Zillbach obliegen. Die be absichtigte R^ise nach Danzig aus Anlaß des Stapellaufs des großen Schlachtschiffes D wird der Kaiser dem Vernehmen nach mit einem Jagdbesuch beim Fürsten zu Dohna Schlobitten in Prökelwitz verbinden; bei dieser Gelegenheit ist es nicht ausgeschloffen, daß der Monarch auch wiederum einen Ab stecher nach seiner im Elbinger Landkreis gelegenen Besitzung
entgegen zu nehmen. I
Von einem Augenzeugen, einem Arzte, wird der „Franks. Ztg." über die Explosion geschrieben:
„Ich kam mit dem Zuge 3.10 Uhr nachmittags der Waldbahn nach Schwanheim. Schon hinter der Unterschwein-! stiege fiel mir ein scharfer, stechender Geruch auf, der von den Griesheimer Werken herüberwehte. Beim Aussteigen, also wenige Minuten nach 3 Uhr, war schon eine dunkle, schwarze Rauchwolke, nur wenig größer als leine starke Fcrbrikschornsteinwolke, über den Werken wahr- zunehmcu. die jedoch von Minute zu Minute an Höhe und Umfang zunahm. Nun ertönten auch schon die ersten Feuerhörner. Von der Gartenterrasse meines Freundes Dr. Kobe l t aus, dessen Haus Griesheim gegenüber, fast direkt am Ufer des Mains, liegt, und den zu besuchen ich gekommen I ! war, hatte ich dann Gelegenheit, die ganze Entwickelung I der Katastrophe aus unmittelbarer Nähe mit anzusehen. Tie ! Brandwolke wurde immer größer, dichter und schwärzer, wie I von brennendem Theer herrührend, und ein zuletzt sturm- ! artig wehender Wind wälzte sie herüber zu uns, sodaß wir | während der ganzen solgenden Stunden in einem dichten, | stechend riechenden Rauchschleier eingehüllt waren, durch
den die Sonne nur als mattrote Scheibe sichtbar war. Ab- und zu zerriß eine kurze Drehung des Windes diesen Schleier und machte für Minuten den Ausblick auf den nahen Brendherd, an dem in den ersten Stunden nirgends loderndes Feuer zu bemerken war, frei. In einem solchen freien Moment erfolgte die erste Explosion, kurz nach halb 4 Uhr. Man sah plötzlich eine ungeheure weiße Tampf- wolkc ca. 200 Meter hoch über die schwarze Brandwolke hinaufschießen, durchzuckt und durchleuchtet von blendenden, blitzenden Strahlen, so schnell, daß erst, wie sie ihre höchste Höhe erreicht hatte, der Knall und die Lustdruckwelle bei uns auf dem Schwanheimer Ufer hör- und fühlbar wurde. Ich taumelte zurück, als wenn ich einen Schlag auf die Brust erhalten hätte, und im selben Augenblick stürzten auch schon Fensterscheiben und -Rahmen, Ziegelstücke und bergt aus uns uffid um uns nieder. Tie zweite Explo- ! s i o n, die kurz darauf folgte, war noch stärker und in ihren Wirkungen verheerender als die erste. Brennende Holzteile, glühende Eisenstücke schossen weithin sichtbar wie eine Schwalbenheerde durch die Luft und kamen hoch im Bogen herabgesaust Ein Gartenhäuschen neben der Besitzung meines Freundes stand sofort in Flammen, ward aber vom Besitzer glücklich gelöscht. Derselbe brachte uns nachher auch ein halbzolldickes Eisenstück, fast armlang und spannenbreit, wohl an die zehn Pfund wiegend, das in unserer Nähe niedergefallen und so heiß war, daß es längere Zeit nicht angefaßt werden konnte. Unmittelbar nach der zweiten Explosion gingen zwei Scheunen hinter Tr. K.'s Hause in Flammen auf, um so schlimmer, als die sämtlichen Spritzen und Löschmannschaften drüben auf dem Brandplatz in Aktion waren. Doch gelang es schließlich, den Brand aus die beiden Scheunen zu lokalisieren. Tie I Scheunen sind meiner Ansicht nach nicht durch brennieude Holzteile, sondern durch glühende Eisenstücke, die das Dach | durchschlugen, entzündet worden. Auch der Wald war an mehreren Stellen durch die herübergeschleuderten Feuer- | brände in Brand geraten, konnte aber ebenfalls glücklich zur rechten Zeit gelöscht werden. Tas Kobelt'sche Haus als dem Brandort zunächst liegende lvar schrecklich zugerichtet. Sämtliche Fensterscheiben nebst ihren Rahmen waren eingedrückt und lagen teils in den Zimmern, teils auf der Straße. Tie Thürrahmen und Füllungen waren losgerissen |und hingen teilweise noch oder bedeckten gleichfalls schon
den Boden, teils hatten sie sich auch festgeklemmt und versperrten den Eingang. Teile der Zimmerdecke waren herabgestürzt und die in den zweiten Stock führende Treppe war | unpassierbar, weil mit Trümmerstücken aller Art erfüllt. |Tas Haus war mit einem Wort völlig demoliert und unbewohnbar. Im oberen Stock scheint der Luftdruck größere
| Verheerungen angerichtet zu haben, als im unteren, oo wie bei meinem Freurrde, wenn auch in weniger starkem Grade, sah es überall in Schwanheim aus; der Fuß toan- | beite allerorts auf Glasscherben. Merkwürdigerweise sollen in einem Nachbarhause, bas zufällig noch nicht die Doppel- I fenster abgenommen hatte, sämtliche Scheiben unversehrt ge
blieben fein. .
Bald war auch ich in der Lage, ärztliche Thatrakeit auszuüben unb meinem Schwanheimer hlollegen an die Hand zu gehen, da eine Menge Verletzter von Griesheim heruoer- kamen, zu allermeist kleinere Verwundungen durch Glassplitter oder Kontusionen ausweisend. Unter anderen auch ber Direktor ber Werke, Tr. Lan g, der einen komplizierten Bruch des linken Unterarms und eine starke Kontusion des Schulterblattes erlitten l)atte, außer verschiedenen kleinen Verletzungen. Dem anfänglichen Mangel an Verbandmaterial hals das baldige Eintreffen des H ö ch st e r S a n i t ä t s- zuges glücklich ab. Wie leicht erklärlich, war unter der > Schwanheimer Bevölkerung eine ungeheure Panik ausgebrochen. Fast das ganze Torf, namentlich Frauen und Kinder, waren in Feld und Wald hinausgeflohen und kampierten im Freien aus Furcht vor weiteren Explosionen, ba sich das Gerücht verbreitet hatte, daß auch die Benzm- lager in Gefahr seien."
Die letzten Nachrichten bestätigen, baß die Zahl der aufgefunbenen Toten bisher über fünfzehn nicht hinausgeht. Es ist möglich, daß zwischen den Trümmern noch einige Leichen ungeborgen sind. Die Identität zweier Leichen konnte bis jetzt nicht festgestellt werben. Die Körper sinb schrecklich verbrannt. Höchst wahrscheinlich haben bie so jäh ums Leben Gekommenen einen schmerzlosen Tob gefunben. Die genaue Anzahl der Vermißten anzugeben, ist vorläufig unmöglich, ba bie Lohnlisten vernichtet worben sinb und man demzufolge selbst in ocr Fabrikleitung über bie in ber Fabrik beschäftigt geioejcuei» I Leute keine ausreichende Kenntnis hat. Das wird sich erst im Laufe der nächsten Tage mit genügender ularhett sei
I stellen lassen. Darum kann man auch bei einigen der Toten noch keine Vornamen vorläufig angeben.
Bei der Explosion stürzte der Reservoirneubau in sich zusammen unb soll angeblich mehrere Wehrleute verschüttet haben Tie genannten Gebäude, in denen sich bie Explosion ereignete, sinb total vom Erdboden verschwunden, an ihrer Stelle findet sich ein großes mit Wasser gefülltes Loch, das zehn Meter tief sein mag. Wie wir gestern durch Aushang bekannt machten, liegen im Frankfurter städtischen Krankenhaufe die Chemiker Tr. Hesse, Tr. Schleemann, Tr Lang (dessen Gattin eine geborene Gießenerin ist. T. Red.) unb Baumeister Feldner. Ihre Verletzungen ; finb nicht lebensgesährlich. Ingenieur Belchner hat das Gehör verloren. Gestern morgen wurden in das städtische Krankenhaus neuerdings sechs verwundete Arbeiter emge- liefert. Außerdem noch 30 Schwerverwundete. Im T i a- konifsenhaus: 1 Arbeiter, außerdem 5 obdachlos
Kinder. Im B ü r g e r h v s P i t a l : 5 Schwerverletzte, höchster Krankenhause liegen 20 Verletzte.
Für die Angehörigen der getöteten Arbeiter und Beamten und für die Verletzten, bie an ben Folgen der Verletzungen länger als 13 Wochen in ihrer Erwerbsfähiger beeinträchtigt sind, hat bie Berufs gen o f s en s cha f t de, | chemischen Jnbustrie aufzukommen gesetzlicheni
schäbignngen stellen sich für bie ^nterbltebenen ber (Se töteten auf ein Fünfzehntel bes Arbeitsverdienstes diw Letzteren für Begräbniskosten, sowie aus 20 Prozent Tauer Rente für Witwe und jedes Kind unter lo Jahren, sowie w Aszendenten und Deszendenten, insoweit die Rente E durch Witwe und Kinder ausgebraucht wird. Die Gesantt reuten aus dem Sterbefalle dürfen nämlich im yochstbetrag mir 60 Prozent des Arbeitsverdienstes ausmachen. bie die Erwerbsfähigkeit beeinträc^igei^en SvAn der ^e Hebungen haben für die ersten 13 Wochen die Betri^ kraukenkassen aufzukommen. Nach Ablauf dieser ebenfalls die Berufsgenossenschaft ber chemischen Jndusir^
Sabinen unternimmt.
— Dem „Reichsanz." zufolge verlieh der Kaiser dem! Generaloberst von Hahnke die Brillanten zum Schwarzen! Adlerorben.
— Wie die „Nordd. Allgem. Ztg.- meldet, ist bei! frühere Reichsschatzsekretär, spätere Seehandlungspräfidenr l v. Burcharb geftern an einem Herzschläge gestorben. |
— Die Kommission des Reichstages für das Wein-I gesetz nahm zu § 4 einen Antrag Antrick und Genoffen an, | nach dem zur Schaumweinsabrikation kein Kunfiwein ver-> wendet werden darf.
— In ber Kanalkommission des preußischen Landtages erklärte Graf Limburg-Stirum, nach wie vor mit seinen politischen Freunden gegen den Mittelland-! Ian al stimmen zu müssen. Herold (Zentrum) erklärte, seine Partei stände auf dem Standpunkte, nur die Lippe-1 linie anSzubauen unb den Mittellandkanal aufgu• | geben. (Damit ist das vorläufige Schicksal des Mittel-! landkanals besiegelt unb diese Wasserstraße endgiltig als abgelehnt zu betrachten! Was nun? Wird es zur Auflösung des preußischen Abgeordnetenhauses kommen? Graf Bülow liebt keine inneren Krisen, und Herr v. Miquel ist erst recht kein Freund davon. Das Opfer der gescheiterten Kanalvorlage dürfte am Ende einzig Minister v. Thielen fein. Nach der „Nat.'Ztg." haben im Reichskanzlerpalais mit verschiedenen Mitgliedern der Kanalkommission Besprechungen ftattgefunben. DaS werden wohl Mitglieder der Kanal- Opposition gewesen sein. Die Vorstellungen find, wie man sieht, vollkommen wirkungslos gewesen. Daß etwa noch Rechte und Centrum sich eines andern besännen bis zur Beratung der Kanalvorlage im Plenum, muß als ausgeschloffen betrachtet werden nach ber Entschiedenheit der gestrigen Erklärungen. D. Red.)
— Der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, der bisherige Herzog-Regent von Mecklenburg, hatte bei Enthüllung des Bismarck-Denkmals in Schwerin eine Rede gehalten, die den hellen Zorn der in Greiz, der Hauptstadt des schönen Fürstentümchens Reuß ä. L., er-! scheinenden regierungS-offiziösen „LandeS-Ztg.-, erregt. Lieblich ist's zu lesen:
Abgesthen von den unheilvollen Alldeutschen, ist man sich im deutschen Volk wohl vollständig darüber klar, wie der einst so gefeierte stavische Junker Otto Bismarck die treuherzige Maid Germania genassührt und in den April geschickt hat. Nun sollte man aber doch wohl erwarten, daß gerade diejenigen hohen Männer, deren Stand und Einfluß der slavische Junker geschädigt und zur Bedeutungslosigkeit herabzudrücken versucht hat, diesem Zerstörer des fürstlichen Gottesgnadentums ihre unverhohlene Abneigung, um nicht zu sagen Abscheu, entgegenbringen müßten. Das deutsche Volk ist sich, wie gesagt, zu einem großen Teil längst über Junker Otto klar, was soll man aber dazu sagen, wenn Mitglieder deS deutschen Fürstenfiandes immer noch in unbegreiflicher Selbstverleugnung dem Mann Hekatomben darbringen, der ihrem Stande die schwersten Wunden geschlagen hat!"
Baden-Baden, 26. April. Die deutsche Kaiserin wird anfangs Mai mit ihren Kindern hier eintreffen und einige Zeit hier verweilen.
Tie Folgen bes schweren Unglücks, bas mit furchtbarer Gewalt ben blühenden Jnbnstrieort Griesheim in kurzer Zeit in eine wüste Trümmerftätte verwandelt hat, lassen sich allmählich übersehen. Weit größer als der materielle Schaden an Gebäuden ic., der zwar immerhin einige Millionen Mark erreichen (man spricht von 4—5 Millionen)! und der durch mehrere Versicherungsgesellschaften getragen wkrd, ist ber Verlust an Menschenleben. Gott sei Tank hat sich bie gestern in ber Aufregung verbreitete Zahl von 80 Toten nicht bestätigt, doch ca. 15 Leichen bedeckten die Städte der Wirkung einer ber furchtbarsten Explosionen, von bene» feit Menschengebenke« unser Vaterlanb (temv ! gesucht wurde. Viele Familien sind in Trauer gesetzt, den Verlust ihres Ernährers, Bruders oder Sohnes beklagend. Wahrlich, es ist zuviel des Unglücks, bas unser Vaterland jetzt fortgesetzt in Aufregung und Bangen hält! Vor kurzem die vielen Unglücksbvtschaften aus China, um Weihnachten ber Untergang der Gneisenau, verschiedene Grubenunglücke und jetzt wohl das schrecklichste. Tausende von Menschen sind brot- und obdachlos, irren ohne Geld und Lebensmittel | in den Dörfern umher, Unterkunft suchend. Herzzerreißend; sind bie Szenen, bie sich an ben Ufern bes Mains bei
I Griesheim abspielten. .
Unser Kaiser, bem bie Schreckensbotschaft erst nach Schluß bes Kommerses ber Bonner Borussen zugestellt I würbe, war tief ergriffen. Er forberte telegraphisch Bericht ein unb wirb voraussichtlich heute zum Schauplatz Ides Unglücks abreisen.
Fürs erste aber heißt es, die Not zu lindern und ! durch finanzielle Unterstützung den Unglücklichen, I den so schwer Heimgesuchten, ihrer Mittel Beraubten, z u helfen. Tie Expedition des „Gieß. Anz." hat eine IS am meist eile errichtet und ist gern bereit, Spenden
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fianbtn |U haben. & H 1 leeqen HerMet unb Vtuchm Wc3 in ursächlichem Zusimmv gilbe gegenwärtig leidet. & tilgen Aierensteinkolik verbu »chon von Dr. Schimmel fe nanben gewesen fein kann. < vmacht n stimmen aber darin 8:uchintaze nicht mehr zu I iw, und auch die mtlitärärzl tnele Rrantyil dir Feldesche Arischen Storstellung derart beel donstatieren tonnte. - Geh. i nab sein Gutachten dahin ab, -chon vor sieben Jahren an H haben unb daß sich dieses Seil Mbiidüchaben kann.
2fr Fabrikant Srnfi 6mi ^gbeturg von Dr. Schimme ■l,il» buhl wetzen Herzfehler der eu' iechM^e DHe fttia. twb WMtn. Davon, bH gefeit worden, unb eine sofort
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